Rezension – „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe“ von Hrsg. Petra Müller u. Rainer Wieland

Meine lieben Leser,

wer mir hier auf dem Blog schon länger folgt, der weiß, dass ich Bücher über historische Liebesbriefe sammle. Zu Weihnachten hat wieder einmal eines dieser Bücher den Weg zu mir gefunden. Wie es mir gefallen hat, erläutere ich euch im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Schreiben Sie mir, oder ich sterbe
  • Autor/in: Hrsg. Petra Müller / Rainer Wieland
  • Anzahl der Seiten: 295 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: 3. Auflage (2019)
  • Genre: Sammlung historischer Liebesbriefe

INHALT:

Das Buch umfasst 77 Liebesbriefe berühmter Männer und Frauen wie beispielsweise Briefe des Ehepaars Curie, Johann Wolfgang von Goethe, John Lennon, Zarin Katharina II. oder Marilyn Monroe.
Die Liebesbriefe wurden dabei in Auszügen abgedruckt und durch Bilder der Briefe oder der Persönlichkeiten ergänzt.
Besonders interessant sind die Kommentare der Herausgeber, die jeden Brief um wichtige Fakten und kleine Biografien der Briefeschreiber erweitern. So kann der Leser sich ein umfassendes Bild des Kontextes jedes Briefes machen.

Wer denkt, dass in diesem Buch allerdings nur schmachtende Liebesbekundungen enthalten sind, der irrt. Denn in diesem Werk sind alle Facetten der Liebe dargestellt, von großer Liebe über Affären bis hin zu Abschiedsbriefen oder Abweisungen ist hier alles dokumentiert.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil der Briefe ist selbstverständlich schwerlich zu bewerten. Es bleibt zu sagen, dass die Briefe in ihrer originalen Mundart abgedruckt wurden und daher auch ab und zu schwierig zu lesen sind. Gerade der Brief von Martin Luther ist aufgrund seiner Datierung in einer ganz anderen sprachlichen Welt angesiedelt und verbrauchte bei mir einiges an Hirnschmalz.
Die Kommentare zu den Briefen sind kurz und bündig und fassen das Wichtigste zusammen, um den Brief zu verstehen und den Leser für weitere Recherchen zu den Persönlichkeiten zu motivieren.

FAZIT:

Eine wirklich gelungene Zusammenstellung von Liebesbriefen berühmter Persönlichkeiten, die vor allem durch ihre Aufmachung mit Bildern derer und der Briefe besticht. Wer zwischendurch in die historischen Gefühle und Geschichten anderer Paare eintauchen möchte, der ist hier genau richtig.
Eine wunderschöne Ausgabe von Liebesbriefen, die ihresgleichen sucht. Durch die Unterlegung mit vielen Bildern ist sie in meinem Bücherregal anderen Versionen etwas voraus und macht die Briefe noch lebendiger. Die Darstellung im Großband macht die Leseerfahrung noch monumentaler. Empfehlenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Auswahl der Briefe: ♥♥♥♥♡
Aufmachung: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,7


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Samurai – Der Weg des Kämpfers“ (Band 1) von Chris Bradford

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon über fünf Jahre auf meinem ungelesenen Stapel. Ich hatte es mal angefangen und bin nicht so richtig reingekommen, weswegen ich es wieder weggelegt habe. Deswegen hatte ich etwas Angst, dass ich wieder nicht mit dem Buch klarkommen würde, aber ich wollte es im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos gern endlich vom SuB erlösen. Wie es mir nun schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Samurai – Der Weg des Kämpfers
  • Autor/in: Chris Bradford
  • Anzahl der Seiten: 416 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2011)
  • Genre: Historischer Abenteuerroman

INHALT:

Der 13-jährige Jack und seine englische Crew sind mit ihrem Schiff auf dem Weg nach Japan, um als erste Engländer mit den dortigen Einheimischen Waren zu handeln. Sie schlagen kurz vor Japan Leck und müssen zum Reparieren in einer Bucht anlanden. Dort werden sie von Ninjas überfallen und getötet. Nur Jack überlebt.
Der Samurai Masamoto nimmt ihn auf und adoptiert ihn, da der geheimnisvolle Ninja Drachenauge zu ihrem gemeinsamen Feind geworden ist. So beginnt für Jack eine anstrengende, aber auch spannende Zeit, in der er zum Samurai ausgebildet wird. Die Ausbildung ist geprägt von Zwistigkeiten und Freundschaften mit seinen Mitschülern, die den „Gaijin“ (Ausländer) zunächst eher kritisch beäugen. Das Buch begleitet ihn auf seinem Weg, die sieben Tugenden der Samurai zu meistern. Und bald sieht er sich Drachenauge erneut gegenüber …

SCHREIBSTIL:

„Ein Baum von einem Klafter Umfang entsteht aus einem haarfeinen Hälmchen (…) Ein neun Stufen hoher Turm entsteht aus einem Häuflein Erde. Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 198

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, da er ohne Schnörkel und lange Beschreibungen auskommt. Bradford konzentriert sich in Gesprächen und Handlung auf starke Bilder mit Leinwandeffekten. Besonderes Augenmerk legt er auf die Kampfszenen, die ausführlicher beschrieben werden als alle anderen Begebenheiten in diesem Buch. Besonders gelungen sind die Beschreibungen der Landschaften und Umgebungen. Er schreibt nicht ausladend, aber gerade so detailliert, dass sich die monumentalen Bilder mit der Anmut Japans im Kopf des Lesers realistisch ausbilden können.
Die Orte, an die Bradford entführt sind sehr authentisch, da ich selbst an vielen dieser Orte in Japan war und mich direkt dorthin zurückversetzt fühlte. Auch die Einschübe japanischer Sprache und die vielen japanischen Weisheiten machen das Buch sehr glaubhaft und verursachten bei mir jede Menge Japanweh.
Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich jedoch, denn mich hat es sehr irritiert, dass Jack erst 13 Jahre alt sein soll. Er benimmt sich zu keiner Zeit so jung, sondern mindestens wie ein 16- bis 17-Jähriger.
Weiterhin gelingen Jack und seinen Mitstreitern noch so schwierige Aufgaben im Nu, was ich sehr schade und unrealistisch fand. Das erinnerte dann eher an ein Märchen oder eine Legende, aber vielleicht soll diese Geschichte ja genau das sein.

FAZIT:

„Ich weiß nicht, wie man andere besiegt. Ich weiß nur, wie ich mich selbst besiegen kann. Unsere eigentlichen und gefährlichsten Gegener sind Angst, Wut, Verwirrung, Zweifel und Hoffnungslosigkeit.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 298

Ich bin immer noch sehr fasziniert davon, dass mich dieses Buch so begeistern konnte. Ich hatte es so lange auf dem SuB und kann gar nicht mehr verstehen warum. Natürlich war der Schreibstil keine sprachliche Perle, aber das Buch hat mich einfach gut unterhalten und diesen ganz bestimmten japanischen Flair, den ich so liebe rübergebracht. Eventuell habe ich mir direkt die Folgebände bestellt. 😀 Wer hätte das gedacht, nachdem ich vor diesem Bingo-Buch solche Angst hatte. Ein richtiges kleines Highlight für mich.
Manchmal braucht es eben einfach nur Spannung und Japan, um einen Leser glücklich zu machen. Eine tolle Abendlektüre, die Japanweh verursacht und herrlich unkompliziert daherkommt. Zwar nicht ganz realistisch, dafür mehr Märchen oder Legende – aber dafür umso unterhaltsamer! Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Japanischer Rahmen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Freundinnen – Eine Kulturgeschichte“ von Marilyn Yalom / Theresa Donovan Brown

Meine lieben Leser,

dieses Sachbuch war ebenfalls Teil meines Frühjahrsputz-Bingos. Ich habe es vor einiger Zeit in einem Sale ergattert und seitdem lag es auf meinem SuB. Ich bin sehr froh, dass ich es im Rahmen des Bingos gelesen habe. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden lesen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Freundinnen – eine Kulturgeschichte
  • Autor/in: Marilyn Yalom, Theresa Donovan Brown
  • Übersetzer/in: Liselotte Prugger
  • Anzahl der Seiten: 409 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2017)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Dieses Sachbuch ist sehr umfangreich und gut strukturiert aufgebaut. In drei Teilen sowie vierzehn Kapiteln wird auf die Geschichte von Frauenfreundschaften eingegangen.

In Teil I wird der Fokus auf die Zeit gelegt, in der das Erscheinungsbild von Freundschaften noch männlich war. Denn es ist keineswegs so, dass Freundschaft immer beiden Geschlechtern zugestanden worden ist. Ausführlich wird auch auf die wenigen Erwähnungen von Frauenbeziehungen in der Bibel eingegangen. Besonders interessant war unter anderem, dass Jesus einer der wenigen Propheten war, der auch weibliche Jüngerinnen annahm. Umso interessanter dass zwei Jüngerinnen, die historisch nachgewiesen werden können, weder auf dem Abendmahl auftauchen, noch in dieser textlichen Ausführlichkeit wie die anderen Jünger. Dies sollte einen nicht verwundern, wurde die Bibel doch von Männern geschrieben.
Weiterhin wird darauf eingegangen, dass auch sehr bekannte Philosophen und Kleriker nicht davor gefeit waren, Freundschaften zwischen Frauen als nicht existent oder minderwertig zu betrachten.

In Teil II dreht sich dann alles um die Zeit, in der die Geschichte Frauenfreundschaften entdeckte. Es wird von Nonnen erzählt, die zunächst die einzigen Frauen mit Zugang zu Bildung waren und somit die einzigen Schriftstücke zurückließen, die Frauenfreundschaften und -beziehungen dokumentieren. Denn auch, wenn es immer noch Menschen gibt, die es abstreiten: Auch Liebesbeziehungen gleichgeschlechtlicher Natur gab es schon allseits in der Menschheitsgeschichte.
Letztlich wird darüber berichtet, wie sich die Frauenfreundschaften auch immer mehr Raum außerhalb der Klöster errangen. Diese Freundschaften existierten auch selten mit Männern, die aber sonst solche Beziehungen eher als Klatsch, denn als Seelenverwandtschaft abtaten.
Es wird außerdem auf die sogenannten Précieuses eingegangen, ein literarischer Kreis von Frauen im 17. Jahrhundert, die sich der Pflege der französischen Sprache und gesellschaftlicher Sitten verschrieben hatten.
Ebenfalls wird auf patriotische und romantische Freundschaften eingegangen. Alle diese Kapitel sind jeweils mit historischen Beispielen veranschaulicht, sodass der Leser auch die kurzen Biografien der Personen erfährt.
Die Bedeutsamkeit von Gebeten, Vereinen oder des Quiltknüpfens in den ersten amerikanischen Siedlungen für Frauenfreundschaften wird danach thematisiert. Die Verbundenheit, die durch solche Vereinigungen und gemeinsame Tätigkeiten entstand, bot den perfekten Rahmen für die Entstehung eines Austauschs und Verbindungen zwischen Frauen.
Schließlich widmet sich das Kapitel der Erstarkung der Frau an sich und somit auch ihrer Beziehungen, indem es auf Studentinnen, Stadtmädchen und „die neue Frau“ eingeht. Diese neue Frau hat endlich größeren Zugang zu Bildung und definiert sich dadurch auf ganz anderen Ebenen, wird selbstständiger und selbstbewusster.
Maßgeblich dazu beigetragen und für Frauen eingesetzt hat sich Eleanor Roosevelt. Ihrer Biografie und ihren Freunden wurde ein ganzes Kapitel gewidmet, um das Schaffen dieser Persönlichkeit nicht nur darzustellen, sondern zu ehren.
Die Entwicklung der Partnerschaft hin zu einer schwesterlichen Beziehung bildet schließlich den Abschluss des zweiten Teils.

TEIL III beschäftigt sich mit dem modernen 21. Jahrhundert und dem persönlichen Kontakt von Frauen zu ihren Freunden. Es wird auf die sogenannte Freundintimität eingegangen und auf das Geben und Nehmen in einer Freundschaft, die in einer Marktwirtschaft existiert. Auch auf die allseits gern gestellte Frage: „Können Männer und Frauen Freunde sein?“ wird in einem Kapitel eingegangen. Letzlich werden auch die modernen Kommunikationswege kurz beleuchtet.

Der Epilog bietet schlussendlich ein Resümee über die Frauenfreundschaften über alle Jahrhunderte hinweg, was davon bleibt und wir für unsere Beziehungen daraus lernen können.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist für ein Sachbuch sehr eingängig. Viele Kapitel lesen sich sehr schnell weg, andere wiederum sind etwas trockener, was auch den vielen politischen Rahmenbedingungen geschuldet ist, die erklärt werden müssen, um den Zusammenhang zu verstehen.
Die kleinen Biografien, die überall mit einfließen, haben mir sehr gut gefallen, da sie auf das Nötigste reduziert waren und einen guten Einblick geben konnten, ohne den Leser zu überfrachten.
Die Autorinnen schreiben mit sehr viel Leidenschaft, oft auch appellierend, aber niemals belehrend. Kritische Stellen werden sachlich beleuchtet, sodass sich der Leser selbst ein Bild machen kann.

FAZIT:

Dieses Buch ist wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn Frauenfreundschaften zeigen sehr deutlich, wie sich auch das Bild der einzelnen Frau über die Jahrhunderte gewandelt hat. Wie eng auch die Beziehungen von Frauen mit dem politischen und gesellschaftlichen Geschehen verwoben sind, war mir vorher nicht in dieser Fülle und Klarheit bewusst. An so manchen Stellen des Buchs hatte ich Aha-Momente und wurde beeindruckt, ja bin ich sogar stolz, was unsere Vorfahrinnen für uns erreicht und gegen welche Widerstände sie sich behauptet haben. Ebenfalls interessant war, wie schmal der Grad zwischen Freundschaft und romantischer Beziehung ist. Denn wie die unzähligen Beispiele im Buch zeigen, kann eine Freundschaft auch ohne sexuellen Einschlag mindestens so leidenschaftlich ablaufen, wie eine Liebesbeziehung. Ich frage mich auch, wie unsere Freundschaften wohl dokumentiert werden, da wir doch heutzutage keine Briefe mehr schreiben. Denn nur dadurch wurde uns dieses Erbe erhalten.
Ein wichtiges historisches Dokument der Frauenfreundschaften im Wandel der Zeit. Es bietet nicht nur viele biografische Beispiele bekannter Persönlichkeiten, sondern macht auch deutlich, welches Einfluss das politische und gesellschaftliche Geschehen auf Frauen und deren Beziehungen hat. Sehr interessant und lesenswert.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Geisterseher“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon seit einigen Jahren auf meinem SuB. Im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos 2021 habe ich es nun endlich erlöst und damit nicht nur den SuB abgebaut, sondern auch ein weiteres Buch für mein Leseprojekt gesammelt, in dem ich mir das Ziel gesetzt habe, das Gesamtwerk von Kai Meyer zu lesen.
Wie mir dieser historische Roman von Kai Meyer gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Geisterseher – Ein unheimlicher Roman aus dem klassischen Weimar
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 362 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2017)
  • Genre: Historischer Roman, Historische Mystery

INHALT:

Dieses Buch von Kai Meyer entführt uns in das Weimar des frühen 19. Jahrhunderts.
Er schickt die Gebrüder Grimm auf eine undurchsichtige Reise. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm treffen dabei auf viele bekannte Persönlichkeiten dieser Zeit.
Die Geschichte beginnt und sie finden sich zu Gast beim großen Geheimrat Goethe wieder. In seinem Auftrag suchen sie den schwer erkrankten Schiller und dessen Frau auf. Sie liefern eine Medizin zu dem im Sterben liegenden Dichter. Gleichzeitig sollen sie sein letztes Manuskript abholen und anschließend Goethe übergeben.
Auf dem Rückweg werden sie jedoch von einer dunklen Gestalt überfallen, das Manuskript kommt abhanden und sie setzen nun alles daran, es wiederzufinden.

Aufgrund des Klappentextes könnte der Leser meinen, dass die Suche nach dem Manuskript zum zentralen Element wird, jedoch ist dem nicht im Geringsten so. Das Manuskript taucht bald wieder auf und mit ihm jede Menge Fragen und eine große Verschwörung darum. Auf einmal sehen sich die Gebrüder Grimm mit verschiedensten Parteien konfrontiert, die es auf das Manuskript abgesehen haben.
Goethe und die ägyptische Geheimloge kämpfen genau so um dessen Besitz wie eine mysteriöse Gräfin und die Nachfahrin der Gräfin Cosel.
Das Manuskript soll nach Warschau in Sicherheit gebracht werden, doch dort geht ein Mörder um, der nur „Der Sandmann“ genannt wird. Außerdem verliebt sich Wilhelm Hals über Kopf in eine Reisegefährtin die für Jacob hexerische Fähigkeiten besitzt.
Und auf einmal steht nicht nur das Manuskript im Fokus, sondern auch die Brüder – die sich immer mehr gegeneinander wenden.

SCHREIBSTIL:

Die Geschehnisse werden von Wilhelm Grimm selbst erzählt. Während dieser eher emotional getrieben und ungestüm ist, stellt sein Bruder Jacob die schiere Vernunft und das rationale Handeln dar. Klar, dass es zwischen diesen beiden Charakteren krachen muss. So werden immer wieder kleine Streitereien zwischen den Brüdern eingebaut, was ich teilweise anstrengend, aber auch authentisch fand.
Die vielen bekannten Persönlichkeiten, wie Goethe, Schiller oder auch E.T.A. Hoffmann wurden meiner Meinung nach etwas inflationär eingebaut. Da es sehr viele solcher Charaktere gab, fand ich es leider etwas unglaubhaft, dass die Gebrüder Grimm ihnen tatsächlich allen begegnet sein könnten – geschweige denn, dass diese Persönlichkeiten alle dermaßen in ein mysteriöses Komplott verstrickt sein könnten.
Der Sprachstil an sich hat mir sehr gut gefallen, da Wilhelm sich eines Ausdrucks bedient, der für die damalige Zeit typisch ist. Leider konnte das für mich nicht über die Schwächen der Handlung hinwegtrösten, denn so richtig gepackt hat mich das Buch leider bis zum Ende hin nicht.
Trotz allem fand ich den historischen Rahmen sehr interessant, denn der Leser lernt auch einiges über die Städte oder Umgebungen, in denen die Gebrüder unterwegs sind. Auch in der Danksagung ist erkenntlich, dass Kai Meyer sehr viel Recherche betrieben hat, um diesen Rahmen der Geschichte zu schaffen.

FAZIT:

Die Idee des Buches hat mich direkt zum Lesen animiert, da ich die Märchen der Gebrüder Grimm sammle und mich dafür interessiere. Aus ihrer Sicht ein Abenteuer zu erleben, klang zunächst nach einem spannenden Einfall. Leider ruckelte es für mich in der Umsetzung. Die Handlung war undurchsichtig und für lange Zeit war kein übergeordnetes Ziel erkennbar, sodass der Leser keine Ahnung erhält, wo die Geschichte hinführen soll. Die Aufgaben, die von den beiden Brüdern erledigt werden sollen, finden schnell ihre Lösung, sodass ich mich beim Lesen öfter fragte: „Und was soll jetzt noch kommen?“. Nicht unbedingt erleichtert wird dieser Umstand durch die vielen Charaktere, die mal mehr, mal weniger Bewandtnis haben und teilweise sehr blass bleiben. Es fehlte mir an Struktur, es wurden so viele Elemente gemischt, dass mich beim Lesen oft der Eindruck überkam, den Überblick und letzendlich den Überblick zu verlieren. Punktuell war die Handlung immer wieder mal spannend, danach aber auch immer wieder mal recht zäh. Die Atmosphäre war durch einige unheimliche Momente recht düster, aber nicht angsteinflößend. Am Ende spannt sich zwar ein kleiner Bogen, aber die Auflösung bleibt unspektakulär und lässt Fragen offen, weshalb ich doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Sprachlich wunderbar, aber zusammenhangslos und zerstückelt in der Handlung. Sehr viele, teils blasse Charaktere und zu viele gemixte Elemente wie bekannte Persönlichkeiten und Geheimlogen lassen schnell den Überblick verlieren. Das Potenzial wurde für mich nicht ausgenutzt. Eines der schwächeren Bücher von Kai Meyer für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Spannung / Gruselfaktor: ♥♥♥♡♡
Historischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die schlimmste Reise der Welt – Die Antarktis-Expedition 1910-1913“ von Apsley Cherry-Garrard

Meine lieben Leser,

als ich letztes Jahr ein Sachbuch über Pinguine las, wurde unter anderem auf das Buch „Die schlimmste Reise der Welt“ von Apsley Cherry-Garrard verwiesen. Ich war sofort Feuer und Flamme und erwarb es so schnell, wie ich das andere Buch gelesen hatte. Doch dann ist das Buch erstmal auf meinem SuB versauert – hat es mir mit seiner Fachlichkeit und den 678 Seiten doch erstmal gehörigen Respekt eingeflößt.
Die strahlende Rettung kam in Form von Gabriela von Buchperlenblog und unserer Aktion „Historischer November“. Der perfekte Rahmen für dieses Buch, also wagte ich mich an die Lektüre.
Wie mir das Buch gefallen hat und was den mutigen Leser während der Lektüre erwartet, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die schlimmste Reise der Welt – Die Antarktis-Expedition 1910-1913
  • Autor/in: Apsley Cherry-Garrard
  • Übersetzer/in: Simon Michelet
  • Anzahl der Seiten: 678 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag / MALIK NATIONAL GEOGRAPHIC
  • Ausgabe: Ungekürzte Taschenbuchausgabe (Januar 2013)
  • Genre: Biografie, Memoiren, Reiseliteratur

INHALT:

„Der eigene Atem raucht und bildet eine Raureifschicht auf dem Gesicht und auf dem Bart; wenn es sehr kalt ist, kann man es beim Einfrieren knacken hören.“

Bowers in „Die schlimmste Reise der Welt“ von Apsley Cherry-Garrard, S. 265

Apsley Cherry-Garrard ist einer der Überlebenden der Südpol-Expedition 1910-1913. Nach seiner Rückkehr verfasste er das vorliegende Buch, welches sehr umfassend die Geschehnisse am Pol schildert.
Es wird von ihm praktisch kein Detail dieser beschwerlichen ausgespart, angefangen bei der Reise von England nach Südafrika und weiter nach Neuseeland. In diesem Teil der Reise wird dem Leser viel über die Schifffahrt erläutert, aber auch über das Leben an Deck. Ich ertappte mich oft, wie ich staunte, denn viele Dinge macht sich ein Mensch der heutigen Zeit gar nicht bewusst, wenn er über derartige Reisen nachdenkt. Cherry-Garrard und seine Kameraden beispielsweise stellten schon relativ früh auf dieser Reise fest, dass ihr Schiff leckschlägt, aber anstatt umzukehren, haben sie einfach jeden Morgen und Abend das Schiff leergepumpt und teilweise um ihr Leben geschöpft, als diese ausfielen.
Als die Besatzungsmitglieder schließlich die Antarktis erreichen, sind bereits fast 200 Seiten gelesen. Der Autor spart auch in den folgenden Kapitel nicht mit wissenschaftlichen (Beschreibungen von Biologie und Geologie) und alltäglichen Details (wie die Vorliebe von Cherry-Garrard für überbackene Käseschnitten), die einen praktisch mit den Forschern der damaligen Zeit in einer Hütte leben lassen.
Es wird von den Depotreisen erzählt, bei denen die Depots für die eigentlichen Expeditionen mit Essen und anderen Materialien bestückt wurden. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass die Wissenschaftler die Strecken fast doppelt absolvieren mussten.
Die erste große und bedeutende Reise des Teams war die sogenannte „Winterreise„, die zum Ziel hatte, ein Ei eines Kaiserpinguins zu ergattern. Denn zum damaligen Zeitpunkt wussten die Menschen fast nichts über diesen wunderlichen Vogel. Ein Embryo sollte Aufschluss darüber geben, welche genetischen Vorfahren dieses Geschöpf hat. Die Winterreise war bereits mehr als beschwerlich, der Leser leidet mit den drei losgezogenen Forschern Hunger und Kälte. Es ist ein Wunder, dass sie diese Reise überlebten, denn nie zuvor hatten sich Forscher in den antarktischen Winter gewagt.
Nach dem Frühling und einer Erholungsphase wurde dann die Polarreise geplant. Auch diese umfasste das Bestücken der Depots und viele Vorbereitungen. Die Forscher unterteilten sich in mehrere Gruppen. Zwei davon kehrten an den dafür vorgesehenen Stationen um, während die letzte Gruppe des Südpol erreichen sollte. Es war alles sorgfältig geplant und der Proviant durch die vielen Gruppen adäquat platziert. Durch sehr besondere Witterungsverhältnisse (sogar für die Antarktis) und jede Menge Pech gerieten die fünf Männer auf dem Rückweg vom Südpol in unvorhersehbare Schwierigkeiten. Jeder einzelne von ihnen starb auf dieser Reise.
Die letzte Polarreise wurde schlussendlich von den Überlebenden durchgeführt, die sich auf die Suche nach den Leichen und Habseligkeiten ihrer Kollegen und Freunde machten. Nach drei beschwerlichen Monaten fanden sie ihre Kameraden und konnten so – wie Cherry-Garrard – ihre Geschichte verbreiten.

SCHREIBSTIL:

„Der Luxus der Zivilisation erfüllt nur jene Bedürfnisse, die er doch selber erst schafft.“

„Die schlimmste Reise der Welt“ von Apsley Cherry-Garrard, S. 248

Cherry-Garrard schreibt sehr umfassend und detailliert, fast schon übergenau über die wissenschaftlichen Fakten der Reise. Dies, so sagt er selbst, soll anderen Polarforschern in der Zukunft helfen, indem sie aus ihren Erfahrungen lernen können. Er nennt oftmals die genauen Längen- und Breitengrade, wo sich Ereignisse abspielen und analysiert die Umgebung und ihr Auftreten wie nur ein Forscher es vermag.
Geradezu herzerwärmend sind seine Schilderungen über Pinguine und Robben, aber auch über ihre Pferde und Hunde. Ebenso brutal beschreibt er deren Tod, der oft aufgrund des Überlebenskampfes des Forschungsteams unabdingbar wurde.
Trocken, ja geradezu distanziert, schildert er die verschiedenen Erkrankungen und Verletzungen, denen das Team immer wieder ausgesetzt war. Das reichte von Depressionen über Knochenbrüche bis in zu Skorbut und schlimmsten Erfrierungen.
Einprägsam sind auch die ausführlichen Landschafts- und Schneebeschreibungen. Noch nie habe ich über so viele Arten von Schnee gelesen und dabei wurde es trotzdem nie langweilig. Sei es Schnee, der den Weg beschwerlicher machte, weil er wie Sägemehl war oder der sogenannte Firn – Schnee, der über ein Jahr alt ist.
Letztlich schreibt Cherry-Garrard mit viel Einfühlungsvermögen und kameradschaftlicher Treue über seine verstorbenen Freunde. Es ist herzzerreißend, brutal, bedrückend und ungeheuerlich, wenn die letzten Worte von Scott niedergeschrieben werden oder der Autor seine Kameraden im Porträt vorstellt. Und dazu immer wieder diese unsägliche Kälte, die allgegenwärtig ist.
Eines kann Cherry-Garrard niemand absprechen: Er hat ein literarisches Denkmal für seine Freunde errichtet. Genau so beeindruckend, wie deren Grabmal in der Antarktis.

Titel: Last Rest (Grave of Scott, Wilson, and Bowers) (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

FAZIT:

„Man kann die einfachen, unaffektierten Schilderungen dieser Reisen nicht lesen, ohne von ihrer Aufrichtigkeit berührt zu sein und ohne sich über die wunderbare Hartnäckigkeit und den Mut zu wundern, den sie an den Tag legten.“

Vorwort von Marie-Luise Frimont in „Die schlimmste Reise der Welt“ von Apsley Cherry-Garrard, S. 21

Dieses Buch war ein gelungener Abschluss für den historischen November. Es war geradezu ein Monument aus Buchstaben. Ich kann nicht verleugnen, dass das Buch einige Längen aufweist, die sich ganz zwangsläufig aus der Wissenschaftlichkeit und dem Detailgrad der Schilderungen ergeben. Aber dennoch waren mir Cherry-Garrard und seine Kameraden am Ende des Buches so nah, als wäre ich selbst mit ihnen auf diese Reise gegangen. Ich habe als Leser mit ihnen gelacht, gelitten, gehungert und gefroren – und habe ihren unendlichen Forscherdrang, ihre Loyalität und ihren eisernen Willen gespürt.
Fast 700 Seiten begleitet der Leser diese tapferen Männer auf ihrem Weg durch die Antarktis. Fast 700 Seiten voller Wissenschaft, Freundschaft und bitterer Kälte. Und am Ende ist jede Träne, die um diese einzigartigen Charaktere geweint wurde, es wert gewesen.
Ein wissenschaftlich interessantes Buch, welches auch viel Lebensweisheit enthält. Eine Hommage an die mutigsten Forscher ihrer Zeit, die für so viel mehr stehen als ihr pures Wissen – für Freundschaft, Treue und Menschlichkeit im Angesicht des Todes.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung / Informationen: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Historischer Kontext: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


ÜBER UNSERE AKTION „HISTORISCHER NOVEMBER“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Madame Picasso“ von Anne Girard

Meine lieben Leser,

weiter geht es mit dem Historischen November von Buchperlenblog und mir. Das zweite Buch, welches ich im Rahmen dieser Aktion von meinem Stapel ungelesener Bücher befreit habe, ist „Madame Picasso“ von Anne Girard. Ich war wie immer sehr skeptisch, weil es ein Liebesroman ist und ich typischen Liebesgeschichten meistens nicht viel abgewinnen kann. Doch das Buch hat mich überrascht. Wieso, erkläre ich euch im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Madame Picasso
  • Autor/in: Anne Girard
  • Übersetzer/in: Yasemin Dinçer
  • Anzahl der Seiten: 478 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2015)
  • Genre: Historischer Liebesroman, Biografischer Liebesroman

INHALT:

Die Handlung dreht sich rund um Eva Gouel, welche unter ihrem neuen Namen „Marcelle Humbert“ im Paris des frühen 20. Jahrhunderts ein neues Leben als Schneiderin beginnen möchte. Sie hat sich von ihren Eltern losgesagt, da diese sie verheiraten wollten. Zu ihrem Glück findet sie durch eine Freundin eine Anstellung im bekannten Moulin Rouge, wo sie die Kostüme während der Vorstellungen ausbessert. Dort begegnet sie auch das erste Mal Pablo Picasso, der regelmäßig mit seinen Dichter- und Künstlerkumpanen die Aufführungen besucht.
Der anfänglichen Anziehung steht Eva zunächst ablehnend gegenüber, schließlich pflegt Picasso bereits eine Liason zu Fernande, die überall als Madame Picasso bekannt und berüchtigt ist.
Als sie die Karriere von Mistinguett, einer Tänzerin im Moulin Rouge, entscheidend durch ihre Nähkünste verändert, überschlagen sich die Ereignisse und bald findet sie sich in einem Beziehungsgeflecht wieder, welches sie vor einige Herausforderungen stellt.
Nicht zuletzt muss sie sich entscheiden, ob sie Picasso, dem Schürzenjäger vertraut, der sich ebenso unsterblich in sie verliebt hat, wie sie in ihn.

Die Darstellung der Liebe zwischen Eva und Picasso begleitet die beiden von ihren Anfängen bis zum bitteren Ende. Eva blieb lebenslang Picassos größte Liebe und Muse. Das Buch vermittelt neben der Liebesgeschichte biografische und psychologische Einblicke ins Leben Picassos, einer der größten Künstler seiner Zeit.

SCHREIBSTIL:

Anne Girard hat ein Buch geschaffen, welches nicht laut, dafür aber umso stimmungsvoller ist. Ihr Schreibstil ist feinsinnig und gefühlvoll und vermittelt ein sehr tiefgehendes Porträt der Liebe zwischen Eva und Picasso.
Im Fokus stehen die Beziehungen zwischen allen Charakteren. Girard schafft es hierbei, selbst Nebenfiguren lebendig und interessant zu gestalten. Auch hier treffen wir auf bekannte Persönlichkeiten wie den Künstler Braque, den Dichter Apollinaire oder die Schriftstellerin Gertrude Stein und ihre Partnerin Alice.
Mit Feingefühl wird auch auf die psychologischen und familiären Einflüsse Picassos eingegangen und welche Rolle die Liebe zu Eva in seinem Leben diesbezüglich spielte.
Gerade im Mittelteil erzeugte die Autorin durch viele alltägliche Beschreibungen kleinere Längen, die man als Leser gern verzeiht, da die Persönlichkeiten und die Handlung einen gewissen Sog ausüben.

FAZIT:

Wie ihr schon lesen konntet, hat mich das Buch erstaunlicherweise trotz Liebesgeschichte komplett abholen können. Kleinere Längen konnte ich bereitwillig verzeihen, weil das Buch mit seinem stimmungsvollen Charme und der großen Authentizität punkten konnte. Das ist wahrscheinlich nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass es sich um eine wahre Liebesgeschichte handelt. Dennoch ist es nicht einfach, Persönlichkeiten gerecht zu werden, die wirklich existiert haben. Das hat die Autorin für mich umfassend erfüllt und ich bin gespannt, wie mir die weiteren Teile dieser Reihe gefallen werden.
Ein historischer und biografischer Liebesroman über Eva Gouel und Pablo Picasso, der mich durch seine Authentizität, sein Feingefühl und seine stimmungsvolle Atmosphäre überzeugen konnte. Eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Historischer Kontext: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


ÜBER UNSERE AKTION „HISTORISCHER NOVEMBER“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Wonderlands – Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.“ von Laura Miller u.a.

Meine lieben Leser,

als ich das Buch „Wonderlands“ sah, war ich sofort Feuer und Flamme, es zu lesen. Der wbg-Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, welches ich euch im Folgenden vorstellen darf. Schon der Untertitel des Buches verheißt uns, dass wir uns auf eine interessante Reise machen werden. Ganz nebenbei passte dieses Buch perfekt in den historischen November mit Buchperlenblog!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wonderlands –  Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.
  • Herausgeber/in: Laura Miller
  • Autoren/innen: Jes Battis, Lawrence Battersby, Matthew Cheney, Noel Chevalier, John Clute, Gary Dalkin, Richard Erlich, Peter Fitting, Andrew E. George, Lev Grossman, Mary Hamilton, Robert Holden, Nick Holdstock, Kat Howard, Maya Jaggi, Lydia Kiesling, Paul Kincaid, Reyes Lázaro, Ann Morgan, Mahvesh Murad, Jonathan Newell, Jeff Nunokawa, Abigail Nussbaum, Margaret J. Oakes, Laurie Penny, Andrew H. Plaks, Eric Rabkin, Adam Roberts, David Seed, Tom Shippey, Jared Shurin, Sharon Sieber, James Smythe, Maureen Speller, Darryl Sterk, Matthew Strecher, John Sutherland, Andrew Taylor, Kola Tubosun, Lisa Tuttle, Benjamin Widiss
  • Übersetzer/in: Hanne Henninger, Susanne Kolbert, Madeleine Kaiser
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: wbg Theiss Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Enzyklopädie

INHALT:

Vorweg muss direkt erwähnt werden, wie schön dieses Buch aufgemacht ist. Die Texte sind reich bebildert und sehr hochwertig aufbereitet.

Das Buch „Wonderlands“ ist eine Enzyklopädie, die mit dem Leser eine Reise durch 3000 Jahre der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur unternimmt. Jedem Buch sind dabei zwischen 2-5 Seiten gewidmet. Für jedes dieser Porträts wird über die Handlung des Buches und den Autor berichtet, sowie kleine interessante Fakten in einer Randnote erläutert. Das Cover der ersten Ausgabe und ein Foto bzw. eine Malerei des Autors werden ebenfalls untergebracht.

Gegliedert ist das gesamte Werk in unterschiedliche Epochen. Von „Alte Mythen & Legenden“ über „Wissenschaft & Romantik“, „Das Goldene Zeitalter der Fantasy“ geht es über in die „Neue Weltordnung“ und schließt ab mit dem „Computerzeitalter“.

Angefangen mit dem Gilgamesh-Epos und abschließend mit der neuzeitlichen Literatur, bin ich eingetaucht in die Geschichte meiner liebsten Genres. Hier trifft der Leser auf Altbekanntes, Unbekanntes und neue Impulse. Ich habe unfassbar viele Klebezettelchen verbraucht und meine Wunschliste ist durch dieses Buch nicht gerade kleiner geworden.

Bis auf wenige Ausnahmen, die ich gern vertreten gesehen hätte – mir fehlte bspw. Diana Wynne Jones – habe ich nichts missen müssen. Im Gegenteil war ich überrascht, welche Fülle an Büchern aus dem Genre mir bisher gänzlich unbekannt waren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist in diese Fall sehr schwierig zu bewerten, da er in einer Enzyklopädie eher berichtend daherkommt. Zuweilen hatte ich zwar schon das Gefühl, dass die einzelnen Kommentare zum Buch von verschiedenen Autoren stammen könnten – aber das waren nur kleinere Unterschiede, die mich dazu veranlassten. Vor allem bemerkte ich es in der Nutzung von Fachtermini und der Verständlichkeit, mit der die Handlung des Buches erläutert wurde.
Für mich war der Großteil sehr leicht verständlich und interessant, nur wenige Passagen waren mir etwas zu trocken und konnten mich nicht packen, was dann aber auch an den behandelten Büchern gelegen haben kann.

FAZIT:

Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es ist nicht nur das perfekte Geschenk für jeden Bücherwurm, der die Genres Fantasy und Science-Fiction liebt, sondern auch eine unverzichtbare Dokumentation der wichtigsten Werke aus diesem Bereich. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, die vielen verschiedenen Welten und Geschichten zu entdecken. Die Aufmachung durch den wbg Theiss Verlag hat ihr Übriges getan, um mich abzuholen, da es durch die großformatigen Bilder ein wahrer Augenschmaus war. Durch die kurzen Kapitel lädt es ein, auch zwischendurch in diesem Buch zu blättern. Für mich ist es eines meiner Jahres-Highlights geworden.
Eine wunderschön anzusehende und sehr interessante Enzyklopädie der berühmtesten Werke der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, beginnend vor 3000 Jahren. Absolut empfehlenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


ÜBER UNSERE AKTION „HISTORISCHER NOVEMBER“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ von Maria Regina Kaiser

Meine lieben Leser,

ich habe mein erstes Buch im historischen November mit Buchperlenblog beendet. 🙂 Mehr über unsere Aktion erkläre ich weiter unten. Das Buch „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ wollte ich unbedingt lesen! Schon seit meinem Beitrag über Lagerlöf als bedeutende Frau der Weltgeschichte bin ich fasziniert von ihr. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diese Romanbiografie. Wie sie mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | Rezensionsexemplar|

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen
  • Autor/in: Maria Regina Kaiser
  • Übersetzer/in: –
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Südverlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Romanbiografie

INHALT:

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die die Kindheit, das Erwachsenwerden und die Karriere Selma Lagerlöfs beleuchten. Es wird auch ihre Liebe zu Frauen in den Mittelpunkt gerückt.
Selma Lagerlöf ist vielen wahrscheinlich ein Begriff als Autorin von „Nils Holgersson“. Viel weniger Personen wissen allerdings, dass sie für die Verhältnisse der damaligen Zeit (Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts) sehr modern lebte.
Sie hatte zwei Partnerinnen, mit denen sich eine Dreiecksbeziehung entwickelte, die von Eifersucht geprägt war. In Schweden wurde „Freundschaft unter Frauen“ soweit geduldet, dass diese auch zusammenwohnen konnten. Alles darüber hinaus wurde mit dem Gefängnis bestraft. Deshalb verbrannte Lagerlöf viele Briefe und schwärzte brisante Stellen. Das machte die Recherche für die Autorin des vorliegenden Buches natürlich schwieriger.
Lagerlöf heiratete nie und hatte keine eigenen Kinder. Ihr einziges Kind war ihr Adoptivsohn Nils Holgersson, um dessen Adoption sie aufgrund seines Namens gebeten wurde. So richtig Mutter wurde sie für ihn nicht, sie kam lediglich für seinen Unterhalt auf.
Besonders engagierte sich Selma Lagerlöf in Frauenfragen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass in Europa das Frauenwahlrecht ein Thema wurde.
Ungewöhnlich war auch, dass sie als Frau zur damaligen Zeit als Schriftstellerin ihr eigenes Brot verdiente. Später kaufte sie den Hof, auf dem sie aufgewachsen war und wurde dessen Gutsbesitzerin.

Zuviel möchte ich aber nicht verraten, falls ihr das Buch noch selbst lesen möchtet.

SCHREIBSTIL:

An diesem Buch hat mir besonders gefallen, dass Maria Regina Kaiser es schafft, Selma Lagerlöf total lebendig werden zu lassen. Ich habe mich wirklich gefühlt, als würde ich mit ihr gemeinsam durchleben, was sie erfährt. Zudem wurde die Sprache dem Ton der damaligen Zeit angepasst, was für mich ein absolutes Muss in Büchern mit historischem Bezug ist. Nichts ist schlimmer, als wenn die Leute im 19. Jahrhundert so sprechen wie heutzutage.
Ein bisschen ausschweifender hätte die Autorin hier und da gern noch werden können, da gerade Selmas Kindheit sehr reduziert behandelt wurde.
Kaiser lässt zwischen den Zeilen eine leichte Poesie mitschwingen, denn oftmals sind die tieferen Botschaften in Symboliken und Tagträumen von Selma versteckt.

FAZIT:

Zeitweise wäre ich gern noch tiefer in das Leben Lagerlöfs eingetaucht und hätte über so einige Thematiken noch mehr Details erfahren wollen. Durch das zugrundeliegende Material war dieser Romanbiografie aber eine natürliche Grenze gesetzt. Das Buch konnte mich dennoch beeindrucken und begeistern. Es hat mich darin bestätigt, was für eine außergewöhnliche Persönlichkeit Selma Lagerlöf gewesen sein muss.
Ein Buch, das einen Eindruck über die Person Selma Lagerlöf und den damaligen Zeitgeist in Schweden vermittelt. Die Faszination der ersten Literaturnobelpreisträgerin wird bestätigt und lässt einen noch neugieriger zurück. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


Informationen zur Person: ♥♥♥♥♡
Informationen zu Motiven: ♥♥♥♥♡
Darstellung Kontexte: ♥♥♥♡♡
Persönlichkeit: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Über unsere Aktion „Historischer November“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

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Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Und auf einmal diese Stille – Die Oral History des 11. September“ von Garrett M. Graff

Meine lieben Leser,

jeder von uns – vorausgesetzt, er ist alt genug – wird seine ganz speziellen Erinnungen an den 11. September 2001 haben. Die Anschläge auf das World Trade Center erschütterten damals nicht nur Amerika, sondern die gesamte Welt. Ich erinnere mich, wie ich von der Schule nach Hause kam und im Fernsehen den ersten brennenden Turm sah. Auch an den Einschlag des zweiten Flugzeugs erinnere ich mich. Begreifen konnte ich es im Grundschulalter nur begrenzt. Am nächsten Tag hielten wir im Unterricht eine Schweigeminute ab und über allem schwebte eine erdrückende Atmosphäre.

Garret M. Graff hat in diesem Buch nun die Oral History dieses Tages dokumentiert – das bedeutet, dass die Ereignisse chronologisch durch die Worte der Betroffenen erzählt werden. Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil diese Ereignisse mich damals zutiefst berührt haben und es heute noch tun. Meine Meinung zum Buch lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Und auf einmal diese Stille – Die Oral History des 11. September
  • Autor/in: Garrett M. Graff
  • Übersetzer/in: Philipp Albers, Hannes Meyer
  • Anzahl der Seiten: 542 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Nova Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Geschichte, Zeitbericht

INHALT:

Das Buch „Und auf einmal diese Stille“ erzählt als eine Art Logbuch die Geschehnisse des 11. September 2001 chronologisch aus der Sicht von Überlebenden und Opfern.
Abwechselnd wird aus deren Sicht der komplette Tag vor den Anschlägen bis hin zu den Jahren danach erläutert. Die Kapitel sind unterteilt nach den Vorkomnissen des Tages sowie den verschiedenen Anschlagsorten. Die Aussagen werden nur von gelegentlichen kurzen Passagen unterbrochen, die erklären, welche Umstände gerade kommentiert werden.
Die Geschichten werden von Menschen erzählt, die selbst in den Türmen waren, im Marriot Hotel, die sich außerhalb der Türme befanden, die Angehörige verloren, als Feuerwehr oder Polizisten im Einsatz waren, als Nachrichtensprecher unterwegs berichteten, im Pentagon gewesen sind, Aufnahmen aus den Flugzeugen und Erinnerungen der Flugsicherung werden dargestellt sowie die Erlebnisse von Mitarbeitern des Präsidenten in der Air Force One.
Zu diesem Buch könnte vieles gesagt werden, aber ich möchte gar nicht mehr erzählen, weil die Aussagen der Betroffenen für sich alleine stehen. Der Autor betonte so schön, dass dieses Buch die Ereignisse gar nicht im Sinne irgendwelcher Theorien interpretieren will, sondern einfach nur die Menschen zu Wort kommen lassen will, die selbst dabei waren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist bei diesem Buch gar nicht so richtig zu bewerten, weil das bedeuten würde, den O-Ton der Betroffenen zu beurteilen. Der Autor hat die Aussagen im Maß des Möglichen gekürzt und angepasst bzw. für Verständniszwecke vervollständigt, was der Eindringlichkeit des Gesagten jedoch keinen Abbruch tut.

FAZIT:

Dieses Buch ist nicht nur ein einfaches historisches Zeugnis, sondern eine lebendige Erinnerung an die schrecklichen Geschehnisse des 11. September 2001. Die vielen Augenzeugenberichte, aus denen dieses Werk besteht, bilden zusammen ein Gedenken an alle Opfer und Betroffenen – aus meiner Sicht die beste nur mögliche Art, wie über diese Anschläge berichtet werden sollte. Literatur ist unter anderem für genau solche Bücher geschaffen – um Erinnerungen zu bewahren und nichts der Vergessenheit zu überlassen.
Ein Buch, welches berührt und schockiert. Selbst hier ist nur ein Bruchteil aller Schicksale dargestellt und doch wird ein Gefühl für die Geschichten hinter der Katastrophe vermittelt. Ein tiefgehendes Zeitzeugnis und ein wichtiges Gedenken.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Buchtipp – Liebesbriefe großer Männer und Frauen

Hallo meine lieben Leser da draußen!

Dieser Beitrag wird etwas für die Romantiker unter euch!
Heute möchte ich euch ein paar besondere Bücher vorstellen, die mich nachhaltig und immer wieder begeistern. Ich bin ein großer Fan von Liebesbriefen, vor allem historische Exemplare sind für mich eine Unterhaltung mit Schmachtgarantie.
Ich besitze drei Exemplare, die ich euch nun vorstellen möchte.

„Liebesbriefe großer Männer“ Band 1 – herausgegeben von Petra Müller und Rainer Wieland, PIPER Verlag

Dieses Buch ist veröffentlicht worden, weil die Hauptperson der Fernsehserie „Sex in the City“ ihrem Angebeteten aus diesem Buch vorliest. Ich habe die Serie nie gesehen, aber das Buch ist klasse!
es beinhaltet 44 Liebesbriefe, die Männer der Weltgeschichte an ihre Herzensdamen schrieben. Einer davon ist allerdings der Liebesbrief von den eben schon erwähnten Hauptpersonen aus der Serie „Sex in the City“.
Zusätzlich zu jedem Brief gibt es einen kleinen historischen Überblick über den Autor des Briefes und seine Liebe. Sehr interessant und ergreifen, denn man bekommt einen tiefen Einblick in die persönlichen Gefühle bekannter Persönlichkeiten und das über das Thema, was jeden Menschen bewegt: Liebe.
Enthalten sind auch ein paar Abbildungen der Liebenden.

„Liebesbriefe großer Männer“ ewig Dein, ewig mein, ewig uns – herausgegeben von Sabine Anders und Katharina Maier, marixverlag

Man könnte denken, dass sich die Liebesbriefe doppeln, tatsächlich gibt es einige Dopplungen, aber nicht zu viel und wer einmal den Liebesbriefen verfällt, liest sie ohnehin mehrmals. Hier finde ich die Gestaltung im Buch sehr schön. der Name des Liebesbriefautors mit Lebensdaten dient als Überschrift, danach folgt eine kurze Schilderung seiner Person und Liebschaften. Und danach folgt der Brief oder auch mehrere.
Wieder sehr lesenswert und interessant.
Enthalten sind hier wieder ein paar Abbildungen.

 

„Liebesbekenntnisse berühmter deutscher Männer und Frauen – 100 bewegende Briefe von Luther bis Rilke“ – herausgegeben von Paul Herrmann, Pawlak Verlag

Dieses Exemplar erwarb ich für 2 Euro in einem Wühltisch eines Antiquariats. Es war ein Glücksfund, hat sich aber wieder einmal gelohnt. Es ist ein sehr dicker Wälzer, enthält Porträts und originale Kopien von Texten oder Unterschriften unter den Briefen. Sehr schön, auch wenn es winzig gedruckt ist.
Unbedingt lesen! Vor allem, weil man etwas über deutsche Persönlichkeiten erfährt.
Fazit:
Wer Lust auf romantische Leseabende hat, findet wohl kaum eine bessere Lektüre als diese Bücher. Schmachtende Seufzer inklusive!

EURE HACHIDORI

 

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