Autoren-Interview mit Marie Rapp zum Release von „Seele aus Licht“

Meine lieben Leser,

wie ihr durch das Gewinnspiel unschwer mitbekommen konntet, dreht sich meine Lesezeit momentan um den dritten Band der Seelen-Saga – „Seele aus Licht“ – der frisch erschienen ist und den Fans schon lange Zeit herbeigesehnt haben.

Wie bereits zum Release des zweiten Bandes, habe ich mit der Autorin Marie Rapp ein Interview für euch geführt. Worum es genau ging und was sie geantwortet hat, könnt ihr im Folgenden erfahren.

Autoren-Interview mit Marie Rapp

Hallo liebe Marie, es ist einige Zeit vergangen, seitdem wir uns das letzte Mal gesprochen haben. Jetzt wurde der dritte Band deiner Seelen-Saga veröffentlicht. Wie fühlt sich dieser große Moment an? Bist du sehr aufgeregt?

Es fühlt sich einfach großartig an, dass ich die Geschichte endlich mit der Welt teilen kann. Ich habe so lange an dem Buch gearbeitet und bin sehr gespannt, was die Leser dazu sagen werden. Jede Veröffentlichung ist für mich eine Achterbahn der Gefühle.

Wenn du deinen Lesern beschreiben müsstest, was „Seele aus Licht“ für sie bereithält, was wären drei Worte, die es zusammenfassen?

Das ist eine schwierige Frage 🙂 Ich versuche es: Geheimnisse, Spannung und Freundschaft.

Seit dem Release von „Seele aus Feuer“ (Band 2) sind zwei Jahre vergangen. Wie ist es dir in dieser Zeit als Autorin ergangen? Gibt es Erfahrungswerte oder Tipps, die du anderen Autoren mit auf den Weg geben kannst? Als Self-Publisher hat man sicherlich einige Herausforderungen zu meistern.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, um erfolgreich zu sein oder ein Autor zu werden. Ich denke, es ist wichtig, an sich selbst zu glauben und sich selbst treu zu bleiben. Etwas zu wagen und vielleicht zu scheitern, ist besser, als es nie versucht zu haben. Denn auch aus seinen Fehlern kann man lernen und daran wachsen.

Der dritte Band sollte ja ursprünglich der letzte Band deiner Reihe werden. Wie kam es, dass du dich dafür entschieden hast, noch einen vierten Band folgen zu lassen?

Ich gehöre nicht zu den Autoren, die ihre Bücher bis ins kleinste Detail durchplanen, bevor sie anfangen zu schreiben. Vielmehr entwickelt sich die Handlung zusammen mit meinen Charakteren während des Schreibprozesses. Zu sagen, dass ich gar nicht plane, wäre auch gelogen, denn Anfang und Ende sowie einige Schlüsselszenen der Geschichte standen schon fest, bevor ich überhaupt etwas zu Papier gebracht habe.
Die Protagonisten müssen innerhalb der Geschichte eine Entwicklung durchmachen, damit sie den Schluss so erleben können, wie ich mir das ausgedacht habe. Schon während ich Band 2 geschrieben habe, habe ich festgestellt, dass ich gern mehr erzählen würde, als das Buch fassen kann, deshalb habe ich einzelne Szenen schweren Herzens aus der Story gestrichen oder auf Band 3 verschoben. Schließlich hatte ich meinen Lesern eine Trilogie versprochen und daran wollte ich mich halten. Bei der Arbeit an Band 3 musste ich mir eingestehen, dass ich diese komplexe Geschichte einfach nicht in drei Büchern unterkriegen kann und mich dazu entschieden, vier statt drei Bücher zu veröffentlichen. Ich werde in Zukunft vorsichtig damit sein, eine Geschichte, die ich noch nicht geschrieben habe, auf eine bestimmte Anzahl von Büchern festzulegen.

Schreibst du denn schon aktiv am vierten Band?

Band 4 umfasst inzwischen fast 30.000 Worte, aber das sagt noch nicht so viel aus. Meist überarbeite ich die Rohfassung noch viele Male, bevor ich damit zufrieden bin. Nur zum Vergleich: Band 3 umfasst ca. 150.000 Worte. Da kommt also noch eine Menge Arbeit auf mich zu.

Gibt es eine grobe Planung, wann wir uns auf den vierten und finalen Band freuen dürfen? 🙂

Die Story ist sehr komplex und ich möchte sie zu einem würdigen Abschluss bringen. Ich hoffe, den finalen Band nächstes Jahr veröffentlichen zu können, aber ich kann es nicht versprechen.

Wann kommen dir denn eigentlich die besten Ideen für deine Bücher? Recherchierst du viel oder hast du blitzartige Eingebungen? Oder fließen vielleicht sogar Träume mit in deine Werke ein, wie es bei einigen bekannten Autoren der Fall war und ist?

Da ich meine eigenen Welten erschaffe, muss ich tatsächlich nicht so viel recherchieren. Die meisten Ideen kommen mir beim Schreiben oder Musik hören. Manchmal sind es aber auch Kleinigkeiten im Alltag, die mich zu einer Szene inspirieren. Eine gute Geschichte besteht für mich nicht nur aus einer großen Idee, sondern aus einer Großen und aus ganz vielen Kleinen.
Vor dem Einschlafen denke ich tatsächlich oft über einzelne Szenen nach und manchmal passiert es, dass ich davon träume. Das hilf mir die Szene noch authentischer zu gestalten.

Durch die Leserunden hast du bei den beiden Vorgängern tolles Feedback erhalten und Einblicke in die Theorien und Vermutungen deiner Leser zur Handlung bekommen. Wird es für „Seele aus Licht“ wieder so einen Austausch geben?

Bei „Seele aus Licht“ werde ich aus zeitlichen Gründen leider keine Leserunde veranstalten können. Was ich sehr schade finde, denn es ist sehr spannend zu sehen, wie die Leser das Buch empfinden und auch wie sich ihre Einstellungen zu Charakteren im Laufe der Story verändern.

Ein Autor erlebt ja sowohl positive als auch negative Dinge. Was sind denn bisher die schönsten Momente in Verbindung mit der Seelen-Saga für dich gewesen?

Es gibt einige schöne Momente, die ich seit meiner ersten Buchveröffentlichung erleben durfte. Es fällt mir schwer, mich für einen zu entscheiden, aber ich denke, als ich das erste Mal einen handgeschriebenen Leserbrief (mit Schmetterlingszeichnung 😊) erhalten habe, hat mich das sehr berührt.

Hast du auch schonmal richtig doofe Kritik bekommen, an der du lange zu knabbern hattest? Das kann ich mir bei dieser Story zwar nicht vorstellen, aber davon kann bestimmt trotzdem jeder Autor berichten.

Am meisten hatte ich an meiner ersten Kritik zu knabbern. Ich hatte die ersten Kapitel von „Seele aus Eis“ geschrieben und sie meiner Mutter und Schwester zum Lesen gegeben. Ihre Kritik war nicht doof, sondern konstruktiv und berechtigt. Aber in meinen Anfängen als Autorin habe ich mir eingebildet, dass meine erste Fassung schon perfekt wäre. Das war sie nicht, aber ich konnte es zu dem Zeitpunkt noch nicht erkennen. Ich habe ein paar Tage gebraucht, um mich nicht mehr persönlich angegriffen zu fühlen. Danach habe ich mir die besagten Stellen nochmal angesehen, und zwar so, als wäre es nicht mein Text. Und ich musste mir selbst eingestehen, dass ich diese Abschnitte tatsächlich nochmal überarbeiten sollte.
Ich habe mit der Zeit gelernt, mit Kritik umzugehen, zu reflektieren, aber auch Kritik zu ignorieren, wenn ich sie für unberechtigt halte. Ich kann es nicht jedem recht machen und das will ich auch nicht.

Wenn man sich als Autor dazu entscheidet, seine Geschichten zu veröffentlichen, dann gibt man anderen nicht nur die Möglichkeit an dieser Welt teilzuhaben, man macht sich auch angreifbar, denn jedes Werk enthält etwas von seinem Autor. Das ist ein Risiko, das man bereit sein muss einzugehen.
Ohne Veröffentlichung – keine Kritik, aber auch keine Leser. Behält man seine Geschichten für sich, gibt es niemanden, der einen kritisieren oder gar verletzen kann, aber man wird auch nie erfahren, wie es ist, Leser mit seinen Worten zu begeistern.

Es steht natürlich außer Frage, dass die Leser eines jeden Autors die Allerbesten sind. 😉 Was magst du denn an deinen Lesern besonders gern? Wie erlebst du denn die Community rundherum um deine Seelen-Saga?

Da du es ja schon erwähnt hast, sind zwischen dem Erscheinen von „Seele aus Feuer“ und „Seele aus Licht“ zwei Jahre vergangen. Meine Leser sind an meiner Seite geblieben und haben sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Sie freuen sich mit mir über meine Fortschritte und warten gespannt auf Neuigkeiten.
Mich erreichen täglich sehr liebe Post, Kommentare, PNs und E-Mails. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie ich mich darüber freue und wie dankbar ich bin.

Zum Abschluss noch eine Frage „out of topic“ – die Adventszeit steht ja nun an – in der wir glücklicherweise dank der Fortsetzung der Seelen-Saga tollen Lesestoff bekommen haben. Magst du Weihnachten und wie verbringst du am liebsten diese Zeit am Ende des Jahres? Gibt es etwas, was du an Weihnachten besonders magst?

Wir feiern Weihnachten mit der ganzen Familie. Es ist ein großes Fest, bei dem es, wie bei allen anderen auch, viele Geschenke und viel zu viel zum Essen gibt. Es ist laut und schön. Am liebsten gefällt es mir aber, wenn die Feier vorbei ist und die meisten schon ins Bett oder nach Hause gegangen sind, denn es bleiben immer ein paar Leute noch da und dann führt man die besten Gespräche. Die ganzen Feiern verblassen mit der Zeit oder verschwimmen ineinander, aber an diese Gespräche erinnert man sich auch noch viele Jahre später.

Vielen Dank für deine Antworten und für dieses tolle Interview! Ich wünsche dir eine wunderbare Weihnachtszeit und alles Gute zu deinem Buchgeburtstag von „Seele aus Licht“. Wir sprechen uns hoffentlich spätestens zum Release des vierten Bandes wieder. 🙂

Vielen lieben Dank und ich danke dir für die wunderbaren Fragen, die nicht immer einfach zu beantworten waren. Ich wünsche dir auch eine schöne Weihnachtszeit 🙂

Ich hoffe, euch hat das Interview ebenfalls Freude gemacht!

Bis bald,

EURE HACHIDORI

*** Gewinnerbekanntgabe *** Exklusives Gewinnspiel zum Release von „Seele aus Licht“ von Marie Rapp ***

Hallo ihr Lieben,

passend zum Nikolaustag habe ich zu früher Stunde die Gewinner des „Seele aus Licht“-Gewinnspiels ermittelt.

Die Gewinnerin der exklusiven „Seele aus Licht“-Buchbox (Band 3) ist:

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Der Gewinner der „Seele aus Eis“-Buchbox (Band 1) ist:

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Herzlichen Glückwunsch!!!

Meldet euch bitte innerhalb von 48 Stunden bei mir, ansonsten wird neu ausgelost.

Ich danke euch allen, die am Gewinnspiel teilgenommen haben! Nicht traurig sein, wenn ihr nicht gewonnen habt, das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt. 🙂

Einen schönen Nikolaus und eine schöne Weihnachtszeit für euch!

EURE HACHIDORI

*** Exklusives GEWINNSPIEL *** zum Release von „Seele aus Licht“ von Marie Rapp ***

Hallo meine Lieben,

wie ihr noch aus meinen Rezensionen zu „Seele aus Eis“ und „Seele aus Feuer“ wisst, bin ich ein großer Fan der Seelen-Saga geworden, seitdem ich den ersten Band gelesen hatte. Der Debütroman von Marie Rapp konnte mich einfach auf kompletter Linie überzeugen. Ein paar Fragen direkt an die Autorin hatte ich damals in einem Interview gestellt.

Zum Release des dritten Bandes der Seelen-Saga „Seele aus Licht“ von Marie Rapp erwartet euch heute ein ganz besonderes Gewinnspiel!
Damit versüßen wir uns die Wartezeit auf diesen lang ersehnten Nachfolger!

Was könnt ihr gewinnen?

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1 x eine exklusive „Seele aus Licht“ (Band 3) Bücherbox inkl. Goodies und kleinen Überraschungen:
Exklusiv verlose ich als offizieller Teil des Bloggerteams rund um den dritten Band der Seelen-Saga eine von Marie Rapp eigenhändig gepackte Bücherbox. Diese enthält eine signierte Ausgabe von „Seele aus Licht“ mit einem „Seele aus Licht“-Lesezeichen, einer offiziellen Totem-Kette und einem exklusiven Lesezeichen der Hauptfigur Lena. Ein paar weitere kleine Goodies bzw. Überraschungen hat die Autorin extra für euch beigelegt. Und nicht nur das! Ich, als offizielle Botschafterin des Buchs, werde das Paket ebenfalls um ein paar kleine Herzigkeiten reicher machen. Damit überrasche ich sicherlich nicht nur euch, sondern auch die Autorin selbst. 😉

ODER

1 x eine „Seele aus Eis“ (Band 1) Bücherbox – wahlweise mit Lenas oder Darians Totem-Kette
Falls ihr den ersten Band der Seelen-Saga noch nicht kennen solltet, gebe ich euch hiermit die Gelegenheit, das zu ändern. Ich verlose nämlich auch noch eine Bücherbox zum ersten Band „Seele aus Eis“. Enthalten ist neben einer signierten Ausgabe des Buchs  auch eine Postkarte, ein Lesezeichen und eine Totem-Kette. Hier könnt ihr sogar entscheiden, ob ihr lieber das Totem von Lena oder Darian haben möchtet. Hier könnt ihr euch die Totems und die Bücherbox zu Band 1 anschauen.

Was müsst ihr tun, um teilzunehmen?

  • Ihr folgt meinem Blog. Vergewissert euch bitte, dass euch mein Blog auch gefällt. Entfolgen nach dem Gewinnspiel ist nämlich echt doof.
  • Lasst bitte ein Like und einen lieben Kommentar für diesen Beitrag da. Ihr wandert dann direkt in den Lostopf.
  • Optional: Sag das Gewinnspiel gern weiter! Wenn du möchtest, darfst du diesen Beitrag gern auf allen Kanälen, die du verwenden möchtest, teilen.

!!! Wichtig !!! Vergesst bitte nicht, mir in euren Kommentaren anzugeben, welche der zwei Buchboxen ihr gewinnen möchtet, damit ich euch berücksichtigen kann. Solltet ihr euch für die Buchbox „Seele aus Eis“ entscheiden, gebt bitte zusätzlich an, welches Totem euch lieber wäre.

Extralose ergattern:

Und nun kommen wir zu der Besonderheit dieses Gewinnspiels! Ihr könnt massig EXTRALOSE ergattern! Für jede dieser unten aufgeführten Möglichkeiten bekommt ihr ein weiteres Los im Lostopf und erhöht somit eure Gewinnchancen. Insgesamt könnt ihr so also eure Gewinnchancen vervielfachen, denn insgesamt könnt ihr so ganze 4 Lose pro Kopf sammeln.

!!! Wichtig !!! Vergesst bitte nicht, mir in euren Kommentaren anzugeben, welche der zwei Buchboxen ihr gewinnen möchtet, damit ich euch berücksichtigen kann. Solltet ihr euch für die Buchbox „Seele aus Eis“ entscheiden, gebt bitte zusätzlich an, welches Totem euch lieber wäre.

Bitte beachtet in jedem Fall die Teilnahmebedingungen!

Teilnahmebedingungen:

  • Der Teilnahmeschluss des Gewinnspiels ist der 05.12.2019 um 23:59 Uhr. Bis dahin habt ihr Zeit, teilzunehmen, Extralose zu sammeln und in den Lostopf zu hüpfen. Danach wird ausgelost.
  • Für die Teilnahme musst du mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Für die Teilnahme benötigst du eine Postadresse in Deutschland, an die ich den Gewinn schicken kann.
  • Keine Barauszahlung des Gewinns, keine Haftung für den Postweg und Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Die Gewinner werden spätestens am 07.12.2019 bekanntgegeben. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt hier auf dem Blog, auf meinem Instagram-Account und meiner Facebook-Seite.
  • Die Gewinner haben 48 Stunden Zeit, sich nach Bekanntgabe der Gewinner bei mir zu melden (per E-Mail oder PN). Andernfalls wird erneut ausgelost.
  • Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärst du dich einverstanden, dass ich deinen Namen auf meinem Blog, meinem Instagram-Account und meiner Facebook-Seite im Rahmen der Nennung der Gewinner bekanntgeben darf.

Und zu guter Letzt noch ein paar obligatorische Hinweise:

  • Instagram und Facebook haben nichts mit diesem Gewinnspiel zu tun.
  • Die Verlosung der Buchbox „Seele aus Licht“ erfolgt in Kooperation mit der Autorin Marie Rapp.
  • Die Verlosung der Buchbox „Seele aus Eis“ erfolgt durch mich als kleine Überraschung für euch und die liebe Marie. 🙂
  • Habt bitte Verständnis dafür, dass die Pakete nach der Auslosung so schnell wie möglich versendet werden, du die Bücher aber aufgrund des Auslosungsdatums erst nach dem Release erhältst. 🙂

Viel Glück euch allen!

EURE HACHIDORI

 

Als kleiner Ausblick:
Wie beim letzten Mal erwartet euch bald auch ein tolles Interview mit der Autorin selbst auf meinem Blog. Schaut also unbedingt zum offiziellen Release-Tag am 05.12. vorbei, wenn ihr neugierig auf ein paar Eindrücke hinter den Kulissen seid. ❤

Rezension – „Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer

Meine lieben Leser,

eines der Bücher, was für dieses Jahr ganz groß auf meiner To-Read-Liste stand, war „Land of Stories“. Schon, als es noch gar nicht absehbar war, dass es übersetzt wird, habe ich mit diesem Schmuckstück geliebäugelt. Da ich allerdings nicht so gern Bücher in englischer Sprache lese, habe ich mich selbst zur Geduld ermahnt. Als ich dann endlich gesehen habe, dass dieses Werk von Chris Colfer auch in Deutsch erhältlich sein wird, war meine Freude groß. Ich war sehr gespannt. In den letzten Jahren hatten mich Märchenadaptionen doch eher enttäuscht. Doch das Buch von Colfer wurde sehr gelobt und es klang einfach super. Im Folgenden will ich euch deswegen erzählen, ob es mich auch begeistern konnte.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber (Band 1)
  • Autor: Chris Colfer
  • Anzahl der Seiten: 477 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Fantasy, Kinderbuch

INHALT:

In der Geschichte von Colfer lernen wir gleich zu Anfang die Geschwister Alex und Conner kennen. Die beiden gehen noch zur Schule und während sich Alex als vorbildliche Schwester und Schülerin zeigt, ist Conner eher vom Schlag eines frechen Bengels. Die beiden verloren leider schon früh ihren Vater und leben seitdem mit ihrer Mutter allein. Diese arbeitet sehr viel, um den Lebensunterhalt für die kleine Familie zu bestreiten, denn ihr Haus musste sie bereits verkaufen. Eine weitere Bezugsperson ist für die beiden Protagonisten ist deren Großmutter. Diese kommt zwar nur selten zu Besuch, weil sie sich sozial für benachteiligte Kinder engagiert, aber sobald sie da ist, sind Alex und Conner nicht mehr zu bremsen.
Noch relativ am Anfang des Buches erleben wir einen dieser Besuche der Großmutter mit. Sie schenkt Alex ihr altes Märchenbuch, welches sie den Kindern immer vorgelesen hatte. Alex ist überglücklich, denn obwohl es ihr im echten Leben an Freunden mangelt, findet sie Halt in den Seiten ihrer Bücher und vor allem in diesem Märchenbuch, welches ihr so vertraut ist.
Die Geschichte nimmt ihre erste Wendung, als Conner Veränderungen an seiner Schwester wahrnimmt. Komische Geräusche und Licht dringen aus dem Zimmer seiner Schwester, wenn sie eigentlich schlafen sollte. In der Schule wirkt Alex auf einmal abwesend und schläft sogar ein! Conner muss dem auf den Grund gehen. Da er sich Sorgen um Alex macht, überrascht er Alex eines Tages dabei, wie sie kopfüber in dem Märchenbuch steckt. Durch den Schreck fällt sie hinein und als Conner versucht, sie zu retten, zieht sie ihn mit sich. Schwupps, sind die Geschwister im magischen Land, welches sie aus den Geschichten der Großmutter kennen. Wieso sind sie denn in das Buch gefallen? Was sollen sie nun tun? Und wie kommen sie bloß wieder zurück?
Unerwartet treffen sie Froggy, einen Froschmenschen, der ihnen vom sogenannten Wunschzauber erzählt. Dafür müssen sie mehrere Gegenstände in diesem Märchenland finden und zusammenführen, um einen Wunsch zu äußern.
Und so beginnt eine abenteuerliche Suche für die zwei Geschwister. Auf dem Weg durch das magische Land begegnen sie nicht nur liebgewonnenen Märchenfiguren, sondern sehen sich auch bösen Kreaturen gegenüber. Doch nicht nur Alex und Conner sind hinter dem Wunschzauber her – und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Weil (…) man nicht in die Nachbarschaft hungriger Kinder zieht, wenn man in einem Haus aus Lebkuchen wohnen will. Es gibt jede Menge Märchenfiguren, denen es schlicht an gesundem Menschenverstand fehlt.“

– Conner in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 37 – 

Ob Alex und Conner alle Gegenstände für den Wunschzauber bekommen, ob sie wieder nach Hause finden und wer ebenfalls hinter dem Zauber her ist – das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

„Seid tapfer, Kinder (…) Tapferkeit ist das Einzige, was euch niemand je nehmen kann.“

– Goldlöckchen in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 395 –

Zugegeben, der Schreibstil von Colfer ist sehr einfach, allerdings darf hier nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Für diesen Zweck ist der Schreibstil angemessen. Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden kann.
Leider hat das Buch einige Längen. Auf der Suche nach den Gegenständen für den Wunschzauber geraten die beiden Protagonisten zwar in einige Schwierigkeiten, allerdings bleibt die Spannung immer nur oberflächlich. Nach kurzer Zeit stellt sich wieder ein heimeliges Gefühl ein, bevor das nächste Abenteuer angegangen wird.
Ein bisschen gestört hat mich, dass die Kinder noch zur Schule gehen, manchmal aber wie Erwachsene reden. Nur vom Schreibstil her hätten die beiden Figuren auch älter sein können, als sie wirklich waren. Sowas finde ich immer etwas schade. Schließlich sollen sich die Kinder in diesem Alter auch mit den Helden einer Geschichte identifizieren können.
Insgesamt war der Schreibstil sehr liebevoll und bildhaft, hätte für mich aber gern an einigen Stellen noch einen höheren Detailgrad haben können.

FAZIT:

„Und es ist bequemer und einfacher, zu hassen, Schuld zuzuweisen und zu fürchten, als zu verstehen. Niemand will hören, wie es wirklich war; die Leute wollen unterhalten werden.“

– Böse Königin in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 413-414 –

Die Geschichte um die beiden Geschwister Alex und Conner ist magisch und unglaublich liebevoll geschrieben. Da ich gegenüber Märchenadaptionen immer etwas skeptisch bin, war ich positiv überrascht, dass auch das Wiedersehen mit bekannten Märchenfiguren sehr schlüssig und authentisch war.
Für die leider doch öfter vorhandenen Längen muss ich leider einen Punkt abziehen, doch die entspannte Atmosphäre dieses Märchenbuches macht das wieder wett. Leider habe ich ein etwas minderwertiges Exemplar des Buchs abbekommen: Die goldene Beschriftung auf dem Einband ist nach dem Lesen abgerubbelt, obwohl ich es nur einmal im Koffer mitgenommen habe und ansonsten immer auf der Couch gelesen habe. Sehr schade, denn gerade das schöne Cover begeistert mich besonders. Auch die Bindung war bei mir fehlerhaft. Die Seiten sind im unteren Bereich auseinander geklafft, sodass ich immer Angst hatte, dass die Seiten auseinander reißen. Da das aber hoffentlich nur ein Einzelfall ist, werde ich es nicht in die Bewertung mit einfließen lassen.
Das Ende des ersten Bandes war dann sogar überraschender als gedacht und ich bin schon gespannt auf den Nachfolger.
Eine ruhige, entspannte und gelungene Märchenadaption, die liebevoll erzählt wird. Ein Kinderbuch, welches auch Erwachsene begeistern kann. Längen werden durch ein magisches Setting und sympathische Protagonisten wettgemacht. Lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Hachidoris Welt – Wissenswertes über meine Histaminintoleranz oder auch: Histamin, was ist das?

Meine lieben Leser,

heute gibt es nach langer Zeit wieder mal etwas aus Hachidoris Welt zu berichten. Ich habe lange überlegt, ob ich so einen Beitrag schreiben soll, habe mich jetzt aber dafür entschieden, weil ich denke, dass es bezüglich dieses Themas einfach Aufklärungsbedarf gibt. Zudem bekommt dieses Thema zu wenig Aufmerksamkeit.

Es geht heute um meine Histaminintoleranz.
Als ich die Diagnose vor einem guten Jahr erhielt, war ich nicht nur unwissend, sondern auch maßlos überfordert. Mein ganzes Leben hat sich dadurch massiv verändert.

Leider ist dieses Krankheitsbild noch nicht allzu bekannt, obwohl es mittlerweile ungefähr 2-4% der Bevölkerung betrifft.
Das Problem als Betroffener: Man wird nicht ernst genommen und hat bis zur Diagnose eine wahre Odyssee hinter sich. Ich möchte helfen, damit sich das ändert.

Noch ein Hinweis:
Mein Ziel ist es, die wissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen auch für Laien einigermaßen verständlich darzustellen. Ich möchte betonen, dass ich selbst Laie bin, mir mein Wissen selbst angeeignet habe und ich es euch in meinen Worten wiedergebe. Über Anregungen, Kritik oder Ergänzungen freue ich mich sehr.

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Was ist denn Histamin?

Histamin ist ein Stoff, der im Körper von Menschen und Tieren, in Pflanzen und Bakterien vorkommt. Er dient als Gewebshormon und Neurotransmitter (Botenstoff).

Bei uns Menschen hat Histamin eine zentrale Aufgabe bei allergischen Reaktionen und im Immunsystem bei der Abwehr körperfremder Stoffe.
Als Botenstoff sorgt es dafür, dass Entzündungsreaktionen ausgelöst werden, damit bspw. das Gewebe an bestimmten Stellen anschwillt.
Im Magen reguliert Histamin die Magensäureproduktion.
Im Zentralnervensystem steuert es den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Appetitkontrolle.

Histamin ist ein sogenanntes biogenes Amin. Es entsteht, wenn aus der Aminosäure Histidin das Kohlendioxid abgespalten wird. Diese Herstellung des Histamins passiert in der Haut, der Magenschleimhaut und den Nervenzellen. Und danach wird es in Mastzellen (die sitzen vor allem in Schleimhäuten), basophilen Granulozyten (eine Art weiße Blutkörperchen) und Nervenzellen gespeichert.
Mastzellen setzen explosionsartig viel Histamin frei, wenn an ihren zugehörigen Antikörpern was haften bleibt und dadurch das Kommando für eine allergische Reaktion gegeben wird. Ihnen kommt eine besondere Rolle im Zusammenhang mit der HIT (Histaminintoleranz) zu. Es gibt sogar eine ganz bestimmte Art dieser Intoleranz, die sich auf diese Zellen bezieht. Das würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen.

Und was läuft schief bei Histaminintoleranz?

Um diese Frage zu beantworten, muss man den Abbau von Histamin betrachten.

Histamin bildet farblose Kristalle, die bei 84 Grad schmelzen. Wichtiger ist es aber, zu wissen, dass diese Kristalle sich leicht in Wasser oder Ethanol lösen. Deshalb wird Betroffenen oft empfohlen bei einem Histaminschub sehr viel Wasser zu trinken. Alkohol enthält nämlich noch andere, wiederum Histamin triggernde Stoffe.
Wasser ist also eine Möglichkeit, manuell Histamin abzubauen. Unterstützend können bestimmte Mineralstoffe oder Vitamine (bspw. Vitamin C) wirken.

Histamin wird aber eigentlich vom Körper selbst abgebaut. Da gibt es mehrere Möglichkeiten.
Die bekannteste Variante ist die sogenannte Diaminoxidase (DAO). Dieser Vorgang findet im Darm statt und praktisch kann man sich vorstellen, dass dort das passende Enzym als Bodyguard rumsteht und das Histamin, was aufgenommen wurde, einfach nicht in die Körper-Disco lässt, wenn es dort drin zu voll wird.
Im Inneren der Zellen selbst wird Histamin durch die sogenannte Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) abgebaut. Das funktioniert ähnlich, denn auch hier wirkt ein Enzym-Bodyguard, der hier ungebetene Gäste raus schmeißt.
Ein weiterer Sicherheitsmann kümmert sich im Zuge der sogenannten Monoaminoxidase B (MAO-B) um den Abbau von Histamin, allerdings ist sein Bereich vor allem das zentrale Nervensystem und das periphere Gewebe.

Und wie kommt es zur Intoleranz? Ganz einfach gesagt – diese Abbau-Mechanismen sind kaputt. Manchmal ist nur ein einziger Mechanismus betroffen, manchmal mehrere oder sogar alle.

Als wäre das nicht schon kompliziert genug, geht die HIT gern einher mit vielfältigen anderen Intoleranzen, Erkrankungen und natürlich sehr unspaßigen Symptomen. Zudem ist die Therapie durch Ernährungsumstellung sehr hart und das Leben ab da sehr eingeschränkt. Und als wäre es nicht genug, spielen dort noch ganz andere Faktoren wie die Reaktionen der Mitmenschen, Ärzte und die erschwerte Teilnahme am alltäglichen Leben bspw. in den Urlaub fahren eine große Rolle.

Wenn euch das Thema interessiert, würde ich darüber gern eine eigene Beitragsreihe machen. Deshalb lasst mich durch ein Like oder Kommentare wissen, ob es euch interessiert!
Dann berichte ich euch im nächsten Beitrag nämlich über meinen Weg zur Diagnose, meine Symptome und wie es mir mittlerweile damit geht.

Bis bald,
EURE HACHIDORI

 

 

Erste weiterführende Literatur zur Histaminintoleranz:
https://www.histaminintoleranz.ch/de/histaminose_histaminstoffwechsel.html
https://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/nahrungsmittelunvertraeglichkeiten/histaminintoleranz.html
https://www.aerzteblatt.de/archiv/53958/Die-verschiedenen-Gesichter-der-Histaminintoleranz

Hilfreiche Accounts / Kontakte bei Histaminintoleranz:
https://www.facebook.com/groups/SJH.Histaminintoleranz/
https://www.facebook.com/groups/1181517258585418/
https://www.instagram.com/histaminfreigeniessen/
https://www.instagram.com/histaminfreivon/
https://www.instagram.com/histaminarmes_essen/
https://www.instagram.com/histaminefreelife/

 

Frauen der Weltgeschichte – Karen (Tania) Blixen

Karen „Tania“ Blixen
1885 – 1962
Dänische Schriftstellerin

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Titel: Svenska: Ungdomsfotografi av Karen Dinesen (Karen Blixen). Fotograf Carl Sonne cirka 1903. (Quelle)
Fotograf: Carl Sonne 1845-1919

Karen Blixen wurde weltberühmt durch den Hollywood-Film „Jenseits von Afrika“, in dem sie von Meryl Streep dargestellt wurde. Auf dem deutschen Buchmarkt trägt die Schriftstellerin das Pseudonym Tania Blixen. Als Isak Dinesen veröffentlichte sie englischsprachige Bücher.

Aufgewachsen ist Blixen in Dänemark. Ihre Kindheit war geprägt durch eine strenge, bürgerliche Erziehung. Ihr Vater war Offizier, Schriftsteller und Politiker. Ihre Mutter lebte streng religiös. Sie hatte vier Geschwister.
Schon als Kind hatte sie viel Kontakt zu ihrem späteren Ehemann Bror von Blixen-Finecke, da er der Sohn der Cousine ihres Vaters war.
Karen wandte sich zeitig von der strengen und religiösen Lebensweise der Eltern ab. Ihrem Vater stand sie dennoch sehr nah, weswegen sein Selbstmord sie besonders schwer traf. Sie war erst zehn Jahre alt, als es geschah.
Karen Blixen besuchte in Kopenhagen mehrere Kunstschulen. Während ihres Studiums an der Kunstakademie begann sie zu schreiben. Auch ihre ersten Kurzgeschichten aus dieser Zeit veröffentlichte sie unter einem ihrer vielen Pseudonyme, die schon fast so etwas wie weitere Persönlichkeiten wurden.

Nach der Heirat mit ihrem Halbcousin Bror, wanderten die beiden nach Kenia aus, um dort eine Milchfarm zu betreiben. So hatte Karen endlich die Chance, den Ketten ihres strengen Elternhauses zu entfliehen. In Kenia angekommen, erkannte sie aber, dass ihr Mann anstatt einer Milch- eine Kaffeefarm gekauft hatte. Diese lag außerdem zu hoch, denn bis dato sah man es als unmöglich an, in 1700 Metern Höhe Kaffee anzubauen. Karen versuchte das Unmögliche. Später sollte ihr Buch „Afrika, dunkel lockende Welt“ mit ein paar Worten zu dieser Farm beginnen, genauso die bekannte Hollywood-Verfilmung. Später besaßen sie nicht nur Kaffeefarmen, sondern auch die anfänglich geplante Milchfarm.
Ihr Mann Bror verschwendete ihr Geld und das ihrer Familie, denn er war schon beim Kauf der Farm pleite. Er war ein Weiberheld und Anhänger der Prostitution. Aus diesem Grund erkrankten er und Karen an Syphilis. Neuartige Behandlungen mit Quecksilber und arsenhaltigen Mitteln und die Spätfolgen der Erkrankung führten dazu, dass sie lebenslang unter chronischen Schmerzen litt. Später litt sie zudem an der Spanischen Grippe, Blutvergiftung und ständigen Schmerzattacken. Die Ehe mit Bror wurde schlussendlich geschieden, nachdem sich Karen zunächst gegen eine Trennung wehrte. Nach der Trennung half ihr Bruder dabei, die Farmen allein weiterzuführen. Nach 17 Jahren Ertragslosigkeit musste sie jedoch endgültig dieses Projekt aufgeben. Allerdings sorgte sie dafür, dass ihre Angestellten vom Volksstamm der Kikuyu nicht vertrieben, sondern gemeinsam umgesiedelt wurden. Das Land um die Farm trägt bis heute den Namen „Karen“.

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Titel: Baroness Karen Blixen and her brother, engineer Thomas Dinesen, on the baroness’s African farm (Quelle)
Fotograf: Gottlieb Foto

Ihre spätere große Liebe zu Denys Finch Hatton war von Wirrungen durchzogen. Sie pflegte bereits eine Affäre zu ihm, als die Trennung zu Bror noch nicht vollzogen war. Als sie schwanger wurde, konnte sich Denys nicht vorstellen, Vater zu werden und verließ sie – Schluss gemacht hat er per Telegramm. Karen erlitt danach ihre zweite Fehlgeburt. Danach kehrte Denys wieder zu ihr zurück und wohnte mit auf der Farm. Das Verhältnis zerbrach, als Denys bei einem Besuch des Prinzen von Wales auch Bror mit auf die königliche Safari einlud. Denys kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Nach Karens Rückkehr nach Dänemark veröffentlichte sie dann mehrere Bücher, von denen nicht nur eines verfilmt wurde. Für eines dieser Werke gewann sie einen Preis. Mit „Sieben phantastische Geschichten“ gelang ihr der Durchbruch. 1954 munkelte man, sie wäre für den Literaturnobelpreis nominiert, den allerdings Ernest Hemingway gewann. Dieser betonte, Blixen wäre dem Preis würdiger gewesen.
Aufgrund ihrer Gesundheit war ihr das Schreiben schließlich unmöglich, aber sie sprach in vielen Radiosendungen vor. Viele ihrer Werke erschienen postum. Sie wurde 77 Jahre alt.
Sie starb kurz vor der Verleihung des Literaturnobelpreises, für den sie nominiert war. Aufgrund ihres Todes konnte sie ihn nicht mehr entgegen nehmen und so wurde er John Steinbeck verliehen.

(Vgl. Rustikal u.a.: Karen Blixen. https://de.wikipedia.org/wiki/Karen_Blixen [Stand: 15.11.2019])

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Titel: Baroness Karen Blixen-Finecke at Kastrup Airport CPH, Copenhagen 1957-11-02. (Quelle)
Fotograf: SAS Scandinavian Airlines

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Es ist wieder soweit – Lovelybooks-Leserpreis nominieren!

Meine lieben Leser,

es ist wieder soweit! Wie jedes Jahr kann zurzeit jeder beim Lovelybooks-Lesepreis seine Lieblingsbücher nominieren.

Untergliedert ist das ganze nach den verschiedenen Genres. Neben den eigenen Nominierungen findet man hier auch mal ein paar neue Anregungen, was den anderen Lesern noch gefallen hat. Also worauf wartet ihr noch? 🙂 Die Autoren warten auf eure Stimmen.

Pro Kategorie können drei Stimmen vergeben werden.

Ganz viel Spaß und bis bald,

Eure Hachidori

Rezension – „One true Queen – Von Sternen gekrönt“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

heute möchte ich mit euch über ein Buch sprechen, welches praktisch in aller Munde ist. Schon allein das wunderschöne Cover treibt einen dazu, dieses Buch wenigstens einmal in die Hand zu nehmen. Ich hatte das Glück, bei einer Aktion von Thalia, ein signiertes Exemplar zu ergattern. Nun endlich hatte ich Zeit, es zu lesen und möchte meine Eindrücke wie immer mit euch teilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Von Sternen gekrönt (Band 1)
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 509 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Fantasy, Romantasy

INHALT:

Mailin ist ein ganz normales Mädchen. Oder naja – vielleicht ist in ihrem Leben doch nicht alles normal. Ihre alleinerziehende Mutter gönnt sich selbst kaum eine Pause, damit die Protagonistin und ihre Schwester nicht zu kurz kommen. Vicky, Mailins Schwester, liegt seit sieben Jahren im Wachkoma. Sie wird zuhause von ihrer Mutter gepflegt, obwohl diese noch nebenbei arbeiten geht. Mailin wollte nicht, dass Vicky in ein Heim verlegt wird. Einzig das Hobby unserer Hauptperson gibt ihr Halt – sie trainiert Kendou, eine japanische Sportart.
Nach einem Training bricht Mailin zusammen. Plötzlich findet sie sich in einer anderen Welt wieder – in Lyaskye. Nicht nur die Natur und die Tiere sind komplett anders, sondern auch ihr Verhalten. In Lyaskye ist nichts, wie es scheint. Das spürt Mailin am eigenen Leib, als sie von einem wildgewordenen Baum fast umgebracht wird. Sie kämpft um ihr Leben und mehr oder minder kommt ihr ein Fremder zu Hilfe.
Der Fremde wird von Mailin auf den Namen „Peter“ getauft, nach der Geschichte von Peter Pan. Er willigt ein, sie bis in die Hauptstadt Rubia zu begleiten, danach allerdings soll Mailin auf sich selbst gestellt sein. Sie ist natürlich mehr als verwirrt, warum sie in dieser Welt ist und nicht in ihrer eigenen. Zudem muss sie sich mit „Peter“ durch einige kleine Abenteuer schlagen. Als wäre diese Situation nicht schon verwirrend genug, erfährt sie bei ihrer Ankunft in Rubia eher unfreiwillig, dass die Königin dieses Landes ihrer Schwester zum Verwechseln ähnlich sieht. Und nicht nur das – sie regiert seit sieben Jahren …

Mailin versucht im Folgenden Kontakt zur Königin aufzunehmen und gerät in ein Geflecht aus politischen Verwirrungen und Intrigen. Auf ihrer Suche nach einem Weg zurück in ihre Heimat bringt sie sich mehr als einmal in Lebensgefahr und verliebt sich in einen ihr alten Bekannten. Doch nichts ist, wie es scheint, in Lyaskye und so weiß Mailin zu keiner Zeit, wem sie wirklich trauen kann und wem nicht.

Wen Mailin alles auf ihrer Reise trifft, ob die Königin mit ihrer Schwester zu tun hat, was der geheimnisvolle „Peter“ für eine Rolle spielt und welche Abenteuer sie erlebt, das lasse ich euch lieber selbst lesen. Aber am liebsten würde ich euch direkt die ganze Geschichte erzählen!

SCHREIBSTIL:

Am Anfang hat es mich etwas genervt, dass Gedanken und Gesprochenes direkt ineinander übergehen. Diese wurden nicht, wie sonst gewohnt, durch Absätze getrennt. Das hat mich anfänglich sehr verwirrt und mich auch öfter beim Lesen innehalten lassen, weil ich aufpassen musste, was Mailin nun wirklich sagt oder nur denkt.

Ansonsten ist der Schreibstil von Jennifer Benkau wunderbar fantasievoll und ausführlich, aber nie langweilig. Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte mich in ihrer Sprache verlieren, ohne zu merken, wieviel ich wirklich gelesen habe. Das ist immer ein gutes Zeichen.

Die unterschiedlichen Charaktere waren gut herausgearbeitet und ich habe selbst in den Nebenfiguren Leben gespürt. Es ist toll, wenn die Figuren zum Leben erwachen und nicht farblos bleiben.

FAZIT:

Am Anfang war ich mehr als skeptisch – die Grundidee eines Menschen, der im Koma liegt und einer damit verbundenen Reise in eine andere Welt ist schließlich nicht ganz neu. Noch dazu liest Mailin Vicky am Anfang aus „Alice im Wunderland“ vor. Dadurch hatte ich extreme Angst, dass es in diese Richtung gehen würde. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Adaptionen der Alice-Geschichte gelesen und die waren alle nicht so wirklich prall. Diese Angst wurde schnell ausgeräumt. Allerdings blieb eine weitere Angst – denn die Geschichte erinnerte mich am Anfang direkt auch an „The Unwhispered World“, ein Videospiel, in dem ein Junge im Koma liegt und nur wieder erwacht, weil er das Böse in dieser Welt besiegt. Ich hatte wirklich Bedenken, es könnte ein Abklatsch werden und war zunächst etwas enttäuscht. Denn ich ahnte irgendwie direkt, dass die Schwester von Mailin und Lyaskye zusammenhängen würden.
Meine Bedenken wurden restlos ausgeräumt. Die Geschichte ging in eine völlig andere Richtung, als ich es erwartet hatte und auch der Übergang zwischen den Welten war anders geregelt als gedacht. Auch die Entwicklung der Charaktere und er gesamte Plot waren nicht so angelegt, wie befürchtet. Hier wurde ich definitiv überzeugt.
Dazu kam eine herzzerreißend schöne Liebesgeschichte mit ordentlich Verwirrung und tiefen Gefühlen. Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen, wenngleich die Welt an sich etwas in den Hintergrund vor der großen Geschichte trat. Ich hätte gern mehr zu meckern und würde gern Punkte abziehen – aber ich weiß einfach nicht warum. Vielleicht hat die Königskrone von mir Besitz ergriffen und erfüllt mich mit purer Harmonie und Glückseligkeit. 😉

Alles in allem und wider Erwarten eines meiner Jahres-Highlights 2019. Fantasy gepaart mit Romantik, Spannung und Dramatik. Liebevoll gezeichnete Charaktere runden die gewaltige Story ab. Klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Japan – Tag 11: Onsen-Ausflug nach Yufuin, Spezialzug „Yufuin no Mori“ und Karaoke in Fukuoka

Liebe Leser,

da habe ich die Weiterführung des Reiseberichts aus Japan ja wirklich lange genug vor mir hergeschoben. Ich gebe aber zu, dass das vor allem daran liegt, dass ich mir nicht eingestehen will, dass die Reise schon wieder 1,5 Jahre her ist und ich diese Beitragsreihe nicht beenden möchte. Dann ist es wirklich vorbei. Seufz. Mir kommt das überhaupt nicht so vor. Zwischendurch ist auch so viel passiert, dass ich gar keinen Kopf hatte, mir die Zeit für diese ausführlichen Berichte zu nehmen. Allerdings werde ich das jetzt nachholen. 🙂 Denn es gibt noch zwei Tage zu berichten. Zum vorletzten Tag unserer Reise kommen wir heute. Nachdem wir im letzten Beitrag Hiroshima und Miyajima besichtigten, machen wir uns am elften Tag der Reise auf den Weg in das kleine Dorf Yufuin, um in einem Onsen zu baden.

Vor unserer Reise stand für uns fest: Wir wollen unbedingt ein Onsen besuchen. Für alle, die das Wort eventuell noch nicht gehört haben, folgt eine kurze Definition. Ein Onsen ist eine heiße Quelle, in der man baden kann. Es gibt heiße Quellen mit Freiluftbecken, Hotels haben kleine innenliegende Bäder und es gibt auch Badehäuser, die von heißen Quellen gespeist werden. Das besondere daran ist die hohe Temperatur und die Zusammensetzung des Wassers, welches sehr mineralreich und somit kreislaufanregend und gesundheitsfördernd wirkt. Onsen können nach Geschlechtern getrennte Becken besitzen oder gemischte Becken.

Für uns stand ebenfalls fest, dass wir auf jeden Fall ein Onsen im Freien besuchen wollten, damit wir ein Naturerlebnis dabeihaben. Wir haben viel recherchiert, denn es stellte sich uns ein kleines Problem. Ein Onsen mit Freiluftbecken, welches unseren ästhetischen Ansprüchen genügt, würde sich immer sehr weit von unserer Route entfernt befinden. Wir erkundigten uns bei unseren Gastgebern in Fukuoka, welche uns schlussendlich das Onsen in Yufuin empfohlen hatten. Mit seinem großen gemischten Becken, welches einen Ausblick auf die Berge bietet, gehört es sogar zu den schönsten Onsen in Japan. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Yufuin no Mori – ein japanischer Spezial-Zug

Noch in Tokyo und ganz am Anfang unserer Reise besprachen wir unsere Pläne mit meinem japanischen Kumpel, der uns empfahl, an einem Fahrkartenschalter der japanischen Zuglinie JR direkt alle Fahrten vorzubuchen und zu reservieren. Eher durch Zufall erfuhren wir, dass nach Yufuin ein Spezialzug namens „Yufuin no Mori“ fährt. Wir konnten unser Glück kaum fassen, als der Bahnmitarbeiter uns erklärte, dass wir nicht einmal einen Aufpreis für diesen Zug zahlen müssten, weil es im JR-Pass inklusive wäre. Da sagt man doch nicht nein und schon war unser Trip nach Yufuin gebucht!

Als wir dann am elften Tag unserer Reise in Fukuoka zum Bahnhof aufbrachen, waren wir etwas aufgeregt und freuten uns schon auf einen entspannten Tag. Die Fahrt von Fukuoka nach Yufuin dauert mit dem Spezialzug gute vier Stunden. Japaner lieben das Zugfahren und es ist eine Art Urlaubserlebnis lange Zugreisen zu unternehmen. Richtig begreifen konnten wir den Zug-Hype erst, als wir den Zug betraten. Mit unseren Fahrkarten im Anschlag, machten wir uns auf den Weg zum betreffenden Gleis. Als wir dort warteten, fuhr schließlich der Zug ein. In diesem Moment realisierte eine meiner Freundinnen, dass sie ihre Fahrkarte nicht mehr finden konnte – sie hatte sie verloren. Wir brachen natürlich dezent in Panik aus und machten uns alle schnell auf den Weg zum Bahnhofsbüro. Mit Händen und Füßen erklärten wir, was vorgefallen war. Ihre Rückfahrkarte konnte meine Freundin schließlich noch vorzeigen. Die Mitarbeiter des Bahnhofs waren mehr als zuvorkommend und druckten uns mir nichts, dir nichts eine neue Fahrkarte aus. Dazu muss man sagen, dass man in diesem Spezialzug feste Sitzplätze hat und deswegen eigentlich sehr streng mit den Fahrkarten umgegangen wird. Wir waren superglücklich. Meine Freundin hatte eine neue Fahrkarte für einen anderen Platz und setzte sich erstmal auf den Platz, den sie eigentlich reserviert hatte, damit wir nebeneinander sitzen konnten. Wir waren völlig außer Atem, als wir uns auf den Plätzen niederließen, weil wir zurück zum Gleis gerannt waren, um den Zug noch rechtzeitig zu erreichen. Gerade, als wir uns ein bisschen beruhigt hatten, kam eine Zugbegleiterin in unser Abteil und blieb vor dem Platz meiner Freundin stehen. Sie übergab ihr die verlorene Fahrkarte und erklärte uns, dass sie beim Schaffner abgegeben wurde. Ein Fremder hatte die Karte also im Bahnhof gefunden und zum Zug gebracht. Wieder einmal waren wir beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Japaner.

Als der Zug dann startete, bewunderten wir das erste Mal das auffallend luxuriöse Interior. Der Zug ist auch deswegen ein Spezial-Zug. Er ist bekannt für seine aus Holz geschaffene Innenausstattung. An vielen Orten in diesem Zug kam man sich eher vor, als würde man sich in einem Hotel befinden und nicht in einem Zug. Während der Fahrt machten wir einen interessanten Rundgang durch den Zug, der uns vielfältig faszinieren konnte. Hier lasse ich gern die Bilder sprechen.

Was haben wir denn noch gemacht in diesen vier Stunden? Erstaunlicherweise ging die Zeit wahnsinnig schnell rum. Wir haben manchmal einfach nur aus dem Fenster geschaut und genossen, wie Japan an uns vorbeizieht. Nach den turbulenten und ereignisreichen Tagen, die hinter uns lagen, tat uns diese Entschleunigung und Entspannung einfach wahnsinnig gut. Außerdem hatten wir ja mobiles Internet und konnten so ein bisschen in den japanischen Apps und Spielen stöbern. Eine lange Zugfahrt war auch perfekt zum Reisetagebuch oder Postkarten schreiben. Und dann kam eine Zugbegleiterin mit einem großen Bild des Zuges inklusive Datum vorbei – inklusive in der Zugfahrt ist nämlich, dass man ein Erinnerungsfoto bekommt. Die Zugbegleiterin drückt einem dieses Bild in die Hand und bietet sich an, ein Foto zu schießen. Für Kinder gibt es die Möglichkeit, kleine Schaffnermützen aufzusetzen. Einfach liebevoll, wie man umsorgt wird. Zudem können Souvenirs im Zug gekauft werden oder typische Essenspakete, Getränke und Süßigkeiten. Zudem gibt es kleine Stempelkarten, auf denen man sich im Zug einen Stempel platzieren kann. Dieses Sammeln von Stempeln ist in Japan offensichtlich sehr beliebt und uns hatte dieser Virus direkt infiziert. Und dann waren die vier Stunden auch schon um. Wir hätten nie gedacht, dass diese Zeit so schnell vergeht. Doch am Ende fuhren wir schneller als gedacht in den Bahnhof des kleinen Dorfes Yufuin ein.

Yufuin – ein kleines japanisches Dorf

Yufuin begrüßte uns mit einem aus Holz gebauten Bahnhof. Wir fühlten uns direkt in der Zeit zurück versetzt. Nach dem Durchqueren des kleinen Bahnhofsgebäudes empfängt einen Yufuin mit direktem Blick auf den Berg Yufu.

Auf unserem Weg zum Onsen wanderten wir durch kleine Straßen, einen kleinen Berg empor und standen dabei ziemlich oft im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dieses Dorf ist wirklich sehr weit weg von den üblichen Touristenzentren und die Bewohner beäugten uns interessiert und zuweilen kritisch. Eine meiner Freundinnen hatte sich entschieden, einen Spaziergang durch das Dorf zu machen, während meine andere Freundin und ich uns im Onsen entspannen würden. Deswegen teilt sich hier meine Berichterstattung, weil ich euch die Entdeckungen auf ihrem Spaziergang nicht vorenthalten möchte. Yufuin ist nicht groß und fast von überall im Dorf hat man einen wunderbaren Blick auf den Berg Yufu und die Natur um das Dorf herum. Auch hier möchte ich gern die Bilder sprechen lassen.

Das Onsen „Musouen“ in Yufuin

Nachdem wir den kleinen Berg zum Onsen erklommen hatte, sahen wir schon von Weitem einen kleinen Eingang aus Holz. Erstmal waren wir leicht orientierungslos, weil wir nicht wussten, wo wir einen Ansprechpartner finden würden. Dann fanden wir so etwas wie eine kleine Rezeption mit einer älteren Dame dahinter. Wir machten ihr verständlich, dass wir gern das Onsen nutzen würden. Es brauchte einige Zeit, bis wir verstanden, was sie uns im Gegenzug klarmachen wollte. Das große Becken mit Blick auf die Berge wurde an diesem Tag gereinigt und deswegen konnten wir es nicht nutzen. 😦 Wir waren so enttäuscht, waren wir doch extra wegen diesem Ausblick in dieses Onsen gefahren! Nach der ersten Enttäuschung besuchten wir also das kleinere Becken, welches nur für Frauen war. Für unsere erste Onsen-Erfahrung war das vielleicht auch besser so, denn in diesem kleinen Rahmen konnten wir uns besser an den anderen Frauen orientieren. Wir hatten uns vorher einige Anleitungen durchgelesen, wie man sich im Onsen verhält. Als wir dann tatsächlich im Umkleideraum zwischen den Japanerinnen standen, hatten wir ein totales Black-Out und sehr viel Angst, etwas falsch zu machen. Deswegen ließen wir uns ganz viel Zeit bei allen Dingen, die wir taten und orientierten uns an den Japanerinnen vor uns. Von dem Becken selbst haben wir leider keine Bilder, weil wir niemanden in Verlegenheit bringen wollten.

Zur Erklärung, in einem Onsen ist man komplett nackt. Es wird keine Badekleidung genutzt. Als wir die Tür zum Becken öffneten, standen wir gleich das nächste Mal im Mittelpunkt. So oft hatten die Japanerinnen wohl noch keine Ausländer dort gesehen. 🙂 Wir wunderten uns zunächst, dass die Anwesenden nicht direkt im Wasser saßen, sondern außen auf den Steinen. Es war Februar und nur fünf Grad Außentemperatur. Als wir dann eine Weile im sehr heißen Wasser saßen und die Minerale unseren Kreislauf auf Touren gebracht hatten, wussten wir wieso. Wir hielten es im Wasser gar nicht mehr aus und saßen auf einmal selbst draußen auf den Steinen, mit den Füßen im Wasser. Als nächstes waren wir verwirrt, dass die Anwesenden das Onsen so schnell wieder verließen. Selbst Personen, die nach uns das Becken betraten, waren eher wieder weg als wir. Später lasen wir nach, dass in einem Onsen eine Verweildauer von 10-15 Minuten empfohlen wird, da die Mineralien für den Kreislauf so fordernd sind. Das wussten wir nicht und waren ungefähr eine halbe Stunde in dem Becken. Danach war uns nicht nur wohlig warm, sondern wir schwebten wie auf Wolken durch die Welt. Unsere Haut und unsere Haare waren butterweich. Ein wunderbares Gefühl. Pure Entspannung. Warum wir so wabbelige Beine hatten, wussten wir ja dann später. 😉 Auf dem Rückweg machten wir noch ein paar Fotos von Yufuin und trafen unsere Freundin. Die Sperrung des Hauptbeckens hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon komplett vergessen, wir waren einfach glückselig.

Abschied von Yufuin

Wieder vereint, besuchten wir ein Restaurant und genossen das erste Mal kalte Soba. Spätestens seit unserem ersten Soba-Genuss in Kyoto waren wir große Fans dieses japanischen Nudelgerichts. In den angrenzenden Souvenir-Shops gingen wir noch kurz auf Entdeckungstour, bevor wir wieder in den Yufuin no Mori stiegen, der uns zurück nach Fukuoka bringen sollte. Zu unserem Erstaunen saßen wir dieses Mal sogar im Abteil der ersten Klasse, welches sehr nobel aussah und uns wieder mit der schönen Ausstattung begeisterte. Auch diese vier Stunden vergingen wie im Flug. Wahrscheinlich waren wir wirklich einfach geschafft von den Eindrücken der bisherigen Reise. Zudem mussten wir für unsere Abendpläne noch etwas Energie tanken.

Karaoke in Fukuoka

In Fukuoka trafen wir uns mit einem Freund von mir, den ich gebeten hatte, dass wir zusammen eine Karaoke-Bar besuchen. Das stand ganz groß auf unserer To-Do-Liste und am vorletzten Tag unserer Reise wollten wir da gern noch einen Haken dran setzen. Unweit vom Bahnhof nutzten wir eine Karaoke-Bar – Bezahlung und Klärung aller Details übernahm zum Glück mein Kumpel, denn unser Kopf war nach dem Onsen-Abenteuer wie in Watte gepackt. Wie läuft das alles ab? Man bezahlte eine Grundgebühr für einen bestimmten Zeitraum und bekam ein separates Zimmer mit Mikrofonen, Bildschirmen und einem Tablet. Zudem lag dort eine Getränkekarte. Jeder musste mindestens ein Getränk bestellen. Und danach begann unser Karaoke-Abend. Auf dem Tablet kann nach jedem erdenklichen Lied gesucht werden. Wer denkt, er muss japanische Schlager singen, hat hier weit gefehlt, denn wir konnten unsere gesamten Singstar-Erfahrungen unter Beweis stellen. Von George Michael bis Queen war alles dabei. Leider war die Zeit viel zu schnell vorbei. Danach sind wir noch ein bisschen im Book-Off-Store stöbern gegangen und haben eine Kleinigkeit zum Abendbrot gegessen. Und danach war der entspannte Onsen-Tag auch schon wieder vorbei. Für den nächsten Tag hatten wir gar nicht viel geplant. Und damit endete der elfte Tag unserer Japan-Reise.

Erfahrt im nächsten Beitrag, was wir an unserem letzten Tag in Fukuoka unternommen haben und wie sich unser Rückflug nach Deutschland am darauffolgenden Tag für uns angefühlt hat.

Bis dahin!

EURE HACHIDORI

Rezension – „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Besonders ist es für mich, weil es das erste Buch ist, welches ich aufgrund von sozialen Medien gekauft und gelesen habe. Normalerweise informiere ich mich über andere Quellen über Neuerscheinungen und stöbere im Buchladen. Doch gerade Instagram hat mittlerweile eine starke Buch-Community und in dieser Gemeinschaft, die sich auf „Bookstagram“ austauscht, bin ich irgendwann auf Justine (the reading mermaid) gestoßen. Mit ihrer unverwechselbaren Art und vor allem mit ihren Mecker-Rezensionen hatte ich sie direkt ins Herz geschlossen. Außerdem wurde vor nicht allzu langer Zeit ihr Debütroman „Devilish Beauty“ veröffentlicht. Ziemlich schnell hatte ich beschlossen, dass ich das Buch lesen möchte. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden lesen. Ich bin mittlerweile sehr froh, dass ich über die sozialen Medien immer mehr tolle Bücher entdecke, die nicht so bekannt sind bzw. nicht so eine große Marketing-Maschine hinter sich wissen. Hier verstecken sich oft echte Perlen. 🙂 Und nun zum Buch!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle
  • Autor: Justine Pust
  • Anzahl der Seiten: 340 Seiten
  • Verlag: Dark Diamonds (Imprint CARLSEN Verlag)
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juli 2019)
  • Genre: Fantasy, Romantasy

INHALT:

Mimi ist eine Dämonin. Eine untypische Dämonin. Sie hasst es, für die Hölle Seelen einzutreiben. Noch dazu hat sie eine Affäre mit ihrem Chef – der zufällig einer der Prinzen der Hölle ist. Auch, wenn dieser sie nicht gerade zimperlich behandelt und sie anhält, ihren Job zu machen, hat er eine Sonderregelung für die aufmüpfige Dämonin ausgehandelt. Unterstützt wird Mimi vor allem von ihrem Dämonenhund, der zur Strafe für ihr ständiges Aufbegehren in der Form eines Dackels durch die Welt laufen muss.

Auch ihre Freundin Tessa, eine begabte Hexe, ist Mimi eine große Stütze. In Tessas Bar arbeitet die Protagonistin als Barkeeperin und kommt dabei mit allen möglichen Wesen in Kontakt. Neben betrunkenen Werwölfen und Vampiren sieht sich Mimi allerdings bald ganz anderen Problemen gegenüber.

Um ihre Seelen einzutreiben, schließt sie einen Deal mit einem begnadigten Jäger namens Drake. Die für die Hölle vorbestimmte Seele des Jägers war durch die Begnadigung dem Himmel zugesagt. Durch den Deal bricht Mimi aus Versehen das Friedensabkommen zwischen Himmel und Hölle und löst somit die Apokalypse aus. Drake avanciert zum zweiten Protagonisten der Geschichte.

„Ihr habt damit den Waffenstillstand zwischen Himmel und Hölle gebrochen und den Grundstein zur Apokalypse gelegt, ihr elenden Idioten!“

– Tessa in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 94 –

Auf einmal sind sowohl Engel als auch Höllenfürsten hinter Mimi her und sie muss mit ihren Freunden einen Plan schmieden, um die nahende Apokalypse aufzuhalten. Der Plan lautet vorrangig: Jesus muss getötet werden, bevor er die sieben Siegel zum Untergang der Welt öffnen kann.
Schon alleine dieser Punkt der Geschichte birgt einiges an Konfliktpotenzial. Nimmt man nicht nur den geplanten Tod des Sohn Gottes, sondern auch andere Äußerungen in diesem Werk, komme ich nicht umhin, streng gläubigen Christen von diesem Buch abzuraten! Gott und seine Unterstützer nehmen hier ganz ungewohnt die Rollen der Gegenspieler ein. Noch dazu wurde Jesus als Frau wiedergeboren – als homosexuelle Frau. Auch das könnte für streng gläubige Christen ein Problem sein. Ich fand es tatsächlich amüsant und passend zum Humor des Buches. Was Sexualitäten angeht, ist hier von den Love-Storys her für jeden etwas dabei. 🙂

Wer schnell rot wird (so wie ich), wird einige Stellen in diesem Büchlein finden, die er nicht in der Öffentlichkeit lesen will. Hihi. Frei nach dem Motto Sex, Drugs & Rock´n´Roll wird hier ordentlich Unterhaltung geboten. 😉 Langeweile kommt in „Devilish Beauty“ auf jeden Fall nicht auf.

Ob Mimi und ihre Allianz es schlussendlich schaffen, Jesus zu töten, die Öffnung der Siegel und somit die Apokalypse zu stoppen, dürft ihr selbst lesen. Nur so viel sei verraten – es wird spannend, romantisch und herzzerreißend zugleich.


SCHREIBSTIL:

„All diese Menschen, die nichts von dem ewigen Krieg zwischen Himmel und Hölle wissen … sie werden ins Verderben stürzen. Zusammen mit den Tieren, den Pflanzen und all dem restlichen Leben auf dieser kleinen Welt. All die Menschen, all die Seelen – für immer im Nichts. Und ich bin schuld.“

– Mimi in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 96 –

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht zu lesen, immer gewürzt mit einer guten Prise Humor und Sarkasmus.

Geschildert werden die Ereignisse hauptsächlich aus der Sicht der Protagonistin Mimi, aber auch immer mal wieder aus dem Blickwinkel des Jägers Drake. Wer mich kennt, weiß, dass ich Perspektivwechsel nicht so sehr mag. In der Geschichte von Justine Pust hat man durch diese Art der Geschichtsdarstellung Informationen erhalten, die Mimi vorenthalten geblieben sind. Somit waren die unterschiedlichen Perspektiven sinnvoll angelegt. Für mich hätte auch nur Mimis Blickwinkel gereicht, aber Drakes Kapitel waren schlüssig und haben mich nicht gestört. Zudem war die Love-Story von Drake einfach zuckersüß.

Was mir an dem Schreibstil besonders gut gefallen hat, war die bildhafte Sprache und die fantasievollen Beschreibungen. Damit hebt sich dieses Buch von den vielen Romantasy-Werken ab. Die Autorin kann zudem alle Situationen glaubhaft schildern, egal ob es sich um Liebesszenen, brutale Kämpfe oder mysteriöse Träume handelt.


FAZIT:

Ich war zuerst sehr skeptisch, ob mir eine sexy Dämonen-Geschichte gefallen wird. Ich bin ja eher eine Disney-Prinzessin als ein Bösewicht. Doch diesbezüglich hat mich die Story und vor allem Mimi komplett abgeholt. Mimi ist nicht der typische Dämon und mir hat es erstaunlich gut gefallen, dass die klassischen „Guten“ dieses Mal den Part des Gegenspielers eingenommen haben.

Meine Befürchtung, dass ich bei jeder zweiten Seite rot anlaufe, weil das Buch zu sexy geschrieben sein könnte, wurde auch nicht bestätigt. Die vielen Szenen, in denen sich die Charaktere näher kommen sind zwar vorhanden, aber stehen nicht im Fokus, was ich sehr angenehm fand.
Erstaunt war ich über die Wendungen, die gerade gegen Ende des Buches eintreffen. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Mimi mysteriöse Träume hat und sie auf die Suche nach ihren Erinnerungen an ihr früheres Leben geht. Das hat der ganzen Geschichte nochmal mehr Tiefe und Spannung gegeben. Und dann war auch noch so viel Romantik vorhanden, dass es mich zum Schmachten gebracht hat, es aber auch nicht zu viel war. Was will man also mehr.

Spannung, Romantik und eine unkonventionelle Basis der Geschichte konnten mich begeistern. Viel zu sagen bleibt nicht außer: Was für ein Debüt! Für Fantasy- und Romance-Fans eine klare Leseempfehlung! 

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI