Mein Lesemonat Februar & Neuzugänge

Meine lieben Leser,

und da ist der dritte Monat des Jahres fast wieder vorbei und ich komme erstmal mit dem Lesemonat aus dem Februar um die Ecke! Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ich entschuldige mich aufrichtig für die Verspätung, aber momentan geht es drunter und drüber, da ist mir dieser Beitrag etwas durch die Lappen gegangen. Jetzt aber zu meinem Lesemonat Februar im Rückblick!

LESEMONAT FEBRUAR

Vier dieser Bücher habe ich im Rahmen meines Frühjahrsputz-Bingos gelesen, um den SuB abzubauen. Dass das nur bedingt geklappt hat, werde ich euch anhand meiner Neuzugänge zeigen. Die anderen beiden Bücher waren Rezensionsexemplare, die ich dieses Jahr eigentlich weniger annehmen wollte – aber nunja. 😀

Und aus folgenden Büchern besteht mein Lesemonat:

„Freundinnen – Eine Kulturgeschichte“ von Marilyn Yalom – ♥♥♥♥♡
„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford– ♥♥♥♥♡
„Töchter der Freiheit“ von Theresa Jeßberger – ♥♥♥♡♡
„Aves. Vögel. Charakterköpfe“ von Tom Krausz – ♥♥♥♥♡
„Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo – ♥♥♡♡♡
„Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin“ von R. F. Kuang – ♥♥♥♥♥

FRÜHJAHRSPUTZ-BINGO 2021 – Beendet

Da war das Frühjahrsputz-Bingo auch schon wieder vorbei! Ich habe es tatsächlich geschafft, alle 9 Bücher vom SuB zu befreien. 🙂 Insgesamt wurden 8 Bingos erreicht, 70 Euro gespart und 4029 Seiten gelesen!
Und weil die Aktion so toll war und uns solchen Spaß gemacht hat, wird es voraussichtlich von Juni bis Juli ein Sommerloch-Bingo geben.
Falls ihr also auch mitmachen wollt, findet ihr alle Infos auf meiner Aktionsseite oder ihr meldet euch direkt bei mir oder der lieben Buchperlenblog, die diese Aktion ins Leben gerufen hat.

BÜCHER-NEUZUGÄNGE FEBRUAR

Und hier ist die Liste meiner Neuzugänge und wie ich dazu gekommen bin:

– „Knochendiebin – Die zwölf Kasten von Sabor (Band 1)“ von Margaret Owen aus dem Carlsen Verlag (gebraucht selbstgekauft)
 „Samurai – Der Weg des Schwertes“ (Band 2) von Chris Bradford aus dem Ravensburger Verlag  (gebraucht selbstgekauft)
– Samurai – Der Weg des Drachen (Band 3)“ von Chris Bradford aus dem Ravensburger Verlag
(gebraucht selbstgekauft)
 „Samurai – Der Ring der Erde (Band 4)“ von Chris Bradford aus dem Ravensburger Verlag
(gebraucht selbstgekauft)
 „Die Sturmkönige – Dschinnland“ von Kai Meyer aus dem Bastei Lübbe Verlag
(gebraucht selbstgekauft)
– „Die Sturmkönige – Glutsand“ von Kai Meyer aus dem Bastei Lübbe Verlag
(gebraucht selbstgekauft)
– „Neuromancer“ von William Gibson aus dem Tropen Verlag
(selbstgekauft)
– „Eve of Man – Die letzte Frau“ von Tom Fletcher aus dem dtv Verlag
(gewonnen)

SUB-ABBAU

Ende Januar lag der SuB bei 164 Büchern.
Der SuB liegt momentan bei 168 Büchern.
Das mit dem SuB-Abbau habe ich noch nicht so ganz raus. 😀

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Im Zeichen der Mohnblume“ von R. F. Kuang

Meine lieben Leser,

seitdem das Buch „Im Zeichen der Mohnblume“ angekündigt wurde, stand es auf meiner Wunschliste. Ich habe es dann auch direkt zum Erscheinen erworben, allerdings musste es auf dem SuB ausharren, weil andere Leseprojekte Vorrang hatten. Deshalb wurde es in das Frühjahrsputzbingo mit aufgenommen und nahm dort die Rolle des großen Finales ein. Meine Erwartungen waren recht groß, auch weil ich schon einige sehr positive Meinungen gelesen hatte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | unbezahlt |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin
  • Autor/in: R. F. Kuang
  • Übersetzer/in: Michaela Link
  • Anzahl der Seiten: 669 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2020)
  • Genre: Fantasy, historische Neuinterpretation

INHALT:

Rin wohnt bei ihrer Tante und ihrem Onkel und muss sich als Drogenkurier für Opium verdingen. Die Familie lebt in Armut und ist Rin gegenüber nicht gerade gnädig. Die einzige Vertrauensperson ist Lehrer Feyrik im Dorf. Von ihm hat sie viel gelernt und zu ihm geht sie auch, als sie ihr Herz ausschütten muss. Ihre Tante möchte sie verheiraten. Ihre einzige Chance, dem zu entgehen, besteht darin, an einer Akademie des Landes aufgenommen zu werden. Doch die Aufnahmeprüfungen sind hart und Rin möchte unbedingt in Sinegard an der Militärakademie angenommen werden.

Das Buch unterteilt sich in drei Teile. Im ersten Teil verfolgen wir Rin als unschuldiges Kind und Waisenmädchen, die der Vermählung entgehen will und alles dafür tut, in Sinegard angenommen zu werden. Außerdem wird ihre Zeit an der Akademie geschildert. Vor allem das Fach der mysteriösen Kultlehre nimmt eine besondere Stellung ein. Wie behauptet sich Rin in ihrer Klasse? Und auf welches Fach wird sie sich am Ende spezialisieren? Das dürft ihr gern selbst lesen.
Im zweiten und dritten Teil geht es vor allem um die erwachsen gewordene Rin in den Wirren des Krieges. Die strategische Kriegsführung, Politik und die Schrecken des Krieges werden hier sehr detailliert geschildert.
All das wird eingebettet in eine immer fantastischer werdende Handlung, denn Rins Fähigkeiten gehen weit über das menschenmögliche heraus und der Leser verfolgt mit Spannung ihren Kontakt zu den Göttern dieser Welt.

SCHREIBSTIL:

„Es ist einfach, mutig zu sein, aber schwerer zu wissen, wann man nicht kämpfen sollte.“

Jiang in „Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin“, S. 579

Ich habe lange überlegt, wie ich den Schreibstil beschreiben könnte. Allem voran fiel mir das Wort „spannend“ ein. Die Autorin schaffte es, dass trotz ruhigerer Episoden und vielen militärischen und politischen Themen nie Langeweile für mich aufkam. Ich war so sehr an die Seiten gefesselt, dass ich es nie erwarten konnte, das Buch wieder zur Hand zu nehmen.
Gerade im ersten Teil hält sich die Brutalität noch ein Grenzen und ich habe mich richtig wohl gefühlt in dem Akademie-Setting und es war für mich so ein richtiges Wohlfühlbuch.
Spätestens in den folgenden Teilen des Buches verfliegt zwar aufgrund der Kriegsschauplätze dieses Gefühl, aber es wird umso spannender, düsterer und vor allem zwischen den Zeilen kritischer. Denn die Autorin hat mit ihrer Geschichte die asiatische Historie neu interpretiert. Gerade die Territorien der Föderation und des Kaiserreiches Nikan erinnern an China und Japan. Ebenso sieht der informierte Leser zwischen den Kriegsschauplätzen und -verbrechen extreme Parallelen zu historischen Schrecken wie bspw. in Nanking.
An dieser Stelle kann ich nur betonen, dass das Buch gerade ab Teil II nichts mehr für schwache Gemüter ist. Die Brutalität des Krieges wird hier völlig ungeschönt dargestellt und macht auch vor Babys oder Kindern nicht halt. Wer diese sehr detaillierten Gewaltbeschreibungen nicht abkann, der sollte das Buch vielleicht lieber nicht zur Hand nehmen. Ich fand selbst, dass es oft hart an der Grenze des Ertragbaren war und musste beim Lesen dieser Zeilen pausieren – allerdings muss uns klar sein, dass diese Schilderungen leider nicht so weit von der Realität entfernt sind, wie wir das gerne möchten. Die Realität ist oftmals sogar schlimmer gewesen. Und so schafft Kuang es, dass der Leser förmlich angewidert von den Gräueltaten des Krieges ist. Das macht dieses Werk tatsächlich sehr wichtig, denn wie gesagt wird zwischen den Zeilen Kritik geübt, die mich zum Nachdenken brachte.

Eine weitere Besonderheit waren für mich die Charaktere, denn diese sind alles andere als die typischen strahlenden Helden. Weder gelingt ihnen sofort alles beim ersten Versuch, wie wir das oft in ähnlichen Geschichten lesen, noch sind sie moralisch korrekte Personen. Sehr deutlich wird beschrieben, wie der beste Charakter vom Krieg und von Drogen verdorben wird. Auch das Streben nach Macht vergiftet nicht nur die vermeintlich bösen Charaktere, sondern auch liebgewonnene Figuren. Als Leser habe ich zu den Hauptfiguren eine Beziehung aufgebaut, nur um dann oftmals mit deren Entscheidungen zu hadern und meine Sympathie für sie zu hinterfragen. Denn auch, wenn man bspw. das Verlangen nach Rache nachvollziehen konnte, war das Genießen des Leides anderer eine fast nicht auszuhaltende Haltung der Personen, die ich nicht mit mir vereinbaren konnte.
Die Autorin hat hier meisterhaft gezeigt, dass kein Mensch völlig tadellos und frei von solchen Neigungen ist – schon gar nicht in einer absoluten Ausnahmesituation wie dem Krieg. Wir können in unserer Position von oben herab behaupten, dass wir anders handeln würden – Tatsache ist aber, dass der Kampf ums Überleben viele Gemüter komplett verändert und den Einblick in diese fragile Psyche hat die Autorin meiner Meinung nach super umgesetzt.
Das Worldbuilding rundet dieses ganze ernste Thema ab. Es ist unglaublich detailliert und durchdacht und ich hatte nach dem Lesen nicht einmal das Gefühl, dass wirklich viele Fragen offen geblieben wären. Vielmehr war alles in diesem Buch – angefangen von der Welt bis hin zu den Charakteren unfassbar authentisch.

Last but not least hat mir die Entwicklung von Rin sehr gut gefallen. Wir begegnen ihr anfangs als kleines Mädchen und über das Buch hinweg hat sie viel auszustehen und viele Herausforderungen zu bewältigen, bis sie schließlich zu einer Frau heranwächst, die ganz sicher nicht frei von Fehlern und falschen Entscheidungen ist.

FAZIT:

Ich hatte aufgrund des recht beschaulichen Anfangs der Geschichte etwas anderes erwartet und war dann total begeistert von der Richtung, in die sich alles entwickelt hat. Die Fantasy-Elemente spielen hier keine vorrangige Rolle, sondern fügen sich in die komplexe und militärisch-politische Handlung ein. Die Charaktere sind zahlreich, aber niemals farblos – und vor allem alles andere als perfekte Helden. Das macht sie so authentisch und lebensecht. Das Ende der Geschichte hat mich nochmal komplett umgehauen und auch, wenn ich aufgrund der düsteren Stimmung und der Brutalität jetzt erstmal etwas anderes lesen muss, kann ich den zweiten Band kaum erwarten.
Eine Geschichte um ein Waisenmädchen, das zu einer großen Soldatin wird. Sehr brutal, sehr mitlitärisch und politisch, aber auch sehr spannend. Besonders hervorzuheben sind die authentischen und unperfekten Protagonisten sowie die sehr wichtige Kritik zwischen den Zeilen. Eine gelungene Neuinterpretation der asiatischen Geschichte und ihrer Schrecken. Ein absolutes Jahreshighlight für mich!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Fantasy: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Wer mich kennt, weiß um meine tiefe Leidenschaft für Japan. Genau so sehr faszinieren mich schon viele Jahre Geschichten, die einen asiatischen Kontext haben. Dazu muss es nicht zwingend japanisch sein – auch chinesisch angehauchte Settings können mich durchaus begeistern.
Ich werde bei der Aktion „AsiaBooks“ Bücher vorstellen, die ich gelesen und rezensiert habe. Vielleicht seid ihr ja genau so begeistert von Geschichten im asiatischen Setting wie ich? Dann hoffe ich, dass ihr bei mir noch etwas Anregung findet. 🙂


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Töchter der Freiheit“ von Theresa Jeßberger

Meine lieben Leser,

das vorletzte Buch „Töchter der Freiheit“ habe ich letztes Jahr im Sommerurlaub gekauft und seitdem wollte ich es unbedingt lesen. Der Klappentext hört sich ziemlich vielversprechend an. Und das Cover ist schon sehr episch, findet ihr nicht?
Wie es mir schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Töchter der Freiheit
  • Autor/in: Theresa Jeßberger
  • Anzahl der Seiten: 448 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Die Geschichte dreht sich um Elodea und viele andere Personen. Elodea ist die Magieschülerin der Professorin Loreba. Diese erregt mit ihrer letzten Vorlesung zu verbotenen Dokumenten der Geschichte Aufsehen, sodass sie von den Gesetzeshütern festgenommen wird. Schlussendlich wird sie zum Tode verurteilt.
Das Königreich wird durch die grausame Hand der Königin Obsidia regiert. Doch es regt sich Widerstand durch die Brüder Mhyrias und die sogenannte Aurenen, zu denen auch Elodea gehört. Sie stehen mehr als einmal vor der Frage, was sie bereit sind zu geben, um ihre Freiheit zu erkämpfen.
In dem Buch wird auch aus der Sicht von Obsidia geschrieben und manchmal auch aus Sicht anderer Nebenpersonen. Da es so viele Charaktere gibt, ist es schwierig, einen echten Protagonisten ausfindig zu machen. Elodea kommt dem noch am nächsten.
Der Inhalt fokussiert sich zunächst auf Elodea und Lorebas Schicksal bis hin zur Hinrichtung. Später wird vor allem der Widerstand und die Pläne zur Schlacht thematisiert.
Handlungstechnisch passiert nicht allzu viel, aber es wird viel politisch beschrieben und erläutert. Nicht nur die Geschichte von Avendúr, sondern auch die Machtverhältnisse werden sehr detailliert angegangen. Wer gern über politische Sachverhalte und Intrigen liest, der sollte hier mehr als genug auf seine Kosten kommen.
Für Leser wie mich, die es in dieser Fülle eher nicht so mögen, ist es vielleicht nicht das richtige Buch. Für mich erzeugten gerade die vielen politischen Gespräche irgendwann aufgrund ihrer Ausgeprägtheit sehr viele Längen und die Spannung blieb dadurch für mich aus.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil an sich ist tatsächlich mehr als 0815, da hier schon ein anspruchsvollerer Ton angeschlagen wird. Allerdings ist mir öfter beim Lesen aufgefallen, dass die Sätze sehr kurz und abgehackt wirkten, was den Lesefluss für mich etwas gemindert hat.
Die vielen Charaktere haben erstaunlich viel Leben in sich gehabt, auch wenn Tiefe nicht immer vorhanden war. Tatsächlich gab es viele Figuren, die mir sehr sympathisch waren, doch ihre Beziehungen kamen durch die Überlagerung der Politik zu kurz – für mein Dafürhalten zumindest.
Die Autorin fokussiert sich wirklich sehr auf die Politik, auf die Strategieentwicklung für eine Schlacht und den Widerstand, sodass andere Themen leider keinen Raum bekamen.

FAZIT:

Das Buch war einfach sehr viel anders als meine Erwartung. Ich hatte ehrlich gesagt eine anspruchsvolle Romantasy-Geschichte erwartet, tatsächlich war es dann aber eher ein Fantasy-Roman mit vorrangig politischen Themen, weniger Fantasy und eben auch weniger fokussiert auf die Beziehungen der Charaktere. Wer das mag, kann hier auf seine Kosten kommen, für mich war es leider nichts.
Wenig Spannung, viel Politik. Anders als erwartet und leider nicht mein Fall gewesen, obwohl ich die Charaktere sehr mochte. Hinter der Politik treten einfach alle anderen Themen zurück. Schade.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♡♡
Fantasie: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Freundinnen – Eine Kulturgeschichte“ von Marilyn Yalom / Theresa Donovan Brown

Meine lieben Leser,

dieses Sachbuch war ebenfalls Teil meines Frühjahrsputz-Bingos. Ich habe es vor einiger Zeit in einem Sale ergattert und seitdem lag es auf meinem SuB. Ich bin sehr froh, dass ich es im Rahmen des Bingos gelesen habe. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr im Folgenden lesen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Freundinnen – eine Kulturgeschichte
  • Autor/in: Marilyn Yalom, Theresa Donovan Brown
  • Übersetzer/in: Liselotte Prugger
  • Anzahl der Seiten: 409 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2017)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Dieses Sachbuch ist sehr umfangreich und gut strukturiert aufgebaut. In drei Teilen sowie vierzehn Kapiteln wird auf die Geschichte von Frauenfreundschaften eingegangen.

In Teil I wird der Fokus auf die Zeit gelegt, in der das Erscheinungsbild von Freundschaften noch männlich war. Denn es ist keineswegs so, dass Freundschaft immer beiden Geschlechtern zugestanden worden ist. Ausführlich wird auch auf die wenigen Erwähnungen von Frauenbeziehungen in der Bibel eingegangen. Besonders interessant war unter anderem, dass Jesus einer der wenigen Propheten war, der auch weibliche Jüngerinnen annahm. Umso interessanter dass zwei Jüngerinnen, die historisch nachgewiesen werden können, weder auf dem Abendmahl auftauchen, noch in dieser textlichen Ausführlichkeit wie die anderen Jünger. Dies sollte einen nicht verwundern, wurde die Bibel doch von Männern geschrieben.
Weiterhin wird darauf eingegangen, dass auch sehr bekannte Philosophen und Kleriker nicht davor gefeit waren, Freundschaften zwischen Frauen als nicht existent oder minderwertig zu betrachten.

In Teil II dreht sich dann alles um die Zeit, in der die Geschichte Frauenfreundschaften entdeckte. Es wird von Nonnen erzählt, die zunächst die einzigen Frauen mit Zugang zu Bildung waren und somit die einzigen Schriftstücke zurückließen, die Frauenfreundschaften und -beziehungen dokumentieren. Denn auch, wenn es immer noch Menschen gibt, die es abstreiten: Auch Liebesbeziehungen gleichgeschlechtlicher Natur gab es schon allseits in der Menschheitsgeschichte.
Letztlich wird darüber berichtet, wie sich die Frauenfreundschaften auch immer mehr Raum außerhalb der Klöster errangen. Diese Freundschaften existierten auch selten mit Männern, die aber sonst solche Beziehungen eher als Klatsch, denn als Seelenverwandtschaft abtaten.
Es wird außerdem auf die sogenannten Précieuses eingegangen, ein literarischer Kreis von Frauen im 17. Jahrhundert, die sich der Pflege der französischen Sprache und gesellschaftlicher Sitten verschrieben hatten.
Ebenfalls wird auf patriotische und romantische Freundschaften eingegangen. Alle diese Kapitel sind jeweils mit historischen Beispielen veranschaulicht, sodass der Leser auch die kurzen Biografien der Personen erfährt.
Die Bedeutsamkeit von Gebeten, Vereinen oder des Quiltknüpfens in den ersten amerikanischen Siedlungen für Frauenfreundschaften wird danach thematisiert. Die Verbundenheit, die durch solche Vereinigungen und gemeinsame Tätigkeiten entstand, bot den perfekten Rahmen für die Entstehung eines Austauschs und Verbindungen zwischen Frauen.
Schließlich widmet sich das Kapitel der Erstarkung der Frau an sich und somit auch ihrer Beziehungen, indem es auf Studentinnen, Stadtmädchen und „die neue Frau“ eingeht. Diese neue Frau hat endlich größeren Zugang zu Bildung und definiert sich dadurch auf ganz anderen Ebenen, wird selbstständiger und selbstbewusster.
Maßgeblich dazu beigetragen und für Frauen eingesetzt hat sich Eleanor Roosevelt. Ihrer Biografie und ihren Freunden wurde ein ganzes Kapitel gewidmet, um das Schaffen dieser Persönlichkeit nicht nur darzustellen, sondern zu ehren.
Die Entwicklung der Partnerschaft hin zu einer schwesterlichen Beziehung bildet schließlich den Abschluss des zweiten Teils.

TEIL III beschäftigt sich mit dem modernen 21. Jahrhundert und dem persönlichen Kontakt von Frauen zu ihren Freunden. Es wird auf die sogenannte Freundintimität eingegangen und auf das Geben und Nehmen in einer Freundschaft, die in einer Marktwirtschaft existiert. Auch auf die allseits gern gestellte Frage: „Können Männer und Frauen Freunde sein?“ wird in einem Kapitel eingegangen. Letzlich werden auch die modernen Kommunikationswege kurz beleuchtet.

Der Epilog bietet schlussendlich ein Resümee über die Frauenfreundschaften über alle Jahrhunderte hinweg, was davon bleibt und wir für unsere Beziehungen daraus lernen können.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist für ein Sachbuch sehr eingängig. Viele Kapitel lesen sich sehr schnell weg, andere wiederum sind etwas trockener, was auch den vielen politischen Rahmenbedingungen geschuldet ist, die erklärt werden müssen, um den Zusammenhang zu verstehen.
Die kleinen Biografien, die überall mit einfließen, haben mir sehr gut gefallen, da sie auf das Nötigste reduziert waren und einen guten Einblick geben konnten, ohne den Leser zu überfrachten.
Die Autorinnen schreiben mit sehr viel Leidenschaft, oft auch appellierend, aber niemals belehrend. Kritische Stellen werden sachlich beleuchtet, sodass sich der Leser selbst ein Bild machen kann.

FAZIT:

Dieses Buch ist wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn Frauenfreundschaften zeigen sehr deutlich, wie sich auch das Bild der einzelnen Frau über die Jahrhunderte gewandelt hat. Wie eng auch die Beziehungen von Frauen mit dem politischen und gesellschaftlichen Geschehen verwoben sind, war mir vorher nicht in dieser Fülle und Klarheit bewusst. An so manchen Stellen des Buchs hatte ich Aha-Momente und wurde beeindruckt, ja bin ich sogar stolz, was unsere Vorfahrinnen für uns erreicht und gegen welche Widerstände sie sich behauptet haben. Ebenfalls interessant war, wie schmal der Grad zwischen Freundschaft und romantischer Beziehung ist. Denn wie die unzähligen Beispiele im Buch zeigen, kann eine Freundschaft auch ohne sexuellen Einschlag mindestens so leidenschaftlich ablaufen, wie eine Liebesbeziehung. Ich frage mich auch, wie unsere Freundschaften wohl dokumentiert werden, da wir doch heutzutage keine Briefe mehr schreiben. Denn nur dadurch wurde uns dieses Erbe erhalten.
Ein wichtiges historisches Dokument der Frauenfreundschaften im Wandel der Zeit. Es bietet nicht nur viele biografische Beispiele bekannter Persönlichkeiten, sondern macht auch deutlich, welches Einfluss das politische und gesellschaftliche Geschehen auf Frauen und deren Beziehungen hat. Sehr interessant und lesenswert.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,0


ÜBER DIE AKTION „HISTOLOVE“:

Im Rahmen von HistoLove lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis in die Neuzeit – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Außerdem hat dieses Genre ein viel zu angestaubtes Image. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #histolove.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im Rahmen von HistoLove.


Bis bald,
EURE HACHIDORI

[FRÜHJAHRSPUTZ-BINGO] – DAS ACHTE BUCH WURDE AUSGELOST!

Meine lieben Leser,

Und so habe ich bereits das siebte Bingo-Buch gelesen! Bevor ich euch die Rezension dazu präsentiere, möchte ich euch allerdings noch mitteilen, welches Buch von meiner Bingo-Karte als nächstes ausgelost wurde. Das ist nun bereits die letzte Auslosung und so wissen wir ab heute, welches Buch meine vorletzte Lektüre und welches Buch das Finale sein wird. 🙂

Alle Informationen zu der Aktion findet ihr auf der Leseprojektseite zum Frühjahrsputz-Bingo 2021.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, werden die bereits gelesenen Bücher von mir mit einer Melone markiert. Mit dem ersten sechs Büchern habe ich 35 Euro für mein SuB-Glas verdient. Bisher gab es 2 Bingos.

Damit ich direkt weiterlesen kann, hat die liebe Gabriela von Buchperlenblog schon meine nächste Lektüre ausgelost! Und welches ist es geworden?
*Trommelwirbel*

Das achte Buch, welches ich von meiner Bingokarte lesen muss, ist …

„TÖCHTER DER FREIHEIT“ VON THERESA JEßBERGER!

Dieses Buch habe ich im letzten Sommerurlaub in einer für mich ganz besonderen Buchhandlung gekauft. Das Cover hat mich sehr beeindruckt, deswegen hoffe ich, dass mich der Inhalt ebenso überzeugen kann.

Somit wird „Im Zeichen der Mohnblume“ mein großes Bingo-Finale sein. Es bleibt auf jeden Fall spannend, denn ich warte auch noch auf einige Rezensionsexemplare – ich hoffe, dass ich das Bingo bis Ende des Monats abschließen kann.

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Geisterseher“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon seit einigen Jahren auf meinem SuB. Im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos 2021 habe ich es nun endlich erlöst und damit nicht nur den SuB abgebaut, sondern auch ein weiteres Buch für mein Leseprojekt gesammelt, in dem ich mir das Ziel gesetzt habe, das Gesamtwerk von Kai Meyer zu lesen.
Wie mir dieser historische Roman von Kai Meyer gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Geisterseher – Ein unheimlicher Roman aus dem klassischen Weimar
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 362 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2017)
  • Genre: Historischer Roman, Historische Mystery

INHALT:

Dieses Buch von Kai Meyer entführt uns in das Weimar des frühen 19. Jahrhunderts.
Er schickt die Gebrüder Grimm auf eine undurchsichtige Reise. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm treffen dabei auf viele bekannte Persönlichkeiten dieser Zeit.
Die Geschichte beginnt und sie finden sich zu Gast beim großen Geheimrat Goethe wieder. In seinem Auftrag suchen sie den schwer erkrankten Schiller und dessen Frau auf. Sie liefern eine Medizin zu dem im Sterben liegenden Dichter. Gleichzeitig sollen sie sein letztes Manuskript abholen und anschließend Goethe übergeben.
Auf dem Rückweg werden sie jedoch von einer dunklen Gestalt überfallen, das Manuskript kommt abhanden und sie setzen nun alles daran, es wiederzufinden.

Aufgrund des Klappentextes könnte der Leser meinen, dass die Suche nach dem Manuskript zum zentralen Element wird, jedoch ist dem nicht im Geringsten so. Das Manuskript taucht bald wieder auf und mit ihm jede Menge Fragen und eine große Verschwörung darum. Auf einmal sehen sich die Gebrüder Grimm mit verschiedensten Parteien konfrontiert, die es auf das Manuskript abgesehen haben.
Goethe und die ägyptische Geheimloge kämpfen genau so um dessen Besitz wie eine mysteriöse Gräfin und die Nachfahrin der Gräfin Cosel.
Das Manuskript soll nach Warschau in Sicherheit gebracht werden, doch dort geht ein Mörder um, der nur „Der Sandmann“ genannt wird. Außerdem verliebt sich Wilhelm Hals über Kopf in eine Reisegefährtin die für Jacob hexerische Fähigkeiten besitzt.
Und auf einmal steht nicht nur das Manuskript im Fokus, sondern auch die Brüder – die sich immer mehr gegeneinander wenden.

SCHREIBSTIL:

Die Geschehnisse werden von Wilhelm Grimm selbst erzählt. Während dieser eher emotional getrieben und ungestüm ist, stellt sein Bruder Jacob die schiere Vernunft und das rationale Handeln dar. Klar, dass es zwischen diesen beiden Charakteren krachen muss. So werden immer wieder kleine Streitereien zwischen den Brüdern eingebaut, was ich teilweise anstrengend, aber auch authentisch fand.
Die vielen bekannten Persönlichkeiten, wie Goethe, Schiller oder auch E.T.A. Hoffmann wurden meiner Meinung nach etwas inflationär eingebaut. Da es sehr viele solcher Charaktere gab, fand ich es leider etwas unglaubhaft, dass die Gebrüder Grimm ihnen tatsächlich allen begegnet sein könnten – geschweige denn, dass diese Persönlichkeiten alle dermaßen in ein mysteriöses Komplott verstrickt sein könnten.
Der Sprachstil an sich hat mir sehr gut gefallen, da Wilhelm sich eines Ausdrucks bedient, der für die damalige Zeit typisch ist. Leider konnte das für mich nicht über die Schwächen der Handlung hinwegtrösten, denn so richtig gepackt hat mich das Buch leider bis zum Ende hin nicht.
Trotz allem fand ich den historischen Rahmen sehr interessant, denn der Leser lernt auch einiges über die Städte oder Umgebungen, in denen die Gebrüder unterwegs sind. Auch in der Danksagung ist erkenntlich, dass Kai Meyer sehr viel Recherche betrieben hat, um diesen Rahmen der Geschichte zu schaffen.

FAZIT:

Die Idee des Buches hat mich direkt zum Lesen animiert, da ich die Märchen der Gebrüder Grimm sammle und mich dafür interessiere. Aus ihrer Sicht ein Abenteuer zu erleben, klang zunächst nach einem spannenden Einfall. Leider ruckelte es für mich in der Umsetzung. Die Handlung war undurchsichtig und für lange Zeit war kein übergeordnetes Ziel erkennbar, sodass der Leser keine Ahnung erhält, wo die Geschichte hinführen soll. Die Aufgaben, die von den beiden Brüdern erledigt werden sollen, finden schnell ihre Lösung, sodass ich mich beim Lesen öfter fragte: „Und was soll jetzt noch kommen?“. Nicht unbedingt erleichtert wird dieser Umstand durch die vielen Charaktere, die mal mehr, mal weniger Bewandtnis haben und teilweise sehr blass bleiben. Es fehlte mir an Struktur, es wurden so viele Elemente gemischt, dass mich beim Lesen oft der Eindruck überkam, den Überblick und letzendlich den Überblick zu verlieren. Punktuell war die Handlung immer wieder mal spannend, danach aber auch immer wieder mal recht zäh. Die Atmosphäre war durch einige unheimliche Momente recht düster, aber nicht angsteinflößend. Am Ende spannt sich zwar ein kleiner Bogen, aber die Auflösung bleibt unspektakulär und lässt Fragen offen, weshalb ich doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Sprachlich wunderbar, aber zusammenhangslos und zerstückelt in der Handlung. Sehr viele, teils blasse Charaktere und zu viele gemixte Elemente wie bekannte Persönlichkeiten und Geheimlogen lassen schnell den Überblick verlieren. Das Potenzial wurde für mich nicht ausgenutzt. Eines der schwächeren Bücher von Kai Meyer für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Spannung / Gruselfaktor: ♥♥♥♡♡
Historischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Meine lieben Leser,

das dritte Buch im Frühjahrsputz-Bingo war „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens. Seit 2019 liegt dieses Buch auf meinem ungelesenen Stapel. Es wurde hochgelobt und deswegen wagte ich mich mal wieder aus meiner Fantasy-Komfortzone und entschied mich für diesen Roman. Ob er mich ebenso überzeugen konnte, wie alle anderen, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Gesang der Flusskrebse
  • Autor/in: Delia Owens
  • Übersetzer/in: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
  • Anzahl der Seiten: 462 Seiten
  • Verlag: Hanserblau Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Kriminalroman, Bildungsroman, Mystery

INHALT:

Das Buch handelt von Kya, einem kleinen Mädchen, welches im Laufe der Geschichte zur Frau erwächst. Sie lebt anfangs mit ihrer Familie, später auf sich allein gestellt in den sogenannten Marschlanden, einer speziellen Form des Umlandes, bestehend aus Sandbänken, Wiesen, Flussläufen und sumpfähnlichen Strukturen. Kya wächst isoliert auf und lernt im Gegensatz zu anderen Kindern, mit der Natur zu leben. Sie kennt jeden Stein, jeden Vogel und jedes Insekt und sammelt leidenschaftlich gern Federn, Muscheln und was die Natur noch zu geben hat. Dafür lebt sie zurückgezogen, eine Ausgestoßene, die von den Bewohnern des Nachbarortes misstrauisch beäugt wird.
Sie bleibt ungebildet, bis sich ein Junge dazu entschließt, ihr das Lesen beizubringen. So öffnet sich für Kya eine ganz andere Welt. Diese wird jedoch jäh erschüttert, als im nahegelegene Örtchen Barkley Cove ein Mordfall geschieht. Ein junger Mann wird tot aufgefunden und die Schuld sehen die Dorfbewohner in dem Marschmädchen – in Kya.

SCHREIBSTIL:

Dieses Buch ist so dicht und so atmosphärisch geschrieben, dass es mir schwer fällt, es in Worte zu fassen. Der Leser begleitet Kya nicht nur durch ihr gesamtes Leben, sondern auch durch den ungerechten Ablauf der Kriminalgeschichte. Selten habe ich so mit einem Charakter mitgefiebert, weil die Autorin sie so authentisch und doch außergewöhnlich gezeichnet hat.
Ganz besonders herausragend sind in diesem Debüt die Beschreibungen der Natur. Kyas Expertise der Marschlande geht nach und nach auch auf den Leser über, der in ihren Möwen nach kurzer Zeit ebenfalls gute Freunde entdeckt und die Faszination für die unterschiedlichsten Lebensformen teilt.
Auch die Beziehungsgeflechte zwischen Kya und ihrer Familie sowie zu den zwei Männern in ihrem Leben werden mit einer Tiefe erzählt, die mir oft eine Gänsehaut bereitete. Bereitwillig folgte ich Kya auf ihren Erkundungstouren und Versteckspielen in der Marsch, beim Einkaufen im Örtchen oder bei Jumpin, ihrem Vertrauten und Vaterersatz und ich erlebte so gern mit ihr die erste Liebe, die unzähligen ersten Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg durch das Erwachsenwerden gemacht hat.

FAZIT:

Für mich ist jetzt völlig klar, wo die Begeisterung vieler Leser für dieses Buch herrührt. Es ist nicht nur sprachlich wunderschön geschrieben, sondern sehr eingängig, tiefsinnig und feinfühlig. Es hat auf mich einen richtigen Sog ausgeübt. Es ist eine Hommage an die Natur, an das Erwachsenwerden und an die Toleranz, die in diesen Tagen oft fehlt. Es lädt zum Reflektieren ein, wenn es zwischen den Zeilen Vorurteile anprangert und überrascht mit einigen Verläufen der Handlung. Was das Buch besonders macht, sind nicht nur die vielen Details, sondern auch die unfassbare Authentizität, mit der sie erzählt werden.
Für mich ganz großes Kino. Starke Bilder, wunderschöne Naturbeschreibungen, tiefe Gefühle und Kritik zu immer noch aktuellen Themen. Ein Buch mit Sog-Charakter. Wer es noch nicht gelesen hat, sollte das nachholen. Für mich ein absolutes Highlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Kriminalfall: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

[FRÜHJAHRSPUTZ-BINGO] – DAS SECHSTE BUCH WURDE AUSGELOST!

Meine lieben Leser,

Und so habe ich bereits das fünfte Bingo-Buch gelesen! Bevor ich euch die Rezension dazu präsentiere, möchte ich euch allerdings noch mitteilen, welches Buch von meiner Bingo-Karte als nächstes ausgelost wurde.

Alle Informationen zu der Aktion findet ihr auf der Leseprojektseite zum Frühjahrsputz-Bingo 2021.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, werden die bereits gelesenen Bücher von mir mit einer Melone markiert. Mit dem ersten fünf Büchern habe ich 18 Euro für mein SuB-Glas verdient. Bisher gab es kein Bingo.

Damit ich direkt weiterlesen kann, hat die liebe Gabriela von Buchperlenblog schon meine nächste Lektüre ausgelost! Und welches ist es geworden?
*Trommelwirbel*

Das sechste Buch, welches ich von meiner Bingokarte lesen muss, ist …

„FREUNDINNEN – EINE KULTURGESCHICHTE“ VON MARILYN YALOM / THERESA DONOVAN BROWN!

Dieses Buch habe ich in einem Sale entdeckt, ja es hat mich förmlich angelacht. Ich war sofort Feuer und Flamme, mehr über die Geschichte der Frauenfreundschaften zu erfahren. Sachbücher sind öfter sehr trocken, weswegen ich hoffe, dass dies für dieses Exemplar nicht gilt. Ich bin gespannt, ob es mich begeistern kann.
Danach erhaltet ihr natürlich wie immer eine Rezension dazu.

Und ihr werdet natürlich bald erfahren, was das nächste Buch im Bingo sein wird – und ob es ein Bingo gegeben hat!

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ von Tracy Banghart

Meine lieben Leser,

das zweite Buch des Frühjahrsputz-Bingos ist nun also schon geschafft und ich möchte euch die Rezension dazu natürlich nicht vorenthalten. Die zwei Bände von „Iron Flowers“ haben den Weg vor einigen Jahren durch ein Gewinnspiel zu mir gefunden. Endlich konnte ich den ersten Band vom SuB befreien. Ob sich das gelohnt hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | unbezahlt, Gewinn |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Iron Flowers – Die Rebellinnen
  • Autor/in: Tracy Banghart
  • Übersetzer/in: Anna Julia Strüh
  • Anzahl der Seiten: 380 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Das Buch „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ handelt von den beiden Schwestern Nomi und Serina. Serina wurde ihr Leben lang dazu ausgebildet, eine Grace des Regenten zu werden, während Nomi die Rolle ihrer Zofe einnehmen sollte. Jedes Mädchen im Land hat theoretisch die Chance, eine Grace zu werden. Wichtig sind gefälliges Aussehen und bestimmte Begabungen wie Harfe spielen oder die Unterhaltung von hochrangigen Regierungsmitgliedern.
Die aktuellen Graces werden in einer Art Ausscheid bestimmt. Nachdem Serina in ihrer Region ausgewählt wurde, wird sie zum Ausscheid im Palast eingeladen. Das Besondere: Dieses Jahr werden die Graces nicht für den Regenten, sondern für den Thronfolger ausgewählt. Zu diesem Ereignis fahren Nomi und Serina gemeinsam. Während Nomi auf ihre Schwester wartet, sucht sie die Toilette und begegnet zufällig dem Thronfolger und seinem Bruder.
Als schließlich Nomi anstatt Serina als Grace gewählt wird, ist nicht nur die Verwirrung und Verzweiflung groß, sondern auch die Empörung der anderen Teilnehmerinnen. Serina wird nun die Rolle der Zofe einnehmen.
Zu sagen bleibt, dass in der Gesellschaft, die im Buch beschrieben wird, die Frauen eine niedere Stellung bekleiden. Sie dürfen nicht aufmüpfig werden, werden verheiratet und dürfen nicht lesen lernen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist verboten. Wer dem nicht gehorcht, wird bestraft.
Da Nomi lesen kann, geht sie ein großes Risiko ein, als sie ein Buch aus der königlichen Bibliothek an sich nimmt. Serina und Nomi kennen das Buch. Serina kann zwar nicht lesen, aber rezitiert aus dem Buch und wird erwischt. Hier beginnt die eigentliche Handlung des Buches.
Serina wird auf die Frauengefängnisinsel gebracht und Nomi muss sich im Palast als Grace behaupten.

Welche Rolle der Thronfolger und sein Bruder in der ganzen Geschichte spielen, wie es beiden ergeht und wie stark ihr Zusammenhalt als Schwestern ist, dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nomis und Serinas Sicht erzählt. Mit Nomi erlebt der Leser das ganze Ausmaß der unsinnigen Regeln für Graces und lernt sowohl den Thronfolger als auch seinen Bruder kennen.
Aus Serinas Sicht wird man auf die Gefängnisinsel gebracht und muss sich unter unmenschlichen Bedingungen behaupten, ja gar bis zum Tode kämpfen.
Mir hat besonders dieser Wechsel der Szenarien gefallen und wie die Autorin sie umsetzte. Ganz entgegen meiner Erwartungen entwickelte sich die Geschichte oft in eine andere Richtung, als ich es mir vorgestellt hatte.
Der Schreibstil ist sehr klar, liest sich schnell und erzeugt fast durchgehend eine leichte Spannung. Der Fokus ist hier vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Politik sowie die Schwesternliebe gelegt, was ich als sehr angenehm empfand.

FAZIT:

Aufgrund des Thronfolgers und seines Bruders hatte ich eine platte Dreiecksgeschichte erwartet, aber ich wurde überrascht. Zwar hat die Geschichte typische moderne Elemente einer Dystopie, wie beispielsweise den Palast und den Ausscheid sowie den Überlebenskampf auf der Insel, jedoch hat die Autorin das mit einem ganz eigenen Charme umgesetzt. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne heroische Heldin, sondern zwei Schwestern die auf ganz eigene Weise um ihre eigene Freiheit und die Freiheit aller Frauen im Land kämpfen. In der Geschichte gab es einige Wendungen, die ich nicht vorhersehen konnte und die mich sprachlos zurückließen. Zwar hatte ich auch mal kleinere Vorahnungen, habe diese aber oft wieder verworfen aufgrund des Verlaufs der Geschichte. Das Buch hat mich gut unterhalten und teilweise war es eine Mischung aus Panem und Selection, jedoch mit einem recht asiatischen Einschlag von den gesellschaftlichen Strukturen her und einer ganz individuellen Note.
Eine wirklich gute und zeitgemäße Dystopie über Frauenrechte, Schwesternliebe und politische Intrigen. Die Geschichte konnte mich super unterhalten, auch wenn einige Fragen offen blieben und das Worldbuilding gern detaillierter hätte sein können. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

[FRÜHJAHRSPUTZ-BINGO] – DAS FÜNFTE BUCH WURDE AUSGELOST!

Meine lieben Leser,

Und so habe ich bereits das vierte Bingo-Buch gelesen! Bevor ich euch die Rezension dazu präsentiere, möchte ich euch allerdings noch mitteilen, welches Buch von meiner Bingo-Karte als nächstes ausgelost wurde.

Alle Informationen zu der Aktion findet ihr auf der Leseprojektseite zum Frühjahrsputz-Bingo 2021.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, werden die bereits gelesenen Bücher von mir mit einer Melone markiert. Mit dem ersten vier Büchern habe ich 15 Euro für mein SuB-Glas verdient. Bisher gab es kein Bingo.

Damit ich direkt weiterlesen kann, hat die liebe Gabriela von Buchperlenblog schon meine nächste Lektüre ausgelost! Und welches ist es geworden?
*Trommelwirbel*

Das fünfte Buch, welches ich von meiner Bingokarte lesen muss, ist …

„AUF DER RICHTIGEN SEITE“ VON WILLIAM SUTCLIFFE!

Dieses Buch stammt aus dem Jahre 2018 (zumindest meine vorliegende Taschenbuchausgabe) und es ist auf meiner Bingo-Karte das Buch, an das ich keine wirklichen Erwartungen habe. Ich habe überhaupt keine Vorstellung, was mich hier erwarten könnte. Es ist 2015 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden und deshalb dürft ihr genau so gespannt sein wie ich, ob es mich begeistern kann.
Danach erhaltet ihr natürlich wie immer eine Rezension dazu.

Und ihr werdet natürlich bald erfahren, was das nächste Buch im Bingo sein wird – und ob es ein Bingo gegeben hat!

Bis bald,
EURE HACHIDORI