Rezension – „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch

Meine lieben Leser,

ich hatte wieder mal das große Glück, dass ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks ein Buch gewonnen habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Kinderbuch namens „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch, welches mich schon alleine durch das Cover und den Klappentext sehr neugierig gemacht hat. Wie es mir insgesamt gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Händler der Töne
  • Autor: Verena Petrasch
  • Anzahl der Seiten: 345 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy

INHALT:

Noé ist ein Waisenjunge, der in seinem Dorf von Familie zu Familie gereicht wird. Er hasst das Dorfleben und seine einzigen Stützen sind seine Freundin Minu und die Klänge, die nur er hören kann. Er träumt davon, hinaus in der Klangwelt zu ziehen und einen Platz zu finden, an dem Minu und er in Ruhe leben können.
Er ergreift seine Chance, als ein fahrender Tonhändler das Dorf besucht und wird zu dessen Lehrling. Nur schweren Herzens lässt er Minu dafür zurück, um ihr später ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Der Händler jedoch ist alles andere als freundlich zu ihm und weist ihn stetig ab, lehrt ihn nichts und wirkt, als würde er ein Geheimnis mit sich herumtragen.
Als Minu in Gefahr gerät, muss Noé nicht nur all seinen Mut aufbringen, um das Geheimnis des Händlers aufzudecken, sondern auch sich selbst herausfordern.
Auf seiner Reise durch die Klangwelt begegnen ihm einzigartige Töne mit unaussprechlichen Namen, irrwitzige Charaktere und atemberaubende Fantasiegestalten. Sein Weg führt ihn durch wundersame Städte, mysteriöse Dschungel und auf Piratenschiffe, wodurch das zauberhafte Abenteuer rund um die Klänge und Töne abgerundet wird.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil des Buches war anfangs für mich sehr erklärend, sodass der Einstieg für mich etwas holprig verlaufen ist. Der Leser wurde direkt ins Geschehen katapultiert und ich musste mich erstmal zurechtfinden in dieser ganz anderen Welt, in der alles über Töne und Klänge definiert wird. Jedoch nach kurzer Zeit war ich so in diesem fantasievollen Worldbuilding gefangen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Noé ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und auch die anderen Charaktere sind mit liebevoller Feder geschrieben.
Besonders stechen die vielen Ton- und Klangvokabeln heraus, die wirklich unglaublich kunstvoll und originell sind. Es war eine wirkliche Freude, beim Lesen den vorgestellten Klängen zu lauschen und sich deren Wirkung vorzustellen.
Die Kapitel sind angenehm kurz und lesen sich sehr schnell. Ein paar Fragen zum Worldbuilding bleiben für mich als Erwachsenen offen und so ist der Inhalt der Kapitel aufs Wesentliche beschränkt, was für ein Kinderbuch allerdings völlig in Ordnung ist.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich auf mehreren Ebenen überrascht. Es hatte für ein Kinderbuch ein deutlich höheres sprachliches Niveau, als erwartet und somit ist die Lektüre wohl eher etwas für größere Kinder. Der Protagonist ist 10 Jahre alt, weswegen ich dieses Buch auch ungefähr ab diesem Alter empfehlen würde. Zum Vorlesen kann ich mir allerdings auch etwas jüngere Zuhörer vorstellen. Hier sollte nur beachtet werden, dass es für ein Kinderbuch doch ungewohnt blutig und düster zugeht. Insgesamt war es für mich ein wirklich zauberhaftes und fantasievolles Abenteuer.
Eine sprachlich niveauvolle, originelle Reise, welche den Leser in die Welt der Klänge entführt. Gleichzeitig ein zauberhaftes, zeitweise düsteres Abenteuer um den Jungen Noé, der auf allerlei irrwitzige Gestalten trifft und über sich hinauswachsen muss, um seine Freunde zu retten. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber

Meine lieben Leser,

letztes Jahr hatte ich das Leseziel, auch mal außerhalb meines liebsten Genres „Fantasy“ zu lesen und ich muss zugeben, dass ich daran Gefallen gefunden habe. Denn schon früher habe ich gern mal zu einem Klassiker und Sachbuch gegriffen, aber zwischendurch ging mir das etwas verloren. Dieses Jahr führe ich dieses Vorhaben aber weiter und damit wären wir schon bei meiner aktuellen Lektüre. „Lass die Kindheit hinter dir“ habe ich mal als Empfehlung in irgendeiner Zeitschrift gesehen. Ich fand, es klang recht interessant und wie jeder von uns, schleppe auch ich meinen ganz persönlichen Ballast mit mir herum.
Die Autorin ist bekannt für ihre Kolumnen in der „Psychologie heute“ und arbeitet als Diplompsychologin. Ich war sehr gespannt, was das Buch mir über mich und meine Kindheit beibringen würde und war ehrlich gesagt auch oft sehr überrascht. Meinen Eindruck möchte ich daher wie immer gern mit euch teilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Lass die Kindheit hinter dir – Das Leben endlich selbst gestalten
  • Autor: Ursula Nuber
  • Anzahl der Seiten: 317 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuauflage (Oktober 2019)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Psychologie

INHALT:

„Alles, was uns in unserer Lebensgeschichte widerfährt, schlägt sich in unserer Seele nieder, je nachdem, wie wir es verarbeiten. Und was sich innerlich niedergeschlagen hat, ist allzeit bereit, wieder geweckt zu werden.“

Friedemann Schulz von Thun in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 103

In dem Buch von Ursula Nuber wird auf gar nicht mal so kurzen 317 Seiten ausführlich auf den Zusammenhang zwischen unserer Kindheit, daraus entstehenden Glaubenssätzen und der Auswirkung auf unser Verhalten und unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter eingegangen.
Dabei wird zunächst erläutert, warum wir individuell so sind, wie wir sind. Hier wird jedoch nicht einfach nur behauptet, dass die Kindheit uns zu einem festgeschriebenen Schicksal prägt – frei nach dem Motto: „Ich hatte eine schlechte Kindheit, also kann aus mir nichts werden.“ – Nein, vielmehr wird hier aufgezeigt, dass wir eben keine Marionetten der Vergangenheit sind und durchaus unseren eigenen selbstbestimmten Weg gehen können. Dazu braucht es aber viel Geduld und vor allem eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Mut.
Nuber beginnt damit, die Schlaglöcher aufzuzeigen, in die wir auf der Straße unserer Kindheit fallen können und die uns nachhaltig im Erwachsenenalter in Form von Glaubenssätzen zum Verhängnis werden können. Außerdem stellt sie dar, was die frühen, grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes sind – und da reden wir hier natürlich nicht nur von Essen und ausreichende Schlaf, sondern vor allem von der emotionalen Ebene.
Auf Basis unserer ganz persönlichen Kindheitserfahrungen bildet sich letztlich unsere Persönlichkeit, die aufgrund dieser Erfahrungen aber auch unser wahres Selbst verbergen kann. Dieses zu entdecken, ist eine weitere Aufgabe, die bewältigt werden will.
Besonders interessant war nicht nur, zu erfahren, wie durch alte Wunden, Stress und Wiederholungszwänge die festgefahrenen Glaubenssätze aktiviert werden, sondern auch, wie alternative Erfahrungen unsere Seele schützen und sie sogar umprogrammieren können.
Gekonnt zeigt die Autorin auf, wie man lernt, mit den Schatten der Kindheit zu leben und selbst die Regie unserer eigenen Geschichte zu übernehmen. Abschließend gibt sie Anleitungen für die Entmachtung der Botschaften aus der Vergangenheit, wie wir unser inneres Kind beruhigen können, wie man vergibt und was im speziellen Fall passiert, wenn die eigenen Eltern im Alter Unterstützung brauchen.
Die Liste des von ihr sogenannten 8-Punkte-Programms am Ende fasst die wichtigsten Schritte noch einmal zusammen.

Zugegeben enthält dieses Werk viele bekannte Fakten und Methoden, wenn man selbst aus dem Bereich kommt, allerdings auch genügend Informationen, die ich so noch nicht wusste.

SCHREIBSTIL:

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“

Søren Kierkegaard in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 49

Ursula Nuber schreibt über dieses doch sehr tiefgehende, psychologische Thema so verständlich, dass auch Laien locker einen Zugang zu den Problematiken bekommen.
Nuber beschäftigt sich in einem Detailgrad mit diesem Thema, dass es durchaus Sinn macht, sich Notizen zu seiner eigenen Geschichte zu machen, um nebenbei direkt eine kleine Analyse anzufertigen. Selbst für Fachkundige kann sich ein Blick in dieses Buch lohnen, da eine Reflektion seiner Selbst immer bezahlt macht.
Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die vielen Dopplungen – die Autorin wiederholt einige Aussagen wirklich sehr oft, was ich schade finde. Ich denke, da hätte man das Buch auch noch etwas knackiger machen können. Auch die prominenten Beispiele hätten für mich nicht unbedingt im Buch stehen müssen, weil ich dazu viel weniger Bezug hatte als zu den Einschüben, in denen echte Beispiele aus dem „normalen“ Leben erzählt wurden.
Zusammenfassend muss man aber sagen, dass die Autorin es geschafft hat, ein recht komplexes Thema, verständlich aufzubereiten. Sie bleibt dabei realistisch und hat an passenden Stellen gut recherchierte Studien und Verweise zu anderen Psychologen und Autoren eingeflochten.

FAZIT:

„Wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir die Dinge betrachten, werden sich die Dinge, die wir betrachten, verändern.“ Wayne Dyer

Auszug aus dem Abschnitt „Abstand halten“ in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 211

Alles in allem bin ich nach der Lektüre sehr zufrieden. Für mich persönlich passt es gerade zu der ganzheitlichen Osteopathie, die ich gerade bekomme, sodass ich das Buch genau zur richtigen Zeit zur Hand genommen habe. Ich habe mir viele Notizen gemacht und hatte einige Aha-Momente, was ich von so einem Buch auch erwarte. Letztlich war es nicht nur informativ, sondern auch sehr interessant und spannend.
Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel über das Körpergedächtnis und die unmittelbare Wirkung unserer Kindheitserfahrungen und unserer Psyche auf das Immunsystem und Erkrankungen wie bspw. Allergien. Dazu hätte ich gerade mit meinen Intoleranzen gern noch mehr gelesen, aber das hätte natürlich zu weit geführt, weswegen ich es toll finde, dass es wenigstens im Zusammenhang erwähnt wurde. Dazu werde ich sicherlich mal recherchieren und noch mehr lesen.

Ein leicht verständlicher und wahnsinnig interessanter Ratgeber, der mit gut recherchierten Informationen und Lösungsansätzen punkten kann. Für jeden zu empfehlen, der sich für Psychologie und/oder das eigene innere Kind interessiert – und sich endlich bewusst damit auseinandersetzen möchte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

[Writing Friday] Die Sonnenstadt

Meine lieben Leser,

heute gibt es den Versuch eines kleinen Neuanfangs auf dem Blog. Da ich seit kurzem angefangen habe, ernsthaft an einer Geschichte zu schreiben, möchte ich mein Schreiben auch etwas üben und verkünde stolz, dass ich mich am [Writing Friday] von der tollen Elizzy von readbooksandfallinlove.com beteiligen möchte. Ich bin gespannt, was da so alles aus meinem Hirn zu Papier purzelt und hoffe, ihr mögt es vielleicht auch ein kleines Bisschen. Ich freue mich auf jeden Fall über euer Feedback!

Ich schreibe heute über: Ein Abenteuer im alten Ägypten, wo ich durch eine Zeitmaschine gelandet bin.


Das erste, das ich fühlte, war der Sand in meinen Händen. Unter meiner Wange spürte ich ihn als nächstes – kühl und feucht. Ein Windstoß trug die oberste, trockene Schicht ab und peitschte mir die kleinen Sandkörner ins Gesicht. Ein stechender Schmerz machte sich breit und verwunderte mich, hätte ich doch nie gedacht, dass solche winzigen Partikel weh tun könnten. Mühsam stützte ich mich auf und ließ meinen Blick schweifen. Ich befand mich in einer Wüste, vor den Mauern einer Stadt.
Langsam krochen die ersten Sonnenstrahlen an mir vorbei, auf die Stadt zu. Von der Sanddüne aus konnte ich zusehen, wie das goldrote Glitzern langsam an den Mauern hinauf wanderte und anschließend jedes Haus und jeden Stein in dieser Stadt in seinen Glanz einhüllte. Einem Tier gleich sprang der Lichtschein über den Rand eines Gebäudes zum nächsten, bis er schließlich den kulturellen Bezirk erreichte.
Ich traute meine Augen kaum ob der Schönheit, mit der das Tageslicht an den unzähligen Obelisken empor kletterte, immer weiter nach oben. Als es die Spitzen dieser Himmelsnadeln erreichte, explodierte gleißendes Licht. Ich musste die Auge abwenden, so stark schillerte das vergoldete Haupt der Monumente und für einen Moment konnte ich verstehen, warum die Ägypter glaubten, sie könnten mit ihnen das Firmament durchstoßen und so eine Verbindung zu den Göttern herstellen.
Ja, es war zweifelsohne Ägypten, wo mich die Zeitmaschine hingebracht hatte. Denn diese prachtvolle Stadt, mit all ihren wunderschönen Bauten und dem unfassbar grünen Nildelta war nicht zu verkennen. Ich befand mich vor den Toren von Heliopolis, der Sonnenstadt.


Der [Writing Friday] ist eine Idee von Elizzy von readbooksandfallinlove.com, um das kreative Schreiben zu üben. Jeden Monat erwarten einen neue Schreibaufgaben. Falls ihr selbst Lust bekommen habt, etwas zu schreiben, dann schaut vorbei!

Aktuelle Teilnehmer (ihr könnt jederzeit mit einsteigen!):

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ (Band 4) von Christelle Dabos

Meine lieben Leser,

da ist es nun, das Finale der Spiegelreisenden-Saga. Lange habe ich darauf hingefiebert und trotzdem war ich hin- und hergerissen zwischen Neugier und Wehmut, weil diese großartige Reihe ein Ende findet.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos
  • Autor: Christelle Dabos
  • Anzahl der Seiten: 614 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

! Achtung – Band 4 der Reihe ! Spoiler zu vorherigen Bänden ! –

„Solange Ihr nicht die vollständige Wahrheit kennt, werdet ihr Euch selbst niemals vollständig fühlen.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 375

Während der kompletten Saga hat Ophelia viele Archen gesehen – angefangen bei ihrer Heimatarche Anima, dem Pol und schlussendlich Babel. Keine der Archen bleibt vor der Zerstörung verschont. Völlig mysteriös brechen ganze Teile der einzelnen Archen ab und verschwinden im Nichts. Bereits im vorherigen Band hat Ophelia den „Anderen“ im Verdacht und die Identität von Gott aufgedeckt. Im Finale steht sie nun vor der Aufgabe diesem Wesen und seinem Schöpfer nachzuspüren, um den Untergang der Archen und somit der Welt aufzuhalten.
Nachdem sie und Thorn wieder vereint sind, schmieden sie gemeinsam einen Plan, um ihren noch gesichtslosen Widersachern das Handwerk zu legen. Dazu müssen die beiden sich in das Observatorium einschleusen, um von innen heraus Informationen zu erhalten.
Dabei erfahren sie immer haarsträubendere Fakten, begeben sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Füllhorn und Ophelia läuft nicht nur einmal Gefahr, ihren Verstand und sich selbst zu verlieren.
Ob Ophelia und Thorn den Untergang der Archen verhindern können, was hinter all den Geschehnissen wirklich steckt und ob sie ein Happy End erwartet oder nicht, das dürft ihr gern selbst herausfinden.

Ich für meinen Teil fand, dass der letzte Band nicht nur spannend war, sondern auch sehr überragend. Die Handlung und die Enthüllungen haben mich teilweise verwirrt und überfordert, weil ich mich gefühlt habe, als wöllte ich mir das Universum vorstellen – denn ähnlich abstrus und unmöglich erschien mir das Geschilderte in meiner Vorstellung.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist im finalen Band ebenso wunderschön wie in den anderen Bänden der Reihe. Dabos setzt hier sogar fast nochmal einen drauf und glänzt wie immer durch einen sehr vielfältigen, niemals langweiligen und ausgefeilten Stil, der seinesgleichen sucht. Ich kenne kein vergleichbares Werk in diesem Genre, das mich mit seiner Schreibe dermaßen überzeugen konnte. Es ist einfach purer Genuss, diese Worte in sich aufzunehmen. Für mich eine der herausragendsten Autorinnen (und Übersetzerinnen) der letzten Jahre. Nicht umsonst hat sich diese Reihe zu einer meiner Lieblingsreihen entwickelt, die diesen Platz wohl noch lange behalten wird. Sprachlich spielen diese Bücher in einer komplett anderen Liga als das, was durchschnittlich in diesem Genre zu finden ist. Alleine die sprachliche Raffinesse und Komplexität sind Gründe, warum jeder diese Bücher gelesen haben sollte.

FAZIT:

„Die schwarzen Strahlen fluten in ihre Brillengläser, erhellen mit ihrem paradoxen Licht Ophelias Gedanken, und sei´s drum, dass sie unfähig ist, diese laut auszusprechen. Sie ist erfüllt von einem Verstehen, das keiner Worte bedarf.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 527 –

Ich bin voll des Lobes, aber ich bin gelinde gesagt auch etwas zerstört. Das Ende hat mich eiskalt erwischt. Es tat mir in der Seele weh, den Buchdeckel hinter Ophelia und den anderen Charakteren zuklappen zu müssen. Diese Reihe hat mich auf so vielen Ebenen abgeholt und begeistert, dass ich sie auf jeden Fall erneut lesen werde – denn eines ist klar – mit dem Wissen der Enthüllungen und Erklärungen aus dem letzten Band, sollte eine erneute Lektüre noch mehr entdecken lassen. Was in allen vorherigen Bänden oft recht verwirrend und mysteriös war, wird nun ganz anders zu betrachten sein. Für solche Bücher lese ich – wenn dieses Buch keine fünf Sterne verdient hat, frage ich mich, welches sonst.
Es kann nach diesem grandiosen Finale niemand mehr abstreiten, dass Dabos hier einen wahren Epos geschaffen hat, der mit seinen skurrilen und liebenswerten Charakteren direkt ins Herz trifft. Die überbordende Fantasie, das unfassbare Worldbuilding und die sprachgewaltige Umsetzung heben dieses Buch in meinen ganz persönlichen Olymp.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

MEINE HISTAMININTOLERANZ – MEINE GESCHICHTE TEIL 2 ODER „Wie die erste Diagnose wieder in der Versenkung verschwand“

Hallo meine lieben Leser,

wie ihr wisst, habe ich vor einiger Zeit meine Beitragsreihe zur Histaminintoleranz gestartet. Jetzt möchte ich den Versuch wagen und parallel auf meinem Blog und Instagram über meine eigene HIT-Geschichte berichten. Es wird also persönlich werden.
Meine Histaminintoleranz begleitet mich nun schon seit 1,5 Jahren und ich möchte meine Erfahrungen teilen – mit anderen Betroffenen, aber auch Menschen, die es nicht betrifft. Mittlerweile trifft man HIT immer mehr an und es mangelt trotz allem an Verständnis.
Außerdem ist HIT ein sehr komplexes Thema, welches nicht nur mit Ernährung, Gesundheit und den Alltag zusammenhängt, sondern auch mit der Psyche. Ihr seht, es wird hier sehr persönlich, aber auch spannend, wie ich hoffe. 😅
Wenn alles gut läuft, begleitet ihr mich von Diagnose (eigentlich schon davor) bis zur evtl. Linderung / Heilung / dem Finden der Ursache. Denn ich stecke noch mittendrin in meiner HIT-Geschichte.

Bitte lest als Betroffene vor dem Nachkochen meine Hinweise am Ende des Artikels. *

Im letzten Beitrag habe ich euch berichtet, wie alles anfing und wie sich meine Intoleranzen bereits angekündigt haben, ohne dass ich es wirklich gemerkt habe oder ein Arzt es erkannte.

Heute geht es darum …
wie die erste Diagnose wieder in der Versenkung verschwand.

Denn nachdem ich die Ernährung auf laktose- und nussfrei umgestellt hatte, bekam ich während des Studiums immer schlimmere Beschwerden. Schlussendlich wurde beim Hautarzt ein Pricktest angeordnet, mit dem die gängigsten Allergien und Heuschnupfen abgeklärt werden.
Bei diesem Test gab es keine großen Ergebnisse, außer einer kleinen Reaktion auf Ambrosia-Pollen.
Der Hautarzt kam aufgrund dieses Tests zu der Diagnose Pseudoallergie. Er meinte, dass ich keine Allergien habe und auch keinen Heuschnupfen. Da die Symptome aber bestehen, wäre es wahrscheinlich, dass ich eine Intoleranz habe, die sich wie eine Allergie äußert. Er tippte auf Histaminintoleranz. Damit lag er zwar schon damals im Jahre 2013 richtig, aber er ließ mich damit komplett alleine und meinte nur, dass ich keine Fertiggerichte mehr essen soll und ab jetzt jeden Tag frisch kochen soll. Das sollte ich für drei Wochen durchziehen und dann sollte es wieder weg sein, so seine Worte.

Ich habe seinen Anweisungen Folge geleistet und jeden Tag frisch gekocht. Allerdings auch viel selbstgemachte Tomaten-Soße und in der Weihnachtszeit natürlich auch Rotkraut und Bratwurst mit Sauerkraut. Alles wahre Histaminbomben, aber das wusste ich ja nicht. Mir wurde ja nur gesagt, dass ich frisch kochen soll und, dass ich auf Rotwein und Hartkäse verzichten soll – was ich alles sowieso fast nie zu mir genommen hatte.

Wie man sich denken kann, hat die 3-Wochen-Diät nichts gebracht – es ging mir sogar schlechter als vorher! Weil ich sehr histaminhaltig gekocht habe. Das wusste ich aber nicht. Darum habe ich das Ganze dann einfach wieder sein lassen und mit den Beschwerden gelebt. Der Arzt meinte auch, dass er da nichts weiter für mich tun könnte. Ich fühlte mich allein gelassen. Denn die Krämpfe im Bauch, die verrückt spielende Verdauung und die heuschnupfenartigen Symptome – Sommer wie Winter – machten mir immer mehr zu schaffen. Dazu kamen oftmals Schwindel oder auch Kreislaufbeschwerden.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch über die zweite Diagnose Asthma, die sich als falsch herausstellte und völlig falsch therapiert wurde.

Bis bald,
EURE HACHIDORI


* Achtung! – Ich beschreibe hier lediglich meine persönliche Erfahrung bei Sali und HIT. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass dies auch auf alle anderen Personen mit HIT zutrifft. Bitte prüft als Betroffener oder falls ihr den Verdacht auf HIT habt eure Beschwerden gemeinsam mit eurem Arzt. Ich muss hier aus rechtliche Gründen darauf hinweisen, dass meine Schilderungen keinen Arztbesuch, eine Diagnose oder eine Behandlung durch Ärzte ersetzen.

Rezension – „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon

Hallo meine lieben Leser,

der Juni neigt sich dem Ende und irgendwie habe ich diesen Monat wieder sehr wenig Bücher gelesen. Das lag unter anderem an meinem Urlaub, denn auch wenn es komisch klingt, lese ich im Urlaub meist sehr viel weniger als sonst. In der Buchhandlung am Strand habe ich „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon erstanden. Ich hatte es vorher schon bei einer Bekannten gesehen und war deshalb neugierig geworden.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Antiquariat der Träume
  • Autor: Lars Simon
  • Anzahl der Seiten: 313 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Roman

INHALT:

„(…) es sind stets die Perspektive und der Blickwinkel, die über die Realität entscheiden, nicht das Ding als solches, losgelöst von seiner Umgebung und dem Betrachter.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 76 –

Das Buch „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon handelt von dem Schweden Johan, der ein Schiffsunglück überlebt. Leider verliert er bei diesem Unglück auch seine große Liebe Lena und das Buch „Singoalla“, welches sie ihm kurz vor dem Untergang des Schiffes schenkte.
Johan arbeitete früher als Leiter eines Verlags, nach dem Unglück jedoch zieht er auf ein Dorf und eröffnet ein Antiquariat und ein Literatur-Café. Doch selbst 4 Jahre nach dem tragischen Schicksalsschlag hat er diesen Verlust nicht überwunden.
Das liegt vor allem daran, dass ihm seit dem Erlebnis die Figuren aus seinen Lieblingsbüchern erscheinen und ihm durch mehr oder minder eindeutige Hinweise über seine Krise hinweghelfen möchten.
Johan hat all die Jahre niemals den Glauben daran verloren, dass Lena noch leben könnte, obwohl das völlig unmöglich ist. Er suchte sie sehr intensiv und konnte sie nicht finden.

Schließlich steht Johan vor der Entscheidung, ein neues Leben zu beginnen oder weiter seiner Hoffnung hinterher zu jagen. Wofür er sich entscheidet, ob seine imaginären Freunde ihm helfen können und ob diese nur Halluzinationen sind, weil er verrückt wird – das dürft ihr selbst herausfinden, da ich euch nicht spoilern möchte.

SCHREIBSTIL:

„Aber war es tatsächlich Erlösung? Manchmal konnte Verlust Erlösung sein. Oft jedoch nicht.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 143 –

Lars Simon schreibt sehr bildhaft, einfach und sein Stil ist sehr leicht zu lesen. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat – es wurde nie langweilig. Kleinere Längen wurden von liebenswert schrulligen Charakteren wieder aufgewogen.
Simon versteht es zwischen subtilem Humor und Melancholie zu schwanken und die Gefühlswelt des Protagonisten eindrucksvoll auf den Leser zu übertragen.
Schlussendlich war man nie ganz sicher, ob das jetzt alles real oder wirklich nur Fiktion ist. Bis zum Ende konnte ich nicht erkennen, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird und das war unheimlich spannend und erfrischend.

Obwohl das Buch nur etwas über 300 Seiten hat, schafft es Simon, sie mit viel Inhalt und Emotion zu füllen.

FAZIT:

„Jedes Buch, das Ihr gelesen habt in Eurem Leben und in dem Ihr Euch verlort, weil Ihr es liebtet, ist ein Stück Eures Lebensweges, ganz gleich zu welcher Zeit dies geschah.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 231 –

Wie man merkt, mochte ich das Buch. Es war ein kurzweiliges und doch intensives Lesevergnügen, was mir den Sommer versüßt hat. Der Protagonist Johan war mir sehr sympathisch, obwohl er sich oft sehr zweifelhaft entschieden hat. Auch die Buchcharaktere waren sehr speziell, aber sympathisch. Mich konnte das Buch mit seinem Charme überzeugen.

Ein Buch voller Melancholie, Sehnsucht und schrulligen Charakteren, die schnell das Leserherz erobern. Für mich eine liebenswerte, kurzweilige Sommerlektüre, die mit viel Charme daherkommt.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo

Meine lieben Leser,

geht es euch eigentlich auch so? Ich habe einige Klassiker im Regal stehen, die gelinde gesagt auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) versauern. Allerdings kann ich sie nicht aussortieren, weil ich sie einfach zu gern lesen möchte. Klassiker haben einfach einen besonderen Stellenwert für mich. Sie sind nicht nur Lesevergnügen, sondern auch ein Stück weit Allgemeinbildung und Geschichtsunterricht.
Den Disney-Film „Der Glöckner von Notre-Dame“ mochte ich schon immer. Er ist zwar recht düster, allerdings war er schon immer einer meiner Lieblingsfilme, weil er so moralisch ist und wichtige Werte wie Toleranz vermittelt. Und die Musik – pardon, aber die bereitet mir einfach immer wieder Gänsehaut. Auch das sprachliche Niveau ist sehr hoch, was mir immer sehr gut gefällt.
Nun trug es sich zu, dass die liebe Buchperlenblog wieder ein „Story Behind“ auf ihrem Blog plante. Wer dieses Format noch nicht kennt: Gabriela liest unter diesem Titel die Romanvorlagen zu Disney-Filmen und stellt sie dem Film im Vergleich gegenüber. Da ich diese Artikel von ihr wirklich schon lange verfolge, war ich begeistert, dass der Glöckner zur Auswahl stand. Als ich meinte, dass dieses Buch auch noch auf meinem SuB liegt, wurde ich direkt zu einem Buddyread eingeladen. Ich habe mich riesig gefreut, selbst einmal ein Story-Behind-Buch zu lesen und dann auch noch mit Gabriela zusammen! 🙂 An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Lesepartnerin für diesen tollen Buddyread bedanken. Ohne den gemeinsamen Austausch hätte ich sicherlich aufgegeben und das Buch nie beendet. Die unzähligen albernen und grotesken Stellen zu besprechen, hat dem Buch einiges an Flair gegeben. 😉
Aber vergessen wir jetzt mal mein inneres Fangirl und widmen uns wieder dem Buch! Im Folgenden werde ich euch sehr ausführlich meine Eindrücke schildern. Ich kann euch versprechen, dass dies schon die Kurzform im Gegensatz zu dem Buch selbst ist. Allerdings kann ich euch auch versprechen, dass dies wohl die längste Rezension meiner Laufbahn wird. 😀

Anmerkungen:

* Die Geschichte des Glöckners von Notre-Dame ist gemeinhin bekannt und schon im Jahre 1831 erschienen. Daher gibt es hier keinen direkten Spoiler-Hinweis; allerdings die lieb gemeinte Anmerkung, dass ich das Werk in seiner Gesamtheit beleuchten und auch einige Vergleiche zum bekannten Film ziehen werde. Wer also das Buch oder den Film nicht gespoilert bekommen möchte, sollte eventuell von der Lektüre dieses Beitrags absehen. 🙂

** In diesem Artikel werden Begriffe genutzt, die in der Originalschrift verwendet, aus heutigen Gesichtspunkten allerdings kritisch bewertet werden könnten. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich von Rassismus, Chauvinismus und allen anderen Arten von Diskrimierung klar distanziere. Um dieses Buch im Stil seiner Veröffentlichungszeit zu bewerten, werden zu eurer Information die Originalwörter benutzt, die allerdings nichts mit meiner persönlichen Gesinnung zu tun haben.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Glöckner von Notre-Dame
  • Autor: Victor Hugo
  • Anzahl der Seiten: 688 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Ausgabe: Juli 2012 – inklusive unveröffentlichter Kapitel (Originalausgabe von 1831)
  • Genre: Roman, Historischer Roman

INHALT:

Ich warne euch vor: Es wird nicht einfach, den geballten Inhalt und meine Eindrücke auf den Punkt zu bringen.

Fangen wir doch einfach bei den Charakteren an. Denn ein ganz großer Unterschied zwischen der Originalgeschichte und dem Film sind die Figuren. Da gibt es nicht nur Personen, die im Disney-Film gar nicht vorhanden sind, sondern auch Figuren, die im Film zusätzlich erfunden wurden. Auch das Verhalten bzw. das allgemeine Gebärden ist unterschiedlich.

„Freundschaft heißt Bruder und Schwester sein, zwei Seelen, die sich berühren, aber nicht vermengen, zwei Finger an einer Hand.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S.132 –

Welche Charaktere gibt es nun also, die es auch im Film gibt?

Da wäre natürlich zunächst Quasimodo, Glöckner und Patron für den Titel des Buches. Dieser ist ähnlich bemitleidenswert wie sein Filmbruder.
Im Buch hat Quasimodo einen Buckel, große Hände, aber auch entstellte Beine und nur ein Auge. Zudem ist er taub, durch seine Tätigkeit als Glöckner und hört nur einen sehr hohen Ton aus einer Pfeife. Seine Haare sind struppig und er wird oftmals als hässlich tituliert. Damit hat er es nochmals um einiges schwerer als die Filmversion.
Quasimodo war für mich die mit Abstand sympathischste und gutmütigste Person im gesamten Buch. Er war zwar auch brutal, allerdings fand ich es toll, dass die sanfte Stimme, die beschrieben wurde, auch im Film eingebaut ist. Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Protagonist erst im letzten Drittel des Buches so richtig aktiv wurde. Vorher war er doch recht blass und ist einfach nicht richtig zum Zug gekommen.
Doch wo kommt Quasimodo eigentlich her?
Im Buch verläuft das ganze etwas anders als im Film, wo Frollo den Tod von Quasimodos Mutter verschuldet und wo er dies auf Anraten des Archidiakons mit der Aufnahme des unglücklichen Kindes aufwiegen soll. Im Original hat eine Frau, die früher ein Freudenmädchen war, ihr Glück in der Mutterschaft gefunden. Eines Tages wird ihr die Tochter gestohlen und anstatt derer ein entstelltes Kind hinterlassen. Das nun ist Quasimodo. Die Frau bringt das entstellte Kind daraufhin nach Paris und legt es vor der Kirche auf einen Altar, der für Findelkinder vorgesehen ist. Aufgrund einer gaffenden Menge wird der Archidiakon bzw. Priester Frollo auf Quasimodo aufmerksam und fühlt sich aus Mitleid verpflichtet, das Kind an sich zu nehmen.

Ebenfalls vorhanden war Esmeralda, die schöne Zigeunerin und ihre Ziege Djali. Im Buch weicht vor allem Esmeralda sehr von der Filmdarstellung ab. Sie ist nicht nur naiv, sondern auch völlig verblendet in ihrer Liebe zu Phoebus. Natürlich ist sie im Buch ebenfalls eine begnadete Tänzerin und genießt ein hohes Ansehen unter den Zigeunern. Sie wird als deren „heilige Jungfrau“ bezeichnet. Tatsächlich ist Esmeralda noch eine Jungfrau, da sie ein Zauberamulett trägt, welches sie zu ihren Eltern führen soll – denn auch sie ist ein Findelkind – das Amulett funktioniert aber nur in Jungfräulichkeit.
Die Ziege ist ebenso begabt wie im Film, hat allerdings goldene Hörner und Hufe.

Wer aufgepasst hat – Phoebus de Châteaupers habe ich gerade schon erwähnt. Nur leider ist auch dieser Protagonist ganz anders als im Film. Im Buch suchen wir vergeblich nach dem charmanten, wortgewandten und gerechten Ritter, der sich in Esmeralda verliebt und alles für sie aufs Spiel setzt. Tatsächlich ist er das genaue Gegenteil. Er ist zwar Bogenschütze in der Stadtwache, aber er jagt jedem Rockzipfel hinterher, verzecht seine Nächte und verprellt seine Verlobte mit seinem unmöglichen Verhalten. Esmeralda findet er zwar attraktiv, aber mehr als körperliches Verlangen steckt ehrlicherweise nicht dahinter. Auch ist er nicht der strahlende Ritter und weder rettet er Esmeralda, noch steht er wirklich zu ihr. Sein Spaß und sein Ruf stehen im Vordergrund. Ein höchst unsympathischer Geselle.

Natürlich darf auch der Bösewicht Claude Frollo nicht fehlen. Anders als im Film, ist er selbst der Archidiakon. Trotz seiner Priester-Tätigkeit beschäftigt er sich mit Alchemie und der Wissenschaft. Sein Geist war sein Leben lang auf das Lernen aus, bis er Esmeralda das erste Mal erblickt. Auf einmal kann selbst die Wissenschaft ihn nicht mehr ablenken, denn er denkt immerzu an dieses Mädchen. Seine Begierde wächst ins Unermessliche und wird eine wahre Obsession. Er stellt ihr nach und versucht sie wie im Film durch die Androhung ihres Todes dazu zu bewegen, ihn zu heiraten.

Ein wunderbarer Charakter im Film, der im Buch keine so große Rolle bekam, wie ich es mir gewünscht hätte, war Clopin Trouillefou, den wir aus der Filmumsetzung als charismatischen Anführer der Zigeuner kennenlernen, der wie ein Narr jedes Schauspiel – und sei es eine Hinrichtung – auf die komödiantische Spitze treibt und zudem die Geschichte des Glöckners erzählt. Im Buch ist er zwar ebenfalls König der Zigeuner, aber für meinen Geschmack viel brutaler und skrupelloser. Er blieb mir auf Dauer zu blass, um mich zu begeistern, weil er nur am Rande eine Rolle spielte.

Welche Charaktere gibt es nur im originalen Buch, aber nicht im Film?

Eine Person, die schon zum Anfang des Buches eine Rolle spielt, im Film aber nie auftaucht, ist der Dichter Pierre Gringoire. Wir lernen ihn deprimiert und resigniert kennen, denn sein Schauspiel zum Festtag wird nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit bedacht und von der Wahl des Narrenkönigs überschattet. Um seinen Lebensunterhalt gebracht, schleicht er durch die Gassen und wird in einen Konflikt verwickelt, in dem er die schöne Esmeralda zu retten versucht. Er folgt ihr anschließend und entgeht einer Hinrichtung, indem er mit Esmeralda verheiratet wird. Danach schließt er sich den Zigeunern an. Er versucht zwar, die Gunst Esmeraldas zu erringen, ist aber ein anständiger Kerl, der seine Bemühungen schlussendlich einstellt – immerhin hatte sie durch die Heirat verhindert, dass er stirbt. Er hat sowohl Kontakte zu den Zigeunern als auch zu Frollo, was ihn zu einer wichtigen Randfigur macht, die fast schon zu einem Protagonisten avanciert – gerade wenn man den Anfang des Buches betrachtet. Gefallen findet er sehr an der Ziege Esmeraldas, über die er oft sagt, welch schön geratenes Tier sie doch ist.

Ebenfalls nie im Film erwähnt wird Jehan Frollo du Moulin, der kleine Bruder von Frollo. Dieser wurde zum Waisen und Frollo nahm seinen kleinen Bruder daraufhin bei sich auf, um ihn zu einem ebenso gelehrten Menschen zu erziehen, wie er selbst einer war. Jehan ist zurzeit der Geschichte des Glöckners ein Student und nicht eben brav. Er schlägt leider in eine gänzlich andere Richtung als Frollo es sich erhoffte – versauft sein Geld und frönt dem Rebellentum. Dauerhaft pleite, bittet er Frollo nicht nur einmal um eine finanzielle Unterstützung, was seinem großen Bruder immer mehr zuwider wird. Am Ende wendet sich Jehan ab, wird ein Mitglied der Zigeuner und zieht mit diesen gegen Notre-Dame, wo er schließlich umkommt.

Eine immer wieder auftauchende Person im Buch ist die Klausnerin, eine alte, verhärmte Frau, die verrückt zu sein scheint. In ihrer Klause haust sie schon viele Jahre und lebt nur von dem, was mildtätige Menschen ihr durch die Gitter reichen. Einen ganz besonderen Hass hat sie auf die Zigeuner, da sie ihr ihre Tochter genommen haben. Da klingelt es wahrscheinlich bei euch – genau diese Person ist die unglückselige, bestohlene Mutter, die Quasimodo nach Paris brachte. Sie trägt immerzu einen kleinen Schuh ihrer Tochter bei sich, der nach dem Verschwinden zurückblieb. Am Ende stellt sich heraus, dass ihre entführte Tochter die Esmeralda ist, die sie so erbittert hasst.

Es gibt noch weitere Nebencharaktere wie bspw. Ludwig XI. oder Verbündete von Clopin, die für mich allerdings keine so tragende Rolle spielten, dass ich sie hier erklären müsste.

Welche Charaktere aus dem Film sind nicht im Buch enthalten?

Wie ihr lesen konntet, ist Frollo im Buch ein Priester und nicht der Richter. Deswegen fällt der aus dem Film bekannte Archidiakon, der Frollo ermahnt im Original leider weg. Dabei mochte ich diese Figur im Film immer sehr gern, weil er so freundlich war.

Es war sehr traurig, dass es sie nicht gab, aber das war zu erwarten – die Rede ist von den Wasserspeiern. Sie waren im Film Quasis einzige Freunde. Im Buch hat er einfach niemanden an seiner Seite. Im Film heißen die Wasserspeier Victor, Hugo und Laverne, was eine Hommage an den Autoren dieser Geschichte darstellt. Hugo hat ähnlich wie Gringoire eine Vorliebe für Djali, was ein sehr süßes Detail ist, was aus dem Buch entlehnt wurde.

Gibt es Szenen im Buch, die Szenen im Film ähneln?

Es mag erstaunen oder auch nicht – tatsächlich sind die Szenen, die zwischen Buch und Film übereinstimmen sehr gering. Mir fallen nach der Lektüre spontan einige Szenen ein, beispielsweise als Quasimodo auf einem Rad festgebunden und im Film mit Tomaten beworfen wird. Diese Szene gibt es ähnlich auch im Buch, wo es allerdings sehr viel brutaler zugeht und Quasimodo mit Steinen beworfen wird und vorher mit einer Peitsche gepeinigt wird.

Die zweite Szene, die mir einfällt ist tatsächlich relativ am Ende, als Esmeralda im Film verbrannt und im Buch erhängt werden soll. Frollo bietet ihr an, dass er sie rettet, wenn sie ihn heiratet. Diese Szene ist ziemlich deckungsgleich zwischen beiden Medien.

Weiterhin sind der Sturm auf Notre-Dame, die Rettung Esmeraldas und der Schrei nach Asylrecht und der Todessturz von Frollo annähernd übereinstimmende Szenen.

Die Handlung des Buchs

“ ‚(…) das wird noch ein schlimmes Ende nehmen.‘
‚ Aber der Anfang war schön gewesen.‘ „

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S. 350 –

Mir fällt es unglaublich schwer, die Handlung herunterzubrechen, aber ich mag es versuchen. Die Handlung wurde immer wieder durch Kapitel unterbrochen, die zur Haupthandlung nichts beitrugen, weswegen man etwas den roten Faden verloren hat.

Wie ihr in der Charakterbeschreibung schon lesen konntet, werden eine Vielzahl von Handlungssträngen unterschiedlichster Personen verfolgt. Diese kreuzen sich immer wieder mal und laufen dann wieder auseinander.

Am Anfang begegnen wir Gringoire, der wie gesagt sehr deprimiert ist, weil er um seinen Lebensunterhalt als Dichter gebracht wurde. Schuld daran ist die Wahl des Narrenpapstes, zu der auch Quasimodo das erste Mal die Bühne betritt. Dieser wird auch schlussendlich der Narrenpapst.
Gringoire versucht Esmeralda zu retten, als der Glöckner sie entführen will. Die Entführung geschieht auf Geheiß von Frollo. Gringoire scheitert kläglich an Esmeraldas Rettung und stattdessen hilft Phoebus der schönen Zigeunerin. Als Gringoire der Zigeunerin folgt, gerät er in den sagenumwobenen Hof der Wunder und sieht sich nun dem Galgen gegenüber. Seine einzige Chance ist eine verzweifelte Zigeunerin, die ihn zum Mann will.
Derweil wird Quasimodo aufgrund seiner Tat, Esmeralda entführen zu wollen, zu einer Strafe am Pranger verurteilt. Nach seiner Peinigung taucht Esmeralda selbst auf, um ihm etwas zu Trinken zu geben.
Danach rettet Esmeralda Gringoire das Leben, da sie ihn aus Mitleid zum Mann nimmt. Die beiden werden für vier Jahre verheiratet. Esmeralda will allerdings nichts von Gringoire wissen und träumt nur immerzu von ihrem Retter Phoebus. Außerdem trägt sie ein Zauberamulett, welches ihr helfen soll, ihre Eltern zu finden. Dieses funktioniert aber nur, solange sie Jungfrau bleibt. Sie weist Gringoire mehrmals ab. Daraufhin entwickelt sich zwischen Gringoire und der Ziege Djali eine besondere Zuneigung.
Esmeralda trifft sich schließlich mit ihrem geliebten Phoebus. Dieser ist jedoch nicht auf ihre Liebe, sondern ihren Körper aus. Zudem weiß er nicht, dass Claude Frollo ihn verfolgt. Frollo konfrontiert ihn, will ihn töten, doch schlussendlich treffen sie eine Abmachung. Da Phoebus das Zimmer, in dem er sich mit Esmeralda trifft, nicht bezahlen könnte, übernimmt dies Claude Frollo. Als Gegenleistung darf er den beiden bei ihrem Stelldichein zuschauen. Das allerdings erzeugt in Frollo eine rasende Eifersucht und er sticht Phoebus nieder. Esmeralda fällt in Ohnmacht und wird von Frollo geküsst, welcher daraufhin flieht.
Esmeralda wird anschließend des Mordes an Phoebus und der Hexerei angeklagt. Unter Folter gesteht sie und wird zum Tod durch Erhängen verurteilt. Ihre Ziege wird ebenfalls zu diesem Schicksal verdammt.
Claude Frollo bietet Esmeralda am Tage der Hinrichtung an, ihn zum Mann zu nehmen, dann würde er sie vor dem Galgen bewahren. Sie erkennt in ihm den Mörder von Phoebus und weist ihn ab. In diesem Moment sieht sie aber auf einem Balkon eben diesen Mann, in den sie sich verliebte – Phoebus lebt – aber an seiner Seite ist eine andere Frau.
Quasimodo rettet Esmeralda vor der Hinrichtung und bringt sie nach Notre-Dame, wo sie dem Asylrecht unterliegt und sie somit unantastbar wird. Allerdings wird die Kirche für Esmeralda dadurch auch zu einem Gefängnis. Quasimodo sorgt für Esmeralda – bringt ihr Essen oder Blumen – und versucht immer wieder, mit ihr zu sprechen. Sie lässt sich zwar kurz darauf ein, versinkt aber dennoch wieder in ihrer Sehnsucht nach Phoebus. Auch Quasimodos Hässlichkeit stößt sie zu sehr ab, als dass sie Freunde werden könnten. Eine Pfeife, die sie von ihm erhielt, um ihn zu rufen, warf sie achtlos auf den Boden.
Als Frollo erfährt, dass Esmeralda Unterschlupf in Notre-Dame gefunden hat, schleicht er sich in der Nacht dorthin und überfällt sie geradezu. Er kann seine Begierde nicht mehr zurückhalten. Nur Quasimodos Pfeife verhindert Schlimmeres.
Gringoire wurde von Frollo dazu angestachelt, Esmeralda aus Notre-Dame zu befreien und die gesamte Zahl der Zigeuner ebenfalls dazu zu bewegen. So kommt es, dass alle Zigeuner aus Paris gegen Notre-Dame in den Krieg ziehen. Dabei sterben viele Angehörige und auch Quasimodo verteidigt die Kirche und Esmeralda erbittert. Dennoch kann er es nicht verhindern, dass Esmeralda schließlich doch noch hingerichtet wird. Daraufhin stößt Quasimodo seinen Ziehvater Frollo von Notre-Dame in die Tiefe. Quasimodos Skelett wird später in Esmeraldas Grab eng umschlungen mit ihren Knochen gefunden.

Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich vor allem von dem Ende sehr geschockt und auch etwas enttäuscht. Tatsächlich sterben auch viele Nebenfiguren, wie beispielsweise der jüngere Bruder Frollos oder auch Clopin, der König der Zigeuner. Der unerträglich arrogante Phoebus ist neben Gringoire die einzige gewichtige Person, die wirklich überlebt. Gringoire bringt am Ende nochmal etwas Humor in die Geschichte, weil er die liebgewonnene Ziege von Esmeralda vor dem Galgen retten kann und mit ihr fortan zusammenlebt.

Da die Filmumsetzung so komplett anders ist als das Originalwerk, fällt es mir schwer, einen wirklichen Vergleich zu ziehen. Ich kann nur bemerken, wie viel besser mir der Film ausnahmsweise gefällt. Er bringt alles auf den Punkt und vermittelt dabei wichtige Werte. Das Buch konzentriert sich auf sehr viele unterschiedliche Personen und das in einem Detailgrad, der es schwierig macht, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen.

SCHREIBSTIL:

„An diesen lichten, lauen Tagen voll verhaltener Weihe, gibt es einen Moment, wo das Portal von Notre-Dame zu noch größerer Schönheit aufblüht als sonst, dann nämlich, wenn die schon westwärts sinkende Sonne der Kathedrale fast gegenübersteht und sie aus dieser Sicht bescheint.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S. 303 –

Victor Hugo schreibt ohne Zweifel meisterhaft. Das sprachliche Niveau ist wirklich sehr hoch. Er beschreibt bildhaft, spielt mit den Worten und findet immer wieder bezaubernde Vergleiche, die einer Situation den letzten Schliff verpassen können.
Leider verstand er es genau so gut, in ewig langen Passagen von der Haupthandlung abzuschweifen. Alles, was ich in der Handlung beschrieben habe, ist eine Zusammenfassung des roten Fadens. Um diesen wurden aber etliche Kapitel über Nebenpersonen oder auch einzelne Kapitel mit 30 Seiten Architekturbeschreibung gebaut. Das macht das Lesen sehr schleppend und gibt einem das Gefühl, mit der Handlung nicht voranzukommen, obwohl etwas passiert.
Neben der Architektur, wird auch das Interior oft bis ins kleinste Detail beschrieben. Offensichtlich war der Autor ein großer Liebhaber der Baukunst, denn er wusste nicht nur alle Elemente zu benennen, sondern appellierte bei jeder sich bietenden Gelegenheit an den Leser, um für den Erhalt der Kulturstätten und der Architektur vergangener Zeiten zu werben. Sicherlich muss anerkannt werden, dass gerade auf Bauwerke bezogen, der Text ein wahres historisches Zeugnis ist. Auch die Eigenarten und Ansichten der Zeit des Glöckners sowie von Hugos Zeitalter sind wertvolle Dokumentationen für die Nachwelt, um ein Gefühl für frühere Epochen zu bekommen. Jedoch schreibt Hugo oft aus Sicht des Autors und damit positioniert er sich für einige Ansichten meiner Meinung nach zu klar und leider auch etwas enttäuschend. Von einem Autoren, der Weltliteratur schrieb erwarte ich einfach anderes.
So wie Victor Hugo sich auf das Schreiben von Abschweifungen verstand, so begabt war er auch in der Darstellung von unfassbar unsympathischen Charakteren. Gerade Phoebus ist für Liebhaber des Films im Buch eine moralische Enttäuschung. Selbst Esmeralda ist keine Person, mit der mitgefiebert werden könnte, da sie viel zu einfältig und hörig ist. Noch dazu besitzt sie ein so geringes Selbstbewusstsein, dass es erstaunlich ist, was für eine starke Frau sie in der Filmumsetzung geworden ist.

Man kommt nicht umhin, zu betonen, wie sehr dieses Werk zwischen komödiantischen Einlagen, grotesken Vorkommnissen und Brutalität schwankt. Leider waren die Dialoge zuweilen recht kitschig und überzogen – andererseits wieder furchtbar trocken und fad. Dieses Wechselspiel machte das Leseerlebnis etwas unstet und auch langatmig.

Die dunklen Seiten des Buches

Das Buch „Der Glöckner von Notre-Dame“ spielt zwar im 15. Jahrhundert, wurde von Victor Hugo aber Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben.
In diese Buch werden einige Themen oder auch Ansichten besprochen, die aus heutiger Sicht problematisch sind.
Da wäre zum Einen der offenkundige Rassismus. Hierbei rede ich nicht nur von der Benutzung des Wortes Zigeuner und deren Darstellung als gefährliche, zügellose und hinterhältige Personen, sondern auch von ein paar Andeutungen in andere Richtungen. Es gab da eine Stelle, als der Narrenkönig mit seiner Parade vorüberzieht, da wurden generalisierende Vergleiche und Klischees zu anderen Nationen gezogen. Auch über Menschen jüdischer Abstammung wurde einmal sehr deutlich hergezogen. Natürlich lag mir das während der Lektüre schwer im Magen und es war sehr unangenehm, so etwas zu lesen. Jedoch habe ich es mit einigen Leuten diskutiert und muss zu dem Schluss kommen, dass man Victor Hugo nicht für etwas verurteilen kann, was der damaligen Zeit geschuldet war. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir es aus heutiger Sicht nicht kritisch sehen dürfen.
Etwas, was mir das Herz gebrochen hat, waren die Beschreibungen von Quasimodo und anderen körperlich behinderten Menschen. Diese Diskrimierung von Behinderten ist sicherlich historisch gesehen ebenfalls ein Makel der damaligen Zeit, jedoch hatte ich großes Mitleid mit diesen Menschen, weil die Beschreibungen sehr hart waren. Die Hässlichkeit der „Krüppel“ war so abstoßend beschrieben und so mitleiderregend, dass mir dabei richtig mulmig wurde. Auch wird gut deutlich, dass diese Menschen zu damaligen Zeiten ausgegrenzt wurden, da sie in eigenen Vierteln bzw. Slums lebten und die Hygiene dort noch katastrophalere Ausmaße hatte.
Damit eng verbunden ist die Darstellung der Kausalität zwischen Attraktivität und Intelligenz sowie Lebensglück. Es wird mehrmals deutlich gemacht, dass ein äußerlich hässlicher Mensch auch nichts erreichen wird. Es wird ein Zusammenhang zwischen den Fähigkeiten und der Attraktivität hergestellt. Das ist etwas, was mich nachhaltig beschäftigte, da das Aussehen eines Menschen noch so tadellos sein kann – er kann trotzdem eine völlig hohle Nuss sein. Offensichtlich herrschte zu damaligen Zeiten ein ganz anderes Bild vor.
Und zum Schluss darf die gute alte Frauenfeindlichkeit nicht fehlen. Das war wirklich eines der Themen, was meine Lesepartnerin und ich oft kommentiert haben – weil es einfach viel zu häufig vorkam. Victor Hugo vermittelt in diesem Buch einfach so oft ein schlechtes Frauenbild, dass der Leser kaum noch aus dem Augenrollen herauskommt. Das reicht von „… weil alle Frauen das so machen“ bis hin zu „Ich bin es nur wert, erniedrigt zu werden.“ und hat uns regelmäßig genervte Seufzer entlockt.

FAZIT:

„Der Stamm des Baumes wandelt sich nicht, das Laub dagegen sprießt nach eigener Lust und Laune.“

– „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo, S.150 –

Wie ihr vielleicht schon erahnen könnt, ist das Buch keines, welches mich vollends begeistern konnte. Mir fiel es noch nie so schwer, meine Gedanken zu einem Buch in Worte zu fassen, wie bei diesem hier. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist aber, dass ich einfach unendlich dankbar bin, dass ich dieses Werk von Hugo im Austausch mit meiner lieben Gabriela von Buchperlenblog lesen durfte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dieses Buch ohne den gegenseitigen Ansporn niemals beendet hätte. Auf jeden Fall bin ich stolz, dass ich mal wieder einen Klassiker gelesen, ein Buch von meinem SuB befreit und damit ein großes To-Do erledigt habe.

Ein Buch, welches durch sprachliche Rafinesse glänzt. Allerdings wird der rote Faden zu oft verloren, Abschweifungen auf ganze Kapitel ausgeweitet und damit die Langatmigkeit provoziert. Die zum großen Teil unsympathischen Charaktere tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Ein historisches Zeugnis, welches leider auch aus diesem Grund oft kritisch zu betrachten ist und zwischen Brutalität, Albernheit und Groteskem schwankt.

BEWERTUNG: ❤❤❤♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

MEINE HISTAMININTOLERANZ – Meine Geschichte Teil 1 oder „Wie alles anfing …“

Hallo meine lieben Leser,

wie ihr wisst, habe ich vor einiger Zeit meine Beitragsreihe zur Histaminintoleranz gestartet. Jetzt möchte ich den Versuch wagen und parallel auf meinem Blog und Instagram über meine eigene HIT-Geschichte berichten. Es wird also persönlich werden.
Meine Histaminintoleranz begleitet mich nun schon seit 1,5 Jahren und ich möchte meine Erfahrungen teilen – mit anderen Betroffenen, aber auch Menschen, die es nicht betrifft. Mittlerweile trifft man HIT immer mehr an und es mangelt trotz allem an Verständnis.
Außerdem ist HIT ein sehr komplexes Thema, welches nicht nur mit Ernährung, Gesundheit und den Alltag zusammenhängt, sondern auch mit der Psyche. Ihr seht, es wird hier sehr persönlich, aber auch spannend, wie ich hoffe. 😅
Wenn alles gut läuft, begleitet ihr mich von Diagnose (eigentlich schon davor) bis zur evtl. Linderung / Heilung / dem Finden der Ursache. Denn ich stecke noch mittendrin in meiner HIT-Geschichte.

Bitte lest als Betroffene vor dem Nachkochen meine Hinweise am Ende des Artikels. *


Heute soll es erstmal darum gehen, wie es vor der Diagnose aussah – und wie sich alles bereits anbahnte, ohne, dass ich es merkte.

Dazu müssen wir weit zurückgehen. Schon immer habe ich recht diffuse Beschwerden wie Magenschmerzen, Völlegefühl oder Durchfall gehabt. Im Rückblick hat das bereits als Jugendliche angefangen, denn da ist mir von zu viel Ei schlecht geworden und nach einer Quattro-Formagi-Käse-Soße habe ich Magenkrämpfe bekommen. Auch Milch war auf einmal ein Problem. Davon wurde mir immer schlecht. Aber nur Milch pur – verarbeitet ging es, weswegen ich es nicht ernst nahm. Plötzlich vertrug ich keine Haselnüsse mehr. Das passierte das erste Mal 2010-2011. Ich biss in ein Hanuta, was ich mit in der Schule hatte und mir schwoll der Hals zu. Seitdem meide ich alles mit Haselnüssen und wo „Spuren von Nüssen“ draufsteht. Recht kurz danach vertrug ich keine Mandeln mehr. Viele, viele Jahre habe ich also immer auf Nüsse und Mandeln verzichtet – noch der kleinste nussige Geschmack lässt bei mir die Alarmglocken angehen. Natürlich gingen alle von einer Allergie aus und der Arzt hat mir gesagt, dass ich wahrscheinlich eine Laktoseintoleranz habe. Getestet wurde damals rein gar nichts.
(An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Laktoseintoleranz nicht zwingend mit einer HIT zu tun hat. Bei mir hat sie lediglich bereits als erstes Anzeichen darauf hingewiesen, dass etwas im Körper nicht rund läuft. Es ist jedoch zu beobachten, dass HIT-Betroffene öfter auch andere Intoleranzen haben.)

Ich habe mich dann einfach angepasst und auf laktosefreie und nussfreie Ernährung umgestellt. Meine Verdauungsbeschwerden wurden jedoch nicht beseitigt, sondern immer schlimmer. Ich habe immer öfter mit starken Schmerzen auf Toilette gesessen und dachte, dass das normal ist. Wohl gefühlt habe ich mich sehr lange nicht.

Das war also der Anfang … nächstes Mal geht es weiter mit der ersten HIT-Vermutung und warum das aber einfach wieder in der Versenkung verschwunden ist. Ich hoffe, der erste kurze Beitrag konnte euch neugierig auf diese Beitragsreihe machen und ich hoffe, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet. 🙂

Bis bald,
EURE HACHIDORI


* Achtung! – Ich beschreibe hier lediglich meine persönliche Erfahrung bei Sali und HIT. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass dies auch auf alle anderen Personen mit HIT zutrifft. Bitte prüft als Betroffener oder falls ihr den Verdacht auf HIT habt eure Beschwerden gemeinsam mit eurem Arzt. Ich muss hier aus rechtliche Gründen darauf hinweisen, dass meine Schilderungen keinen Arztbesuch, eine Diagnose oder eine Behandlung durch Ärzte ersetzen.

Rezension – „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins

Meine lieben Leser,

an diesem Buch kommt man momentan schwerlich vorbei. Und auch ich musste es mir direkt zum Erscheinungstag kaufen. Allerdings war ich auch sehr skeptisch, da ich nicht sicher war, ob diese Vorgeschichte der Panem-Reihe gerecht werden würde. Ich sollte überrascht werden – und in welchem Sinne, könnt ihr nun hier nachlesen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange
  • Autor: Suzanne Collins
  • Anzahl der Seiten: 608 Seiten
  • Verlag: Oetinger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Dystopie, Sci-Fi, Thriller, Abenteuerfiktion, Kriegsroman

INHALT:

„Jedes Mal, wenn er sah, wie die bunten Seiten der Bilderbücher seiner Kindheit (…) zu Asche zerfielen, musste er weinen.“

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 14 –

Vorab sei gesagt: Wer in diesem Buch eine zweite Version der „Tribute von Panem“-Reihe erwartet, liegt hier komplett falsch. Aufgrund vieler kritischer Stimmen möchte ich hier unbedingt erwähnen, dass es wichtig ist, sich unabhängig von der Panem-Reihe auf dieses Buch einzulassen, denn es lohnt sich wirklich sehr.

Das Buch erzählt die Jugend des späteren Präsidenten Snow, den wir aus der ursprünglichen Geschichte als Gegenspieler kennen. Die Handlung spielt sich zur Zeit der 10. Hungerspiele ab, also 64 Jahre vor den Ereignissen der Panem-Reihe und kurz nach dem Rebellen-Krieg.

Der Krieg ist in der Welt des jungen Corolianus Snow noch allgegenwärtig. Auch das Kapitol und deren Bewohner haben mehr oder weniger unter den Folgen zu leiden. Mit seiner Familie – bestehend aus seiner Großmutter und seiner Schwester – versucht er seine Stellung in der Gesellschaft zu erhalten.
Wir erhalten nicht nur Einblicke in Snows Familienleben, sondern auch in den Schulalltag, der bald durch eine Besonderheit aufgemischt wird. Für die 10. Hungerspiele sollen das erste Mal Mentoren aus den Reihen der Schüler ausgewählt werden, um je einen Tribut bei den Spielen zu unterstützen. Snow erhält ebenfalls einen begehrten Platz als Mentor. Sein weiblicher Tribut ist anscheinend ein unerwarteter Glücksgriff, doch bereits vor Beginn der Spiele stehen sie vor großen Herausforderungen.

Anders, als man vermuten könnte, liegt der Hauptfokus des Buches nicht auf den Hungerspielen, den Tributen und der Arena. Die Schilderung dieser Ereignisse macht nur einen geringen Teil dieser komplexen Geschichte aus.

Vielmehr begleitet der Leser Snow durch eine zunehmend befremdliche Entwicklung, seinen Kampf gegen die Herausforderungen des Lebens im Kapitol und auch gegen sich selbst.
Getrieben von Ehrgeiz, hin- und hergerissen zwischen seiner persönlichen, gerechten, ja auch mitfühlenden Meinung und den Ansprüchen der Gesellschaft sowie einer ideologischen Staatsidee, ist die Wandlung des jungen Schülers zu einem skrupellosen Staatsmann tiefgehend behandelt worden.

Der Antagonist wird zum Helden seiner eigenen Geschichte – oder doch nicht?

SCHREIBSTIL:

„Wie flüchtig die Zivilisation doch ist. All ihre guten Manieren (…), alles, worauf sie stolz sind – im Bruchteil einer Sekunde fortgewischt, und übrig bleibt nur, was sie eigentlich sind. (…) So ist der Mensch in seinem Naturzustand.“  

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 288 –

Anders als in der Panem-Reihe, die in der Ich-Perspektive geschrieben ist, wird Snows Vorgeschichte aus der dritten Person erzählt. Der Text ist auf hohem Niveau verfasst, liest sich dennoch sehr schnell, eingängig und die Seiten flogen für mich nur so dahin. An einigen Stellen ist es brutal in den Beschreibungen und auf eine ganz eigene Weise emotional.

Der Text wird immer wieder durch gedichtartigen Songtexte unterbrochen, was ich sehr abwechslungsreich fand. Zum Ende hin wurden mir allerdings die Abstände zwischen der eingeschobenen Lyrik zu kurz. Diese Verse sind teilweise aus echten Liedern entlehnt, teils aber auch von der Autorin selbst geschrieben. Darauf verweist sie in ihrer Danksagung.

Der Aufbau dieser komplexen Geschichte, hatte regelmäßige Spannungsmomente. Zwischendurch war es auch oft etwas ruhiger, was kritisiert werden könnte – wenn diese ruhigen Phasen nicht so eine gute Brücke zwischen den Höhepunkten bauen würden.

Letztlich schlägt die Autorin gekonnt, aber nicht aufdringlich, einen Bogen zu den in der Zukunft liegenden Hungerspielen, die wir bereits kennen. Da tauchen kleine Verbindungen oder Vorfahren zu bekannten Nebenfiguren auf, ein immer wiederkehrender und schlüssiger Verweis auf das Tier des Spotttölpels und dessen Bedeutung für Snow und noch so vieles mehr.

Zum Schreibstil kann ich nur jedem Leser raten, hier vor allem auch auf Details zu achten und zwischen den Zeilen zu lesen. Dann entdeckt man auch einige Botschaften, die nicht vordergründig benannt werden – letztlich auch durch starke Symbole.

FAZIT:

„Ich glaube, der Mensch ist im Kern gut. Man weiß genau, wann man die Grenze zum Bösen überschreitet, und es ist eine ständige Herausforderung im Leben, auf der richtigen Seite dieser Grenze zu bleiben.“

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 575 –

Wie man unschwer erkennen kann, hat mich dieses Buch wider Erwarten begeistert. Ich war sehr skeptisch, ob mich eine Vorgeschichte überzeugen könnte. Zu oft schon sind andere vormals gescheitert. Es war allerdings erstaunlich wunderbar, in die Welt von Panem zurückzukehren. Nicht nur Snow wird aus einer anderen Perspektive gezeigt, sondern auch die politische und gesellschaftliche Situation Panems und des Kapitols. Der Anspruch, zu verstehen, wie Snow so werden konnte, wie er am Ende war, wurde für mich in vollem Maße erfüllt. Das Buch war spannend, tiefgründig und vermittelt zwischen den Zeilen, wie eine Ideologie, Ehrgeiz und Egoismus zusammenspielen können, um Persönlichkeiten zu zerstören. Dabei ist es erstaunlich feinsinnig, anspruchsvoll und realistisch, weil der Leser irgendwann nicht mehr sicher ist, ob Snow wirklich der Held in dieser Geschichte ist. 

Dieses Schmuckstück vermag es, für sich allein zu stehen und trotz alledem eine Geschichte in Panem-Manier zu erzählen. Spannend, tiefgründig und komplex – so ein gutes und niveauvolles Prequel habe ich selten gelesen. Jetzt schon ein Jahreshighlight für mich!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Never Grow Up – Die offizielle Autobiografie“ von Jackie Chan mit Zhu Mo

Meine lieben Leser,

als ich die Autobiografie von Jackie Chan entdeckte, konnte ich nicht anders, als sie zu bestellen. Ich mochte ihn schon immer gern, weil er der ewig gute gelaunte, tollpatschig wirkende Typ ist, der zum Erfolg gefunden hat. Ich wollte so gern mehr über ihn erfahren und wurde überrascht.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Never Grow Up – Die offizielle Autobiografie
  • Autor: Jackie Chan mit Zhu Mo
  • Anzahl der Seiten: 383 Seiten
  • Verlag: Verlag Neues Leben
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Biografie, Autobiografie

INHALT:

Niemals erwachsen zu werden gelingt, indem man das liebt, was man tut.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 16

Jackie Chan ist einer der bekanntesten Kampfkunst-Schauspieler der Welt. In seiner Autobiografie gibt er einen umfassenden Einblick in sein Leben, angefangen bei seiner Geburt, Kindheit und seiner Ausbildung.
Er beschreibt ausführlich, wie sich seine Karriere entwickelte – inklusive aller Fehlschläge. Generell sind Fehlschläge ein großes Thema, welches ihn, auch auf persönlicher Ebene, durch sein Leben begleitete.
Besonders erstaunlich sind einige Enthüllungen, die mir persönlich so noch nicht bekannt waren, die ich hier aber nicht spoilern will. Nur so viel, dass Jackie auch sehr selbstkritisch über seine Verfehlungen in jungen Jahren spricht und ehrlich berichtet, dass er nicht immer der Gute war.
Außerdem bietet das Buch viele private Einblicke in das Familienleben von Jackie Chan – inklusive seiner Beziehung zu seinen Eltern und zu seinem Sohn.
Einige der Passagen, die mich am meisten berührten, waren die Kapitel über seine Liebeleien, seine erste große Liebe und seine Liebe zu seiner Frau.
Es wird auch viel über seine Filmprojekte, sein Stunt-Team, seine Stunts und seine Verletzungen berichtet, was ich wirklich wahnsinnig interessant fand. Dazu gibt er auch Einblick in das harte Filmbusiness und seine Gesangskarriere, über die man hierzulande nicht viel weiß.
Am Ende wird ein großes Resümee gezogen über sein bisheriges Leben und er berichtet über sein Engagement und seine Wohltätigkeit – was wirklich beeindruckend ist und eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Seine letzten Kapitel widmet er seinen – manchmal sehr verrückten – Fans.
Über alle Kapitel hinweg bekommt man sehr persönliche Einblicke und Jackie Chan berichtet auch ehrlich über Selbstzweifel und Ängste.

SCHREIBSTIL:

Wenn jeder, der einen Jackie-Chan-Film sieht, sich gut fühlt und lacht und die positiven Botschaften empfängt, die ich weitergeben möchte, dann reicht mir das vollkommen.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 244

Das Buch war sehr gehaltvoll, weswegen die Lektüre recht lang gedauert hat. Das lag auch daran, dass man nach einigen Kapitel das Gelesene auch wirken lassen kann. Insgesamt betrachtet war der Schreibstil aber sehr angenehm zu lesen. Mit hat besonders gut gefallen, dass er sehr authentisch und persönlich war. Ich hatte das Gefühl, Jackie Chan würde mit mir beim Kaffee sitzen und mir erzählen, was er alles schon so erlebt hat. Nur, dass aus dem Kaffeekränzchen dann eine lange Unterhaltung wurde, bei der auch Abendessen gemacht werden musste, da es länger dauerte als gedacht. 😉
Tatsächlich habe ich mir einige Zitate markiert, weil sie für mich sehr ikonisch waren. Das ist ein großer Pluspunkt für mich gewesen.
Was für mich etwas enttäuschend war – waren die Rechtschreibfehler bzw. Tippfehler, die sicherlich durch die Übersetzung zustande kamen. In einer Erstausgabe kann das mal passieren, aber mir waren es dann doch einige Fehler zu viel. Da hätte ich mehr erwartet von einem Lektorat. Ich hoffe, dass sich das mit künftigen Auflagen verbessern wird. Besonders ärgerlich war, dass bereits im allerersten Satz des Buches so ein Fehler enthalten war. Dort fehlte ein Wort. Das ist für mich dann leider doch ein Minuspunkt für die deutsche Ausgabe.

FAZIT:

Früher wollte ich alles kaufen, und jetzt will ich alles hergeben.“ – Jackie Chan in „Never Grow Up“, S. 309

Das Buch gibt sehr interessante Einblicke und Informationen zu einem herausragenden Schauspieler, der den Zeitgeist einer Generation prägen konnte. Jackie Chan wirkt oft wie „Everybodys Darling“, doch dieses Buch räumt mit allen Vorurteilen auf – guten wie schlechten. Mir hat das besonders gefallen, weil ich viele neue Informationen über diesen tollen Schauspieler erfahren konnte. Mein Bild über ihn wurde nachhaltig verändert, ich sehe ihn in einem ganz anderen Licht. Jackie Chan selbst hat es geschafft, sich durch diese Autobiografie zu entzaubern. Er betont oft, dass er nur ein ganz gewöhnlicher Mensch ist. Ich sehe ihn in einem anderen Licht, sowohl schlechte als auch sehr gute neue Eindrücke haben das beeinflusst. Und das macht eine wirklich gute Autobiografie aus, wie ich finde.

Eine wunderbare Autobiografie, die Jackie Chan aus allen Perspektiven beleuchtet. Dieses Buch bietet nicht nur neue Informationen, sondern eine persönliche, authentische Schilderung eines aufregenden und außergewöhnlichen Lebens. Lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI