Rezension – „Der Weg des Siegers – Erfolg, mentale Stärke und innere Freiheit mit den geistigen Prinzipien asiatischer Kampfkunst“ von Ronny Schönig

Meine lieben Leser,

dieses Buch hatte ich eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Als ich es aber gesehen habe, hat es mich irgendwie angesprochen. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich es als Rezensionsexemplar lesen durfte.

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Danke, an den Lotos Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Weg des Siegers – Erfolg, mentale Stärke und innere Freiheit mit den geistigen Prinzipien asiatischer Kampfkunst
  • Autor/in: Ronny Schönig
  • Anzahl der Seiten: 304 Seiten
  • Verlag: Lotos Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2021)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine besondere Verbindung zu Japan habe. Und seitdem ich auf der Welt bin, habe ich auch immer Verbindungen zu Kampfkünsten gehabt, da meine Mama Judo praktizierte und mein Vater Karatemeister waren. Und ich? Ich bin absolut unsportlich, habe aber seit einigen Jahren Yoga für mich entdeckt.
Durch meine Diagnosen habe ich mich viel mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung befasst. Ich habe festgestellt, dass mir asiatische Weisheiten und deren Art der Spiritualität sehr nah sind und die Kraft geben, die ich auf meinem Weg zur Heilung benötige.
Bei diesem Buch wusste ich erst nicht, ob es meine Erwartungen erfüllen wird, aber es hat mich überrascht. Die Sicht auf das Leben aus Perspektive der Kampfkünste, um es damit zu bewältigen, hat mich nachhaltig begeistert. Ronny Schönig zeigt immer wieder in biografischen Anekdoten, was das eigene Mindset für das Leben bedeuten kann. Als mehrfacher Weltmeister hat er nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen erlebt und schreibt eindrucksvoll über die Weisheiten seiner Meister. Die Übungen und Meditationen sind sehr alltagsnah und ein paar habe ich auch schon ausprobiert.
Ein Satz aus dem Buch hat sich mir besonders in den Geist gebrannt: „Der Wandel ist so sicher wie das Morgen.“ Die Gewissheit des steten Wandels in unserem Leben gibt mir eine unfassbare Ruhe.

Das Buch umfasst 13 Kapitel und bietet im Anhang noch einige Zusatzinformationen, um das Gelesene in die Tat umzusetzen. In den einzelnen Kapiteln werden immer wieder Meditationen eingearbeitet.
Der Autor geht auf die Schätze des Wude ein und verschiedenene, damit verbundene Eigenschaften, die uns zur Glückseligkeit bringen können.
Aber er spricht aus Sicht der Kampfkünste auch über das Abwenden von Orientierungslosigkeit, von geistiger Klarheit, der Beziehung zwischen Schüler und Meister, dem steten Wandel im Leben, der Angst vor Schmerz, dem Wir-Ego und Ich-Ego sowie der Ehre des Siegers. Außerdem wird auf 13 Prinzipien der Kampfkunstmeister eingegangen, durch die ein Mensch wahrhaftig sein kann. Beleuchtet werden ebenfalls Veränderungen des Charakters, Wahrhaftigkeit vs. Widerstand, Ideen zum richtigen Zeitpunkt und Demut und Dankbarkeit sowie Aufrichtigkeit.

SCHREIBSTIL:

Der Autor schreibt sehr nahbar, sympathisch und authentisch. Trotzdem nimmt er selbst die Rolle des Meisters in Bezug auf den Leser ein und führt ihn durch die vielen Informationen und Meditationen. Die biografischen Anekdoten lockerten die Informationsvielfalt auf, sodass der Geist immer wieder zur Ruhe finden konnte.
Dennoch ist es kein Buch gewesen, welches ich einfach weggelesen habe. Viele Kapitel musste ich erst einmal verarbeiten und setzen lassen, bevor ich weiterlesen konnte. Das würde ich an dieser Stelle aber auch jedem raten, damit sich das Potenzial einer solchen Lektüre voll entfalten kann.

FAZIT:

Ich kann nur jedem empfehlen, sich im Leben so zeitig wie möglich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen und seinen eigenen Weg zu finden. Für mich führt der Weg in den asiatischen Raum und dieses Buch hat mich direkt ins Herz getroffen. Danach hatte ich direkt Lust, beim Autor eine Meditation durchzuführen und ihn kennenzulernen. Vielleicht klappt das sogar wirklich mal, ich habe am Ende des Buchs erst gemerkt, dass er ganz in meiner Nähe in Dresden praktiziert.

Ein Buch, in dem mehr steckt, als ich erwartet hatte. Das Leben uns seine Herausforderungen aus Sicht der Kampfkünste zu betrachten, war nicht nur spannend, sondern sehr lehrreich. Wer sich darauf einlassen kann, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen, denn ich konnte einiges für mich mitnehmen. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen über den Tellerrand blicken.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Aufstand der Hormone“ von Dr. med. Aviva Romm

Meine lieben Leser,

wie ihr sicherlich merken konntet, habe ich in den letzten Jahren nicht nur vermehrt Sachbücher, sondern auch öfter solche rund um die Themen Ernährung und Gesundheit gelesen. Das hat zur Ursache, dass ich mich sehr intensiv mit meiner Histamin- und Salicylatintoleranz auseinandersetzen musste. Da ich mich mitten in einer Ernährungskur befinde, mit der ich hoffentlich wieder annähernd gesund werden kann, kam das Buch „Der Aufstand der Hormone“ von Dr. med. Aviva Romm genau zur richtigen Zeit. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Danke, an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Aufstand der Hormone – Wie unser Lebensstil Schilddrüse, Nebennieren und Stoffwechsel belastet
  • Autor/in: Dr. med. Aviva Romm
  • Übersetzer/in: Wolfgang Seidel
  • Anzahl der Seiten: 544 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (April 2021)
  • Genre: Sachbuch, Ratgeber

INHALT:

Dieses Buch ist wirklich sehr komplex, umfassend und lehrreich. Dementsprechend fällt es mir schwer, den Inhalt auf das Wichtigste runterzubrechen, ohne dass die generelle Aussage verloren geht. Versuchen möchte ich es dennoch.
Schon in der Einleitung erläutert die Autorin, dass sie sich als Ärztin auf Frauen spezialisiert hat und ihre Patientinnen immer wieder mit ähnlich diffusen Beschwerden zu ihr kamen. Diese Fälle häuften sich in den letzten Jahren derart, dass sie einen größeren Zusammenhang vermutete. Die Beschwerden waren so vielfältiger Natur und Herkunft, dass sie dieser unter dem Begriff SOS-Zustand zusammenfasste. Schließlich stieß sie auf die fünf großen Übel – also die fünf Grundursachen – für die oftmals von Frauen beschriebenen Beschwerden. Und noch mehr: Die Ärztin entwickelte den sogenannten SOS-Plan, mit dem eine teilweise bis vollständige Kurierung der Symptome möglich wurde, weil die Ursachen an der Wurzel gepackt wurden.

Um was für Beschwerden geht es nun? Anders, als der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen Ratgeber rein für Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankungen, sondern zeigt interessanterweise auf, dass die Beschwerden den gesamten Körper betreffen und sich oftmals in Form von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen oder auch psychischen Erkrankungen niederschlagen. Bei mehr als 80 Prozent der Frauen sind die Leitsymptome Übermüdung und Erschöpfung. Auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verdauungs- oder Schlafprobleme tauchen immer wieder auf den Listen auf. Auffällig: Alle Patientinnen waren großem Stress ausgesetzt, dem eigentlich niemand mehr zur heutigen Zeit entgehen kann.
Gleichzeitig berichtet die Ärztin, dass Frauen mit diesen unklaren und nicht gerade aussagekräftigen Beschwerden sehr oft nicht ernst genommen und vieles als Alterserscheinung abgetan wurde.

Im ersten Teil des Buches geht die Autorin auf die fünf Grundursachen ein und erläutert diese sehr ausführlich. Die Ursachen sind „Chronischer emotionaler und mentaler Stress“, „Falsche Ernährung“, „Verdauungsprobleme“, „Umweltgifte“ und „Verborgene Infektionen“, welche auch in Kombination auftreten können, aber nicht müssen.
Sehr schnell wird klar, dass die Ursachen nicht unbedingt vermeidbar, nein, wir sogar alle diesen ausgesetzt sind. Gerade die Themen der Umweltgifte und der toxischen Ernährungsindustrie bieten in diesem Buch altbekannte, aber auch weniger bekannte Fakten, die einen das Schrecken lehren können. Umso wichtiger ist es, dass dieses Werk öffentlich darüber spricht und aufklärt.

Außerdem enthält das Buch im ersten Teil Fragebögen, die helfen, zu eruieren, welchem SOS-Typ man angehört. So können die folgenden Schritte im SOS-Plan individuell angepasst werden.

Der zweite Teil des Buchs konzentriert sich anschließend auf den SOS-Plan selbst und damit auf das Vier-Wochen-Programm, welches der Leser mit dem Buch gemeinsam durchführen kann. Es schadet jedoch nicht, auch vorher alle Stationen zu lesen, um sich ein allgemeines Bild zu verschaffen.
Zusammengefasst sind es die Stationen „Neustart“, „Neuausrichtung“, „Innere Erneuerung“, „Neue Kraft“ und „Neues Leben“. Die Kapitel beschäftigen sich mit Ernährungsumstellung, dem Wecken der Selbstheilungskräfte, der Besänftigung von Gemüt und Geist, Darmsanierung, der Stärkung der Immunabwehr, dem Ausscheiden von Giftstoffen und dem Hormongleichgewicht. Außerdem wird sehr spezifisch nochmal im Detail auf Nebennieren und Schilddrüse eingenagen sowie Lebensmittel für ein gesundes Leben vorgestellt. Rezepte finden sich zusätzlich am Ende des Buches.
Besonders hilfreich fand ich die zahlreichen Tabellen über schädliche Stoffe, aber auch hilfreiche Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel.

Die Aussagen im Buch sind gut fundiert und werden immer wieder durch die Ergebnisse interessanter Studien untermauert.

SCHREIBSTIL:

Dieses Buch ist ganz klar mehr Sachbuch als Ratgeber. Gerade der erste Teil ist sehr theoretisch und umfassend mit Fachtermini bestückt. Zwar ist der Grundton sehr fachlich, dafür aber auch sympathisch, nahbar und anschaulich.
Vor allem die Fakten und Daten aus vielen Studien erschrecken und verblüffen. Oder wusstet ihr schon, dass es reicht, 10 Tage lang Fertigprodukte, Gebäck und zusatzmittelhaltige Lebensmittel zu essen, um 40% der Darmflora zu zerstören?
Die Autorin schaffte es tatsächlich, dass ich mich bei ihr gut aufgehoben fühlte, da sie nie müde wurde, dem Leser und sozusagen lesenden Patienten gut zuzureden oder zu motivieren. Allzu oft wurden Menschen mit ähnlichen Diagnosen oder Leidensgeschichten wie ich bei Ärzten nicht ernst genommen oder relativiert. Romm schafft es jedoch, wieder Mut zu vermitteln, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
Einziges kleineres Manko war die Strukturierung, die durchaus noch klarer hätte sein können. Das theoretische Wissen wird immer wiederholt und teilweise auch zerstückelt über die Kapitel vermittelt. Hier hätte ich mir eine noch klarere Trennung zwischen Theorie und Praxis gewünscht.

FAZIT:

Ich bin immer noch überwältigt von den vielen nützlichen, aber auch schockierenden Informationen, die dieses Buch enthält. Zwar wusste ich schon vieles davon, aber alles gebündelt auf einem Platz zu sehen, wirkt nochmal ganz anders. Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig dieses Werk und andere ähnliche Werke sind, da sie über die sehr vielen dunklen Seiten der Lebensmittelindustrie aufklären und aufzeigen, wie wichtig unsere Darmgesundheit für einfach alles ist. Nicht zuletzt hat dieses Buch es geschafft, dass ich noch mehr Hoffnung auf eine vollständige Heilung habe, denn Romm wird nicht müde, zu betonen, dass durch einen gesunden Darm auch Autoimmunerkrankungen wie bspw. Hashimoto geheilt werden können.

Ein wichtiges Werk, das jeder gelesen haben sollte. Es kämpft für eine Ernährungsrebellion und unsere Gesundheit. Darmgesundheit und die Hoffnung auf Heilung hängen sehr stark zusammen, was mir hier erneut bewiesen wurde. Ein Sachbuch, welches unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♥
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 4,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang – Warum wir einander endlich zuhören müssen“ von Kate Murphy

Meine lieben Leser,

als ich den Titel und das Cover von „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ gesehen habe, stand fest, dass ich es unbedingt lesen muss! Ich hoffte sehr auf eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem brandaktuellen und interessanten Thema. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Immer auf Sendung … Nie auf Empfang
  • Untertitel: Warum wir einander endlich zuhören müssen
  • Autor/in: Kate Murphy
  • Übersetzer/in: Nikolaus de Palézieux
  • Anzahl der Seiten: 350 Seiten
  • Verlag: Mosaik Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2021)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

„Die Evolution gab uns Augenlider, damit wir unsere Augen schließen können, aber sie gab uns keine entsprechende Struktur, um unsere Ohren zu verschließen. Das lässt den Rückschluss zu, dass Zuhören für unser Überleben entscheidend ist.“

– „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ von Kate Murphy, S. 55

Dieses Buch umfasst wirklich alle möglichen Themenkomplexe rund um das (aktive) Zuhören.
Zunächst wird in der Einleitung überhaupt erstmal erklärt, welcher Unterschied eigentlich zwischen dem umgangssprachlich bekannten Zuhören und dem wahren, also dem aktiven Zuhören besteht. Es wird vor allem darauf eingangen, dass in unserer hoch technologisierten Gesellschaft diese Fähigkeit so wenig im Alltag zum Tragen kommt, dass wir alle sie zwangsläufig mehr oder minder verlernen. Natürlich bringen einige Menschen bezüglich dessen eine besondere Begabung mit, aber das ist kein Ausgleich für das übergreifende Verlernen.
Danach wird das Zuhören aus neurowissenschaftlicher, biologischer, sozialer, psychologischer, politischer und gesellschaftlicher Sicht beleuchtet. Dieser stetig stattfindende Perspektivwechsel macht das Buch aus meiner Sicht so dermaßen wertvoll, weil der Leser ein umfassendes Bild des Themas gewinnt.
Das Buch zeigt uns auf, dass wir vor allem eines benötigen: Neugier.
Außerdem wird immer wieder deutlich, wie wichtig und dennoch unterschätzt unser Hörsinn doch ist. Oder wusstet ihr bereits, dass dieser neben dem Tastsinn der letzte Sinn ist, den man vor dem Tode verliert? Ich habe das Hören immer eher als selbstverständlich betrachtet, tatsächlich ist er aber überlebenswichtiger als das Sehen.
Auch der Zusammenhang von Humor und dem Zuhören wird erläutert, was ich sehr interessant fand. Ebenfalls beeindruckend war das Kapitel, welches aufzeigte, warum Klatsch für uns ganz gesund ist.
Der Wert von Stille und auch der Zeitpunkt, zu dem man mit dem Zuhören aufhören sollte, werden ebenfalls thematisiert. Das Buch ist wirklich umfassend, ich muss es erneut betonen. Es bietet eine Vielzahl an Informationen und diese sind allesamt sehr gut recherchiert.

Viele werden jetzt sagen, dass sie gute Zuhörer sind und bereits alles über dieses Thema wissen. Aber dennoch, vielleicht auch gerade deshalb kann ich das Buch empfehlen. Denn ich garantiere, dass dieser Annahme nicht so ist und zu 100% jeder Leser aus diesem Buch essentiell wichtige Botschaften für sich mitnehmen kann.

SCHREIBSTIL:

Kate Murphy unterstreicht alle ihre Kapitel mit Anekdoten, wissenschaftlichen Studien sowie Erfahrungsberichten, was die Lektüre dieses Sachbuchs niemals langweilig werden ließ.
Der Schreibstil ist für ein Sachbuch sehr zugänglich und einfach zu verstehen, da sie alle Äußerungen anschaulich gestaltet. Tatsächlich sind so viele Aussagen für mich derart eingängig gewesen, dass mein Buch mit unzähligen Markierungen gespickt ist. Natürlich kann bei einem Sachbuch nicht erwartet werden, dass es in einem Rutsch verschlungen wird, da die pure Informationsfülle gewisse Pausen benötigt. Jedoch konnte ich es praktisch gar nicht aus der Hand legen.

FAZIT:

„Nicht zuzuhören ist ein Grund zur Reue, denn nachdem die Gelegenheit einmal vorüber ist, kann man diesen Moment nie mehr neu erschaffen, und man merkt oft nicht, was man verpasst hat, bis es zu spät ist.“

– „Immer auf Sendung … Nie auf Empfang“ von Kate Murphy, S. 271

Wie bei vielen großartigen Büchern, fehlen mir hier ein wenig die Worte, um zu beschreiben, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Meiner Meinung nach ist das wieder mal eines dieser Sachbücher, was jeder mindestens einmal im Leben gelesen haben sollte, da es wirklich viele Infos enthält, die die eigene Sicht auf das Leben und sich selbst verändern kann. Deshalb war dieses Buch ein absoluter Volltreffer für mich. Für mich war es einfach rundum gelungen und sollte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit erfahren.
Ein rundum gelungenes Werk, das jeder gelesen haben sollte. Ein wichtiges Thema, brandaktuell und viel zu wichtig, um nicht gelesen zu werden. Interessant, wegweisend und eingängig. Eine absolute Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♥
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Mit dem Herzen siehst du mehr – Buddhistische Weisheitsgeschichten und Meditationen über die Kraft des Mitgefühls“ von Aljoscha Long und Ronald Schweppe

Meine lieben Leser,

gerade in den jetzigen Zeiten sehnen wir uns nach Entspannung und auch nach einem Lichtblick. Ich habe gerade im letzten Jahr viel Kraft aus meinen Yoga-Einheiten gezogen und wollte mich nun auch eingehender mit etwas beschäftigen, was mir immer wieder auf meinem Weg begegnet ist. Die Rede ist von buddhistischen Weisheiten und Meditationen, da ich oft einen wirklich guten Zugang dazu gefunden hatte. Um mich näher damit zu beschäftigen, kam mir das Buch „Mit dem Herzen siehst du mehr“ gerade recht. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden:

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Mit dem Herzen siehst du mehr – Buddhistische Weisheitsgeschichten und Meditationen über die Kraft des Mitgefühls
  • Autor/in: Aljoscha Long / Ronald Schweppe
  • Übersetzer/in:
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Lotos Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

Dieses Buch besteht aus mehreren Elementen, die den Gesamteindruck bestimmen. Zum Einen gibt es da die „sachlichen“ Kapitel, die ein bestimmtes Thema behandeln und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Zum Anderen werden diese Kapitel ergänzt durch eine oder mehrere buddhistische Weisheitsgeschichten, zu erkennen an ihrer kursiven Schriftart. Diese Geschichten sind ebenfalls auf das Thema des jeweiligen Kapitels abgestimmt und laden zum Nachdenken ein. Dabei ist die berühmte Moral von der Geschicht‘ meist nicht das offensichtlich Sichtbare, sondern viel öfter das Unsichtbare und Lehrreiche. Weiterhin werden die Kapitel mit Anleitungen zu Meditationen aufgewertet. Ich persönlich finde schriftliche Meditationsanleitungen immer etwas schwierig, weil ich als Leser sie erst auswendig lernen müsste, um sie dann wirklich anwenden zu können. Und ich könnte mich dann beim Erinnern an die einzelnen Schritte nicht entspannen. Aus meiner persönlichen Sicht sind geführte Meditationen mit Audioanweisungen besser geeignet, vielleicht könnte das in zukünftigen Auflagen ja noch irgendwie mit einer Spotify-Playlist oder ähnlichem kombiniert werden.
Das große allumspannende Thema dieses Buches ist jedoch nicht nur einfach „buddhistische Weisheiten“, sondern die Kapitel umfassen allgemein das Thema des Mitgefühls. Dieses ist nicht zu verwechseln mit Mitleid, was etwas völlig anderes ist. Es wird deutlich gemacht, welche Wichtigkeit Mitgefühl für das Funktionieren einer Gesellschaft hat und, dass wir Mitgefühl nicht nur für andere, sondern auch für uns selbst empfinden sollten, um ein gesundes und glückliches Leben zu führen.
Im Detail beschäftigen sich die Kapitel unter anderem mit der Definition von Verbundenheit, Mitgefühl und Güte. Es wird darauf eingegangen, welche Botschaft das Mitgefühl aussendet und was das mit unserem Herzen zu tun hat. Die Kraft der Meditation wird ebenfalls theoretisch untermauert und erläutert. Der Zusammenhang zwischen Liebe, Angst und Mitgefühl spielt ebenfalls eine Rolle, sowie Mitgefühl in der Praxis. Eines der spannendsten Kapitel für mich war „Vom weisen Umgang mit Hindernissen“, weil mir eine der Übungen daraus sehr nahe ging. Auch Themen wie Einsamkeit, die Kraft des Wir und Toleranz werden angesprochen. Abschließend beleuchtet das Buch außerdem, wie Großzügigkeit mit Mitgefühl und Glückseligkeit zusammenhängt.
Besonders interessant war es, dass die Autoren viele der Inhalte mit Fakten aus Studien untermauerten.
Ich kann mir vorstellen, dass das Buch für Fortgeschrittene auf diesem Gebiet etwas zu oberflächlich in den Informationen sein könnte.

SCHREIBSTIL:

Die Autoren haben es geschafft, komplizierte und oft nicht greifbare Sachverhalte sehr zugänglich und oft amüsant zu schildern, was das Buch sehr unterhaltsam machte.
Die Weisheitsgeschichten werden vielleicht aus Überlieferungen des Buddhismus stammen und auch, wenn hier den Autoren die schriftstellerische Leistungen nicht zugerechnet werden kann, muss der Leser dennoch würdigen, wie passend und herausragend die Auswahl und Zusammenstellung dieser Weisheiten im vorliegenden Werk erfolgte.
Die Anleitungen zu den Meditationen und Übungen sind ausführlich und gut beschrieben, sodass sie gut ausführbar sind, sollte die eigenständige Meditation dem Leser liegen.

FAZIT:

Dieses Buch bietet neben Informationen vor allem eines: Gefühl. Die enthaltenen Weisheiten wirken auf einer philosophischen Ebene und funktionieren nicht, wenn der Leser reines Wissen sucht. Es muss ich darauf eingelassen und manchmal auch länger darüber nachgedacht werden, damit das Buch seine Aussage entfalten kann. Die Meditationen waren für mich allein schwer durchführbar, aber es gab auch viele Übungen, die ich ausprobieren konnte. Diese konnten mich oft direkt abholen und haben mir sehr gut getan. Ich hoffe, dass ich einige Erkenntnisse aus diesem Buch mit in den Alltag nehmen kann.

Ein inspirierendes und informatives Buch, welches vor allem für Einsteiger in das Thema zu empfehlen ist. Die Kombination aus sachlichen Kapiteln, buddhistischen Weisheitsgeschichten und Anleitungen für Meditationen macht daraus eine runde Sache. Wer Entspannung und Ruhe sucht, wird sie in diesem Buch finden.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♡♡
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Wir müssen reden, Frau Doktor!“ von Dr. med. Yael Adler

Meine lieben Leser,

kennt ihr das auch, wenn Ärzte sich nicht immer so verhalten, wie ihr es von ihnen erwartet? Ich selbst habe eine wahre Ärzte-Odyssee hinter mir durch meine Histaminintoleranz und weiß, dass es gute und schlechte Ärzte gibt. Wie wichtig eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient ist, erläutert Dr. med. Yael Adler in ihrem Ratgeber „Wir müssen reden, Frau Doktor!“. Ich hatte das große Glück, dass ich ein Rezensionsexemplar bei Lovelybooks gewonnen habe und werde euch im Folgenden berichten, ob das Buch mich überzeugen konnte.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wir müssen reden, Frau Doktor! – Wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen
  • Autor: Dr. med. Yael Adler
  • Übersetzer:
  • Anzahl der Seiten: 368 Seiten
  • Verlag: Droemer-Knaur Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Medizin

INHALT:

Das Buch verspricht einen Überblick darüber, wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen. Dabei soll die Wichtigkeit einer gesunden Beziehung zwischen diesen beiden Parteien unterstrichen werden.

In 16 Kapiteln plus Einleitung und Nachwort berichtet die Autorin nicht nur über Ärzte- und Patienten-Klischees, sondern auch über die Grundlagen unseres Gesundheitssystems und Kommunikation. Außerdem werden exemplarisch Probleme dargestellt, die in dieser Beziehung auftauchen können sowie Tipps für beide Seiten gegeben, um die Kommunikation und Beziehung zu verbessern.

Oft werden Anekdoten erzählt, die die Autorin entweder selbst erlebt oder von anderen Ärzten oder Patienten erzählt bekommen hat. Das macht die Erklärungen gut nachvollziehbar und lebhaft.

Bei den beschriebenen Klischees hätte ich mir gewünscht, dass diese nicht nur auf den Erfahrungen der Autorin selbst beruhen, sondern in Umfragen o.ä. erhoben worden wären. So ist es nur ein Auszug einer einzelnen Meinung und ich habe oft gedacht, dass ich diese Arzt-Typen gar nicht kenne bzw. ich die Ärzte, die ich erlebt habe gar nicht in diesem Buch repräsentiert finde. So ging es mir teilweise auch mit den Krankheiten oder mit den Schilderungen von Problemen. Natürlich kann nicht von allen existierenden Krankheiten gesprochen werden, das würde den Rahmen sprengen, aber ich hätte mir zumindest bei der Schilderung der Krisen der Beziehung zwischen Arzt und Patient gewünscht, dass ich mich dort wiederfinde. Die Probleme, die für mich existieren, wurden dort nicht wirklich abgedeckt, was ich sehr schade fand.

Ebenfalls auffällig waren die oft abwertenden und negativen Äußerungen über alternative Heilmethoden. Natürlich sollten Patienten vor Abzocke geschützt werden, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Offenheit gegenüber Methoden wie ganzheitlicher Osteopathie oder Homöopathie nicht vorhanden war. Dabei weist die Autorin selbst auf einen Zusammenhang zwischen Körper und Geist hin und darauf, dass diese beiden Einheiten nicht getrennt betrachtet werden sollten. Genau diese Einstellung haben viele alternative Heilmethoden und ich kann sagen, dass mir das zehnmal mehr gebracht hat, als ein Schulmediziner, der wirklich NUR den Körper betrachtet. Oder manchmal auch NUR die Psyche, wenn sie körperlich auf den ersten Blick keine Ursache finden konnten.

Mir hat gut gefallen, dass die Autorin darauf aufmerksam macht, dass heutzutage nur Symptome behandelt werden und nicht nach Ursachen geforscht wird. Diesem Problem stehe ich momentan auch gegenüber und auch dort waren die alternativen Methoden eine größere Unterstützung als alle Schulmediziner, bei denen ich bereits war. 

Auch die Nutzung von Social Media im medizinischen Kontext wird für mich gefühlt im eher negativen Licht gezeigt, obwohl ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass gerade bei sehr seltenen Diagnosen der Austausch über solche Medien unabdingbar geworden ist, weil die Ärzte als Ansprechpartner oft einfach inkompetent sind und man sich auf die Erfahrungen von anderen Betroffenen verlassen muss, um seinen eigenen Weg zu finden. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.

SCHREIBSTIL:

Dr. med. Yael Adler schreibt zugänglich und leicht, der Lesefluss ist stets gegeben. Das Buch ist auch für Laien sehr gut verständlich und liest sich auch als Abendlektüre sehr gut weg. Immer wieder wird in die Schilderungen etwas Humor eingebaut, bisweilen sogar Sarkasmus und Appelle.
Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die redundanten Informationen. Es kam doch recht häufig vor, dass Dopplungen und Wiederholungen vorzufinden waren, was mir persönlich den Lesespaß etwas trübt, weil ich mich dann schnell langweile und die betreffenden Passagen eher überfliege als sie wirklich in mich aufzunehmen.
Es war auch ab und zu der Fall, dass die Schilderungen durch diesen Umstand an Aussagekraft verloren. Ich vermisste klare Handlungsempfehlungen. Zwar werden in Tabellen immer Tipps mitgeliefert, aber mir waren viele Aussagen zu schwammig und wenig hilfreich für mich selbst. Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung und kann für andere Leser ganz anders sein. Ich hatte aber oft das Gefühl, dass in dem Buch für mich selbstverständliche Sachen erklärt werden, die sowieso beachtet werden sollten (schlimm genug, dass das offensichtlich nicht selbstverständlich ist), weswegen ich mir im Rückblick doch etwas mehr Tiefe und Fachlichkeit gewünscht hätte.

Ich hätte mir außerdem an einigen Stellen gewünscht, dass Aussagen näher erklärt werden. Leider kam es doch öfter vor, dass ein Satz in den Raum geworfen wurde, aber ich mich danach fragte: „Ja und wieso ist das jetzt so?“ – bestes Beispiel ist die Aussage, dass ein Einlauf zur Darmreinigung überhaupt nichts bringt und dabei eher Verletzungen entstehen, als dass es beim Aufbau einer gesunden Darmflora hilft. Ich frage mich immer noch: „Warum, wieso, weshalb?“ Da hätte ich gern einfach mehr darüber gewusst.

Natürlich finde ich es gelungen, dass die Beziehung zwischen Arzt und Patient mit Freundschaften oder Liebesbeziehungen verglichen wird – denn die Dynamiken in Beziehungen sind immer gleich. Allerdings hätte ich die Verweise auf sexuelle Teile der Liebesbeziehungen nicht unbedingt gebraucht, weil das dann wirklich nichts mit meinem Arzt zu tun hat. 😉

FAZIT:

Das Buch war angenehm zu lesen und hat mich um einige Erkenntnisse reicher gemacht – beispielsweise war ich erstaunt, dass die Homöopathie nur durch die Nationalsozialisten den Stellenwert hat, den sie heute besitzt.
Andererseits blieben für mich doch viele Fragen offen und die redundanten Informationen haben einige Passage für mich etwas schwerfällig gemacht.
Ein netter Ratgeber für zwischendurch, der sich leicht wegliest und mit Humor aufwartet. Interessante Fakten, ein wichtiger Appell für mehr Empathie in deutschen Arztzimmern, leider hat das Buch aber kleinere Schwächen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber

Meine lieben Leser,

letztes Jahr hatte ich das Leseziel, auch mal außerhalb meines liebsten Genres „Fantasy“ zu lesen und ich muss zugeben, dass ich daran Gefallen gefunden habe. Denn schon früher habe ich gern mal zu einem Klassiker und Sachbuch gegriffen, aber zwischendurch ging mir das etwas verloren. Dieses Jahr führe ich dieses Vorhaben aber weiter und damit wären wir schon bei meiner aktuellen Lektüre. „Lass die Kindheit hinter dir“ habe ich mal als Empfehlung in irgendeiner Zeitschrift gesehen. Ich fand, es klang recht interessant und wie jeder von uns, schleppe auch ich meinen ganz persönlichen Ballast mit mir herum.
Die Autorin ist bekannt für ihre Kolumnen in der „Psychologie heute“ und arbeitet als Diplompsychologin. Ich war sehr gespannt, was das Buch mir über mich und meine Kindheit beibringen würde und war ehrlich gesagt auch oft sehr überrascht. Meinen Eindruck möchte ich daher wie immer gern mit euch teilen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Lass die Kindheit hinter dir – Das Leben endlich selbst gestalten
  • Autor: Ursula Nuber
  • Anzahl der Seiten: 317 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuauflage (Oktober 2019)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Psychologie

INHALT:

„Alles, was uns in unserer Lebensgeschichte widerfährt, schlägt sich in unserer Seele nieder, je nachdem, wie wir es verarbeiten. Und was sich innerlich niedergeschlagen hat, ist allzeit bereit, wieder geweckt zu werden.“

Friedemann Schulz von Thun in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 103

In dem Buch von Ursula Nuber wird auf gar nicht mal so kurzen 317 Seiten ausführlich auf den Zusammenhang zwischen unserer Kindheit, daraus entstehenden Glaubenssätzen und der Auswirkung auf unser Verhalten und unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter eingegangen.
Dabei wird zunächst erläutert, warum wir individuell so sind, wie wir sind. Hier wird jedoch nicht einfach nur behauptet, dass die Kindheit uns zu einem festgeschriebenen Schicksal prägt – frei nach dem Motto: „Ich hatte eine schlechte Kindheit, also kann aus mir nichts werden.“ – Nein, vielmehr wird hier aufgezeigt, dass wir eben keine Marionetten der Vergangenheit sind und durchaus unseren eigenen selbstbestimmten Weg gehen können. Dazu braucht es aber viel Geduld und vor allem eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Mut.
Nuber beginnt damit, die Schlaglöcher aufzuzeigen, in die wir auf der Straße unserer Kindheit fallen können und die uns nachhaltig im Erwachsenenalter in Form von Glaubenssätzen zum Verhängnis werden können. Außerdem stellt sie dar, was die frühen, grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes sind – und da reden wir hier natürlich nicht nur von Essen und ausreichende Schlaf, sondern vor allem von der emotionalen Ebene.
Auf Basis unserer ganz persönlichen Kindheitserfahrungen bildet sich letztlich unsere Persönlichkeit, die aufgrund dieser Erfahrungen aber auch unser wahres Selbst verbergen kann. Dieses zu entdecken, ist eine weitere Aufgabe, die bewältigt werden will.
Besonders interessant war nicht nur, zu erfahren, wie durch alte Wunden, Stress und Wiederholungszwänge die festgefahrenen Glaubenssätze aktiviert werden, sondern auch, wie alternative Erfahrungen unsere Seele schützen und sie sogar umprogrammieren können.
Gekonnt zeigt die Autorin auf, wie man lernt, mit den Schatten der Kindheit zu leben und selbst die Regie unserer eigenen Geschichte zu übernehmen. Abschließend gibt sie Anleitungen für die Entmachtung der Botschaften aus der Vergangenheit, wie wir unser inneres Kind beruhigen können, wie man vergibt und was im speziellen Fall passiert, wenn die eigenen Eltern im Alter Unterstützung brauchen.
Die Liste des von ihr sogenannten 8-Punkte-Programms am Ende fasst die wichtigsten Schritte noch einmal zusammen.

Zugegeben enthält dieses Werk viele bekannte Fakten und Methoden, wenn man selbst aus dem Bereich kommt, allerdings auch genügend Informationen, die ich so noch nicht wusste.

SCHREIBSTIL:

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“

Søren Kierkegaard in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 49

Ursula Nuber schreibt über dieses doch sehr tiefgehende, psychologische Thema so verständlich, dass auch Laien locker einen Zugang zu den Problematiken bekommen.
Nuber beschäftigt sich in einem Detailgrad mit diesem Thema, dass es durchaus Sinn macht, sich Notizen zu seiner eigenen Geschichte zu machen, um nebenbei direkt eine kleine Analyse anzufertigen. Selbst für Fachkundige kann sich ein Blick in dieses Buch lohnen, da eine Reflektion seiner Selbst immer bezahlt macht.
Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die vielen Dopplungen – die Autorin wiederholt einige Aussagen wirklich sehr oft, was ich schade finde. Ich denke, da hätte man das Buch auch noch etwas knackiger machen können. Auch die prominenten Beispiele hätten für mich nicht unbedingt im Buch stehen müssen, weil ich dazu viel weniger Bezug hatte als zu den Einschüben, in denen echte Beispiele aus dem „normalen“ Leben erzählt wurden.
Zusammenfassend muss man aber sagen, dass die Autorin es geschafft hat, ein recht komplexes Thema, verständlich aufzubereiten. Sie bleibt dabei realistisch und hat an passenden Stellen gut recherchierte Studien und Verweise zu anderen Psychologen und Autoren eingeflochten.

FAZIT:

„Wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir die Dinge betrachten, werden sich die Dinge, die wir betrachten, verändern.“ Wayne Dyer

Auszug aus dem Abschnitt „Abstand halten“ in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 211

Alles in allem bin ich nach der Lektüre sehr zufrieden. Für mich persönlich passt es gerade zu der ganzheitlichen Osteopathie, die ich gerade bekomme, sodass ich das Buch genau zur richtigen Zeit zur Hand genommen habe. Ich habe mir viele Notizen gemacht und hatte einige Aha-Momente, was ich von so einem Buch auch erwarte. Letztlich war es nicht nur informativ, sondern auch sehr interessant und spannend.
Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel über das Körpergedächtnis und die unmittelbare Wirkung unserer Kindheitserfahrungen und unserer Psyche auf das Immunsystem und Erkrankungen wie bspw. Allergien. Dazu hätte ich gerade mit meinen Intoleranzen gern noch mehr gelesen, aber das hätte natürlich zu weit geführt, weswegen ich es toll finde, dass es wenigstens im Zusammenhang erwähnt wurde. Dazu werde ich sicherlich mal recherchieren und noch mehr lesen.

Ein leicht verständlicher und wahnsinnig interessanter Ratgeber, der mit gut recherchierten Informationen und Lösungsansätzen punkten kann. Für jeden zu empfehlen, der sich für Psychologie und/oder das eigene innere Kind interessiert – und sich endlich bewusst damit auseinandersetzen möchte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht“ von Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl

Meine lieben Leser,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches mir eine liebe Freundin empfohlen hat. Ich war aufgrund des Titels erst einmal skeptisch, denn ich hatte keine Lust auf einen dieser schlecht recherchierten Ratgeber, die im schlimmsten Fall zu blindem Feminismus aufrufen. Allerdings wirkte der Klappentext sehr interessant und ich hoffte sehr auf ein medizinisch interessantes Buch. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr in diesem Artikel lesen. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Viva la Vagina – Alles über das weibliche Geschlecht
  • Autor: Nina Brochmann & Ellen Støkken Dahl
  • Anzahl der Seiten: 397 Seiten (allerdings ab Seite 353 Quellenangaben und Anmerkungen)
  • Verlag: S. Fischer Verlag
  • Ausgabe: 3. Auflage (2020)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Zunächst wirken 352 Seiten Inhalt (der Rest sind Quellenangaben) nicht so viel und umfangreich, doch es ist erstaunlich, wie viel Inhalt hier reingepackt wurde. Es ist durch seine Fülle an Informationen tatsächlich ein richtiges Sachbuch geworden.

Am Anfang wird auf die Anatomie der Frau eingegangen und der ganze Genitalbereich aus dieser medizinischen Sicht beleuchtet. Das hat man zwar im Biologie-Unterricht schon behandelt, jedoch darf man staunen, was man trotz Schule alles noch nicht wusste über dieses kleine Wunderorgan.

Danach beschäftigt sich das Buch in einem sehr umfassenden Kapitel mit Monatsblutung, Ausfluss und wie die Autorinnen so schön sagen: „anderen Säften“. Auch hier bleibt zu sagen, dass viele Schilderungen über normale Schulbildung hinausgehen und es sehr lesenswert und informativ ist. Man denkt gar nicht, was man alles dadurch ablesen kann.

Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit Sex und Empfängnisverhütung, wobei die Autorinnen nicht nur aufklären und informieren, sondern auch mit hartnäckigen Mythen wie dem Vaginalorgasmus aufräumen. Auch hier erfährt man vieles, was man so noch nicht wusste.

Abschließend widmet sich ein größeres Kapitel dem „Trouble“ im Intimbereich. Es wird über Krankheiten und Beschwerden gesprochen, allerdings auch über Fehlgeburten und die Frage, wie lange man mit dem Kinderkriegen warten kann.

SCHREIBSTIL:

„Ihnen ist das Buch gewidmet. Allen Frauen, die sich fragen, ob sie richtig funktionieren, ob sie richtig aussehen und ob sie richtig empfinden.“
– Viva la Vagina von Nina Brochmann & Ellen Stokken Dahl, S. 10 –

Die Autorinnen schaffen es, dieses Buch leicht verständlich zu schreiben, obwohl sie medizinische Prozesse erklären. Ihr Übriges dazu tun die wunderbaren Illustrationen, die jedes Mal ein Lächeln hervorzaubern. Generell schätze ich an dem Buch, dass es mit viel Humor geschrieben wurde, trotzdem immer den richtigen Ton trifft, darauf geachtet wurde, niemanden auszuschließen und vor allem, dass es trotzdem fachlich und an den richtigen Stellen kritisch und differenziert geblieben ist.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass es an einigen Stellen etwas langatmig wurde und auch die ein oder andere Dopplung vorhanden war. Für ein Sachbuch allerdings nicht untypisch, weil man es selten am Stück liest. So kann jedes Kapitel unabhängig von den anderen gelesen werden.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich überrascht. Es ist unglaublich fundiert und gut nachvollziehbar beschrieben. Es bietet neben bekannten Informationen auch jede Menge Stoff zum Staunen. So ein Buch gehört in den Lehrplan an Schulen, denn Fakt ist, dass wir anscheinend noch viel zu wenig über das weibliche Geschlecht wissen.

Ein Buch, was zum Staunen bringt. Nach der Lektüre ist jede Frau garantiert stolz auf ihr kleines Wunderwerk-Organ. Informativ, fundiert und medizinisch in einem humorvollen und verständlichen Ton. Sehr lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Sieg über Narzissmus“ von JH Simon & Matthias Arnoldt

Hallo liebe Leser,

in meinem Urlaub las ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks endlich mal wieder ein Fachbuch. Es reiht sich damit in die vielen Bücher dieses Jahr ein, die mir helfen, mein Projekt 2019 zu erreichen – auch mal abseits meiner typischen Genres zu lesen. Warum interessierte ich mich gerade für dieses Fachbuch? Nun zuerst einmal hat mich interessiert, ob die für mich bisher unbekannten Autoren dieses doch sehr umfangreiche Thema in so einer kleinen Seitenanzahl unterbringen können. Außerdem habe ich selbst mit einem Narzissten (vor der Lektüre dachte ich noch, es wäre nur einer) in meiner näheren Umgebung zu tun und habe mir erhofft, mehr über das Thema zu erfahren. Ob das Buch meine Erwartungen erfüllen konnte und wie es mir gefallen hat, möchte ich euch gern etwas näher erläutern.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Sieg über Narzissmus – Narzisstischen Missbrauch erkennen – überwinden – heilen
  • Autor: JH Simon / Matthias Arnoldt
  • Anzahl der Seiten: 217 Seiten
  • Verlag: Self Published / vom Autor verlegt
  • Ausgabe: 1. Auflage (Mai 2019)
  • Genre: Fachbuch (Psychologie)

INHALT:

Das Buch der beiden Autoren führt den Leser auf eine Reise in die Tiefen des Themas Narzissmus. Den Anfang bildet eine Erklärung, wie man selbst den Narzissmus vielleicht durchschaut hat und was alles dahintersteckt. Es wird ein erster Einblick in die Persönlichkeiten der Narzissten und auch die Langzeitwirkungen von narzisstischen Beziehungen gegeben, bevor als Grundlage der weiteren Kapitel eine umfassende Erläuterung erfolgt, wie Narzissmus funktioniert und warum es so schwer ist, aus dieser Dynamik zu entfliehen.
Im weiteren Verlauf wird auf das menschliche Schamgefühl eingegangen, welchem eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Narzissmus beikommt. Hierbei wird vor allem auf die toxische Scham eingegangen, die dabei ensteht.
Während dieser Einblicke in die psychologische Funktion der narzisstischen Beziehungen werden immer wieder Beispiele für narzisstische Persönlichkeiten gegeben und immer tiefer auch auf deren Beweggründe und den Kern dieses Problems eingegangen. Narzisst und Zielperson werden letztendlich in zwei Kapiteln gegenübergestellt, um deren Zusammenspiel besser verstehen zu lernen. Das Kennenlernen der Zielperson ist dabei ein Kennenlernen mit sich selbst, falls der Leser selbst Erfahrungen mit narzisstischen Beziehungen vorweisen kann. Vor allem Empathen haben häufig und wiederkehrend mit diesen Persönlichkeiten zu tun. Das Verständnis um die eigene Persönlichkeit und deren Anziehung auf einen Narzissten, genauso wie die Einsicht, welche Dynamiken man selbst in Gang setzt, ist der erste Schritt der Selbstreflektion für einen Ausbruch aus solchen Beziehungsstrukturen.
Schließlich widmet sich das Fachbuch der Frage, wie der Ausbruch gelingen kann. Hier werden nicht nur die Hindernisse auf diesem Weg erläutert – frei nach dem Motto: „Kenne deinen Feind.“, sondern auch erklärt, wie man eine umgekehrte Gehirnwäsche beginnen kann. Dazu werden sieben Übungen ausführlich erläutert, die nach und nach bei der Loslösung von einem Narzissten helfen sollen. Empfohlen wird, diese Übungen chronologisch anzugehen und die nächste Übung erst zu beginnen, wenn die vorhergehende abgeschlossen wurde.
Nach den Übungen wird man von den Autoren aber nicht sofort aus dem Buch entlassen. Es folgt ein Ausblick, welche Schwierigkeiten auch in Zukunft auf einen zukommen können und wie der neue Anfang sich gestalten kann. Der Abschluss wirkt hoffnungsvoll und motiviert, sich nicht unterkriegen zu lassen.

SCHREIBSTIL:

Das vorliegende Werk ist ein gut recherchiertes Fachbuch, was durch den teilweise umgangssprachlichen Sprachstil auch als Sachbuch durchgehen könnte. Die Fachtermini werden immer wieder durch gebräuchliche Redewendungen und zuweilen sehr roh formulierte Metaphern aufgelockert. Manchmal wirkte dieser Twist des Sprachstils etwas befremdlich, allerdings denke ich, dass diese Abwechslung dem ganzen Thema auch gut getan hat. Vor allem denke ich aber, dass Narzissmus durch seine Verschleierungstaktiken vielleicht auch besser in dieser herben Art beim Namen genannt werden sollte. Denn allzu oft ist der Betroffene in diesen Dynamiken so gefangen, dass er sich nicht daraus befreien kann. Hier braucht es dieses mentale Ausrufezeichen, damit die Problematik wirklich ins Bewusstsein tritt.
Das Buch hat sich mit seinen gut 200 Seiten länger gelesen als andere Bücher, was den fachspezifischen Erklärungen zugrunde liegt. Das tut dem wichtigen Thema und der guten Darstellung allerdings keinen Abbruch, denn für ein Fachbuch hat sich der ganze Stil extrem gut gelesen.

FAZIT:

Das Buch ist gut recherchiert, hochinteressant und gut geschrieben. Narzissmus als Thema ist nicht nur spannend, sondern zuweilen auch befremdlich. Gerade die Langzeitwirkungen der narzisstischen Beziehungen und die unbewussten Dynamiken haben mich hier besonders fasziniert, aber auch erschreckt. Der persönliche Bezug machte das Buch für mich noch viel brisanter und aktueller. Ich erkannte Muster, die mir so gar nicht bewusst waren und mir wurde klar, dass da nicht nur ein einziger Narzisst in meinem Leben ist und war.
Das Buch hat also die Fähigkeit, Betroffenen in vielen Belangen die Augen für das zu öffnen, was bewusst nicht sichtbar ist. Zudem hilft es, ein Grundverständnis für das Thema zu erlangen und erste Werkzeuge im Kampf gegen den Narzissmus an die Hand zu bekommen. Ein durchdachtes Werk. Für alle empfehlenswert, die selbst Narzissmus in ihrer Umgebung vermuten und für Leser, die sich für Psychologie und Narzissmus interessieren. Eine klare Leseempfehlung!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI