Rezension – „Wonderlands – Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.“ von Laura Miller u.a.

Meine lieben Leser,

als ich das Buch „Wonderlands“ sah, war ich sofort Feuer und Flamme, es zu lesen. Der wbg-Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, welches ich euch im Folgenden vorstellen darf. Schon der Untertitel des Buches verheißt uns, dass wir uns auf eine interessante Reise machen werden. Ganz nebenbei passte dieses Buch perfekt in den historischen November mit Buchperlenblog!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wonderlands –  Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.
  • Herausgeber/in: Laura Miller
  • Autoren/innen: Jes Battis, Lawrence Battersby, Matthew Cheney, Noel Chevalier, John Clute, Gary Dalkin, Richard Erlich, Peter Fitting, Andrew E. George, Lev Grossman, Mary Hamilton, Robert Holden, Nick Holdstock, Kat Howard, Maya Jaggi, Lydia Kiesling, Paul Kincaid, Reyes Lázaro, Ann Morgan, Mahvesh Murad, Jonathan Newell, Jeff Nunokawa, Abigail Nussbaum, Margaret J. Oakes, Laurie Penny, Andrew H. Plaks, Eric Rabkin, Adam Roberts, David Seed, Tom Shippey, Jared Shurin, Sharon Sieber, James Smythe, Maureen Speller, Darryl Sterk, Matthew Strecher, John Sutherland, Andrew Taylor, Kola Tubosun, Lisa Tuttle, Benjamin Widiss
  • Übersetzer/in: Hanne Henninger, Susanne Kolbert, Madeleine Kaiser
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: wbg Theiss Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Enzyklopädie

INHALT:

Vorweg muss direkt erwähnt werden, wie schön dieses Buch aufgemacht ist. Die Texte sind reich bebildert und sehr hochwertig aufbereitet.

Das Buch „Wonderlands“ ist eine Enzyklopädie, die mit dem Leser eine Reise durch 3000 Jahre der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur unternimmt. Jedem Buch sind dabei zwischen 2-5 Seiten gewidmet. Für jedes dieser Porträts wird über die Handlung des Buches und den Autor berichtet, sowie kleine interessante Fakten in einer Randnote erläutert. Das Cover der ersten Ausgabe und ein Foto bzw. eine Malerei des Autors werden ebenfalls untergebracht.

Gegliedert ist das gesamte Werk in unterschiedliche Epochen. Von „Alte Mythen & Legenden“ über „Wissenschaft & Romantik“, „Das Goldene Zeitalter der Fantasy“ geht es über in die „Neue Weltordnung“ und schließt ab mit dem „Computerzeitalter“.

Angefangen mit dem Gilgamesh-Epos und abschließend mit der neuzeitlichen Literatur, bin ich eingetaucht in die Geschichte meiner liebsten Genres. Hier trifft der Leser auf Altbekanntes, Unbekanntes und neue Impulse. Ich habe unfassbar viele Klebezettelchen verbraucht und meine Wunschliste ist durch dieses Buch nicht gerade kleiner geworden.

Bis auf wenige Ausnahmen, die ich gern vertreten gesehen hätte – mir fehlte bspw. Diana Wynne Jones – habe ich nichts missen müssen. Im Gegenteil war ich überrascht, welche Fülle an Büchern aus dem Genre mir bisher gänzlich unbekannt waren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist in diese Fall sehr schwierig zu bewerten, da er in einer Enzyklopädie eher berichtend daherkommt. Zuweilen hatte ich zwar schon das Gefühl, dass die einzelnen Kommentare zum Buch von verschiedenen Autoren stammen könnten – aber das waren nur kleinere Unterschiede, die mich dazu veranlassten. Vor allem bemerkte ich es in der Nutzung von Fachtermini und der Verständlichkeit, mit der die Handlung des Buches erläutert wurde.
Für mich war der Großteil sehr leicht verständlich und interessant, nur wenige Passagen waren mir etwas zu trocken und konnten mich nicht packen, was dann aber auch an den behandelten Büchern gelegen haben kann.

FAZIT:

Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es ist nicht nur das perfekte Geschenk für jeden Bücherwurm, der die Genres Fantasy und Science-Fiction liebt, sondern auch eine unverzichtbare Dokumentation der wichtigsten Werke aus diesem Bereich. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, die vielen verschiedenen Welten und Geschichten zu entdecken. Die Aufmachung durch den wbg Theiss Verlag hat ihr Übriges getan, um mich abzuholen, da es durch die großformatigen Bilder ein wahrer Augenschmaus war. Durch die kurzen Kapitel lädt es ein, auch zwischendurch in diesem Buch zu blättern. Für mich ist es eines meiner Jahres-Highlights geworden.
Eine wunderschön anzusehende und sehr interessante Enzyklopädie der berühmtesten Werke der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, beginnend vor 3000 Jahren. Absolut empfehlenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


ÜBER UNSERE AKTION „HISTORISCHER NOVEMBER“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon

Meine lieben Leser,

wer kennt sie nicht, die Filme über den Krieg der Sterne? Tatsächlich haben ja viele eine Abneigung gegen Science-Fiction, was ich auch lange von mir dachte. Doch irgendwann habe ich entdeckt, dass es sich gar nicht so sehr von Fantasy unterscheidet – zumindest nicht in den Grundfesten. Außerdem fasziniert mich der Weltraum seit meiner Kindheit und vielleicht auch deswegen habe ich die Star-Wars-Filme immer gern gemocht. Da die Filme aber nur einen geringen Teil des Star-Wars-Universums abdecken und mein Freund da viel besser durchsieht als ich, habe ich mir vorgenommen, da tiefer einzusteigen. Und wie ihr wisst, mache ich keine halben Sachen. 😉 Der Roman „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon ist chronologisch gesehen der erste Band der Star-Wars-Romane. Eine vollständige Übersicht mit interessanten Zusatz-Infos findet man auf westhoefer-online.de. Wie ihr dort sehen könnt, kommen alle Star-Wars-Romane auf eine stattliche Anzahl von 231 Büchern. Comics sind da ja noch nicht mitgerechnet. Ihr seht, es gibt im Star-Wars-Universum deutlich mehr zu erzählen, als die bekannten Filme uns weismachen wollen.
Mit diesem Roman startet also mein bisher größtes Leseprojekt. Ich möchte nach und nach all diese Romane lesen – was für viele verrückt und für andere ambitioniert klingt. Mir ist klar, dass ich nicht übermorgen dieses Projekt beenden werde, sondern dass es mich wahrscheinlich Jahre begleiten wird, aber ich habe einfach richtig Lust darauf.

Wer jetzt Angst bekommt – ich lese natürlich trotzdem weiterhin alle anderen Genres und bleibe bei meinem gemischten Büchergeschmack – es wird sich also nicht primär um Star Wars drehen auf meinem Blog. 😉

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Star Wars – Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts
  • Autor/in: Tim Lebbon
  • Übersetzer/in: Andreas Kasprzak
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2014)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

Lanoree ist eine Jedaii-Rangerin, die auf ihren Missionen quer durch das Universum reist. Als sie zu den Jedaii-Meistern gerufen wird, erwartet sie jedoch eine außergewöhnliche Aufgabe.
Die Welten und allen voran Lanorees Heimat Tython scheint bedroht – durch einen neuen Widersacher, der versucht, die alten Technologien der Gree zu aktivieren. Jedoch bergen diese die Gefahr, dass der Planet zerstört werden könnte, allen voran die Aktivierung des sogenannten Hypertors. Lanoree soll den Drahtzieher aufhalten, doch da erfährt sie, dass es sich dabei um ihren Bruder handelt. Eine Jagd quer durch den Weltraum beginnt.

Die Handlung spielt sehr lange Zeit vor den bekannten Star-Wars-Filmen und es ist alles noch sehr viel natürlicher. Tython wird als ein Planet dargestellt, der voll ist von der Macht und der Natur. Es wird auf das Jedaii-Rekrutierungsverfahren der Bewohner von Tython eingegangen und mich hat auch fasziniert, dass die Jedaii damals noch keine Laserschwerter führten, sondern ganz normale Schwerter, in die sie ihre Macht leiten konnten. Es wurden auch viele interessante Themen angeschnitten wie vorherige Kriege oder Rebellionen oder auch das Volk der Gree und deren Technologien sowie andere geheimnisumwobene Schilderungen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war anfangs recht trocken und ich hatte so meine liebe Mühe, damit warm zu werden. Mitte des Buches wurde die Spannung erhöht, sodass ich ab da richtig Gefallen am Buch fand. Ob der Schreibstil im Original ähnlich ist, kann ich nicht sagen, aber ich kann mir hier nur denken, dass es am Übersetzer liegt. Da ich bereits das nächste Buch von demselben Übersetzer lese, kann ich da zumindest eine Parallele entdecken. Wie gesagt hat dieser sich im ersten Band deutlich ab der Hälfte gesteigert, aber ich hoffe ehrlich gesagt auch darauf, dass die Star-Wars-Bände von anderen Autoren bzw. Übersetzern mich dann doch noch etwas mehr packen können.

FAZIT:

„Mit sich im Einklang sein ist leicht. Doch aus dem Gleichgewicht zu geraten und die Balance wiederzufinden bedeutet, dass man stärker sein muss als die meisten anderen … „

Dam Powl in „Der Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts“ von Tim Lebbon, S. 395

Die Geschichte um Lanoree habe ich supergern verfolgt und gerade einige Charaktere haben die Geschichte deutlich aufgewertet – allen vorander Schurke Tre Sana, der für mich die absolut beste Figur in der gesamten Geschichte war. Ich fand auch die Ansätze sehr interessant, hätte aber zu gern noch mehr Tiefe erfahren. Viele Themen wie das Volk der Gree oder Visionen von Lanoree blieben unkommentiert, sodass bei mir megaviele Fragen offen sind. Ich fand, da wurde leider oft viel zu viel angeschnitten und der Leser heiß gemacht und am Ende weiß man nichts damit anzufangen. Da es ja praktisch unmöglich ist, alle Comics und Romane zu lesen, hätte ich mir da schon mehr Vollständigkeit gewünscht.
Ein Star-Wars-Roman mit tollen Charakteren, Weltraum-Flair und einer spannenden Grundidee, deren Potenzial leider nicht an allen Stellen ausgeschöpft wurde. Einige Längen und viele offene Fragen am Ende lassen den Roman nur durchschnittlich für mich zurück. Trotzdem eine gute Lektüre für Zwischendurch, die mich gespannt auf die Folgebände schauen lässt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini

Meine lieben Leser,

es ist mittlerweile fast ein Jahrzehnt her, dass wir das letzte Mal etwas vom Autor Christopher Paolini gehört haben. Es ist mittlerweile 16 Jahre her, dass ich mich in den ersten Band der „Eragon“-Reihe verliebte. Noch heute stehen sie in meinem Regalbrett für Allzeit-Favoriten. Nach dem letzten Band der Reihe wurde es jedoch sehr still um Paolini, die Gründe dafür erläutert er in der Danksagung seines neuen Buches.
Und damit sind wir bei diesem Schmuckstück, welches ich euch heute vorstellen möchte! Was habe ich dieses Buch herbeigesehnt, denn als ich Anfang des Jahres erfuhr, dass Paolini ein neues Buch geschrieben hat, war ich ganz aus dem Häuschen. Mich überraschte, dass er kein Fantasy-Jugendbuch geschrieben hatte, sondern sich an das Science-Fiction-Genre heranwagte. Umso mehr fieberte ich auf den Erscheinungstermin hin.
Als ich dann bei einer Aktion auf Instagram eine von 30 glücklichen Gewinnern war, die das Buch vorablesen durften, bin ich quasi ausgerastet. 🙂 Deswegen kann ich euch meine Rezension jetzt schon präsentieren.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne
  • Autor: Christopher Paolini
  • Übersetzer: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer, Katharina Naumann
  • Anzahl der Seiten: 960 Seiten
  • Verlag: Droemer-Knaur Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (15. September 2020)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

„Unbezahlbar wertvoll waren sie [die Planeten], leuchtende Gärten, in denen die Wärme und Bewegung inmitten der todlosen Leere pulsierten.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 771

Der Klappentext des Buches verrät noch nicht allzu viel. 🙂 Die Geschichte dreht sich um die junge Xenobiologin Kira Navarez, die immer davon träumte, ferne Welten zu entdecken. Zusammen mit ihrem Forschungsteam erkundet sie Monde und Planeten, um sicherzustellen, dass dort Bedingungen herrschen, die eine Kolonialisierung möglich machen. Dazu gehört auch der Nachweis, dass es dort kein außerirdisches Leben gibt. Auf einer Mission, die eigentlich reine Routine ist, stürzt sie in eine Felsspalte und entdeckt etwas, was kein Mensch vor ihr zu Gesicht bekommen hat. Diese Entdeckung verändert anschließend ihr komplettes Leben und bringt nicht nur sie, sondern das ganze Universum in Gefahr.

Das ist die Zusammenfassung der anfänglichen Ereignisse, die meiner Meinung nach noch viel zu wenig darüber vermittelt, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Da ich aber niemanden spoilern will, belasse ich es dabei und fasse nur allgemein die Eindrücke zusammen.

Der Inhalt strukturiert sich in sechs Teile. Die ersten drei Teile bauen sozusagen die Brücke zu den letzten drei Teilen. Jeder Teil ist in Kapitel unterteilt, wobei jeder Teil mit dem Kapitel „Exeunt“ (lat. Verlassen) endet. Die Teile sind ebenfalls lateinisch bezeichnet und heißen „Exogenesis“ (lat. Exogenese: von außen einwirkend / eindringend), „Sublimare“ (lat. Sublimieren: verfeinern / von einem Zustand in einen anderen übergehen), „Apokalypsis“ (lat. Apokalypse: Untergang), „Fidelitatis“ (lat. Treue), „Malignitatem“ (lat. Bösartigkeit) und „Quietus“ (lat. Schlafen).
Angehängt ist noch das sogenannte „Addendum“ (lat. Zusatz, Nachtrag), welches physikalische Berechnungen und Erklärungen zur Raumzeit und Überlichtgeschwindigkeit bietet, sowie ein Glossar und eine Chronik.

Ergänzt wird der Inhalt durch zahlreiche Abbildungen, darunter eine Sternenkarte, auf der die unterschiedlichen Planeten und Sterne und deren Entfernung zueinander verzeichnet sind. Außerdem finden sich zwischen den Kapiteln mehrere Abbildungen der Sonnensysteme, in denen Kira unterwegs ist.

Allgemein ist die Handlung in den ersten drei Teilen sehr rasant. So rasant, dass ich mir manchmal wirklich gewünscht hätte, in einigen Momenten länger zu verweilen. Denn lange war nicht klar, wo das Buch mit dem Leser eigentlich hin will, es fehlte an einem übergeordneten Ziel. Die ersten drei Teile warfen unzählige Fragen auf und davon im Verlauf immer mehr, sodass ich mir danach wirklich eine Auflösung wünschte. Weiterhin waren diese Teile geprägt von technischen Details, der Einführung in diese ganz andere Welt und auch von Weltraumschlachten. Diese Schlachten gab es in hoher Zahl und für mein Dafürhalten hätten das in diesen drei Teilen gern ein paar weniger sein können, da sie unnötige Längen provozierten.

Der Leser wird ab Teil vier jedoch mit Gefühlen, Tiefe und Antworten belohnt, die bis dahin gefehlt hatten. Zwar werden bis zum Ende nicht alle Fragen abschließend geklärt, aber es wird eine Spannung geboten, die fast nicht auszuhalten ist. Das Tempo in den letzten drei Teilen war mir aber deutlich angenehmer und sie lasen sich viel leichter weg.

Viele Wendungen oder Ereignisse in diesem Buch waren für mich unerwartet, viele Szenen meisterhaft und bildgewaltig beschrieben. Die Charaktere waren liebenswert und authentisch. Einige von ihnen haben mein Herz gestohlen, allen voran Göffel und über den Verlauf der Geschichte auch der Schiffsverstand Gregorovich.

Letztlich wurde von Paolini sogar der ein oder andere Hinweis auf Eragon eingebaut, den der Leser mit wachem Auge entdecken kann.

SCHREIBSTIL:

„Der Pfad an unser Ziel ist selten gerade. Er ist oft verschlungen, das macht die Reise unterhaltsamer, als sie es sonst wäre.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 180

Wer Paolini bereits durch Eragon kennt, weiß, dass er gut darin ist, sich NICHT kurz zu fassen. Sein Schreibstil erzeugt beim Lesen dafür aber sehr starke Bilder und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, einen richtig ausgefeilten Hollywood-Blockbuster zu schauen.
Und auch, wenn der Schreibstil an sich gar nicht so komplex ist, erzeugt er durch die vielen Details der Handlung eine Komplexität, die sich nicht mal eben schnell wegliest.
Trotzdem ist die Sprache des Autors von einer Schönheit und Prägnanz geprägt, die ihresgleichen sucht. Der Einfallsreichtum sprengte bisweilen meine eigene Vorstellungskraft, sodass ich einige Absätze mehrmals lesen musste, um sie komplett in mich aufnehmen zu können.
Durch diese Punkte wird aus dem doch recht unspektakulär wirkenden Schreibstil eine anspruchsvolle Lektüre, die ganz ohne Schnörkel auskommt und gerade dadurch das Leserherz erfreut.

Erinnert hat mich das Buch in der Aufmachung und dem Schreibstil an bekannte Werke wie „Der Marsianer“ von Andy Weir sowie „DinoPark“ von Michael Crichton.

FAZIT:

„Das Entscheidende, könnte man sagen, ist doch wohl, dass wir lernen, damit klarzukommen, wo wir gerade sind, und nicht, wo wir waren.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 180

Für mich hat Paolini mit seinem Come-Back einwandfrei abgeliefert.
Zuweilen war mir das Tempo zu schnell, aber er hat es geschafft, in diesem Buch zu beweisen, dass er nicht nur Fantasy, sondern auch Science-Fiction at it’s best schreiben kann. Mit seinen 960 Seiten und der doch komplexen Handlung ist dieses Buch alles andere als eine Lektüre für Zwischendurch und verbraucht gerade durch die technischen Details einiges an Hirnschmalz, jedoch begeisterte mich die Vielfalt, der Humor, die Authentizität und der (mit Sicherheit) extrem hohe Rechercheaufwand in diesem Buch. Er hat ein Meisterwerk mit Herzblut geschaffen.

Bildgewaltig, brutal und unbegreiflich (schön) wie das Universum selbst. Science-Fiction in Reinform und ein wahrer Epos mit ein paar Längen. Für mich ein Jahres-Highlight, trotz kleinerer Schwächen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „DinoPark“ von Michael Crichton

Meine lieben Leser,

wie ich euch letztens berichten konnte, habe ich in Gabriela von Buchperlenblog eine grandiose Lesepartnerin gefunden. Nachdem wir uns zusammen dem Glöckner von Notre-Dame gestellt haben, stellten wir fest, dass wir doch recht viele identische Bücher auf dem SuB haben, die wir im Buddyread lesen könnten. Spontan haben wir uns diesen Monat für einen Buddyread zu „DinoPark“ von Michael Crichton entschieden, welches die Romanvorlage für den bekannten Film „Jurassic Park“ ist. Wie sie uns gefallen hat und sie im Vergleich mit dem Film abschneidet, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: DinoPark
  • Autor: Michael Crichton
  • Übersetzer: Klaus Berr
  • Anzahl der Seiten: 536 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (1993)
  • Genre: Thriller, Sci-Fi

INHALT:

„Haben Sie eigentlich eine Vorstellung (…) wie unwahrscheinlich es ist, dass auch nur einer von uns diese Insel lebend verlässt?“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 423

Ein alter Mann namens Hammond kauft eine Insel und jede Menge Personal, um einen Zoo der besonderen Art zu eröffnen. Wer die Filme kennt, weiß, dass er aber gleichzeitig die Grenzen der Gentechnik sprengt und das Unmögliche möglich macht – er erschafft aus Millionen Jahre alter DNS die ersten Dinosaurier der Neuzeit. Er wittert ein großes Geschäft und lädt mehrere Menschen vor der Eröffnung ein, um sein Projekt zu begutachten.
Darunter befinden sich unter anderem Dr. Grant, Paläontologe und seine Studentin Ellie Sattler, die sich auf Paläobotanik spezialisiert hat. Dazu kommt Gennaro, ein Vertreter einer Firma, die Hammonds Projekt finanzieren. Er soll überprüfen, ob die Investitionen sich weiterhin lohnen. Zudem werden die Enkel von Hammond eingeladen, Tim (11 Jahre) und Lex (8 Jahre). Er verspricht sich davon, dass Gennaro durch die Kinder besänftigt wird und die Schönheit des Parks erkennt. Auch der aus dem Film bekannte Ian Malcom, ein philosophischer Mathematiker, der stets vor den Gefahren des Parks warnt, findet hier seinen angestammten Platz.
Einige Angestellte von Hammond bekommen nach und nach ebenfalls tragende Nebenrollen im Buch – so zum Beispiel Dr. Wu, der Genetiker von Hammond und Muldoon, der Sicherheitsbeauftragte und sozusagen „Wildhüter“ des Parks. Eine besondere Rolle bekommt Nedry, der Chef-Entwickler, der am Ende der Auslöser für die schlimmen Ereignisse im Park sein wird.

Als sie die Insel betreten, sind alle Beteiligten zunächst geblendet von den vielen Informationen und der unglaublichen Schönheit der Dinosaurier als Wesen, die so eigentlich nicht existieren dürften. Dr. Grant und Ellie Sattler sind vor allem aus wissenschaftlicher Sicht fasziniert, da sie nun Erkenntnisse gewinnen, die über das Deuten von Knochen hinaus gehen.
Tim ist so begeistert von den Dinosauriern, dass er direkt einen Draht zu Dr. Grant aufbauen kann.
Während der Tour entspinnt sich im Hintergrund eine Intrige. Nedry lässt sich bestechen und setzt das komplette Sicherheitssystem des Parks außer Kraft, um die wertvollen Embryos zu stehlen und einem Gegenspieler Hammonds zukommen zu lassen. Dafür soll er reich entlohnt werden.
Durch dieses Ereignis werden auch die Sicherheitszäune abgeschaltet und das Chaos bricht im Park aus. Die Dinosaurier, inklusive des gefürchteten Tyrannosaurus Rex, hinterlistigen Velociraptoren, giftspuckender Dilophosaurier und kleiner, aber gefährlicher Compys kann sich nun frei im Park bewegen.
Die Insassen der Jeeps auf der Besichtigungstour stecken auf einmal fest und spätestens nach dem ersten Aufeinandertreffen mit den großen Bestien ist klar, dass hier nichts nach Plan läuft.
Ein Wettrennen ums Überleben beginnt und die Charaktere stolpern ab diesem Moment von einer Herausforderung in die nächste.

Buch vs. Film – einige Unterschiede

Anders als im Film, sind die Rollen der Kinder leicht vertauscht. So ist Lex im Film die Ältere der beiden und besitzt Computerkenntnisse, während im Buch all das Tim zugeschrieben wird. Lex ist im Buch lediglich nervig und macht sich durch ihren Lieblingssatz: „Ich habe Hunger.“ mehr als unbeliebt, da sie uneinsichtig bleibt und niemals den Ernst der Lage zu erfassen scheint.
Zudem ist Hammond alles andere als der nette Bilderbuch-Opa. Vielmehr ist er ein gieriger Raffzahn, der die ganze Zeit nur an sein Projekt denkt und zu keiner Zeit einsehen will, dass Lebensgefahr besteht. Bis zuletzt besteht er darauf, dass seinen Dinosauriern kein Haar gekrümmt wird, weil er sie für den Umsatz noch brauchen wird. Geld, Geld und nochmals Geld – mehr scheint in seinem Kopf nicht mehr zu existieren. Er ist geradezu besessen vom DinoPark.
Eine weitere Abweichung liegt in dem Ablauf der Geschichte. Zwar finden wir uns als Leser oftmals an bekannten Schauplätzen wie dem Aviarum mit den bedrohlichen Pteranodons oder der Cafetaria des Besucherzentrums wieder, aber der Ablauf ist weit weniger actiongeladen als im Film, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.
Die Art, wie die Menschen in diesem Buch zu Tode kommen, ist jedoch weitaus brutaler als im Film und die Anzahl höher. Ich möchte hier nicht spoilern, wen es betrifft, nur soviel: im Buch sterben mindestens zwei Personen, die im Film am Leben bleiben.
Im Buch gibt es zudem noch deutlich mehr Erzählperspektiven, die im Film gar nicht vorkommen. Gerade am Anfang der Geschichte wird über mehrere Personen am Festland berichtet, die in Kontakt mit kleinen Echsen geraten. Es werden vermehrt Angriffe auf Kinder und Babys beobachtet und eine Ärztin auf dem Festland behandelt einen von Dinosauriern verletzten Bauarbeiter von Hammonds Insel.

SCHREIBSTIL:

„Das ist die alte Crux unserer Spezies (…) Jeder sieht es kommen, nur nicht so bald.“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 129

Und schon im Jahre 1993 bewies Michael Crichton, wie gut Perspektivwechsel in einer Geschichte funktionieren können, wenn man sie nur gekonnt einsetzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Fan von wechselnden Perspektiven bin, es sei denn, es trägt unmittelbar zum Verständnis der Geschichte bei. Das ist im vorliegenden Buch der Fall und ich finde, es wurde grandios geschrieben.
Crichton versteht sich darauf, wissenschaftliche Zusammenhänge ganz nebenbei in die Geschichte einzubauen und so zu erklären. Außerdem hat er einen trockenen Humor, der mir sehr gut gefallen hat. Der Spannungsbogen erhöht sich über den Verlauf der Geschichte und bleibt dann bis zum Ende mit kleineren Unterbrechungen stetig erhalten.
Bis auf einige Szenen, in denen mit Crichton wohl etwas die Fantasie durchgegangen ist, war das Buch für mich sehr authentisch und erschreckend real. Ganz nebenbei ruft der Autor zwischen den Zeilen zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur auf und weist auf den Schaden hin, der durch eine wirtschaftliche Nutzung der Genforschung entstehen kann.
Gleichzeitig sind die über 500 Seiten nur so dahingeflogen. Ich habe das Buch geradezu verschlungen und der Schreibstil war mehr als eingängig und gleichzeitig intelligent.

FAZIT:

„Der Planet ist nicht in Gefahr. Wir sind in Gefahr. Wir haben nicht die Macht, den Planeten zu zerstören – oder ihn zu retten. Aber vielleicht haben wir die Macht, uns zu retten.“

Ian Malcom in „DinoPark“ von Michael Crichton, S. 492

Dieser Klassiker unter den Thrillern ist eine Hommage an die Dinosaurier und das Leben, welches wir nicht versuchen sollten, zu kontrollieren. Wie an meinen Zitaten zu sehen ist, kommen die scharfsinnigsten Worte von Ian Malcom, der schon früh vor den Folgen und Gefahren des DinoParks warnt. Gerade diese Äußerungen sind es auch oft gewesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Das Buch hat mich aber auch schmunzeln und mitfiebern lassen – und am Ende ist es das, was ich bei einem Buch suche: ein Potpourri an Gefühlen, die beim Lesen ausgelöst werden. Ich komme zu dem Schluss, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte, der sich einen echten Dinosaurier-Fan schimpft. 🙂
Ein intelligentes, immer noch brandaktuelles Buch mit wichtigen Botschaften, trockenem Humor, viel Spannung und einer gehörigen Portion Dinosaurier-Biss. Ein unsterblicher Klassiker der Neuzeit!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI