Rezension – „Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht“ von Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches mir eine liebe Freundin empfohlen hat. Ich war aufgrund des Titels erst einmal skeptisch, denn ich hatte keine Lust auf einen dieser schlecht recherchierten Ratgeber, die im schlimmsten Fall zu blindem Feminismus aufrufen. Allerdings wirkte der Klappentext sehr interessant und ich hoffte sehr auf ein medizinisch interessantes Buch. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr in diesem Artikel lesen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht
  • Autor: Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten (allerdings ab Seite 353 Quellenangaben und Anmerkungen)
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Ausgabe: 3. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch

 

INHALT:

Zunächst wirken 352 Seiten Inhalt (der Rest sind Quellenangaben) nicht so viel und umfangreich, doch es ist erstaunlich, wie viel Inhalt hier reingepackt wurde. Es ist durch seine Fülle an Informationen tatsächlich ein richtiges Sachbuch geworden.

Am Anfang wird auf die Anatomie der Frau eingegangen und der ganze Genitalbereich aus dieser medizinischen Sicht beleuchtet. Das hat man zwar im Biologie-Unterricht schon behandelt, jedoch darf man staunen, was man trotz Schule alles noch nicht wusste über dieses kleine Wunderorgan.

Danach beschäftigt sich das Buch in einem sehr umfassenden Kapitel mit Monatsblutung, Ausfluss und wie die Autorinnen so schön sagen: „anderen Säften“. Auch hier bleibt zu sagen, dass viele Schilderungen über normale Schulbildung hinausgehen und es sehr lesenswert und informativ ist. Man denkt gar nicht, was man alles dadurch ablesen kann.

Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit Sex und Empfängnisverhütung, wobei die Autorinnen nicht nur aufklären und informieren, sondern auch mit hartnäckigen Mythen wie dem Vaginalorgasmus aufräumen. Auch hier erfährt man vieles, was man so noch nicht wusste.

Abschließend widmet sich ein größeres Kapitel dem „Trouble“ im Intimbereich. Es wird über Krankheiten und Beschwerden gesprochen, allerdings auch über Fehlgeburten und die Frage, wie lange man mit dem Kinderkriegen warten kann.

SCHREIBSTIL:

„Ihnen ist das Buch gewidmet. Allen Frauen, die sich fragen, ob sie richtig funktionieren, ob sie richtig aussehen und ob sie richtig empfinden.“
– Viva la Vagina von Nina Brochmann & Ellen Stokken Dahl, S. 10 –

Die Autorinnen schaffen es, dieses Buch leicht verständlich zu schreiben, obwohl sie medizinische Prozesse erklären. Ihr Übriges dazu tun die wunderbaren Illustrationen, die jedes Mal ein Lächeln hervorzaubern. Generell schätze ich an dem Buch, dass es mit viel Humor geschrieben wurde, trotzdem immer den richtigen Ton trifft, darauf geachtet wurde, niemanden auszuschließen und vor allem, dass es trotzdem fachlich und an den richtigen Stellen kritisch und differenziert geblieben ist.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass es an einigen Stellen etwas langatmig wurde und auch die ein oder andere Dopplung vorhanden war. Für ein Sachbuch allerdings nicht untypisch, weil man es selten am Stück liest. So kann jedes Kapitel unabhängig von den anderen gelesen werden.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich überrascht. Es ist unglaublich fundiert und gut nachvollziehbar beschrieben. Es bietet neben bekannten Informationen auch jede Menge Stoff zum Staunen. So ein Buch gehört in den Lehrplan an Schulen, denn Fakt ist, dass wir anscheinend noch viel zu wenig über das weibliche Geschlecht wissen.

Ein Buch, was zum Staunen bringt. Nach der Lektüre ist jede Frau garantiert stolz auf ihr kleines Wunderwerk-Organ. Informativ, fundiert und medizinisch in einem humorvollen und verständlichen Ton. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das wandelnde Schloss“ oder „Sophie im Schloss des Zauberers“ von Diana Wynne Jones

Meine lieben Leser,

mögt ihr Ghibli-Filme auch so sehr? Ich finde sie wirklich sehr schön und schaue sie gern. Einer davon ist „Das wandelnde Schloss“, welches auf der Romanvorlage von Diana Wynne Jones basiert. Im Original erschien dieses Buch unter dem Titel „Sophie im Schloss des Zauberers“ und der Knaur Verlag hat es Ende letzten Jahres in der mir vorliegenden Version aufgelegt. Sieht sie nicht wunderschön aus? Aber nun genug vom Vorgeplänkel. Jetzt möchte ich euch nämlich erzählen, wie das Buch mir gefallen hat. Auf das Buch gebracht hat mich eine Rezension bei der lieben Buchperlenblog.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das wandelnde Schloss
  • Autor: Diana Wynne Jones
  • Anzahl der Seiten: 300 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuausgabe (2019)
  • Genre: Fantasy

 

INHALT:

„Wenn man sein Glück sucht, darf man es nicht so genau nehmen.“
– Sophie in „Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones, S. 37 –

Sophie ist die Älteste von drei Schwestern. Das bedeutet in ihrer Welt nichts Gutes und so geht auch sie selbstverständlich davon aus, das Unglück für sich gepachtet zu haben.
Vielleicht auch deshalb wird sie von der bösen Hexe der Wüste verflucht und in eine alte Frau verwandelt. Ohne Aussicht auf eine Umkehr dieses Zaubers, zieht Sophie aus, um ihr Glück zu finden. So kann sie ihrer Familie schließlich nicht unter die Augen treten. Sie macht sich auf zum wandelnden Schloss. Dessen Besitzer namens Howl ist ein Zauberer, dem allerdings nichts Gutes nachgesagt wird. Er soll Mädchenherzen zum Vergnügen sammeln, um sie zu essen. Sophie hat jedoch keine Wahl, als ihn um Hilfe zu bitten. Eine alte Frau wird er doch hoffentlich verschonen? Leider ist es für Sophie keinesfalls einfach, ihre Misere zu erklären – denn auch daran hindert sie der Fluch.
Sie wird kurzerhand zur Haushälterin des wandelnden Schlosses und wird in allerlei zauberhafte Vorkommnisse verstrickt, die sie sich vorher niemals erträumt hätte.

Die Handlung verläuft am Anfang noch recht deckungsgleich zum Film, geht aber recht bald einen komplett andere Weg. Dieser ist jedoch keinesfalls schlecht, sondern überzeugt durch ganz eigene Ideen und einen unüberwindbaren Charme. Neben aus dem Film bekannten Orten, trifft man auf einige bekannte Figuren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist klar und prägnant, geizt jedoch nicht mit Einfallsreichtum. Zusätzlich besticht Jones durch einen subtilen Humor, der mich nicht nur einmal zum Lächeln gebracht hat.
Die Charaktere sind so liebevoll dargestellt und mit Marotten versehen, dass sie an vielen Stellen schon fast liebenswert schrullig daherkommen. Genau das macht aber auch die herrliche Skurrilität dieses Buches aus.
Besonders herausragend war es für mich, dass in der Handlung eine gemütliche Atmosphäre geschaffen wird – ja, es passiert eigentlich kaum etwas wirklich Spannungsgeladenes – und trotzdem möchte man unbedingt weiterlesen. Allein der Schreibstil ist so schön, dass es einen wahren Genuss darstellt.

FAZIT:

Eine Originalvorlage zu einem Film, die sich sehr von der Filmumsetzung unterscheidet. Sie ist weder besser noch schlechter, sondern beide Versionen haben eine wunderbare Art gefunden, eine zauberhafte Geschichte zu erzählen. Das Buch besticht durch wundersame Details, ein magisches Worldbuilding und die verrücktesten und zugleich sympathischsten Charaktere, die man sich vorstellen kann.

Nicht nur ein Klassiker der Fantasy-Literatur, sondern eine skurrile, humorvolle und unheimlich liebevoll ausgestaltete Geschichte über Selbstvertrauen, Freundschaft und Magie. Für mich ein Highlight! Unbedingt lesen!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ von Lyssa Kay Adams

Meine lieben Leser,

dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks lesen. Ich habe mich wirklich riesig gefreut, denn es gab über 1000 Bewerber für die Leseexemplare. Ich hatte wahnsinniges Glück. Normalerweise lese ich ja kaum Liebesromane, aber hier hat mich die Idee des Buch-Clubs sehr interessiert. Ob es mir am Ende gefallen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
  • Autor: Lyssa Kay Adams
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag „Kyss“
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Liebesroman

INHALT:

Thea und Gavin sind seit ein paar Jahren ein Ehepaar und haben zwei zuckersüße Töchter. Doch in ihrer Ehe kriselt es offensichtlich mehr als beiden lieb ist, denn nach einem Schlüsselereignis droht die heile Welt zusammenzubrechen.
Die beiden gehen auf Abstand und da kommen Gavin seine Freunde zur Hilfe. Sie weihen ihn in die Geheimnisse ihres Buch-Clubs ein. Dort beschäftigen sich die Männer mit Frauenromanen, um ihre Frauen besser zu verstehen und ihre Ehen zu retten. Gavin ist da auf jeden Fall ein würdiges neues Mitglied und es bleibt abzuwarten, ob der Buch-Club seine Ehe vor dem sicheren Aus bewahren kann. Denn hinter dem Auslöser der Krise stecken viel tiefere Probleme als gedacht.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und liest sich ziemlich flüssig und leicht. Das macht das Buch zu einer perfekten Abendlektüre oder dem berühmten Buch „zwischendurch“.
Tatsächlich ist das Buch sehr kitschig aufgemacht und wirklich eine typische Liebesgeschichte à la amerikanische Liebeskomödie. Doch die Autorin schafft es, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Das ist vor allem einigen Charakteren der Geschichte und dem Humor zu verdanken. Die Darstellung der Männer im Buch-Club ist zwar klischeehaft, aber sehr liebenswert geschrieben.
Was mir leider weniger gut gefallen hat und mich mit einigen Fragen zurückgelassen hat, war der zeitliche Rahmen der Handlung. Die Autorin beschreibt die ganze Zeit eine Ehe, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben sollte – nicht nur von den beschriebenen Gefühlen her, sondern auch von den vielen Erlebnissen und unzähligen gerahmten Fotos an der Wand, die jedes Jahr geschossen wurden. Wenn ich das aber im Buch richtig verstanden habe, sind die beiden Protagonisten erst 3 Jahre verheiratet und die Kinder demzufolge ebenfalls 3 Jahre alt? Da kommen wir auch zu einem weiteren Kritikpunkt, dass die Kinder extrem erwachsen sprechen und sich verhalten und ich sehr erstaunt war, dass sie in einer Szene noch in Hochstühlen essen. Das passte für mich alles nicht zusammen.
Außerdem war ich etwas enttäuscht, dass der Buch-Club so wenig in den Fokus gestellt wurde, obwohl er dem Buch seinen Namen gegeben hat. Es gibt nur wenige Szenen, wo der Buch-Club wirklich eine Rolle spielt, was ich sehr schade finde.
Ebenfalls nicht so mein Fall – das ist aber Geschmackssache – waren die sehr detailliert beschriebenen Sexszenen. Auf jeden Fall ist es zum Ende hin keine harmlose Liebesgeschichte mehr, sondern schon stark tendierend in Richtung Erotik, weswegen ich keine Empfehlung für jüngere Menschen aussprechen kann. Ich finde ja sowieso, dass sowas besser gekennzeichnet werden sollte.
Generell waren einige Personen auch sehr anstrengend konzipiert, wie Theas Schwester Liv. Die sollte aber wahrscheinlich auch so sein. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war aber das ständige Hin und Her zwischen den Protagonisten. Leider haben sie sich sehr unreif verhalten und ich konnte die Auslöser für die Dramatiken nicht so recht nachvollziehen.
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Einschübe des Romans, den Gavin liest. Da es im Stil von Jane Austen gehalten war, gefielen mir diese Passagen sehr gut – fast sogar besser als die Hauptgeschichte. Ich denke, das Buch „Die Verführung der Gräfin“ sollte die Autorin vielleicht auch veröffentlichen. 😉
Abschließend möchte ich nur noch erwähnen, dass die großen Seitenränder mir nicht so gut gefallen haben – das lässt das Buch gehaltvoller erscheinen, als es dann tatsächlich ist. Und es haben sich doch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler eingeschlichen.

FAZIT:

Das Buch war angenehm und entspannt zu lesen. Die Geschichte um die beiden Protagonisten war sehr süß gemacht und romantisch, zum Ende auch mit immer mehr erotischen Schilderungen. Mir fehlte es insgesamt leider an etwas mehr Tiefe und Einfallsreichtum. Die Geschichte las sich dann doch recht gewöhnlich.

Eine liebenswerte Geschichte für Zwischendurch, teils mit detaillierten erotischen Elementen. Leider fehlte das gewisse Etwas, der Fokus auf dem Buch-Club und das Thema hätte durchaus mehr Tiefe zugelassen. Mein Fazit: Ein prima Buch für Zwischendurch, aber kein Highlight für mich.

BEWERTUNG: ❤❤❤♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „One true Queen – Aus Schatten geschmiedet (Band 2)“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

nach dem großartigen Auftakt des ersten Bandes war ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung. Ich fand es persönlich etwas schade, dass das Cover so hell war, mir hatte die dunkle Gestaltung viel besser gefallen. Aber bekanntlich sollte man ein Buch ja nicht nur nach seinem Cover beurteilen, sondern vor allem aufgrund des Inhaltes. Ob mich dieser überzeugen konnte, möchte ich euch im Folgenden erläutern. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Aus Schatten geschmiedet
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 544 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Romantasy, Jugendbuch

INHALT:

Nach ihrer Krönung zur Königin von Lyaskye am Ende des ersten Bandes, scheint Mailins Schicksal besiegelt. Sie lebt nun in der Gewissheit, dass sie entweder dasselbe Ende ereilt, wie ihre Schwester oder sie für immer ohne Liam in ihrer Welt leben muss. Doch was für ein Leben ist ein Leben ohne Liam? Zudem quälen Mailin schreckliche Visionen über ihn. Schlussendlich entscheidet sie sich, nach Lyaskye zurückzukehren. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe von Nathaniel.
Als wenn der Weg zurück nach Lyaskye nicht schon beschwerlich genug gewesen wäre, sieht sich Mailin vor Ort immer größeren Problemen gegenüber. Nicht nur die Tyrannei von Cassian will sie beenden, sondern auch verhindern, dass Unschuldige zu Schaden kommen. Der Band gipfelt in einem Showdown, der beide Wünsche zugleich nicht zu erfüllen vermag. Wird Mailin Lyaskye den Frieden bringen können? Und welche Opfer muss sie dafür bringen?

SCHREIBSTIL:

Auch, wenn dieser Band einige Längen hatte, war der Schreibstil für mich oftmals der Grund, warum ich weitergelesen habe. Jennifer Benkau schafft es, sich bildhaft und vielfältig auszudrücken. Im Vergleich zu anderen Büchern des Genres ist sie meiner Meinung nach im Niveau des Schreibstils im höheren Drittel angesiedelt. So sehr mir der Stil gefällt, so sehr kann er sich leider an einigen Stellen zu sehr in Unwichtigem oder in Details verstricken. Ich denke, das war der Knackpunkt, durch den die Längen des zweiten Bandes entstanden sind. Lange kam keine Spannung auf, weil die Handlung in Alltagsszenen verharrte. Ich hätte mir hier mehr Tempo gewünscht. Am Ende der Handlung war es meiner Meinung nach dann leider genau umgekehrt. Wichtige Showdown-Gespräche und Enthüllungen bekamen nicht genug Raum, um zu wirken.
Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Band im letzten Viertel vom vierten Stern überzeugen, obwohl dieser für mich nur kanpp verdient wurde.

FAZIT:

Der zweite Band tritt deutlich hinter dem Auftakt zurück, was ich sehr schade finde. Die Spannung kam recht spät auf, aber die Charaktere waren nach wie vor liebevoll dargestellt. Die Handlung war leider etwas blass und es fehlte an vielen Stellen das Gefühl für das richtige Tempo.

Einige Längen machen das Finale leider zu zäh für den grandiosen Auftakt in Band 1. Jedoch bieten die liebenswerten Charaktere, der schöne Schreibstil und der Showdown am Ende genügend Lesespaß, um sich knappe 4 Sterne zu verdienen.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Paardiologie“ von Charlotte Roche & Martin Keß-Roche

Meine lieben Leser,

dieses Buch hatte mich aufgrund seines Klappentextes neugierig gemacht. Ich fand die Idee toll, dass ein Paar einen Podcast über seine Beziehung macht und sich selbst ohne Filter reflektiert. Über die Erkenntnisse des Podcasts dann ein Buch zu schreiben fand ich natürlich noch toller. Und da dies noch im Zusammenspiel mit einer Psychologin geschehen sollte, war ich noch gespannter.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Paardiologie – Das Beziehungs-Buch
  • Autor: Charlotte Roche & Martin Keß-Roche
  • Anzahl der Seiten: 297 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

 

Inhalt:

„Ohne Freundschaft hat keine Liebe Bestand.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 83 –

Die Autorin und der Autor sind schon länger verheiratet und haben einige Krisen überstanden. Sie beschlossen schließlich, einen Podcast über ihre Beziehung zu machen und sich schonungslos selbst zu reflektieren. Dabei erzählen sie nicht nur von den Irrungen und Wirrungen ihrer Beziehung, sondern auch von ihrer eigenen Paartherapeutin.
Diese jedoch ist es nicht, die die zwischengelagerten Passagen im Buch geschrieben hat. Dazu haben sie sich eine in der Ratgeber-Branche bereits bekannte Psychologin ins Boot geholt.
Thematisiert werden in diesem Buch das Verliebtsein und Kennenlernen eines Paares, die Hochzeit, allgemein das Thema Liebe, Leidenschaft und Sex, offene Beziehungen, Affären und Fremdgehen sowie Autonomie und Abhängigkeit. Ebenfalls existieren Kapitel zu Anerkennung, Kindern, Nähe und Distanz, Eifersucht, Kränkungen und Enttäuschungen, Streiten und Krisen.
Dieses Potpourri verschiedenster Ansätze verspricht ein großartiges Buch über eine moderne Beziehung und hat bei mir die Erwartungen sehr hoch gesetzt. Ich hoffte, eine psychologisch anspruchsvolle und interessante Analyse vorzufinden, die an ein Experiment eines Pärchens geknüpft ist.

Schreibstil:

„Die Utopie einer vollkommenen Harmonie…“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 19 –

Ich hatte persönlich eher die Form eines normalen Sachbuchs bzw. Ratgebers erwartet. Ich war daher doch etwas enttäuscht, dass es in Dialogform geschrieben ist, unterbrochen von kurzen Passagen der Psychologin in Prosa. Für mich war es allerdings ein großer Minuspunkt, dass hier der Podcast des Pärchens einfach niedergeschrieben wurde. Ich hatte wirklich gehofft, dass sie ihre Erkenntnisse aus dem Podcast zusammenfassen und dann eine wirkliche Analyse durch die Psychologin stattfindet. Dies ist leider nicht der Fall. Allenfalls werden die einzelnen Abschnitte mit dem niedergeschriebenen Podcast von der Psychologin ergänzend kommentiert bzw. unterlegt. Eine wirkliche Analyse der Beziehung findet nicht statt. Es bleibt vieles oberflächlich.

Auch der Sprachstil (aufgrund eines zitierten Podcasts kann ich hier nicht direkt von einem Schreibstil sprechen) hat mir an vielen Stellen nicht gefallen. Während der Autor recht nett und vernünftig wirkt, ging mir die Art der Autorin schon nach kurzer Zeit auf die Nerven. Sie wurde mit der Zeit für mich immer unsympathischer, gerade durch Äußerungen wie „Ich betrüge dich emotional und bin dir so dankbar, dass du es mir erlaubst.“ (sinngemäß wiedergegeben). Der Ton ihrerseits wurde immer rauer und machte auf mich oft den Eindruck, als wollte man das Publikum durch schockierende oder krampfhaft humoristische Aussagen bei der Stange halten. Auf mich wirkte es leider viel zu oft so, als würde die Autorin das Ganze eher zu Zwecken der Selbstdarstellung nutzen, als dass sie an einer wirklichen Analyse ihrer Beziehung interessiert wäre.

Leider haben mir diese Punkte das so gut gestartete Buch verdorben. Ich habe mich am Ende ziemlich dazu zwingen müssen, es zu Ende zu lesen.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Passagen, die von der Psychologin geschrieben waren. Sie waren interessant, gut formuliert und sind hängen geblieben.

Fazit:

„Ohne die Absicherung durch eine gewisse Abhängigkeit von einem wichtigen anderen Menschen ist niemand wirklich autonom.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 159 –

Zuerst einmal muss ich klar sagen: Wer den Podcast gehört hat (ich kannte ihn vorher nicht), für den stellt das Buch keinen Mehrwert dar, da es hauptsächlich die Gespräche aus dem Podcast zitiert.

Ich war von der Idee des Buches so begeistert und umso höher war auch der Fall in die Enttäuschung über die Form des Buches. Für mich hat gerade der Ton, den die Autorin anschlug, den Spaß am Lesen getrübt. Ich hatte jedoch vorher noch kein Buch der Autorin gelesen und wusste daher nicht, worauf ich mich einlasse. Vielleicht wäre ich sonst mit anderen Erwartungen herangegangen. Der harsche Grundton, der sich zum Ende hin immer mehr durchsetzte, ist einfach nicht mein Fall und für mein Dafürhalten zu vulgär für ein sensibles Thema wie menschliche Beziehungen.

Kein Sachbuch und kein Ratgeber, sondern schlichte Unterhaltungsliteratur mit wenigen guten Botschaften. Konnte die Erwartungen nicht erfüllen und hat dieses sensible Thema nicht angemessen beleuchtet.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo

Hallo meine lieben Leser,

im Rahmen einer Leserunde vom Knaur Taschenbuch Verlag auf Instagram habe ich nun endlich mal die vielgelobte Grisha-Trilogie angefangen zu lesen. Was ich von dem ersten Band „Goldene Flammen“ halte, werde ich euch im Folgenden erzählen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Goldene Flammen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: 2019 (Schuber)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

 

INHALT:

Alina, eine Kartografin in der ersten Armee, ist niemand, der als besonders bezeichnet werden würde. Mit ihrem Freund aus Kindertagen, Mal, ist sie weit unter den mysteriösen Grisha. Diese magischen Kämpfer sind sagenumwoben und ziehen mit der Armee gegen die Kreaturen in der bedrohlichen Schattenflur.
Während eines Überfalls rettet Alina Mal das Leben – in ihr erwacht etwas, was sie selbst nie für möglich gehalten hätte. Sie selbst wird nicht nur zu einer Grisha, sondern zur mächtigsten Grisha, die in dieser Zeit existiert.
Der „Dunkle“, der die Armee befehligt, hat bald ganz eigene Pläne mit Alina, die ins Trainingslager der Grisha geschickt wird.
Schnell sieht sich Alina Intrigen und Gefahren gegenüber und muss viel zu schnell Kräfte beherrschen lernen, die sie sich nicht ausgesucht hat.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt sehr bildhaft und fantasievoll. Trotzdem fliegen die Seiten nur so dahin, weil der Schreibstil eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt. Zwar ist der Stil nicht anspruchsvoll, aber er eignet sich perfekt als Abendlektüre, da er so eingängig ist. Jedoch muss man anmerken, dass in den gut 350 Seiten dank der ausführlichen Beschreibungen niemals Langeweile aufkommt und sie sehr gehaltvoll sind. Auf diesen wenigen Seiten wird dann doch erstaunlich viel geboten.

FAZIT:

Mir bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass mich der erste Band neugierig auf mehr gemacht hat. Es war eigentlich nichts Herausragendes am Schreibstil, aber das Buch hat sich so entspannend und leicht gelesen, dass ich wirklich begeistert war. Die Geschichte hat großes Potenzial und ich bin sehr gespannt, ob dieses dann in den nächsten beiden Bänden auch ausgenutzt wird. Mir hat das Worldbuilding und auch die Idee der Grisha sehr gefallen.

Ein Buch, welches durch seine Leichtigkeit überzeugt und die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Ein solides Fantasy-Abenteuer, was mittlerweile schon fast zu den Klassikern im Genre gehört. Macht Lust auf mehr und daher eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler

Hallihallo meine lieben Leser,

heute gibt es wieder mal ein Sachbuch, was ich euch unbedingt vorstellen möchte. Ich leide ja selbst seit 1,5 Jahren unter einer Histaminintoleranz und war deswegen total froh, dass ich bei der Leserunde zu diesem guten Stück Literatur teilnehmen durfte. Wer sich schon mal mit dem Thema der Histaminintoleranz beschäftigen musste, weiß, wie mühsam es ist, durchzusehen und wirklich hilfreiche Informationen zu finden. Deshalb war ich gespannt, ob dieses Buch mich überzeugen kann, denn oftmals ist man als Betroffener auf sich allein gestellt und heillos überfordert.
Ich erhoffte mir neue Impulse – ob das Buch mich überzeugen konnte, nun im Folgenden.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel
  • Autor: Dirk Schweigler
  • Anzahl der Seiten: 173 Seiten
  • Verlag: Books on Demand
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch, Ratgeber

Inhalt:

„… nicht nur eine Geschichte kann man aus mehreren Blickwinkeln erzählen, sondern auch eine Krankheit kann aus mehreren Perspektiven betrachtet werden.“ – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler, S. 9 –

Dirk Schweigler, Wissenschaftler in einem Uniklinikum, gibt in seinem Buch zunächst eine Einführung in das Thema der Histaminintoleranz. Er erklärt, was Histamin ist, welche Vorgänge im Körper damit zusammenhängen und eben auch, wie solch eine Intoleranz entstehen kann.
Weiterhin enthält das Buch eine kleine Übersicht über die Ernährung und kleine Nahrungsmitteltabellen. Diese sind allerdings meiner Meinung nach nur ein erster Überblick, wie es der Autor auch betont. Hier hätte ich mir Verweise auf bekannte Quellen wie die SIGHI-Liste gewünscht, da das Werk eben auch Einsteiger lesen und im Internet-Dschungel nicht sofort die richtige Anlaufstelle finden. Nichtsdestotrotz will und kann ich dafür keinen Stern abziehen, weil das Buch sich vor allem auf den neuen Blickwinkel und damit auf die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten konzentriert und nicht auf die Ernährung und dazugehörige Empfehlungen. Das finde ich gut, denn solche Bücher und Internetseiten gibt es zuhauf.
Denn was dieses Werk auszeichnet ist der Teil des Buches, der sich eben mit der Diagnose und Therapie beschäftigt. Über die viel besprochenen Enzyme wie DAO bis hin zum Darm, Mineralstoffen und Hormonen wird hier alles besprochen. Und zusätzlich liefert der Autor sehr übersichtliche Checklisten für Laborwerte oder Parasiten, auf die man sich prüfen lassen sollte. Es ist eine gute Sammlung der Baustellen, die ein Mensch mit Histaminintoleranz Schritt für Schritt angehen und abarbeiten sollte, um die Ursache zu finden und zu bekämpfen. Für jedes dieser Kapitel werden auch Behandlungsansätze besprochen.
Abschließend werden kurze Tipps und Tricks für den Alltag gegeben, damit man weiß, worauf bei einer HIT besonders zu achten ist. Das geht vom täglichen Lebensstil über Notfallmedizin bis hin zu Spartipps.

Alle Themengebiete werden hier kurz und prägnant behandelt. Wer mehr Details sucht, muss anschließend selbst recherchieren. Ich persönlich finde den Umfang angemessen, um den Leser nicht zu überfordern – denn genau das passiert häufig, wenn man selbst über die Histaminintoleranz recherchiert.

Schreibstil:

Der Autor schafft es, mit seinem Schreibstil die komplizierten Zusammenhänge einer Histaminintoleranz und der Vorgänge im Körper in einfacher Sprache verständlich darzustellen. So wird dieses komplexe Konstrukt auch für medizinische Laien verständlich. Mich hat Dirk Schweigler durch die ehrliche, humorvolle und bodenständige Art und Weise überzeugt, mit der das Buch geschrieben wurde.
Ein wirklich klitzekleiner Kritikpunkt sind gelegentliche Dopplungen von Ausführungen, wenn diese in einem späteren Kapitel wieder aufgenommen werden, aber das ist nicht der Rede wert.

An mancher Stelle hätte ich gern noch ein paar Details mehr gehabt, allerdings würde das den Rahmen eines Einsteigerwerks sprengen und gerade für Menschen, die anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ist ein solches Buch enorm wichtig.

Fazit:

„… das Ziel ist, die Unverträglichkeit wieder loszuwerden.“ – „Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel“ von Dirk Schweigler, S. 8 –

Ich habe seit 1,5 Jahren die Diagnose Histaminintoleranz und bin vorher durch eine Ärzte-Odyssee gegangen. Niemand hat meine Beschwerden ernst genommen und ich fühlte mich allein. Auch nach der Diagnose, während der Ernährungsumstellung und auf der Suche nach Heilung war von meinen Ärzten keine Hilfe zu erwarten. Ich solle mich damit abfinden, dass ich nie wieder gesund werde, das waren ihre Worte.
Aber es muss eine Ursache geben, habe ich mir gedacht. Es kann nicht für ein Leben so weitergehen, dass ich nur Symptome vermeiden muss. Keiner glaubte mir, aber Dirk Schweigler hat hier ein Buch geschrieben, was genau in diese Richtung Hoffnung macht. Hoffnung auf ein Leben ohne Histaminintoleranz. Dazu bietet er eine übersichtliche Sammlung von Informationen, ohne zu überladen, Checklisten, um nichts zu vergessen und anschauliche Erklärungen, um im HIT-Dschungel endlich durchzusehen. Ein Buch, welches ein guter Einstieg in die Thematik ist und gleichzeitig genug neue Ansätze für „alte Hasen“ mitbringt. Für mich eine runde Sache.

Ein Sachbuch, Ratgeber und eine Checkliste für alle Betroffenen und Interessierten. In einfachen Worten geschrieben, übersichtlich das Wichtigste auf den Punkt gebracht mit einer Prise Humor und ganz viel Hoffnung auf Genesung. Klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das Geheimnis der dunklen Fee“ von Serena Valentino

Meine lieben Leser,

wie ihr wisst, habe ich bereits die drei Vorgänger der Disney-Villians Reihe gelesen und rezensiert. Diese Buchserie beschäftigt sich mit den Vorgeschichten einiger Bösewichte aus dem Disney-Universum. Dass dieses Vorhaben leider in zwei Bänden für mich nur unzureichend geglückt ist, habe ich in meinen Rezensionen erläutert. Der aktuelle Band beschäftigt sich mit Malefiz, der bösen Hexe aus dem Disney-Film „Dornröschen“. Ich war gespannt, ob dieser Band mich nun überzeugen kann wie „Die Schönste im ganzen Land“ oder ob es ein Flop wird, so wie die anderen Bücher.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Geheimnis der dunklen Fee
  • Autor: Serena Valentino
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Fanfiction

INHALT:

Wie zuvor bereits erwähnt, dreht sich dieses Buch rund um Malefiz und ihre Vorgeschichte. Es wird aufgeklärt, warum sie böse wurde und was in ihrer Kindheit passierte. Was mir wie in allen anderen Bänden der Reihe nicht gefallen hat, waren die drei ominösen Hexenschwestern, die anscheinend in jeder Disney-Geschichte ihre Finger im Spiel haben sollen. Das ist für mich nach wie vor unglaubwürdig, unter anderem deshalb, weil ein Wegfallen dieser Figuren an dem Verlauf der einzelnen Vorgeschichten nichts wirklich ändern würde. Man hätte die Geschichten auch ohne sie schreiben können. Die Geschehnisse um die drei Hexenschwestern hätten sich meiner Meinung nach sehr gut in einer eigenen Geschichte gemacht.
Ansonsten wird auch auf die Rolle der drei Feen aus Dornröschen eingegangen, die ebenfalls einen Teil zu Malefiz‘ Vergangenheit beitragen. Und natürlich wird auch Dornröschen aufgeführt, obwohl es sich zu meiner Freude in Grenzen hielt, dass hier eine neue Dornröschen-Fassung geschrieben wurde
Die Kindheit von Malefiz wurde nachvollziehbar beschrieben und war für mich eine echtes Highlight. Einige Fragen blieben zwar für mich offen, die Umsetzung war aber im Großen und Ganzen gut. An einigen Stellen hätte Valentino aber gern noch in die Tiefe gehen können.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist ein wenig gereift, wenn man ihn mit den Vorgängern vergleicht. Sehr zu meiner Zufriedenheit war, dass der Carlsen Verlag dieses Mal ein 1A-Lektorat vorzuweisen hatte. Gerade dieser Punkt war in den letzten Rezensionen großer Kritik meinerseits ausgesetzt. Valentinos Stil liest sich schnell, leicht und flüssig, ist aber auch wenig detailliert und teilweise etwas fantasielos. Sprachliche Raffinesse sucht man hier vergeblich, dennoch ist es ein solides Werk. Was mir leider wieder sauer aufstieß, war die Abänderung des deutschen Namens Malefiz in Maleficiant. Natürlich ist dies der eigentliche Originalname, aber als Fan wäre es mir bei der deutschen Übersetzung deutlich lieber gewesen, wenn man den Namen aus dem Film verwendet hätte. Das gleiche gilt für Flora, Fauna und Sonnenschein. Sonnenschein hat den nervigen Namen „Merryweather“, der sich in der deutschen Übersetzung für mich einfach zu sehr vom Rest abhebt und etwas störend war.

FAZIT:

Die Geschichte von Malefiz war erstaunlich spannend und fast schon tiefgründig. Leider blieb eine einprägsame Botschaft aus. Alles in allem war ich echt überrascht, wie gut mir diese Version gefallen hat – die Umsetzung als Film hat mir nämlich gar nicht gefallen. Hier weichen Buch und Film voneinander ab, was ich gut finde. „Das Geheimnis der dunklen Fee“ ist für mich tatsächlich bisher der beste Teil der Disney-Villians-Reihe, wenn auch mit gewohnten Abstrichen.

Für mich der beste Teil der Disney-Villians-Reihe. Eine tolle Vorgeschichte von Malefiz, die zum Glück nichts mit dem Film gemein hat. Kleinere Schwächen sind vorhanden, werden aber durch eine spannende Handlung wettgemacht. Für Disney-Fans empfehlenswert.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes

Meine lieben Leser,

ich hatte die tolle Möglichkeit, im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks das Buch „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes zu lesen. Das Thema fand ich sehr interessant, weil es trotz unserer modernen und ansatzweise toleranten Gesellschaft ein absolutes No-Go ist, wenn man als Frau keine Kinder möchte und sich bewusst gegen einen Kinderwunsch entscheidet. Unter den Reaktionen der Mitmenschen leiden nicht nur diejenigen, die sich dazu mit Selbstbewusstsein entscheiden, sondern auch diejenigen, die sich noch unsicher sind oder selbst keine Kinder bekommen können. Die ständigen Nachfragen wie „Wann ist es denn bei euch soweit?“ oder „Wollt ihr denn keine Kinder?“ sind dabei nicht nur unsensibel, sondern auch oft psychisch hoch belastend für die Befragten. Ich war also begeistert, dass sich jemand traut, über dieses Thema zu schreiben und war gespannt, wie es wohl umgesetzt wurde. Ob die Autorin mich mit ihrem Buch abholen konnte und wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht
  • Autor: Melanie Hughes
  • Anzahl der Seiten: 238 Seiten
  • Verlag: EDEL Books
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

„Ich denke ähnlich: Morgen dürfen der Mann und die Kinder aus dem Bilderrahmen hüpfen, aber bitte nicht heute. Ich bin noch nicht so weit und es hat ja noch Zeit.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 11 –

Die Autorin Melanie Hughes verspricht zum nicht vorhandenen Kinderwunsch eine Entscheidungshilfe in Form ihres Buchs. Es soll ihr eigener Weg zur Entscheidungsfindung dargestellt werden – denn am Ende entscheidet sie sich tatsächlich für ein eigenes Kind. Es klingt spannend zu erfahren, wie sie schlussendlich zu dem Entschluss kommt. Dabei wird auch beleuchtet, wie sie über die Veränderungen in Bezug auf Karriere, Partnerschaft, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung denkt.
Das Buch beginnt mit einer Szene im Restaurant. Dort sieht sich die Autorin der Frage nach dem Kinderwunsch gegenüber, weil ihr Partner sie beruhigen will, dass sie keine Kinder bekommen müssen. Das bringt sie zum Grübeln.
Danach wird in vielen verschiedenen Kapitel erläutert, worüber sich die Autorin im Zusammenhang mit diesem Thema alles Gedanken macht. Da geht es einmal um den Druck der Gesellschaft – der sich nicht nur in Fragen zum Kinderwunsch äußert, sondern auch in den Ansprüchen an Schwangere, die perfekt aussehen und Mütter, die neben dem Alltag beispielweise als Eventmanager eines Kindergeburtstags glänzen sollen.
Weiterhin wird auf die Helikoptereltern eingegangen sowie auf Eltern, die bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Das letzte Drittel des Buchs beschäftigt sich dann mit dem Einfluss eines Kindes auf die Karriere. Die Autorin geht beispielsweise darauf ein, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig Kinder geboren werden – der Arbeitgeber sich allerdings nicht wirklich darüber freut, wenn eine Mitarbeiterin schwanger ausfällt.
Am Ende schlägt das Buch einen Bogen zum Anfang, indem es eine zweite Version des Restaurantbesuchs aufzeigt.

„Natürlich finde ich Babys süß – ich bin ja ein Mensch! -, dennoch finde ich Zeit mit Erwachsenen immer reizvoller als die Beschäftigung mit Kindern.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 17 –

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil von Hughes ist leicht und schnell zu lesen, ist aber auch gekennzeichnet von Sarkasmus. Dieser Umstand wäre insofern nicht verwerflich, wenn es nicht oft (für mein Dafürhalten) in Geschmacklosigkeit enden würde.
Die guten inhaltlichen Ansätze bekommen leider wenig Raum und es geschieht nicht nur einmal, dass der vorrangige Erzählstrang für ein Off-Topic verlassen wird. Bei nur 240 Seiten leidet dann natürlich die Substanz. Mir blieb die Autorin einfach nicht genügend beim eigentlichen Thema. Ein Beispiel ist eine Erzählung über ihre Freundin, die einen Kindergeburtstag organisierte und sich dann mit den speziellen Ernährungsansprüchen der Gastkinder beschäftigen musste. Hier wird ein Exkurs unternommen zu Abenden mit Freunden, bei denen man seit einigen Jahren auf viele Nahrungsmittelintoleranzen achten muss, was die Autorin zu nerven scheint. Der Ton dieser Kritik könnte etwas milder sein, denn gerade diese Stelle ging mir persönlich sehr nahe, weil ich selbst unter meiner Histaminintoleranz leide und Hughes dafür sehr uncharmante Worte findet. Das fand ich sehr schade.

„Wir machten uns noch darüber lustig, dass die meisten der Geburtstagsgäste dank Zucker-, Gluten- und Histaminunverträglichkeit vermutlich sowieso nicht das pubertäre Alter erreichen würden, da der nächste Supermarkt sie vorzeitig ins Grab (…) befördern würde.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 84 –

Ebenfalls auffällig und für mich sehr nervig war, dass wirklich sehr oft betont wurde, wie schlimm es für die Autorin wäre, in den 40 Wochen Schwangerschaft keinen Alkohol mehr trinken, nicht mehr rauchen und kein Sushi essen zu dürfen. Und Partys wären auch tabu. Das geschah in solcher Resonanz, dass es zeitweilig den Eindruck machte, dass dies ihr allergrößtes Problem mit der potenziellen Schwangerschaft wäre. Für mich persönlich war das nicht ansprechend und es vermittelt völlig falsche Werte.
Letztendlich muss man sagen: Der Ton macht die Musik. Und Melanie Hughes hat meinen Ton nicht getroffen. Der Schreibstil war mir zu rau, zu provokant, zu plakativ.

FAZIT:

„Als weibliche Homo sapiens werden wir heutzutage durchschnittlich über achtzig Jahre alt, aber das Zeitfenster der Fruchtbarkeit ist verhältnismäßig kurz.
Zu kurz für meinen Geschmack.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 14 –

Für mich war das Buch leider keines, welches mich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Und es tut mir im Herzen weh, dass ich das sagen muss, weil ich mich wirklich sehr auf das Buch gefreut habe. Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet. Ich erhoffte mir einen gut recherchierten Ratgeber (oder sogar Sachbuch), der ihre eigenen Erwartungen in Beziehung zu den gesellschaftlichen Themen setzt und am Ende mit den tatsächlichen Erfahrungen gegenüberstellt. Leider wirkte das Buch auf mich eher wie ein populistisches Frusttagebuch, welches aufregen soll – und das leider aber zu jedem Preis. Mir fehlte es an ernsthafter Auseinandersetzung gepaart mit niveauvollem Humor. Dem überspitzten Sarkasmus der Autorin konnte ich leider nichts abgewinnen. Zudem fehlt mir komplett ein Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen, die die Autorin dann in Schwangerschaft und mit Kind sammeln konnte. Das Ende des Buchs kommt abrupt und befindet sich beim Zeitpunkt des Schwangerschaftstests. Für die Widerlegung der vielen Kapitel, die gegen ein Kind sprechen, hätte ich mir dann eine Gegenüberstellung mit der erfahrenen Realität gewünscht. Denn so fehlt für mich die schlussendliche Botschaft.
Das Buch enthält gute Ansätze, die zwischen dem Sarkasmus durchblitzen und hätten für meinen Geschmack mehr Raum bekommen sollen. So kratzt es leider nur an der Oberfläche dessen, was ich erwartet hatte. Schade. Potenzial für mich nicht ausgenutzt.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten (Band 3)“ von Neal Shusterman

Meine lieben Leser,

lange haben wir gewartet und endlich war er da – der Moment, als der finale Band der Scythe-Trilogie auf den Markt kam. Zugegeben, es hat etwas gedauert, bis ich dieses Buch beenden konnte, aber meine Rezension möchte ich euch jetzt natürlich nicht vorenthalten.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
  • Autor: Neal Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 604 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie, Utopie, Sci-Fi, Fantasy, Abenteuerfiktion

Inhalt:

„Menschen sind Gefäße (…) Sie nehmen das auf, was in sie hineingeschüttet wird.“

– Jeri in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 425 –

Wie habe ich diesen dritten und finalen Band der Scythe-Reihe herbeigesehnt! Ich war wirklich Feuer und Flamme, da mich die beiden vorhergehenden Teile so begeistern konnten. Zu meiner hellen Freude gewann ich den letzten Band bei einem Gewinnspiel anderer Blogger und bekam ihn sogar schon vor dem offiziellen Erscheinungsdatum zugesendet. Ich war wirklich glücklich. Umso enttäuschter war ich, dass ich mich mit dem „Vermächtnis der Ältesten“ so schwergetan habe. Ich kam irgendwie einfach nicht rein in die Story. Nach dem tragischen Ende des zweiten Bandes, war ich in hoffnungsvoller Erwartung, dass die Geschichte wieder bei Citra und Rowan anknüpft, was sie aber leider nicht tat. Erstmal bekommen wir ganz typisch für Shusterman andere Personen und Schauplätze unter die Nase gehalten. Ich war dermaßen hibbelig, dass ich sehr froh war, als man nun doch mehr über Citras und Rowans Schicksal erfuhr.

„Ideale verblassten, Tugenden trübten sich, und selbst der Königsweg hatte schlecht beleuchtete Nebenstraßen.“

– „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 505 –

Generell ist die erste Hälfte des Buches aber recht schleppend für mich gewesen. Ich bin einfach nicht richtig warm geworden damit. Das, was der Perspektivwechsel in den anderen Bänden so groß machte, nahm der ersten Hälfte des Finales irgendwie die Substanz. Ich würde gern anders urteilen, aber was das angeht, war der dritte Band der bisher schwächste der ganzen Scythe-Reihe. Es fehlte die Spannung, die Gefühle und das besondere Etwas.
Jedoch schafft es Shusterman, ab der zweiten Hälfte zu gewohntem Esprit zurückzufinden. Ab da ist es wieder rundum gelungen, der Perspektivwechsel greift wieder mit der Story ineinander und fesselt den Leser an das Buch. Diese bessere Hälfte des Werks mündet in einem Finale, welches spannend, aber auch kurzweilig ist. Ein Ende, für das sich das Durchhalten lohnt, was allerdings auch gern noch etwas mehr Tiefe und Details haben könnte.
Alles in allem ein guter Abschluss für diese grandiose Reihe, auch, wenn er am Anfang schwächelte.

 

Schreibstil:

“ (…) Sein eigenes Ende zu fürchten ist Teil des Lebens. So weiß ich, dass wir tatsächlich wahrhaft lebendig sind.“

– Thunderhead in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, S. 485 –

Ganz klar, die Scythe-Reihe lebt von den Perspektivwechseln. Leider hat Shusterman sich meiner Meinung nach in der ersten Hälfte des Buchs in eben diesem Erzählstil verloren. Mir lag der Fokus im Großteil des Buchs leider zu viel auf den Nebenfiguren und viel zu wenig auf den beiden Protagonisten. Dadurch geriet die Bindung und Spannung zum Buch in den Hintergrund.

Shusterman findet in der zweiten Hälfte zu seiner gewohnten Qualität zurück – fast als hätte vorher ein anderer Mensch geschrieben. Schlagartig ist man wieder gefangen in seinen prägnanten und fast schon trockenen Schilderungen, die zwischen den Zeilen so viel Gefühl vermitteln und mit feinem Gespür die gesellschaftlichen Missstände anprangern. Wäre er im gesamten Finale auf diesem Niveau gewesen, wäre diese Reihe perfekt gewesen.

 

Fazit:

“ ‚Was ist los mit uns, dass wir uns dermaßen hochgesteckte Ziele suchen und dann das Fundament in Stücke reißen? Warum müssen wir immer das Streben nach unseren eigenen Träumen sabotieren?‘
‚Weil wir fehlerhafte Wesen sind (…) Wie sollten wir in eine perfekte Welt passen?‘ „

– Faraday & Munira in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 571 –

Meine hohen Erwartungen nach den grandiosen Vorgängern wurden leider nicht komplett erfüllt. Shusterman konnte nicht durchgängig sein hohes Niveau halten und hat mich mit der ersten Hälfte des Buchs schon fast ein wenig gelangweilt. Ich war wirklich enttäuscht von diesem Finale, bis ich über den Berg war (😉 Scythe-Insider-Witz, haha.) und die zweite Hälfte des Buchs umso mehr genießen konnte.
Für den Abschluss auf den letzten Seiten hat sich das Durchhalten und Warten gelohnt. Mit etwas mehr Substanz am Anfang hätte mir der finale Band allerdings besser gefallen. Ab der zweiten Hälfte jedoch gewohnt grandios.
Deswegen trotz Mankos eine Leseempfehlung, denn wer diese Reihe nicht beendet, ist selbst Schuld!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI