Rezension – „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Lange habe ich mich gescheut, ja förmlich gesträubt, die Bücher von Walter Moers in Augenschein zu nehmen. Warum? Irgendwie war mir die Covergestaltung nicht recht sympathisch.

Diese Meinung änderte sich aber spätestens nach meiner ersten Begegnung mit „Die Stadt der träumenden Bücher“ als Abendlektüre.

Die Stadt der träumenden Bücher

Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Die Stadt der träumenden Bücher“
  • Autor: Walter Moers
  • Anzahl der Seiten: 476 Seiten
  • Verlag: PIPER
  • Ausgabe : 35. Auflage September 2017
  • Genre: Roman, Fantasy

Inhalt:

Die Hauptrolle hat Hildegunst von Mythenmetz inne. Er ist entgegen allen Konventionen der gängigen Fantasy-Literatur kein Mensch oder anderes menschenähnliches Wesen, sondern ein Lindwurm. In Moers Buch stammt dieser Lindwurm von einem Ort – wie naheliegend ist doch die Bezeichnung – mit dem Namen Lindwurmfeste. Die Lindwürmer sind in der Welt Zamonien, wo alle Bücher Moers spielen, für ihre meisterhafte Dichtkunst bekannt.

Hildegunst von Mythenmetz erhält nun von seinem Dichtpaten ein geheimnisvolles Manuskript, auf dessen Spuren er in die Stadt Buchhain gelangt. Allerlei fantastische Ereignisse widerfahren unserem Helden. Von abstrus über lustig, aber auch dramatisch, abenteuerlich und traurig, deckt der Roman so ziemlich alle Facetten ab.

Mit der Zeit gerät Mythenmetz in ein Gespinst aus Intrigen und weiteren Geheimnissen, die von Moers mit einer unglaublichen Fantasie und sprachlichen Einzigartigkeit geschildert werden.

Sprachstil:

Walter Moers ist einzigartig in seinem Stil. Jeder, der auch nur ein Buch von ihm gelesen hat, wird mir zustimmen, dass man ihn entgegen vieler anderer Autoren sofort wiedererkennt.

Ihn zeichnet nicht nur aus, dass er es versteht, mit Wörtern zu jonglieren und mit seiner unglaublichen Sprachvielfalt zu glänzen; er überzeugt außerdem durch völlig eigene Wortneuschöpfungen und einen unverwechselbaren Humor. Das alles erzeugt eine Authentizität der Geschichten, von denen andere nur zu träumen wagen.

Ich ziehe den Hut vor diesem Autor, er hat mich beeindruckt wie kein anderer. Ein Meister seines Fachs – wenn auch oft sehr unkonventionell, dadurch aber ebenso erfrischend.

Fazit:

Entgegen all meiner Erwartungen ein Meisterwerk auf allen Ebenen! Ich habe danach zwei Wochen lang nichts anderes lesen können – ich hatte das Gefühl, nie wieder ein Buch dieser Qualität zu finden. Ich würde 100 Herzen verleihen, wenn ich mich nicht auf fünf beschränkt hätte. 😉

Bewertung: ❤❤❤❤❤

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Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär

Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“
  • Autor: Walter Moers
  • Anzahl der Seiten: 703 Seiten
  • Verlag: Goldmann
  • Ausgabe : 36. Auflage Dezember 2002
  • Genre: Roman, Fantasy

Inhalt:

Der Leser begleitet den kleinen Blaubär auf seinem Lebensweg, zumindest die ersten 13 1/2 Jahre lang. Jedes dieser „Leben“ wird in einem extra Kapitel beschrieben.

Aufgrund der vielfältigen und wirklich sehr unterschiedlichen Lebensumstände und -orte des Blaubären, gewinnt man nach Beendigung des Buchs tatsächlich das Gefühl, man hätte mehrere verschiedene Lebensgeschichten gelesen.

Ohne viel vorwegzugreifen, kann zumindest gesagt werden, dass Moers wieder nicht mit Fantasie gegeizt hat und ein eigenes Universum geschaffen hat.

Sprachstil:

Man merkt deutlich, dass dieses Buch das erste Buch von Moers in seinem Reich Zamonien war.

Sein Sprachstil ist wie in seinen späteren Büchern einzigartig und humorvoll, jedoch fehlt der Schliff, den er nach einigen Büchern Erfahrung gesammelt hatte.

Teilweise langatmig, aber niemals wirklich langweilig – eine sehr gelungene Abendlektüre!

Fazit:

Kommt nicht an die Stadt der träumenden Bücher ran, aber ist auf jeden Fall lesenwert und unterhaltsam. Wer ein entspanntes Lesevergnügen mit einer guten Prise Humor und Fantasie sucht, ist hier an der richtigen Adresse.

Bewertung: ❤❤❤❤♡

So kann es gehen …

… von einer kritisch beäugten zur hoch gefeierten Lektüre.

Ich muss meine anfängliche Skepsis gegenüber Moers in jedem Punkt revidieren!

Jeder, der sich einmal auf seine Bücher eingelassen hat, wird garantiert nach mehr lechzen, da auf dem deutschen Buchmarkt nichts Vergleichbares zu finden ist.

Unbedingt lesen!!!

EURE HACHIDORI

Rezension – „Seele aus Feuer“ von Marie Rapp

Liebe Leser,

wie ich bereits vor einiger Zeit berichtete, war ich wieder bei einer tollen Leserunde dabei. Dieses Mal schmökerte ich den zweiten Band der Seelen-Trilogie, „Seele aus Feuer“ von Marie Rapp. Ich hatte sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet, hatte mich doch der erste Teil in vollem Maße begeistert. (HIER gehts zur Rezension von Band 1)

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Band 2 – Seele aus Feuer

Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Seele aus Feuer“
  • Autor: Marie Rapp
  • Anzahl der Seiten: 614 Seiten
  • Verlag: Selfpublisher
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.10.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 04.10.2017
  • Genre: Urban-Fantasy, Jugendbuch

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Inhalt:

Wie kehren zurück in die Welt von Lena. Oder auch nicht. Denn Lenas Geschichte spielt sich im zweiten Band größtenteils in der Welt der Avindan ab, was unheimlich viele interessante Personen und Orte zu Tage fördert. Lena verbringt, ohne  euch zu viel zu verraten, viel Zeit sowohl auf „guter“ als auch auf „böser“ Seite. Somit lernt sie nicht nur das Devindanat kennen, sondern auch die Legion und eben auch die Menschen, die an den jeweiligen Orten leben. Zuviel möchte ich über die Handlung nicht verraten, nur soviel: Mit Spannung wurde wieder nicht gegeizt und es sind wieder unerwartete Wendungen vorhanden sowie Liebe, Action und jede Menge Fantasy. Gerade im fantasievollen Bereich hat sich Marie Rapp dieses Mal richtig ausgetobt und begeistert mit wunderschönen Szenerien, einfallsreichen Fähigkeiten der Charaktere und fantastischen Wesen.

Sprachstil:

Gibt es ein schöneres Kompliment für ein Buch, als dass man sich darin völlig verlieren kann? Und genauso war es auch wieder bei diesem Folgeband. Schon der erste Teil überzeugte mit dem prägnanten und kurzweiligen Sprachstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Besonders toll ist es, dass die Autorin sich wirklich niemals zu lange an Details aufhält und dadurch nicht langweilt. Hier wird wirklich klar beschrieben und die Geschichte kommt zügig voran. Natürlich sind auch Momente der Ruhe in einem Buch wichtig. Auch das beherrscht die Autorin. An den richtigen Stellen werden Details genannt oder auch mal länger in einer Situation verweilt. Allerdings, wie zuvor schon betont, ohne jemals langweilig zu sein. Durch diesen tollen Stil wurde ich erneut komplett in die Geschichte gezogen und konnte mich nur sehr schwer daraus befreien.

Charaktere:

Mir ist die Entwicklung der Charaktere in Büchern immer wichtig. Ich finde, dass unsere Protagonistin Lena sich da super gemausert hat. Ich finde sie ist von einem anfangs normalen Teenie zu einer wahren Heldin erwachsen.
Im zweiten Band stoßen aber auch sehr viele neue Charaktere dazu und auch hier kann ich nur wieder bewundern (wie beim ersten Band), dass die Autorin es schafft, eine Vielzahl von Personen in die Geschichte einzubringen und sie dennoch alle mit Leben zu versehen. Allzu oft sind Nebenfiguren farblos und man bekommt keinen Draht zu ihnen. Aber auch in „Seele aus Feuer“ sind die unzähligen Personen und Figuren so toll dargestellt, dass jeder von ihnen auf seine eigene Art liebenswert ist. Aber nicht nur die Nebenfiguren verdienen ein Lob, sondern auch die vielen Figuren, die im Mittelpunkt stehen und wirklich toll ausgearbeitet wurden.

Fazit:

Was für ein Nachfolger! Ich finde ihn sogar noch besser als den ersten Band und bin hellauf begeistert. Dieses Buch hatte alles, was für mich zu einem guten Buch gehört. Spannung, Witz, Liebe, Action und Tiefe. Ich habe dieses Buch nicht einfach nur gelesen, ich war praktisch bei allen Geschehnissen hautnah dabei. Kaum eine Buchreihe hat das Prädikat „Pageturner“ so sehr verdient wie die Seelen-Trilogie. Dieses Buch ist für mich ein weiteres Jahres-Highlight! Unbedingt lesen!!!

Bewertung: ❤❤❤❤❤

EURE HACHIDORI

Buchverlosung bis zum 03. Dezember – „Seele aus Eis“ (signiert + Goodies) von Marie Rapp

Hallo meine lieben Leser,

aktuell läuft noch meine Buchverlosung und ihr könnt immer noch in den Lostopf hüpfen.
Da dort noch genug Platz ist für weitere Teilnehmer, kommt hier die kleine Erinnerung.

Zu gewinnen gibt es 1 signiertes Exemplar von „Seele aus Eis“ + Goodies von Marie Rapp!

Bis zum 03. Dezember 2017 habt ihr noch die Möglichkeit mitzumachen. 
HIER geht es zur Buchverlosung!
Ich freue mich auf euch!

Bis bald,

EURE HACHIDORI

Gewinnspiel & Autoren-Interview – „Seele aus Eis“ von Marie Rapp

Liebe Leser,

auf Facebook hat meine Blog-Seite die magische 100 geknackt und zur Feier des Tages hatte ich schon längere Zeit ein Gewinnspiel für meine treuen Leser geplant.
Heute ist es soweit!

Ich verlose exklusiv 1 signiertes Exemplar „Seele aus Eis“ + Goodies von Marie Rapp! Ich habe den Debütroman im Mai im Rahmen einer Leserunde rezensiert und war absolut begeistert.

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Dieses wunderschöne signierte Exemplar plus Goodies könnt ihr gewinnen.

Um heute aber auch genügend zu feiern, habe ich etwas Besonderes für euch vorbereitet. Die Autorin des verlosten Buchs hat mir Rede und Antwort in einem Interview gestanden. Viel Spaß beim Schmökern!

 

Autoreninterview – 10 Fragen an Marie Rapp:

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Marie Rapp – Autorin der „Seelen-Trilogie“

Frage 1: Hallo liebe Marie, wir kennen uns ja schon durch eine Leserunde zu deinem Buch „Seele aus Eis“ und wie du weißt, war nicht nur ich sehr begeistert von deinem Werk. 😉 Wie fühlst du dich denn mittlerweile so als erfolgreiche Debütautorin? Hat sich für dich etwas verändert? Erkennt man dich vielleicht schon auf der Straße? ;D

Ich konnte es lange Zeit selbst nicht so richtig fassen, dass ich mein Buch nach all den Jahren tatsächlich veröffentlicht habe. Mittlerweile sind es sogar schon zwei. Das Gefühl, das gedruckte Buch endlich in Händen halten zu können, ist wirklich unbeschreiblich. Ich kann meine Geschichten endlich mit anderen teilen, das ist die wichtigste Veränderung, die mir unglaublich viel bedeutet.

Auf der Straße werde ich nicht erkannt und finde es ganz gut so 😀 Ich möchte, dass meine Geschichten und meine Protagonisten im Vordergrund stehen und nicht unbedingt ich als Person.

Frage 2: Mich persönlich hat nicht nur die Story und das Charakterdesign begeistert, sondern auch die Idee der Spirits. Was inspiriert dich zu den Formen der Spirits? Und wie genau bist du denn auf den wunderschönen blauen Schmetterling gekommen?

Die Vorstellung, dass etwas von der eigenen Seele nach außen getragen werden kann, fand ich sehr faszinierend. Ein Spirit offenbart viel über den Charakter der Person, ob sie das nun will oder nicht. Die Spirits nehmen eine zentrale Rolle in meiner Geschichte ein, deswegen hat jeder einzelne Spirit eine bestimmte Bedeutung, auch wenn diese nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Ich versuche jedem Charakter gerecht zu werden und ihn in einem Spirit „einzufangen“. Bei manchen Protagonisten formt sich der Spirit fast schon automatisch vor meinem geistigen Auge, so wie es bei Lena der Fall war, bei anderen fällt es mir unheimlich schwer, den Kern ihres Wesens in nur einer einzigen Form wiederzugeben.

Frage 3: Hat der blaue Schmetterling denn eine besondere Bedeutung für dich selbst? Und wenn ja, welche?

Schon als Kind hatten Schmetterlinge eine besondere Anziehungskraft auf mich. Sie sind wunderschön, aber auch vergänglich. Die Vorstellung, einen eigenen Schmetterling erschaffen zu können, fand ich einfach großartig. Ein Schmetterling, der alles überdauert, selbst Kälte und Dunkelheit.

Frage 4: Wie für viele andere auch, hat sich dein Buch für mich wie Butter gelesen und ich kann den zweiten Band kaum erwarten. Das liegt für mich vor allem auch an der Authentizität von Lena. Hast du da auch deine eigene Persönlichkeit einfließen lassen?

Meine eigenen Vorstellungen von Liebe und Freundschaft, aber auch von Richtig und Falsch fließen in meine Geschichten ein. Ich glaube, dass in jedem meiner Charaktere etwas von mir steckt, aber mit Lena verbindet mich tatsächlich etwas Besonderes. Sie war meine erste Protagonistin und als ich sie geschaffen habe, war ich noch sehr jung, was mein Alter aber auch mein Dasein als Autorin angeht. Ich habe Lena einige Charakterzüge von mir mitgegeben, um sie greifbarer für die Leser und für mich selbst zu machen.

Frage 5: Deine Charaktere haben ja besondere Fähigkeiten. Bei der aktuellen Leserunde zum zweiten Band „Seele aus Feuer“ wolltest du von den Bewerbern gern wissen, welche Fähigkeit sie am liebsten hätten und warum. Diese Frage möchte ich sehr gern an dich zurückgeben, denn sie brennt mir unter den Nägeln. 😉

Die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, würde ich selbst nicht haben wollen und ich glaube auch, dass es oft besser ist, wenn man nicht weiß, was andere Menschen denken. Deswegen denke ich, dass diese zwei Fähigkeiten die größten Bürden für ihre Träger darstellen.

Wenn ich mich für eine Fähigkeit entscheiden müsste, würde ich gerne heilen können. Den Menschen, die einem nahe stehen, helfen zu können, wäre ein unbezahlbares Geschenk, mit dem man so viel Gutes bewirken könnte.

Frage 6: Dürfen deine Leser denn nach der Seelen-Trilogie darauf hoffen, mehr von dir zu lesen? Hast du eventuell sogar schon Pläne oder Ideen für weitere Projekte?

Welche Projekte ich nach „Seele aus Donner“ verfolgen werde, weiß ich jetzt noch nicht. Ich habe einige Ideen für weitere Bücher (auch Urban-Fantasy), aber ich musste „Seele aus Feuer“ um einige Szenen und Handlungsstränge kürzen, weil das Buch sonst viel zu dick geworden wäre und das ist für mich ein schlechtes Argument, um eine Geschichte mit den Lesern nicht teilen zu können. Deswegen könnte ich mir gut vorstellen, dass ich dazu noch was Gesondertes schreiben werde.
Ich könnte mir auch vorstellen, irgendwann mal in einem anderen Genre zu schreiben, habe aber bis jetzt noch keine konkreten Pläne.

Frage 7: Und wie muss ich mir die Wiege deiner Bücher vorstellen? Ist es so romantisch, wie sich alle Büchernarren das vorstellen – die Autoren sitzen mit einem Glas Wein und ihrem Laptop entweder auf ihrer hölzernen Terrasse und schauen auf einen See oder haben alle einen Massivholzschreibtisch und versinken hinter tausenden Manuskriptblättern? Oder ist das eigentlich viel unromantischer und normaler, wenn die Schreiblust dich packt?

Ich gebe zu, ich würde gerne auf einer hölzernen Terrasse mit Blick auf einen See meine Romane schreiben, aber so sieht die Realität nicht aus, zumindest nicht meine 🙂 Ich schreibe fast ausschließlich zuhause mit Laptop und ganz wichtig: Musik. Wenn ich unterwegs bin, habe ich oft einen Notizblock dabei. Wenn mir eine gute Idee in den Sinn kommt, muss ich sie schnell aufschreiben, bevor sie wieder verblasst.

Frage 8: Auf deiner Website schreibst du, dass Self-Publishing für dich ein Abenteuer ist und somit alle Fäden von der Covergestaltung bis hin zum Klappentext in der Hand hast. Du schreibst auch darüber, dass das viel Arbeit und Verantwortung bedeutet. Ich stelle mir das auf der einen Seite wirklich alles sehr schön vor, wenn das Buch wirklich zu 100% dein Baby ist. Allerdings stelle ich mir das auch sehr anstrengend vor – hast du einen Tipp für andere da draußen, wie du das alles schaffst?

Ich glaube, das Wichtigste ist es, sich selbst treu zu bleiben. Es hört sich vielleicht abgedroschen an und jeder von uns kennt diesen Satz, aber so einfach wie sich das anhört, ist es leider nicht. Man kann es nicht jedem recht machen, will man als Autor auch nicht. So viele unterschiedliche Leser es gibt, so viele verschiedene Meinungen wird es auch zu eurem Buch geben, aber am Ende gibt es nur eine Meinung, die zählen sollte, und das ist eure eigene.

Frage 9: Durch die Leserunden hast du viele Eindrücke gesammelt und selbst gesagt, dass es dich erstaunt, wie unterschiedlich die Leser die Charaktere sehen bzw. wie unterschiedlich sie sich den Ausgang der Geschichte vorstellen. Haben diese vielen Rückmeldungen deinen Blick auf dein Werk verändert? Und wenn ja, wie genau? Ich stelle es mir spannend vor, diese vielen Eindrücke zu verarbeiten. Zieht man daraus vielleicht auch manchmal Ideen für die Folgebände oder eher nicht?

Das Ende der Geschichte stand schon fest, noch bevor ich angefangen habe, sie aufzuschreiben, daran hat sich seitdem nichts verändert.

Ich finde es unglaublich spannend, die Vermutungen und Theorien meiner Leser zu erfahren. Manchmal sind sie verdammt nah dran, hinter ein Geheimnis zu kommen, dann geraten sie aber wieder auf eine falsche Spur.

Frage 10: Autoren sind in der Regel selbst totale Bücherliebhaber. Mich würde zum Abschluss noch interessieren, ob du einen Buchtipp für mich und meine Leser auf Lager hast? Gibt es aktuell ein Buch, was dich begeistern konnte oder vielleicht einen zeitlosen Klassiker, den du immer wieder aus dem Regal holst?

Ich lese sehr gerne Urban-Fantasy und Dystopien, obwohl ich in letzter Zeit nicht so viel zum Lesen komme. Die Frage nach meinem Lieblingsbuch ist wirklich schwierig, weil es einige Bücher gibt, die ich mag. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde meine Wahl auf Harry Potter fallen, weil es eine Reihe ist, die mich über so viele Seiten und Jahre und ganze 7 Bände lang fesseln konnte.

Bisher erschienen:

 

Gewinnspiel:

Was müsst ihr tun, um in den Lostopf zu hüpfen?
– Ihr seid mindestens 18 Jahre alt.
– Ihr seid Fan meiner Facebook-Seite oder folgt meinem Blog.
– Ihr schreibt mir auf Facebook unter den passenden Beitrag oder hier direkt unterm Artikel einen Kommentar, wieso ihr dieses Buch unbedingt gewinnen möchtet. Ihr könnt auch zwei Lose sammeln, indem ihr auf dem Blog UND Facebook kommentiert.
– Bitte schreibt mir, wenn ihr kommentieren solltet dazu, unter welchem Namen ihr auf Facebook meine Seite geliked habt bzw. unter welchem Namen ihr meinem Blog folgt.

Teilnahmeschluss ist der 03.12.2017!

Der Gewinner wird zufällig ausgelost und auf meinem Blog sowie auf meiner Facebook-Seite spätestens 48 Stunden nach Teilnahmeschluss bekannt gegeben. Meldet sich der Gewinner nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Auslosung bei mir (über eine Facebook-Nachricht oder das Kontaktformular von meinem Blog), um das weitere Vorgehen zu besprechen, wird neu ausgelost.

Was müsst ihr noch wissen?
– Eure E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und nur zur Gewinnspielabwicklung genutzt.
– Eure Daten werden nicht weitergegeben oder weiterverwendet – ich brauche sie nur zur Auslosung und die Gewinnspielabwicklung.
– Ihr erklärt euch durch die Teilnahme am Gewinnspiel einverstanden, dass euer Name im Falle des Gewinns hier auf meinem Blog und auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht werden.
–  Ich übernehme keine Haftung auf dem Postweg. Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bitte habt außerdem Verständnis dafür, dass ich das Paket so schnell es mir möglich ist, zur Post schaffe, danach aber noch die üblichen 3-5 Werktage Versand abzuwarten sind. Ihr werdet zum Versand von mir informiert, falls ihr der Gewinner seid und euch zurückgemeldet habt.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
– Der Gewinn kann nicht umgetauscht und nicht in bar ausgezahlt werden.
– Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel zu verändern oder abzubrechen, falls ich dies für nötig erachte.
– Facebook selbst hat mir diesem Gewinnspiel natürlich nichts zu tun! 😉

Und jetzt wünsche ich euch allen viel Glück! ❤

EURE HACHIDORI

Leserunde – „Seele aus Feuer“ von Marie Rapp

Liebe Leser,

ich habe solch ein Glück!
Sehnsüchtig wartete ich auf den Oktober, da ich wusste, dass mit „Seele aus Feuer“ von Marie Rapp endlich der Nachfolger von „Seele aus Eis“ herauskommt. Außerdem hoffte ich, wieder bei der Leserunde auf lovelybooks.de dabei zu sein, weil sie mir beim letzten Mal so viel Freude bereitet hatte. Und ich bin wirklich dabei! Juhuu!!!

Ich habe dieses Mal nicht nur ein e-Book gewonnen, sondern ein signiertes Druck-Exemplar! Ich bin wirklich sehr glücklich und kann es kaum erwarten, das Buch zu verschlingen. Ich melde mich also erstmal ab und bin dann bald mit einer Rezension wieder da. 😉 Wer die Leserunde verfolgen möchte, kann das HIER tun.

EURE HACHIDORI

Rezension – „Scythe – Die Hüter des Todes“ von Neal Shusterman

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, habe überlegt, ob ich es sofort zur Erscheinung kaufen soll oder nicht. Zum Glück habe ich es gekauft, denn ich wurde nicht enttäuscht!

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Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Scythe – Die Hüter des Todes“
  • Autor: Neal Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 528 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.09.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 21.09.2017
  • Genre: Utopie, Urban-Fantasy, Jugendbuch

Inhalt:

Die Welt hat sich zu einer „perfekten“ Welt weiterentwickelt. Es gibt keine Krankheiten, keinen Tod, keine Kriege, keine Kriminalität. Für die Aufrechterhaltung dieses friedlebenden und unsterblichen Zustands ist der Thunderhead zuständig. Dabei handelt es sich um eine Art elektronisches, allwissendes und übermächtiges Gehirn. Es entwickelte sich aus der uns bekannten Cloud. Doch es gibt etwas, was unabhängig vom Thunderhead agieren darf, oder vielmehr es gibt jemanden. Die Scythe, die Hüter des Todes. Sie sind Menschen, die das natürliche Gleichgewicht unterstützen sollen. Dazu müssen sie töten. Wie eine Art Orden, folgen sie dabei Geboten und Regeln. Zum Scythe wird nicht ernannt, wer es sein möchte, sondern diejenigen, die diese Tätigkeit am meisten verabscheuen. So soll vor Missbrauch dieser Berufung geschützt werden. Das Töten wird von den Scythe als „nachlesen“ bezeichnet. Sie tragen Roben und verzichten auf viele Annehmlichkeiten, um dem Tod und den Toten gegenüber Respekt zu zollen. Jeder Scythe trägt zudem einen Ring.
Trotz der Einführung des Scythe-Ordens ist die Wahrscheinlichkeit, zu sterben, verschwindend gering. Somit leben die Menschen ein unsterbliches Leben. Die Menschen durchleben ihren normalen Lebenszyklus, können sich aber auch auf ein bestimmtes Alter zurücksetzen lassen, was „über den Berg kommen“ genannt wird.
Den Scythe gegenüber verhalten sie sich mal ehrfürchtig, mal ängstlich, mal heuchlerisch, sind es doch die einzigen, die ihnen gefährlich werden könnten.

„Wir können Dinge viel effektiver aufschieben, als die dem Tode Geweihten, weil der Tod für uns eine Ausnahme ist und nicht die Regel.“

Neal Shusterman (2017), Scythe – Die Hüter des Todes, Seite 443

Bei einer Nachlese erhalten die Hinterbliebenen Immunität, was bedeutet, dass sie ein Jahr lang nicht nachgelesen werden können. Diese Immunität wird durch das Küssen des Scythe-Rings gewährt. Weigert man sich gegen die Ausführung einer Nachlese, wird auch die gesamte Familie des Todgeweihten getötet.
Selbstmord ist ebenfalls nicht möglich, denn die Körper sind durch sogenannte Naniten selbstheilend und nach einem Selbstmordversuch werden die Menschen in Revival-Zentren wieder aufgepäppelt. Für Scythe ist der einzige Weg zu sterben allerdings der Selbstmord – die Selbstnachlese.

Soviel zur allgemeinen Schilderung der Gesetzmäßigkeiten dieser Welt. Natürlich ist das nur ein grober Anriss, denn das gesamte Bild um die Gebote der Scythe ergibt sich natürlich durch das Buch selbst. In dieser Welt stehen nun unsere Protagonisten Citra und Rowan im Mittelpunkt. Ihr alltägliches Leben wird dargestellt und dann folgt der wirkliche Anfang der Geschichte. Beide werden zu Scythe-Lehrlingen berufen. Sie müssen ihr vorheriges Leben hinter sich lassen und sich mit dem Tod mehr als jemals zuvor beschäftigen. Ich mochte es, wie sich der Autor auf die Gefühlswelten der Beiden konzentriert hat. Durch die Beschäftigung mit dem Tod und dem Töten wird ihnen das alte unsterbliche und sorglose Leben allmählich fremd. Das hat Shusterman wirklich super ausgearbeitet. Welcher Konflikt sich für die beiden ergibt, werde ich euch aber nicht verraten! 😉

Schreibstil:

Die Geschichte wird sowohl aus Citras als auch aus Rowans Perspektive erzählt. Es fließen allerdings immer mal wieder auch die Perspektiven von anderen Personen ein. Das dient meistens dazu, dass der Leser Gespräche oder Ereignisse mitbekommt, die den Protagonisten verborgen bleiben, die aber trotzdem für das Gesamtbild der Story sehr wichtig sind. Shusterman schafft es, dass der Perspektivwechsel kaum merkbar geschieht und der Leser nicht aus dem Lesefluss gerissen wird. Nein, ich tauchte sogar durch diese Perspektivwechsel immer weiter in die Geschichte ein und konnte mich ihr schließlich gar nicht mehr entziehen. Die Wirksamkeit dieser Erzählweise funktioniert dabei deswegen so grandios, weil Shustermann es versteht, das Instrument des Perspektivwechsels einzusetzen. Ganz anders als sonst, störten mich die vielen Ansichten nicht, sondern waren sogar vielmehr unbedingt notwendig.

Weiterhin findet sich nach jedem Kapitel ein kurzer Auszug aus verschiedenen Tagebüchern von unterschiedlichen Scythe. Die hier teils philosophischen Gedankengänge tragen maßgeblich zur Stimmung des Buches bei und regen den Leser auch zur Reflektion des Gelesenen an. Die Tagebucheinträge lassen unter anderem einen Einblick in das Seelenleben bekannter Scythe zu, sodass sich Beweggründe oder Charakterzüge sehr gut herausstellen.

„Unsterblichkeit kann die Torheit und Schwäche der Jugend nicht mindern. Die Unschuld ist dazu verdammt, einen sinnlosen Tod durch unsere eigenen Hände zu sterben, sie fällt den Fehlern zum Opfer, die wir niemals ungeschehen machen können. […]“

Neal Shusterman (2017), Scythe – Die Hüter des Todes, Seite 438

Besonders gut gefällt mir, dass sich durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Mittel die Frage aufwirft, ob ein unsterbliches oder ein sterbliches Leben lebenswerter ist.

Das Buch hat allgemein eine gewisse Grundspannung. In regelmäßigen Abständen werden interessante Infos gestreut und geschehen auch wirklich unvorhergesehene Dinge, die ich so nicht erwartet hätte.
Durch die prägnante, bildhafte und teilweise auch hochwertige Sprache ist der Schreibstil lebendig und hat mich auf jeder Seite gut unterhalten. Dank Shusterman weiß ich nun, was eine „Rotunde“ ist. 😉

Fazit:

Der Klappentext ließ mich vermuten, dass sich zwischen den Buchdeckeln eine 0815-Geschichte ala „die beiden Protagonisten lieben sich und begehren auf“ befindet. Ganz typisch, wie in vielen Dystopien/Utopien in den letzten Jahren. Erstaunlicherweise überraschte mich das Buch mit so viel mehr, als ich erwartet hatte. Da ist nicht nur das Dilemma der Berufung eines Scythe oder das Fremdwerden des alten Lebens durch den Tod (was im wahren Leben wirklich ein Thema ist), sondern auch politische Ränkespiele und eben so gar keine A-typische Liebesgeschichte im Sinne von „ich opfere mich für dich“. Die Liebe wird hier eher am Rand behandelt. Vielmehr steht im Mittelpunkt der Umgang mit dem Tod in einer Welt der Unsterblichkeit, die Aufklärung eines verschleiherten Mordes und die Konzentration auf die Gefühle der Protagonisten.

Das Buch ist einfach vollkommen durchdacht und spannend, aber auch grausam. Wer möchte, kann darin auch philosophisches über das Thema Tod finden. Diese eingeschobene Philosophie  ist schon fast ein Plädoyer für ein Leben in Endlichkeit und für den Tod selbst, welcher leider in unserem Leben oft noch ein Tabu-Thema ist. Besonders gut gefällt mir die Art, dieses Thema durch einen Roman zu thematisieren und dafür nicht nur zu sensibiliseren, sondern auch die eigenen Gedanken dorthin zu leiten, dass man ein endliches Leben schätzt, sich mehr auf das Leben konzentriert und dieses auch mehr genießt. Denn das ist die Botschaft. Durch die Thematisierung des Todes wird die Wertigkeit unseres Lebens betont. Grandios.

„[…] Es erinnert mich daran, dass einige Naturgewalten niemals ganz gebändigt werden können. Sie sind ewig, und das ist viel besser, als unsterblich zu sein.“

Neal Shusterman (2017), Scythe – Die Hüter des Todes, Seite 441

Ich kann nicht aufhören, dieses Buch zu loben. Eine Geschichte, die nachhallt. Für mich ein wirklich perfekter Reihenauftakt und mein zweites Jahreshighlight.
Darum: UNBEDINGT lesen.

Bewertung: ❤❤❤❤❤

 

EURE HACHIDORI

 

 

 

Auflösung: Der geheimnisvolle Brief – Leserunde zu „Das Lied der Krähen“

Vor einiger Zeit erhielt ich einen mysteriösen Brief. Ihr erinnert euch bestimmt.
Es kam heraus, dass es sich dabei um eine Buchverlosung / Leserunde zum neu erschienenen Buch „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo handelte.

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Mittlerweile sind die Gewinner in den Genuss des Buchs gekommen – nein, ich war leider nicht dabei – und es gibt die ersten Rezensionen. Ihr findet die Rezensionen zur Buchverlosung von lovelybooks HIER. Die Bewertungen klingen alle sehr vielversprechend und interessant. Ich denke, dieses Buch steht jetzt auch ganz oben auf meiner Wunschliste. Was meint ihr?

Rezension – „Sakura – Die Vollkommenen“ von Kim Kestner

Liebe Leser,

zwischen Kisten und Umzug schaffte ich es, das Buch „Sakura – Die Vollkommenen“ von Kim Kestner zu beenden. An meiner Rezension lasse ich euch gern teilhaben. 🙂

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Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Sakura – Die Vollkommenen“
  • Autor: Kim Kestner
  • Anzahl der Seiten: 408 Seiten
  • Verlag: Arena Verlag
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 23.03.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 06.06.2017
  • Genre: Dystopie / Jugendbuch

Rezension:

*enthält SPOILER*

Ich habe mich auf dieses Buch sehr lange gefreut und wurde leider enttäuscht. Ich habe mich auf eine spannende Dystopie gefreut, die mit Japanbezug glänzt. Die Japanbezüge sind da, aber irgendwie einfacher, als ich dachte. Das Feeling kam für mich nicht rüber. Und letztendlich ist es für mich schade, dass diese Dystopie auch ohne die japanischen Begriffe genauso stattgefunden haben könnte. Somit wirkt dieser Japanbezug nicht nötig und vor allem auch aufgezwungen. Schade. Man hätte mehr daraus machen können.

Dazu kommt, dass das Mädchen auf dem Cover so gar nichts mit der Beschreibung von Juri gemein hat. Juri wird als kräftig, groß und muskulös, ja fast männlich und nicht wirklich schön beschrieben. Das Cover vermittelt da einen ganz falschen Eindruck. Dadurch, dass Juri sich bei den Männern einschmuggelt, hat es was von einem Mulan-Abklatsch. War aber an sich nett gemacht, finde ich.

Was mich gestört hat, war die fehlende Tiefe und irgendwie ging mir die Liebesgeschichte am Ende dann doch zu schnell. Es hat sich vorher nichts wirklich entwickelt und dann war es ZACK unausgesprochen geklärt. Da kamen bei mir gar keine Gefühle auf.

Fast zu erwarten war die in Dystopien gern verwendete Glaskuppel in der die Menschen leben… ich denke, da gibt es noch hundert andere Möglichkeiten, hat mich daher etwas gelangweilt.

Die Idee der Ebenen ist an sich nicht schlecht, allerdings ist auf den unteren Ebenen nicht wirklich viel passiert. Diese Prüfungen haben am Ende nicht wirklich Sinn ergeben und ihnen wurde für die anfänglichen ausschweifenden Erklärungen am Ende zu wenig Bedeutung beigemessen.

*SPOILER ENDE*

Alles in allem war der Schreibstil okay, aber das Buch im Ganzen war schwerfällig, man hatte das Gefühl, es passiert nichts, erst im letzten Viertel nimmt es an Fahrt auf, sodass man weiterlesen möchte. Außerdem war die Ausdrucksweise der Protagonistin an manchen Stellen so verroht, dass es mich nervte. Außerdem finde ich die Brutalität des Buchs für ein Jugendbuch nicht unbedingt angemessen.

Fazit:

Irgendwie wirkt es wie eine Mischung aus gängigen Dystopien, Japan und Mulan. Aber es wirkte nicht gewollt, sondern als wenn jemand selbst gern Dystopien liest, Japan mag und dann einen Mix daraus schreiben wollte. Wirklich gefesselt hat mich das Buch trotz des schönen Covers und der vielversprechenden Idee nicht. Schade, ich finde hier wurde viel Potenzial verschenkt, weswegen ich nur das Prädikat „kann man mal lesen“ vergeben kann. Deswegen nur drei Herzchen. Eins für Japan, eins für das Cover und eins für das letzte Viertel des Buchs.

Bewertung: ❤❤❤ ♡ ♡

EURE HACHIDORI

Leserunde – „Die Chroniken der Seelenwächter – Die Suche beginnt“ von Nicole Böhm

Hallo meine lieben Leser,

irgendwie schreibe ich ja fast nur noch über Bücher … 😛 und obwohl ich schon ein paar andere Beiträge vorbereite, muss ich euch schon wieder berichten, dass ich das Glück hatte, bei der Leserunde zu „Die Chroniken der Seelenwächter – Die Suche beginnt“ von Nicole Böhm auf Lovelybooks dabei zu sein! 🙂

Allgemeines zum Buch:

  • Titel: „Die Chroniken der Seelenwächter – Die Suche beginnt“ (Band 1)
  • Art: e-Book
  • Autor: Nicole Böhm
  • Anzahl der Seiten: 113 Seiten
  • Verlag: Greenlight Press
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.08.2014
  • Genre: Fantasy / Urban Fantasy

Klappentext:

„Ein Vermächtnis aus tiefster Vergangenheit stürzt das Leben von Jess ins Chaos. Als ein magisches Ritual anders endet, als erwartet, wird sie nicht nur mit den gefährlichen Schattendämonen konfrontiert, auch die geheime Loge der Seelenwächter greift in ihr Leben ein. Als wäre das nicht genug, scheint ihre Familiengeschichte direkt mit dem ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten verknüpft. Magie, Mystery, gefährliche Rätsel und eine dramatische Liebe definieren den ewigen Kampf zwischen den Seelenwächtern und den Schattendämonen. Nicole Böhm verknüpft uralte Sagen mit Ereignissen der Gegenwart.“ (Quelle, Stand: 22.06.2017)

Ich bin wirklich gespannt auf diese Leserunde, denn die Serie gewann 2016 den Deutschen Phantastikpreis und ist 2017 erneut als „Beste Serie“ nominiert. Es sind bereits 23 Bände erschienen. Besonders reizt mich die Kurzweiligkeit, denn jeder Band hat nur so um die 120 Seiten. Jeden Monat erscheint ein neuer Band. Alle zwei Monate werden die Taschenbücher gedruckt. 🙂 Ich freue mich, dabei zu sein!

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Rezension – „Alice = Alice“ von Maxi Schilonka

Hallo liebe Leser,

zunächst möchte ich mich bei der Autorin Maxi Schilonka, dem Papierverzierer Verlag und lovelybooks für die Leserunde und die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von „Alice = Alice“ bedanken.

ALICE = ALICE von Maxi Schilonka

Allgemeines zum Buch:

  • Titel: Alice = Alice
  • Art: e-Book
  • Autor: Maxi Schilonka
  • Anzahl der Seiten: 268 Seiten
  • Verlag: Papierverzierer Verlag
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 23.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 23.03.2017
  • Genre: Fantasy / Jugendbuch

Inhalt:

In dem Buch geht es um Alice und Scarlett, zwei Zwillingsschwestern, die durch die Scheidung der Eltern voneinander getrennt wurden. Sie wohnen jeweils am anderen Ende der Stadt und sehen sich selten, kommunizieren hauptsächlich virtuell. Die Welt von Alice und ihren stark verstrittenen Eltern steht auf einmal Kopf, als Scarlett aus dem Fenster stürzt und im Krankenhaus fortan im Koma liegt. Schnell ist die Rede von einem Selbstmordversuch. Alice will sich nicht damit abfinden und versucht als Zwillingsschwester die Rolle von Scarlett einzunehmen, um die Umstände des Sturzes aufzuklären. An der Schule von Scarlett entdeckt Alice nicht nur ein normales Schulumfeld, sondern merkwürdige Schüler, Vorkommnisse und Verhaltensweisen. Langsam aber sicher lüftet sie die Geheimnisse um die Schule, Scarletts Sturz und die Hintergründe. Dazu nutzt sie ein paar Zeichnungen von Scarlett, die sie in ihrem Zimmer fand, um in das Unterbewusstsein ihrer Schwester zu reisen. Dort betritt sie das Wunderland, wie wir es aus der Geschichte von Lewis Carroll kennen und wo Alice langsam die Zusammenhänge zwischen Wunderland und Realität herstellt.

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Rezension:

Die Autorin Maxi Schilonka hat ein kleines aber feines e-Book geschaffen, welches vor allem durch seinen leichten, lockeren Schreibstil sehr angenehm zu lesen ist. Sie schreibt ohne viele Schnörkel, fast in Umgangssprache und besticht immer wieder durch Anspielungen auf Inhalte der Popkultur bspw. Harry Potter.

Inhaltlich hat mich die Story wirklich extrem gereizt, weil ich die Geschichte „Alice im Wunderland“ mag und auch Adaptionen stets interessant finde. Außerdem fand ich diese Zwillingsgeschichte gepaart mit der Reise ins Unterbewusstsein als psychischen Aufhänger irgendwie nett. Ich hatte dementsprechen hohe Erwartungen an das Buch.
Vielleicht auch aus diesem Grund, war ich dann ein wenig ernüchtert. Die Handlung ist zwar alleine durch die Frage nach Scarletts Sturz mit Spannung untersetzt, allerdings war mir bis zu einem Dreiviertel des Buchs zu wenig Fortschritt zu sehen. Ich war frustriert, weil ich das Gefühl hatte, Alice tritt bei ihren „Ermittlungen“ auf der Stelle bzw. waren die Erkenntnisse so minimal, wenn man sie auf das Große und Ganze betrachtete, dass es mir an einigen Stellen einfach zu langatmig vorkam, obwohl es wirklich in keinster Weise langatmig geschrieben ist! Ich hatte einfach das Gefühl, der Beobachter der Ermittlungen zu sein, der diese interessiert und aufmerksam verfolgt, aber mehr eben auch nicht. Am Ende nimmt das Buch dann nochmal richtig Fahrt auf, da war auch für mich die Spannung greifbar. Leider wurde in den letzten drei Kapiteln dann einiges nicht so ausführlich dargestellt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es ging auf einmal Schlag auf Schlag. Das letzte Kapitel hat mir mit Abstand am besten gefallen, weil die Konfrontation mit der Herzkönigin wirklich gut herausgearbeitet ist. Es war ein gutes Finale. Auch das Ende konnte mich überzeugen, aber da möchte ich euch natürlich nicht zu viel verraten! 😉

Leider bin ich bis zum Ende nicht mit der Protagonistin warm geworden. Mir fehlte an einigen Stellen der Einblick in ihr Gefühlsleben und ihre Schulssfolgerungen, weshalb es manchmal schwer war, ihre Beweggründe und Handlungen nachzuvollziehen. Die anderen Charaktere waren zwar liebenswert, aber von ihnen ist mir auch nur Carter ans Herz gewachsen. Bei der Ausarbeitung der Figuren fehlte mir die gewisse Tiefe, die es zulässt, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Die Geschichte erinnerte mich stark an eine Mischung aus dem Videospiel „Alice – Madness Returns“ und der Geschichte „Das doppelte Lottchen“ (tatsächlich äußerte die Autorin, dass das wirklich Vorlagen waren) sowie einigen anderen Einflüssen, eben aus der Popkultur. Bis zu einem gewissen Grad war das passend und okay, aber leider wurde gegen Ende dann noch ein Wesen aus Harry Potter aufgegriffen, was für mich irgendwie dann doch too much war und für mich nicht richtig gepasst hat. Allerdings ist das wirklich sehr subjektiv, denn es gibt mindestens genauso viele Leser unter euch, die wahrscheinlich auf genau diese Mischung stehen. 😉

Um nicht nur zu meckern, möchte ich hier noch hervorheben, dass mit dir Gestaltung des Wunderlandes wirklich gut gefallen hat und ich mich bei jeder Person, die Alice dort traf, gefreut habe. Es ist eine gewisse Nostalgie, die einen da ergreift.

Fazit:

Leider konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Alles in allem ist dieses e-Book eine nette Geschichte für Zwischendurch, die sich flüssig liest und viele bekannte Gesichter für Alice-Fans bereit hält. Schon alleine die Begegnung mit den bekannten Figuren ist es wert, hier einen Blick zu riskieren, auch wenn die Handlung teilweise ausbaufähig wäre. Leider bin ich bis zum Ende nicht mit der Protagonistin warm geworden. Somit sind meine hohen Erwartungen nicht erfüllt und es ist leider kein Jahreshighlight geworden. Trotz einiger Schwächen lohnt sich diese kurzweilige Geschichte, wenn man mal wieder Lust auf ein bisschen Wunderland hat. Aber nehmt euch in Acht vor der Herzkönigin! („Ab mit dem Kooopf!„)

Dieses Mal leider nur gut gemeinte drei Herzchen:

Bewertung: ❤❤❤ ♡ ♡

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