Rezension – „Das Geheimnis der dunklen Fee“ von Serena Valentino

Meine lieben Leser,

wie ihr wisst, habe ich bereits die drei Vorgänger der Disney-Villians Reihe gelesen und rezensiert. Diese Buchserie beschäftigt sich mit den Vorgeschichten einiger Bösewichte aus dem Disney-Universum. Dass dieses Vorhaben leider in zwei Bänden für mich nur unzureichend geglückt ist, habe ich in meinen Rezensionen erläutert. Der aktuelle Band beschäftigt sich mit Malefiz, der bösen Hexe aus dem Disney-Film „Dornröschen“. Ich war gespannt, ob dieser Band mich nun überzeugen kann wie „Die Schönste im ganzen Land“ oder ob es ein Flop wird, so wie die anderen Bücher.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Geheimnis der dunklen Fee
  • Autor: Serena Valentino
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Fanfiction

INHALT:

Wie zuvor bereits erwähnt, dreht sich dieses Buch rund um Malefiz und ihre Vorgeschichte. Es wird aufgeklärt, warum sie böse wurde und was in ihrer Kindheit passierte. Was mir wie in allen anderen Bänden der Reihe nicht gefallen hat, waren die drei ominösen Hexenschwestern, die anscheinend in jeder Disney-Geschichte ihre Finger im Spiel haben sollen. Das ist für mich nach wie vor unglaubwürdig, unter anderem deshalb, weil ein Wegfallen dieser Figuren an dem Verlauf der einzelnen Vorgeschichten nichts wirklich ändern würde. Man hätte die Geschichten auch ohne sie schreiben können. Die Geschehnisse um die drei Hexenschwestern hätten sich meiner Meinung nach sehr gut in einer eigenen Geschichte gemacht.
Ansonsten wird auch auf die Rolle der drei Feen aus Dornröschen eingegangen, die ebenfalls einen Teil zu Malefiz‘ Vergangenheit beitragen. Und natürlich wird auch Dornröschen aufgeführt, obwohl es sich zu meiner Freude in Grenzen hielt, dass hier eine neue Dornröschen-Fassung geschrieben wurde
Die Kindheit von Malefiz wurde nachvollziehbar beschrieben und war für mich eine echtes Highlight. Einige Fragen blieben zwar für mich offen, die Umsetzung war aber im Großen und Ganzen gut. An einigen Stellen hätte Valentino aber gern noch in die Tiefe gehen können.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist ein wenig gereift, wenn man ihn mit den Vorgängern vergleicht. Sehr zu meiner Zufriedenheit war, dass der Carlsen Verlag dieses Mal ein 1A-Lektorat vorzuweisen hatte. Gerade dieser Punkt war in den letzten Rezensionen großer Kritik meinerseits ausgesetzt. Valentinos Stil liest sich schnell, leicht und flüssig, ist aber auch wenig detailliert und teilweise etwas fantasielos. Sprachliche Raffinesse sucht man hier vergeblich, dennoch ist es ein solides Werk. Was mir leider wieder sauer aufstieß, war die Abänderung des deutschen Namens Malefiz in Maleficiant. Natürlich ist dies der eigentliche Originalname, aber als Fan wäre es mir bei der deutschen Übersetzung deutlich lieber gewesen, wenn man den Namen aus dem Film verwendet hätte. Das gleiche gilt für Flora, Fauna und Sonnenschein. Sonnenschein hat den nervigen Namen „Merryweather“, der sich in der deutschen Übersetzung für mich einfach zu sehr vom Rest abhebt und etwas störend war.

FAZIT:

Die Geschichte von Malefiz war erstaunlich spannend und fast schon tiefgründig. Leider blieb eine einprägsame Botschaft aus. Alles in allem war ich echt überrascht, wie gut mir diese Version gefallen hat – die Umsetzung als Film hat mir nämlich gar nicht gefallen. Hier weichen Buch und Film voneinander ab, was ich gut finde. „Das Geheimnis der dunklen Fee“ ist für mich tatsächlich bisher der beste Teil der Disney-Villians-Reihe, wenn auch mit gewohnten Abstrichen.

Für mich der beste Teil der Disney-Villians-Reihe. Eine tolle Vorgeschichte von Malefiz, die zum Glück nichts mit dem Film gemein hat. Kleinere Schwächen sind vorhanden, werden aber durch eine spannende Handlung wettgemacht. Für Disney-Fans empfehlenswert.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes

Meine lieben Leser,

ich hatte die tolle Möglichkeit, im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks das Buch „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes zu lesen. Das Thema fand ich sehr interessant, weil es trotz unserer modernen und ansatzweise toleranten Gesellschaft ein absolutes No-Go ist, wenn man als Frau keine Kinder möchte und sich bewusst gegen einen Kinderwunsch entscheidet. Unter den Reaktionen der Mitmenschen leiden nicht nur diejenigen, die sich dazu mit Selbstbewusstsein entscheiden, sondern auch diejenigen, die sich noch unsicher sind oder selbst keine Kinder bekommen können. Die ständigen Nachfragen wie „Wann ist es denn bei euch soweit?“ oder „Wollt ihr denn keine Kinder?“ sind dabei nicht nur unsensibel, sondern auch oft psychisch hoch belastend für die Befragten. Ich war also begeistert, dass sich jemand traut, über dieses Thema zu schreiben und war gespannt, wie es wohl umgesetzt wurde. Ob die Autorin mich mit ihrem Buch abholen konnte und wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht
  • Autor: Melanie Hughes
  • Anzahl der Seiten: 238 Seiten
  • Verlag: EDEL Books
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

„Ich denke ähnlich: Morgen dürfen der Mann und die Kinder aus dem Bilderrahmen hüpfen, aber bitte nicht heute. Ich bin noch nicht so weit und es hat ja noch Zeit.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 11 –

Die Autorin Melanie Hughes verspricht zum nicht vorhandenen Kinderwunsch eine Entscheidungshilfe in Form ihres Buchs. Es soll ihr eigener Weg zur Entscheidungsfindung dargestellt werden – denn am Ende entscheidet sie sich tatsächlich für ein eigenes Kind. Es klingt spannend zu erfahren, wie sie schlussendlich zu dem Entschluss kommt. Dabei wird auch beleuchtet, wie sie über die Veränderungen in Bezug auf Karriere, Partnerschaft, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung denkt.
Das Buch beginnt mit einer Szene im Restaurant. Dort sieht sich die Autorin der Frage nach dem Kinderwunsch gegenüber, weil ihr Partner sie beruhigen will, dass sie keine Kinder bekommen müssen. Das bringt sie zum Grübeln.
Danach wird in vielen verschiedenen Kapitel erläutert, worüber sich die Autorin im Zusammenhang mit diesem Thema alles Gedanken macht. Da geht es einmal um den Druck der Gesellschaft – der sich nicht nur in Fragen zum Kinderwunsch äußert, sondern auch in den Ansprüchen an Schwangere, die perfekt aussehen und Mütter, die neben dem Alltag beispielweise als Eventmanager eines Kindergeburtstags glänzen sollen.
Weiterhin wird auf die Helikoptereltern eingegangen sowie auf Eltern, die bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Das letzte Drittel des Buchs beschäftigt sich dann mit dem Einfluss eines Kindes auf die Karriere. Die Autorin geht beispielsweise darauf ein, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig Kinder geboren werden – der Arbeitgeber sich allerdings nicht wirklich darüber freut, wenn eine Mitarbeiterin schwanger ausfällt.
Am Ende schlägt das Buch einen Bogen zum Anfang, indem es eine zweite Version des Restaurantbesuchs aufzeigt.

„Natürlich finde ich Babys süß – ich bin ja ein Mensch! -, dennoch finde ich Zeit mit Erwachsenen immer reizvoller als die Beschäftigung mit Kindern.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 17 –

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil von Hughes ist leicht und schnell zu lesen, ist aber auch gekennzeichnet von Sarkasmus. Dieser Umstand wäre insofern nicht verwerflich, wenn es nicht oft (für mein Dafürhalten) in Geschmacklosigkeit enden würde.
Die guten inhaltlichen Ansätze bekommen leider wenig Raum und es geschieht nicht nur einmal, dass der vorrangige Erzählstrang für ein Off-Topic verlassen wird. Bei nur 240 Seiten leidet dann natürlich die Substanz. Mir blieb die Autorin einfach nicht genügend beim eigentlichen Thema. Ein Beispiel ist eine Erzählung über ihre Freundin, die einen Kindergeburtstag organisierte und sich dann mit den speziellen Ernährungsansprüchen der Gastkinder beschäftigen musste. Hier wird ein Exkurs unternommen zu Abenden mit Freunden, bei denen man seit einigen Jahren auf viele Nahrungsmittelintoleranzen achten muss, was die Autorin zu nerven scheint. Der Ton dieser Kritik könnte etwas milder sein, denn gerade diese Stelle ging mir persönlich sehr nahe, weil ich selbst unter meiner Histaminintoleranz leide und Hughes dafür sehr uncharmante Worte findet. Das fand ich sehr schade.

„Wir machten uns noch darüber lustig, dass die meisten der Geburtstagsgäste dank Zucker-, Gluten- und Histaminunverträglichkeit vermutlich sowieso nicht das pubertäre Alter erreichen würden, da der nächste Supermarkt sie vorzeitig ins Grab (…) befördern würde.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 84 –

Ebenfalls auffällig und für mich sehr nervig war, dass wirklich sehr oft betont wurde, wie schlimm es für die Autorin wäre, in den 40 Wochen Schwangerschaft keinen Alkohol mehr trinken, nicht mehr rauchen und kein Sushi essen zu dürfen. Und Partys wären auch tabu. Das geschah in solcher Resonanz, dass es zeitweilig den Eindruck machte, dass dies ihr allergrößtes Problem mit der potenziellen Schwangerschaft wäre. Für mich persönlich war das nicht ansprechend und es vermittelt völlig falsche Werte.
Letztendlich muss man sagen: Der Ton macht die Musik. Und Melanie Hughes hat meinen Ton nicht getroffen. Der Schreibstil war mir zu rau, zu provokant, zu plakativ.

FAZIT:

„Als weibliche Homo sapiens werden wir heutzutage durchschnittlich über achtzig Jahre alt, aber das Zeitfenster der Fruchtbarkeit ist verhältnismäßig kurz.
Zu kurz für meinen Geschmack.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 14 –

Für mich war das Buch leider keines, welches mich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Und es tut mir im Herzen weh, dass ich das sagen muss, weil ich mich wirklich sehr auf das Buch gefreut habe. Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet. Ich erhoffte mir einen gut recherchierten Ratgeber (oder sogar Sachbuch), der ihre eigenen Erwartungen in Beziehung zu den gesellschaftlichen Themen setzt und am Ende mit den tatsächlichen Erfahrungen gegenüberstellt. Leider wirkte das Buch auf mich eher wie ein populistisches Frusttagebuch, welches aufregen soll – und das leider aber zu jedem Preis. Mir fehlte es an ernsthafter Auseinandersetzung gepaart mit niveauvollem Humor. Dem überspitzten Sarkasmus der Autorin konnte ich leider nichts abgewinnen. Zudem fehlt mir komplett ein Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen, die die Autorin dann in Schwangerschaft und mit Kind sammeln konnte. Das Ende des Buchs kommt abrupt und befindet sich beim Zeitpunkt des Schwangerschaftstests. Für die Widerlegung der vielen Kapitel, die gegen ein Kind sprechen, hätte ich mir dann eine Gegenüberstellung mit der erfahrenen Realität gewünscht. Denn so fehlt für mich die schlussendliche Botschaft.
Das Buch enthält gute Ansätze, die zwischen dem Sarkasmus durchblitzen und hätten für meinen Geschmack mehr Raum bekommen sollen. So kratzt es leider nur an der Oberfläche dessen, was ich erwartet hatte. Schade. Potenzial für mich nicht ausgenutzt.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten (Band 3)“ von Neal Shusterman

Meine lieben Leser,

lange haben wir gewartet und endlich war er da – der Moment, als der finale Band der Scythe-Trilogie auf den Markt kam. Zugegeben, es hat etwas gedauert, bis ich dieses Buch beenden konnte, aber meine Rezension möchte ich euch jetzt natürlich nicht vorenthalten.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
  • Autor: Neal Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 604 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie, Utopie, Sci-Fi, Fantasy, Abenteuerfiktion

Inhalt:

„Menschen sind Gefäße (…) Sie nehmen das auf, was in sie hineingeschüttet wird.“

– Jeri in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 425 –

Wie habe ich diesen dritten und finalen Band der Scythe-Reihe herbeigesehnt! Ich war wirklich Feuer und Flamme, da mich die beiden vorhergehenden Teile so begeistern konnten. Zu meiner hellen Freude gewann ich den letzten Band bei einem Gewinnspiel anderer Blogger und bekam ihn sogar schon vor dem offiziellen Erscheinungsdatum zugesendet. Ich war wirklich glücklich. Umso enttäuschter war ich, dass ich mich mit dem „Vermächtnis der Ältesten“ so schwergetan habe. Ich kam irgendwie einfach nicht rein in die Story. Nach dem tragischen Ende des zweiten Bandes, war ich in hoffnungsvoller Erwartung, dass die Geschichte wieder bei Citra und Rowan anknüpft, was sie aber leider nicht tat. Erstmal bekommen wir ganz typisch für Shusterman andere Personen und Schauplätze unter die Nase gehalten. Ich war dermaßen hibbelig, dass ich sehr froh war, als man nun doch mehr über Citras und Rowans Schicksal erfuhr.

„Ideale verblassten, Tugenden trübten sich, und selbst der Königsweg hatte schlecht beleuchtete Nebenstraßen.“

– „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 505 –

Generell ist die erste Hälfte des Buches aber recht schleppend für mich gewesen. Ich bin einfach nicht richtig warm geworden damit. Das, was der Perspektivwechsel in den anderen Bänden so groß machte, nahm der ersten Hälfte des Finales irgendwie die Substanz. Ich würde gern anders urteilen, aber was das angeht, war der dritte Band der bisher schwächste der ganzen Scythe-Reihe. Es fehlte die Spannung, die Gefühle und das besondere Etwas.
Jedoch schafft es Shusterman, ab der zweiten Hälfte zu gewohntem Esprit zurückzufinden. Ab da ist es wieder rundum gelungen, der Perspektivwechsel greift wieder mit der Story ineinander und fesselt den Leser an das Buch. Diese bessere Hälfte des Werks mündet in einem Finale, welches spannend, aber auch kurzweilig ist. Ein Ende, für das sich das Durchhalten lohnt, was allerdings auch gern noch etwas mehr Tiefe und Details haben könnte.
Alles in allem ein guter Abschluss für diese grandiose Reihe, auch, wenn er am Anfang schwächelte.

 

Schreibstil:

“ (…) Sein eigenes Ende zu fürchten ist Teil des Lebens. So weiß ich, dass wir tatsächlich wahrhaft lebendig sind.“

– Thunderhead in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, S. 485 –

Ganz klar, die Scythe-Reihe lebt von den Perspektivwechseln. Leider hat Shusterman sich meiner Meinung nach in der ersten Hälfte des Buchs in eben diesem Erzählstil verloren. Mir lag der Fokus im Großteil des Buchs leider zu viel auf den Nebenfiguren und viel zu wenig auf den beiden Protagonisten. Dadurch geriet die Bindung und Spannung zum Buch in den Hintergrund.

Shusterman findet in der zweiten Hälfte zu seiner gewohnten Qualität zurück – fast als hätte vorher ein anderer Mensch geschrieben. Schlagartig ist man wieder gefangen in seinen prägnanten und fast schon trockenen Schilderungen, die zwischen den Zeilen so viel Gefühl vermitteln und mit feinem Gespür die gesellschaftlichen Missstände anprangern. Wäre er im gesamten Finale auf diesem Niveau gewesen, wäre diese Reihe perfekt gewesen.

 

Fazit:

“ ‚Was ist los mit uns, dass wir uns dermaßen hochgesteckte Ziele suchen und dann das Fundament in Stücke reißen? Warum müssen wir immer das Streben nach unseren eigenen Träumen sabotieren?‘
‚Weil wir fehlerhafte Wesen sind (…) Wie sollten wir in eine perfekte Welt passen?‘ „

– Faraday & Munira in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 571 –

Meine hohen Erwartungen nach den grandiosen Vorgängern wurden leider nicht komplett erfüllt. Shusterman konnte nicht durchgängig sein hohes Niveau halten und hat mich mit der ersten Hälfte des Buchs schon fast ein wenig gelangweilt. Ich war wirklich enttäuscht von diesem Finale, bis ich über den Berg war (😉 Scythe-Insider-Witz, haha.) und die zweite Hälfte des Buchs umso mehr genießen konnte.
Für den Abschluss auf den letzten Seiten hat sich das Durchhalten und Warten gelohnt. Mit etwas mehr Substanz am Anfang hätte mir der finale Band allerdings besser gefallen. Ab der zweiten Hälfte jedoch gewohnt grandios.
Deswegen trotz Mankos eine Leseempfehlung, denn wer diese Reihe nicht beendet, ist selbst Schuld!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Seele aus Licht“ von Marie Rapp

Meine lieben Leser,

ich wünsche euch ein gesundes neues Jahr und möchte euch gleich zum Jahresanfang mit einer Rezension begrüßen. Noch im alten Jahr habe ich „Seele aus Licht“ endlich beendet. Den dritten Band der Seelen-Saga hatte ich ja sehr lange herbeigesehnt. Ob er meine Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Seele aus Licht (Band 3 der Seelen-Saga)
  • Autor: Marie Rapp
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Self-Publisher
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Fantasy, Urban-Fantasy, Romantasy

Inhalt:

„Ein grüner und ein silberner Blitz erhellten die Ruinen eines zerstörten Tempels, als sie mit unvorstellbaret Geschwindigkeit aufeinander zurasten. Für einen Bruchteil einer Sekunde verschmolzen sie am Nachthimmel zu einem wunderschönen, glühenden Gebilde (…)“
– „Seele aus Licht“ von Marie Rapp, Seite 7 –

Der zweite Band endete mit einer traurigen Gewissheit. Dort setzt der dritte Band an. Lena gilt außerdem als tot, tatsächlich fristet sie aber ihr Dasein in Isaton bei den Legionären. Tavis hält sie heimlich in seinem Zimmer versteckt. Lena wird von ihren zwiegespaltenen Gefühlen umhergetrieben. Sie vertraut niemandem mehr und fühlt sich letztendlich allein. Niemand weiß, dass sie lebt, außer Tavis. Zwischen den beiden entsteht eine ganz besondere Freundschaft.

Schlussendlich ist es auch Tavis, der Lena zur Flucht verhilft. Als Lena auf ihre Freunde trifft, ist jedoch nichts wie vorher und sie muss nicht nur um deren Vertrauen und Akzeptanz kämpfen, sondern auch um die Kontrolle ihres eigenen Geistes.

Lena schlägt sich weder auf die Seite der Legionäre noch auf die des Devindanats und versucht aus dieser Position heraus Schlimmeres zu verhindern. Sie wird jedoch immer wieder von Visionen geplagt und findet so immer mehr über ihre Vergangenheit heraus. Endlich erfährt der Leser, warum Lena ihre Kräfte besitzt, was es mit dem oft merkwürdigen Verhalten der anderen ihr gegenüber auf sich hat und wer sie in Wirklichkeit ist.

Auf der Suche nach ihrer Identität, ihrer Zugehörigkeit und ihrer ganz persönlichen Liebe gerät sie immer weiter in ein Geflecht aus Konflikten, die nur schwer zu entwirren sind. Der dritte Band der Seelen-Saga gipfelt wie bereits die Vorgänger in einem spannenden Finale, sodass man den letzten Band kaum erwarten kann.

Schreibstil:

„Sie rief ihren Spirit und ließ ihn durch das Zimmer fliegen. Das blaue Licht spendete mehr Trost, als es Worte in diesem Augenblick vermocht hätten.“
– „Seele aus Licht“ von Marie Rapp, Seite 37 –

Trotz Leseflaute konnte mich der Schreibstill der Autorin wie immer gefangen nehmen. Er liest sich so leicht und ist dabei so ausdrucksstark, dass man sich der Geschichte schwer entziehen kann. Wieder einmal staunte ich, wie viel Inhalt in diesen Seiten steckte. Bereits die Vorgänger ließen mich mit dem Gefühl zurück, ich hätte nicht nur ein einziges Buch gelesen, da der Inhalt so voll war. Es passieren auch in diesem dritten Band so viele Dinge und es geschehen so viele Wendungen, dass man gar nicht umhin kommt, immer weiterzulesen. Obwohl so viel Zeit zwischen dem zweiten und dritten Band lagen, bin ich wieder sofort in das Geschehen eingetaucht. Es war ein Gefühl von Nachhausekommen. Besonders auffallend ist auch hier wieder, dass die unzähligen Charaktere niemals blass wirken und alle authentisch sind.

Fazit:

„Die Dunkelheit, die sich in ihr Herz geschlichen hatte, wich einem inneren Leuchten – azurblaues Licht erfüllte Lenas Augen.“
-„Seele aus Licht“ von Marie Rapp, Seite 55 –

Lang habe ich diesen Band herbeigesehnt und dann übertraf er meine Erwartungen. Ich hatte alles erwartet, nur die Entwicklung der Geschichte in diese Richtung nicht wirklich. Für mich war es ein wunderbares Gefühl, wieder in diese Welt einzutauchen und Lena, Darian & Co. wiederzutreffen. Gerade die Freundschaft zwischen Lena und Tavis hat mich sehr berührt. Ich kann es nicht glauben, dass die Reihe mit dem nächsten Band bereits ihren Abschluss findet. 😦

Für Fans der Reihe ein würdiger Nachfolger mit spannendem Ende, das einen jetzt schon auf den letzten Band fieberhaft warten lässt. Für diejenigen, die die Seelen-Saga noch nicht kennen, sollte spätestens dieser Band ein Grund sein, sie zu lesen. Von mir gibt es eine klar Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer

Meine lieben Leser,

eines der Bücher, was für dieses Jahr ganz groß auf meiner To-Read-Liste stand, war „Land of Stories“. Schon, als es noch gar nicht absehbar war, dass es übersetzt wird, habe ich mit diesem Schmuckstück geliebäugelt. Da ich allerdings nicht so gern Bücher in englischer Sprache lese, habe ich mich selbst zur Geduld ermahnt. Als ich dann endlich gesehen habe, dass dieses Werk von Chris Colfer auch in Deutsch erhältlich sein wird, war meine Freude groß. Ich war sehr gespannt. In den letzten Jahren hatten mich Märchenadaptionen doch eher enttäuscht. Doch das Buch von Colfer wurde sehr gelobt und es klang einfach super. Im Folgenden will ich euch deswegen erzählen, ob es mich auch begeistern konnte.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber (Band 1)
  • Autor: Chris Colfer
  • Anzahl der Seiten: 477 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Fantasy, Kinderbuch

INHALT:

In der Geschichte von Colfer lernen wir gleich zu Anfang die Geschwister Alex und Conner kennen. Die beiden gehen noch zur Schule und während sich Alex als vorbildliche Schwester und Schülerin zeigt, ist Conner eher vom Schlag eines frechen Bengels. Die beiden verloren leider schon früh ihren Vater und leben seitdem mit ihrer Mutter allein. Diese arbeitet sehr viel, um den Lebensunterhalt für die kleine Familie zu bestreiten, denn ihr Haus musste sie bereits verkaufen. Eine weitere Bezugsperson ist für die beiden Protagonisten ist deren Großmutter. Diese kommt zwar nur selten zu Besuch, weil sie sich sozial für benachteiligte Kinder engagiert, aber sobald sie da ist, sind Alex und Conner nicht mehr zu bremsen.
Noch relativ am Anfang des Buches erleben wir einen dieser Besuche der Großmutter mit. Sie schenkt Alex ihr altes Märchenbuch, welches sie den Kindern immer vorgelesen hatte. Alex ist überglücklich, denn obwohl es ihr im echten Leben an Freunden mangelt, findet sie Halt in den Seiten ihrer Bücher und vor allem in diesem Märchenbuch, welches ihr so vertraut ist.
Die Geschichte nimmt ihre erste Wendung, als Conner Veränderungen an seiner Schwester wahrnimmt. Komische Geräusche und Licht dringen aus dem Zimmer seiner Schwester, wenn sie eigentlich schlafen sollte. In der Schule wirkt Alex auf einmal abwesend und schläft sogar ein! Conner muss dem auf den Grund gehen. Da er sich Sorgen um Alex macht, überrascht er Alex eines Tages dabei, wie sie kopfüber in dem Märchenbuch steckt. Durch den Schreck fällt sie hinein und als Conner versucht, sie zu retten, zieht sie ihn mit sich. Schwupps, sind die Geschwister im magischen Land, welches sie aus den Geschichten der Großmutter kennen. Wieso sind sie denn in das Buch gefallen? Was sollen sie nun tun? Und wie kommen sie bloß wieder zurück?
Unerwartet treffen sie Froggy, einen Froschmenschen, der ihnen vom sogenannten Wunschzauber erzählt. Dafür müssen sie mehrere Gegenstände in diesem Märchenland finden und zusammenführen, um einen Wunsch zu äußern.
Und so beginnt eine abenteuerliche Suche für die zwei Geschwister. Auf dem Weg durch das magische Land begegnen sie nicht nur liebgewonnenen Märchenfiguren, sondern sehen sich auch bösen Kreaturen gegenüber. Doch nicht nur Alex und Conner sind hinter dem Wunschzauber her – und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Weil (…) man nicht in die Nachbarschaft hungriger Kinder zieht, wenn man in einem Haus aus Lebkuchen wohnen will. Es gibt jede Menge Märchenfiguren, denen es schlicht an gesundem Menschenverstand fehlt.“

– Conner in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 37 – 

Ob Alex und Conner alle Gegenstände für den Wunschzauber bekommen, ob sie wieder nach Hause finden und wer ebenfalls hinter dem Zauber her ist – das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

„Seid tapfer, Kinder (…) Tapferkeit ist das Einzige, was euch niemand je nehmen kann.“

– Goldlöckchen in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 395 –

Zugegeben, der Schreibstil von Colfer ist sehr einfach, allerdings darf hier nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Für diesen Zweck ist der Schreibstil angemessen. Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden kann.
Leider hat das Buch einige Längen. Auf der Suche nach den Gegenständen für den Wunschzauber geraten die beiden Protagonisten zwar in einige Schwierigkeiten, allerdings bleibt die Spannung immer nur oberflächlich. Nach kurzer Zeit stellt sich wieder ein heimeliges Gefühl ein, bevor das nächste Abenteuer angegangen wird.
Ein bisschen gestört hat mich, dass die Kinder noch zur Schule gehen, manchmal aber wie Erwachsene reden. Nur vom Schreibstil her hätten die beiden Figuren auch älter sein können, als sie wirklich waren. Sowas finde ich immer etwas schade. Schließlich sollen sich die Kinder in diesem Alter auch mit den Helden einer Geschichte identifizieren können.
Insgesamt war der Schreibstil sehr liebevoll und bildhaft, hätte für mich aber gern an einigen Stellen noch einen höheren Detailgrad haben können.

FAZIT:

„Und es ist bequemer und einfacher, zu hassen, Schuld zuzuweisen und zu fürchten, als zu verstehen. Niemand will hören, wie es wirklich war; die Leute wollen unterhalten werden.“

– Böse Königin in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 413-414 –

Die Geschichte um die beiden Geschwister Alex und Conner ist magisch und unglaublich liebevoll geschrieben. Da ich gegenüber Märchenadaptionen immer etwas skeptisch bin, war ich positiv überrascht, dass auch das Wiedersehen mit bekannten Märchenfiguren sehr schlüssig und authentisch war.
Für die leider doch öfter vorhandenen Längen muss ich leider einen Punkt abziehen, doch die entspannte Atmosphäre dieses Märchenbuches macht das wieder wett. Leider habe ich ein etwas minderwertiges Exemplar des Buchs abbekommen: Die goldene Beschriftung auf dem Einband ist nach dem Lesen abgerubbelt, obwohl ich es nur einmal im Koffer mitgenommen habe und ansonsten immer auf der Couch gelesen habe. Sehr schade, denn gerade das schöne Cover begeistert mich besonders. Auch die Bindung war bei mir fehlerhaft. Die Seiten sind im unteren Bereich auseinander geklafft, sodass ich immer Angst hatte, dass die Seiten auseinander reißen. Da das aber hoffentlich nur ein Einzelfall ist, werde ich es nicht in die Bewertung mit einfließen lassen.
Das Ende des ersten Bandes war dann sogar überraschender als gedacht und ich bin schon gespannt auf den Nachfolger.
Eine ruhige, entspannte und gelungene Märchenadaption, die liebevoll erzählt wird. Ein Kinderbuch, welches auch Erwachsene begeistern kann. Längen werden durch ein magisches Setting und sympathische Protagonisten wettgemacht. Lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „One true Queen – Von Sternen gekrönt“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

heute möchte ich mit euch über ein Buch sprechen, welches praktisch in aller Munde ist. Schon allein das wunderschöne Cover treibt einen dazu, dieses Buch wenigstens einmal in die Hand zu nehmen. Ich hatte das Glück, bei einer Aktion von Thalia, ein signiertes Exemplar zu ergattern. Nun endlich hatte ich Zeit, es zu lesen und möchte meine Eindrücke wie immer mit euch teilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Von Sternen gekrönt (Band 1)
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 509 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Fantasy, Romantasy

INHALT:

Mailin ist ein ganz normales Mädchen. Oder naja – vielleicht ist in ihrem Leben doch nicht alles normal. Ihre alleinerziehende Mutter gönnt sich selbst kaum eine Pause, damit die Protagonistin und ihre Schwester nicht zu kurz kommen. Vicky, Mailins Schwester, liegt seit sieben Jahren im Wachkoma. Sie wird zuhause von ihrer Mutter gepflegt, obwohl diese noch nebenbei arbeiten geht. Mailin wollte nicht, dass Vicky in ein Heim verlegt wird. Einzig das Hobby unserer Hauptperson gibt ihr Halt – sie trainiert Kendou, eine japanische Sportart.
Nach einem Training bricht Mailin zusammen. Plötzlich findet sie sich in einer anderen Welt wieder – in Lyaskye. Nicht nur die Natur und die Tiere sind komplett anders, sondern auch ihr Verhalten. In Lyaskye ist nichts, wie es scheint. Das spürt Mailin am eigenen Leib, als sie von einem wildgewordenen Baum fast umgebracht wird. Sie kämpft um ihr Leben und mehr oder minder kommt ihr ein Fremder zu Hilfe.
Der Fremde wird von Mailin auf den Namen „Peter“ getauft, nach der Geschichte von Peter Pan. Er willigt ein, sie bis in die Hauptstadt Rubia zu begleiten, danach allerdings soll Mailin auf sich selbst gestellt sein. Sie ist natürlich mehr als verwirrt, warum sie in dieser Welt ist und nicht in ihrer eigenen. Zudem muss sie sich mit „Peter“ durch einige kleine Abenteuer schlagen. Als wäre diese Situation nicht schon verwirrend genug, erfährt sie bei ihrer Ankunft in Rubia eher unfreiwillig, dass die Königin dieses Landes ihrer Schwester zum Verwechseln ähnlich sieht. Und nicht nur das – sie regiert seit sieben Jahren …

Mailin versucht im Folgenden Kontakt zur Königin aufzunehmen und gerät in ein Geflecht aus politischen Verwirrungen und Intrigen. Auf ihrer Suche nach einem Weg zurück in ihre Heimat bringt sie sich mehr als einmal in Lebensgefahr und verliebt sich in einen ihr alten Bekannten. Doch nichts ist, wie es scheint, in Lyaskye und so weiß Mailin zu keiner Zeit, wem sie wirklich trauen kann und wem nicht.

Wen Mailin alles auf ihrer Reise trifft, ob die Königin mit ihrer Schwester zu tun hat, was der geheimnisvolle „Peter“ für eine Rolle spielt und welche Abenteuer sie erlebt, das lasse ich euch lieber selbst lesen. Aber am liebsten würde ich euch direkt die ganze Geschichte erzählen!

SCHREIBSTIL:

Am Anfang hat es mich etwas genervt, dass Gedanken und Gesprochenes direkt ineinander übergehen. Diese wurden nicht, wie sonst gewohnt, durch Absätze getrennt. Das hat mich anfänglich sehr verwirrt und mich auch öfter beim Lesen innehalten lassen, weil ich aufpassen musste, was Mailin nun wirklich sagt oder nur denkt.

Ansonsten ist der Schreibstil von Jennifer Benkau wunderbar fantasievoll und ausführlich, aber nie langweilig. Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte mich in ihrer Sprache verlieren, ohne zu merken, wieviel ich wirklich gelesen habe. Das ist immer ein gutes Zeichen.

Die unterschiedlichen Charaktere waren gut herausgearbeitet und ich habe selbst in den Nebenfiguren Leben gespürt. Es ist toll, wenn die Figuren zum Leben erwachen und nicht farblos bleiben.

FAZIT:

Am Anfang war ich mehr als skeptisch – die Grundidee eines Menschen, der im Koma liegt und einer damit verbundenen Reise in eine andere Welt ist schließlich nicht ganz neu. Noch dazu liest Mailin Vicky am Anfang aus „Alice im Wunderland“ vor. Dadurch hatte ich extreme Angst, dass es in diese Richtung gehen würde. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Adaptionen der Alice-Geschichte gelesen und die waren alle nicht so wirklich prall. Diese Angst wurde schnell ausgeräumt. Allerdings blieb eine weitere Angst – denn die Geschichte erinnerte mich am Anfang direkt auch an „The Unwhispered World“, ein Videospiel, in dem ein Junge im Koma liegt und nur wieder erwacht, weil er das Böse in dieser Welt besiegt. Ich hatte wirklich Bedenken, es könnte ein Abklatsch werden und war zunächst etwas enttäuscht. Denn ich ahnte irgendwie direkt, dass die Schwester von Mailin und Lyaskye zusammenhängen würden.
Meine Bedenken wurden restlos ausgeräumt. Die Geschichte ging in eine völlig andere Richtung, als ich es erwartet hatte und auch der Übergang zwischen den Welten war anders geregelt als gedacht. Auch die Entwicklung der Charaktere und er gesamte Plot waren nicht so angelegt, wie befürchtet. Hier wurde ich definitiv überzeugt.
Dazu kam eine herzzerreißend schöne Liebesgeschichte mit ordentlich Verwirrung und tiefen Gefühlen. Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen, wenngleich die Welt an sich etwas in den Hintergrund vor der großen Geschichte trat. Ich hätte gern mehr zu meckern und würde gern Punkte abziehen – aber ich weiß einfach nicht warum. Vielleicht hat die Königskrone von mir Besitz ergriffen und erfüllt mich mit purer Harmonie und Glückseligkeit. 😉

Alles in allem und wider Erwarten eines meiner Jahres-Highlights 2019. Fantasy gepaart mit Romantik, Spannung und Dramatik. Liebevoll gezeichnete Charaktere runden die gewaltige Story ab. Klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Besonders ist es für mich, weil es das erste Buch ist, welches ich aufgrund von sozialen Medien gekauft und gelesen habe. Normalerweise informiere ich mich über andere Quellen über Neuerscheinungen und stöbere im Buchladen. Doch gerade Instagram hat mittlerweile eine starke Buch-Community und in dieser Gemeinschaft, die sich auf „Bookstagram“ austauscht, bin ich irgendwann auf Justine (the reading mermaid) gestoßen. Mit ihrer unverwechselbaren Art und vor allem mit ihren Mecker-Rezensionen hatte ich sie direkt ins Herz geschlossen. Außerdem wurde vor nicht allzu langer Zeit ihr Debütroman „Devilish Beauty“ veröffentlicht. Ziemlich schnell hatte ich beschlossen, dass ich das Buch lesen möchte. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden lesen. Ich bin mittlerweile sehr froh, dass ich über die sozialen Medien immer mehr tolle Bücher entdecke, die nicht so bekannt sind bzw. nicht so eine große Marketing-Maschine hinter sich wissen. Hier verstecken sich oft echte Perlen. 🙂 Und nun zum Buch!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle
  • Autor: Justine Pust
  • Anzahl der Seiten: 340 Seiten
  • Verlag: Dark Diamonds (Imprint CARLSEN Verlag)
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juli 2019)
  • Genre: Fantasy, Romantasy

INHALT:

Mimi ist eine Dämonin. Eine untypische Dämonin. Sie hasst es, für die Hölle Seelen einzutreiben. Noch dazu hat sie eine Affäre mit ihrem Chef – der zufällig einer der Prinzen der Hölle ist. Auch, wenn dieser sie nicht gerade zimperlich behandelt und sie anhält, ihren Job zu machen, hat er eine Sonderregelung für die aufmüpfige Dämonin ausgehandelt. Unterstützt wird Mimi vor allem von ihrem Dämonenhund, der zur Strafe für ihr ständiges Aufbegehren in der Form eines Dackels durch die Welt laufen muss.

Auch ihre Freundin Tessa, eine begabte Hexe, ist Mimi eine große Stütze. In Tessas Bar arbeitet die Protagonistin als Barkeeperin und kommt dabei mit allen möglichen Wesen in Kontakt. Neben betrunkenen Werwölfen und Vampiren sieht sich Mimi allerdings bald ganz anderen Problemen gegenüber.

Um ihre Seelen einzutreiben, schließt sie einen Deal mit einem begnadigten Jäger namens Drake. Die für die Hölle vorbestimmte Seele des Jägers war durch die Begnadigung dem Himmel zugesagt. Durch den Deal bricht Mimi aus Versehen das Friedensabkommen zwischen Himmel und Hölle und löst somit die Apokalypse aus. Drake avanciert zum zweiten Protagonisten der Geschichte.

„Ihr habt damit den Waffenstillstand zwischen Himmel und Hölle gebrochen und den Grundstein zur Apokalypse gelegt, ihr elenden Idioten!“

– Tessa in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 94 –

Auf einmal sind sowohl Engel als auch Höllenfürsten hinter Mimi her und sie muss mit ihren Freunden einen Plan schmieden, um die nahende Apokalypse aufzuhalten. Der Plan lautet vorrangig: Jesus muss getötet werden, bevor er die sieben Siegel zum Untergang der Welt öffnen kann.
Schon alleine dieser Punkt der Geschichte birgt einiges an Konfliktpotenzial. Nimmt man nicht nur den geplanten Tod des Sohn Gottes, sondern auch andere Äußerungen in diesem Werk, komme ich nicht umhin, streng gläubigen Christen von diesem Buch abzuraten! Gott und seine Unterstützer nehmen hier ganz ungewohnt die Rollen der Gegenspieler ein. Noch dazu wurde Jesus als Frau wiedergeboren – als homosexuelle Frau. Auch das könnte für streng gläubige Christen ein Problem sein. Ich fand es tatsächlich amüsant und passend zum Humor des Buches. Was Sexualitäten angeht, ist hier von den Love-Storys her für jeden etwas dabei. 🙂

Wer schnell rot wird (so wie ich), wird einige Stellen in diesem Büchlein finden, die er nicht in der Öffentlichkeit lesen will. Hihi. Frei nach dem Motto Sex, Drugs & Rock´n´Roll wird hier ordentlich Unterhaltung geboten. 😉 Langeweile kommt in „Devilish Beauty“ auf jeden Fall nicht auf.

Ob Mimi und ihre Allianz es schlussendlich schaffen, Jesus zu töten, die Öffnung der Siegel und somit die Apokalypse zu stoppen, dürft ihr selbst lesen. Nur so viel sei verraten – es wird spannend, romantisch und herzzerreißend zugleich.


SCHREIBSTIL:

„All diese Menschen, die nichts von dem ewigen Krieg zwischen Himmel und Hölle wissen … sie werden ins Verderben stürzen. Zusammen mit den Tieren, den Pflanzen und all dem restlichen Leben auf dieser kleinen Welt. All die Menschen, all die Seelen – für immer im Nichts. Und ich bin schuld.“

– Mimi in „Devilish Beauty – Das Flüstern der Hölle“ von Justine Pust, S. 96 –

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht zu lesen, immer gewürzt mit einer guten Prise Humor und Sarkasmus.

Geschildert werden die Ereignisse hauptsächlich aus der Sicht der Protagonistin Mimi, aber auch immer mal wieder aus dem Blickwinkel des Jägers Drake. Wer mich kennt, weiß, dass ich Perspektivwechsel nicht so sehr mag. In der Geschichte von Justine Pust hat man durch diese Art der Geschichtsdarstellung Informationen erhalten, die Mimi vorenthalten geblieben sind. Somit waren die unterschiedlichen Perspektiven sinnvoll angelegt. Für mich hätte auch nur Mimis Blickwinkel gereicht, aber Drakes Kapitel waren schlüssig und haben mich nicht gestört. Zudem war die Love-Story von Drake einfach zuckersüß.

Was mir an dem Schreibstil besonders gut gefallen hat, war die bildhafte Sprache und die fantasievollen Beschreibungen. Damit hebt sich dieses Buch von den vielen Romantasy-Werken ab. Die Autorin kann zudem alle Situationen glaubhaft schildern, egal ob es sich um Liebesszenen, brutale Kämpfe oder mysteriöse Träume handelt.


FAZIT:

Ich war zuerst sehr skeptisch, ob mir eine sexy Dämonen-Geschichte gefallen wird. Ich bin ja eher eine Disney-Prinzessin als ein Bösewicht. Doch diesbezüglich hat mich die Story und vor allem Mimi komplett abgeholt. Mimi ist nicht der typische Dämon und mir hat es erstaunlich gut gefallen, dass die klassischen „Guten“ dieses Mal den Part des Gegenspielers eingenommen haben.

Meine Befürchtung, dass ich bei jeder zweiten Seite rot anlaufe, weil das Buch zu sexy geschrieben sein könnte, wurde auch nicht bestätigt. Die vielen Szenen, in denen sich die Charaktere näher kommen sind zwar vorhanden, aber stehen nicht im Fokus, was ich sehr angenehm fand.
Erstaunt war ich über die Wendungen, die gerade gegen Ende des Buches eintreffen. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Mimi mysteriöse Träume hat und sie auf die Suche nach ihren Erinnerungen an ihr früheres Leben geht. Das hat der ganzen Geschichte nochmal mehr Tiefe und Spannung gegeben. Und dann war auch noch so viel Romantik vorhanden, dass es mich zum Schmachten gebracht hat, es aber auch nicht zu viel war. Was will man also mehr.

Spannung, Romantik und eine unkonventionelle Basis der Geschichte konnten mich begeistern. Viel zu sagen bleibt nicht außer: Was für ein Debüt! Für Fantasy- und Romance-Fans eine klare Leseempfehlung! 

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ von Christelle Dabos

Meine lieben Leser,

ganz ungewohnt bekommt ihr heute einen Beitrag mitten in der Woche, passend zum Feiertag. 🙂 Ich wünsche euch schon einmal viel Spaß beim Schmökern.
Nachdem mich der erste Band der Spiegelreisenden-Reihe restlos begeistern konnte, war ich voller Vorfreude auf den zweiten Band. Ob der Nachfolger dem Auftakt gerecht werden konnte, schildere ich euch im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
  • Autor: Christelle Dabos
  • Anzahl der Seiten: 613 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

„Je voller ihr Herz war, desto leerer war ihr Kopf.“
– Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast, S. 222 –

Nach den unerwarteten Wendungen am Ende des ersten Bandes, wird Ophelia eher ungeplant zur Vize-Geschichtenerzählerin am Hofe ernannt. Ihre Aufgabe besteht nun darin, dem Familiengeist Faruk Geschichten zu erzählen, die ihm gefallen. Dabei muss Ophelia sich im Theater vor dem gesamten Hofstaat behaupten. Während sie den Intrigen und Wirrungen am Hofe widersteht, schlägt Ophelia sich weiterhin mit Thorn herum, der trotz der bevorstehenden Hochzeit auf Abstand geht.
Und als wenn das nicht reicht, kündigt sich Ophelias Familie zu einem Besuch an. Da es der Protagonistin nicht möglich war, sich persönlich bei ihrer Verwandschaft per Telegramm zu melden, machte sich diese schnurstracks auf den Weg zu ihr.
Damit das Chaos auch perfekt ist, verschwinden mehrere Personen in der so sicher geglaubten Himmelsburg. Als Ophelia in die Ermittlungen einbezogen wird, muss sie einsehen, dass der Schuldige jedwede Vorkehrungen getroffen hat, um ihre Fähigkeit des Lesens zu blockieren.
Thorn tut alles dafür, dass Ophelia als Leserin nicht in den Fokus von Faruk gerät, damit er selbst das Lesen von Faruks Buch übernehmen kann. Damit möchte er seine Verlobte schützen. Ophelia ihrerseits erwirkt, dass Thorn ihre Wünsche erfüllt – sie darf ein eigenes Lese-Atelier führen. Als Faruk darauf aufmerksam wird, überschlagen sich schließlich die Ereignisse. Ophelia muss die Ermittlungen zu den Verschwundenen leiten und hat eine sehr kurze Gnadenfrist. Außerdem muss sie das Buch von Faruk lesen und der Botschafter Archibald verschwindet bei seinen Ermittlungen ebenfalls plötzlich.
Ob sie diese Aufgaben meistert, warum Thorn im Gefängnis landet, wer hinter den Verschwundenen steckt und warum „Gott“ endlich ein Gesicht bekommt, müsst ihr allerdings selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist wie vom ersten Band gewohnt sehr niveauvoll, bildhaft und atemberaubend. Unterbrochen werden die Kapitel von den sogenannten „Fragmenten“, die inhaltlich aus dem Rahmen fallen und einen Rückblick zu den Familiengeistern und Gott zeigen. Mit den Fragmenten konnte ich bis zum Ende nicht viel anfangen, weil sich erst am Ende der Sinn des Ganzen ergab. Mich haben die Fragmente tatsächlich sogar etwas genervt, weil sie den Lesefluss gestört haben. Ansonsten war der Schreibstil aber wieder wunderbar zu lesen und ich muss sagen, dass die Autorin wieder nur für den Schreibstil einen Bonuspunkt bei der Bewertung bekommt.

FAZIT:

Leider brauchte das Buch für mich dieses Mal sehr, sehr lange, um in die Gänge zu kommen. Deswegen war der zweite Band für mich sehr viel schwächer als der Auftakt. Das ist oftmals bei zweiten Bänden der Fall, aber dennoch hat mir das Wiedersehen mit den Charakteren wieder sehr viel Freude gemacht. Im letzten Viertel des Buches sind dann einige Wendungen und Entwicklungen vorhanden, die ich so wieder nicht erwartet habe. Wie schon der erste Band, konnte mich der zweite Teil diesbezüglich sehr begeistern. Ich hätte mir gewünscht, dass der Spannungsbogen schon etwas eher beginnt und auch kontinuierlich weitergeführt wird. Dafür muss ich leider Punkte abziehen. Mit gefällt sehr gut, dass Ophelia sich auch im zweiten Band wieder entwickelt und immer mehr zu einer starken Frau reift.

Die Mischung aus Fantasy, Steam-Punk und Jane Austen ist weiterhin vorhanden. Als Nachfolger leider schwächer, aber dennoch lesenswert!

BEWERTUNG:❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Einsame im Meer“ von Serena Valentino

Liebe Leser,

bereits vor einiger Zeit hatte ich aus der Disney-Villians-Reihe die deutschen Übersetzungen „Das Biest in ihm“ und „Die Schönste im ganzen Land“ gelesen.
Nach der großen Enttäuschung der Geschichte um das Biest, konnte mich die Vorgeschichte der bösen Königin überzeugen. Das machte mir Hoffnung für den frisch erschienenen Band „Die Einsame im Meer“, denn dort soll die Vorgeschichte von Ursula der Meerhexe aus dem Disney-Film „Arielle die kleine Meerjungfrau“ erzählt werden.
Ob mich das Buch genau so begeistern konnte wie die böse Königin oder genau so enttäuschte wie das Biest, das möchte ich euch nun näher erläutern.

 

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Einsame im Meer
  • Autor: Serena Valentino / Disney
  • Anzahl der Seiten: 194 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Disney, Jugendbuch, Fantasy, Märchen

Inhalt:

Der Klappentext verspricht, dass dieses Buch die Vorgeschichte von Ursula erzählt und verspricht (wie bei den Büchern zuvor auch) einen spannenden, psychologisch einfühlsamen Roman.
Das Buch widmet sich leider nur in etwa 10% der tatsächlichen Vorgeschichte. Diese wird von Ursula selbst nur sehr oberflächlich in einem Dialog erzählt. Ansonsten behandelt diese Geschichte ebenfalls oberflächliche Einblicke in den Film „Arielle – Die kleine Meerjungfrau“, wobei Textpassagen aus dem Film auftauchen, die im Wortlaut jedoch geändert wurden. Warum das gemacht wurde, bleibt mir genau wie bei der Geschichte um das Biest ein Rätsel. In ihrem berühmten Lied „Arme Seelen in Not“ wurde beispielsweise folgender Satz gesungen: „Beluga, Selfruga, kommt Winde vom kaspischen Meer.“. Im Buch lautet der Satz dann: „Beluga, Selfruga, die Winde der Wolga sind hier.“ Vielleicht bin ich zu detailverliebt – aber wenn man schon Szenen aus dem Film exakt nacherzählt, sollte meiner Meinung nach nicht das Original verändert werden.
Der Rest der Geschichte handelt von Tulip, einer Prinzessin, die im Disney-Universum nie erwähnt wurde. Sie ist eine der Prinzessinnen, die das Biest bzw. Prinz Adam angehimmelt hatten und die er abwies. Dadurch stürzte sie sich in den Tod und wurde von Ursula wiederbelebt. Warum die Geschichte um Tulip dermaßen aufgebauscht wurde und der echten Vorgeschichte den Platz gestohlen hat, kann ich mir nicht erklären. Das wollte ich jedenfalls nicht in diesem Buch lesen. Zudem treten die drei Hexen aus den anderen beiden Büchern wieder auf und bekommen ebenfalls ungerechtfertigt viel Anteil an der gesamten Geschichte. Bei den vorangegangenen Teilen war es für mich ebenfalls nicht sehr authentisch, dass die Hexen so viel Einfluss auf jede Disney-Geschichte gehabt haben sollen. Hier allerdings wird die Geschichte um Tulip und die drei Hexen der Geschichte von Ursula vorangestellt.
Leider lässt mir das bisschen Geschichte um Ursula auch wieder viele Fragen offen. Es wird beschrieben, dass sie schwarze Nebelschwaden kontrollieren könnte, die alles zerstören können. Da frage ich mich doch, warum sie nach Tritons Macht strebt – denn diese Macht kontrolliert ja schon Nebel – ein Wetterphänomen. Diese „Magie“ war für mich nicht schlüssig.
Was ich auch nicht abgekauft habe, war die Freundschaft zwischen Ursula und den drei Schwestern. Alle dieser vier Hexen werden als erbarmungslos brutal beschrieben – für mich undenkbar, dass sie wirklich ein echtes Gefühl von Freundschaft empfinden können. Generell werden die sonst so brutalen Schwestern in diesem Band erstaunlich harmlos dargestellt. Dass sie sogar das Ende von Ursula herbeigeführt haben sollen, war für mich wie in den letzten Bänden wieder an den Haaren herbeigezogen.
Leider werden auch dieses Mal in der Geschichte unwichtige Details genannt, die dann keine Bewandtnis mehr haben und an anderer Stelle fehlt es an Tiefe. Auch hier muss ich leider sagen – wie soll man auch auf 194 einen psychologisch einfühlsamen Roman schreiben? Für mich war auch die neue Wesensdarstellung von Triton nicht wirklich nachvollziehbar. Er soll neuerdings total besessen von Schönheit sein und Ursula nur aus diesem Grund nicht geduldet haben. Es wurden keine Motive genannt, die mir das alles schlüssig erscheinen lassen. Für mich war diese Darstellung viel zu flach, dafür, dass man eine Disney-Figur in ihrem Wesen komplett anders beschrieb. Vielleicht hätte die Autorin an dieser Stelle mehr Augenmerk auf die Geschichte von Triton und Ursula als Geschwister legen sollen, anstatt diese vielen unnötigen Nebenschauplätze zur Hauptstory zu machen.

Schreibstil:

Wie schon vorher, ist der Schreibstil von Valentino einfach gehalten und liest sich tendenziell gut. Ich fand aber, dass dieser Band auch vom Lesefluss bisher der schwächste Teil war. Irgendwie stockte ich beim Lesen immer wieder.
Das lag wahrscheinlich an dem wiederholt sehr schlechten Lektorat. Neben Rechtschreibfehlern und Tippfehlern konnte ich Grammatikfehler finden, Nebensätze waren alleinstehende Haupsätze und Satzzeichen fehlten. Das finde ich für große Namen wie Carlsen und Disney leider nicht in Ordnung. Da erwarte ich Qualität und vor allem dann, wenn die Vorgänger schon ein schlechtes Lektorat hatten. Da muss dringend nachgebessert werden.
Und wie beim letzten Mal angekreidet, muss ich auch dieses Mal fragen: Wieso werden einige Namen nicht übersetzt? Beim Biest war es „Cogsworth“ anstatt „Herr von Unruh“ und in diesem Buch hier wird „Maleficant“ erwähnt anstatt „Malefiz“. Klar, der Film heißt so, aber auch nur die Realverfilmung, was ich auch schon nicht richtig fand. Im Original heißt die gute Dame nun einmal Malefiz.

Fazit:

Das war wirklich eine wahre Meckerrezension. Aber was soll ich sagen? Hier kommt für mich alles zusammen, was ich von einem Buch nicht erwarte. Wenig Tiefe, falsche Versprechungen auf dem Klappentext und dadurch nicht erfüllte Erwartungen. Zudem eine Story, die für mich echt langweilig war und das Original „Arielle“ teilweise neu erzählte. Und als wenn das nicht reicht, kommt dazu noch das miese Lektorat, die Logikfehler, die offenen Fragen und die unnötigen Nebenschauplätze.
Leider wirkt der bisherige Großteil der Villians-Reihe so, als wenn man einfach diese supercoole Idee hatte, die Disney-Geschichten düster und erwachsen aus der Sicht der Bösewichte zu erzählen bzw. deren Vorgeschichte – es aber mal so richtig schlecht umgesetzt hat. Versteht mich nicht falsch, die Idee ist echt nett und ich bin ein großer Disney-Fan, aber wahrscheinlich auch genau deswegen hat mich dieses Buch sogar noch mehr enttäuscht als „Das Biest in ihm“.
Mein Flop 2019 – keine Tiefe, schlechtes Lektorat und nur minimal Vorgeschichte oder neue Informationen. Leider keine Empfehlung von mir – auch nicht für eingefleischte Disney-Fans. 

BEWERTUNG:♡♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Dry“ von Neal Shusterman

Meine lieben Leser,

spätestens nach „Scythe“ war ich ein absoluter Fan von Neal Shusterman. Sein Schreibstil hat mich direkt angesprochen. Da war für mich klar, dass ich auch „Dry“ unbedingt lesen muss. 🙂
Die folgende Rezension enthält zwar ein paar Spoiler, allerdings habe ich mir Details und das Ende gespart, damit ihr es trotzdem noch lesen könnt. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dry – Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
  • Autor: Neal Shusterman / Jarrod Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 437 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Thriller, Jugendbuch, Suspense, Dystopie

 

INHALT:

Zu Beginn lernen wir die Familie von Protagonistin Alyssa kennen, die sich ziemlich bald der Tatsache gegenüber sieht, dass kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt. Die Medien berichten über einen sogenannten Tap-Out, dem Zusammenbruch der Wasserversorgung.
Ebenfalls am Anfang lernen wir Alyssas Nachbarn Kelton und dessen Familie kennen, deren Hobby die Vorbereitung auf einen eventuellen Weltuntergang ist. Von der Nachbarschaft in der Vorstadtidylle verschrien, kommt ihnen ihre Vorbereitung während des Tap-Outs dann zugute.
Alyssas Familie versucht, Wasser aufzutreiben, doch die Regale der Supermärkte sind leer und die Menschen werden nicht nur panischer, sondern auch rücksichtloser. Jeder ist sich mit einem Mal selbst der nächste.
Als in den Medien die Neuigkeit verbreitet wird, dass am Meer Entsalzungsanlagen errichtet werden, reisen Alyssas Eltern dorthin, um aufbereitetes Wasser zu besorgen. Als sie nicht zurückkehren, machen sich Alyssa, ihr Bruder Garrett und Kelton zusammen auf die Suche nach ihnen. Beim Erreichen des Strandes jedoch bietet sich den Helden der Geschichte ein Bild des Grauens. Langsam verstehen sie, dass dieser Tap-Out das schlimmste in den Menschen zutage fördert.
Während ihrer Suche treffen sie auf Jaqui, eine kleine Rebellin, die schon vor dem Tap-Out auf der Straße lebte. Zusammen wollen sie bei Keltons Familie Zuflucht suchen, doch die Nachbarschaft fühlt sich von deren Haus leider sehr angezogen und so eskaliert die Situation nicht nur blutig, sondern für alle beginnt ein harter Kampf ums Überleben.
Die kleine Gruppe aus Jugendlichen bricht auf, um den Fluchtbunker von Keltons Familie zu finden. Auf dem Weg dorthin treffen sie auf Henry, ein Sohn reicher Eltern, der sich an dem Leid seiner Nachbarschaft bereicherte.
Zwischendurch keimt Hoffnung auf, doch der Weg zum Fluchtbunker wird länger sein, als die Protagonisten es zunächst vermuteten.
Zum Ende wird der Kampf ums Überleben immer deutlicher und rückt immer mehr in den Fokus. Immer wieder ist ein kleiner Hoffnungsschimmer zu sehen, der sich wieder zerstreut.
Ob die Fünf endlich Wasser finden und den Tap-Out überleben, lasse ich euch aber lieber selbst lesen. Nur so viel – ich musste die letzten 200 Seiten in einem Rutsch lesen, weil mich die Geschichte nicht mehr losgelassen hat.

SCHREIBSTIL:

Wie nicht anders von Shusterman erwartet, hat er mich mit seinem Schreibstil wieder voll mitgenommen. Zugegeben, am Anfang musste ich ein wenig reinkommen, aber spätestens nach dem ersten Viertel des Buches, hat mich die Spannung nicht mehr losgelassen. Der Schreibstil ist zwar nüchtern und vermittelt eine düstere, leere Stimmung – aber das passt zu dem Apokalypsen-Szenario.
Wir bekommen die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Alyssa, Garrett, Jaqui, Kelton und Henry erzählt. Zwischen der Hauptstory fließen immer kleine Einblicke in völlig außenstehende Personen ein – Nachrichtensprecher, Wasserflugzeugpiloten oder eine verzweifelte Frau, die auf einem Parkplatz wartet. Diese ganzen unterschiedlichen Blickwinkel fassen sich zu einem großen Gesamtbild der furchtbaren Situation des Tap-Outs zusammen.
Ein kleines Manko ist, dass die Perspektiven der Charaktere sich im Stil kaum unterscheiden. Deswegen war mir ziemlich lange nicht so richtig klar, wie jung Alyssas Bruder eigentlich ist.
Alles in allem kommt die machtlose Stimmung in einer apokalyptischen Situation hier voll zur Geltung. Einige Wendungen habe ich so nicht erwartet und es hat mich schon wirklich gefrustet, dass jeder Hoffnungsschimmer sich sofort wieder zerstreute. Ich dachte oft beim Lesen: „Wie bitte? Das kann er doch nicht so schreiben? Es muss doch alles gut werden!“

FAZIT:

Was will man mehr als Spannung, ein wichtiges gesellschaftliches, politisches Thema und ein durchdachtes Weltuntergangsszenario? Mich konnte die Geschichte wirklich fesseln, die Charaktere waren alle authentisch gezeichnet und ich konnte bei allen von ihnen mitfiebern, ob sie es nun schaffen oder nicht. Die bedrohliche Atmosphäre und die Abgründe sowie Chancen der Menschheit hat Shusterman super umgesetzt.
Ein Buch, welches den Wert unserer Ressource Wasser betont und in einem erschreckend realistischen Setting thematisiert. Schlimm ist es, dass diese Situation so unwahrscheinlich gar nicht ist und sich viel näher anfühlt, als es gut wäre. 
Für mich eine super Lektüre, die ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Unbedingt lesen!

BEWERTUNG:❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI