Rezension – „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo

Meine lieben Leser,

geht es euch eigentlich auch so? Ich habe einige Klassiker im Regal stehen, die gelinde gesagt auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) versauern. Allerdings kann ich sie nicht aussortieren, weil ich sie einfach zu gern lesen möchte. Klassiker haben einfach einen besonderen Stellenwert für mich. Sie sind nicht nur Lesevergnügen, sondern auch ein Stück weit Allgemeinbildung und Geschichtsunterricht.
Den Disney-Film „Der Glöckner von Notre-Dame“ mochte ich schon immer. Er ist zwar recht düster, allerdings war er schon immer einer meiner Lieblingsfilme, weil er so moralisch ist und wichtige Werte wie Toleranz vermittelt. Und die Musik – pardon, aber die bereitet mir einfach immer wieder Gänsehaut. Auch das sprachliche Niveau ist sehr hoch, was mir immer sehr gut gefällt.
Nun trug es sich zu, dass die liebe Buchperlenblog wieder ein „Story Behind“ auf ihrem Blog plante. Wer dieses Format noch nicht kennt: Gabriela liest unter diesem Titel die Romanvorlagen zu Disney-Filmen und stellt sie dem Film im Vergleich gegenüber. Da ich diese Artikel von ihr wirklich schon lange verfolge, war ich begeistert, dass der Glöckner zur Auswahl stand. Als ich meinte, dass dieses Buch auch noch auf meinem SuB liegt, wurde ich direkt zu einem Buddyread eingeladen. Ich habe mich riesig gefreut, selbst einmal ein Story-Behind-Buch zu lesen und dann auch noch mit Gabriela zusammen! 🙂 An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Lesepartnerin für diesen tollen Buddyread bedanken. Ohne den gemeinsamen Austausch hätte ich sicherlich aufgegeben und das Buch nie beendet. Die unzähligen albernen und grotesken Stellen zu besprechen, hat dem Buch einiges an Flair gegeben. 😉
Aber vergessen wir jetzt mal mein inneres Fangirl und widmen uns wieder dem Buch! Im Folgenden werde ich euch sehr ausführlich meine Eindrücke schildern. Ich kann euch versprechen, dass dies schon die Kurzform im Gegensatz zu dem Buch selbst ist. Allerdings kann ich euch auch versprechen, dass dies wohl die längste Rezension meiner Laufbahn wird. 😀

Anmerkungen:

* Die Geschichte des Glöckners von Notre-Dame ist gemeinhin bekannt und schon im Jahre 1831 erschienen. Daher gibt es hier keinen direkten Spoiler-Hinweis; allerdings die lieb gemeinte Anmerkung, dass ich das Werk in seiner Gesamtheit beleuchten und auch einige Vergleiche zum bekannten Film ziehen werde. Wer also das Buch oder den Film nicht gespoilert bekommen möchte, sollte eventuell von der Lektüre dieses Beitrags absehen. 🙂

** In diesem Artikel werden Begriffe genutzt, die in der Originalschrift verwendet, aus heutigen Gesichtspunkten allerdings kritisch bewertet werden könnten. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich von Rassismus, Chauvinismus und allen anderen Arten von Diskrimierung klar distanziere. Um dieses Buch im Stil seiner Veröffentlichungszeit zu bewerten, werden zu eurer Information die Originalwörter benutzt, die allerdings nichts mit meiner persönlichen Gesinnung zu tun haben.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Glöckner von Notre-Dame
  • Autor: Victor Hugo
  • Anzahl der Seiten: 688 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Ausgabe: Juli 2012 – inklusive unveröffentlichter Kapitel (Originalausgabe von 1831)
  • Genre: Roman, Historischer Roman

INHALT:

Ich warne euch vor: Es wird nicht einfach, den geballten Inhalt und meine Eindrücke auf den Punkt zu bringen.

Fangen wir doch einfach bei den Charakteren an. Denn ein ganz großer Unterschied zwischen der Originalgeschichte und dem Film sind die Figuren. Da gibt es nicht nur Personen, die im Disney-Film gar nicht vorhanden sind, sondern auch Figuren, die im Film zusätzlich erfunden wurden. Auch das Verhalten bzw. das allgemeine Gebärden ist unterschiedlich.

„Freundschaft heißt Bruder und Schwester sein, zwei Seelen, die sich berühren, aber nicht vermengen, zwei Finger an einer Hand.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S.132 –

Welche Charaktere gibt es nun also, die es auch im Film gibt?

Da wäre natürlich zunächst Quasimodo, Glöckner und Patron für den Titel des Buches. Dieser ist ähnlich bemitleidenswert wie sein Filmbruder.
Im Buch hat Quasimodo einen Buckel, große Hände, aber auch entstellte Beine und nur ein Auge. Zudem ist er taub, durch seine Tätigkeit als Glöckner und hört nur einen sehr hohen Ton aus einer Pfeife. Seine Haare sind struppig und er wird oftmals als hässlich tituliert. Damit hat er es nochmals um einiges schwerer als die Filmversion.
Quasimodo war für mich die mit Abstand sympathischste und gutmütigste Person im gesamten Buch. Er war zwar auch brutal, allerdings fand ich es toll, dass die sanfte Stimme, die beschrieben wurde, auch im Film eingebaut ist. Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Protagonist erst im letzten Drittel des Buches so richtig aktiv wurde. Vorher war er doch recht blass und ist einfach nicht richtig zum Zug gekommen.
Doch wo kommt Quasimodo eigentlich her?
Im Buch verläuft das ganze etwas anders als im Film, wo Frollo den Tod von Quasimodos Mutter verschuldet und wo er dies auf Anraten des Archidiakons mit der Aufnahme des unglücklichen Kindes aufwiegen soll. Im Original hat eine Frau, die früher ein Freudenmädchen war, ihr Glück in der Mutterschaft gefunden. Eines Tages wird ihr die Tochter gestohlen und anstatt derer ein entstelltes Kind hinterlassen. Das nun ist Quasimodo. Die Frau bringt das entstellte Kind daraufhin nach Paris und legt es vor der Kirche auf einen Altar, der für Findelkinder vorgesehen ist. Aufgrund einer gaffenden Menge wird der Archidiakon bzw. Priester Frollo auf Quasimodo aufmerksam und fühlt sich aus Mitleid verpflichtet, das Kind an sich zu nehmen.

Ebenfalls vorhanden war Esmeralda, die schöne Zigeunerin und ihre Ziege Djali. Im Buch weicht vor allem Esmeralda sehr von der Filmdarstellung ab. Sie ist nicht nur naiv, sondern auch völlig verblendet in ihrer Liebe zu Phoebus. Natürlich ist sie im Buch ebenfalls eine begnadete Tänzerin und genießt ein hohes Ansehen unter den Zigeunern. Sie wird als deren „heilige Jungfrau“ bezeichnet. Tatsächlich ist Esmeralda noch eine Jungfrau, da sie ein Zauberamulett trägt, welches sie zu ihren Eltern führen soll – denn auch sie ist ein Findelkind – das Amulett funktioniert aber nur in Jungfräulichkeit.
Die Ziege ist ebenso begabt wie im Film, hat allerdings goldene Hörner und Hufe.

Wer aufgepasst hat – Phoebus de Châteaupers habe ich gerade schon erwähnt. Nur leider ist auch dieser Protagonist ganz anders als im Film. Im Buch suchen wir vergeblich nach dem charmanten, wortgewandten und gerechten Ritter, der sich in Esmeralda verliebt und alles für sie aufs Spiel setzt. Tatsächlich ist er das genaue Gegenteil. Er ist zwar Bogenschütze in der Stadtwache, aber er jagt jedem Rockzipfel hinterher, verzecht seine Nächte und verprellt seine Verlobte mit seinem unmöglichen Verhalten. Esmeralda findet er zwar attraktiv, aber mehr als körperliches Verlangen steckt ehrlicherweise nicht dahinter. Auch ist er nicht der strahlende Ritter und weder rettet er Esmeralda, noch steht er wirklich zu ihr. Sein Spaß und sein Ruf stehen im Vordergrund. Ein höchst unsympathischer Geselle.

Natürlich darf auch der Bösewicht Claude Frollo nicht fehlen. Anders als im Film, ist er selbst der Archidiakon. Trotz seiner Priester-Tätigkeit beschäftigt er sich mit Alchemie und der Wissenschaft. Sein Geist war sein Leben lang auf das Lernen aus, bis er Esmeralda das erste Mal erblickt. Auf einmal kann selbst die Wissenschaft ihn nicht mehr ablenken, denn er denkt immerzu an dieses Mädchen. Seine Begierde wächst ins Unermessliche und wird eine wahre Obsession. Er stellt ihr nach und versucht sie wie im Film durch die Androhung ihres Todes dazu zu bewegen, ihn zu heiraten.

Ein wunderbarer Charakter im Film, der im Buch keine so große Rolle bekam, wie ich es mir gewünscht hätte, war Clopin Trouillefou, den wir aus der Filmumsetzung als charismatischen Anführer der Zigeuner kennenlernen, der wie ein Narr jedes Schauspiel – und sei es eine Hinrichtung – auf die komödiantische Spitze treibt und zudem die Geschichte des Glöckners erzählt. Im Buch ist er zwar ebenfalls König der Zigeuner, aber für meinen Geschmack viel brutaler und skrupelloser. Er blieb mir auf Dauer zu blass, um mich zu begeistern, weil er nur am Rande eine Rolle spielte.

Welche Charaktere gibt es nur im originalen Buch, aber nicht im Film?

Eine Person, die schon zum Anfang des Buches eine Rolle spielt, im Film aber nie auftaucht, ist der Dichter Pierre Gringoire. Wir lernen ihn deprimiert und resigniert kennen, denn sein Schauspiel zum Festtag wird nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit bedacht und von der Wahl des Narrenkönigs überschattet. Um seinen Lebensunterhalt gebracht, schleicht er durch die Gassen und wird in einen Konflikt verwickelt, in dem er die schöne Esmeralda zu retten versucht. Er folgt ihr anschließend und entgeht einer Hinrichtung, indem er mit Esmeralda verheiratet wird. Danach schließt er sich den Zigeunern an. Er versucht zwar, die Gunst Esmeraldas zu erringen, ist aber ein anständiger Kerl, der seine Bemühungen schlussendlich einstellt – immerhin hatte sie durch die Heirat verhindert, dass er stirbt. Er hat sowohl Kontakte zu den Zigeunern als auch zu Frollo, was ihn zu einer wichtigen Randfigur macht, die fast schon zu einem Protagonisten avanciert – gerade wenn man den Anfang des Buches betrachtet. Gefallen findet er sehr an der Ziege Esmeraldas, über die er oft sagt, welch schön geratenes Tier sie doch ist.

Ebenfalls nie im Film erwähnt wird Jehan Frollo du Moulin, der kleine Bruder von Frollo. Dieser wurde zum Waisen und Frollo nahm seinen kleinen Bruder daraufhin bei sich auf, um ihn zu einem ebenso gelehrten Menschen zu erziehen, wie er selbst einer war. Jehan ist zurzeit der Geschichte des Glöckners ein Student und nicht eben brav. Er schlägt leider in eine gänzlich andere Richtung als Frollo es sich erhoffte – versauft sein Geld und frönt dem Rebellentum. Dauerhaft pleite, bittet er Frollo nicht nur einmal um eine finanzielle Unterstützung, was seinem großen Bruder immer mehr zuwider wird. Am Ende wendet sich Jehan ab, wird ein Mitglied der Zigeuner und zieht mit diesen gegen Notre-Dame, wo er schließlich umkommt.

Eine immer wieder auftauchende Person im Buch ist die Klausnerin, eine alte, verhärmte Frau, die verrückt zu sein scheint. In ihrer Klause haust sie schon viele Jahre und lebt nur von dem, was mildtätige Menschen ihr durch die Gitter reichen. Einen ganz besonderen Hass hat sie auf die Zigeuner, da sie ihr ihre Tochter genommen haben. Da klingelt es wahrscheinlich bei euch – genau diese Person ist die unglückselige, bestohlene Mutter, die Quasimodo nach Paris brachte. Sie trägt immerzu einen kleinen Schuh ihrer Tochter bei sich, der nach dem Verschwinden zurückblieb. Am Ende stellt sich heraus, dass ihre entführte Tochter die Esmeralda ist, die sie so erbittert hasst.

Es gibt noch weitere Nebencharaktere wie bspw. Ludwig XI. oder Verbündete von Clopin, die für mich allerdings keine so tragende Rolle spielten, dass ich sie hier erklären müsste.

Welche Charaktere aus dem Film sind nicht im Buch enthalten?

Wie ihr lesen konntet, ist Frollo im Buch ein Priester und nicht der Richter. Deswegen fällt der aus dem Film bekannte Archidiakon, der Frollo ermahnt im Original leider weg. Dabei mochte ich diese Figur im Film immer sehr gern, weil er so freundlich war.

Es war sehr traurig, dass es sie nicht gab, aber das war zu erwarten – die Rede ist von den Wasserspeiern. Sie waren im Film Quasis einzige Freunde. Im Buch hat er einfach niemanden an seiner Seite. Im Film heißen die Wasserspeier Victor, Hugo und Laverne, was eine Hommage an den Autoren dieser Geschichte darstellt. Hugo hat ähnlich wie Gringoire eine Vorliebe für Djali, was ein sehr süßes Detail ist, was aus dem Buch entlehnt wurde.

Gibt es Szenen im Buch, die Szenen im Film ähneln?

Es mag erstaunen oder auch nicht – tatsächlich sind die Szenen, die zwischen Buch und Film übereinstimmen sehr gering. Mir fallen nach der Lektüre spontan einige Szenen ein, beispielsweise als Quasimodo auf einem Rad festgebunden und im Film mit Tomaten beworfen wird. Diese Szene gibt es ähnlich auch im Buch, wo es allerdings sehr viel brutaler zugeht und Quasimodo mit Steinen beworfen wird und vorher mit einer Peitsche gepeinigt wird.

Die zweite Szene, die mir einfällt ist tatsächlich relativ am Ende, als Esmeralda im Film verbrannt und im Buch erhängt werden soll. Frollo bietet ihr an, dass er sie rettet, wenn sie ihn heiratet. Diese Szene ist ziemlich deckungsgleich zwischen beiden Medien.

Weiterhin sind der Sturm auf Notre-Dame, die Rettung Esmeraldas und der Schrei nach Asylrecht und der Todessturz von Frollo annähernd übereinstimmende Szenen.

Die Handlung des Buchs

“ ‚(…) das wird noch ein schlimmes Ende nehmen.‘
‚ Aber der Anfang war schön gewesen.‘ „

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S. 350 –

Mir fällt es unglaublich schwer, die Handlung herunterzubrechen, aber ich mag es versuchen. Die Handlung wurde immer wieder durch Kapitel unterbrochen, die zur Haupthandlung nichts beitrugen, weswegen man etwas den roten Faden verloren hat.

Wie ihr in der Charakterbeschreibung schon lesen konntet, werden eine Vielzahl von Handlungssträngen unterschiedlichster Personen verfolgt. Diese kreuzen sich immer wieder mal und laufen dann wieder auseinander.

Am Anfang begegnen wir Gringoire, der wie gesagt sehr deprimiert ist, weil er um seinen Lebensunterhalt als Dichter gebracht wurde. Schuld daran ist die Wahl des Narrenpapstes, zu der auch Quasimodo das erste Mal die Bühne betritt. Dieser wird auch schlussendlich der Narrenpapst.
Gringoire versucht Esmeralda zu retten, als der Glöckner sie entführen will. Die Entführung geschieht auf Geheiß von Frollo. Gringoire scheitert kläglich an Esmeraldas Rettung und stattdessen hilft Phoebus der schönen Zigeunerin. Als Gringoire der Zigeunerin folgt, gerät er in den sagenumwobenen Hof der Wunder und sieht sich nun dem Galgen gegenüber. Seine einzige Chance ist eine verzweifelte Zigeunerin, die ihn zum Mann will.
Derweil wird Quasimodo aufgrund seiner Tat, Esmeralda entführen zu wollen, zu einer Strafe am Pranger verurteilt. Nach seiner Peinigung taucht Esmeralda selbst auf, um ihm etwas zu Trinken zu geben.
Danach rettet Esmeralda Gringoire das Leben, da sie ihn aus Mitleid zum Mann nimmt. Die beiden werden für vier Jahre verheiratet. Esmeralda will allerdings nichts von Gringoire wissen und träumt nur immerzu von ihrem Retter Phoebus. Außerdem trägt sie ein Zauberamulett, welches ihr helfen soll, ihre Eltern zu finden. Dieses funktioniert aber nur, solange sie Jungfrau bleibt. Sie weist Gringoire mehrmals ab. Daraufhin entwickelt sich zwischen Gringoire und der Ziege Djali eine besondere Zuneigung.
Esmeralda trifft sich schließlich mit ihrem geliebten Phoebus. Dieser ist jedoch nicht auf ihre Liebe, sondern ihren Körper aus. Zudem weiß er nicht, dass Claude Frollo ihn verfolgt. Frollo konfrontiert ihn, will ihn töten, doch schlussendlich treffen sie eine Abmachung. Da Phoebus das Zimmer, in dem er sich mit Esmeralda trifft, nicht bezahlen könnte, übernimmt dies Claude Frollo. Als Gegenleistung darf er den beiden bei ihrem Stelldichein zuschauen. Das allerdings erzeugt in Frollo eine rasende Eifersucht und er sticht Phoebus nieder. Esmeralda fällt in Ohnmacht und wird von Frollo geküsst, welcher daraufhin flieht.
Esmeralda wird anschließend des Mordes an Phoebus und der Hexerei angeklagt. Unter Folter gesteht sie und wird zum Tod durch Erhängen verurteilt. Ihre Ziege wird ebenfalls zu diesem Schicksal verdammt.
Claude Frollo bietet Esmeralda am Tage der Hinrichtung an, ihn zum Mann zu nehmen, dann würde er sie vor dem Galgen bewahren. Sie erkennt in ihm den Mörder von Phoebus und weist ihn ab. In diesem Moment sieht sie aber auf einem Balkon eben diesen Mann, in den sie sich verliebte – Phoebus lebt – aber an seiner Seite ist eine andere Frau.
Quasimodo rettet Esmeralda vor der Hinrichtung und bringt sie nach Notre-Dame, wo sie dem Asylrecht unterliegt und sie somit unantastbar wird. Allerdings wird die Kirche für Esmeralda dadurch auch zu einem Gefängnis. Quasimodo sorgt für Esmeralda – bringt ihr Essen oder Blumen – und versucht immer wieder, mit ihr zu sprechen. Sie lässt sich zwar kurz darauf ein, versinkt aber dennoch wieder in ihrer Sehnsucht nach Phoebus. Auch Quasimodos Hässlichkeit stößt sie zu sehr ab, als dass sie Freunde werden könnten. Eine Pfeife, die sie von ihm erhielt, um ihn zu rufen, warf sie achtlos auf den Boden.
Als Frollo erfährt, dass Esmeralda Unterschlupf in Notre-Dame gefunden hat, schleicht er sich in der Nacht dorthin und überfällt sie geradezu. Er kann seine Begierde nicht mehr zurückhalten. Nur Quasimodos Pfeife verhindert Schlimmeres.
Gringoire wurde von Frollo dazu angestachelt, Esmeralda aus Notre-Dame zu befreien und die gesamte Zahl der Zigeuner ebenfalls dazu zu bewegen. So kommt es, dass alle Zigeuner aus Paris gegen Notre-Dame in den Krieg ziehen. Dabei sterben viele Angehörige und auch Quasimodo verteidigt die Kirche und Esmeralda erbittert. Dennoch kann er es nicht verhindern, dass Esmeralda schließlich doch noch hingerichtet wird. Daraufhin stößt Quasimodo seinen Ziehvater Frollo von Notre-Dame in die Tiefe. Quasimodos Skelett wird später in Esmeraldas Grab eng umschlungen mit ihren Knochen gefunden.

Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich vor allem von dem Ende sehr geschockt und auch etwas enttäuscht. Tatsächlich sterben auch viele Nebenfiguren, wie beispielsweise der jüngere Bruder Frollos oder auch Clopin, der König der Zigeuner. Der unerträglich arrogante Phoebus ist neben Gringoire die einzige gewichtige Person, die wirklich überlebt. Gringoire bringt am Ende nochmal etwas Humor in die Geschichte, weil er die liebgewonnene Ziege von Esmeralda vor dem Galgen retten kann und mit ihr fortan zusammenlebt.

Da die Filmumsetzung so komplett anders ist als das Originalwerk, fällt es mir schwer, einen wirklichen Vergleich zu ziehen. Ich kann nur bemerken, wie viel besser mir der Film ausnahmsweise gefällt. Er bringt alles auf den Punkt und vermittelt dabei wichtige Werte. Das Buch konzentriert sich auf sehr viele unterschiedliche Personen und das in einem Detailgrad, der es schwierig macht, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen.

SCHREIBSTIL:

„An diesen lichten, lauen Tagen voll verhaltener Weihe, gibt es einen Moment, wo das Portal von Notre-Dame zu noch größerer Schönheit aufblüht als sonst, dann nämlich, wenn die schon westwärts sinkende Sonne der Kathedrale fast gegenübersteht und sie aus dieser Sicht bescheint.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S. 303 –

Victor Hugo schreibt ohne Zweifel meisterhaft. Das sprachliche Niveau ist wirklich sehr hoch. Er beschreibt bildhaft, spielt mit den Worten und findet immer wieder bezaubernde Vergleiche, die einer Situation den letzten Schliff verpassen können.
Leider verstand er es genau so gut, in ewig langen Passagen von der Haupthandlung abzuschweifen. Alles, was ich in der Handlung beschrieben habe, ist eine Zusammenfassung des roten Fadens. Um diesen wurden aber etliche Kapitel über Nebenpersonen oder auch einzelne Kapitel mit 30 Seiten Architekturbeschreibung gebaut. Das macht das Lesen sehr schleppend und gibt einem das Gefühl, mit der Handlung nicht voranzukommen, obwohl etwas passiert.
Neben der Architektur, wird auch das Interior oft bis ins kleinste Detail beschrieben. Offensichtlich war der Autor ein großer Liebhaber der Baukunst, denn er wusste nicht nur alle Elemente zu benennen, sondern appellierte bei jeder sich bietenden Gelegenheit an den Leser, um für den Erhalt der Kulturstätten und der Architektur vergangener Zeiten zu werben. Sicherlich muss anerkannt werden, dass gerade auf Bauwerke bezogen, der Text ein wahres historisches Zeugnis ist. Auch die Eigenarten und Ansichten der Zeit des Glöckners sowie von Hugos Zeitalter sind wertvolle Dokumentationen für die Nachwelt, um ein Gefühl für frühere Epochen zu bekommen. Jedoch schreibt Hugo oft aus Sicht des Autors und damit positioniert er sich für einige Ansichten meiner Meinung nach zu klar und leider auch etwas enttäuschend. Von einem Autoren, der Weltliteratur schrieb erwarte ich einfach anderes.
So wie Victor Hugo sich auf das Schreiben von Abschweifungen verstand, so begabt war er auch in der Darstellung von unfassbar unsympathischen Charakteren. Gerade Phoebus ist für Liebhaber des Films im Buch eine moralische Enttäuschung. Selbst Esmeralda ist keine Person, mit der mitgefiebert werden könnte, da sie viel zu einfältig und hörig ist. Noch dazu besitzt sie ein so geringes Selbstbewusstsein, dass es erstaunlich ist, was für eine starke Frau sie in der Filmumsetzung geworden ist.

Man kommt nicht umhin, zu betonen, wie sehr dieses Werk zwischen komödiantischen Einlagen, grotesken Vorkommnissen und Brutalität schwankt. Leider waren die Dialoge zuweilen recht kitschig und überzogen – andererseits wieder furchtbar trocken und fad. Dieses Wechselspiel machte das Leseerlebnis etwas unstet und auch langatmig.

Die dunklen Seiten des Buches

Das Buch „Der Glöckner von Notre-Dame“ spielt zwar im 15. Jahrhundert, wurde von Victor Hugo aber Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben.
In diese Buch werden einige Themen oder auch Ansichten besprochen, die aus heutiger Sicht problematisch sind.
Da wäre zum Einen der offenkundige Rassismus. Hierbei rede ich nicht nur von der Benutzung des Wortes Zigeuner und deren Darstellung als gefährliche, zügellose und hinterhältige Personen, sondern auch von ein paar Andeutungen in andere Richtungen. Es gab da eine Stelle, als der Narrenkönig mit seiner Parade vorüberzieht, da wurden generalisierende Vergleiche und Klischees zu anderen Nationen gezogen. Auch über Menschen jüdischer Abstammung wurde einmal sehr deutlich hergezogen. Natürlich lag mir das während der Lektüre schwer im Magen und es war sehr unangenehm, so etwas zu lesen. Jedoch habe ich es mit einigen Leuten diskutiert und muss zu dem Schluss kommen, dass man Victor Hugo nicht für etwas verurteilen kann, was der damaligen Zeit geschuldet war. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir es aus heutiger Sicht nicht kritisch sehen dürfen.
Etwas, was mir das Herz gebrochen hat, waren die Beschreibungen von Quasimodo und anderen körperlich behinderten Menschen. Diese Diskrimierung von Behinderten ist sicherlich historisch gesehen ebenfalls ein Makel der damaligen Zeit, jedoch hatte ich großes Mitleid mit diesen Menschen, weil die Beschreibungen sehr hart waren. Die Hässlichkeit der „Krüppel“ war so abstoßend beschrieben und so mitleiderregend, dass mir dabei richtig mulmig wurde. Auch wird gut deutlich, dass diese Menschen zu damaligen Zeiten ausgegrenzt wurden, da sie in eigenen Vierteln bzw. Slums lebten und die Hygiene dort noch katastrophalere Ausmaße hatte.
Damit eng verbunden ist die Darstellung der Kausalität zwischen Attraktivität und Intelligenz sowie Lebensglück. Es wird mehrmals deutlich gemacht, dass ein äußerlich hässlicher Mensch auch nichts erreichen wird. Es wird ein Zusammenhang zwischen den Fähigkeiten und der Attraktivität hergestellt. Das ist etwas, was mich nachhaltig beschäftigte, da das Aussehen eines Menschen noch so tadellos sein kann – er kann trotzdem eine völlig hohle Nuss sein. Offensichtlich herrschte zu damaligen Zeiten ein ganz anderes Bild vor.
Und zum Schluss darf die gute alte Frauenfeindlichkeit nicht fehlen. Das war wirklich eines der Themen, was meine Lesepartnerin und ich oft kommentiert haben – weil es einfach viel zu häufig vorkam. Victor Hugo vermittelt in diesem Buch einfach so oft ein schlechtes Frauenbild, dass der Leser kaum noch aus dem Augenrollen herauskommt. Das reicht von „… weil alle Frauen das so machen“ bis hin zu „Ich bin es nur wert, erniedrigt zu werden.“ und hat uns regelmäßig genervte Seufzer entlockt.

FAZIT:

„Der Stamm des Baumes wandelt sich nicht, das Laub dagegen sprießt nach eigener Lust und Laune.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S.150 –

Wie ihr vielleicht schon erahnen könnt, ist das Buch keines, welches mich vollends begeistern konnte. Mir fiel es noch nie so schwer, meine Gedanken zu einem Buch in Worte zu fassen, wie bei diesem hier. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist aber, dass ich einfach unendlich dankbar bin, dass ich dieses Werk von Hugo im Austausch mit meiner lieben Gabriela von Buchperlenblog lesen durfte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dieses Buch ohne den gegenseitigen Ansporn niemals beendet hätte. Auf jeden Fall bin ich stolz, dass ich mal wieder einen Klassiker gelesen, ein Buch von meinem SuB befreit und damit ein großes To-Do erledigt habe.

Ein Buch, welches durch sprachliche Rafinesse glänzt. Allerdings wird der rote Faden zu oft verloren, Abschweifungen auf ganze Kapitel ausgeweitet und damit die Langatmigkeit provoziert. Die zum großen Teil unsympathischen Charaktere tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Ein historisches Zeugnis, welches leider auch aus diesem Grund oft kritisch zu betrachten ist und zwischen Brutalität, Albernheit und Groteskem schwankt.

BEWERTUNG: ❤❤❤♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Never Grow Up – Die offizielle Autobiografie“ von Jackie Chan mit Zhu Mo

Meine lieben Leser,

als ich die Autobiografie von Jackie Chan entdeckte, konnte ich nicht anders, als sie zu bestellen. Ich mochte ihn schon immer gern, weil er der ewig gute gelaunte, tollpatschig wirkende Typ ist, der zum Erfolg gefunden hat. Ich wollte so gern mehr über ihn erfahren und wurde überrascht.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Never Grow Up – Die offizielle Autobiografie
  • Autor: Jackie Chan mit Zhu Mo
  • Anzahl der Seiten: 383 Seiten
  • Verlag: Verlag Neues Leben
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Biografie, Autobiografie

INHALT:

Niemals erwachsen zu werden gelingt, indem man das liebt, was man tut.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 16

Jackie Chan ist einer der bekanntesten Kampfkunst-Schauspieler der Welt. In seiner Autobiografie gibt er einen umfassenden Einblick in sein Leben, angefangen bei seiner Geburt, Kindheit und seiner Ausbildung.
Er beschreibt ausführlich, wie sich seine Karriere entwickelte – inklusive aller Fehlschläge. Generell sind Fehlschläge ein großes Thema, welches ihn, auch auf persönlicher Ebene, durch sein Leben begleitete.
Besonders erstaunlich sind einige Enthüllungen, die mir persönlich so noch nicht bekannt waren, die ich hier aber nicht spoilern will. Nur so viel, dass Jackie auch sehr selbstkritisch über seine Verfehlungen in jungen Jahren spricht und ehrlich berichtet, dass er nicht immer der Gute war.
Außerdem bietet das Buch viele private Einblicke in das Familienleben von Jackie Chan – inklusive seiner Beziehung zu seinen Eltern und zu seinem Sohn.
Einige der Passagen, die mich am meisten berührten, waren die Kapitel über seine Liebeleien, seine erste große Liebe und seine Liebe zu seiner Frau.
Es wird auch viel über seine Filmprojekte, sein Stunt-Team, seine Stunts und seine Verletzungen berichtet, was ich wirklich wahnsinnig interessant fand. Dazu gibt er auch Einblick in das harte Filmbusiness und seine Gesangskarriere, über die man hierzulande nicht viel weiß.
Am Ende wird ein großes Resümee gezogen über sein bisheriges Leben und er berichtet über sein Engagement und seine Wohltätigkeit – was wirklich beeindruckend ist und eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Seine letzten Kapitel widmet er seinen – manchmal sehr verrückten – Fans.
Über alle Kapitel hinweg bekommt man sehr persönliche Einblicke und Jackie Chan berichtet auch ehrlich über Selbstzweifel und Ängste.

SCHREIBSTIL:

Wenn jeder, der einen Jackie-Chan-Film sieht, sich gut fühlt und lacht und die positiven Botschaften empfängt, die ich weitergeben möchte, dann reicht mir das vollkommen.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 244

Das Buch war sehr gehaltvoll, weswegen die Lektüre recht lang gedauert hat. Das lag auch daran, dass man nach einigen Kapitel das Gelesene auch wirken lassen kann. Insgesamt betrachtet war der Schreibstil aber sehr angenehm zu lesen. Mit hat besonders gut gefallen, dass er sehr authentisch und persönlich war. Ich hatte das Gefühl, Jackie Chan würde mit mir beim Kaffee sitzen und mir erzählen, was er alles schon so erlebt hat. Nur, dass aus dem Kaffeekränzchen dann eine lange Unterhaltung wurde, bei der auch Abendessen gemacht werden musste, da es länger dauerte als gedacht. 😉
Tatsächlich habe ich mir einige Zitate markiert, weil sie für mich sehr ikonisch waren. Das ist ein großer Pluspunkt für mich gewesen.
Was für mich etwas enttäuschend war – waren die Rechtschreibfehler bzw. Tippfehler, die sicherlich durch die Übersetzung zustande kamen. In einer Erstausgabe kann das mal passieren, aber mir waren es dann doch einige Fehler zu viel. Da hätte ich mehr erwartet von einem Lektorat. Ich hoffe, dass sich das mit künftigen Auflagen verbessern wird. Besonders ärgerlich war, dass bereits im allerersten Satz des Buches so ein Fehler enthalten war. Dort fehlte ein Wort. Das ist für mich dann leider doch ein Minuspunkt für die deutsche Ausgabe.

FAZIT:

Früher wollte ich alles kaufen, und jetzt will ich alles hergeben.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 309

Das Buch gibt sehr interessante Einblicke und Informationen zu einem herausragenden Schauspieler, der den Zeitgeist einer Generation prägen konnte. Jackie Chan wirkt oft wie „Everybodys Darling“, doch dieses Buch räumt mit allen Vorurteilen auf – guten wie schlechten. Mir hat das besonders gefallen, weil ich viele neue Informationen über diesen tollen Schauspieler erfahren konnte. Mein Bild über ihn wurde nachhaltig verändert, ich sehe ihn in einem ganz anderen Licht. Jackie Chan selbst hat es geschafft, sich durch diese Autobiografie zu entzaubern. Er betont oft, dass er nur ein ganz gewöhnlicher Mensch ist. Ich sehe ihn in einem anderen Licht, sowohl schlechte als auch sehr gute neue Eindrücke haben das beeinflusst. Und das macht eine wirklich gute Autobiografie aus, wie ich finde.

Eine wunderbare Autobiografie, die Jackie Chan aus allen Perspektiven beleuchtet. Dieses Buch bietet nicht nur neue Informationen, sondern eine persönliche, authentische Schilderung eines aufregenden und außergewöhnlichen Lebens. Lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Fluch des Phönix“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück direkt noch eine Leserunde bei Lovelybooks zu gewinnen. Dadurch konnte ich mein erstes Buch von Aimée Carter lesen. Eingeordnet wird es zwar in das Genre der Kinderbücher, aber der Klappentext hörte sich einfach so spannend an, dass ich es unbedingt lesen wollte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Fluch des Phönix
  • Autor: Aimée Carter
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Oetinger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy, Urban Fantasy

INHALT:

Die Zwillinge Lu und Zac leben nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater in Trauer zusammen. Zac wird geplagt durch schlimmes Asthma und vielfältige Allergien, weswegen er nicht aus dem Haus darf. Die beiden Geschwister sind sich nicht immer grün, aber Lu hat nach dem Schicksalsschlag dir Mutterrolle für Zac übernommen, auch wenn sie das niemals zugeben würde.
Die Sommerferien stehen bevor und ihr Vater beschließt, die beiden 12-Jährigen zu entfernten Verwandten nach England zu schicken, denn durch den Verlust ist er wie gelähmt und kann sich nicht richtig um die Beiden kümmern. Er ist schlichtweg überfordert und nimmt das Angebot von Zacs und Lus Tante aus England an.
Die beiden Protagonisten sind von dieser Idee überhaupt nicht begeistert, kennen sie doch ihre angeblichen Verwandten nicht einmal vom Hörensagen. Sie fühlen sich abgeschoben und haben so gar keine Lust auf diese Sommerferien in England.
Als sie in England aber auf einem riesigen Anwesen ankommen und im Wald den Zugang zu einer mysteriösen Welt voller Fabelwesen finden – die den Wildlands aus den Gute-Nacht-Geschichten ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich ist – sind die Sommerferien auf einmal doch nicht mehr so schlimm wie gedacht. Was die beiden allerdings über diese Welt herausfinden, wird mehr fordern als ihre freie Zeit – denn dieses Wissen verändert nicht nur ihre Ferien, sondern auch ihre Zukunft

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist eine der ganz großen Stärken dieses Buchs. Die Autorin schafft es bereits auf den ersten 20 Seiten, die Charaktere so vielschichtig, tief und authentisch zu erzählen, dass man sprachlos zurückbleibt.
Die Zerrissenheit der Geschwister angesichts des Verlusts, die Schwäche von Zac angesichts seiner Allergien und die Stärke von Lu, die für Zac mehr Mutter wird als ein Kind, das unbeschwert in den Tag hineinlebt – das alles hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich hatte von einem Kinderbuch solch eine Tiefe nicht erwartet. Die Konflikte sind so greifbar, dass man mit den beiden Zwillingen mitleidet und mitfühlt.

Die Autorin schreibt in klaren, kurzen Sätzen, allerdings niemals fantasielos. Der Schreibstil ist alles andere als detailreich, dafür sitzt jede Formulierung und jeder Satz ist auf den Punkt. Mehrmals dachte ich beim Lesen: „Diese Autorin hat es echt drauf.“.
Es macht unheimlich Spaß, dieses Buch zu lesen, weil der Schreibstil es dem Leser einfach gemacht hat, in die Geschichte einzutauchen.

FAZIT:

Dieses Buch ist viel mehr als ein Kinderbuch. Durch die erwachsenen Konflikte, den ausgereiften Schreibstil und die spannende Geschichte kann es für mich locker mit Büchern für junge Erwachsene mithalten. Für ein Kinderbuch finde ich es an manchen Stellen tatsächlich etwas düster. Es bleibt zu sagen, dass auch ein Erwachsener Lesespaß in diesem Buch finden kann. Einzig das Ende kam schnell, ließ ein paar Fragen offen und ließ einen merken, dass es für Kinder geschrieben wurde. Ich bin hellauf begeistert und würde mir tatsächlich noch mehr Geschichten um die Wildlands erhoffen. Leider wirkt das Buch wie ein Einzelband, da die Geschichte in sich geschlossen ist.

Ein fantastisches Buch, welches weit mehr bietet, als ich von einem Kinderbuch erwartet hätte. Ein ausgreifter Schreibstil und wunderbar authentische Charaktere machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Auch für erwachsene Fantasy-Fans sehr lesenswert! Für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlights.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das wandelnde Schloss“ oder „Sophie im Schloss des Zauberers“ von Diana Wynne Jones

Meine lieben Leser,

mögt ihr Ghibli-Filme auch so sehr? Ich finde sie wirklich sehr schön und schaue sie gern. Einer davon ist „Das wandelnde Schloss“, welches auf der Romanvorlage von Diana Wynne Jones basiert. Im Original erschien dieses Buch unter dem Titel „Sophie im Schloss des Zauberers“ und der Knaur Verlag hat es Ende letzten Jahres in der mir vorliegenden Version aufgelegt. Sieht sie nicht wunderschön aus? Aber nun genug vom Vorgeplänkel. Jetzt möchte ich euch nämlich erzählen, wie das Buch mir gefallen hat. Auf das Buch gebracht hat mich eine Rezension bei der lieben Buchperlenblog.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das wandelnde Schloss
  • Autor: Diana Wynne Jones
  • Anzahl der Seiten: 300 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuausgabe (2019)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

„Wenn man sein Glück sucht, darf man es nicht so genau nehmen.“
– Sophie in „Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones, S. 37 –

Sophie ist die Älteste von drei Schwestern. Das bedeutet in ihrer Welt nichts Gutes und so geht auch sie selbstverständlich davon aus, das Unglück für sich gepachtet zu haben.
Vielleicht auch deshalb wird sie von der bösen Hexe der Wüste verflucht und in eine alte Frau verwandelt. Ohne Aussicht auf eine Umkehr dieses Zaubers, zieht Sophie aus, um ihr Glück zu finden. So kann sie ihrer Familie schließlich nicht unter die Augen treten. Sie macht sich auf zum wandelnden Schloss. Dessen Besitzer namens Howl ist ein Zauberer, dem allerdings nichts Gutes nachgesagt wird. Er soll Mädchenherzen zum Vergnügen sammeln, um sie zu essen. Sophie hat jedoch keine Wahl, als ihn um Hilfe zu bitten. Eine alte Frau wird er doch hoffentlich verschonen? Leider ist es für Sophie keinesfalls einfach, ihre Misere zu erklären – denn auch daran hindert sie der Fluch.
Sie wird kurzerhand zur Haushälterin des wandelnden Schlosses und wird in allerlei zauberhafte Vorkommnisse verstrickt, die sie sich vorher niemals erträumt hätte.

Die Handlung verläuft am Anfang noch recht deckungsgleich zum Film, geht aber recht bald einen komplett andere Weg. Dieser ist jedoch keinesfalls schlecht, sondern überzeugt durch ganz eigene Ideen und einen unüberwindbaren Charme. Neben aus dem Film bekannten Orten, trifft man auf einige bekannte Figuren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist klar und prägnant, geizt jedoch nicht mit Einfallsreichtum. Zusätzlich besticht Jones durch einen subtilen Humor, der mich nicht nur einmal zum Lächeln gebracht hat.
Die Charaktere sind so liebevoll dargestellt und mit Marotten versehen, dass sie an vielen Stellen schon fast liebenswert schrullig daherkommen. Genau das macht aber auch die herrliche Skurrilität dieses Buches aus.
Besonders herausragend war es für mich, dass in der Handlung eine gemütliche Atmosphäre geschaffen wird – ja, es passiert eigentlich kaum etwas wirklich Spannungsgeladenes – und trotzdem möchte man unbedingt weiterlesen. Allein der Schreibstil ist so schön, dass es einen wahren Genuss darstellt.

FAZIT:

Eine Originalvorlage zu einem Film, die sich sehr von der Filmumsetzung unterscheidet. Sie ist weder besser noch schlechter, sondern beide Versionen haben eine wunderbare Art gefunden, eine zauberhafte Geschichte zu erzählen. Das Buch besticht durch wundersame Details, ein magisches Worldbuilding und die verrücktesten und zugleich sympathischsten Charaktere, die man sich vorstellen kann.

Nicht nur ein Klassiker der Fantasy-Literatur, sondern eine skurrile, humorvolle und unheimlich liebevoll ausgestaltete Geschichte über Selbstvertrauen, Freundschaft und Magie. Für mich ein Highlight! Unbedingt lesen!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „One true Queen – Aus Schatten geschmiedet (Band 2)“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

nach dem großartigen Auftakt des ersten Bandes war ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung. Ich fand es persönlich etwas schade, dass das Cover so hell war, mir hatte die dunkle Gestaltung viel besser gefallen. Aber bekanntlich sollte man ein Buch ja nicht nur nach seinem Cover beurteilen, sondern vor allem aufgrund des Inhaltes. Ob mich dieser überzeugen konnte, möchte ich euch im Folgenden erläutern. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Aus Schatten geschmiedet
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 544 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Romantasy, Jugendbuch

INHALT:

Nach ihrer Krönung zur Königin von Lyaskye am Ende des ersten Bandes, scheint Mailins Schicksal besiegelt. Sie lebt nun in der Gewissheit, dass sie entweder dasselbe Ende ereilt, wie ihre Schwester oder sie für immer ohne Liam in ihrer Welt leben muss. Doch was für ein Leben ist ein Leben ohne Liam? Zudem quälen Mailin schreckliche Visionen über ihn. Schlussendlich entscheidet sie sich, nach Lyaskye zurückzukehren. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe von Nathaniel.
Als wenn der Weg zurück nach Lyaskye nicht schon beschwerlich genug gewesen wäre, sieht sich Mailin vor Ort immer größeren Problemen gegenüber. Nicht nur die Tyrannei von Cassian will sie beenden, sondern auch verhindern, dass Unschuldige zu Schaden kommen. Der Band gipfelt in einem Showdown, der beide Wünsche zugleich nicht zu erfüllen vermag. Wird Mailin Lyaskye den Frieden bringen können? Und welche Opfer muss sie dafür bringen?

SCHREIBSTIL:

Auch, wenn dieser Band einige Längen hatte, war der Schreibstil für mich oftmals der Grund, warum ich weitergelesen habe. Jennifer Benkau schafft es, sich bildhaft und vielfältig auszudrücken. Im Vergleich zu anderen Büchern des Genres ist sie meiner Meinung nach im Niveau des Schreibstils im höheren Drittel angesiedelt. So sehr mir der Stil gefällt, so sehr kann er sich leider an einigen Stellen zu sehr in Unwichtigem oder in Details verstricken. Ich denke, das war der Knackpunkt, durch den die Längen des zweiten Bandes entstanden sind. Lange kam keine Spannung auf, weil die Handlung in Alltagsszenen verharrte. Ich hätte mir hier mehr Tempo gewünscht. Am Ende der Handlung war es meiner Meinung nach dann leider genau umgekehrt. Wichtige Showdown-Gespräche und Enthüllungen bekamen nicht genug Raum, um zu wirken.
Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Band im letzten Viertel vom vierten Stern überzeugen, obwohl dieser für mich nur kanpp verdient wurde.

FAZIT:

Der zweite Band tritt deutlich hinter dem Auftakt zurück, was ich sehr schade finde. Die Spannung kam recht spät auf, aber die Charaktere waren nach wie vor liebevoll dargestellt. Die Handlung war leider etwas blass und es fehlte an vielen Stellen das Gefühl für das richtige Tempo.

Einige Längen machen das Finale leider zu zäh für den grandiosen Auftakt in Band 1. Jedoch bieten die liebenswerten Charaktere, der schöne Schreibstil und der Showdown am Ende genügend Lesespaß, um sich knappe 4 Sterne zu verdienen.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo

Hallo meine lieben Leser,

im Rahmen einer Leserunde vom Knaur Taschenbuch Verlag auf Instagram habe ich nun endlich mal die vielgelobte Grisha-Trilogie angefangen zu lesen. Was ich von dem ersten Band „Goldene Flammen“ halte, werde ich euch im Folgenden erzählen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Goldene Flammen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: 2019 (Schuber)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

Alina, eine Kartografin in der ersten Armee, ist niemand, der als besonders bezeichnet werden würde. Mit ihrem Freund aus Kindertagen, Mal, ist sie weit unter den mysteriösen Grisha. Diese magischen Kämpfer sind sagenumwoben und ziehen mit der Armee gegen die Kreaturen in der bedrohlichen Schattenflur.
Während eines Überfalls rettet Alina Mal das Leben – in ihr erwacht etwas, was sie selbst nie für möglich gehalten hätte. Sie selbst wird nicht nur zu einer Grisha, sondern zur mächtigsten Grisha, die in dieser Zeit existiert.
Der „Dunkle“, der die Armee befehligt, hat bald ganz eigene Pläne mit Alina, die ins Trainingslager der Grisha geschickt wird.
Schnell sieht sich Alina Intrigen und Gefahren gegenüber und muss viel zu schnell Kräfte beherrschen lernen, die sie sich nicht ausgesucht hat.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt sehr bildhaft und fantasievoll. Trotzdem fliegen die Seiten nur so dahin, weil der Schreibstil eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt. Zwar ist der Stil nicht anspruchsvoll, aber er eignet sich perfekt als Abendlektüre, da er so eingängig ist. Jedoch muss man anmerken, dass in den gut 350 Seiten dank der ausführlichen Beschreibungen niemals Langeweile aufkommt und sie sehr gehaltvoll sind. Auf diesen wenigen Seiten wird dann doch erstaunlich viel geboten.

FAZIT:

Mir bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass mich der erste Band neugierig auf mehr gemacht hat. Es war eigentlich nichts Herausragendes am Schreibstil, aber das Buch hat sich so entspannend und leicht gelesen, dass ich wirklich begeistert war. Die Geschichte hat großes Potenzial und ich bin sehr gespannt, ob dieses dann in den nächsten beiden Bänden auch ausgenutzt wird. Mir hat das Worldbuilding und auch die Idee der Grisha sehr gefallen.

Ein Buch, welches durch seine Leichtigkeit überzeugt und die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Ein solides Fantasy-Abenteuer, was mittlerweile schon fast zu den Klassikern im Genre gehört. Macht Lust auf mehr und daher eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Spiegelreisende – Das Gedächtnis von Babel“ (Band 3) von Christelle Dabos

Meine lieben Leser,

wie ihr schon lesen konntet, hat mich die Spiegelreisenden-Saga bisher sehr begeistern können. Das geht leider nicht allen so. Ich habe auch schon viele Gegenstimmen gelesen. Es macht sich das Gefühl in mir breit, dass dies eine Reihe ist, die man entweder liebt oder hasst. Ich gehöre zu der ersten Kategorie und habe deswegen sehnsüchtig auf den dritten Band gewartet. Nun habe ich ihn beendet und möchte euch meinen Eindruck mitteilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Spiegelreisende – Das Gedächtnis von Babel
  • Autor: Christelle Dabos
  • Anzahl der Seiten: 514 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

Auch der dritte Band der Spiegelreisenden-Saga hält allerlei Abenteuer für Ophelia bereit. Ich musste mich oft fragen, in was für einen Schlamassel sie nun wieder hinein geraten ist.
Nach dem Ende des zweiten Bandes hätte ich nicht erwartet, dass die Geschichte in diese Richtung weitergeht. Ophelia hat Thorn schon drei Jahre nicht gesehen und fristet ein langweiliges Dasein auf ihrer Heimatarche. Nach den Vorfällen am Pol ist sie einfach nicht mehr Dieselbe und scheint nicht mehr so recht nach Anima zu passen.
Deshalb muss sie erneut zu einer anderen Arche reisen, um Thorn zu finden und mehr über Gott herauszufinden. Allerdings ist die Arche Babel alles andere als einfach zu bewältigen – sie wird ein Lehrling an der Universität für die sogenannten Virtuosen und muss nicht nur ihre Fähigkeiten als Leserin dabei unter Beweis stellen. Es passieren immer mehr mysteriöse Vorfälle, die für Ophelia kein Zufall sein können.
Bei ihren Ermittlungen trifft sie nicht nur auf neue Freunde, hartnäckige Widersache wie den Ohne-Furcht-und-beinah-ohne-Tadel, sondern schlussendlich auch auf alte Bekannte.
Am Anfang fehlt der Handlung zunächst die Spannung, welche nach dem ersten Viertel dann aber wieder an Fahrt aufnimmt.
Am Ende möchte man einfach nur wissen, ob für Ophelia endlich alles gut wird. Doch das dürft ihr selbst lesen.

„Zu eurer Information, junge Dame, Frieden ist lediglich eine Vision. Es gab und wird stets Konflikte geben, welche Gestalt sie auch immer annehmen.“

– „Die Spiegelreisende – Das Gedächtnis von Babel“ von Christelle Dabos, S. 177 –

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil der Spiegelreisenden-Saga ist so wunderschön, dass es mir völlig egal ist, wenn die Handlung mal etwas dahinplätschert. Ich finde einfach, dass das Niveau des Schreibens sehr hoch ist. Der Stil hat eine hohe Vielfältigkeit und ist so bildhaft, dass man tief in die Geschichte eintauchen kann.
Viel bleibt hier nicht zu sagen, ich habe in den vorhergehenden Rezensionen denke ich schon genug von Dabos Schreibe geschwärmt. Für mich grenzt es sich einfach von dem Einheitsbrei des Genres ab.

FAZIT:

Für mich sind diese Bücher einfach Meisterwerke. Sie sind in meinem Lieblingsregalfach gelandet. Der dritte Band hat mich wieder vollends überzeugt. Ich kann nicht glauben, dass der nächste Band schon der Abschluss der Reihe sein soll. 😦 Der dritte Band wartete wie immer mit sprachlicher Finesse und einer spannenden und manchmal verwirrenden Handlung auf. Ich vergleiche die Bücher immer gern mit den bekannten japanischen Filmen des Studios Ghibli.

Der dritte Band bringt neben Spannung und ausgefeilter Sprache wieder meine lieb gewonnenen skurrilen Charaktere mit. Nach dem etwas schwächeren zweiten Band für mich wieder ein Volltreffer. Klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Novozän – Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz“ von James Lovelock

Meine lieben Leser,

ich muss euch noch eine Rezension nachliefern. Leider war ich krank, als ich das Buch beendet habe und die letzten Wochen waren so turbulent, dass ich einfach nicht zum Schreiben kam. Also versüße ich euch jetzt die abgesagte Buchmessewoche. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Novozän – Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz
  • Autor: James Lovelock
  • Anzahl der Seiten: 158 Seiten
  • Verlag: C. H. Beck Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Ein kurzweiliges Buch war „Novozän – Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz“ von James Lovelock. Wem der Name des Autors nichts sagt, sollte schnell sein Allgemeinwissen aufpolieren – er ist einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler und Erfinder unserer Zeit. Er revolutionierte unser ökologisches Weltbild, seine Erfindungen stehen auf dem Mars oder sind patentiert (mehr als 50 davon). Mit seinen mittlerweile 100 Jahren hat er uns nun diese 158 Seiten Zukunftsmusik und damit vielleicht sein letztes Werk überlassen.

„Die Hoffnung, irgendeine winzige Oase auf dem Mars zu finden, rechtfertigt eigentlich nicht die enormen Ausgaben, vor allem dann nicht, wenn Forschung, die nur einen Bruchteil (…) kostet, entscheidende Daten über die Erde liefern könnte.“

– „Novozän“ von James Lovelock, S. 24 –

Auch für naturwissenschaftliche Laien ist Lovelocks Buch erstaunlich gut und verständlich zu lesen. Er skizziert zuerst unsere derzeitige Welt und wie diese funktioniert, um dann einen Rückblick in unser Zeitalter des Anthropozän zu geben. Dabei wird auf den Beginn dieses Zeitalters genau so eingegangen, wie dessen Ende. Und was wir einsehen müssen – das Ende haben wir vielleicht gar nicht mitbekommen. Laut Lovelock sind wir im Umbruch zu einem neuen Erdenzeitalter – dem Novozän – oder haben es vielleicht sogar schon erreicht, ohne es zu realisieren. Was dieses neue Zeitalter für Herausforderungen und Chancen mit sich bringt, wie eine Hyperintelligenz in Form von elektronischem Leben uns helfen kann, unsere Erde zu retten und was das alles so gar nicht mit den Hollywood-Streifen wie „I Robot“ gemeinsam hat, erläutert Lovelock in diesem Weltenentwurf auf beeindruckende und manchmal erschreckende Weise.

Er betont selbst, dass es normal ist, Angst vor einem neuen Zeitalter zu haben. Um seine abschließende Botschaft zu zitieren: „So sind wir dennoch, wer wir sind.“

„Die menschliche Zivilisation hat keinen guten Weg eingeschlagen, als sie begann, die Intuition abzuwerten. Ohne sie sterben wir.“

– „Novozän“ von James Lovelock, S. 36 –

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist auch für Laien sehr gut verständlich, obwohl wissenschaftliche Themen besprochen werden. Ich war erstaunt, wie viel Inhalt in den 158 Seiten gesteckt haben. Da habe ich schon 200-Seiter gelesen, die weniger Substanz hatten.
Aufgeteilt wurde das Buch in drei Teile mit jeweils mehreren Kapiteln. Mir persönlich ist die Aufteilung gar nicht so präsent geworden, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle gewünscht, dass Lovelock noch mehr ins Detail geht und seine Gedankengänge ein bisschen mehr ausbaut. Nichtsdestotrotz war das Buch einfach sehr gut und schnell wegzulesen.

FAZIT:

„Ich war einmal dumm genug zu glauben, dass das winzige Gehirn der Biene nie irgendetwas leisten könnte, das mit der sozialen Intelligenz des Menschen vergleichbar wäre. Aber ich fand (…) heraus, dass Bienen eine relativ komplexe Sprache haben und durch Tanzen kommunizieren. Und was höchst außergewöhnlich ist: Man konnte beobachten, dass Hummeln Fußball spielen.“

– „Novozän“ von James Lovelock, S. 71 –

Das Sachbuch von Lovelock kann mit Vermutungen, die von glaubhaften Argumenten untermauert werden überzeugen. Selten habe ich so viele Zitate in einem Buch markiert. Die Annahmen des Wissenschaftlers haben mich einfach unglaublich fasziniert und begeistert. Es wird sicherlich nicht das letzte Buch sein, welches ich von ihm gelesen habe.

Ein interessanter Weltenentwurf der Zukunft, der zum Nachdenken anregt und auch erschrecken kann. Überlegungen eines Wissenschaftlers zu einem neuen Zeitalter, in dessen Anbruch wir uns vielleicht schon befinden. Eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes

Meine lieben Leser,

ich hatte die tolle Möglichkeit, im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks das Buch „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes zu lesen. Das Thema fand ich sehr interessant, weil es trotz unserer modernen und ansatzweise toleranten Gesellschaft ein absolutes No-Go ist, wenn man als Frau keine Kinder möchte und sich bewusst gegen einen Kinderwunsch entscheidet. Unter den Reaktionen der Mitmenschen leiden nicht nur diejenigen, die sich dazu mit Selbstbewusstsein entscheiden, sondern auch diejenigen, die sich noch unsicher sind oder selbst keine Kinder bekommen können. Die ständigen Nachfragen wie „Wann ist es denn bei euch soweit?“ oder „Wollt ihr denn keine Kinder?“ sind dabei nicht nur unsensibel, sondern auch oft psychisch hoch belastend für die Befragten. Ich war also begeistert, dass sich jemand traut, über dieses Thema zu schreiben und war gespannt, wie es wohl umgesetzt wurde. Ob die Autorin mich mit ihrem Buch abholen konnte und wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht
  • Autor: Melanie Hughes
  • Anzahl der Seiten: 238 Seiten
  • Verlag: EDEL Books
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

„Ich denke ähnlich: Morgen dürfen der Mann und die Kinder aus dem Bilderrahmen hüpfen, aber bitte nicht heute. Ich bin noch nicht so weit und es hat ja noch Zeit.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 11 –

Die Autorin Melanie Hughes verspricht zum nicht vorhandenen Kinderwunsch eine Entscheidungshilfe in Form ihres Buchs. Es soll ihr eigener Weg zur Entscheidungsfindung dargestellt werden – denn am Ende entscheidet sie sich tatsächlich für ein eigenes Kind. Es klingt spannend zu erfahren, wie sie schlussendlich zu dem Entschluss kommt. Dabei wird auch beleuchtet, wie sie über die Veränderungen in Bezug auf Karriere, Partnerschaft, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung denkt.
Das Buch beginnt mit einer Szene im Restaurant. Dort sieht sich die Autorin der Frage nach dem Kinderwunsch gegenüber, weil ihr Partner sie beruhigen will, dass sie keine Kinder bekommen müssen. Das bringt sie zum Grübeln.
Danach wird in vielen verschiedenen Kapitel erläutert, worüber sich die Autorin im Zusammenhang mit diesem Thema alles Gedanken macht. Da geht es einmal um den Druck der Gesellschaft – der sich nicht nur in Fragen zum Kinderwunsch äußert, sondern auch in den Ansprüchen an Schwangere, die perfekt aussehen und Mütter, die neben dem Alltag beispielweise als Eventmanager eines Kindergeburtstags glänzen sollen.
Weiterhin wird auf die Helikoptereltern eingegangen sowie auf Eltern, die bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Das letzte Drittel des Buchs beschäftigt sich dann mit dem Einfluss eines Kindes auf die Karriere. Die Autorin geht beispielsweise darauf ein, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig Kinder geboren werden – der Arbeitgeber sich allerdings nicht wirklich darüber freut, wenn eine Mitarbeiterin schwanger ausfällt.
Am Ende schlägt das Buch einen Bogen zum Anfang, indem es eine zweite Version des Restaurantbesuchs aufzeigt.

„Natürlich finde ich Babys süß – ich bin ja ein Mensch! -, dennoch finde ich Zeit mit Erwachsenen immer reizvoller als die Beschäftigung mit Kindern.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 17 –

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil von Hughes ist leicht und schnell zu lesen, ist aber auch gekennzeichnet von Sarkasmus. Dieser Umstand wäre insofern nicht verwerflich, wenn es nicht oft (für mein Dafürhalten) in Geschmacklosigkeit enden würde.
Die guten inhaltlichen Ansätze bekommen leider wenig Raum und es geschieht nicht nur einmal, dass der vorrangige Erzählstrang für ein Off-Topic verlassen wird. Bei nur 240 Seiten leidet dann natürlich die Substanz. Mir blieb die Autorin einfach nicht genügend beim eigentlichen Thema. Ein Beispiel ist eine Erzählung über ihre Freundin, die einen Kindergeburtstag organisierte und sich dann mit den speziellen Ernährungsansprüchen der Gastkinder beschäftigen musste. Hier wird ein Exkurs unternommen zu Abenden mit Freunden, bei denen man seit einigen Jahren auf viele Nahrungsmittelintoleranzen achten muss, was die Autorin zu nerven scheint. Der Ton dieser Kritik könnte etwas milder sein, denn gerade diese Stelle ging mir persönlich sehr nahe, weil ich selbst unter meiner Histaminintoleranz leide und Hughes dafür sehr uncharmante Worte findet. Das fand ich sehr schade.

„Wir machten uns noch darüber lustig, dass die meisten der Geburtstagsgäste dank Zucker-, Gluten- und Histaminunverträglichkeit vermutlich sowieso nicht das pubertäre Alter erreichen würden, da der nächste Supermarkt sie vorzeitig ins Grab (…) befördern würde.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 84 –

Ebenfalls auffällig und für mich sehr nervig war, dass wirklich sehr oft betont wurde, wie schlimm es für die Autorin wäre, in den 40 Wochen Schwangerschaft keinen Alkohol mehr trinken, nicht mehr rauchen und kein Sushi essen zu dürfen. Und Partys wären auch tabu. Das geschah in solcher Resonanz, dass es zeitweilig den Eindruck machte, dass dies ihr allergrößtes Problem mit der potenziellen Schwangerschaft wäre. Für mich persönlich war das nicht ansprechend und es vermittelt völlig falsche Werte.
Letztendlich muss man sagen: Der Ton macht die Musik. Und Melanie Hughes hat meinen Ton nicht getroffen. Der Schreibstil war mir zu rau, zu provokant, zu plakativ.

FAZIT:

„Als weibliche Homo sapiens werden wir heutzutage durchschnittlich über achtzig Jahre alt, aber das Zeitfenster der Fruchtbarkeit ist verhältnismäßig kurz.
Zu kurz für meinen Geschmack.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 14 –

Für mich war das Buch leider keines, welches mich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Und es tut mir im Herzen weh, dass ich das sagen muss, weil ich mich wirklich sehr auf das Buch gefreut habe. Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet. Ich erhoffte mir einen gut recherchierten Ratgeber (oder sogar Sachbuch), der ihre eigenen Erwartungen in Beziehung zu den gesellschaftlichen Themen setzt und am Ende mit den tatsächlichen Erfahrungen gegenüberstellt. Leider wirkte das Buch auf mich eher wie ein populistisches Frusttagebuch, welches aufregen soll – und das leider aber zu jedem Preis. Mir fehlte es an ernsthafter Auseinandersetzung gepaart mit niveauvollem Humor. Dem überspitzten Sarkasmus der Autorin konnte ich leider nichts abgewinnen. Zudem fehlt mir komplett ein Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen, die die Autorin dann in Schwangerschaft und mit Kind sammeln konnte. Das Ende des Buchs kommt abrupt und befindet sich beim Zeitpunkt des Schwangerschaftstests. Für die Widerlegung der vielen Kapitel, die gegen ein Kind sprechen, hätte ich mir dann eine Gegenüberstellung mit der erfahrenen Realität gewünscht. Denn so fehlt für mich die schlussendliche Botschaft.
Das Buch enthält gute Ansätze, die zwischen dem Sarkasmus durchblitzen und hätten für meinen Geschmack mehr Raum bekommen sollen. So kratzt es leider nur an der Oberfläche dessen, was ich erwartet hatte. Schade. Potenzial für mich nicht ausgenutzt.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Besonders ist es für mich, weil es das erste Buch ist, welches ich aufgrund von sozialen Medien gekauft und gelesen habe. Normalerweise informiere ich mich über andere Quellen über Neuerscheinungen und stöbere im Buchladen. Doch gerade Instagram hat mittlerweile eine starke Buch-Community und in dieser Gemeinschaft, die sich auf „Bookstagram“ austauscht, bin ich irgendwann auf Justine (the reading mermaid) gestoßen. Mit ihrer unverwechselbaren Art und vor allem mit ihren Mecker-Rezensionen hatte ich sie direkt ins Herz geschlossen. Außerdem wurde vor nicht allzu langer Zeit ihr Debütroman „Devilish Beauty“ veröffentlicht. Ziemlich schnell hatte ich beschlossen, dass ich das Buch lesen möchte. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden lesen. Ich bin mittlerweile sehr froh, dass ich über die sozialen Medien immer mehr tolle Bücher entdecke, die nicht so bekannt sind bzw. nicht so eine große Marketing-Maschine hinter sich wissen. Hier verstecken sich oft echte Perlen. 🙂 Und nun zum Buch!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle
  • Autor: Justine Pust
  • Anzahl der Seiten: 340 Seiten
  • Verlag: Dark Diamonds (Imprint CARLSEN Verlag)
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juli 2019)
  • Genre: Fantasy, Romantasy

INHALT:

Mimi ist eine Dämonin. Eine untypische Dämonin. Sie hasst es, für die Hölle Seelen einzutreiben. Noch dazu hat sie eine Affäre mit ihrem Chef – der zufällig einer der Prinzen der Hölle ist. Auch, wenn dieser sie nicht gerade zimperlich behandelt und sie anhält, ihren Job zu machen, hat er eine Sonderregelung für die aufmüpfige Dämonin ausgehandelt. Unterstützt wird Mimi vor allem von ihrem Dämonenhund, der zur Strafe für ihr ständiges Aufbegehren in der Form eines Dackels durch die Welt laufen muss.

Auch ihre Freundin Tessa, eine begabte Hexe, ist Mimi eine große Stütze. In Tessas Bar arbeitet die Protagonistin als Barkeeperin und kommt dabei mit allen möglichen Wesen in Kontakt. Neben betrunkenen Werwölfen und Vampiren sieht sich Mimi allerdings bald ganz anderen Problemen gegenüber.

Um ihre Seelen einzutreiben, schließt sie einen Deal mit einem begnadigten Jäger namens Drake. Die für die Hölle vorbestimmte Seele des Jägers war durch die Begnadigung dem Himmel zugesagt. Durch den Deal bricht Mimi aus Versehen das Friedensabkommen zwischen Himmel und Hölle und löst somit die Apokalypse aus. Drake avanciert zum zweiten Protagonisten der Geschichte.

„Ihr habt damit den Waffenstillstand zwischen Himmel und Hölle gebrochen und den Grundstein zur Apokalypse gelegt, ihr elenden Idioten!“

– Tessa in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 94 –

Auf einmal sind sowohl Engel als auch Höllenfürsten hinter Mimi her und sie muss mit ihren Freunden einen Plan schmieden, um die nahende Apokalypse aufzuhalten. Der Plan lautet vorrangig: Jesus muss getötet werden, bevor er die sieben Siegel zum Untergang der Welt öffnen kann.
Schon alleine dieser Punkt der Geschichte birgt einiges an Konfliktpotenzial. Nimmt man nicht nur den geplanten Tod des Sohn Gottes, sondern auch andere Äußerungen in diesem Werk, komme ich nicht umhin, streng gläubigen Christen von diesem Buch abzuraten! Gott und seine Unterstützer nehmen hier ganz ungewohnt die Rollen der Gegenspieler ein. Noch dazu wurde Jesus als Frau wiedergeboren – als homosexuelle Frau. Auch das könnte für streng gläubige Christen ein Problem sein. Ich fand es tatsächlich amüsant und passend zum Humor des Buches. Was Sexualitäten angeht, ist hier von den Love-Storys her für jeden etwas dabei. 🙂

Wer schnell rot wird (so wie ich), wird einige Stellen in diesem Büchlein finden, die er nicht in der Öffentlichkeit lesen will. Hihi. Frei nach dem Motto Sex, Drugs & Rock´n´Roll wird hier ordentlich Unterhaltung geboten. 😉 Langeweile kommt in „Devilish Beauty“ auf jeden Fall nicht auf.

Ob Mimi und ihre Allianz es schlussendlich schaffen, Jesus zu töten, die Öffnung der Siegel und somit die Apokalypse zu stoppen, dürft ihr selbst lesen. Nur so viel sei verraten – es wird spannend, romantisch und herzzerreißend zugleich.


SCHREIBSTIL:

„All diese Menschen, die nichts von dem ewigen Krieg zwischen Himmel und Hölle wissen … sie werden ins Verderben stürzen. Zusammen mit den Tieren, den Pflanzen und all dem restlichen Leben auf dieser kleinen Welt. All die Menschen, all die Seelen – für immer im Nichts. Und ich bin schuld.“

– Mimi in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 96 –

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht zu lesen, immer gewürzt mit einer guten Prise Humor und Sarkasmus.

Geschildert werden die Ereignisse hauptsächlich aus der Sicht der Protagonistin Mimi, aber auch immer mal wieder aus dem Blickwinkel des Jägers Drake. Wer mich kennt, weiß, dass ich Perspektivwechsel nicht so sehr mag. In der Geschichte von Justine Pust hat man durch diese Art der Geschichtsdarstellung Informationen erhalten, die Mimi vorenthalten geblieben sind. Somit waren die unterschiedlichen Perspektiven sinnvoll angelegt. Für mich hätte auch nur Mimis Blickwinkel gereicht, aber Drakes Kapitel waren schlüssig und haben mich nicht gestört. Zudem war die Love-Story von Drake einfach zuckersüß.

Was mir an dem Schreibstil besonders gut gefallen hat, war die bildhafte Sprache und die fantasievollen Beschreibungen. Damit hebt sich dieses Buch von den vielen Romantasy-Werken ab. Die Autorin kann zudem alle Situationen glaubhaft schildern, egal ob es sich um Liebesszenen, brutale Kämpfe oder mysteriöse Träume handelt.


FAZIT:

Ich war zuerst sehr skeptisch, ob mir eine sexy Dämonen-Geschichte gefallen wird. Ich bin ja eher eine Disney-Prinzessin als ein Bösewicht. Doch diesbezüglich hat mich die Story und vor allem Mimi komplett abgeholt. Mimi ist nicht der typische Dämon und mir hat es erstaunlich gut gefallen, dass die klassischen „Guten“ dieses Mal den Part des Gegenspielers eingenommen haben.

Meine Befürchtung, dass ich bei jeder zweiten Seite rot anlaufe, weil das Buch zu sexy geschrieben sein könnte, wurde auch nicht bestätigt. Die vielen Szenen, in denen sich die Charaktere näher kommen sind zwar vorhanden, aber stehen nicht im Fokus, was ich sehr angenehm fand.
Erstaunt war ich über die Wendungen, die gerade gegen Ende des Buches eintreffen. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Mimi mysteriöse Träume hat und sie auf die Suche nach ihren Erinnerungen an ihr früheres Leben geht. Das hat der ganzen Geschichte nochmal mehr Tiefe und Spannung gegeben. Und dann war auch noch so viel Romantik vorhanden, dass es mich zum Schmachten gebracht hat, es aber auch nicht zu viel war. Was will man also mehr.

Spannung, Romantik und eine unkonventionelle Basis der Geschichte konnten mich begeistern. Viel zu sagen bleibt nicht außer: Was für ein Debüt! Für Fantasy- und Romance-Fans eine klare Leseempfehlung! 

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI