Rezension – „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück, noch einen wunderbaren Buddyread mit der lieben Gabriela von Buchperlenblog zu erleben. Das Buch „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ hatte uns beide aufgrund des Klappentextes sehr interessiert und wir waren beide gespannt, ob uns das Buch begeistern könnte. Wir waren aus einem besonderen Grund skeptisch, denn wir beide mögen nur selten Bücher im typisch japanischen Stil. Das vorliegende Buch thematisiert zwar Japan, wurde aber von einer Autorin aus Finnland geschrieben, weswegen wir hofften, dass der besagte Stil uns nicht ereilen würde. Wie mir das Buch nun gefallen hat, lest ihr wie immer im Folgenden.

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Danke, an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dinge, die das Herz höher schlagen lassen
  • Autor/in: Mia Kankimäki
  • Übersetzer/in: Stefan Moster
  • Anzahl der Seiten: 526 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (13. April 2021)
  • Genre: Biografischer Roman

INHALT:

Der Leser lernt am Anfang Mia Kankimäki, also die Autorin kennen und befindet sich zunächst in deren Heimat Finnland wieder. Sie berichtet von ihrer Leidenschaft für die Gedichte der japanischen Hofdame Sei Shōnagon, die im 10. Jahrhundert im fernen Japan lebte. Doch nicht nur ihre geschaffene Literatur, sondern auch deren Leben und Persönlichkeit faszinieren die Autorin und sie beginnt, über Sei zu recherchieren – ja noch viel mehr, denn sie gibt ihren Job auf, um ein Jahr in diese Recherchen zu stecken und selbst nach Japan zu reisen.
Sei ist immer dabei und begleitet die Autorin fast schon als imaginäre Freundin, als Seelenverwandte – und manchmal wirkt die Autorin geradezu besessen von dieser verkannten Dichterin, der viel zu häufig negative Attribute zugeschrieben werden.
Mia Kankimäki reist also nach Kyoto, um dort auf den Spuren Shōnagons zu wandeln. Das stellt sich vor Ort dann aber doch als nicht so leicht heraus, da kaum Daten über die Dichterin vorhanden sind.
Ob und welche Informationen die Autorin über Sei findet, was sie auf ihrer Reise durch Japan erlebt, wer sie auf ihrem Weg begleitet und welchen Problemen sie sich gegenüber sieht, das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt amüsant, immer öfter auch ironisch und sehr anschaulich. Der Schreibstil konnte mich ab der ersten Seite gefangen nehmen und übte einen ungeheuren Sog auf mich aus, sodass ich es nicht erwarten konnte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen und Mia auf ihrer Suche nach Sei zu begleiten.
Was für mich ganz besonders zum Tragen kam, war das Talent der Autorin, die historischen Fakten um Sei Shōnagon so zu verpacken, dass ich die Informationen förmlich aufgesaugt habe wie ein Schwamm. Ich lechzte nach jedem kleinen Hinweis und bin immer noch begeistert, wie lebendig die Autorin die Heian-Zeit, deren Eigenarten, Sitten und Charaktere darstellte. Sei wurde über die Seiten hinweg auch für mich fast zu einer Freundin und ich vermisste sie schmerzlich, wenn sie sich eine Weile nicht zu Wort meldete. Das komplette historische Wissen ist amüsant und lebensnah aufbereitet. So hätte ich mir Geschichtsunterricht gewünscht. Denn vor dem Buch hatte ich von Sei und ihrem Kopfkissenbuch sowie der Heian-Zeit keinen Schimmer. Und trotzdem schaffte die Autorin es, dass ich genau so wissbegierig wie sie selbst auf ihre Recherchen schaute.
Das Buch ist im Stil eines Tagebuchs geschrieben. Zu Beginn jedes Kapitels wird der Ort und die Jahreszeit bzw. der Monat genannt, als Rahmeninformationen für die Erlebnisse der Autorin. Ergänzt werden die Kapitel durch immer wiederkehrende Einschübe von Seis Gedichten, Listen oder Tagebucheinträgen.

FAZIT:

Das Buch begeistert durch den tagebuchartigen Stil, die passenden Auszüge aus Sei Shōnagons Kopfkissenbuch und die amüsante Aufbereitung der historischen Fakten (ein bisschen erinnerte es uns an den typischen Bridget-Jones-Humor). Bei den Beschreibungen der Erlebnisse in Japan fand ich mich selbst oft wieder zurückversetzt in meine eigene Japanreise vor einigen Jahren. Die Autorin besuchte tatsächlich viele Orte, an denen ich ebenfalls war und kommentierte auch einiges an japanischen Eigenheiten, über die ich schmunzeln musste.
Auch wenn das Buch im letzten Viertel ein bisschen an Leichtigkeit verliert und dadurch auch an Tempo sowie Sog einbüßt, kann es sich gegen Ende wieder fangen und die tolle Wirkung vom Anfang entfalten.

Eine Geschichte um zwei Freundinnen – Seelenschwestern, getrennt durch die Jahrtausende der Geschichte. Die pure Dosis Japan, amüsante Aufbereitung historischer Fakten, ein Seelenstreichler und herzerwärmend. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Historische Informationen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Samurai – Der Weg des Kämpfers“ (Band 1) von Chris Bradford

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon über fünf Jahre auf meinem ungelesenen Stapel. Ich hatte es mal angefangen und bin nicht so richtig reingekommen, weswegen ich es wieder weggelegt habe. Deswegen hatte ich etwas Angst, dass ich wieder nicht mit dem Buch klarkommen würde, aber ich wollte es im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos gern endlich vom SuB erlösen. Wie es mir nun schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Samurai – Der Weg des Kämpfers
  • Autor/in: Chris Bradford
  • Anzahl der Seiten: 416 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2011)
  • Genre: Historischer Abenteuerroman

INHALT:

Der 13-jährige Jack und seine englische Crew sind mit ihrem Schiff auf dem Weg nach Japan, um als erste Engländer mit den dortigen Einheimischen Waren zu handeln. Sie schlagen kurz vor Japan Leck und müssen zum Reparieren in einer Bucht anlanden. Dort werden sie von Ninjas überfallen und getötet. Nur Jack überlebt.
Der Samurai Masamoto nimmt ihn auf und adoptiert ihn, da der geheimnisvolle Ninja Drachenauge zu ihrem gemeinsamen Feind geworden ist. So beginnt für Jack eine anstrengende, aber auch spannende Zeit, in der er zum Samurai ausgebildet wird. Die Ausbildung ist geprägt von Zwistigkeiten und Freundschaften mit seinen Mitschülern, die den „Gaijin“ (Ausländer) zunächst eher kritisch beäugen. Das Buch begleitet ihn auf seinem Weg, die sieben Tugenden der Samurai zu meistern. Und bald sieht er sich Drachenauge erneut gegenüber …

SCHREIBSTIL:

„Ein Baum von einem Klafter Umfang entsteht aus einem haarfeinen Hälmchen (…) Ein neun Stufen hoher Turm entsteht aus einem Häuflein Erde. Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 198

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, da er ohne Schnörkel und lange Beschreibungen auskommt. Bradford konzentriert sich in Gesprächen und Handlung auf starke Bilder mit Leinwandeffekten. Besonderes Augenmerk legt er auf die Kampfszenen, die ausführlicher beschrieben werden als alle anderen Begebenheiten in diesem Buch. Besonders gelungen sind die Beschreibungen der Landschaften und Umgebungen. Er schreibt nicht ausladend, aber gerade so detailliert, dass sich die monumentalen Bilder mit der Anmut Japans im Kopf des Lesers realistisch ausbilden können.
Die Orte, an die Bradford entführt sind sehr authentisch, da ich selbst an vielen dieser Orte in Japan war und mich direkt dorthin zurückversetzt fühlte. Auch die Einschübe japanischer Sprache und die vielen japanischen Weisheiten machen das Buch sehr glaubhaft und verursachten bei mir jede Menge Japanweh.
Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich jedoch, denn mich hat es sehr irritiert, dass Jack erst 13 Jahre alt sein soll. Er benimmt sich zu keiner Zeit so jung, sondern mindestens wie ein 16- bis 17-Jähriger.
Weiterhin gelingen Jack und seinen Mitstreitern noch so schwierige Aufgaben im Nu, was ich sehr schade und unrealistisch fand. Das erinnerte dann eher an ein Märchen oder eine Legende, aber vielleicht soll diese Geschichte ja genau das sein.

FAZIT:

„Ich weiß nicht, wie man andere besiegt. Ich weiß nur, wie ich mich selbst besiegen kann. Unsere eigentlichen und gefährlichsten Gegener sind Angst, Wut, Verwirrung, Zweifel und Hoffnungslosigkeit.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 298

Ich bin immer noch sehr fasziniert davon, dass mich dieses Buch so begeistern konnte. Ich hatte es so lange auf dem SuB und kann gar nicht mehr verstehen warum. Natürlich war der Schreibstil keine sprachliche Perle, aber das Buch hat mich einfach gut unterhalten und diesen ganz bestimmten japanischen Flair, den ich so liebe rübergebracht. Eventuell habe ich mir direkt die Folgebände bestellt. 😀 Wer hätte das gedacht, nachdem ich vor diesem Bingo-Buch solche Angst hatte. Ein richtiges kleines Highlight für mich.
Manchmal braucht es eben einfach nur Spannung und Japan, um einen Leser glücklich zu machen. Eine tolle Abendlektüre, die Japanweh verursacht und herrlich unkompliziert daherkommt. Zwar nicht ganz realistisch, dafür mehr Märchen oder Legende – aber dafür umso unterhaltsamer! Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Japanischer Rahmen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Büchertipp – Fettnäpfchenführer Japan – Die Axt im Chrysanthemenwald von Kerstin und Andreas Fels

Liebe Leser,

heute mal wieder eine Buchkritik.
Dieses Mal zu dem Buch von Kerstin und Andreas Fels „Fettnäpfchenführer Japan“

Aufbau:
Das Buch ist unterteilt in mehrere kleine Geschichten, die jeweils Situationen in Japan schildern. Hauptperson ist dabei immer ein fiktiver Charakter „Herr Hoffmann“, der einfach alles falsch macht. Anschließend an jedes Kapitel folgt eine Zusammenfassung, was schiefgelaufen ist und wie man die jeweiligen Situationen in Japan besser meistern kann, als der vom Unglück gebeutelte Herr Hoffmann.

Mein Fazit:
Es eignet sich perfekt für Leute, die gerne mal etwas zwischendurch lesen möchten, da es in mehrere kleine Geschichten unterteilt ist. Außerdem ist das Buch sehr amüsant geschrieben. Es gibt wenige Bücher, die mich wirklich zum Schmunzeln bringen. Dieses gehört dazu. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass zu vielen Sätzen Anmerkungen in Form von Fußnoten geschrieben wurden. Diese enthalten Zusatzinformationen, die teilweise wirklich sehr interessant sind.
Ich kann über dieses Buch nicht meckern, es hat mich einige Zeit sehr amüsiert und belustigt.
Somit bekommt es von mir das Prädikat „empfehlenswert“.
Und zwar für alle, die sich für Japan interessieren. Vor allem für Anfänger auf diesem Gebiet ist es interessant, doch auch der fortgeschrittene Japankenner kann hier die eine oder andere Sache finden, die er vielleicht noch nicht gehört hat.
Amüsant ist es, auch wenn man schon über gewisse Begebenheiten Bescheid weiß.

EURE HACHIDORI

 

Büchertipps (1) – „Japan 151 – Ein Land zwischen Comic und Kaiserreich in 151 Momentaufnahmen“ von Fritz Schumann

Das neue Jahr möchte ich mit einer Rezension begrüßen!
In der Weihnachtszeit und danach war allerhand Zeit zum Lesen…:

Rezension zu „Japan 151 – Ein Land zwischen Comic und Kaiserreich in 151 Momentaufnahmen“ von Fritz Schumann

Das Buch gibt Einsteigern einen super Überblick über wichtige Begriffe, die mit dem Land der aufgehenden Sonne in Verbindung gebracht werden. Auch fortgeschrittene Japan-Interessierte kommen in diesem Werk auf ihre Kosten! Es sind viele interessante Anekdoten des Autors enthalten und auf jeden Fall Fakten, die man so noch nicht gehört/gelesen hat. Obwohl das Buch eher wie ein Bildband wirkt, ist es trotzdem sehr informativ und umfangreich. Die Beiträge zu den einzelnen Begriffen sind kurz und betragen nicht mehr als ein bis zwei Seiten, was dieses Buch auch für das „Zwischendurch-Schmökern“ geeignet macht.
Die Begriffe sind lebensnah und mit der richtigen Mischung aus Information, Humor und Kritik geschrieben. Einziger Wermutstropfen sind die Tippfehler des Autors, die manchmal Buchstaben verschwinden oder Wörter doppelt erscheinen lassen.
Da dieses Buch aber so interessant ist, kann man darüber getrost hinwegsehen und weiterhin ist sowas in der ersten Auflage ja noch nicht so dramatisch, da noch weitere folgen.

Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch über Japan und das nicht nur für Einsteiger geeignet ist, da einige Insiderinformationen enthalten sind.
SEHR LESENSWERT.

EURE HACHIDORI