Japanische Grammatik *Teil 3* – Fragen bilden mit か (ka)

Liebe Leser,

nach viel zu langer Zeit möchte ich die Kategorie „Japan – Die kleine Lehrstunde“ wiederbeleben. Zum Einen, weil ich meine eigenen Japan-Kenntnisse auffrischen möchte und zum Anderen, weil ich hoffe, dass es euch auch hilft.

Heute widmen wir uns wieder der japanischen Grammatik. Denn dieser Teil der Sprache ist bekanntlich niemals wirklich leicht. Sie formt schließlich die Basis für die „Denke“ der Sprache.
Es geht dieses Mal um die Partikel  か (ka). Um meine Erklärungen einfacher zu halten, schreibe ich die Sätze nur in Hiragana bzw. Katakana, damit ihr von den komplizierten Kanji nicht gleich erschlagen werdet. Für die Erklärung der Grammatik sollten die zwei Silben-Alphabete ausreichen.

 

Die Partikel か:

Die Partikel  か (ka)  wird im Allgemeinen für Fragen verwendet, aber auch um Zweifel oder Unsicherheit auszudrücken. Für das Bilden einer Frage wird der Partikel an das Satzende gestellt und bei der Aussprache steigt die Betonung.

Eine einfache Frage wäre beispielsweise
あなたはねこがすきですか。 (anata ha neko ga suki desu ka.) – Magst du Katzen?

Eine Besonderheit ist, dass die Partikel im Prinzip als eine Art Fragezeichen fungiert, denn dahinter wird nur der japanische Punkt (das Kringel) gesetzt. Ein Fragezeichen ist hier nicht üblich.

Fragearten:

Im Groben können so zwei Arten von Fragen gebildet werden. Eine Ja-Nein-Frage und eine W-Frage.

Ja-Nein-Frage:

Wie schon erwähnt wird hier die Partikel an das Ende eines Aussagesatzes angefügt und bildet eine Frage, die in der Regel erfragt, ob die Aussage richtig oder falsch ist. Sie werden also mit Ja (はい – hai) oder Nein (いいえ – nein) beantwortet.

Nehmen wir unsere Beispielfrage von vorhin:
あなたはねこがすきですか。 (anata ha neko ga suki desu ka.) – Magst du Katzen?
Ja-Antwort: 
はい、ねこがすきです。(hai, neko ga suki desu.) – Ja, ich mag Katzen.
Nein-Antwort:
いいえ、ねこがすきじゃないです。(iie, neko ga suki ja arimasen.) – Nein, ich mag keine Katzen.

W-Frage:

Auch hier wird am Ende des Satzes die Partikel angefügt, allerdings wird hier der Sachverhalt, den man klären möchte, durch ein Fragewort ersetzt.

Ein Beispiel:
これはなんですか。(kore ha nan desu ka.) – Was ist das?
これはりんごです。(kore ha ringo desu.) – Das ist ein Apfel.

Das waren auch schon alle allgemeinen Infos, die ihr zum Bilden einer Frage braucht. Versucht es doch gleich selbst und kommentiert diesen Beitrag mit eurer ersten eigenen Frage! (oder wenn ihr Profis seid, schreibt mir gern auch eure 100. Frage auf! :D)

 

EURE HACHIDORI

Bisherige Beiträge zur japanischen Grammatik:
Teil 1 – einfache Aussagesätze mit は (ha) und です (desu)
Teil 2 – höfliche Verneinung eines Satzes

 

 

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Häkeln – Baby-Schuhe aus Japan

Liebe Leser,

nach einer etwas längeren Pause melde ich mich zurück und präsentiere euch mit Freuden eine neue Häkelanleitung für ein Paar süße, japanische Baby-Shuhe.

Schuhe-groß

Das Original habe ich auf issuu.com gefunden.
Hier geht es zur Anleitung auf Japanisch: Klick!
(Hinter dem Link versteckt sich ein japanisches Häkelmagazin, das Bild zu den Schuhen findet ihr auf Seite 14 und die Anleitung auf Seite 54.)

Schuhe-Material

Häkelnadel: 2,25 mm
Garn: Ich habe einfaches Schulgarn verwendet (ONline Linie 165 „Sandy“, 50 g, 120 m)

Anmerkung: Durch die Verwendung von diesem Schulgarn (empfohlen ab Nadelstärke 2,5) wurde der Schuh größer als in der Anleitung vorgesehen (Die Sohle misst anstatt 11 cm mit diesem Schulgarn 14 cm).
Für die richtige Größe solltet ihr also mit dünneren Garnen etwas herumexperimentieren, da ich in der Anleitung keine genauen Angaben dazu gefunden habe. Bei der Nutzung der Häkelnadel 2,0 mm sollte es aber bleiben, da diese in der Anleitung stand. Es würde wahrscheinlich schon besser hinhauen, wenn man ein Garn nimmt, für dass die empfohlene Nadelstärke 2,0 mm ist. 😉

Schuhe-Abkürzungen

Lfm – Luftmasche
M – Masche
fM – feste Masche
Stb – Stäbchen
hStb – halbes Stäbchen
Wende-Lfm – Wendeluftmasche
zus abn – Abnahme; zusammen abnehmen (Anzahl der Maschen wird verringert)

Schuhe-Allgemeines

Baby-Schuhe
Größe: ca. 11 cm
(abweichende Größe bei meinem verwendeten Garn, siehe „Material“.)

Reihenfolge:
Begonnen wird mit der Sohle, dann werden Seiten und Ferse direkt an die Sohle und danach das Vorderteil einzeln gehäkelt. Als letztes wird das Band, welches als Verschluss dient gehäkelt.
Zur Befestigung der Einzelteile siehe die Grafiken der Originalanleitung.

Farbverteilung:
Ich habe das Vorderteil in Dunkelbraun gehäkelt. Alle anderen Teile in Hellgrün.
Ihr könnt die Farben natürlich frei varriieren.

Zählung der Maschen:
Die Gesamtanzahl der Maschen beinhaltet alle festen Maschen, Luftmaschen und Kettmaschen werden in der Regel nicht mitgezählt.
Ausnahmen bilden bspw. die Luftmaschen, die als halbes Stäbchen fungieren oder die Luftmaschen, die beim Vorderteil die Löcher erzeugen.

Schuhe-Anleitung

SOHLE
Anmerkung: Achtet bitte beim Zählen der Gesamtanzahl der Maschen darauf, dass ihr die Kettmaschen und einige Luftmaschen nicht mitzählt. Zur Veranschaulichung siehe folgende Grafik:

Sohle

Luftmaschenkette mit 17 Lfm
Rd 1 –  Lfm;
2 fM in zweite Lfm von der Nadel aus; 15 fM;
4 fM in die letzte Lfm;
15 fM; 2 fM in die letzte Luftmasche;
Kettmasche in erste M [38 M]
Rd 2 – 2 Lfm;
2 hStb in folgende 2 M; 7 hStb; 8 Stb;
2 Stb in folgende M;  3 Stb in folgende 2 M; 2 Stb in folgende M;
8 Stb; 7 hStb; 2 hStb in folgende M; 3 hStb in letzte M;
Kettmasche in Lfm [50 M]
Rd 3 – Lfm;
fM in Lfm der Vorrunde; 2 fM in erstes halbes Stäbchen der Vorrunde; 18 fM;
3 Mal (2 fM in folgende M; fM in folgende 2 M) ; 2 fM in folgende M;
18 fM; 2 fM in folgende M; fM in letzte M;
Kettmasche in erste M [56 M]
Rd 4 – 2 Lfm;
2 hStb; 2 hStb in folgende M; hStb; 2 hStb in folgende M; 11 hStb;
5 Stb; 2 Stb in folgende M; Stb; 2 Mal (2 Stb in folgende M; Stb); 2 Stb; 2 Mal (Stb; 2 Stb in folgende M); Stb; 2 Stb in folgende M;
5 Stb; 11 hStb;
2 hStb in folgende M; hStb; 3 hStb in folgende M; 2 hStb in folgende M;
Kettmasche in Lfm [68 M]
Rd 5 – Lfm;
2 Mal (2 fM; 2 fM in folgende M); ( erste Masche davon in die Lfm aus der Vorrunde)
19 fM;
2 fM in folgende M;  4 fM; 2 fM in folgende M; 6 fM; 2 fM in folgende M; 4 fM; 2 fM in folgende M;
19 fM;
2 fM in folgende M; 2 fM; 2 fM in folgende M; 2 fM;
Kettmasche in erste M [76 M]
Rd 6 – Lfm;
fM in alle M;
Kettmasche in erste M [76 M]

Abmaschen und Faden abtrennen.

Seiten und Ferse

Von der letzten Masche der Sohle aus 25 M nach links oder rechts abzählen. Diese 25. M ist die Anfangsmasche für das Seiten-Fersen-Teil. Runde 1 wird Richtung der Ferse gehäkelt, also in Richtung der letzten Masche der Sohle und darüber hinaus.

Seiten und Ferse

Rd 1 – Lfm; 50 fM ins hintere Maschenglied;
Wende-Lfm [50 M]
Rd 2 – 20 fM; 2 fM zus abn; 6 fM; 2 fM zus abn; 20 fM;
Wende-Lfm [48 M]
Rd 3 – 48 fM;
Wende-Lfm [48 M]
Rd 4 – 1 M auslassen; Kettmasche in die folgenden 2 M; Lfm; 1 M auslassen;
17 fM; 2 fM zus abn; 2 fM; 2 fM zus abn; 16 fM; 2 fM zus abn; (3 M bleiben unbearbeitet)
Wende-Lfm [38 M]
Rd 5 – 35 fM; 2 fM zus abn; (Die restlichen Maschen bleiben unbearbeitet)
Wende-Lfm [36 M]
Rd 6 – 1 M auslassen; 33 fM; 2 fM zus abn;
Wende-Lfm [34 M]
Rd 7 – 1 M auslassen; 31 fM; 2 fM zus abn;
Wende-Lfm [32 M]
Rd 8 – 1 M auslassen; 29 fM; 2 fM zus abn;
Wende-Lfm [30 M]
Rd 9 – 1 M auslassen; 27 fM; 2 fM zus abn;
Wende-Lfm [28 M]
Rd 10 – 28 fM;
Wende-Lfm [28 M]
Rd 11 – 28 fM;
Wende-Lfm [28 M]

Abmaschen und Faden abtrennen.

Vorderteil

Anmerkung:
Das Vorderteil wird einzeln gehäkelt und später an der Sohle befestigt.

Vorderteil

Luftmaschenkette mit 14 Lfm
(Nach jeder Runde wird das Stück gewendet.)
Rd 1 – Lfm; 14 fM;
Wende-Lfm [14 M]
Rd 2 – 12 fM; 2 fM in folgende M; fM;
Wende-Lfm [15 M]
Rd 3 – fM; 2 fM in folgende M; 2 fM;
Kettmasche in folgende M (Restmaschen unbearbeitet lassen);
Wende-Lfm [5 M]
Rd 4 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
2 fM; 2 fM in folgende M; fM;
Wende-Lfm [5 M]
Rd 5 – fM; 2 fM in folgende M; 3 fM;
fM in Kettmasche aus der Vorrunde; fM in Lfm aus der Vorrunde;
fM in die erste unbearbeitete M von Rd 2 [9 M]
Rd 6 – Kettmasche in zweite unbearbeitete M von Rd 2; Wende-Lfm; 1 M freilassen; Kettmasche in die nächste M;
6 fM; 2 fM in folgende M; fM;
Wende-Lfm [9 M]
Rd 7 – fM; 2 fM in folgende M; 5 fM;
Kettmasche in nächste M;
Wende-Lfm [8 M]
Rd 8 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
5 fM; 2 fM in folgende M; fM;
Wende-Lfm [8 M]
Rd 9 – fM; 2 fM in folgende M; 4 fM;
Kettmasche in nächste 2 M;
Wende-Lfm [7 M]
Rd 10 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
6 fM;
Wende-Lfm [6 M]

16-07-14-10-24-24-746_deco.jpg

Rd 11 – 15 fM; 5 Lfm; 2 fM in die letzten beiden M;
Wende-Lfm [17 M + 5 Lfm = 22 M]
(die 15 fM müssen so enden, dass die letzte dieser 15 M die erste noch übrige unbearbeitete M ist – siehe Grafik)
Rd 12-19 – 22 fM;
Wende-Lfm [22 M]
Rd 20 – 2 fM in die letzten beiden M; 5 Lfm; 15 fM;
Wende-Lfm [ 17 M + 5 Lfm = 22 M]

16-07-14-13-30-14-467_deco.jpg

Rd 21 – 7 fM; Kettmasche in nächste M;
Wende-Lfm [7 M]
Rd 22 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
3 fM; 2 fM zus abn; fM;
Wende-Lfm [5 M]
Rd 23 – fM; 2 fM zus abn; 6 fM (auch in Kettmasche und Wende-Lfm der Vorrunde) ; Kettmasche in nächste M;
Wende-Lfm [8 M]
Rd 24 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
4 fM; 2 fM zus abn; fM;
Wende-Lfm [6 M]
Rd 25 – fM; 2 fM zus abn; 7 fM (auch in Kettmasche und Wende-Lfm der Vorrunde); Kettmasche in nächste M;
Wende-Lfm [9 M]
Rd 26 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
5 fM; 2 fM zus abn; fM;
Wende-Lfm [7 M]
Rd 27 – fM; 2 fM zus abn; 2 fM;
Kettmasche in nächste M;
Wende-Lfm [4 M]
Rd 28 – Kettmasche in letzte fM der Vorrunde;
2 fM zus abn; fM;
Wende-Lfm [2 M]
Rd 29 – fM; 2 fM zus abn (davon ist eine der M die Kettmasche aus der Vorrunde);
fM in Wende-Lfm der Vorrunde; fM; fM in Kettmasche der Rd 26; fM in Wende-Lfm der Rd 26;
8 fM (ab der ersten unbearbeiteten M der Rd 20, inklusive der Lfm der Rd 20 bis zum Ende);
Wende-Lfm [14 M]
Rd 30 – 14 fM [14 M]

16-07-14-14-12-31-002_deco.jpg

Verschlussband

Band

Rd 1 – 10 Lfm; Kettmasche in die erste Lfm, sodass sich eine Schlaufe bildet.
20 Lfm-Kette;
1 Lfm; 20 fM entlang der Lfm-Kette;
10 fM um die Schlaufe herum; Kettmasche in Kettmasche der Schlaufe;
20 fM entlang der Rückseite der Lfm-Kette;
2 Lfm; fM in erste Lfm der 20Lfm-Kette; 2 Lfm; Kettmasche in Lfm vor der ersten fM entlang der Kette

Rd 2 – 2 Lfm; in Richtung der langen Kette 4 hStb;
15 fM;
5 hStb;
2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde; 2 Lfm; 2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde;
hStb in fM zwischen den 2 Lfm-Schlaufen aus der Vorrunde;
2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde; 2 Lfm; 2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde;
5 hStb;
15 fM;
5 hStb;
2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde; 2 Lfm; 2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde;
hStb in fM zwischen den 2 Lfm-Schlaufen aus der Vorrunde;
2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde; 2 Lfm; 2 hStb in die 2 Lfm-Schlaufe aus der Vorrunde;
Kettmasche in die zweite Lfm vom Beginn der Rd

Abmaschen und Faden abtrennen

Zusammennähen

Wie auf folgender Grafik Teile zusammennähen und fertig ist der Schuh!

nähen
Eine Seite des Verschlussbandes (die ohne Loch), wird fest angenäht. Auf der anderen Seite wird ein Knopf angebracht.

Und fertig ist der Schuh!
Viel Spaß beim Häkeln!
Ich freue mich auf eure Rückmeldungen 🙂

EURE HACHIDORI

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Japan, die kleine Lehrstunde ~ Kanjis lernen ~

Japan-kleine_Lehrstunde

Hallo liebe Leser und Japanverrückte,

heute gibt es mal wieder einen Beitrag zur schönen Sprache „Japanisch“.
Jeder, der schonmal angefangen hat Japanisch zu lernen, macht sich früher oder später Gedanken darüber, wann, wie und wo er Kanjis lernen kann und soll.

Kanji?
Kanji, das sind die schwierigsten aller Zeichen. Neben den zwei Silbenalphabeten Hiragana und Katakana, gibt es noch die Kanji. Für Neulinge: Das sind die Zeichen, die am verschnörkelsten aussehen und an Chinesisch erinnern. Tatsächlich sind diese Zeichen ursprünglich chinesisch gewesen. Sie sind dann irgendwann nach Japan geschwappt und die Japaner haben ihre eigenen Alphabete dazugedichtet.

Einschüchternd, schwierig, entmutigend…?
Um eine Zeitung zu lesen, wird empfohlen ungefähr 2000 Kanji zu beherrschen. Für das niedrigste Level des JLPT, des internationalen Japanischtests, benötigt man 180-200 Kanji.
Zahlen, die erst einmal einschüchtern. Doch umso länger man sich mit Japanisch beschäftigt, umso automatischer lernt man nebenbei durch die Bücher und Programme eine bestimmte Anzahl von Kanjis. Klar, das Lernen dieser Zeichen ist uns fremd, wir kennen nur unser Alphabet, wenn man sich aber erstmal mit Kanjis beschäftigt, sind sie wie kleine Bilder, zu denen man sich ab und zu auch witzige Eselsbrücken bilden kann. Zudem sind die Bedeutungen, die sich durch die Zusammensetzung der verschiedenen Teile eines Kanjis ergeben, manchmal wirklich sehr schön und poetisch. Außerdem kann man die Bedeutung verschiedener Kanjikombinationen manchmal verstehen, wenn man die einzelnen Zeichen kennt, auch wenn man vielleicht nicht die genaue Aussprache oder Übersetzung kennt, was sehr praktisch sein kann. Allgemein ist es wirklich spannend und ihr solltet euch nicht entmutigen oder einschüchtern lassen, auch wenn die Kanjis sehr schwierig erscheinen.

Sind Kanjis denn überhaupt wichtig?
Für Leute, die nur mal so in die japanische Sprache reinschnuppern wollen, spielen Kanji vielleicht erstmal keine große Rolle, allerdings ist es für das Lesen und die Kommunikation irgendwann unerlässlich. Zumal es bei einer Reise in Japan sehr sehr wichtig ist, dass man Kanjis (zumindest ein paar wichtige) lesen kann, da es oft (vor allem auf Dörfern) keine englischen Übersetzungen gibt. Wer Japanisch lernt, kommt also früher oder später nicht daran vorbei und auch für eine Reise können ein paar Kanjis sehr vorteilhaft sein.
Also: Ja, Kanjis sind sehr wichtig.

Wie lerne ich Kanjis?
Ich habe mittlerweile vieles ausprobiert, doch es klappt einiges mehr oder weniger gut. Außerdem möchte ich hier kein Pauschalrezept zum Lernen geben, denn letztendlich ist jeder Mensch anders, was das Lernen angeht. Nur das bloße Hören wird an dieser Stelle keine gute Lernmethode darstellen. ;D Allerdings könnte für die Hörtypen unter euch hilfreich sein, ein Programm zu nutzen, bei dem das Kanji mitgesprochen wird.
Heutzutage gibt es zwar viele Webseiten, Blogger, Apps und Bücher zum Thema Kanji, allerdings ist das, was am effektivsten ist, englisch-japanisch. Mit englischen Sprachkenntnissen kommt man hier also (meiner Meinung nach) bedeutend besser und schneller ans Ziel des Kanji-Lernens, als nur auf der Deutsch-Japanisch-Basis.

Persönlich habe ich mehrere Sachen ausprobiert:

– Ein guter Tipp, den ich selbst mal aufgeschnappt hatte, sind die Kanji Flash Cards, die ihr bei White Rabbit Press bestellen könnt (hier) oder auf amazon.de (hier).
Mit diesen Karten könnt ihr nach und nach jedes der 300 enthaltenen Kanji lernen. Die Strichreihenfolge steht ebenfalls drauf, genauso wie die Bedeutungen und die Aussprache. Sie sind allerdings wie vorher erwähnt in englischer Sprache verfasst.

– Für mich am meisten gebracht hat memrise.com. Dort kann man Kurse, die von anderen Nutzers erstellt wurden lernen. Man bekommt Punkte und sieht, wann man gelernt hat. Im kostenlosen Zugang sind genug Berechtigungen enthalten, um die Kanjis auch zu lernen. Ich habe einen Kurs für die Kanji zum N5-Level belegt und komme damit unglaublich gut zurecht. Motiviert werde ich vor allem durch die Anzeige, wieviele Kanji von wievielen ich schon gelernt habe.

Bücher über Kanjis haben bei mir nicht wirklich funktioniert. Ich brauche etwas interaktives. Aber weiterführend und zur Information oder zum Suchen von Kanjis, sind sie unschlagbar.

Lehrbücher, die Kanjis nebenbei beibringen, sind an sich eine gute Sache, weil sie diese Schritt für Schritt einführen. Allerdings muss man sehr diszipliniert sein, regelmäßig mit den Büchern zu üben und auch laut zu lesen um alles oft genug zu wiederholen. Sonst bleibt es beim einmaligen Sehen und das Kanji verflüchtigt sich bei Wiederholung wieder. Wenn ihr einen Kurs besucht, ist es aber das Mittel der Wahl, da man es ja regelmäßig mit dem Lehrer nutzt. Mir hat es im Kurs viel genutzt, weil ich gezwungen war, die Hiragana langsam durch Kanjis zu ersetzen.

So. Jetzt wisst ihr meine Meinung dazu und was ich schon ausprobiert habe.
Ich hoffe, dass konnte euch den Einstieg vielleicht etwas erleichtern.
Am Ende ist es für jeden eine Aufgabe, das Medium zu finden, was einem am meisten beim Lernen hilft.
Viel Spaß!

EURE HACHIDORI

Japanische Grammatik *Teil 2* – höfliche Verneinung eines Satzes

Japan-kleine_Lehrstunde

Hallo liebe Leser und Japanverrückten da draußen!

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich angefangen, euch die japanische Grammatik nahe zu bringen.
Heute geht es weiter mit diesem leidigen Thema, welches in jeder Sprache den Lernenden den letzten Nerv raubt.

Beim letzten Mal wurde erklärt, wie man einen einfach Satz mit (ha; sprich: wa) und です (desu; sprich: des) bildet.

Zum Beispiel:

Müllerさんいしゃです
Müller-san ha isha desu.
Frau Müller ist Ärztin.

Heute widmen wir uns der Verneinung dieses einfachen Grundsatzes.
Die Verneinung von „は...です(ha…desu) ist „じゃありません(ha…ja arimasen; sprich: wa…dscha alimaßen).

Der obige Beispielsatz wird also folgendermaßen zur verneinten Aussage:

Müllerさんいしゃじゃありません。
Müller-san ha isha ja arimasen.
Frau Müller ist keine Ärztin.

Zu der Wendung じゃありません (ja arimasen) ist noch zu sagen, dass es die umgangssprachliche Variante dieser Wendung ist. Wenn ihr besonders höflich sein wollt, also während formellen Anlässen oder in der Schriftsprache, nutzt ihr besser ではありません (deha arimasen; sprich: dewa alimasen).

Nun seid ihr bereit eure ersten einfachen und verneinten Sätze zu bilden!
Viel Spaß und bis zur nächsten Grammatikstunde!

EURE HACHIDORI

Mehr zu japanischer Grammatik:
Teil 1 – einfache Aussagesätze mit は (ha) und です (desu)
Teil 3 – Fragen bilden mit か (ka)

 

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Japanische Grammatik *Teil 1* – einfache Aussagesätze mit は (ha) und です (desu)

Japan-kleine_Lehrstunde

Hallo liebe Leser und Japanverrückten da draußen,

ich habe mich entschlosse in meiner Kategorie „Japan – Die kleine Lehrstunde“ auch etwas auf die japanische Grammatik einzugehen, nicht zuletzt, weil mir dieses Thema selbst beim Erlernen dieser Sprache am meisten Probleme bereitet (Kanjis mal außen vorgelassen).


Heute möchte ich mit euch beim Urschleim anfangen und euch die wichtigste aller Partikel näher bringen.
– は – („ha“ sprich „wa“)

Ein Nomen, hinter dem folgt, wird zum Thema des Satzes.

わたしは Hachidori です。
watashi ha Hachidori desu.
Ich bin Hachidori.

Hier wird „watashi“ (ich) zum Thema des Satzes gemacht, weil dahintersteht.

Mit der Partikel kann man also die einfachsten Sätze bilden.
Einfache Sätze benötigen nicht nur die Partikel ,
sondern auch das Hilfsverb です („desu“ sprich „des“).

わたしは Hachidori です
watashi ha Hachidori desu.
Ich bin Hachidori.
Allgemeines zu です:
Meistens hat です die Bedeutung von „sein“ (bin).
Nomen werden in Kombination mit です zu Prädikaten.
です zeigt eine Beurteilung oder Behauptung an.
です zeigt, dass der Sprecher sich gegenüber dem Gesprächspartner höflich ausdrückt.
です wird bei Verneinung und Vergangenheit gebeugt. (später mehr dazu)

Ich hoffe, dieser leichte Einstieg hat euch erstmal gefallen.

EURE HACHIDORI

Weitere Beiträge zur japanischen Grammatik:
Teil 2 – höfliche Verneinung eines Satzes
Teil 3 – Fragen bilden mit か (ka)

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DIY – „Amigurumi“, eine Häkelwelt für sich

Hallo liebe Leser,

seit langer Zeit gibt es heute wieder einen Do-it-yourself-Beitrag!
Ich habe mich wieder im Häkeln versucht und möchte meine Erfahrungen wieder mit euch teilen! 🙂

Und zwar hat mich etwas nachhaltig für das Häkeln begeistert:
Die Amigurumis.

Was ist „Amigurumi“?
Das Wort „amigurumi“ kommt aus der japanischen Sprache und setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen. Aus dem Grundwort „amu“ für Stricken bzw. Häkeln und dem Wort für Kuscheltier („nuigurumi“), um genau zu sein. Auch das Wort „kurumu“ (einpacken oder verhüllen), soll laut verschiedenen Quellen in das Wort mit einfließen.
Daraus ergibt sich der Name „Amigurumi“, der Name für einen aus Japan stammenden Stofftierhäkeltrend.


By Thesunandtheturtle (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Wo finde ich Anleitungen für „Amigurumi“?
Generell kann man diese Anleitungen (wie alles andere auf dieser Welt) googeln. Schöne Beispiele habe ich persönlich auf Pinterest gefunden und auf einigen privaten Webseiten. Angefangen habe ich aber mit einer Zeitschrift über Amigurumis und andere Näh- oder Strickprojekte. Dort waren auch die Anleitungen sehr detailliert und ein Häkel 1×1 im hinteren Teil, was für mich als Anfänger echt toll war. Auch die Abkürzungen habe ich so etwas gefestigt.


By Artsandrules (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Sind „Amigurumi“ leicht und schnell gemacht?Jein. Es kommt natürlich darauf an, was man sich am Anfang aussucht. Generell haben die meistens Amigurumi allerdings das gleiche Grundmuster, an das man sich schnell gewöhnt. Umso kleiner das Amigurumi, umso schwieriger finde ich es persönlich. Die Schwierigkeit liegt hier allerdings nur in der Winzigkeit und die damit verbundene Friemelarbeit. Ansonsten würde ich Amigurumi als einfache Häkelarbeit einstufen, da man fast immer  einfache feste Maschen nutzt und die Maschen abnimmt. Das lernt sich allerdings schnell und es gibt auch genügend Youtube-Videos dazu.
Je nach Größe variiert natürlich auch die Zeit, die man damit zubringt. Allerdings kann man ein normales Amigurumi mit Sicherheit an einem Tag fertigstellen, wenn man einige Stunden Zeit hat und genug geübt hat. Am Anfang habe ich nach der Arbeit den Nachmittag und Abend genutzt und war in drei bis viert Tagen mit dem Projekt fertig.


By Gcasasi (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Soviel zum allgemeinen Überblick über Amigurumis.
Demnächst werde ich über einige meiner Projekte berichten und einige Anleitungen posten.

Bis bald!
EURE HACHIDORI

Japan – Die kleine Lehrstunde ~ Eins, zwei, drei … Zählen mal anders ~

Japan-kleine_Lehrstunde

Meine lieben Leser und Japanverrückten da draußen,

heute widme ich mich nach viel zu langer Zeit endlich wieder einer Eigenheit der japanischen Sprache.
Und zwar möchte ich euch heute die unglaubliche Welt der Zahlen näherbringen.

Da diese Welt fast schon ein eigenes Universum in der japanischen Sprache darstellt, möchte ich mir gar nicht anmaßen, euch da komplett etwas beizubringen. Ich möchte euch lediglich einen Einblick in dieses Phänomen geben, dass ich irgendwie toll, aber zugleich abschreckend und mysteriös finde.

Japaner haben eine außergewöhnliche Art, die Welt zu zählen. Jede Zählweise hat eine bestimmte Endung. Und welche Endung man benutzt, hängt davon ab, welche Form das zu Zählende hat, welche Größe usw.
Da es kein festes System zu geben scheint, wirkt es wie ein unmögliches Unterfangen, alle Zählweisen zu lernen, weswegen man sich am Anfang einfach auf die allgemeingültige und einfachste Form zum Zählen konzentrieren sollte.

 

Grundzahlen
Die Grundzahlen sind:
1 – ichi
2 – ni
3 – san
4 – yon
5 – go
6 – roku
7 – nana
8 – hachi
9 – kyuu
10 – juu

 

Allgemeine Zahlen zum Zählen

ein/e … – hitotsu
zwei … – futatsu
drei … – mittsu
vier … – yottsu
fünf … – itsutsu
sechs … – muttsu
sieben … – nanatsu
acht … – yattsu
neun … – kokonotsu
zehn … – tou

 

  1. Der Unterschied zwischen Stift und Apfel

Die Japaner haben sich wie gesagt ein etwas undurchsichtiges System überlegt. Ein Stift wird beispielsweise mit – hon gezählt, weil er lang ist. Zu dieser Zählweise gehören auch Blumen, Bäume, Golfschläger und so weiter. Natürlich verwundert es nicht, dass auch Filme mit –hon gezählt werden … ??? Hä? 😀
Äpfel werden dagegen mit den „allgemeinen Zählwörtern“ bzw. den universell einsetzbaren, die ich euch oben aufgeschrieben habe gezählt und enden auf –tsu.
Flache, dünne Gegenstände wie eine CD oder Papier werden mit –mai gezählt.
Na? Alles klar? 😀

  1. Menschen haben eine Extrawurst … Vögel auch.

Dass die Menschen eine eigene Zählweise bekommen haben, verstehe ich ja noch. Aber warum Vögel? 😀
Menschen zählt man mit –nin. Drei Menschen werden also „sannin“ gezählt.
Vögel haben im Gegensatz zu anderen Tieren auch eine eigene Zählform … warum auch immer.
Sie werden mit der Endung –wa gezählt, die als einzeln stehendes Wort „wa“ Flügel bedeuet.

  1. Ab Pferd bis Wal … die Größe machts.

Bei allen Tieren, außer beim Vogel eben, entscheidet die Größe über die Zählform.
Alles, was kleiner ist als ein Pferd und kein Vogel ist, wird mit –hiki bzw. –biki gezählt. Insekten gehören auch dazu.
Und alle großen Tiere werden mit –to gezählt, was bei mir die Frage aufkommen ließ, was groß ist. „Ab Pferd bis Wal“ wurde zum Leitspruch für mich. Alles, ab der Größe eines Pferdes wird also so gezählt und ist „groß“.

Die japanischen Zahlensysteme gehören wohl zu den komplexesten Themen der japanischen Sprache. Und ganz verstehen wird man es wohl nicht. Ich finde es allerdings bewundernswert und bin angespornt, irgendwann voll durchzublicken.
Für den Anfang reicht ja auch die normale Zählform. 😉

Ich hoffe ich konnte euch etwas für dieses Thema begeistern.

Findet Ihr die Zahlen auch so schwer? Was fällt euch beim Japanischlernen überhaupt nicht leicht?
Und was findet ihr an dieser Sprache schön
?

EURE HACHIDORI

Japan – Die kleine Lehrstunde ~ Die Welt der japanischen Adjektive ~

Japan-kleine_Lehrstunde

Hallo liebe Japan-Interessierten und Leser,

heute möchte ich euch wieder eine Begebenheit der japanischen Sprache näherbringen!
Die japanischen Adjektive!

Ich habe schon öfter gehört, dass diese sehr schwer zu begreifen und zu erlernen sind.
Ich denke, dass es weniger schwer ist, als es allgemeinhin verbreitet wird. Lasst euch also nicht unterkriegen!
In einem Punkt gebe ich aber zu, dass sie etwas kompliziert sind: Sie haben viele Regeln der Beugung.

Allgemein
Die japanischen Adjektive werden in na-Adjektive und i-Adjektive unterschieden.
Unterscheiden kann man sie an dem letzten Buchstaben bzw. durch die Wörterbuch-Form.

Beispiele
na-Adjektive: kirei, taihen, shizuka
i-Adjektive: omoshiroi, tanoshii, oishii

Generell kann man zum Anfang nach dem letzten Buchstaben entscheiden. Was auf kein „i“ endet, ist auf jeden Fall ein na-Adjektiv. Leider kann man nicht sagen, dass alle Adjektive, die auf ein „i“ enden, i-Adjektive wären. Das wäre wahrscheinlich zu einfach gewesen. Wie man sieht, ist beispielsweise „kirei“ (schön) eine Ausnahme. Eine weitere Ausnahme wäre „genki“ (gesund).
Weiterhin lassen sich die Adjektivformen durch das Wörterbuch unterscheiden. Die Grundform der na-Adjektive ist dort mit -na angegeben. Beispiel: kireina

 

Vergangenheit
Auch bei der Bildung der Vergangenheit gibt es Unterschiede zwischen den beiden Adjektivformen.
na-Adjektive bilden ihre Vergangenheit mit …deshita.
i-Adjektive bilden die Vergangenheit mit -katta desu.

Beispiele
na-Adjektive: kirei deshita; taihen deshita; shizuka deshita
i-Adjektive: omoshirokatta desu; tanoshikatta desu; oishikatta desu

WICHTIG: Bei den i-Adjektiven wird immer das letzte „i“ weggekürzt und an dessen Stelle tritt „-katta“. Bsp.: oishii wird zu oishikatta.

Verneinte Vergangenheit
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen wird eine Verneinung in der Vergangenheit natürlich auch unterschiedlich gebildet.
Dazu muss man allerdings wissen, wie die beiden Formen verneint werden.
Die na-Adjektive verneinen sich mit dem Wort „janai“.

Beispiele
na-Adjektive: kirei janai desu; taihen janai desu; shizuka janai desu

Die i-Adjektive verneinen sich mit „-kunai“. Dabei muss wieder darauf geachtet werden, dass das letzte „i“ des Adjektivs weggekürzt wird.

Beispiele
i-Adjektive: omoshirokunai desu; tanoshikunai desu; oishikunai desu
Die verneinte Vergangenheit bildet sich nun aus Verneinung und Vergangenheit.
Beispiele
na-Adjektive: kireijanakatta desu; taihenjanakatta desu; shizukajanakatta desu
i-Adjektive: omoshirokunakatta desu; tanoshikunakatta desu; oishikunakatta desu

WICHTIG: Hierbei wird für die Kennzeichnung der Vergangenheit bei beiden Formen „-katta“ verwendet. Achtet auch hier wieder darauf, dass das „i“ bei „janai“ und „kunai“ verschwindet.

Nun habt ihr einen ersten Überblick über die Welt der japanischen Adjektive 🙂
Auf den ersten Blick ist es etwas viel, aber es macht irgendwie auch Spaß, die verschiedenen Adjektive zu beugen.
Ich hoffe, ich konnte euch damit helfen oder euch vielleicht ein wenig für die japanische Sprache begeistern.

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Der JLPT – Japanese Language Proficiency Test

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Hallo meine lieben Leser und alle Japan-Interessierten,

vor nicht allzu langer Zeit wurde ich für den „Liebsten“-Award nominiert und hatte unter anderem bei der Beantwortung der Fragen erwähnt, dass ich anstrebe, nächstes Jahr den JLPT, den Japanese Language Proficiency Test, Level 5 zu machen.
Mich haben einige Fragen erreicht und ich dachte, vielleicht erkläre ich lieber gleich der Allgemeinheit oder eben allen, die es interessieren sollte, worum es da geht, was man dafür wissen muss und so weiter.

Allgemeines
Erstmal allgemein zum Test. Es gibt ihn schon seit geraumer Zeit, entwickelt wurde er schon 1984. Hauptsächlich ist es ein Test, der das Lese- und Hörverständnis prüft. Falls man besteht, hat man als ein Zertifikat, welches belegt, dass man die Sprache zu einem gewissen Grad verstehen kann. Das Sprechen wird in diesem Test nicht überprüft. Der JLPT ist international anerkannt.
Am Anfang hatte der Test 4 Stufen, seit 2010 ist er allerdings in 5 Stufen unterteilt. Das passierte, weil zwischen dem früheren Level 2 und 3 eine zu große Lücke klaffte. Sagen wir einfach, der Sprung, den man sprachlich von 2 auf 3 machen musste, war unverhältnismäßig und deswegen hat man sich einfallen lassen, noch eine Zwischenstufe einzufügen. Das führt noch heute einige Leute in Verwirrung, weil der frühere Stufe 4 (N4) der heutige N5 ist. Der frühere N3 ist heute N4. An Stufe 1 hat sich aber beispielsweise nichts geändert. Die Gerüchte, dass der Test für die Stufe N1 schwerer wäre, als früher, werden auch auf der offiziellen Seite des JLPT entkräftet. (https://www.jlpt.jp/e/)

Wo und wann kann man den JLPT machen?
Der JLPT wird in vielen Ländern angeboten, auch in Deutschland. Er findet jeweils am ersten Sonntag im Juli und im Dezember statt. Meist erfolgt diese Prüfung in einer Uni. In Deutschland sind Beispiele die Humboldt-Universität in Berlin und die Universität Hamburg. Dabei sollte beachtet werden, dass eine Universität meist auch nur EINEN der möglichen Termine anbietet.

Was muss man wissen?
Im Groben gesagt, werden Wortschatz, Grammatikkenntnisse, das Leseverstehen und das Hörverständnis geprüft. Für die unterschiedlichen Stufen benötigt man unterschiedliche Kenntnisse, das ist klar.
Für Level 5, in meinem Fall also, sollte man 800 Vokabeln und 120 Kanji beherrschen. Dabei wird das Beherrschen von Katakana und Hiragana als selbstverständlich vorausgesetzt. Eine Übersicht, wieviele Kanji und Vokabeln man brauch, findet sich unter anderem hier: http://de.wikipedia.org/wiki/JLPT

Wie lernt man am besten?
Es gibt unzählige Lehrwerke, Übungsaufgaben/-bücher, Vokabellisten etc.
Ich persönlich habe bisher versucht ohne viel Finanzierung zu lernen, ich denke für den N5 geht das soweit auch klar. Im Internet findet man, nicht nur auf der offiziellen Seite des JLPT, sondern auch auf vielen anderen Seiten reichlich Hörbeispiele, alte Tests, Vokabellisten und mehr. Ich habe drei verschiedene Vokabellisten zusammengefasst, damit ich auch nichts vergesse. Generell ist es hilfreich, wenn man schon die englische Sprache beherrscht, weil viele Lernmaterialien auf Englisch angeboten werden.
Ich denke, ich werde mir im Laufe dieses Jahres noch ein spezielles Lernbuch für den N5 zulegen, meine Erfahrungen kann ich euch in diesem Fall gerne mitteilen. Mein Fazit nach den ersten Wochen lernen: Es ist schaffbar und mit etwas Zeit, die man investiert, kann man über Google so einige kostenlose Lernmaterialien ergattern.

Ein paar Tipps, die mir bisher ganz gut geholfen und gefallen haben:
http://www.jlptstudy.net/
http://lingweb.eva.mpg.de/kanji/index.html?kanji=%E6%96%B0%E2%80%A6
Kanji(Lern)Sudoku – Aya Puster Verlag
http://www.jlpt.jp/e/samples/forlearners.html
http://www.tanos.co.uk/jlpt/skills/pastpapers/

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Büchertipp – Fettnäpfchenführer Japan – Die Axt im Chrysanthemenwald von Kerstin und Andreas Fels

Liebe Leser,

heute mal wieder eine Buchkritik.
Dieses Mal zu dem Buch von Kerstin und Andreas Fels „Fettnäpfchenführer Japan“

Aufbau:
Das Buch ist unterteilt in mehrere kleine Geschichten, die jeweils Situationen in Japan schildern. Hauptperson ist dabei immer ein fiktiver Charakter „Herr Hoffmann“, der einfach alles falsch macht. Anschließend an jedes Kapitel folgt eine Zusammenfassung, was schiefgelaufen ist und wie man die jeweiligen Situationen in Japan besser meistern kann, als der vom Unglück gebeutelte Herr Hoffmann.

Mein Fazit:
Es eignet sich perfekt für Leute, die gerne mal etwas zwischendurch lesen möchten, da es in mehrere kleine Geschichten unterteilt ist. Außerdem ist das Buch sehr amüsant geschrieben. Es gibt wenige Bücher, die mich wirklich zum Schmunzeln bringen. Dieses gehört dazu. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass zu vielen Sätzen Anmerkungen in Form von Fußnoten geschrieben wurden. Diese enthalten Zusatzinformationen, die teilweise wirklich sehr interessant sind.
Ich kann über dieses Buch nicht meckern, es hat mich einige Zeit sehr amüsiert und belustigt.
Somit bekommt es von mir das Prädikat „empfehlenswert“.
Und zwar für alle, die sich für Japan interessieren. Vor allem für Anfänger auf diesem Gebiet ist es interessant, doch auch der fortgeschrittene Japankenner kann hier die eine oder andere Sache finden, die er vielleicht noch nicht gehört hat.
Amüsant ist es, auch wenn man schon über gewisse Begebenheiten Bescheid weiß.

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