Rezension – „Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht“ von Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches mir eine liebe Freundin empfohlen hat. Ich war aufgrund des Titels erst einmal skeptisch, denn ich hatte keine Lust auf einen dieser schlecht recherchierten Ratgeber, die im schlimmsten Fall zu blindem Feminismus aufrufen. Allerdings wirkte der Klappentext sehr interessant und ich hoffte sehr auf ein medizinisch interessantes Buch. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr in diesem Artikel lesen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht
  • Autor: Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten (allerdings ab Seite 353 Quellenangaben und Anmerkungen)
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Ausgabe: 3. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch

 

INHALT:

Zunächst wirken 352 Seiten Inhalt (der Rest sind Quellenangaben) nicht so viel und umfangreich, doch es ist erstaunlich, wie viel Inhalt hier reingepackt wurde. Es ist durch seine Fülle an Informationen tatsächlich ein richtiges Sachbuch geworden.

Am Anfang wird auf die Anatomie der Frau eingegangen und der ganze Genitalbereich aus dieser medizinischen Sicht beleuchtet. Das hat man zwar im Biologie-Unterricht schon behandelt, jedoch darf man staunen, was man trotz Schule alles noch nicht wusste über dieses kleine Wunderorgan.

Danach beschäftigt sich das Buch in einem sehr umfassenden Kapitel mit Monatsblutung, Ausfluss und wie die Autorinnen so schön sagen: „anderen Säften“. Auch hier bleibt zu sagen, dass viele Schilderungen über normale Schulbildung hinausgehen und es sehr lesenswert und informativ ist. Man denkt gar nicht, was man alles dadurch ablesen kann.

Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit Sex und Empfängnisverhütung, wobei die Autorinnen nicht nur aufklären und informieren, sondern auch mit hartnäckigen Mythen wie dem Vaginalorgasmus aufräumen. Auch hier erfährt man vieles, was man so noch nicht wusste.

Abschließend widmet sich ein größeres Kapitel dem „Trouble“ im Intimbereich. Es wird über Krankheiten und Beschwerden gesprochen, allerdings auch über Fehlgeburten und die Frage, wie lange man mit dem Kinderkriegen warten kann.

SCHREIBSTIL:

„Ihnen ist das Buch gewidmet. Allen Frauen, die sich fragen, ob sie richtig funktionieren, ob sie richtig aussehen und ob sie richtig empfinden.“
– Viva la Vagina von Nina Brochmann & Ellen Stokken Dahl, S. 10 –

Die Autorinnen schaffen es, dieses Buch leicht verständlich zu schreiben, obwohl sie medizinische Prozesse erklären. Ihr Übriges dazu tun die wunderbaren Illustrationen, die jedes Mal ein Lächeln hervorzaubern. Generell schätze ich an dem Buch, dass es mit viel Humor geschrieben wurde, trotzdem immer den richtigen Ton trifft, darauf geachtet wurde, niemanden auszuschließen und vor allem, dass es trotzdem fachlich und an den richtigen Stellen kritisch und differenziert geblieben ist.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass es an einigen Stellen etwas langatmig wurde und auch die ein oder andere Dopplung vorhanden war. Für ein Sachbuch allerdings nicht untypisch, weil man es selten am Stück liest. So kann jedes Kapitel unabhängig von den anderen gelesen werden.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich überrascht. Es ist unglaublich fundiert und gut nachvollziehbar beschrieben. Es bietet neben bekannten Informationen auch jede Menge Stoff zum Staunen. So ein Buch gehört in den Lehrplan an Schulen, denn Fakt ist, dass wir anscheinend noch viel zu wenig über das weibliche Geschlecht wissen.

Ein Buch, was zum Staunen bringt. Nach der Lektüre ist jede Frau garantiert stolz auf ihr kleines Wunderwerk-Organ. Informativ, fundiert und medizinisch in einem humorvollen und verständlichen Ton. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das wandelnde Schloss“ oder „Sophie im Schloss des Zauberers“ von Diana Wynne Jones

Meine lieben Leser,

mögt ihr Ghibli-Filme auch so sehr? Ich finde sie wirklich sehr schön und schaue sie gern. Einer davon ist „Das wandelnde Schloss“, welches auf der Romanvorlage von Diana Wynne Jones basiert. Im Original erschien dieses Buch unter dem Titel „Sophie im Schloss des Zauberers“ und der Knaur Verlag hat es Ende letzten Jahres in der mir vorliegenden Version aufgelegt. Sieht sie nicht wunderschön aus? Aber nun genug vom Vorgeplänkel. Jetzt möchte ich euch nämlich erzählen, wie das Buch mir gefallen hat. Auf das Buch gebracht hat mich eine Rezension bei der lieben Buchperlenblog.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das wandelnde Schloss
  • Autor: Diana Wynne Jones
  • Anzahl der Seiten: 300 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuausgabe (2019)
  • Genre: Fantasy

 

INHALT:

„Wenn man sein Glück sucht, darf man es nicht so genau nehmen.“
– Sophie in „Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones, S. 37 –

Sophie ist die Älteste von drei Schwestern. Das bedeutet in ihrer Welt nichts Gutes und so geht auch sie selbstverständlich davon aus, das Unglück für sich gepachtet zu haben.
Vielleicht auch deshalb wird sie von der bösen Hexe der Wüste verflucht und in eine alte Frau verwandelt. Ohne Aussicht auf eine Umkehr dieses Zaubers, zieht Sophie aus, um ihr Glück zu finden. So kann sie ihrer Familie schließlich nicht unter die Augen treten. Sie macht sich auf zum wandelnden Schloss. Dessen Besitzer namens Howl ist ein Zauberer, dem allerdings nichts Gutes nachgesagt wird. Er soll Mädchenherzen zum Vergnügen sammeln, um sie zu essen. Sophie hat jedoch keine Wahl, als ihn um Hilfe zu bitten. Eine alte Frau wird er doch hoffentlich verschonen? Leider ist es für Sophie keinesfalls einfach, ihre Misere zu erklären – denn auch daran hindert sie der Fluch.
Sie wird kurzerhand zur Haushälterin des wandelnden Schlosses und wird in allerlei zauberhafte Vorkommnisse verstrickt, die sie sich vorher niemals erträumt hätte.

Die Handlung verläuft am Anfang noch recht deckungsgleich zum Film, geht aber recht bald einen komplett andere Weg. Dieser ist jedoch keinesfalls schlecht, sondern überzeugt durch ganz eigene Ideen und einen unüberwindbaren Charme. Neben aus dem Film bekannten Orten, trifft man auf einige bekannte Figuren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist klar und prägnant, geizt jedoch nicht mit Einfallsreichtum. Zusätzlich besticht Jones durch einen subtilen Humor, der mich nicht nur einmal zum Lächeln gebracht hat.
Die Charaktere sind so liebevoll dargestellt und mit Marotten versehen, dass sie an vielen Stellen schon fast liebenswert schrullig daherkommen. Genau das macht aber auch die herrliche Skurrilität dieses Buches aus.
Besonders herausragend war es für mich, dass in der Handlung eine gemütliche Atmosphäre geschaffen wird – ja, es passiert eigentlich kaum etwas wirklich Spannungsgeladenes – und trotzdem möchte man unbedingt weiterlesen. Allein der Schreibstil ist so schön, dass es einen wahren Genuss darstellt.

FAZIT:

Eine Originalvorlage zu einem Film, die sich sehr von der Filmumsetzung unterscheidet. Sie ist weder besser noch schlechter, sondern beide Versionen haben eine wunderbare Art gefunden, eine zauberhafte Geschichte zu erzählen. Das Buch besticht durch wundersame Details, ein magisches Worldbuilding und die verrücktesten und zugleich sympathischsten Charaktere, die man sich vorstellen kann.

Nicht nur ein Klassiker der Fantasy-Literatur, sondern eine skurrile, humorvolle und unheimlich liebevoll ausgestaltete Geschichte über Selbstvertrauen, Freundschaft und Magie. Für mich ein Highlight! Unbedingt lesen!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Meine Histaminintoleranz – Neues Rezept: „Kaninchenkeule mit Klößen, heller Sauce und Pak-Choi“

Hallo meine lieben Leser,

heute gibt es wieder ein neues Rezept für euch aus meiner Histamin-Salicylat-Intoleranz-Küche. 🙂 Ich habe beschlossen, die Rezepte hier zu teilen, um anderen Betroffenen einen leichteren Einstieg in die Ernährungsumstellung zu geben.

Dieses Mal zeige ich euch, was ich Ostern gekocht habe. Es war sehr lecker, wenn auch in etwas abgewandelter Form. Es gab Kaninchenkeulen. Das Kaninchen bekommen wir immer von einer Bekannten frisch geschlachtet. Überhaupt ist nur frisches Fleisch erlaubt, wenn man mit diesen Intoleranzen zu kämpfen hat. Abgehangenes Fleisch, wie man es an Supermarkttheken bekommt, ist daher nicht zu empfehlen. Kauft bitte auch niemals Hackfleisch aus der Auslage, sondern lasst es euch immer frisch durchleiern. Je kleiner das Fleisch bereits zerkleinert ist, umso schneller geht der Verfall vonstatten. Normalerweise macht das einem gesunden Körper nichts – doch eine Hühnerbrust kann schon nach einigen Stunden Lagerung im Kühlschrank zu viel Histamin haben. Deswegen gehe ich das Fleisch immer erst kurz vor der Zubereitung kaufen. Und seit einiger Zeit kaufe ich nur noch Bio-Fleisch, da ich das sehr viel besser vertrage. Es gibt sowieso selten Fleisch bei mir, da kann man dann auch mal etwas mehr Geld ausgeben. Ich kann euch nur raten, bei jedem Fleischkauf nachzufragen, wann das Fleisch geliefert wurde. Außerdem sollte man immer eine kleine Kühltasche mithaben, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Kommen wir jetzt zum Rezept!

Bitte lest als Betroffene vor dem Nachkochen meine Hinweise am Ende des Artikels. *

 

Kaninchenkeule mit Klößen, heller Sauce und Pak-Choi

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⏰ Zubereitungszeit: ca. 60 Min.

Zutaten:

– 2 Kaninchenkeulen
– Salz (unjodiert und ohne Zusätze, am besten Steinsalz oder Urmeersalz/Ursalz) **(Normales Tafelsalz, Speisesalz und Meersalz gilt als nicht verträglich!)
– wenig Pfeffer (falls verträglich – ganz wenig ist für mich verträglich, die Dosis macht das Gift, da hilft nur ausprobieren)
– wenig Paprikapulver edelsüß (falls verträglich – ganz wenig ist für mich verträglich, die Dosis macht das Gift, da hilft nur ausprobieren)
– Rapsöl
– 1 große oder 2 kleine Frühlingszwiebeln (normale Speisezwiebeln gelten als nicht verträglich)
– 2 große oder 4 kleine Pak-Choi
– verträgliches Kloßmehl halb & halb **
– 2 Becher Sahne (bitte darauf achten, dass keine unverträglichen Zusatzstoffe enthalten sind)
– 2 EL Stärke (ich verwende reine Maisstärke) **

Zubereitung:

  1. Die Kaninchenkeulen mit Salz, Pfeffer und Paprika einreiben.
  2. Frühlingszwiebel hacken.
  3. Die gewürzten Kaninchenkeulen mit den kleingehackten Frühlingszwiebeln in einer Pfanne in Rapsöl anbraten.
  4. Die Keulen mit den Frühlingszwiebeln in einen Bräter geben und bei 180°C Umluft für 45-60 Min. in den Ofen schieben. (Ich nutze einen Bräter von Tupper, wo nichts anbrennt und man kein Wasser nachgießen muss – falls ihr also normale Bräter o.ä. nutzt, müsstet ihr da drauf achten, Wasser hinzuzufügen.)
  5. Während die Kaninchenkeulen im Ofen schmoren, Klöße nach Packungsanleitung zubereiten.
  6. Schneide den Pak-Choi in Stücke und brate oder koche ihn für ein paar Minuten, sodass er noch knackig bleibt.
  7. Hole die Keulen aus dem Ofen, lege sie auf einen separaten Teller und gieße den Sud mit den Frühlingszwiebeln in einen kleinen Topf.
  8. Gib 2 Becher Sahne und 2 EL Stärke in den Sud und rühre alles mit einem Quirl, damit keine Klumpen entstehen.
  9. Sauce kurz auf höchster Stufe aufkochen und dann auf niedriger Stufe unter Rühren weiter köcheln, bis die gewünschte Sämigkeit erreicht ist. Abschmecken und anschließend in ein Kännchen füllen.

Alles zusammen servieren – Guten Appetit!

Bis bald,
EURE HACHIDORI


* Achtung! – Das Rezept ist durch meine persönliche Erfahrung verträglich bei Sali und HIT. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie für die Verträglichkeit übernommen werden. Bitte prüft als Betroffene vorerst pro Woche nur ein neues Lebensmittel in kleinen Mengen aus, ob ihr es vertragt, bevor ihr es in größeren Mengen und Kombinationen zu euch nehmt.

** Anmerkung zu Verlinkungen! – Dieser Artikel enthält Verlinkungen zu den Produkten, die ich aus persönlicher Erfahrung als verträglich einstufen kann. Das soll Betroffenen die Auswahl ihrer Produkte erleichtern. Ich bekomme dadurch keinerlei Bezahlung der jeweiligen Firmen oder Anbieter – jedoch muss ich euch trotzdem darauf hinweisen, dass so eine Verlinkung als Werbung gilt. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie für die Verträglichkeit übernommen werden.

 

 

Rezension – „The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ von Lyssa Kay Adams

Meine lieben Leser,

dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks lesen. Ich habe mich wirklich riesig gefreut, denn es gab über 1000 Bewerber für die Leseexemplare. Ich hatte wahnsinniges Glück. Normalerweise lese ich ja kaum Liebesromane, aber hier hat mich die Idee des Buch-Clubs sehr interessiert. Ob es mir am Ende gefallen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
  • Autor: Lyssa Kay Adams
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag „Kyss“
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Liebesroman

INHALT:

Thea und Gavin sind seit ein paar Jahren ein Ehepaar und haben zwei zuckersüße Töchter. Doch in ihrer Ehe kriselt es offensichtlich mehr als beiden lieb ist, denn nach einem Schlüsselereignis droht die heile Welt zusammenzubrechen.
Die beiden gehen auf Abstand und da kommen Gavin seine Freunde zur Hilfe. Sie weihen ihn in die Geheimnisse ihres Buch-Clubs ein. Dort beschäftigen sich die Männer mit Frauenromanen, um ihre Frauen besser zu verstehen und ihre Ehen zu retten. Gavin ist da auf jeden Fall ein würdiges neues Mitglied und es bleibt abzuwarten, ob der Buch-Club seine Ehe vor dem sicheren Aus bewahren kann. Denn hinter dem Auslöser der Krise stecken viel tiefere Probleme als gedacht.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und liest sich ziemlich flüssig und leicht. Das macht das Buch zu einer perfekten Abendlektüre oder dem berühmten Buch „zwischendurch“.
Tatsächlich ist das Buch sehr kitschig aufgemacht und wirklich eine typische Liebesgeschichte à la amerikanische Liebeskomödie. Doch die Autorin schafft es, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Das ist vor allem einigen Charakteren der Geschichte und dem Humor zu verdanken. Die Darstellung der Männer im Buch-Club ist zwar klischeehaft, aber sehr liebenswert geschrieben.
Was mir leider weniger gut gefallen hat und mich mit einigen Fragen zurückgelassen hat, war der zeitliche Rahmen der Handlung. Die Autorin beschreibt die ganze Zeit eine Ehe, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben sollte – nicht nur von den beschriebenen Gefühlen her, sondern auch von den vielen Erlebnissen und unzähligen gerahmten Fotos an der Wand, die jedes Jahr geschossen wurden. Wenn ich das aber im Buch richtig verstanden habe, sind die beiden Protagonisten erst 3 Jahre verheiratet und die Kinder demzufolge ebenfalls 3 Jahre alt? Da kommen wir auch zu einem weiteren Kritikpunkt, dass die Kinder extrem erwachsen sprechen und sich verhalten und ich sehr erstaunt war, dass sie in einer Szene noch in Hochstühlen essen. Das passte für mich alles nicht zusammen.
Außerdem war ich etwas enttäuscht, dass der Buch-Club so wenig in den Fokus gestellt wurde, obwohl er dem Buch seinen Namen gegeben hat. Es gibt nur wenige Szenen, wo der Buch-Club wirklich eine Rolle spielt, was ich sehr schade finde.
Ebenfalls nicht so mein Fall – das ist aber Geschmackssache – waren die sehr detailliert beschriebenen Sexszenen. Auf jeden Fall ist es zum Ende hin keine harmlose Liebesgeschichte mehr, sondern schon stark tendierend in Richtung Erotik, weswegen ich keine Empfehlung für jüngere Menschen aussprechen kann. Ich finde ja sowieso, dass sowas besser gekennzeichnet werden sollte.
Generell waren einige Personen auch sehr anstrengend konzipiert, wie Theas Schwester Liv. Die sollte aber wahrscheinlich auch so sein. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war aber das ständige Hin und Her zwischen den Protagonisten. Leider haben sie sich sehr unreif verhalten und ich konnte die Auslöser für die Dramatiken nicht so recht nachvollziehen.
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Einschübe des Romans, den Gavin liest. Da es im Stil von Jane Austen gehalten war, gefielen mir diese Passagen sehr gut – fast sogar besser als die Hauptgeschichte. Ich denke, das Buch „Die Verführung der Gräfin“ sollte die Autorin vielleicht auch veröffentlichen. 😉
Abschließend möchte ich nur noch erwähnen, dass die großen Seitenränder mir nicht so gut gefallen haben – das lässt das Buch gehaltvoller erscheinen, als es dann tatsächlich ist. Und es haben sich doch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler eingeschlichen.

FAZIT:

Das Buch war angenehm und entspannt zu lesen. Die Geschichte um die beiden Protagonisten war sehr süß gemacht und romantisch, zum Ende auch mit immer mehr erotischen Schilderungen. Mir fehlte es insgesamt leider an etwas mehr Tiefe und Einfallsreichtum. Die Geschichte las sich dann doch recht gewöhnlich.

Eine liebenswerte Geschichte für Zwischendurch, teils mit detaillierten erotischen Elementen. Leider fehlte das gewisse Etwas, der Fokus auf dem Buch-Club und das Thema hätte durchaus mehr Tiefe zugelassen. Mein Fazit: Ein prima Buch für Zwischendurch, aber kein Highlight für mich.

BEWERTUNG: ❤❤❤♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Meine Histaminintoleranz – Neues Rezept: „Selbstgemachte Kroketten und Hühnchen-Gemüse aus dem Ofen“

Hallo meine lieben Leser,

vor einiger Zeit habe ich meine neue Beitragsreihe zu meiner Histaminintoleranz (Abk.: HIT) gestartet. In dieser Kategorie werde ich euch demnächst auch über meine Salicylatintoleranz (Abk.: Sali) berichten, die häufig gemeinsam mit der HIT auftritt.

Doch heute gibt es erstmal ein Rezept für euch! Ich habe beschlossen, dass ich meine eigenen Rezepte aus meiner Experimentierküche hier teilen werde, wenn ich sie gut vertragen habe. Ich möchte anderen Betroffenen die Umstellung der Ernährung vielleicht etwas leichter machen, denn es ist wirklich gar nicht so einfach, da am Anfang durchzusehen. Gerade mit einer kombinierten HIT+Sali steht man vor einer noch größeren Herausforderung. Und vielleicht ist es auch für euch, die nicht betroffen sind, eine tolle Anregung für ein nächstes Kochexperiment!

Bitte lest als Betroffene vor dem Nachkochen meine Hinweise am Ende des Artikels. *

 

Selbstgemachte Kroketten und Hühnchen-Gemüse aus dem Ofen

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⏰ Zubereitungszeit: ca. 90 Min.

Zutaten für Kroketten:

– 1 kg Kartoffeln
– 4 Eigelb für Teig (das Eiweiß gilt als nicht verträglich)
– 40 g Stärke (ich verwende reine Maisstärke) **
– 40 g Butter, flüssig geschmolzen (Süßrahm) (Sauerrahm gilt als nicht verträglich!)
– Salz (unjodiert und ohne Zusätze, am besten Steinsalz oder Urmeersalz/Ursalz) **(Normales Tafelsalz, Speisesalz und Meersalz gilt als nicht verträglich!)
– evtl. Reismehl und 4 Eigelb zum Panieren (ihr könnt auch Paniermehl nehmen, wenn es für euch verträglich ist)
– Rapsöl (Sonnenblumenöl gilt als unverträglich)

Zutaten für Hühnchen-Gemüse:

– 400-500 g Bio-Hühnchen > Menge könnt ihr nach Belieben anpassen (Bio-Fleisch gilt generell als besser verträglich)
– 2 große oder 4 kleine Pak-Choi
– 1 große oder 2 kleine Frühlingszwiebeln (normale Speisezwiebeln gelten als nicht verträglich)
– Salz (unjodiert und ohne Zusätze, am besten Steinsalz oder Urmeersalz/Ursalz) **(Normales Tafelsalz, Speisesalz und Meersalz gilt als nicht verträglich!)
– 3 EL Rapsöl (Sonnenblumenöl gilt als unverträglich)
– 1/2 Becher Creme fraiche
– 2 EL Stärke (ich verwende reine Maisstärke) **

 

Zubereitung Kroketten:

1. Kartoffeln schälen und halbieren. Anschließend für 20 Min. kochen, bis sie weich sind.
2. Kartoffeln abgießen und im Topf auf kleiner Hitze abdämpfen lassen, bis alles Wasser verdampft ist.
3. Kartoffeln in eine Schüssel geben und klein stampfen oder durch eine Kartoffelpresse geben. Möglichst kein Rührgerät verwenden.
4. Kartoffeln zum Abkühlen stellen, bis sie lauwarm sind.
(Während die Kartoffeln abkühlen ist übrigens der richtige Zeitpunkt, um mit dem Hühnchen-Gemüse anzufangen und es in den Ofen zu schieben.)
5. Eigelb von Eiweiß trennen.
6. Butter schmelzen.
7. Stärke abwiegen.
8. Eigelb, flüssige Butter und Stärke unter die lauwarmen, gestampften Kartoffeln rühren.
9. evtl. Zutaten zum Panieren vorbereiten – Teller mit Eigelb und Teller mit bspw. Reismehl (oder Paniermehl, wenn verträglich).
10. Ausreichend Öl zum Frittieren in eine Pfanne geben.
11. Aus dem Kartoffelgemisch kleine Kroketten formen, evtl. in Ei und Reismehl (o. Paniermehl) wälzen und in heißem Fett frittieren, bis sie rundherum goldbraun sind – mehrmals wenden. Abtropfen und auf einer Servierplatte ablegen.

Zubereitung Hühnchen-Gemüse:

(Ich nutze einen Bräter von Tupper, wo nichts anbrennt und man kein Wasser nachgießen muss – falls ihr also normale Bräter o.ä. nutzt, müsstet ihr da drauf achten, Wasser hinzuzufügen.)

1. Pak-Choi in Stücken schneiden.
2. Frühlingszwiebeln hacken.
3. Bio-Hühnchen-Filets zerkleinern.
4. Klein geschnittenen Pak-Choi und gehackte Frühlingszwiebeln in den Bräter legen. Hühnchen auf dem Gemüse platzieren, mit Salz bestreuen und 3 EL Öl darüber verteilen.
5. Den mit den Zutaten befüllten Bräter auf 200°C für 20 Minuten bei Umluft im Ofen garen.
6. Wenn es fertig ist, Hühnchen mit Gemüse in eine Schüssel schöpfen.
7. Den übrig gebliebenen Sud in einen Topf geben, um die Soße anzurühren.
8. Einen halben Becher Creme fraiche und 2 EL Maisstärke mit einem Quirl einrühren, sodass keine Klumpen entstehen.
9. Auf hoher Flamme kurz aufkochen und dann auf niedriger Flamme unter Rühren weiter köcheln lassen bis die gewünschte Sämigkeit erreicht ist. Soße abschmecken und in ein Kännchen geben.

 

Jetzt kann alles zusammen serviert werden – Guten Appetit! 🙂 

Bis bald,
EURE HACHIDORI

 


* Achtung! – Das Rezept ist durch meine persönliche Erfahrung verträglich bei Sali und HIT. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie für die Verträglichkeit übernommen werden. Bitte prüft als Betroffene vorerst pro Woche nur ein neues Lebensmittel in kleinen Mengen aus, ob ihr es vertragt, bevor ihr es in größeren Mengen und Kombinationen zu euch nehmt.

** Anmerkung zu Verlinkungen! – Dieser Artikel enthält Verlinkungen zu den Produkten, die ich aus persönlicher Erfahrung als verträglich einstufen kann. Das soll Betroffenen die Auswahl ihrer Produkte erleichtern. Ich bekomme dadurch keinerlei Bezahlung der jeweiligen Firmen oder Anbieter – jedoch muss ich euch trotzdem darauf hinweisen, dass so eine Verlinkung als Werbung gilt. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie für die Verträglichkeit übernommen werden.

Rezension – „One true Queen – Aus Schatten geschmiedet (Band 2)“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

nach dem großartigen Auftakt des ersten Bandes war ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung. Ich fand es persönlich etwas schade, dass das Cover so hell war, mir hatte die dunkle Gestaltung viel besser gefallen. Aber bekanntlich sollte man ein Buch ja nicht nur nach seinem Cover beurteilen, sondern vor allem aufgrund des Inhaltes. Ob mich dieser überzeugen konnte, möchte ich euch im Folgenden erläutern. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Aus Schatten geschmiedet
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 544 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Romantasy, Jugendbuch

INHALT:

Nach ihrer Krönung zur Königin von Lyaskye am Ende des ersten Bandes, scheint Mailins Schicksal besiegelt. Sie lebt nun in der Gewissheit, dass sie entweder dasselbe Ende ereilt, wie ihre Schwester oder sie für immer ohne Liam in ihrer Welt leben muss. Doch was für ein Leben ist ein Leben ohne Liam? Zudem quälen Mailin schreckliche Visionen über ihn. Schlussendlich entscheidet sie sich, nach Lyaskye zurückzukehren. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe von Nathaniel.
Als wenn der Weg zurück nach Lyaskye nicht schon beschwerlich genug gewesen wäre, sieht sich Mailin vor Ort immer größeren Problemen gegenüber. Nicht nur die Tyrannei von Cassian will sie beenden, sondern auch verhindern, dass Unschuldige zu Schaden kommen. Der Band gipfelt in einem Showdown, der beide Wünsche zugleich nicht zu erfüllen vermag. Wird Mailin Lyaskye den Frieden bringen können? Und welche Opfer muss sie dafür bringen?

SCHREIBSTIL:

Auch, wenn dieser Band einige Längen hatte, war der Schreibstil für mich oftmals der Grund, warum ich weitergelesen habe. Jennifer Benkau schafft es, sich bildhaft und vielfältig auszudrücken. Im Vergleich zu anderen Büchern des Genres ist sie meiner Meinung nach im Niveau des Schreibstils im höheren Drittel angesiedelt. So sehr mir der Stil gefällt, so sehr kann er sich leider an einigen Stellen zu sehr in Unwichtigem oder in Details verstricken. Ich denke, das war der Knackpunkt, durch den die Längen des zweiten Bandes entstanden sind. Lange kam keine Spannung auf, weil die Handlung in Alltagsszenen verharrte. Ich hätte mir hier mehr Tempo gewünscht. Am Ende der Handlung war es meiner Meinung nach dann leider genau umgekehrt. Wichtige Showdown-Gespräche und Enthüllungen bekamen nicht genug Raum, um zu wirken.
Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Band im letzten Viertel vom vierten Stern überzeugen, obwohl dieser für mich nur kanpp verdient wurde.

FAZIT:

Der zweite Band tritt deutlich hinter dem Auftakt zurück, was ich sehr schade finde. Die Spannung kam recht spät auf, aber die Charaktere waren nach wie vor liebevoll dargestellt. Die Handlung war leider etwas blass und es fehlte an vielen Stellen das Gefühl für das richtige Tempo.

Einige Längen machen das Finale leider zu zäh für den grandiosen Auftakt in Band 1. Jedoch bieten die liebenswerten Charaktere, der schöne Schreibstil und der Showdown am Ende genügend Lesespaß, um sich knappe 4 Sterne zu verdienen.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Paardiologie“ von Charlotte Roche & Martin Keß-Roche

Meine lieben Leser,

dieses Buch hatte mich aufgrund seines Klappentextes neugierig gemacht. Ich fand die Idee toll, dass ein Paar einen Podcast über seine Beziehung macht und sich selbst ohne Filter reflektiert. Über die Erkenntnisse des Podcasts dann ein Buch zu schreiben fand ich natürlich noch toller. Und da dies noch im Zusammenspiel mit einer Psychologin geschehen sollte, war ich noch gespannter.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Paardiologie – Das Beziehungs-Buch
  • Autor: Charlotte Roche & Martin Keß-Roche
  • Anzahl der Seiten: 297 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

 

Inhalt:

„Ohne Freundschaft hat keine Liebe Bestand.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 83 –

Die Autorin und der Autor sind schon länger verheiratet und haben einige Krisen überstanden. Sie beschlossen schließlich, einen Podcast über ihre Beziehung zu machen und sich schonungslos selbst zu reflektieren. Dabei erzählen sie nicht nur von den Irrungen und Wirrungen ihrer Beziehung, sondern auch von ihrer eigenen Paartherapeutin.
Diese jedoch ist es nicht, die die zwischengelagerten Passagen im Buch geschrieben hat. Dazu haben sie sich eine in der Ratgeber-Branche bereits bekannte Psychologin ins Boot geholt.
Thematisiert werden in diesem Buch das Verliebtsein und Kennenlernen eines Paares, die Hochzeit, allgemein das Thema Liebe, Leidenschaft und Sex, offene Beziehungen, Affären und Fremdgehen sowie Autonomie und Abhängigkeit. Ebenfalls existieren Kapitel zu Anerkennung, Kindern, Nähe und Distanz, Eifersucht, Kränkungen und Enttäuschungen, Streiten und Krisen.
Dieses Potpourri verschiedenster Ansätze verspricht ein großartiges Buch über eine moderne Beziehung und hat bei mir die Erwartungen sehr hoch gesetzt. Ich hoffte, eine psychologisch anspruchsvolle und interessante Analyse vorzufinden, die an ein Experiment eines Pärchens geknüpft ist.

Schreibstil:

„Die Utopie einer vollkommenen Harmonie…“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 19 –

Ich hatte persönlich eher die Form eines normalen Sachbuchs bzw. Ratgebers erwartet. Ich war daher doch etwas enttäuscht, dass es in Dialogform geschrieben ist, unterbrochen von kurzen Passagen der Psychologin in Prosa. Für mich war es allerdings ein großer Minuspunkt, dass hier der Podcast des Pärchens einfach niedergeschrieben wurde. Ich hatte wirklich gehofft, dass sie ihre Erkenntnisse aus dem Podcast zusammenfassen und dann eine wirkliche Analyse durch die Psychologin stattfindet. Dies ist leider nicht der Fall. Allenfalls werden die einzelnen Abschnitte mit dem niedergeschriebenen Podcast von der Psychologin ergänzend kommentiert bzw. unterlegt. Eine wirkliche Analyse der Beziehung findet nicht statt. Es bleibt vieles oberflächlich.

Auch der Sprachstil (aufgrund eines zitierten Podcasts kann ich hier nicht direkt von einem Schreibstil sprechen) hat mir an vielen Stellen nicht gefallen. Während der Autor recht nett und vernünftig wirkt, ging mir die Art der Autorin schon nach kurzer Zeit auf die Nerven. Sie wurde mit der Zeit für mich immer unsympathischer, gerade durch Äußerungen wie „Ich betrüge dich emotional und bin dir so dankbar, dass du es mir erlaubst.“ (sinngemäß wiedergegeben). Der Ton ihrerseits wurde immer rauer und machte auf mich oft den Eindruck, als wollte man das Publikum durch schockierende oder krampfhaft humoristische Aussagen bei der Stange halten. Auf mich wirkte es leider viel zu oft so, als würde die Autorin das Ganze eher zu Zwecken der Selbstdarstellung nutzen, als dass sie an einer wirklichen Analyse ihrer Beziehung interessiert wäre.

Leider haben mir diese Punkte das so gut gestartete Buch verdorben. Ich habe mich am Ende ziemlich dazu zwingen müssen, es zu Ende zu lesen.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Passagen, die von der Psychologin geschrieben waren. Sie waren interessant, gut formuliert und sind hängen geblieben.

Fazit:

„Ohne die Absicherung durch eine gewisse Abhängigkeit von einem wichtigen anderen Menschen ist niemand wirklich autonom.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 159 –

Zuerst einmal muss ich klar sagen: Wer den Podcast gehört hat (ich kannte ihn vorher nicht), für den stellt das Buch keinen Mehrwert dar, da es hauptsächlich die Gespräche aus dem Podcast zitiert.

Ich war von der Idee des Buches so begeistert und umso höher war auch der Fall in die Enttäuschung über die Form des Buches. Für mich hat gerade der Ton, den die Autorin anschlug, den Spaß am Lesen getrübt. Ich hatte jedoch vorher noch kein Buch der Autorin gelesen und wusste daher nicht, worauf ich mich einlasse. Vielleicht wäre ich sonst mit anderen Erwartungen herangegangen. Der harsche Grundton, der sich zum Ende hin immer mehr durchsetzte, ist einfach nicht mein Fall und für mein Dafürhalten zu vulgär für ein sensibles Thema wie menschliche Beziehungen.

Kein Sachbuch und kein Ratgeber, sondern schlichte Unterhaltungsliteratur mit wenigen guten Botschaften. Konnte die Erwartungen nicht erfüllen und hat dieses sensible Thema nicht angemessen beleuchtet.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo

Hallo meine lieben Leser,

im Rahmen einer Leserunde vom Knaur Taschenbuch Verlag auf Instagram habe ich nun endlich mal die vielgelobte Grisha-Trilogie angefangen zu lesen. Was ich von dem ersten Band „Goldene Flammen“ halte, werde ich euch im Folgenden erzählen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Goldene Flammen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: 2019 (Schuber)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

 

INHALT:

Alina, eine Kartografin in der ersten Armee, ist niemand, der als besonders bezeichnet werden würde. Mit ihrem Freund aus Kindertagen, Mal, ist sie weit unter den mysteriösen Grisha. Diese magischen Kämpfer sind sagenumwoben und ziehen mit der Armee gegen die Kreaturen in der bedrohlichen Schattenflur.
Während eines Überfalls rettet Alina Mal das Leben – in ihr erwacht etwas, was sie selbst nie für möglich gehalten hätte. Sie selbst wird nicht nur zu einer Grisha, sondern zur mächtigsten Grisha, die in dieser Zeit existiert.
Der „Dunkle“, der die Armee befehligt, hat bald ganz eigene Pläne mit Alina, die ins Trainingslager der Grisha geschickt wird.
Schnell sieht sich Alina Intrigen und Gefahren gegenüber und muss viel zu schnell Kräfte beherrschen lernen, die sie sich nicht ausgesucht hat.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt sehr bildhaft und fantasievoll. Trotzdem fliegen die Seiten nur so dahin, weil der Schreibstil eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt. Zwar ist der Stil nicht anspruchsvoll, aber er eignet sich perfekt als Abendlektüre, da er so eingängig ist. Jedoch muss man anmerken, dass in den gut 350 Seiten dank der ausführlichen Beschreibungen niemals Langeweile aufkommt und sie sehr gehaltvoll sind. Auf diesen wenigen Seiten wird dann doch erstaunlich viel geboten.

FAZIT:

Mir bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass mich der erste Band neugierig auf mehr gemacht hat. Es war eigentlich nichts Herausragendes am Schreibstil, aber das Buch hat sich so entspannend und leicht gelesen, dass ich wirklich begeistert war. Die Geschichte hat großes Potenzial und ich bin sehr gespannt, ob dieses dann in den nächsten beiden Bänden auch ausgenutzt wird. Mir hat das Worldbuilding und auch die Idee der Grisha sehr gefallen.

Ein Buch, welches durch seine Leichtigkeit überzeugt und die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Ein solides Fantasy-Abenteuer, was mittlerweile schon fast zu den Klassikern im Genre gehört. Macht Lust auf mehr und daher eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler

Hallihallo meine lieben Leser,

heute gibt es wieder mal ein Sachbuch, was ich euch unbedingt vorstellen möchte. Ich leide ja selbst seit 1,5 Jahren unter einer Histaminintoleranz und war deswegen total froh, dass ich bei der Leserunde zu diesem guten Stück Literatur teilnehmen durfte. Wer sich schon mal mit dem Thema der Histaminintoleranz beschäftigen musste, weiß, wie mühsam es ist, durchzusehen und wirklich hilfreiche Informationen zu finden. Deshalb war ich gespannt, ob dieses Buch mich überzeugen kann, denn oftmals ist man als Betroffener auf sich allein gestellt und heillos überfordert.
Ich erhoffte mir neue Impulse – ob das Buch mich überzeugen konnte, nun im Folgenden.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel
  • Autor: Dirk Schweigler
  • Anzahl der Seiten: 173 Seiten
  • Verlag: Books on Demand
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch, Ratgeber

Inhalt:

„… nicht nur eine Geschichte kann man aus mehreren Blickwinkeln erzählen, sondern auch eine Krankheit kann aus mehreren Perspektiven betrachtet werden.“ – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler, S. 9 –

Dirk Schweigler, Wissenschaftler in einem Uniklinikum, gibt in seinem Buch zunächst eine Einführung in das Thema der Histaminintoleranz. Er erklärt, was Histamin ist, welche Vorgänge im Körper damit zusammenhängen und eben auch, wie solch eine Intoleranz entstehen kann.
Weiterhin enthält das Buch eine kleine Übersicht über die Ernährung und kleine Nahrungsmitteltabellen. Diese sind allerdings meiner Meinung nach nur ein erster Überblick, wie es der Autor auch betont. Hier hätte ich mir Verweise auf bekannte Quellen wie die SIGHI-Liste gewünscht, da das Werk eben auch Einsteiger lesen und im Internet-Dschungel nicht sofort die richtige Anlaufstelle finden. Nichtsdestotrotz will und kann ich dafür keinen Stern abziehen, weil das Buch sich vor allem auf den neuen Blickwinkel und damit auf die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten konzentriert und nicht auf die Ernährung und dazugehörige Empfehlungen. Das finde ich gut, denn solche Bücher und Internetseiten gibt es zuhauf.
Denn was dieses Werk auszeichnet ist der Teil des Buches, der sich eben mit der Diagnose und Therapie beschäftigt. Über die viel besprochenen Enzyme wie DAO bis hin zum Darm, Mineralstoffen und Hormonen wird hier alles besprochen. Und zusätzlich liefert der Autor sehr übersichtliche Checklisten für Laborwerte oder Parasiten, auf die man sich prüfen lassen sollte. Es ist eine gute Sammlung der Baustellen, die ein Mensch mit Histaminintoleranz Schritt für Schritt angehen und abarbeiten sollte, um die Ursache zu finden und zu bekämpfen. Für jedes dieser Kapitel werden auch Behandlungsansätze besprochen.
Abschließend werden kurze Tipps und Tricks für den Alltag gegeben, damit man weiß, worauf bei einer HIT besonders zu achten ist. Das geht vom täglichen Lebensstil über Notfallmedizin bis hin zu Spartipps.

Alle Themengebiete werden hier kurz und prägnant behandelt. Wer mehr Details sucht, muss anschließend selbst recherchieren. Ich persönlich finde den Umfang angemessen, um den Leser nicht zu überfordern – denn genau das passiert häufig, wenn man selbst über die Histaminintoleranz recherchiert.

Schreibstil:

Der Autor schafft es, mit seinem Schreibstil die komplizierten Zusammenhänge einer Histaminintoleranz und der Vorgänge im Körper in einfacher Sprache verständlich darzustellen. So wird dieses komplexe Konstrukt auch für medizinische Laien verständlich. Mich hat Dirk Schweigler durch die ehrliche, humorvolle und bodenständige Art und Weise überzeugt, mit der das Buch geschrieben wurde.
Ein wirklich klitzekleiner Kritikpunkt sind gelegentliche Dopplungen von Ausführungen, wenn diese in einem späteren Kapitel wieder aufgenommen werden, aber das ist nicht der Rede wert.

An mancher Stelle hätte ich gern noch ein paar Details mehr gehabt, allerdings würde das den Rahmen eines Einsteigerwerks sprengen und gerade für Menschen, die anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ist ein solches Buch enorm wichtig.

Fazit:

„… das Ziel ist, die Unverträglichkeit wieder loszuwerden.“ – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler, S. 8 –

Ich habe seit 1,5 Jahren die Diagnose Histaminintoleranz und bin vorher durch eine Ärzte-Odyssee gegangen. Niemand hat meine Beschwerden ernst genommen und ich fühlte mich allein. Auch nach der Diagnose, während der Ernährungsumstellung und auf der Suche nach Heilung war von meinen Ärzten keine Hilfe zu erwarten. Ich solle mich damit abfinden, dass ich nie wieder gesund werde, das waren ihre Worte.
Aber es muss eine Ursache geben, habe ich mir gedacht. Es kann nicht für ein Leben so weitergehen, dass ich nur Symptome vermeiden muss. Keiner glaubte mir, aber Dirk Schweigler hat hier ein Buch geschrieben, was genau in diese Richtung Hoffnung macht. Hoffnung auf ein Leben ohne Histaminintoleranz. Dazu bietet er eine übersichtliche Sammlung von Informationen, ohne zu überladen, Checklisten, um nichts zu vergessen und anschauliche Erklärungen, um im HIT-Dschungel endlich durchzusehen. Ein Buch, welches ein guter Einstieg in die Thematik ist und gleichzeitig genug neue Ansätze für „alte Hasen“ mitbringt. Für mich eine runde Sache.

Ein Sachbuch, Ratgeber und eine Checkliste für alle Betroffenen und Interessierten. In einfachen Worten geschrieben, übersichtlich das Wichtigste auf den Punkt gebracht mit einer Prise Humor und ganz viel Hoffnung auf Genesung. Klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das Lied der Sonne“ von Jennifer Wolf

Hallo meine lieben Leser,

Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, weil ich bereits die Jahreszeiten-Reihe der Autorin gelesen habe und diese wirklich sehr gut fand. Ihr Stil hat mir besonders gut gefallen und das Worldbuilding hatte mir echt richtig gut gefallen. Von „Das Lied der Sonne“ versprach ich mir daher ein ähnliches Leseerlebnis. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden nachlesen!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Lied der Sonne
  • Autor: Jennifer Wolf
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Romantasy

INHALT:

„Ich wende mein Gesicht der Sonne zu, dann bleiben die Schatten hinter mir.“
– Kanani in „Das Lied der Sonne“ von Jennifer Wolf, S. 20 –

Lanea lebt in Palilan, einem paradiesischen Strandidyll. Dort ist sie Teil einer ganz besonderen Stammesgemeinschaft, den Palilos, die im Rest des Landes zu unrecht als Wilde verschrien sind. Ihr Volk ist weltoffen, tolerant und Lanea ist die beste Freundin und Gefährtin der Häuptlingstochter Kanani. In anderen Ländern wäre ihre Stellung vergleichbar mit einer Zofe, hier in Palilan sind jedoch alle Menschen gleich. Alle singen das Lied der Sonne und tanzen gemeinsam im Sonnenuntergang am Meer.
Der Großkönig, der über alle Länder – auch Palilan – herrscht und somit die Länder eint, stirbt. Deshalb muss sein Sohn eine Frau heiraten, damit er seine Nachfolge antreten kann. Nur ein verheirateter König darf über das Reich herrschen. Doch die restlichen Mitgliedsstaaten sind längst nicht so paradiesisch wie Palilan und so beschließt der Häuptling, seine sanftmütige Tochter zu beschützen und stattdessen Lanea an ihrer Stelle zur Brautschau des neuen Königs zu schicken. Lanea nimmt diese Herausforderung an und trifft am Hof nicht nur auf die unterschiedlichsten Charaktere, sondern lüftet auch ein Geheimnis, von dem sie nichts ahnte.
Der Großkönig bringt außerdem ihr Herz durcheinander, obwohl diese Liebe nicht existieren darf.
Lanea sieht sich schließlich nicht nur den Widrigkeiten und Bedrohungen am Hofe ausgesetzt, sondern muss letztendlich für das Wohl des gesamten Landes kämpfen.

Diese Handlung bildet den Rahmen und das Potenzial für eine großartige Geschichte. Leider wurde diese Stärke hier nicht ausgenutzt und eines der markantesten Dinge, was mir hier gefehlt hat, war die Entwicklung der Protagonisten. Lanea gefiel mir tatsächlich am Anfang der Geschichte am allerbesten. Da war sie willensstark, unabhängig und vernünftig. Im Laufe der Geschichte wurde sie für mich immer farbloser, verlor ihren Glanz und vor allem ihre Vernunft. Sie war am Ende geradezu verblendet und fokussiert auf Dinge, die ihr am Anfang zuwider gewesen wären. Natürlich hat sie eine Entwicklung durchgemacht – allerdings eine schlechte. Für mich waren es leider stets Rückschritte.

Auch Aaren, der hier als männlicher Gegenpart in die Geschichte eingeführt wird, war für mich einfach nur da. Er war von Anfang an ein sehr undurchsichtiger Charakter, der für mich zu wenig Konturen hatte. Sein Gemütszustand von leidend bis gleichgültig war auf Dauer etwas anstrengend und leider hat er über den Verlauf der Geschichte kein bisschen an Stärke gewonnen. Wenn ich seinen Charakter beschreiben müsste, würde ich sagen, dass er keinen hat. Da war weder Rückgrat noch Romantik oder irgendein anderes Gefühl, was er für mich authentisch ausgestrahlt hätte. Leider blieb auch dieser Charakter sehr blass.

Einige der Nebenfiguren jedoch waren sehr liebenswert und einzigartig herausgearbeitet. Diese bekamen jedoch nicht genug Raum, um ihren Charme gänzlich zu entfalten. Und leider muss ich sagen, dass mir ein paar spannende Protagonisten besser gefallen hätten als diese vielen, teilweise auch unnötigen Nebencharaktere.

Der Einstieg in das Buch fiel mir unglaublich leicht, ich habe in letzter Zeit selten so gut in eine Geschichte hinein gefunden. Das war aber leider auch schon alles. Der Rest der Geschichte konnte mich nicht sonderlich fesseln, sie plätscherte bis kurz vor Ende vor sich hin, ohne dass etwas Nennenswertes passiert wäre. Intrigen, Wendungen und Spannung, die ich hinter vielen Geschehnissen erwartete, wurden leider nicht umgesetzt und so war ich am Ende ziemlich enttäuscht von der Eintönigkeit. Kurz vor Ende werden dann ziemlich viele außergewöhnliche Ereignisse aneinandergereiht, die allerdings keinen Bezug zum Rest der Geschichte hatten. Insgesamt muss man leider sagen, dass der Geschichte der rote Faden fehlte und ich so keine Verbindung zur Story finden konnte.

Ein großer Kritikpunkt für mich ist der fehlende Fantasy-Anteil. Da das Buch im Genre „Romantasy“ angesiedelt ist und auch als „Romantasy-Highlight“ beworben wird, habe ich da eindeutig etwas anderes erwartet. Die Wahrheit ist aber, dass es zwar in einer fiktiven Welt spielt, diese sogar hierarchisch und auch gesellschaftlich in Teilen an das Mittelalter erinnert. Das wird mit ein paar modernen Aspekten (Toleranz der Palilos) gepaart. Jedoch sind hier bis kurz vor dem Ende keinerlei magische, übernatürliche oder märchenhafte Elemente vorhanden, die dieses Genre auszeichnen. Es gibt weder Zauberer oder besondere Wesen. Und damit ist mir der Fantasy-Anteil doch wirklich zu gering. Erst am Ende gibt es eine einzige Szene, in der dann etwas übernatürliches eingewoben wird, was dann aber auch eher erzwungen wirkt und wieder keinen richtigen Bezug zum Rest des Buches hat. Das fand ich sehr schade. So kurz vor Ende war das für mich nicht mehr nötig.
Weiterhin erwarte ich von einem Buch im Bereich „Romantasy“ auch einiges mehr an Romantik, als es hier der Fall war. Es gab bis zum ersten Kuss einfach so wenige Momente (vielleicht 3 oder 4), in denen sich die Personen wirklich unterhalten haben, dass ich die Entwicklung der Liebesgeschichte als sehr unauthentisch empfand. Auch das Verhalten in den wenigen Situationen war nicht geprägt von Romantik, sondern von Zurückweisung und Unklarheit über die gegenseitigen Gefühle. Das ist okay, war hier aber für mich einen Tick zu viel, da sich die Beziehung überhaupt nicht aufbauen konnte. Somit war für mich bis zum Ende die Liebesgeschichte nicht nachvollziehbar.

Gepaart hat sich diese fehlende Romantik leider auch mit sehr unausgereiften Dialogen, die sich mit teilweise im Sinn nicht erschlossen haben. Die Reaktionen der Gesprächspartner waren für mich öfter nicht greifbar und sehr unlogisch, was mich nachhaltig frustriert hat.

Mir persönlich gab es in diesem Buch auch etwas zu viele Diskriminierungsthematiken. Es war ein bunter Strauß davon. Sowohl Diskriminierung von Frauen, von Hautfarben als auch von sexuellen Orientierungen waren vorhanden und wurden kritisiert. Leider wurde mir das Ganze zu wenig ausgearbeitet. Ohne Zweifel sind dies wichtige Problematiken, die angesprochen werden müssen – ich möchte allerdings anmerken, dass ein Einzelband dafür einfach eine zu kleine Bühne bietet und für mich wirkte es dadurch schnell überfrachtet. Außerdem muss ich sagen, dass die pure Erwähnung mehrerer homosexueller Affären, ohne dass diese näher beleuchtet werden, für mich zu plakativ sind. Als oberflächlich behandelter Nebenschauplatz geht mir sowas schnell auf die Nerven. Es wirkt dann so, als wenn es einfach nur erwähnt wird, um den Zeitgeist zu treffen.

Abschließend muss ich sagen, dass das von vielen Lesern benannte offene Ende für mich nicht existent war. Das Ende ist aus meiner Sicht nicht offen, sondern klar abgeschlossen. Sicherlich ist ein kleiner Ausblick auf die Zukunft möglich, aber in welchem Buch ist das nicht so? Ein offenes Ende ist in meinen Augen jedenfalls etwas anderes.

SCHREIBSTIL:

„Angst ist ein mächtiges Instrument. Sie lässt Menschen zu Tieren werden und Dinge tun, die sie bei gesundem Verstand niemals machen würden.“ – Kimo in „Das Lied der Sonne“ von Jennifer Wolf, S.113

Der Schreibstil der Autorin ist etwas Besonderes, wie ich finde. Schon bei ihren vorhergehenden Büchern musste ich feststellen, dass er sich sehr flüssig liest, jedoch so gehaltvoll ist, dass die Seiten nicht gerade dahinfliegen. Das hatte mich jedoch nie gestört, weil jede Seite so viel Inhalt zu bieten hatte und es nicht langweilig wurde. In diesem Buch ist es ähnlich gewesen. Leider änderte sich das ab circa der Hälfte der Geschichte. Irgendwann empfand ich den Stil dann leider als zäh und schwerfällig und es waren leider einige Längen im Buch vorhanden, die jeweils nicht in einem Höhepunkt gipfelten, sondern die Geschichte gefühlt in die Länge zogen. Oft wurden Dinge thematisiert, die keinen Mehrwert für die Geschichte brachten und ein roter Faden war leider auch nicht vorhanden. Zudem wurden einige Formulierungen so oft genutzt, dass es den Texten an Variation fehlte. Leider ging dadurch extrem viel Gefühl verloren und die gewünschte Aussage ging dadurch verloren.

Das vorliegende Buch wurde in der Ich-Perspektive aus Sicht der Protagonistin geschrieben.

FAZIT:

„Das sind harte Zeiten. Für niemanden gibt es einen perfekten Weg.“ – Annabelle in „Das Lied der Sonne“ von Jennifer Wolf, S. 281

Sehr gut gefallen hat mir die Idee des Urvolks, die sogar eine eigene Sprache sprechen und für die eigene Worte erfunden wurden. Das war ein klarer Pluspunkt, weil das Südsee-Feeling und die Details in Laenas Heimat einfach atemberaubend schön waren und durch ihre Friedlichkeit bestochen haben.

Wie ihr oben schon lesen konntet, gab es für mich aber eine ganze Reihe Kritikpunkte. Zusammenfassend muss ich sagen, dass die versprochenen Wendungen und Intrigen schlichtweg nicht vorhanden waren. Es war ziemlich schnell ersichtlich, wer gut und böse war. Es war sogar so, dass man hinter der guten Fassade oft eine Intrige oder Wendung vermutete – die dann einfach nicht eintraf. Es könnte so beschrieben werden, dass das Buch unvorhersehbar war, allerdings auf eine ungute Weise. Vieles wirkte mir zudem sehr konstruiert und mir fehlte der rote Faden.

Ein Buch, was sein Potenzial nicht ausgeschöpft hat. Erzwungen konstruierte Geschehnisse, Logikfehler und ein fehlender roter Faden trübten das Leseerlebnis. Fantasy und Romantik waren zu wenig vorhanden – die Charaktere zeigten sich zu blass. Aus diesem Grund leider kein Highlight für mich!

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI