Rezension – „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ von Maria Regina Kaiser

Meine lieben Leser,

ich habe mein erstes Buch im historischen November mit Buchperlenblog beendet. 🙂 Mehr über unsere Aktion erkläre ich weiter unten. Das Buch „Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen“ wollte ich unbedingt lesen! Schon seit meinem Beitrag über Lagerlöf als bedeutende Frau der Weltgeschichte bin ich fasziniert von ihr. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diese Romanbiografie. Wie sie mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Selma Lagerlöf – Die Liebe und der Traum vom Fliegen
  • Autor/in: Maria Regina Kaiser
  • Übersetzer/in: –
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Südverlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Romanbiografie

INHALT:

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die die Kindheit, das Erwachsenwerden und die Karriere Selma Lagerlöfs beleuchten. Es wird auch ihre Liebe zu Frauen in den Mittelpunkt gerückt.
Selma Lagerlöf ist vielen wahrscheinlich ein Begriff als Autorin von „Nils Holgersson“. Viel weniger Personen wissen allerdings, dass sie für die Verhältnisse der damaligen Zeit (Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts) sehr modern lebte.
Sie hatte zwei Partnerinnen, mit denen sich eine Dreiecksbeziehung entwickelte, die von Eifersucht geprägt war. In Schweden wurde „Freundschaft unter Frauen“ soweit geduldet, dass diese auch zusammenwohnen konnten. Alles darüber hinaus wurde mit dem Gefängnis bestraft. Deshalb verbrannte Lagerlöf viele Briefe und schwärzte brisante Stellen. Das machte die Recherche für die Autorin des vorliegenden Buches natürlich schwieriger.
Lagerlöf heiratete nie und hatte keine eigenen Kinder. Ihr einziges Kind war ihr Adoptivsohn Nils Holgersson, um dessen Adoption sie aufgrund seines Namens gebeten wurde. So richtig Mutter wurde sie für ihn nicht, sie kam lediglich für seinen Unterhalt auf.
Besonders engagierte sich Selma Lagerlöf in Frauenfragen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass in Europa das Frauenwahlrecht ein Thema wurde.
Ungewöhnlich war auch, dass sie als Frau zur damaligen Zeit als Schriftstellerin ihr eigenes Brot verdiente. Später kaufte sie den Hof, auf dem sie aufgewachsen war und wurde dessen Gutsbesitzerin.

Zuviel möchte ich aber nicht verraten, falls ihr das Buch noch selbst lesen möchtet.

SCHREIBSTIL:

An diesem Buch hat mir besonders gefallen, dass Maria Regina Kaiser es schafft, Selma Lagerlöf total lebendig werden zu lassen. Ich habe mich wirklich gefühlt, als würde ich mit ihr gemeinsam durchleben, was sie erfährt. Zudem wurde die Sprache dem Ton der damaligen Zeit angepasst, was für mich ein absolutes Muss in Büchern mit historischem Bezug ist. Nichts ist schlimmer, als wenn die Leute im 19. Jahrhundert so sprechen wie heutzutage.
Ein bisschen ausschweifender hätte die Autorin hier und da gern noch werden können, da gerade Selmas Kindheit sehr reduziert behandelt wurde.
Kaiser lässt zwischen den Zeilen eine leichte Poesie mitschwingen, denn oftmals sind die tieferen Botschaften in Symboliken und Tagträumen von Selma versteckt.

FAZIT:

Zeitweise wäre ich gern noch tiefer in das Leben Lagerlöfs eingetaucht und hätte über so einige Thematiken noch mehr Details erfahren wollen. Durch das zugrundeliegende Material war dieser Romanbiografie aber eine natürliche Grenze gesetzt. Das Buch konnte mich dennoch beeindrucken und begeistern. Es hat mich darin bestätigt, was für eine außergewöhnliche Persönlichkeit Selma Lagerlöf gewesen sein muss.
Ein Buch, das einen Eindruck über die Person Selma Lagerlöf und den damaligen Zeitgeist in Schweden vermittelt. Die Faszination der ersten Literaturnobelpreisträgerin wird bestätigt und lässt einen noch neugieriger zurück. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


Informationen zur Person: ♥♥♥♥♡
Informationen zu Motiven: ♥♥♥♥♡
Darstellung Kontexte: ♥♥♥♡♡
Persönlichkeit: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Über unsere Aktion „Historischer November“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht“ von Sarah J. Maas

Meine lieben Leser,

und schon wieder durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks ein Buch schmökern! Dieses Jahr habe ich einfach unverschämtes Glück. Das diesmalige Objekt der Begierde war „Crescent City“ von Sarah J. Maas. Ich hatte vorher noch nie ein Buch dieser Autorin gelesen, aber alleine die Aufmachung des Buches mit wunderschönem Buchschnitt, über 900 Seiten und traumhaften Cover sowie Illustrationen innenliegend, haben mein bibliophiles Herz erfreut. Ob mich der Inhalt ebenso überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht
  • Autor/in: Sarah J. Maas
  • Übersetzer/in: Franka Fritz, Heinrich Koop
  • Anzahl der Seiten: 925 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Vorab möchte ich euch den guten Rat geben: Solltet ihr das Buch lesen wollen, dann spart euch die Lektüre der Klappentexte, sowohl außen als auch innen. Denn diese beiden Texte spoilern die ersten 200 Seiten des Buches, was die Lektüre für mich sehr beeinträchtigt hat.

Ich versuche euch also im Folgenden die wichtigsten Charaktere und Rahmenpunkte der Handlung darzustellen, ohne euch zu spoilern:

In „Crescent City“ lernt der Leser die Protagonistin Bryce kennen. Ein hemmungsloses Party-Girl, welches sämtliche Klischees bedient. Auf High Heels und in viel zu kurzen Kleidern stöckelt sie durch Crescent City und ist dabei keine Kostverächterin. Sie trinkt viel, nimmt Drogen und hüpft mit jedem ins Bett, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Dass sie selbst sich so oft darüber wundert, dass viele Menschen sie für ein leichtes Mädchen halten, hat mich doch sehr erstaunt. Provoziert sie dieses Bild doch jeden Tag aufs Neue von sich aus.
Mit ihrer Freundin Danika, die einst die Führung der Wölfe übernehmen wird, bildet sie ein skandalöses Gespann.
Als Crescent City von einem Mord überschattet wird, beginnt für Bryce eine schwere Zeit und sie wird alles daran setzen, diesen Mord aufzuklären. Unterstützung erhält sie unter anderem von ihrem Halbbruder Rhune, ihrem beauftragten Beschützer und Engel Hunt, der Feuerkoboldin Lehaba und weiteren Charakteren.
Wer hinter den Morden steckt, welche Vergangenheit Bryce in sich trägt und in welchem spannungsgeladenen Ende die Geschichte mündet, dürft ihr gern selbst lesen.

Nun zu meiner Meinung – die Handlung und auch die Idee klangen spannend und hatten wirklich viel Potential. Leider war durch den Spoiler der ersten 200 Seiten durch den Klappentext bereits viel Länge im Vorfeld erzeugt worden. Gerade am Anfang verliert sich die Geschichte in vielen unwichtigen Details, die später nicht mehr relevant sind. Bryce Ausschweifungen werden mir für ein Jugendbuch dabei einen Tick zu genau beschrieben.
Die unsinnigen und nicht relevanten Dialoge ziehen sich leider durch das gesamte Buch. Dadurch wird die Handlung fad und langatmig. Ich bin mir auch sicher, wenn diese ganzen Dialoge und Informationen auf die wirklich relevanten gekürzt werden würden, hätte das Buch locker 300-400 Seiten weniger. Die Haupthandlung selbst jedenfalls gibt keine über 900 Seiten her. Durch einen größeren Fokus auf den roten Faden hätte mehr Tempo erzeugt werden können – so plätscherte die Geschichte meist so vor sich hin und es wurde schnell langweilig.

Zudem war für mein Dafürhalten kaum Fantasy vorhanden. Mit Ausnahme der Charaktere selbst und kleinerer Elemente ist „Crescent City“ kein Fantasy-Buch. Für mich ist es eher zu bezeichnen als erotischer Krimi mit (lediglich) Fantasy-Elementen. Einige der wenigen Fantasy-Anteile erinnerten mich außerdem an bereits vor Jahren veröffentlichte, namhafte Werke, sodass es jetzt auch nichts Weltbewegendes oder Neues war. Besonders gestört haben mich die modernen elektrischen Geräte wie Handys, Tablets oder Computer. Bryce lebt mit Ausnahme der wenigen Fantasy-Andeutungen in einer modernen Welt, die unserer gleicht und das wird auch zu jeder sich bietenden Gelegenheit in die Geschichte eingebaut.

Wer beim Lesen des vorherigen Absatzes gestockt hat – das Buch hat eine nicht zu übersehende erotische Komponente. Hier habe ich sehr großen Redebedarf. Denn die Umsetzung ist aus meiner Sicht so dermaßen plump und übertrieben, dass ich mehr als einmal beim Lesen die Augen verdrehte. Praktisch jede Person in Crescent City ist – pardon – dauergeil. Mir fällt einfach keine andere Umschreibung ein. Jeder schaut jedem begierig hinterher und natürlich – wie könnte es anders sein – stehen ausnahmslos alle Männer in dieser Geschichte auf die Protagonistin Bryce. Selbst vermeintlich mächtige Gegenspieler bitten sie da zwischendrin um ein Date. Für mich war diese Art der sexuellen Anziehung zwischen einfach allem und jedem so wenig authentisch und die Dialoge so platt, dass ich einfach nur noch genervt war. Dabei gibt es nur eine tatsächliche Sex-Szene im ganzen Buch. Diese ist zwar ebenfalls mit devoten und Macho-Klischees ausgekleidet, aber dennoch frage ich mich, wie ein Buch mit nur einem Akt so viel unnötige, platte und ausschweifende Dialoge zu diesem Thema beinhalten kann. Für mich war das nicht nur ein Zuviel, sondern übertrieben und leider auch keine geschmackvolle Erotik. Vor allem, dass ernste und wichtige Situationen durch diese Einschübe oft nicht mehr ernst genommen werden können, hat mich gestört. Außerdem verliert die Liebesgeschichte an Glaubhaftigkeit, weil praktisch das komplette Buch ausschließlich eine sexuelle Anziehung besteht und dann von einem Moment auf den anderen in die klischeehafteste aller Romantik wechselt.

Was mir besonders sauer aufgestoßen ist, sind zwar wenige, dafür aber einprägsame Momente, in denen äußerliche Merkmale als Grund für Diskriminierungen genutzt wurden. Bryce selbst ist eine schlanke Frau mit üppigen Kurven und lässt es sich nicht nehmen, sich abwertend über die flachen Brüste und den flachen Po ihrer besten Freundin zu äußern – vermeintlich im Spaß. Für mich ist sowas nichtmal im Spaß erlaubt und deshalb mehr als unter der Gürtellinie. Was für eine Botschaft dabei an junge Leser gesendet wird, deren Körper sich gerade verändert und niemals mit vermeintlich perfekten Maßen daherkommt, brauche ich denke ich nicht weiter erläutern.

SCHREIBSTIL:

Der Ton der Charaktere untereinander ist rau. Beschimpfungen bzw. Beleidigungen werden faktisch im Spaß zueinander gesagt, denn die besten Freundinnen bezeichnen sich gegenseitig als „Arschgeige“ oder „Bitch“. Auch Äußerungen wie „Fi** dich“ sind an der Tagesordnung. Wer diese raue Sprache nicht gern liest, sollte einen Bogen um das Buch machen. Es soll vermeintlich cool wirken, hat für mich aber eher einen niveaulosen Eindruck gemacht. Auch die Wörter „Schwanz“, „Titten“ und „vögeln“ werden dermaßen inflationär gebraucht, dass ich mich manchmal fragte, ob es eigentlich noch ein anderes Thema in diesem Buch gibt. Auch die Schilderungen, ob jemand ein Typ ist, der einen von hinten nimmt, Gespräche über Vibratoren und sexuelle Fantasien im Zusammenhang mit dem Lutschen anderer Zehen (bäh!) sind Dinge, die ich dazuzähle und die ich weder in einem Fantasy-Roman, noch in einem Jugendbuch lesen möchte.
Der Schreibstil von Maas ist ansonsten sehr schlicht, aber leider auch sehr nichtssagend und verliert sich viel zu oft in Details. Leider schreibt sie genau das Gegenteil vom viel gelobten „Show, don´t tell“, was das Buch recht schwerfällig macht.

FAZIT:

Wie ihr schon gemerkt haben solltet, konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Charaktere lassen durch ihre aufgesetzte „taffe“ Art wenig Spielraum für Tiefgründigkeit und sollte diese doch mal vorhanden sein, wird diese durch die vermeintlich coolen, sexuellen Anmerkungen ins Lächerliche gezogen. Die Grundidee und die Charaktere hatten viel Potential, welches nicht genutzt wurde. Das Worldbuilding war komplex, aber leider zu strukturlos. Und letztlich muss ich ganz klar sagen, dass es mich aufgrund der vielen Beschimpfungen, der ausgeprägten Brutalität und doch sehr harten und sexuellen Inhalte doch recht sprachlos zurücklässt, dass dieses Buch in Buchhandlungen bisher immer in der Jugendbuch-Ecke zu finden war. Für mein Dafürhalten ist das Buch nicht ab 14 Jahren geeignet, maximal ab 16 Jahren – denn es ist viel zu vulgär und teilweise niveaulos. In diesem Alter können diese Inhalte nicht angemessen eingeordnet werden.
Kein Fantasy – sondern vielmehr ein übertrieben erotischer Krimi mit lediglich Fantasy-Elementen. Viele Längen, unsympathische Charaktere und viele nicht relevante Dialoge machen dieses Buch eher schwerfällig. Außen hui, innen pfui. Für mich leider ein Flop des Jahres 2020.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


Bewertungskategorien:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasie: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon

Meine lieben Leser,

wer kennt sie nicht, die Filme über den Krieg der Sterne? Tatsächlich haben ja viele eine Abneigung gegen Science-Fiction, was ich auch lange von mir dachte. Doch irgendwann habe ich entdeckt, dass es sich gar nicht so sehr von Fantasy unterscheidet – zumindest nicht in den Grundfesten. Außerdem fasziniert mich der Weltraum seit meiner Kindheit und vielleicht auch deswegen habe ich die Star-Wars-Filme immer gern gemocht. Da die Filme aber nur einen geringen Teil des Star-Wars-Universums abdecken und mein Freund da viel besser durchsieht als ich, habe ich mir vorgenommen, da tiefer einzusteigen. Und wie ihr wisst, mache ich keine halben Sachen. 😉 Der Roman „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon ist chronologisch gesehen der erste Band der Star-Wars-Romane. Eine vollständige Übersicht mit interessanten Zusatz-Infos findet man auf westhoefer-online.de. Wie ihr dort sehen könnt, kommen alle Star-Wars-Romane auf eine stattliche Anzahl von 231 Büchern. Comics sind da ja noch nicht mitgerechnet. Ihr seht, es gibt im Star-Wars-Universum deutlich mehr zu erzählen, als die bekannten Filme uns weismachen wollen.
Mit diesem Roman startet also mein bisher größtes Leseprojekt. Ich möchte nach und nach all diese Romane lesen – was für viele verrückt und für andere ambitioniert klingt. Mir ist klar, dass ich nicht übermorgen dieses Projekt beenden werde, sondern dass es mich wahrscheinlich Jahre begleiten wird, aber ich habe einfach richtig Lust darauf.

Wer jetzt Angst bekommt – ich lese natürlich trotzdem weiterhin alle anderen Genres und bleibe bei meinem gemischten Büchergeschmack – es wird sich also nicht primär um Star Wars drehen auf meinem Blog. 😉

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts
  • Autor/in: Tim Lebbon
  • Übersetzer/in: Andreas Kasprzak
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2014)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

Lanoree ist eine Jedaii-Rangerin, die auf ihren Missionen quer durch das Universum reist. Als sie zu den Jedaii-Meistern gerufen wird, erwartet sie jedoch eine außergewöhnliche Aufgabe.
Die Welten und allen voran Lanorees Heimat Tython scheint bedroht – durch einen neuen Widersacher, der versucht, die alten Technologien der Gree zu aktivieren. Jedoch bergen diese die Gefahr, dass der Planet zerstört werden könnte, allen voran die Aktivierung des sogenannten Hypertors. Lanoree soll den Drahtzieher aufhalten, doch da erfährt sie, dass es sich dabei um ihren Bruder handelt. Eine Jagd quer durch den Weltraum beginnt.

Die Handlung spielt sehr lange Zeit vor den bekannten Star-Wars-Filmen und es ist alles noch sehr viel natürlicher. Tython wird als ein Planet dargestellt, der voll ist von der Macht und der Natur. Es wird auf das Jedaii-Rekrutierungsverfahren der Bewohner von Tython eingegangen und mich hat auch fasziniert, dass die Jedaii damals noch keine Laserschwerter führten, sondern ganz normale Schwerter, in die sie ihre Macht leiten konnten. Es wurden auch viele interessante Themen angeschnitten wie vorherige Kriege oder Rebellionen oder auch das Volk der Gree und deren Technologien sowie andere geheimnisumwobene Schilderungen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war anfangs recht trocken und ich hatte so meine liebe Mühe, damit warm zu werden. Mitte des Buches wurde die Spannung erhöht, sodass ich ab da richtig Gefallen am Buch fand. Ob der Schreibstil im Original ähnlich ist, kann ich nicht sagen, aber ich kann mir hier nur denken, dass es am Übersetzer liegt. Da ich bereits das nächste Buch von demselben Übersetzer lese, kann ich da zumindest eine Parallele entdecken. Wie gesagt hat dieser sich im ersten Band deutlich ab der Hälfte gesteigert, aber ich hoffe ehrlich gesagt auch darauf, dass die Star-Wars-Bände von anderen Autoren bzw. Übersetzern mich dann doch noch etwas mehr packen können.

FAZIT:

„Mit sich im Einklang sein ist leicht. Doch aus dem Gleichgewicht zu geraten und die Balance wiederzufinden bedeutet, dass man stärker sein muss als die meisten anderen … „

Dam Powl in „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon, S. 395

Die Geschichte um Lanoree habe ich supergern verfolgt und gerade einige Charaktere haben die Geschichte deutlich aufgewertet – allen vorander Schurke Tre Sana, der für mich die absolut beste Figur in der gesamten Geschichte war. Ich fand auch die Ansätze sehr interessant, hätte aber zu gern noch mehr Tiefe erfahren. Viele Themen wie das Volk der Gree oder Visionen von Lanoree blieben unkommentiert, sodass bei mir megaviele Fragen offen sind. Ich fand, da wurde leider oft viel zu viel angeschnitten und der Leser heiß gemacht und am Ende weiß man nichts damit anzufangen. Da es ja praktisch unmöglich ist, alle Comics und Romane zu lesen, hätte ich mir da schon mehr Vollständigkeit gewünscht.
Ein Star-Wars-Roman mit tollen Charakteren, Weltraum-Flair und einer spannenden Grundidee, deren Potenzial leider nicht an allen Stellen ausgeschöpft wurde. Einige Längen und viele offene Fragen am Ende lassen den Roman nur durchschnittlich für mich zurück. Trotzdem eine gute Lektüre für Zwischendurch, die mich gespannt auf die Folgebände schauen lässt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Eisige Wellen“ von Leigh Bardugo

Meine lieben Leser,

endlich (!) habe ich es geschafft, den zweiten Band der Grisha-Trilogie zu beenden. Ich habe dieses Buch mehrere Monate mit mir herumgeschleppt. Meistens hatten andere Projekte Vorrang und so zog sich die Lektüre leider etwas hin. Wie mir der Nachfolger vom klasse Auftakt „Goldene Flammen“ gefallen hat, das lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Eisige Wellen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 448 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Schuber (2019)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Zweiter Band einer Reihe – evtl. Spoiler zu erstem Band ***

Nach dem Ende des ersten Bandes, in dem Alina und Mal gegen den Dunklen gekämpft haben, sind die beiden auf der Flucht. Der Dunkle spürt sie auf und nimmt sie gefangen. Der Freibeuter Sturmhond ist Alinas einzige Hoffnung auf Rettung und so wendet sie sich in ihrer Notlage an ihn.
Bald schon sieht sie sich nicht nur der sagenumwobenen Meeresgeißel gegenüber, sondern findet heraus, wer Sturmhond wirklich ist. Währenddessen entwickelt der Asket einen Sonnenkult um Alina, dem sie zu entrinnen versucht. Schließlich findet sie sich wieder zwischen politischen Entscheidungen, Visionen des Dunklen und einer Entfremdung zu Mal – und muss sich entscheiden, wer sie wirklich ist.
Im Showdown gegen den Dunklen riskiert sie alles – und verliert viel.
Wie es Alina schlussendlich ergeht und welche Überraschungen und alte Bekannte auf sie warten, dürft ihr jedoch gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war wie im ersten Band gewohnt leicht und schnell zu lesen. Leider konzentrierte sich Bardugo sehr auf das Freibeuterleben und die politischen Zusammenhänge sowie das Pläneschmieden mit den Armeen, was mich sehr gelangweilt hat. Zwischendurch war mein Lesefluss so gestört, dass ich wirklich überlegt habe, das Buch abzubrechen. Ich hatte mich durch die Mitte des Buches wirklich sehr durchgequält.
Auf den letzten 100 Seiten macht die Autorin auf einmal einen Wandel in ihrem Schreibstil durch und reißt das Ruder herum. Es kommt endlich Spannung auf und davon nicht zu knapp, weswegen ich froh bin, dass ich durchgehalten habe. Das letzte Viertel war fesselnd und so, wie ich es nach dem ersten Band erwartet hatte. Da jedoch der Rest des Buches so schwerfällig war und viel zu viele Längen hatte, hat mich der Schreibstil dieses Mal nicht so wirklich überzeugen können.

FAZIT:

Der Nachfolger war leider deutlich schwächer als der Auftakt. Die vielen Längen, die Langeweile beim Lesen und der Fokus auf für mich unwichtigen Details hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Somit wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt und ich habe mich durch das Buch hindurchgeschleppt. Natürlich ist der Schreibstil an sich gut zu lesen, aber manchmal reicht das einfach nicht, wenn der Spannungsbogen so gering ausfällt.
Ein schwacher Nachfolger für den großartigen Auftakt, der mich leider enttäuscht zurückließ. Erst im letzten Viertel kommt deutlich Spannung auf, andernfalls hätte ich den letzten Band wohl nicht mehr angerührt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Ruf der rosa Delfine“ von Sy Montgomery

Meine lieben Leser,

ich hatte wieder einmal Glück und durfte im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks das Buch „Der Ruf der rosa Delfine“ von Sy Montgomery lesen. Nach ihrem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ dürfte sie vielen von euch ein Begriff sein. Für mich ist das vorliegende Werk meiner erste Lektüre der Autorin und ich war gespannt, wie mir das Buch gefallen würde.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Ruf der rosa Delfine – Wie die schlauen Säugetiere uns in die letzten Geheimnisse des bedrohten Amazonas einweihen
  • Autor: Sy Montgomery
  • Übersetzer: Gertrud Bauer
  • Anzahl der Seiten: 272 Seiten
  • Verlag: Eden Books
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Das vorliegende Buch beginnt sehr spannend mit einer Bestandsaufnahme der letzten zwanzig Jahre – denn vor so langer Zeit wurde es bereits veröffentlicht. Aus diesem Grund war es der Autorin ein Anliegen, die Zustände im Amazonas zwischen damals und heute gegenüberzustellen. Es ist dabei erschreckend, wie wenig sich getan hat.
Weiterhin bekräftigt die Autorin stets und auch in einer eigens dafür angelegten Einleitung, dass sie ihr Herz an den Amazonas verloren hat. Auch aus diesem Grund ist dieses Werk für sie etwas ganz Besonderes.
Im weiteren Verlauf beschreibt sie ihre Forschungsreise durch den Amazonas und die Orte Manaus, Iquitos und dem Reservat von Tamshiyacu-Tahuayo. Sie versucht, die Delfine aufzuspüren und kommt während ihrer Suche immer wieder auf die Tierarten im Amazonas zu sprechen, aber vor allem auch auf die gesellschaftlichen Um- und Missstände in Peru und dem gesamten Gebiet des Amazonas.
Die persönlichen Erfahrungen der Autorin auf ihrer Reise stehen im Fokus, genau so wie die vielen Legenden, die sich die Einheimischen erzählen.
Die rosa Delfine werden eher nebensächlich behandelt und kommen erst im letzten Viertel des Buches etwas detaillierter zur Sprache.
Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch ein wirklich wunderschönes Cover und kleine Tierillustrationen im Text.
(Vorsicht Spinnenphobiker: Leider gibt es keine Triggerwarnung und es wird eine Vogelspinne illustriert abgebildet!)

SCHREIBSTIL:

Das Buch ist in einem einfachen, zugänglichen Stil geschrieben, der es auch Laien verständlich macht, worüber die Autorin informieren möchte. Nichtsdestotrotz hat es mich extrem gestört, dass sie in ihren Beschreibungen sehr häufig zwischen der 1. Person im Präteritum und Präsens gewechselt hat. Das hat den Lesefluss leider sehr ausgebremst und machte den Text für mich inkonsistent.
Weiterhin konnte ich mich mit den vielen Dopplungen nicht so recht anfreunden. Fakten oder auch Beschreibungen werden oft wiederholt. Durch diese Redundanz verlor ich als Leser schnell das Interesse und quälte mich durch einige Abschnitte geradezu durch, weil nichts von Mehrwert erzählt wurde. Zusätzlich wurden auch Informationen gegeben, die ich so nicht hätte wissen wollen und die ich eher als Selbstdarstellung empfand. Beispielsweise beschreibt Montgomery, wie sie menstruierend in den Fluss steigt, weil das die angeblich Delfine anlocken soll oder wie Ameisen ihren verbrannten Rücken „auffressen“, indem sie ihre Wundflüssigkeit tranken und Hautfetzen wegschleppten. Natürlich spricht ihr niemand diese Erfahrungen ab, ich fragte mich nur oft, was das jetzt zu dem Thema der Delfine beitragen soll. Die wissenschaftliche Komponente fehlte mir im Text leider gänzlich.

FAZIT:

Dieses Buch versprach nicht zuletzt durch den Titel viele Informationen über die mysteriösen rosa Delfine im Amazonas. Schlussendlich ist das Buch für mein Dafürhalten viel zu wenig wissenschaftlich gewesen. Es wird über die Delfine so wenig gesprochen, dass ich über die Tiere selbst kaum etwas erfahren konnte, außer deren Farbe, ihr grobes Aussehen und einige wenige Vermutungen zum Verhalten. Der Fokus des Buches liegt zwar mit den gesellschaftlichen Missständen und kulturellen Bräuchen sowie der Beschreibung der Forschungsreise auf nicht weniger wichtigen und interessanten Themen – jedoch wurden durch den Titel und das Cover des Buches völlig falsche Erwartungen geweckt, die somit nicht erfüllt wurden. Die angesprochenen Themen werden für mich abschließend gesehen auch zu grob behandelt, als diesen wirklich gerecht zu werden. Es hätte mir daher besser gefallen, wenn die Autorin sich eher auf diese Themen fokussiert und sie detaillierter ausgearbeitet hätte, anstatt es um die wenigen Informationen der Delfine herumzubasteln.

Ein interessantes Buch, welches über gesellschaftliche Missstände, kulturelle Bräuche und Tiere in der Amazonas-Region berichtet. Die Delfine spielen leider nur eine untergeordnete Rolle – für mich war es eher ein Reisebericht einer Forschungsreise mit ein paar Schwächen als ein Sachbuch über Delfine.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „DinoPark“ von Michael Crichton

Meine lieben Leser,

wie ich euch letztens berichten konnte, habe ich in Gabriela von Buchperlenblog eine grandiose Lesepartnerin gefunden. Nachdem wir uns zusammen dem Glöckner von Notre-Dame gestellt haben, stellten wir fest, dass wir doch recht viele identische Bücher auf dem SuB haben, die wir im Buddyread lesen könnten. Spontan haben wir uns diesen Monat für einen Buddyread zu „DinoPark“ von Michael Crichton entschieden, welches die Romanvorlage für den bekannten Film „Jurassic Park“ ist. Wie sie uns gefallen hat und sie im Vergleich mit dem Film abschneidet, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: DinoPark
  • Autor: Michael Crichton
  • Übersetzer: Klaus Berr
  • Anzahl der Seiten: 536 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (1993)
  • Genre: Thriller, Sci-Fi

INHALT:

„Haben Sie eigentlich eine Vorstellung (…) wie unwahrscheinlich es ist, dass auch nur einer von uns diese Insel lebend verlässt?“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 423

Ein alter Mann namens Hammond kauft eine Insel und jede Menge Personal, um einen Zoo der besonderen Art zu eröffnen. Wer die Filme kennt, weiß, dass er aber gleichzeitig die Grenzen der Gentechnik sprengt und das Unmögliche möglich macht – er erschafft aus Millionen Jahre alter DNS die ersten Dinosaurier der Neuzeit. Er wittert ein großes Geschäft und lädt mehrere Menschen vor der Eröffnung ein, um sein Projekt zu begutachten.
Darunter befinden sich unter anderem Dr. Grant, Paläontologe und seine Studentin Ellie Sattler, die sich auf Paläobotanik spezialisiert hat. Dazu kommt Gennaro, ein Vertreter einer Firma, die Hammonds Projekt finanzieren. Er soll überprüfen, ob die Investitionen sich weiterhin lohnen. Zudem werden die Enkel von Hammond eingeladen, Tim (11 Jahre) und Lex (8 Jahre). Er verspricht sich davon, dass Gennaro durch die Kinder besänftigt wird und die Schönheit des Parks erkennt. Auch der aus dem Film bekannte Ian Malcom, ein philosophischer Mathematiker, der stets vor den Gefahren des Parks warnt, findet hier seinen angestammten Platz.
Einige Angestellte von Hammond bekommen nach und nach ebenfalls tragende Nebenrollen im Buch – so zum Beispiel Dr. Wu, der Genetiker von Hammond und Muldoon, der Sicherheitsbeauftragte und sozusagen „Wildhüter“ des Parks. Eine besondere Rolle bekommt Nedry, der Chef-Entwickler, der am Ende der Auslöser für die schlimmen Ereignisse im Park sein wird.

Als sie die Insel betreten, sind alle Beteiligten zunächst geblendet von den vielen Informationen und der unglaublichen Schönheit der Dinosaurier als Wesen, die so eigentlich nicht existieren dürften. Dr. Grant und Ellie Sattler sind vor allem aus wissenschaftlicher Sicht fasziniert, da sie nun Erkenntnisse gewinnen, die über das Deuten von Knochen hinaus gehen.
Tim ist so begeistert von den Dinosauriern, dass er direkt einen Draht zu Dr. Grant aufbauen kann.
Während der Tour entspinnt sich im Hintergrund eine Intrige. Nedry lässt sich bestechen und setzt das komplette Sicherheitssystem des Parks außer Kraft, um die wertvollen Embryos zu stehlen und einem Gegenspieler Hammonds zukommen zu lassen. Dafür soll er reich entlohnt werden.
Durch dieses Ereignis werden auch die Sicherheitszäune abgeschaltet und das Chaos bricht im Park aus. Die Dinosaurier, inklusive des gefürchteten Tyrannosaurus Rex, hinterlistigen Velociraptoren, giftspuckender Dilophosaurier und kleiner, aber gefährlicher Compys kann sich nun frei im Park bewegen.
Die Insassen der Jeeps auf der Besichtigungstour stecken auf einmal fest und spätestens nach dem ersten Aufeinandertreffen mit den großen Bestien ist klar, dass hier nichts nach Plan läuft.
Ein Wettrennen ums Überleben beginnt und die Charaktere stolpern ab diesem Moment von einer Herausforderung in die nächste.

Buch vs. Film – einige Unterschiede

Anders als im Film, sind die Rollen der Kinder leicht vertauscht. So ist Lex im Film die Ältere der beiden und besitzt Computerkenntnisse, während im Buch all das Tim zugeschrieben wird. Lex ist im Buch lediglich nervig und macht sich durch ihren Lieblingssatz: „Ich habe Hunger.“ mehr als unbeliebt, da sie uneinsichtig bleibt und niemals den Ernst der Lage zu erfassen scheint.
Zudem ist Hammond alles andere als der nette Bilderbuch-Opa. Vielmehr ist er ein gieriger Raffzahn, der die ganze Zeit nur an sein Projekt denkt und zu keiner Zeit einsehen will, dass Lebensgefahr besteht. Bis zuletzt besteht er darauf, dass seinen Dinosauriern kein Haar gekrümmt wird, weil er sie für den Umsatz noch brauchen wird. Geld, Geld und nochmals Geld – mehr scheint in seinem Kopf nicht mehr zu existieren. Er ist geradezu besessen vom DinoPark.
Eine weitere Abweichung liegt in dem Ablauf der Geschichte. Zwar finden wir uns als Leser oftmals an bekannten Schauplätzen wie dem Aviarum mit den bedrohlichen Pteranodons oder der Cafetaria des Besucherzentrums wieder, aber der Ablauf ist weit weniger actiongeladen als im Film, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.
Die Art, wie die Menschen in diesem Buch zu Tode kommen, ist jedoch weitaus brutaler als im Film und die Anzahl höher. Ich möchte hier nicht spoilern, wen es betrifft, nur soviel: im Buch sterben mindestens zwei Personen, die im Film am Leben bleiben.
Im Buch gibt es zudem noch deutlich mehr Erzählperspektiven, die im Film gar nicht vorkommen. Gerade am Anfang der Geschichte wird über mehrere Personen am Festland berichtet, die in Kontakt mit kleinen Echsen geraten. Es werden vermehrt Angriffe auf Kinder und Babys beobachtet und eine Ärztin auf dem Festland behandelt einen von Dinosauriern verletzten Bauarbeiter von Hammonds Insel.

SCHREIBSTIL:

„Das ist die alte Crux unserer Spezies (…) Jeder sieht es kommen, nur nicht so bald.“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 129

Und schon im Jahre 1993 bewies Michael Crichton, wie gut Perspektivwechsel in einer Geschichte funktionieren können, wenn man sie nur gekonnt einsetzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Fan von wechselnden Perspektiven bin, es sei denn, es trägt unmittelbar zum Verständnis der Geschichte bei. Das ist im vorliegenden Buch der Fall und ich finde, es wurde grandios geschrieben.
Crichton versteht sich darauf, wissenschaftliche Zusammenhänge ganz nebenbei in die Geschichte einzubauen und so zu erklären. Außerdem hat er einen trockenen Humor, der mir sehr gut gefallen hat. Der Spannungsbogen erhöht sich über den Verlauf der Geschichte und bleibt dann bis zum Ende mit kleineren Unterbrechungen stetig erhalten.
Bis auf einige Szenen, in denen mit Crichton wohl etwas die Fantasie durchgegangen ist, war das Buch für mich sehr authentisch und erschreckend real. Ganz nebenbei ruft der Autor zwischen den Zeilen zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur auf und weist auf den Schaden hin, der durch eine wirtschaftliche Nutzung der Genforschung entstehen kann.
Gleichzeitig sind die über 500 Seiten nur so dahingeflogen. Ich habe das Buch geradezu verschlungen und der Schreibstil war mehr als eingängig und gleichzeitig intelligent.

FAZIT:

„Der Planet ist nicht in Gefahr. Wir sind in Gefahr. Wir haben nicht die Macht, den Planeten zu zerstören – oder ihn zu retten. Aber vielleicht haben wir die Macht, uns zu retten.“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 492

Dieser Klassiker unter den Thrillern ist eine Hommage an die Dinosaurier und das Leben, welches wir nicht versuchen sollten, zu kontrollieren. Wie an meinen Zitaten zu sehen ist, kommen die scharfsinnigsten Worte von Ian Malcom, der schon früh vor den Folgen und Gefahren des DinoParks warnt. Gerade diese Äußerungen sind es auch oft gewesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Das Buch hat mich aber auch schmunzeln und mitfiebern lassen – und am Ende ist es das, was ich bei einem Buch suche: ein Potpourri an Gefühlen, die beim Lesen ausgelöst werden. Ich komme zu dem Schluss, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte, der sich einen echten Dinosaurier-Fan schimpft. 🙂
Ein intelligentes, immer noch brandaktuelles Buch mit wichtigen Botschaften, trockenem Humor, viel Spannung und einer gehörigen Portion Dinosaurier-Biss. Ein unsterblicher Klassiker der Neuzeit!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch

Meine lieben Leser,

ich hatte wieder mal das große Glück, dass ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks ein Buch gewonnen habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Kinderbuch namens „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch, welches mich schon alleine durch das Cover und den Klappentext sehr neugierig gemacht hat. Wie es mir insgesamt gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Händler der Töne
  • Autor: Verena Petrasch
  • Anzahl der Seiten: 345 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy

INHALT:

Noé ist ein Waisenjunge, der in seinem Dorf von Familie zu Familie gereicht wird. Er hasst das Dorfleben und seine einzigen Stützen sind seine Freundin Minu und die Klänge, die nur er hören kann. Er träumt davon, hinaus in der Klangwelt zu ziehen und einen Platz zu finden, an dem Minu und er in Ruhe leben können.
Er ergreift seine Chance, als ein fahrender Tonhändler das Dorf besucht und wird zu dessen Lehrling. Nur schweren Herzens lässt er Minu dafür zurück, um ihr später ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Der Händler jedoch ist alles andere als freundlich zu ihm und weist ihn stetig ab, lehrt ihn nichts und wirkt, als würde er ein Geheimnis mit sich herumtragen.
Als Minu in Gefahr gerät, muss Noé nicht nur all seinen Mut aufbringen, um das Geheimnis des Händlers aufzudecken, sondern auch sich selbst herausfordern.
Auf seiner Reise durch die Klangwelt begegnen ihm einzigartige Töne mit unaussprechlichen Namen, irrwitzige Charaktere und atemberaubende Fantasiegestalten. Sein Weg führt ihn durch wundersame Städte, mysteriöse Dschungel und auf Piratenschiffe, wodurch das zauberhafte Abenteuer rund um die Klänge und Töne abgerundet wird.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil des Buches war anfangs für mich sehr erklärend, sodass der Einstieg für mich etwas holprig verlaufen ist. Der Leser wurde direkt ins Geschehen katapultiert und ich musste mich erstmal zurechtfinden in dieser ganz anderen Welt, in der alles über Töne und Klänge definiert wird. Jedoch nach kurzer Zeit war ich so in diesem fantasievollen Worldbuilding gefangen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Noé ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und auch die anderen Charaktere sind mit liebevoller Feder geschrieben.
Besonders stechen die vielen Ton- und Klangvokabeln heraus, die wirklich unglaublich kunstvoll und originell sind. Es war eine wirkliche Freude, beim Lesen den vorgestellten Klängen zu lauschen und sich deren Wirkung vorzustellen.
Die Kapitel sind angenehm kurz und lesen sich sehr schnell. Ein paar Fragen zum Worldbuilding bleiben für mich als Erwachsenen offen und so ist der Inhalt der Kapitel aufs Wesentliche beschränkt, was für ein Kinderbuch allerdings völlig in Ordnung ist.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich auf mehreren Ebenen überrascht. Es hatte für ein Kinderbuch ein deutlich höheres sprachliches Niveau, als erwartet und somit ist die Lektüre wohl eher etwas für größere Kinder. Der Protagonist ist 10 Jahre alt, weswegen ich dieses Buch auch ungefähr ab diesem Alter empfehlen würde. Zum Vorlesen kann ich mir allerdings auch etwas jüngere Zuhörer vorstellen. Hier sollte nur beachtet werden, dass es für ein Kinderbuch doch ungewohnt blutig und düster zugeht. Insgesamt war es für mich ein wirklich zauberhaftes und fantasievolles Abenteuer.
Eine sprachlich niveauvolle, originelle Reise, welche den Leser in die Welt der Klänge entführt. Gleichzeitig ein zauberhaftes, zeitweise düsteres Abenteuer um den Jungen Noé, der auf allerlei irrwitzige Gestalten trifft und über sich hinauswachsen muss, um seine Freunde zu retten. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber

Meine lieben Leser,

letztes Jahr hatte ich das Leseziel, auch mal außerhalb meines liebsten Genres „Fantasy“ zu lesen und ich muss zugeben, dass ich daran Gefallen gefunden habe. Denn schon früher habe ich gern mal zu einem Klassiker und Sachbuch gegriffen, aber zwischendurch ging mir das etwas verloren. Dieses Jahr führe ich dieses Vorhaben aber weiter und damit wären wir schon bei meiner aktuellen Lektüre. „Lass die Kindheit hinter dir“ habe ich mal als Empfehlung in irgendeiner Zeitschrift gesehen. Ich fand, es klang recht interessant und wie jeder von uns, schleppe auch ich meinen ganz persönlichen Ballast mit mir herum.
Die Autorin ist bekannt für ihre Kolumnen in der „Psychologie heute“ und arbeitet als Diplompsychologin. Ich war sehr gespannt, was das Buch mir über mich und meine Kindheit beibringen würde und war ehrlich gesagt auch oft sehr überrascht. Meinen Eindruck möchte ich daher wie immer gern mit euch teilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Lass die Kindheit hinter dir – Das Leben endlich selbst gestalten
  • Autor: Ursula Nuber
  • Anzahl der Seiten: 317 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuauflage (Oktober 2019)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Psychologie

INHALT:

„Alles, was uns in unserer Lebensgeschichte widerfährt, schlägt sich in unserer Seele nieder, je nachdem, wie wir es verarbeiten. Und was sich innerlich niedergeschlagen hat, ist allzeit bereit, wieder geweckt zu werden.“

Friedemann Schulz von Thun in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 103

In dem Buch von Ursula Nuber wird auf gar nicht mal so kurzen 317 Seiten ausführlich auf den Zusammenhang zwischen unserer Kindheit, daraus entstehenden Glaubenssätzen und der Auswirkung auf unser Verhalten und unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter eingegangen.
Dabei wird zunächst erläutert, warum wir individuell so sind, wie wir sind. Hier wird jedoch nicht einfach nur behauptet, dass die Kindheit uns zu einem festgeschriebenen Schicksal prägt – frei nach dem Motto: „Ich hatte eine schlechte Kindheit, also kann aus mir nichts werden.“ – Nein, vielmehr wird hier aufgezeigt, dass wir eben keine Marionetten der Vergangenheit sind und durchaus unseren eigenen selbstbestimmten Weg gehen können. Dazu braucht es aber viel Geduld und vor allem eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Mut.
Nuber beginnt damit, die Schlaglöcher aufzuzeigen, in die wir auf der Straße unserer Kindheit fallen können und die uns nachhaltig im Erwachsenenalter in Form von Glaubenssätzen zum Verhängnis werden können. Außerdem stellt sie dar, was die frühen, grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes sind – und da reden wir hier natürlich nicht nur von Essen und ausreichende Schlaf, sondern vor allem von der emotionalen Ebene.
Auf Basis unserer ganz persönlichen Kindheitserfahrungen bildet sich letztlich unsere Persönlichkeit, die aufgrund dieser Erfahrungen aber auch unser wahres Selbst verbergen kann. Dieses zu entdecken, ist eine weitere Aufgabe, die bewältigt werden will.
Besonders interessant war nicht nur, zu erfahren, wie durch alte Wunden, Stress und Wiederholungszwänge die festgefahrenen Glaubenssätze aktiviert werden, sondern auch, wie alternative Erfahrungen unsere Seele schützen und sie sogar umprogrammieren können.
Gekonnt zeigt die Autorin auf, wie man lernt, mit den Schatten der Kindheit zu leben und selbst die Regie unserer eigenen Geschichte zu übernehmen. Abschließend gibt sie Anleitungen für die Entmachtung der Botschaften aus der Vergangenheit, wie wir unser inneres Kind beruhigen können, wie man vergibt und was im speziellen Fall passiert, wenn die eigenen Eltern im Alter Unterstützung brauchen.
Die Liste des von ihr sogenannten 8-Punkte-Programms am Ende fasst die wichtigsten Schritte noch einmal zusammen.

Zugegeben enthält dieses Werk viele bekannte Fakten und Methoden, wenn man selbst aus dem Bereich kommt, allerdings auch genügend Informationen, die ich so noch nicht wusste.

SCHREIBSTIL:

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“

Søren Kierkegaard in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 49

Ursula Nuber schreibt über dieses doch sehr tiefgehende, psychologische Thema so verständlich, dass auch Laien locker einen Zugang zu den Problematiken bekommen.
Nuber beschäftigt sich in einem Detailgrad mit diesem Thema, dass es durchaus Sinn macht, sich Notizen zu seiner eigenen Geschichte zu machen, um nebenbei direkt eine kleine Analyse anzufertigen. Selbst für Fachkundige kann sich ein Blick in dieses Buch lohnen, da eine Reflektion seiner Selbst immer bezahlt macht.
Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die vielen Dopplungen – die Autorin wiederholt einige Aussagen wirklich sehr oft, was ich schade finde. Ich denke, da hätte man das Buch auch noch etwas knackiger machen können. Auch die prominenten Beispiele hätten für mich nicht unbedingt im Buch stehen müssen, weil ich dazu viel weniger Bezug hatte als zu den Einschüben, in denen echte Beispiele aus dem „normalen“ Leben erzählt wurden.
Zusammenfassend muss man aber sagen, dass die Autorin es geschafft hat, ein recht komplexes Thema, verständlich aufzubereiten. Sie bleibt dabei realistisch und hat an passenden Stellen gut recherchierte Studien und Verweise zu anderen Psychologen und Autoren eingeflochten.

FAZIT:

„Wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir die Dinge betrachten, werden sich die Dinge, die wir betrachten, verändern.“ Wayne Dyer

Auszug aus dem Abschnitt „Abstand halten“ in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 211

Alles in allem bin ich nach der Lektüre sehr zufrieden. Für mich persönlich passt es gerade zu der ganzheitlichen Osteopathie, die ich gerade bekomme, sodass ich das Buch genau zur richtigen Zeit zur Hand genommen habe. Ich habe mir viele Notizen gemacht und hatte einige Aha-Momente, was ich von so einem Buch auch erwarte. Letztlich war es nicht nur informativ, sondern auch sehr interessant und spannend.
Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel über das Körpergedächtnis und die unmittelbare Wirkung unserer Kindheitserfahrungen und unserer Psyche auf das Immunsystem und Erkrankungen wie bspw. Allergien. Dazu hätte ich gerade mit meinen Intoleranzen gern noch mehr gelesen, aber das hätte natürlich zu weit geführt, weswegen ich es toll finde, dass es wenigstens im Zusammenhang erwähnt wurde. Dazu werde ich sicherlich mal recherchieren und noch mehr lesen.

Ein leicht verständlicher und wahnsinnig interessanter Ratgeber, der mit gut recherchierten Informationen und Lösungsansätzen punkten kann. Für jeden zu empfehlen, der sich für Psychologie und/oder das eigene innere Kind interessiert – und sich endlich bewusst damit auseinandersetzen möchte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon

Hallo meine lieben Leser,

der Juni neigt sich dem Ende und irgendwie habe ich diesen Monat wieder sehr wenig Bücher gelesen. Das lag unter anderem an meinem Urlaub, denn auch wenn es komisch klingt, lese ich im Urlaub meist sehr viel weniger als sonst. In der Buchhandlung am Strand habe ich „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon erstanden. Ich hatte es vorher schon bei einer Bekannten gesehen und war deshalb neugierig geworden.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Antiquariat der Träume
  • Autor: Lars Simon
  • Anzahl der Seiten: 313 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Roman

INHALT:

„(…) es sind stets die Perspektive und der Blickwinkel, die über die Realität entscheiden, nicht das Ding als solches, losgelöst von seiner Umgebung und dem Betrachter.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 76 –

Das Buch „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon handelt von dem Schweden Johan, der ein Schiffsunglück überlebt. Leider verliert er bei diesem Unglück auch seine große Liebe Lena und das Buch „Singoalla“, welches sie ihm kurz vor dem Untergang des Schiffes schenkte.
Johan arbeitete früher als Leiter eines Verlags, nach dem Unglück jedoch zieht er auf ein Dorf und eröffnet ein Antiquariat und ein Literatur-Café. Doch selbst 4 Jahre nach dem tragischen Schicksalsschlag hat er diesen Verlust nicht überwunden.
Das liegt vor allem daran, dass ihm seit dem Erlebnis die Figuren aus seinen Lieblingsbüchern erscheinen und ihm durch mehr oder minder eindeutige Hinweise über seine Krise hinweghelfen möchten.
Johan hat all die Jahre niemals den Glauben daran verloren, dass Lena noch leben könnte, obwohl das völlig unmöglich ist. Er suchte sie sehr intensiv und konnte sie nicht finden.

Schließlich steht Johan vor der Entscheidung, ein neues Leben zu beginnen oder weiter seiner Hoffnung hinterher zu jagen. Wofür er sich entscheidet, ob seine imaginären Freunde ihm helfen können und ob diese nur Halluzinationen sind, weil er verrückt wird – das dürft ihr selbst herausfinden, da ich euch nicht spoilern möchte.

SCHREIBSTIL:

„Aber war es tatsächlich Erlösung? Manchmal konnte Verlust Erlösung sein. Oft jedoch nicht.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 143 –

Lars Simon schreibt sehr bildhaft, einfach und sein Stil ist sehr leicht zu lesen. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat – es wurde nie langweilig. Kleinere Längen wurden von liebenswert schrulligen Charakteren wieder aufgewogen.
Simon versteht es zwischen subtilem Humor und Melancholie zu schwanken und die Gefühlswelt des Protagonisten eindrucksvoll auf den Leser zu übertragen.
Schlussendlich war man nie ganz sicher, ob das jetzt alles real oder wirklich nur Fiktion ist. Bis zum Ende konnte ich nicht erkennen, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird und das war unheimlich spannend und erfrischend.

Obwohl das Buch nur etwas über 300 Seiten hat, schafft es Simon, sie mit viel Inhalt und Emotion zu füllen.

FAZIT:

„Jedes Buch, das Ihr gelesen habt in Eurem Leben und in dem Ihr Euch verlort, weil Ihr es liebtet, ist ein Stück Eures Lebensweges, ganz gleich zu welcher Zeit dies geschah.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 231 –

Wie man merkt, mochte ich das Buch. Es war ein kurzweiliges und doch intensives Lesevergnügen, was mir den Sommer versüßt hat. Der Protagonist Johan war mir sehr sympathisch, obwohl er sich oft sehr zweifelhaft entschieden hat. Auch die Buchcharaktere waren sehr speziell, aber sympathisch. Mich konnte das Buch mit seinem Charme überzeugen.

Ein Buch voller Melancholie, Sehnsucht und schrulligen Charakteren, die schnell das Leserherz erobern. Für mich eine liebenswerte, kurzweilige Sommerlektüre, die mit viel Charme daherkommt.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Fluch des Phönix“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück direkt noch eine Leserunde bei Lovelybooks zu gewinnen. Dadurch konnte ich mein erstes Buch von Aimée Carter lesen. Eingeordnet wird es zwar in das Genre der Kinderbücher, aber der Klappentext hörte sich einfach so spannend an, dass ich es unbedingt lesen wollte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Fluch des Phönix
  • Autor: Aimée Carter
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Oetinger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy, Urban Fantasy

INHALT:

Die Zwillinge Lu und Zac leben nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater in Trauer zusammen. Zac wird geplagt durch schlimmes Asthma und vielfältige Allergien, weswegen er nicht aus dem Haus darf. Die beiden Geschwister sind sich nicht immer grün, aber Lu hat nach dem Schicksalsschlag dir Mutterrolle für Zac übernommen, auch wenn sie das niemals zugeben würde.
Die Sommerferien stehen bevor und ihr Vater beschließt, die beiden 12-Jährigen zu entfernten Verwandten nach England zu schicken, denn durch den Verlust ist er wie gelähmt und kann sich nicht richtig um die Beiden kümmern. Er ist schlichtweg überfordert und nimmt das Angebot von Zacs und Lus Tante aus England an.
Die beiden Protagonisten sind von dieser Idee überhaupt nicht begeistert, kennen sie doch ihre angeblichen Verwandten nicht einmal vom Hörensagen. Sie fühlen sich abgeschoben und haben so gar keine Lust auf diese Sommerferien in England.
Als sie in England aber auf einem riesigen Anwesen ankommen und im Wald den Zugang zu einer mysteriösen Welt voller Fabelwesen finden – die den Wildlands aus den Gute-Nacht-Geschichten ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich ist – sind die Sommerferien auf einmal doch nicht mehr so schlimm wie gedacht. Was die beiden allerdings über diese Welt herausfinden, wird mehr fordern als ihre freie Zeit – denn dieses Wissen verändert nicht nur ihre Ferien, sondern auch ihre Zukunft

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist eine der ganz großen Stärken dieses Buchs. Die Autorin schafft es bereits auf den ersten 20 Seiten, die Charaktere so vielschichtig, tief und authentisch zu erzählen, dass man sprachlos zurückbleibt.
Die Zerrissenheit der Geschwister angesichts des Verlusts, die Schwäche von Zac angesichts seiner Allergien und die Stärke von Lu, die für Zac mehr Mutter wird als ein Kind, das unbeschwert in den Tag hineinlebt – das alles hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich hatte von einem Kinderbuch solch eine Tiefe nicht erwartet. Die Konflikte sind so greifbar, dass man mit den beiden Zwillingen mitleidet und mitfühlt.

Die Autorin schreibt in klaren, kurzen Sätzen, allerdings niemals fantasielos. Der Schreibstil ist alles andere als detailreich, dafür sitzt jede Formulierung und jeder Satz ist auf den Punkt. Mehrmals dachte ich beim Lesen: „Diese Autorin hat es echt drauf.“.
Es macht unheimlich Spaß, dieses Buch zu lesen, weil der Schreibstil es dem Leser einfach gemacht hat, in die Geschichte einzutauchen.

FAZIT:

Dieses Buch ist viel mehr als ein Kinderbuch. Durch die erwachsenen Konflikte, den ausgereiften Schreibstil und die spannende Geschichte kann es für mich locker mit Büchern für junge Erwachsene mithalten. Für ein Kinderbuch finde ich es an manchen Stellen tatsächlich etwas düster. Es bleibt zu sagen, dass auch ein Erwachsener Lesespaß in diesem Buch finden kann. Einzig das Ende kam schnell, ließ ein paar Fragen offen und ließ einen merken, dass es für Kinder geschrieben wurde. Ich bin hellauf begeistert und würde mir tatsächlich noch mehr Geschichten um die Wildlands erhoffen. Leider wirkt das Buch wie ein Einzelband, da die Geschichte in sich geschlossen ist.

Ein fantastisches Buch, welches weit mehr bietet, als ich von einem Kinderbuch erwartet hätte. Ein ausgreifter Schreibstil und wunderbar authentische Charaktere machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Auch für erwachsene Fantasy-Fans sehr lesenswert! Für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlights.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI