Rezension – „Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

und endlich habe ich es geschafft! Ich habe die Blackcoat-Rebellion-Reihe beendet! 🙂 Ich freue mich riesig, dass ich mit meinem Vorhaben vorankomme, alle Fortsetzungen auszulesen, die ich noch ungelesen im Regal stehen habe. Das sind jetzt zwar noch ein paar, aber es wird! Auf den letzten Band dieser bisher überzeugenden Dystopie war ich natürlich super gespannt. Wie er mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn
  • Autor/in: Aimée Carter
  • Übersetzer/in: Tess Martin
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: Dragonfly Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Dystopie, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den dritten und letzten Band – evtl. Spoiler zum den vorherigen Bänden vorhanden! ***

Nach den dramatischen Geschehnissen in Anderswo im zweiten Band, geht es jetzt ans Eingemachte. Kitty und die Rebellen setzen alles auf eine Karte, um die Bevölkerung über die Machenschaften des maskierten Premierministers aufzuklären. Dazu offenbart sie sich öffentlich und deckt ihre wahre Identität auf.
Zusammen mit Knox und den anderen Rebellen liefern sie sich einen wahren Medienkampf mit dem Premierminister, der vor keinerlei Maßnahmen zurückschreckt.
Als Kitty schließlich entführt wird und sich die Ereignisse zuspitzen, liegt es in ihrer Hand, das Blutvergießen zu stoppen und den Menschen die Freiheit und Unabhänhigkeit zu geben, die sie schon lange ersehnen. Doch der Premierminister hat Menschen in der Hand, die ihr etwas bedeuten – was wird ihr wichtiger sein?

SCHREIBSTIL:

Wenn eine Autorin Spannung in Reinform beherrscht, dann ist es Aimée Carter. Wieder einmal hat sie es geschafft, mich an die Seiten zu fesseln. Dabei ist die Handlung nicht ausladend, dafür aber fokussiert.
Dieser letzte Band hatte für mich ein paar kleinere Logiklücken, die ich gern beantwortet haben wöllte. Im Gesamtbild lässt sich sicherlich darüber hinwegsehen, aber gerade bei einer Dystopie kommt es auf Authentizität und auch Realismus an, wie ich finde. Mir fehlten bei technischen Geräten ein paar plausible Details und auch manche Entscheidungen der Hauptcharaktere waren alles andere als klug und passten nicht zu ihrem sonstigen Verhalten.
Deshalb erschien mit der letzte Band rein vom Stil her etwas schwächer.
Die Story jedoch hat Carter wieder astrein umgesetzt und mich wie erwartet begeistern können.
Das Ende war für meine Verhältnisse zu wenig überraschend und zu sehr Standard, als dass es mich hätte abholen können. Der große Showdown, der dem Ende voranging war jedoch meisterhaft geschrieben.

FAZIT:

Ich bin fast ein bisschen traurig, dass diese großartige Reihe vorbei ist. Andererseits bin ich froh, dass Kitty dieses Martyrium überstanden hat. Die Autorin hat ja zum Glück noch mehr Bücher, die ich noch nicht gelesen habe – da werde ich mich also draufstürzen müssen. Insgesamt war der letzte Band für mich der schwächste, aber dennoch wirklich gut und spannend umgesetzt. Er hat mich unterhalten und ich konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen. Wie gewohnt glänzt Carter mit Wendungen und Überraschungen, die der Leser nicht voraussehen kann.

Ein würdiger Abschluss, der mit kleineren Logiklücken etwas schwächer daherkommt als die Vorgänger. Kann dennoch durch die gewohnte Spannung, die unerwarteten Wendungen und die Charaktere überzeugen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das Geheimnis der Schwestern“ von Serena Valentino

Meine lieben Leser,

ich kann nun stolz verkünden, dass ich den letzten Band der Disney-Villians-Reihe gelesen habe. Endlich ist dieses Projekt abgeschlossen und ich kann mich wieder neuen zuwenden. Der letzte Band der Reihe beschäftigt sich mit den verdrehten Schwestern, die überall ihre Finger im Spiel hatten. Wie mir das Buch gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Geheimnis der Schwestern
  • Autor/in: Serena Valentino
  • Anzahl der Seiten: 288 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch, Disney

INHALT:

Der letzte Band beleuchtet nicht die Vorgeschichte eines spezifischen Disney-Bösewichts, so wie es in den anderen Bänden der Fall war. Hier wird der Fokus auf die geheimnisvollen und verdrehten drei Hexenschwestern gelegt, die in jedem Band auftauchten und scheinbar überall ihre Finger im Spiel hatten.
Wer sind diese drei Schwestern? Und warum sind sie offenbar voller Hass und abgrundtiefer Boshaftigkeit? Das wird hier versucht, zu erklären. Wirklich tief hat mich das Buch dabei nicht berührt, aber es war wirklich spannend, die Geschichte hinter den Hexen zu erfahren. Am Ende hat dann doch alles Sinn ergeben und ich konnte mich mit den Erklärungen zufriedengeben.
Ich möchte gar nicht so viel über die Handlung verraten, nur so viel: Es kommen einige bekannte Gesichter aus den vorherigen Bänden vor.

Jedem Kapitel wird eine wunderschöne Illustration vorangestellt. Am Anfang des Buchs findet sich zudem ein Stammbaum und eine Karte auf der die Disney-Königreiche verzeichnet sind.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war spannend und hatte die ganze Zeit eine düstere unterschwellige Note, welche sicherlich das Finale nochmals unterstreichen sollte. Die Märchen-Atmosphäre aus dem vorherigen Band war nicht mehr ganz so stark vorhanden und auch das bisschen Tiefgang, was beim vorletzten Band vorhanden war, ist hier leider für mich nicht gegeben gewesen. Da hätte ich mir manchmal noch mehr Infos gewünscht. So blieb es wie auch schon die anderen Bände sehr oberflächlich, jedoch eine Geschichte mit Unterhaltungswert.
Vom Stil her ist auch der letzte Band eher ein Kinderbuch als ein Buch für Erwachsene, trotzdem thematisiert es gewisse Brutalität, die ich einem Kind nicht unbedingt zumuten wöllte. Daher fällt es mir – wie bei den Vorbänden – sehr schwer, diesen Stil einzuordnen.

FAZIT:

Der letzte Band war aus meiner Sicht zwar etwas schwächer als der erste und vorletzte Band, allerdings wartet er dafür mit einer unglaublich tollen grafischen Untermalung auf.
Natürlich ist die Geschichte wie bei allen Büchern der Reihe nicht mit einem ausgeprägten Tiefgang zu verbinden, aber sie unterhält und lässt den Leser einen anderen Blick in das Disney-Universum werfen. Ein gelungener Abschluss ist dieses Buch nun für die gesamten Bände.

Ein gelungener Abschluss der Reihe, auch wenn er mich nicht vollständig abholen konnte. Endlich wurde das Geheimnis um die Hexenschwestern gelüftet. Ich hätte mir zwar mehr Tiefe gewünscht, bin mit der Umsetzung aber dennoch recht zufrieden, da ich unterhalten wurde.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasy: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück, noch einen wunderbaren Buddyread mit der lieben Gabriela von Buchperlenblog zu erleben. Das Buch „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ hatte uns beide aufgrund des Klappentextes sehr interessiert und wir waren beide gespannt, ob uns das Buch begeistern könnte. Wir waren aus einem besonderen Grund skeptisch, denn wir beide mögen nur selten Bücher im typisch japanischen Stil. Das vorliegende Buch thematisiert zwar Japan, wurde aber von einer Autorin aus Finnland geschrieben, weswegen wir hofften, dass der besagte Stil uns nicht ereilen würde. Wie mir das Buch nun gefallen hat, lest ihr wie immer im Folgenden.

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Danke, an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dinge, die das Herz höher schlagen lassen
  • Autor/in: Mia Kankimäki
  • Übersetzer/in: Stefan Moster
  • Anzahl der Seiten: 526 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (13. April 2021)
  • Genre: Biografischer Roman

INHALT:

Der Leser lernt am Anfang Mia Kankimäki, also die Autorin kennen und befindet sich zunächst in deren Heimat Finnland wieder. Sie berichtet von ihrer Leidenschaft für die Gedichte der japanischen Hofdame Sei Shōnagon, die im 10. Jahrhundert im fernen Japan lebte. Doch nicht nur ihre geschaffene Literatur, sondern auch deren Leben und Persönlichkeit faszinieren die Autorin und sie beginnt, über Sei zu recherchieren – ja noch viel mehr, denn sie gibt ihren Job auf, um ein Jahr in diese Recherchen zu stecken und selbst nach Japan zu reisen.
Sei ist immer dabei und begleitet die Autorin fast schon als imaginäre Freundin, als Seelenverwandte – und manchmal wirkt die Autorin geradezu besessen von dieser verkannten Dichterin, der viel zu häufig negative Attribute zugeschrieben werden.
Mia Kankimäki reist also nach Kyoto, um dort auf den Spuren Shōnagons zu wandeln. Das stellt sich vor Ort dann aber doch als nicht so leicht heraus, da kaum Daten über die Dichterin vorhanden sind.
Ob und welche Informationen die Autorin über Sei findet, was sie auf ihrer Reise durch Japan erlebt, wer sie auf ihrem Weg begleitet und welchen Problemen sie sich gegenüber sieht, das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt amüsant, immer öfter auch ironisch und sehr anschaulich. Der Schreibstil konnte mich ab der ersten Seite gefangen nehmen und übte einen ungeheuren Sog auf mich aus, sodass ich es nicht erwarten konnte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen und Mia auf ihrer Suche nach Sei zu begleiten.
Was für mich ganz besonders zum Tragen kam, war das Talent der Autorin, die historischen Fakten um Sei Shōnagon so zu verpacken, dass ich die Informationen förmlich aufgesaugt habe wie ein Schwamm. Ich lechzte nach jedem kleinen Hinweis und bin immer noch begeistert, wie lebendig die Autorin die Heian-Zeit, deren Eigenarten, Sitten und Charaktere darstellte. Sei wurde über die Seiten hinweg auch für mich fast zu einer Freundin und ich vermisste sie schmerzlich, wenn sie sich eine Weile nicht zu Wort meldete. Das komplette historische Wissen ist amüsant und lebensnah aufbereitet. So hätte ich mir Geschichtsunterricht gewünscht. Denn vor dem Buch hatte ich von Sei und ihrem Kopfkissenbuch sowie der Heian-Zeit keinen Schimmer. Und trotzdem schaffte die Autorin es, dass ich genau so wissbegierig wie sie selbst auf ihre Recherchen schaute.
Das Buch ist im Stil eines Tagebuchs geschrieben. Zu Beginn jedes Kapitels wird der Ort und die Jahreszeit bzw. der Monat genannt, als Rahmeninformationen für die Erlebnisse der Autorin. Ergänzt werden die Kapitel durch immer wiederkehrende Einschübe von Seis Gedichten, Listen oder Tagebucheinträgen.

FAZIT:

Das Buch begeistert durch den tagebuchartigen Stil, die passenden Auszüge aus Sei Shōnagons Kopfkissenbuch und die amüsante Aufbereitung der historischen Fakten (ein bisschen erinnerte es uns an den typischen Bridget-Jones-Humor). Bei den Beschreibungen der Erlebnisse in Japan fand ich mich selbst oft wieder zurückversetzt in meine eigene Japanreise vor einigen Jahren. Die Autorin besuchte tatsächlich viele Orte, an denen ich ebenfalls war und kommentierte auch einiges an japanischen Eigenheiten, über die ich schmunzeln musste.
Auch wenn das Buch im letzten Viertel ein bisschen an Leichtigkeit verliert und dadurch auch an Tempo sowie Sog einbüßt, kann es sich gegen Ende wieder fangen und die tolle Wirkung vom Anfang entfalten.

Eine Geschichte um zwei Freundinnen – Seelenschwestern, getrennt durch die Jahrtausende der Geschichte. Die pure Dosis Japan, amüsante Aufbereitung historischer Fakten, ein Seelenstreichler und herzerwärmend. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Historische Informationen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang – Warum wir einander endlich zuhören müssen“ von Kate Murphy

Meine lieben Leser,

als ich den Titel und das Cover von „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ gesehen habe, stand fest, dass ich es unbedingt lesen muss! Ich hoffte sehr auf eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem brandaktuellen und interessanten Thema. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Immer auf Sendung … Nie auf Empfang
  • Untertitel: Warum wir einander endlich zuhören müssen
  • Autor/in: Kate Murphy
  • Übersetzer/in: Nikolaus de Palézieux
  • Anzahl der Seiten: 350 Seiten
  • Verlag: Mosaik Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2021)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

„Die Evolution gab uns Augenlider, damit wir unsere Augen schließen können, aber sie gab uns keine entsprechende Struktur, um unsere Ohren zu verschließen. Das lässt den Rückschluss zu, dass Zuhören für unser Überleben entscheidend ist.“

– „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ von Kate Murphy, S. 55

Dieses Buch umfasst wirklich alle möglichen Themenkomplexe rund um das (aktive) Zuhören.
Zunächst wird in der Einleitung überhaupt erstmal erklärt, welcher Unterschied eigentlich zwischen dem umgangssprachlich bekannten Zuhören und dem wahren, also dem aktiven Zuhören besteht. Es wird vor allem darauf eingangen, dass in unserer hoch technologisierten Gesellschaft diese Fähigkeit so wenig im Alltag zum Tragen kommt, dass wir alle sie zwangsläufig mehr oder minder verlernen. Natürlich bringen einige Menschen bezüglich dessen eine besondere Begabung mit, aber das ist kein Ausgleich für das übergreifende Verlernen.
Danach wird das Zuhören aus neurowissenschaftlicher, biologischer, sozialer, psychologischer, politischer und gesellschaftlicher Sicht beleuchtet. Dieser stetig stattfindende Perspektivwechsel macht das Buch aus meiner Sicht so dermaßen wertvoll, weil der Leser ein umfassendes Bild des Themas gewinnt.
Das Buch zeigt uns auf, dass wir vor allem eines benötigen: Neugier.
Außerdem wird immer wieder deutlich, wie wichtig und dennoch unterschätzt unser Hörsinn doch ist. Oder wusstet ihr bereits, dass dieser neben dem Tastsinn der letzte Sinn ist, den man vor dem Tode verliert? Ich habe das Hören immer eher als selbstverständlich betrachtet, tatsächlich ist er aber überlebenswichtiger als das Sehen.
Auch der Zusammenhang von Humor und dem Zuhören wird erläutert, was ich sehr interessant fand. Ebenfalls beeindruckend war das Kapitel, welches aufzeigte, warum Klatsch für uns ganz gesund ist.
Der Wert von Stille und auch der Zeitpunkt, zu dem man mit dem Zuhören aufhören sollte, werden ebenfalls thematisiert. Das Buch ist wirklich umfassend, ich muss es erneut betonen. Es bietet eine Vielzahl an Informationen und diese sind allesamt sehr gut recherchiert.

Viele werden jetzt sagen, dass sie gute Zuhörer sind und bereits alles über dieses Thema wissen. Aber dennoch, vielleicht auch gerade deshalb kann ich das Buch empfehlen. Denn ich garantiere, dass dieser Annahme nicht so ist und zu 100% jeder Leser aus diesem Buch essentiell wichtige Botschaften für sich mitnehmen kann.

SCHREIBSTIL:

Kate Murphy unterstreicht alle ihre Kapitel mit Anekdoten, wissenschaftlichen Studien sowie Erfahrungsberichten, was die Lektüre dieses Sachbuchs niemals langweilig werden ließ.
Der Schreibstil ist für ein Sachbuch sehr zugänglich und einfach zu verstehen, da sie alle Äußerungen anschaulich gestaltet. Tatsächlich sind so viele Aussagen für mich derart eingängig gewesen, dass mein Buch mit unzähligen Markierungen gespickt ist. Natürlich kann bei einem Sachbuch nicht erwartet werden, dass es in einem Rutsch verschlungen wird, da die pure Informationsfülle gewisse Pausen benötigt. Jedoch konnte ich es praktisch gar nicht aus der Hand legen.

FAZIT:

„Nicht zuzuhören ist ein Grund zur Reue, denn nachdem die Gelegenheit einmal vorüber ist, kann man diesen Moment nie mehr neu erschaffen, und man merkt oft nicht, was man verpasst hat, bis es zu spät ist.“

– „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ von Kate Murphy, S. 271

Wie bei vielen großartigen Büchern, fehlen mir hier ein wenig die Worte, um zu beschreiben, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Meiner Meinung nach ist das wieder mal eines dieser Sachbücher, was jeder mindestens einmal im Leben gelesen haben sollte, da es wirklich viele Infos enthält, die die eigene Sicht auf das Leben und sich selbst verändern kann. Deshalb war dieses Buch ein absoluter Volltreffer für mich. Für mich war es einfach rundum gelungen und sollte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit erfahren.
Ein rundum gelungenes Werk, das jeder gelesen haben sollte. Ein wichtiges Thema, brandaktuell und viel zu wichtig, um nicht gelesen zu werden. Interessant, wegweisend und eingängig. Eine absolute Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♥
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Mit dem Herzen siehst du mehr – Buddhistische Weisheitsgeschichten und Meditationen über die Kraft des Mitgefühls“ von Aljoscha Long und Ronald Schweppe

Meine lieben Leser,

gerade in den jetzigen Zeiten sehnen wir uns nach Entspannung und auch nach einem Lichtblick. Ich habe gerade im letzten Jahr viel Kraft aus meinen Yoga-Einheiten gezogen und wollte mich nun auch eingehender mit etwas beschäftigen, was mir immer wieder auf meinem Weg begegnet ist. Die Rede ist von buddhistischen Weisheiten und Meditationen, da ich oft einen wirklich guten Zugang dazu gefunden hatte. Um mich näher damit zu beschäftigen, kam mir das Buch „Mit dem Herzen siehst du mehr“ gerade recht. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden:

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Mit dem Herzen siehst du mehr – Buddhistische Weisheitsgeschichten und Meditationen über die Kraft des Mitgefühls
  • Autor/in: Aljoscha Long / Ronald Schweppe
  • Übersetzer/in:
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Lotos Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

Dieses Buch besteht aus mehreren Elementen, die den Gesamteindruck bestimmen. Zum Einen gibt es da die „sachlichen“ Kapitel, die ein bestimmtes Thema behandeln und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Zum Anderen werden diese Kapitel ergänzt durch eine oder mehrere buddhistische Weisheitsgeschichten, zu erkennen an ihrer kursiven Schriftart. Diese Geschichten sind ebenfalls auf das Thema des jeweiligen Kapitels abgestimmt und laden zum Nachdenken ein. Dabei ist die berühmte Moral von der Geschicht‘ meist nicht das offensichtlich Sichtbare, sondern viel öfter das Unsichtbare und Lehrreiche. Weiterhin werden die Kapitel mit Anleitungen zu Meditationen aufgewertet. Ich persönlich finde schriftliche Meditationsanleitungen immer etwas schwierig, weil ich als Leser sie erst auswendig lernen müsste, um sie dann wirklich anwenden zu können. Und ich könnte mich dann beim Erinnern an die einzelnen Schritte nicht entspannen. Aus meiner persönlichen Sicht sind geführte Meditationen mit Audioanweisungen besser geeignet, vielleicht könnte das in zukünftigen Auflagen ja noch irgendwie mit einer Spotify-Playlist oder ähnlichem kombiniert werden.
Das große allumspannende Thema dieses Buches ist jedoch nicht nur einfach „buddhistische Weisheiten“, sondern die Kapitel umfassen allgemein das Thema des Mitgefühls. Dieses ist nicht zu verwechseln mit Mitleid, was etwas völlig anderes ist. Es wird deutlich gemacht, welche Wichtigkeit Mitgefühl für das Funktionieren einer Gesellschaft hat und, dass wir Mitgefühl nicht nur für andere, sondern auch für uns selbst empfinden sollten, um ein gesundes und glückliches Leben zu führen.
Im Detail beschäftigen sich die Kapitel unter anderem mit der Definition von Verbundenheit, Mitgefühl und Güte. Es wird darauf eingegangen, welche Botschaft das Mitgefühl aussendet und was das mit unserem Herzen zu tun hat. Die Kraft der Meditation wird ebenfalls theoretisch untermauert und erläutert. Der Zusammenhang zwischen Liebe, Angst und Mitgefühl spielt ebenfalls eine Rolle, sowie Mitgefühl in der Praxis. Eines der spannendsten Kapitel für mich war „Vom weisen Umgang mit Hindernissen“, weil mir eine der Übungen daraus sehr nahe ging. Auch Themen wie Einsamkeit, die Kraft des Wir und Toleranz werden angesprochen. Abschließend beleuchtet das Buch außerdem, wie Großzügigkeit mit Mitgefühl und Glückseligkeit zusammenhängt.
Besonders interessant war es, dass die Autoren viele der Inhalte mit Fakten aus Studien untermauerten.
Ich kann mir vorstellen, dass das Buch für Fortgeschrittene auf diesem Gebiet etwas zu oberflächlich in den Informationen sein könnte.

SCHREIBSTIL:

Die Autoren haben es geschafft, komplizierte und oft nicht greifbare Sachverhalte sehr zugänglich und oft amüsant zu schildern, was das Buch sehr unterhaltsam machte.
Die Weisheitsgeschichten werden vielleicht aus Überlieferungen des Buddhismus stammen und auch, wenn hier den Autoren die schriftstellerische Leistungen nicht zugerechnet werden kann, muss der Leser dennoch würdigen, wie passend und herausragend die Auswahl und Zusammenstellung dieser Weisheiten im vorliegenden Werk erfolgte.
Die Anleitungen zu den Meditationen und Übungen sind ausführlich und gut beschrieben, sodass sie gut ausführbar sind, sollte die eigenständige Meditation dem Leser liegen.

FAZIT:

Dieses Buch bietet neben Informationen vor allem eines: Gefühl. Die enthaltenen Weisheiten wirken auf einer philosophischen Ebene und funktionieren nicht, wenn der Leser reines Wissen sucht. Es muss ich darauf eingelassen und manchmal auch länger darüber nachgedacht werden, damit das Buch seine Aussage entfalten kann. Die Meditationen waren für mich allein schwer durchführbar, aber es gab auch viele Übungen, die ich ausprobieren konnte. Diese konnten mich oft direkt abholen und haben mir sehr gut getan. Ich hoffe, dass ich einige Erkenntnisse aus diesem Buch mit in den Alltag nehmen kann.

Ein inspirierendes und informatives Buch, welches vor allem für Einsteiger in das Thema zu empfehlen ist. Die Kombination aus sachlichen Kapiteln, buddhistischen Weisheitsgeschichten und Anleitungen für Meditationen macht daraus eine runde Sache. Wer Entspannung und Ruhe sucht, wird sie in diesem Buch finden.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♡♡
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Im Zeichen der Mohnblume“ von R. F. Kuang

Meine lieben Leser,

seitdem das Buch „Im Zeichen der Mohnblume“ angekündigt wurde, stand es auf meiner Wunschliste. Ich habe es dann auch direkt zum Erscheinen erworben, allerdings musste es auf dem SuB ausharren, weil andere Leseprojekte Vorrang hatten. Deshalb wurde es in das Frühjahrsputzbingo mit aufgenommen und nahm dort die Rolle des großen Finales ein. Meine Erwartungen waren recht groß, auch weil ich schon einige sehr positive Meinungen gelesen hatte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin
  • Autor/in: R. F. Kuang
  • Übersetzer/in: Michaela Link
  • Anzahl der Seiten: 669 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2020)
  • Genre: Fantasy, historische Neuinterpretation

INHALT:

Rin wohnt bei ihrer Tante und ihrem Onkel und muss sich als Drogenkurier für Opium verdingen. Die Familie lebt in Armut und ist Rin gegenüber nicht gerade gnädig. Die einzige Vertrauensperson ist Lehrer Feyrik im Dorf. Von ihm hat sie viel gelernt und zu ihm geht sie auch, als sie ihr Herz ausschütten muss. Ihre Tante möchte sie verheiraten. Ihre einzige Chance, dem zu entgehen, besteht darin, an einer Akademie des Landes aufgenommen zu werden. Doch die Aufnahmeprüfungen sind hart und Rin möchte unbedingt in Sinegard an der Militärakademie angenommen werden.

Das Buch unterteilt sich in drei Teile. Im ersten Teil verfolgen wir Rin als unschuldiges Kind und Waisenmädchen, die der Vermählung entgehen will und alles dafür tut, in Sinegard angenommen zu werden. Außerdem wird ihre Zeit an der Akademie geschildert. Vor allem das Fach der mysteriösen Kultlehre nimmt eine besondere Stellung ein. Wie behauptet sich Rin in ihrer Klasse? Und auf welches Fach wird sie sich am Ende spezialisieren? Das dürft ihr gern selbst lesen.
Im zweiten und dritten Teil geht es vor allem um die erwachsen gewordene Rin in den Wirren des Krieges. Die strategische Kriegsführung, Politik und die Schrecken des Krieges werden hier sehr detailliert geschildert.
All das wird eingebettet in eine immer fantastischer werdende Handlung, denn Rins Fähigkeiten gehen weit über das menschenmögliche heraus und der Leser verfolgt mit Spannung ihren Kontakt zu den Göttern dieser Welt.

SCHREIBSTIL:

„Es ist einfach, mutig zu sein, aber schwerer zu wissen, wann man nicht kämpfen sollte.“

Jiang in „Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin“, S. 579

Ich habe lange überlegt, wie ich den Schreibstil beschreiben könnte. Allem voran fiel mir das Wort „spannend“ ein. Die Autorin schaffte es, dass trotz ruhigerer Episoden und vielen militärischen und politischen Themen nie Langeweile für mich aufkam. Ich war so sehr an die Seiten gefesselt, dass ich es nie erwarten konnte, das Buch wieder zur Hand zu nehmen.
Gerade im ersten Teil hält sich die Brutalität noch ein Grenzen und ich habe mich richtig wohl gefühlt in dem Akademie-Setting und es war für mich so ein richtiges Wohlfühlbuch.
Spätestens in den folgenden Teilen des Buches verfliegt zwar aufgrund der Kriegsschauplätze dieses Gefühl, aber es wird umso spannender, düsterer und vor allem zwischen den Zeilen kritischer. Denn die Autorin hat mit ihrer Geschichte die asiatische Historie neu interpretiert. Gerade die Territorien der Föderation und des Kaiserreiches Nikan erinnern an China und Japan. Ebenso sieht der informierte Leser zwischen den Kriegsschauplätzen und -verbrechen extreme Parallelen zu historischen Schrecken wie bspw. in Nanking.
An dieser Stelle kann ich nur betonen, dass das Buch gerade ab Teil II nichts mehr für schwache Gemüter ist. Die Brutalität des Krieges wird hier völlig ungeschönt dargestellt und macht auch vor Babys oder Kindern nicht halt. Wer diese sehr detaillierten Gewaltbeschreibungen nicht abkann, der sollte das Buch vielleicht lieber nicht zur Hand nehmen. Ich fand selbst, dass es oft hart an der Grenze des Ertragbaren war und musste beim Lesen dieser Zeilen pausieren – allerdings muss uns klar sein, dass diese Schilderungen leider nicht so weit von der Realität entfernt sind, wie wir das gerne möchten. Die Realität ist oftmals sogar schlimmer gewesen. Und so schafft Kuang es, dass der Leser förmlich angewidert von den Gräueltaten des Krieges ist. Das macht dieses Werk tatsächlich sehr wichtig, denn wie gesagt wird zwischen den Zeilen Kritik geübt, die mich zum Nachdenken brachte.

Eine weitere Besonderheit waren für mich die Charaktere, denn diese sind alles andere als die typischen strahlenden Helden. Weder gelingt ihnen sofort alles beim ersten Versuch, wie wir das oft in ähnlichen Geschichten lesen, noch sind sie moralisch korrekte Personen. Sehr deutlich wird beschrieben, wie der beste Charakter vom Krieg und von Drogen verdorben wird. Auch das Streben nach Macht vergiftet nicht nur die vermeintlich bösen Charaktere, sondern auch liebgewonnene Figuren. Als Leser habe ich zu den Hauptfiguren eine Beziehung aufgebaut, nur um dann oftmals mit deren Entscheidungen zu hadern und meine Sympathie für sie zu hinterfragen. Denn auch, wenn man bspw. das Verlangen nach Rache nachvollziehen konnte, war das Genießen des Leides anderer eine fast nicht auszuhaltende Haltung der Personen, die ich nicht mit mir vereinbaren konnte.
Die Autorin hat hier meisterhaft gezeigt, dass kein Mensch völlig tadellos und frei von solchen Neigungen ist – schon gar nicht in einer absoluten Ausnahmesituation wie dem Krieg. Wir können in unserer Position von oben herab behaupten, dass wir anders handeln würden – Tatsache ist aber, dass der Kampf ums Überleben viele Gemüter komplett verändert und den Einblick in diese fragile Psyche hat die Autorin meiner Meinung nach super umgesetzt.
Das Worldbuilding rundet dieses ganze ernste Thema ab. Es ist unglaublich detailliert und durchdacht und ich hatte nach dem Lesen nicht einmal das Gefühl, dass wirklich viele Fragen offen geblieben wären. Vielmehr war alles in diesem Buch – angefangen von der Welt bis hin zu den Charakteren unfassbar authentisch.

Last but not least hat mir die Entwicklung von Rin sehr gut gefallen. Wir begegnen ihr anfangs als kleines Mädchen und über das Buch hinweg hat sie viel auszustehen und viele Herausforderungen zu bewältigen, bis sie schließlich zu einer Frau heranwächst, die ganz sicher nicht frei von Fehlern und falschen Entscheidungen ist.

FAZIT:

Ich hatte aufgrund des recht beschaulichen Anfangs der Geschichte etwas anderes erwartet und war dann total begeistert von der Richtung, in die sich alles entwickelt hat. Die Fantasy-Elemente spielen hier keine vorrangige Rolle, sondern fügen sich in die komplexe und militärisch-politische Handlung ein. Die Charaktere sind zahlreich, aber niemals farblos – und vor allem alles andere als perfekte Helden. Das macht sie so authentisch und lebensecht. Das Ende der Geschichte hat mich nochmal komplett umgehauen und auch, wenn ich aufgrund der düsteren Stimmung und der Brutalität jetzt erstmal etwas anderes lesen muss, kann ich den zweiten Band kaum erwarten.
Eine Geschichte um ein Waisenmädchen, das zu einer großen Soldatin wird. Sehr brutal, sehr mitlitärisch und politisch, aber auch sehr spannend. Besonders hervorzuheben sind die authentischen und unperfekten Protagonisten sowie die sehr wichtige Kritik zwischen den Zeilen. Eine gelungene Neuinterpretation der asiatischen Geschichte und ihrer Schrecken. Ein absolutes Jahreshighlight für mich!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Fantasy: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ von Maria Regina Kaiser

Meine lieben Leser,

ich habe mein erstes Buch im historischen November mit Buchperlenblog beendet. 🙂 Mehr über unsere Aktion erkläre ich weiter unten. Das Buch „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ wollte ich unbedingt lesen! Schon seit meinem Beitrag über Lagerlöf als bedeutende Frau der Weltgeschichte bin ich fasziniert von ihr. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diese Romanbiografie. Wie sie mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen
  • Autor/in: Maria Regina Kaiser
  • Übersetzer/in: –
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Südverlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Romanbiografie

INHALT:

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die die Kindheit, das Erwachsenwerden und die Karriere Selma Lagerlöfs beleuchten. Es wird auch ihre Liebe zu Frauen in den Mittelpunkt gerückt.
Selma Lagerlöf ist vielen wahrscheinlich ein Begriff als Autorin von „Nils Holgersson“. Viel weniger Personen wissen allerdings, dass sie für die Verhältnisse der damaligen Zeit (Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts) sehr modern lebte.
Sie hatte zwei Partnerinnen, mit denen sich eine Dreiecksbeziehung entwickelte, die von Eifersucht geprägt war. In Schweden wurde „Freundschaft unter Frauen“ soweit geduldet, dass diese auch zusammenwohnen konnten. Alles darüber hinaus wurde mit dem Gefängnis bestraft. Deshalb verbrannte Lagerlöf viele Briefe und schwärzte brisante Stellen. Das machte die Recherche für die Autorin des vorliegenden Buches natürlich schwieriger.
Lagerlöf heiratete nie und hatte keine eigenen Kinder. Ihr einziges Kind war ihr Adoptivsohn Nils Holgersson, um dessen Adoption sie aufgrund seines Namens gebeten wurde. So richtig Mutter wurde sie für ihn nicht, sie kam lediglich für seinen Unterhalt auf.
Besonders engagierte sich Selma Lagerlöf in Frauenfragen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass in Europa das Frauenwahlrecht ein Thema wurde.
Ungewöhnlich war auch, dass sie als Frau zur damaligen Zeit als Schriftstellerin ihr eigenes Brot verdiente. Später kaufte sie den Hof, auf dem sie aufgewachsen war und wurde dessen Gutsbesitzerin.

Zuviel möchte ich aber nicht verraten, falls ihr das Buch noch selbst lesen möchtet.

SCHREIBSTIL:

An diesem Buch hat mir besonders gefallen, dass Maria Regina Kaiser es schafft, Selma Lagerlöf total lebendig werden zu lassen. Ich habe mich wirklich gefühlt, als würde ich mit ihr gemeinsam durchleben, was sie erfährt. Zudem wurde die Sprache dem Ton der damaligen Zeit angepasst, was für mich ein absolutes Muss in Büchern mit historischem Bezug ist. Nichts ist schlimmer, als wenn die Leute im 19. Jahrhundert so sprechen wie heutzutage.
Ein bisschen ausschweifender hätte die Autorin hier und da gern noch werden können, da gerade Selmas Kindheit sehr reduziert behandelt wurde.
Kaiser lässt zwischen den Zeilen eine leichte Poesie mitschwingen, denn oftmals sind die tieferen Botschaften in Symboliken und Tagträumen von Selma versteckt.

FAZIT:

Zeitweise wäre ich gern noch tiefer in das Leben Lagerlöfs eingetaucht und hätte über so einige Thematiken noch mehr Details erfahren wollen. Durch das zugrundeliegende Material war dieser Romanbiografie aber eine natürliche Grenze gesetzt. Das Buch konnte mich dennoch beeindrucken und begeistern. Es hat mich darin bestätigt, was für eine außergewöhnliche Persönlichkeit Selma Lagerlöf gewesen sein muss.
Ein Buch, das einen Eindruck über die Person Selma Lagerlöf und den damaligen Zeitgeist in Schweden vermittelt. Die Faszination der ersten Literaturnobelpreisträgerin wird bestätigt und lässt einen noch neugieriger zurück. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


Informationen zur Person: ♥♥♥♥♡
Informationen zu Motiven: ♥♥♥♥♡
Darstellung Kontexte: ♥♥♥♡♡
Persönlichkeit: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Über unsere Aktion „Historischer November“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht“ von Sarah J. Maas

Meine lieben Leser,

und schon wieder durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks ein Buch schmökern! Dieses Jahr habe ich einfach unverschämtes Glück. Das diesmalige Objekt der Begierde war „Crescent City“ von Sarah J. Maas. Ich hatte vorher noch nie ein Buch dieser Autorin gelesen, aber alleine die Aufmachung des Buches mit wunderschönem Buchschnitt, über 900 Seiten und traumhaften Cover sowie Illustrationen innenliegend, haben mein bibliophiles Herz erfreut. Ob mich der Inhalt ebenso überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht
  • Autor/in: Sarah J. Maas
  • Übersetzer/in: Franka Fritz, Heinrich Koop
  • Anzahl der Seiten: 925 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Vorab möchte ich euch den guten Rat geben: Solltet ihr das Buch lesen wollen, dann spart euch die Lektüre der Klappentexte, sowohl außen als auch innen. Denn diese beiden Texte spoilern die ersten 200 Seiten des Buches, was die Lektüre für mich sehr beeinträchtigt hat.

Ich versuche euch also im Folgenden die wichtigsten Charaktere und Rahmenpunkte der Handlung darzustellen, ohne euch zu spoilern:

In „Crescent City“ lernt der Leser die Protagonistin Bryce kennen. Ein hemmungsloses Party-Girl, welches sämtliche Klischees bedient. Auf High Heels und in viel zu kurzen Kleidern stöckelt sie durch Crescent City und ist dabei keine Kostverächterin. Sie trinkt viel, nimmt Drogen und hüpft mit jedem ins Bett, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Dass sie selbst sich so oft darüber wundert, dass viele Menschen sie für ein leichtes Mädchen halten, hat mich doch sehr erstaunt. Provoziert sie dieses Bild doch jeden Tag aufs Neue von sich aus.
Mit ihrer Freundin Danika, die einst die Führung der Wölfe übernehmen wird, bildet sie ein skandalöses Gespann.
Als Crescent City von einem Mord überschattet wird, beginnt für Bryce eine schwere Zeit und sie wird alles daran setzen, diesen Mord aufzuklären. Unterstützung erhält sie unter anderem von ihrem Halbbruder Rhune, ihrem beauftragten Beschützer und Engel Hunt, der Feuerkoboldin Lehaba und weiteren Charakteren.
Wer hinter den Morden steckt, welche Vergangenheit Bryce in sich trägt und in welchem spannungsgeladenen Ende die Geschichte mündet, dürft ihr gern selbst lesen.

Nun zu meiner Meinung – die Handlung und auch die Idee klangen spannend und hatten wirklich viel Potential. Leider war durch den Spoiler der ersten 200 Seiten durch den Klappentext bereits viel Länge im Vorfeld erzeugt worden. Gerade am Anfang verliert sich die Geschichte in vielen unwichtigen Details, die später nicht mehr relevant sind. Bryce Ausschweifungen werden mir für ein Jugendbuch dabei einen Tick zu genau beschrieben.
Die unsinnigen und nicht relevanten Dialoge ziehen sich leider durch das gesamte Buch. Dadurch wird die Handlung fad und langatmig. Ich bin mir auch sicher, wenn diese ganzen Dialoge und Informationen auf die wirklich relevanten gekürzt werden würden, hätte das Buch locker 300-400 Seiten weniger. Die Haupthandlung selbst jedenfalls gibt keine über 900 Seiten her. Durch einen größeren Fokus auf den roten Faden hätte mehr Tempo erzeugt werden können – so plätscherte die Geschichte meist so vor sich hin und es wurde schnell langweilig.

Zudem war für mein Dafürhalten kaum Fantasy vorhanden. Mit Ausnahme der Charaktere selbst und kleinerer Elemente ist „Crescent City“ kein Fantasy-Buch. Für mich ist es eher zu bezeichnen als erotischer Krimi mit (lediglich) Fantasy-Elementen. Einige der wenigen Fantasy-Anteile erinnerten mich außerdem an bereits vor Jahren veröffentlichte, namhafte Werke, sodass es jetzt auch nichts Weltbewegendes oder Neues war. Besonders gestört haben mich die modernen elektrischen Geräte wie Handys, Tablets oder Computer. Bryce lebt mit Ausnahme der wenigen Fantasy-Andeutungen in einer modernen Welt, die unserer gleicht und das wird auch zu jeder sich bietenden Gelegenheit in die Geschichte eingebaut.

Wer beim Lesen des vorherigen Absatzes gestockt hat – das Buch hat eine nicht zu übersehende erotische Komponente. Hier habe ich sehr großen Redebedarf. Denn die Umsetzung ist aus meiner Sicht so dermaßen plump und übertrieben, dass ich mehr als einmal beim Lesen die Augen verdrehte. Praktisch jede Person in Crescent City ist – pardon – dauergeil. Mir fällt einfach keine andere Umschreibung ein. Jeder schaut jedem begierig hinterher und natürlich – wie könnte es anders sein – stehen ausnahmslos alle Männer in dieser Geschichte auf die Protagonistin Bryce. Selbst vermeintlich mächtige Gegenspieler bitten sie da zwischendrin um ein Date. Für mich war diese Art der sexuellen Anziehung zwischen einfach allem und jedem so wenig authentisch und die Dialoge so platt, dass ich einfach nur noch genervt war. Dabei gibt es nur eine tatsächliche Sex-Szene im ganzen Buch. Diese ist zwar ebenfalls mit devoten und Macho-Klischees ausgekleidet, aber dennoch frage ich mich, wie ein Buch mit nur einem Akt so viel unnötige, platte und ausschweifende Dialoge zu diesem Thema beinhalten kann. Für mich war das nicht nur ein Zuviel, sondern übertrieben und leider auch keine geschmackvolle Erotik. Vor allem, dass ernste und wichtige Situationen durch diese Einschübe oft nicht mehr ernst genommen werden können, hat mich gestört. Außerdem verliert die Liebesgeschichte an Glaubhaftigkeit, weil praktisch das komplette Buch ausschließlich eine sexuelle Anziehung besteht und dann von einem Moment auf den anderen in die klischeehafteste aller Romantik wechselt.

Was mir besonders sauer aufgestoßen ist, sind zwar wenige, dafür aber einprägsame Momente, in denen äußerliche Merkmale als Grund für Diskriminierungen genutzt wurden. Bryce selbst ist eine schlanke Frau mit üppigen Kurven und lässt es sich nicht nehmen, sich abwertend über die flachen Brüste und den flachen Po ihrer besten Freundin zu äußern – vermeintlich im Spaß. Für mich ist sowas nichtmal im Spaß erlaubt und deshalb mehr als unter der Gürtellinie. Was für eine Botschaft dabei an junge Leser gesendet wird, deren Körper sich gerade verändert und niemals mit vermeintlich perfekten Maßen daherkommt, brauche ich denke ich nicht weiter erläutern.

SCHREIBSTIL:

Der Ton der Charaktere untereinander ist rau. Beschimpfungen bzw. Beleidigungen werden faktisch im Spaß zueinander gesagt, denn die besten Freundinnen bezeichnen sich gegenseitig als „Arschgeige“ oder „Bitch“. Auch Äußerungen wie „Fi** dich“ sind an der Tagesordnung. Wer diese raue Sprache nicht gern liest, sollte einen Bogen um das Buch machen. Es soll vermeintlich cool wirken, hat für mich aber eher einen niveaulosen Eindruck gemacht. Auch die Wörter „Schwanz“, „Titten“ und „vögeln“ werden dermaßen inflationär gebraucht, dass ich mich manchmal fragte, ob es eigentlich noch ein anderes Thema in diesem Buch gibt. Auch die Schilderungen, ob jemand ein Typ ist, der einen von hinten nimmt, Gespräche über Vibratoren und sexuelle Fantasien im Zusammenhang mit dem Lutschen anderer Zehen (bäh!) sind Dinge, die ich dazuzähle und die ich weder in einem Fantasy-Roman, noch in einem Jugendbuch lesen möchte.
Der Schreibstil von Maas ist ansonsten sehr schlicht, aber leider auch sehr nichtssagend und verliert sich viel zu oft in Details. Leider schreibt sie genau das Gegenteil vom viel gelobten „Show, don´t tell“, was das Buch recht schwerfällig macht.

FAZIT:

Wie ihr schon gemerkt haben solltet, konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Charaktere lassen durch ihre aufgesetzte „taffe“ Art wenig Spielraum für Tiefgründigkeit und sollte diese doch mal vorhanden sein, wird diese durch die vermeintlich coolen, sexuellen Anmerkungen ins Lächerliche gezogen. Die Grundidee und die Charaktere hatten viel Potential, welches nicht genutzt wurde. Das Worldbuilding war komplex, aber leider zu strukturlos. Und letztlich muss ich ganz klar sagen, dass es mich aufgrund der vielen Beschimpfungen, der ausgeprägten Brutalität und doch sehr harten und sexuellen Inhalte doch recht sprachlos zurücklässt, dass dieses Buch in Buchhandlungen bisher immer in der Jugendbuch-Ecke zu finden war. Für mein Dafürhalten ist das Buch nicht ab 14 Jahren geeignet, maximal ab 16 Jahren – denn es ist viel zu vulgär und teilweise niveaulos. In diesem Alter können diese Inhalte nicht angemessen eingeordnet werden.
Kein Fantasy – sondern vielmehr ein übertrieben erotischer Krimi mit lediglich Fantasy-Elementen. Viele Längen, unsympathische Charaktere und viele nicht relevante Dialoge machen dieses Buch eher schwerfällig. Außen hui, innen pfui. Für mich leider ein Flop des Jahres 2020.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


Bewertungskategorien:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasie: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon

Meine lieben Leser,

wer kennt sie nicht, die Filme über den Krieg der Sterne? Tatsächlich haben ja viele eine Abneigung gegen Science-Fiction, was ich auch lange von mir dachte. Doch irgendwann habe ich entdeckt, dass es sich gar nicht so sehr von Fantasy unterscheidet – zumindest nicht in den Grundfesten. Außerdem fasziniert mich der Weltraum seit meiner Kindheit und vielleicht auch deswegen habe ich die Star-Wars-Filme immer gern gemocht. Da die Filme aber nur einen geringen Teil des Star-Wars-Universums abdecken und mein Freund da viel besser durchsieht als ich, habe ich mir vorgenommen, da tiefer einzusteigen. Und wie ihr wisst, mache ich keine halben Sachen. 😉 Der Roman „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon ist chronologisch gesehen der erste Band der Star-Wars-Romane. Eine vollständige Übersicht mit interessanten Zusatz-Infos findet man auf westhoefer-online.de. Wie ihr dort sehen könnt, kommen alle Star-Wars-Romane auf eine stattliche Anzahl von 231 Büchern. Comics sind da ja noch nicht mitgerechnet. Ihr seht, es gibt im Star-Wars-Universum deutlich mehr zu erzählen, als die bekannten Filme uns weismachen wollen.
Mit diesem Roman startet also mein bisher größtes Leseprojekt. Ich möchte nach und nach all diese Romane lesen – was für viele verrückt und für andere ambitioniert klingt. Mir ist klar, dass ich nicht übermorgen dieses Projekt beenden werde, sondern dass es mich wahrscheinlich Jahre begleiten wird, aber ich habe einfach richtig Lust darauf.

Wer jetzt Angst bekommt – ich lese natürlich trotzdem weiterhin alle anderen Genres und bleibe bei meinem gemischten Büchergeschmack – es wird sich also nicht primär um Star Wars drehen auf meinem Blog. 😉

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts
  • Autor/in: Tim Lebbon
  • Übersetzer/in: Andreas Kasprzak
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2014)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

Lanoree ist eine Jedaii-Rangerin, die auf ihren Missionen quer durch das Universum reist. Als sie zu den Jedaii-Meistern gerufen wird, erwartet sie jedoch eine außergewöhnliche Aufgabe.
Die Welten und allen voran Lanorees Heimat Tython scheint bedroht – durch einen neuen Widersacher, der versucht, die alten Technologien der Gree zu aktivieren. Jedoch bergen diese die Gefahr, dass der Planet zerstört werden könnte, allen voran die Aktivierung des sogenannten Hypertors. Lanoree soll den Drahtzieher aufhalten, doch da erfährt sie, dass es sich dabei um ihren Bruder handelt. Eine Jagd quer durch den Weltraum beginnt.

Die Handlung spielt sehr lange Zeit vor den bekannten Star-Wars-Filmen und es ist alles noch sehr viel natürlicher. Tython wird als ein Planet dargestellt, der voll ist von der Macht und der Natur. Es wird auf das Jedaii-Rekrutierungsverfahren der Bewohner von Tython eingegangen und mich hat auch fasziniert, dass die Jedaii damals noch keine Laserschwerter führten, sondern ganz normale Schwerter, in die sie ihre Macht leiten konnten. Es wurden auch viele interessante Themen angeschnitten wie vorherige Kriege oder Rebellionen oder auch das Volk der Gree und deren Technologien sowie andere geheimnisumwobene Schilderungen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war anfangs recht trocken und ich hatte so meine liebe Mühe, damit warm zu werden. Mitte des Buches wurde die Spannung erhöht, sodass ich ab da richtig Gefallen am Buch fand. Ob der Schreibstil im Original ähnlich ist, kann ich nicht sagen, aber ich kann mir hier nur denken, dass es am Übersetzer liegt. Da ich bereits das nächste Buch von demselben Übersetzer lese, kann ich da zumindest eine Parallele entdecken. Wie gesagt hat dieser sich im ersten Band deutlich ab der Hälfte gesteigert, aber ich hoffe ehrlich gesagt auch darauf, dass die Star-Wars-Bände von anderen Autoren bzw. Übersetzern mich dann doch noch etwas mehr packen können.

FAZIT:

„Mit sich im Einklang sein ist leicht. Doch aus dem Gleichgewicht zu geraten und die Balance wiederzufinden bedeutet, dass man stärker sein muss als die meisten anderen … „

Dam Powl in „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon, S. 395

Die Geschichte um Lanoree habe ich supergern verfolgt und gerade einige Charaktere haben die Geschichte deutlich aufgewertet – allen vorander Schurke Tre Sana, der für mich die absolut beste Figur in der gesamten Geschichte war. Ich fand auch die Ansätze sehr interessant, hätte aber zu gern noch mehr Tiefe erfahren. Viele Themen wie das Volk der Gree oder Visionen von Lanoree blieben unkommentiert, sodass bei mir megaviele Fragen offen sind. Ich fand, da wurde leider oft viel zu viel angeschnitten und der Leser heiß gemacht und am Ende weiß man nichts damit anzufangen. Da es ja praktisch unmöglich ist, alle Comics und Romane zu lesen, hätte ich mir da schon mehr Vollständigkeit gewünscht.
Ein Star-Wars-Roman mit tollen Charakteren, Weltraum-Flair und einer spannenden Grundidee, deren Potenzial leider nicht an allen Stellen ausgeschöpft wurde. Einige Längen und viele offene Fragen am Ende lassen den Roman nur durchschnittlich für mich zurück. Trotzdem eine gute Lektüre für Zwischendurch, die mich gespannt auf die Folgebände schauen lässt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Eisige Wellen“ von Leigh Bardugo

Meine lieben Leser,

endlich (!) habe ich es geschafft, den zweiten Band der Grisha-Trilogie zu beenden. Ich habe dieses Buch mehrere Monate mit mir herumgeschleppt. Meistens hatten andere Projekte Vorrang und so zog sich die Lektüre leider etwas hin. Wie mir der Nachfolger vom klasse Auftakt „Goldene Flammen“ gefallen hat, das lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Eisige Wellen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 448 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Schuber (2019)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Zweiter Band einer Reihe – evtl. Spoiler zu erstem Band ***

Nach dem Ende des ersten Bandes, in dem Alina und Mal gegen den Dunklen gekämpft haben, sind die beiden auf der Flucht. Der Dunkle spürt sie auf und nimmt sie gefangen. Der Freibeuter Sturmhond ist Alinas einzige Hoffnung auf Rettung und so wendet sie sich in ihrer Notlage an ihn.
Bald schon sieht sie sich nicht nur der sagenumwobenen Meeresgeißel gegenüber, sondern findet heraus, wer Sturmhond wirklich ist. Währenddessen entwickelt der Asket einen Sonnenkult um Alina, dem sie zu entrinnen versucht. Schließlich findet sie sich wieder zwischen politischen Entscheidungen, Visionen des Dunklen und einer Entfremdung zu Mal – und muss sich entscheiden, wer sie wirklich ist.
Im Showdown gegen den Dunklen riskiert sie alles – und verliert viel.
Wie es Alina schlussendlich ergeht und welche Überraschungen und alte Bekannte auf sie warten, dürft ihr jedoch gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war wie im ersten Band gewohnt leicht und schnell zu lesen. Leider konzentrierte sich Bardugo sehr auf das Freibeuterleben und die politischen Zusammenhänge sowie das Pläneschmieden mit den Armeen, was mich sehr gelangweilt hat. Zwischendurch war mein Lesefluss so gestört, dass ich wirklich überlegt habe, das Buch abzubrechen. Ich hatte mich durch die Mitte des Buches wirklich sehr durchgequält.
Auf den letzten 100 Seiten macht die Autorin auf einmal einen Wandel in ihrem Schreibstil durch und reißt das Ruder herum. Es kommt endlich Spannung auf und davon nicht zu knapp, weswegen ich froh bin, dass ich durchgehalten habe. Das letzte Viertel war fesselnd und so, wie ich es nach dem ersten Band erwartet hatte. Da jedoch der Rest des Buches so schwerfällig war und viel zu viele Längen hatte, hat mich der Schreibstil dieses Mal nicht so wirklich überzeugen können.

FAZIT:

Der Nachfolger war leider deutlich schwächer als der Auftakt. Die vielen Längen, die Langeweile beim Lesen und der Fokus auf für mich unwichtigen Details hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Somit wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt und ich habe mich durch das Buch hindurchgeschleppt. Natürlich ist der Schreibstil an sich gut zu lesen, aber manchmal reicht das einfach nicht, wenn der Spannungsbogen so gering ausfällt.
Ein schwacher Nachfolger für den großartigen Auftakt, der mich leider enttäuscht zurückließ. Erst im letzten Viertel kommt deutlich Spannung auf, andernfalls hätte ich den letzten Band wohl nicht mehr angerührt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI