Rezension – „Kopfkissenbuch“ von Sei Shōnagon

Meine lieben Leser,

heute gibt es mal wieder ein Buch, welches Japanbezug hat. Vor einiger Zeit hatte ich im Buddyread „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki gelesen. Sie geht dabei auf die Person Sei Shōnagon ein, eine Hofdame aus Japan im 10. Jahrhundert. Dieses Buch gefiel mir so gut, dass ich das Kopfkissenbuch von Sei unbedingt selbst lesen wollte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Kopfkissenbuch
  • Autor/in: Sei Shōnagon
  • Übersetzer/in: Michael Stein
  • Anzahl der Seiten: 736 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (April 2019)
  • Genre: Biografischer Roman, Tagebuch

INHALT:

Im Kopfkissenbuch gibt es keine richtige Handlung, da es sich um eine Art Tagebuch handelt. Dennoch sind die Einträge nicht chronologisch sortiert, manchmal werden nur Listen von Dingen oder bspw. Bergen notiert.
Sei schreibt in ihr Kopfkissenbuch, was sie alltäglich beobachtet – sowohl in der Natur, im Alltag einer japanischen Hofdame und in der Kommunikation der Menschen um sie herum.
Die erwähnten Personen und Geschehnisse sind natürlich vor allem historisch interessant, dazu werden in den Anhängen, wie dem Glossar und dem Personenverzeichnis ausführliche Hilfestellungen geboten.
Besonders gut gefielen mir die Naturbeschreibungen oder auch die komplexe Kommunikation der japanischen Adligen in Briefen in gedichteter Form. Außerdem waren die zwischenmenschlichen Beschreibungen sehr spannend, vor allem dann, wenn es um Liebhaber von Sei ging.

SCHREIBSTIL:

Der Leser kommt gar nicht umhin, eine gewisse Zuneigung zur Autorin zu entwickeln, so amüsant und frech sie manchmal schreibt. Bisweilen ist sie auch mal etwas arrogant oder spitzfindig, aber genau das macht sie so herrlich menschlich und zugänglich auch für moderne Gemüter. Ob das nun Äußerungen sind, die beschreiben, wie gern sie am Hof arbeitet, anstatt Hausfrau zu sein – oder auch die Freude über einen lang erwarteten Brief – sie zeigt sehr deutlich, dass sich so viel in unserem Gefühlsleben seit dem 10. Jahrhundert gar nicht geändert hat.

FAZIT:

Dieses Buch umfasst gut 500 Seiten von Seis Gedanken und Aufzeichnungen, die schon zu ihren Lebzeiten bekannt wurden und sie zu einer kleinen Berühmtheit machten. Die restlichen Seiten sind Anhänge, die teils unverzichtbar sind, wenn der Leser das komplette Verständnis für diese Zeit aufbringen möchte. Die wenigen biografischen Dinge, die man über Sei weiß, sind ebenfalls im Anhang nochmals zusammengefasst worden. Für mich war es kein Buch, was in einem Stück verschlungen wird, sondern eine wahre Genusslektüre. Ich bin gern vorm Schlafengehen nochmal in die Erlebnisse von Sei eingetaucht, weil sie so herrlich charmant in ihrer Erzählweise war.

Ein historisch interessantes Werk, welches aber keineswegs altbacken daherkommt. Die Schilderungen der Hofdame Sei Shōnagon, die im 10. Jahrhundert in Japan lebte und kein Blatt vor den Mund nahm, waren so amüsant und einnehmend, dass sich ihr kein Leser zu entziehen vermag. Ein wirklich schönes Genussbuch für zwischendurch.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Japan-Vibes: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Six Crimson Cranes“ von Elizabeth Lim

Meine lieben Leser,

mit der lieben Gabriela von Buchperlenblog habe ich ein ganz besonderes Experiment gewagt. Ich habe mein erstes englischsprachiges Buch gelesen. Ich habe mich vorher nie rangetraut und im Folgenden lest ihr, wie mir das Buch und mein Versuch gefallen haben.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Six Crimson Cranes
  • Autor/in: Elizabeth Lim
  • Anzahl der Seiten: 456 Seiten
  • Verlag: Alfred A. Knopf Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juli 2021)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Im Buch geht es um Shiori, eine Prinzessin, die vor ihrer Verlobungszeremonie ausreißt und dabei in einen See fällt. Dort trifft sie auf einen Drachen und ab diesem Zeitpunkt überschlagen sich die Ereignisse. Sie wird verflucht, lebt fortan stumm und mit einer Holzschüssel auf dem Kopf fernab ihrer Heimat, während ihre sechs Brüder ihr Dasein als Kraniche fristen.
Nun muss sie sich nicht nur allein durchschlagen, sondern auch einen Weg zu ihren Brüdern finden und herausfinden, wie der Fluch gelöst werden kann. Immer an ihrer Seite ist der kleine Papierkranich Kiki.

Die Geschichte ist angelehnt an das Märchen „Die wilden Schwäne“ bzw. „Die sechs Schwäne“. Hier kann der versierte Leser durchaus einige Parallelen entdecken, die von der Autorin allerdings in ganz neuer Manier zu einem spannenden Plot zusammengestellt wurden.

SCHREIBSTIL:

Erstmal muss ich sagen, dass ich doch nach der Anlaufzeit erstaunlich gut mit der anderen Sprache klarkam. Die Handlung versteht man auch, wenn man nicht jedes Wort wortwörtlich übersetzen kann. Also ein positives Fazit. Deutsch ziehe ich aber dennoch vor, auch wenn die englische Lektüre deutlich entspannter war als gedacht.
Das Buch war auch sehr eingängig geschrieben, sodass es eine tolle Abendlektüre war. Eine Liebesgeschichte war zwar vorhanden, aber genau so zart wie eine Kirschblüte, sodass sie nicht aufdringlich war und der Haupthandlung genügend Raum gab. Die Handlung war gespickt mit liebevollen asiatischen Details, die einen unweigerlich an Japan erinnern, sei es das Essen, Bräuche oder Figuren und Kleidung – wirklich märchenhaft.

FAZIT:

Das Buch hatte zwar mittig ein paar kleinere Längen, was allerdings durch die magische Geschichte wettgemacht wurde. Die Autorin hat hier ein wirklich spannendes und detailverliebtes Werk geschaffen, in das es sich meiner Meinung nach einzutauchen lohnt. Die asiatischen Elemente an jeder Ecke haben mich natürlich nochmal zusätzlich begeistert. Kiki und Shiori haben sich auf jeden Fall einen Platz in meinem Herzen gesichert und es war sehr abwechslungsreich, ihnen auf ihrer Reise zu folgen.
Ein wirklich tolles Buch, dass ich euch nur empfehlen kann!

Eine Neuinterpretation eines alten Märchens – magisch, spannend und mit asiatischen Elementen aufgefrischt. Eine gelungene Umsetzung, die Lust auf die Fortsetzung macht!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das kleine Übungsheft – Meditationen für jeden Tag“ von Marc de Smedt

Meine lieben Leser,

dieses Mal stelle ich euch ein wirklich kurzweiliges Büchlein vor, welches sich mit dem Thema „Meditationen“ beschäftigt. Es handelt sich um die Ausgabe „Meditationen für jeden Tag“ aus der „Das kleine Übungsheft“-Reihe. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das kleine Übungsheft – Meditationen für jeden Tag
  • Autor/in: Marc de Smedt
  • Übersetzer/in: Claudia Seele-Nyima
  • Illustrationen: Jean Augagneur
  • Anzahl der Seiten: 64 Seiten
  • Verlag: Trinity Verlag
  • Ausgabe: 10. September 2012
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch

INHALT:

Das Buch gibt einen wirklich guten Einstieg in das Thema Meditation. Es erläutert, was das eigentlich ist und beschreibt unterschiedliche Meditationstechniken für den Alltag. Das alles wird durch amüsante Illustrationen ergänzt, die teilweise auch berühmte, meditierende Personen zitieren.
Einige der genannten Meditationstechniken kannte ich noch nicht oder hatte sie noch nicht probiert. In den letzten Tagen sind diese nun erstmals zum Einsatz gekommen und einige werde ich wohl beibehalten.
Besonders gut finde ich, dass das Buch mit zum Nachdenken anregen konnte, obwohl es nur so wenige Seiten hat. Der Inhalt ist zwar sehr komprimiert, dafür aber auf den Punkt gebracht. In der Kürze liegt eben manchmal die Würze.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war ehrlich gesagt nicht so im Vordergrund bei diesem Buch, da es jeweils nur kurze Episoden waren, die hier gelesen wurden. Die Illustrationen haben da viel von der Stimmung ausgemacht bzw. dazu beigetragen. Die Texte waren aber sehr einfach und auch für Laien verständlich aufbereitet. Teilweise hätte ich mich natürlich noch mehr Erklärungen und Tiefe gewünscht, aber das ist bei der geringen Seitenanzahl und als erster Schnupperkurs wahrscheinlich etwas viel verlangt.

FAZIT:

Wer also einen kurzweiligen, amüsant gestalteten und interessanten Einstieg in das immer viel zu aufgebauschte Thema Meditationen sucht, der ist hier genau an der richtigen Adresse. Da es nicht sehr tief in das Thema hineingeht, ist es zwar leicht zugänglich, bedarf im Nachgang bei Interesse aber sicher weiterer Lektüre oder ähnlichem. Aber dieser Appetitanreger ist sehr schön aufgemacht und kann von mir nur empfohlen werden!

Ein guter Einstieg in das Thema Meditationen – leicht verständlich aufgemacht, liebevoll mit Illustrationen unterlegt. Ein empfehlenswerter und amüsanter Schnupperkurs.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung/Emotionen: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft/Praxisbezug: ♥♥♥♥♥
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Kraft des Chōwa“ von Akemi Tanaka

Meine lieben Leser,

es wird wieder mal Zeit für einen richtig schönen Ratgeber mit Japan-Bezug. Und da kam mir „Die Kraft des Chōwa“ von Akemi Tanaka gerade recht. Wie es mir insgesamt gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Vielen Dank, an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Kraft des Chōwa – Der japanische Weg zu innerer und äußerer Harmonie
  • Autor/in: Akemi Tanaka
  • Übersetzer/in: Elisabeth Liebl
  • Anzahl der Seiten: 288 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Ausgabe: 15. November 2021
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch

INHALT:

In dem Buch „Die Kraft des Chōwa“ geht die Autorin auf eine Art japanisches Lebensgefühl, das Chōwa ein. Es wird häufig mit „Harmonie“ übersetzt, umfasst dabei aber deutlich mehr, als wir es in unserer Sprache übersetzen könnten. Daher erläutert Tanaka an unterschiedlichen Bereichen des Lebens die Bedeutung des Chōwa und gibt Einblicke, wie der Leser dieses selbst in sein Leben integrieren kann.
Es geht grob darum, das eigene Gleichgewicht zu finden, mit anderen in Harmonie zu leben und das Gleichgewicht in zentralen Lebensbereichen zu schaffen.
Dabei wird auf verschiedene Alltagsthemen eingegangen, wie beispielsweise die Harmonie im eigenen Heim, familiäre Rollen, finanzielle Aspekte wie Geld sparen oder Haushaltsführung, aber auch den eigenen Kleidungsstil. Zudem werden Emotionen thematisiert, das Lehren und Lernen, Harmonie am Arbeitsplatz und der Mut zu Veränderungen. Auch Ernährung, das Leben im Einklang mit der Natur, die Partnerschaft und der Umgang mit dem Tod werden thematisiert.
So bietet dieses Buch während der Lektüre einen wahren Rundumschlag zum Chōwa, bietet dabei aber auch einen wirklich ausgeprägten Alltagsbezug.

Das Buch wird außerdem dadurch besonders, dass viele japanische Anekdoten oder historische Informationen mit verwoben werden, teilweise auch biografische Elemente der Autorin. Das macht die Lektüre für Japan-Fans sehr interessant und spannend.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt federleicht, direkt, aber auch blumig. Mir hat das sehr gut gefallen, weil es zum Thema Harmonie und Chōwa so ausgezeichnet gepasst hat. Die Lektüre war dadurch sehr angenehm. Zudem brachte sie viele Gedanken so auf den Punkt, dass sie für mich absolut nachvollziehbar waren und ich einige Punkte direkt auf mein eigenes Leben adaptieren konnte. Einige Kapitel waren für mich nicht so interessant wie andere, aber das muss ja auch gar nicht so sein. So kann sich aus diesem Ratgeber jeder die Botschaft mitnehmen, die für ihn passend ist.

FAZIT:

Das Buch war nach langer Zeit endlich mal wieder ein Ratgeber der guten Sorte. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, ihn zu lesen. Für mich war es ein Ausflug nach Japan, ja sogar in die Mentalität der Japaner und ein Stückweit waren auch Botschaften enthalten, die ich für mein eigenes Leben mitnehmen konnte und umsetzen möchte.

Ein sanftes, ruhiges Buch, welches sich mit einem Grundsatz der japanischen Mentalität – dem Chōwa – beschäftigt. Es bietet ein umfassendes Bild dieses Konzept mit vielen Beispielen und großem Alltagsbezug, sodass es für den Leser greifbar wird. Ein interessantes Buch für alle Japan-Fans und alle, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♡♡
Unterhaltung/Emotionen: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft/Praxisbezug: ♥♥♥♥♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Hagakure – Das geheime Wissen der Samurai“ von Tsunetomo Yamamoto

Meine lieben Leser,

das Buch „Hagakure“ ist eine umfassende Abhandlung aus der Feder des Samurai Yamamoto. Das Werk ist unter anderem aufgrund seiner Verherrlichung von Selbsttötung umstritten. Nun wurde diese kommentierte Version veröffentlicht. Ich wollte mir selbst ein Bild machen von diesem Werk, welches den Weg des Kriegers (=Bushido) der Samurai aufzeigen soll. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Danke, an den Anaconda Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Hagakure – Das geheime Wissen der Samurai
  • Autor/in: Tsunetomo Yamamoto
  • Übersetzer/in: Matthias Schulz
  • Anzahl der Seiten: 386 Seiten
  • Verlag: Anaconda Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2021)
  • Genre: Sachbuch

INHALT:

Das „Hagakure“ gilt als eine der berühmtesten Abhandlungen zum Weg des Kriegers (=Bushido) der Samurai. Es wurde 1716 fertiggestellt und nun ist eine kommentierte Version erschienen.
Das Buch steht nicht zuletzt seit langer Zeit in der Kritik, weil Selbsttötung verherrlicht wird. Der Seppuku, also der rituelle Selbstmord der Samurai ist bis weit über die Landesgrenzen Japans bekannt und die Betrachtung des eigenen Todes ein zentraler Bestandteil des Bushido.

In dieser kommentierten Version wird zunächst eine umfassende Einordnung des Hagakure vorgenommen, was mir sehr gut gefallen hat. Hier erfährt der Leser nicht nur, worum es sich bei dem Hagakure handelt, sondern auch, wer der Verfasser eigentlich war und was es mit dem sogenannten „Hagakure-Phänomen“ auf sich hat. Sowohl der inhaltliche als auch der historische Rahmen werden abgesteckt und auf die essentiellen Botschaften dieses Buches eingegangen. Diese Zusammenfassung bietet einen guten Rundumschlag, auch für alle, die vielleicht nicht jeden einzelnen Gedanken von Yamamoto selbst lesen möchten.

Danach folgt „Geplaudere in der Nacht“, ein Abschnitt, der nicht in allen Versionen des Hagakures vorhanden ist. Anschließend kommt mit Buch 1, 2 und 3-11 der Hauptteil, nämlich das wirkliche Hagakure. Die Bücher 3-11 werden dabei nur in ausgewählten Vignetten dargestellt, die ersten zwei Bücher sind vollends enthalten. In den ausgewählten Vignetten wird nochmals in gewisse Themen unterteilt: „Lehnstreue“, „Tod und Krieg“, „Frauen“ und „Verschiedenes“ sowie „Anweisungen“.
In den einzelnen Büchern sind nummerierte Gedankenfetzen von Yamaoto zu finden. Diese beschäftigen sich mal mit alltäglichen Ereignissen, mal mit historischen Persönlichkeiten. Zweiteres nimmt dabei deutlich mehr Platz im Buch ein.

Nach den Büchern wird noch auf zentrale Ereignisse der Geschichte des Reiches Saga und im Leben von Yamamoto eingegangen. Dieser Abschnitt ist nach bekannten Persönlichkeiten, vornehmlich Fürsten, unterteilt.
Auch die Strukturen der Hierarchie und Loyalität unter den Samurai werden in Schaubildern am Ende des Buches erläutert.

SCHREIBSTIL:

Es ist schwierig, den Schreibstil eines Buches zu bewerten, das so dermaßen alt ist. Natürlich ist auffällig, wie zentral und oft das Thema der Selbsttötung, der Dienerschaft und der Selbstaufgabe hier von Yamamoto thematisiert wird. Mich persönlich haben am meisten kleinere Alltagsbeobachtungen interessiert, die etwas über Japan und das damalige Leben in diesem Land preisgeben. Die Geschichten über die bekannten Personen haben mich eher weniger mitreißen können.

Ansonsten zeichnet sich dieses Buch natürlich durch die zahlreichen Fußnoten bzw. Kommentare aus, die teilweise mehr Platz auf einer Seite in Anspruch nehmen als der wirkliche Text. Dadurch ist das Buch nicht nur sehr gut erläutert und ergänzt, sondern auch sehr fachlich. Der Sachbuchcharakter ist sehr stark ausgeprägt und ich möchte behaupten, dass der Durchschnittsleser, der sich nicht in seiner ganzen Tiefe mit der japanischen Historie beschäftigt, so seine Probleme haben wird.
Die Übersetzung ist allerdings wirklich klasse, denn sie lässt selbst diesen angestaubten Text eher modern und zugänglich wirken.

FAZIT:

Alles in allem hatte ich mir das Buch doch etwas populärwissenschaftlicher vorgestellt und sogar nach der Lektüre gewünscht. Es war wirklich sehr tiefgehend und selbst mir als eingefleischtem Japan-Fan und Sachbuchleser etwas zu weitgreifend in seiner Analyse. Die Kommentare waren zwar hilfreich, teilweise aber auch sehr speziell. Dazu kam, dass mich die Abhandlung von Yamamoto selbst dann leider doch weniger interessierte als gedacht, da er sich sehr auf andere Persönlichkeiten seiner Zeit konzentriert und Ereignisse die sich zugetragen haben bzw. Dinge, die sie gesagt haben. Ich hatte mir da mehr aus dem Alltag eines Samurai gewünscht, aber so konnte mich das Buch nicht fesseln oder begeistern. Es war größtenteils ziemlich trocken und historienlastig.

Ein Buch für Liebhaber der japanischen Historie und nicht unbedigt etwas für Gelegenheitsleser. Der Sachbuchcharakter ist stark ausgeprägt, die Einleitung bietet aber eine meisterhafte Einordnung der Abhandlung des Hagakure. Sehr tiefgreifend und daher für mich nicht so interessant, wie gedacht.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♡♡
Unterhaltung: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡
Botschaft/Praxisbezug: ♥♥♡♡♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 2,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Folge der Kraft des Samurai“ von Lori Tsugawa Whaley

Meine lieben Leser,

und erneut habe ich einen Ratgeber entdeckt, der mich aufgrund des asiatischen Rahmens sehr interessiert. Mit „Folge der Kraft der Samurai“ habe ich wieder einmal ein Buch entdeckt, welches mich in mein Lieblingsland Japan entführen sollte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Vielen Dank, an den Anaconda Verlag für das Rezensionsexemplar!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Folge der Kraft des Samurai – Die sieben Wege des Bushido zu innerer Stärke und Erfolg
  • Autor/in: Lori Tsugawa Whaley
  • Übersetzer/in: Ulrich Korn
  • Anzahl der Seiten: 272 Seiten
  • Verlag: AnacondaVerlag
  • Ausgabe: Erstausgabe (Oktober 2021)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

Das Buch behandelt, wie der Titel schon sagt, die sieben Leitsätze der Samurai. Nach einer umfassenden Einleitung durch die Autorin, in der der Leser auch erfährt, dass die Autorin selbst eine Nachfahrin der Samurai ist, widmen sich sieben Kapitel diesen Tugenden. Die Autorin hat noch ein achtes Kapitel zu dem japanischen Wort „Ganbaru“, welches auch eine Lebensweise beschreibt, ergänzt.
Die Kapitel handeln also von Mut, Integrität, Menschlichkeit, Respekt, Ehrlichkeit, Ehre und Loyalität. Zu jedem dieser Begriffe wird ein kurzer Abriss gegeben, welche Bedeutung dahinter steht und wie das im Zusammenhang mit den Samurai zu verstehen ist. Das Besondere an dem Buch ist sicherlich, dass die Autorin die Leitsätze anhand von japanischen Persönlichkeiten aus der Geschichte erklärt und erläutert. In jedem Kapitel werden also eine oder mehrere Biografien eingeordnet, die dem Leser vermitteln sollen, wie die jeweiligen Tugenden in der Vergangenheit von Personen im Leben angewandt und umgesetzt wurden.
Das Buch ist somit nicht als klassischer Ratgeber zu sehen, da hier keine expliziten Handlungsempfehlungen zur Anwendung im Hier und Jetzt erfolgen.
Wichtig ist es ebenfalls, zu erwähnen, dass der Fokus bei den Persönlichkeiten auf militärischen Menschen liegt. Es wird hier viel über den zweiten Weltkrieg und deren Generäle sowie Soldaten geschrieben. Ein paar Biografien handeln auch von früheren Samurai und der Mutter der Autorin.

Zur Buchgestaltung ist zu sagen, dass jedes Kapitel mit den japanischen Schriftzeichen der Tugend beginnt. Außerdem wird der Text immer wieder durch Zitate aufgelockert. Was mich hier an der Gestaltung ein wenig störte waren die Rahmen um diese Elemente herum. Es wirkte, als hätte man diese Ausschnitte auf einen schlechten Kopierer gelegt und dann den Abschnitt, den man verwenden möchte, per Bildbearbeitungssoftware zurechtgeschnitten und anschließend in ein Dokument eingefügt. Hier hätte ich mir eine etwas hochwertigere grafische Darstellung gewünscht.

Das Buch enthält auch Fotos zu den Biografien im Anhang sowie ein Glossar.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt sehr angenehm, schweift nicht zu sehr aus und wirkt klar in ihren Ansichten. Diese sind für mich allerdings auch beim Lesen manchmal etwas kritisch gewesen, weil sie den Militarismus sehr träumerisch und glorifizierend darstellt. Ich persönlich finde, dass Krieg auf keine Weise verherrlicht werden kann. Es aber als gut darzustellen, das jemand für sein Land gestorben ist, halte ich aus heutiger Sicht für mehr als unangebracht.
Durch die sehr intensive persönliche Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer eigenen Vergangenheit, kommt es leider an einigen Stellen zu kleineren Wiederholungen, gerade wenn es um die Ausländerlager in Amerika zu Zeiten des zweiten Weltkrieges geht, in die Japano-Amerikaner eingesperrt wurden.
Auch hier hat die Autorin immer wieder militärische Laufbahnen, Tode aus Loyalität und die Wiederherstellung der Ehre durch das Einziehen in einen Krieg glorifiziert. Ich finde, das kann man aus heutiger Sicht einfach nicht bringen, mir fehlte hier einfach auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg.

FAZIT:

Die Biografien waren für mich sehr interessant, vor allem auf historischer Ebene, weil ich viele Begebenheiten erfuhr, die ich so noch nicht wusste. Die übermäßige Darstellung und positive Konnotierung von Krieg und Militarismus waren für mich wirklich zu viel, was mich eher nachdenklich stimmt. Außerdem fehlte mir der Bezug zum Hier und Jetzt. Es wird keine Brücke geschlagen, wie der Leser die Tugenden für sich umsetzen kann. Die Biografien werden höchstens mit rhetorischen Fragen beendet. Alles andere bleibt Interpretation des Lesers. Schade. Denn der Tod aus Loyalität in einem Krieg, damit die eigene Ehre wiederhergestellt wird und die eigene Familie keine Repressalien mehr durchleiden muss, ist für mich kein Maßstab an dem wir uns heute ein Beispiel nehmen sollten.

Ein Buch, welches weniger Ratgeber, als historischer Bericht ist. Die Biografien, an denen die Leitsätze der Samurai vermitteln werden, sind sehr interessant. Leider fehlt die Brücke zum Jetzt, da keinerlei Tipps zur Umsetzung für den Leser erfolgen. Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♡
Unterhaltung/Emotionen: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft/Praxisbezug: ♥♥♡♡♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Tage in Tokio“ von Christian Peters

Meine lieben Leser,

ganz unerwartet hat sich ein bisschen Japan-Lektüre zwischen meine aktuellen Bücher gemogelt. Ich hatte wirklich richtig Bock auf Japan-Vibes und Fernweh-Gefühle. Da kam mir „Tage in Tokio“ von Christoph Peters gerade recht. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Danke, an den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Tage in Tokio
  • Autor/in: Christian Peters
  • Zeichner/in: Matthias Beckmann
  • Anzahl der Seiten: 256 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2021)
  • Genre: Reisebericht

INHALT:

Christoph Peters beschäftigte sich laut Klappentext 35 Jahre lang intensiv mit Japan. In dem vorliegenden Buch beschäftigt er sich mit den Eindrücken seiner allerersten Japanreise, die ihn nach Tokio führt. Was mich persönlich solche Vorfreude auf das Buch entwickeln ließ, war die Ankündigung einer wahren Liebeserklärung an das Land der aufgehenden Sonne – so wird es im Klappentext bezeichnet.

Das Buch gliedert sich in acht Kapitel. Diese behandeln die Ankunft des Autors, die japanische Landschaft, seine Unterkunft in einem Ryokan (ein traditionelles japanisches Hotel), die Zen-Kultur, Kunst, die U-Bahn, Teekeramik, Sushi, Sprachgewohnheiten, das älteste Kaufhaus der Welt, Tempel und Boxkämpfe.

Am Anfang erfasste mich während der Lektüre erst einmal Wehmut. Die Schilderung der Ankunft, das erste Mal den Fujiyama sehen und die Beschreibung von Landschaft und Architektur erinnerten mich zwangsläufig an meine eigene Japanreise zurück. Auch seine Beschreibungen über den Asakusa-Tempel oder andere japanische Eindrücke waren für mich eine kurze mentale Reise in mein Herzensland.
Leider machen diese Reiseeindrücke nicht den Hauptteil des Buches aus. Der Autor baut immer wieder längere Passagen ein, in denen er über gewisse Eigenheiten der Japaner oder auch über komplett japanfremde Themen philosophiert und Interpretationen seinerseits erläutert. Viel Raum im Buch wird von seinen Erfahrungen und seinem Wissen über Teekeramik eingenommen, was ich zwar auch informativ fand, in diesem Detailgrad aus meiner Sicht aber unnötige Längen provoziert hat. Auch das letzte Kapitel über die Boxkämpfe hatte für mich wenig Japan-Flair und trug für mich nicht dazu bei, dass der Autor den Unterschied zwischen Japan und Deutschland darstellen konnte, was, wie er selbst erwähnt, das Leitthema seiner Werke ist.

Die Seitenanzahl ist eher niedrig angesetzt, würde für einen fokussierten Reisebericht aber meiner Meinung nach ausreichen, um ein grobes Bild mit einigen Details des Landes nachzuzeichnen.

SCHREIBSTIL:

Hier kommen wir zu einem für mich großen Manko des Buches. Mir hat der Schreibstil leider gar nicht zugesagt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nach der angekündigten Liebeserklärung in dem Buch lange suchen musste und sie nur zwischen den Zeilen entdecken konnte. Der Autor hat für mich einen gewissen Unterton in seinem Schreibstil, der alle Schilderungen negativ und überkritisch wirken lässt. Wird am Anfang noch erläutert, dass er verneinte, als andere Leute ihn fragten, ob er nicht enttäuscht sein wird, wenn er nach so langer Zeit nach Japan reist; ergibt sich mir beim Lesen dann ein anderes Bild. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass er unterbewusst eben dieser Erwartung entsprechen wollte, indem er alles besonders kritisch betrachtet, damit er nur nicht zu begeistert sein könnte.
Ich hatte wahrscheinlich auch einfach andere Erwartungen an das Buch. Denn für jemanden, der sich 35 Jahre mit Japan beschäftigt, wirkte er im Umgang mit den japanischen Gepflogenheiten sehr unsicher, manchmal etwas wie der typische Tourist. Ich hätte zumindest erwartet, dass man in dieser langen Zeit einer Leidenschaft ein paar Worte Japanisch lernt, beispielsweise „sumimasen“ (Entschuldigen Sie) oder ein paar Floskeln für eine Bestellung in einem Restaurant, was nicht der Fall war. Denn als Japankenner ist einem durchaus bewusst, dass in diesem Land wenig bis gar kein Englisch gesprochen wird.
Eine weitere Ausprägung des Schreibstils waren die seitenlangen philosophischen Auseinandersetzungen mit den Details der japanischen Lebensweise oder einigen Marotten, die Japaner aus meiner Sicht so liebenswert machen. Oftmals wurde von Seiten des Autor hier eine Interpretation in Richtung Nationalismus und Angepasstheit der Japaner vorgenommen, der ich nicht vorbehaltlos zustimmen kann. Auch hier wirkten die Auseinandersetzungen mit diesen Themen eher kleinlich und überkritisch, anstatt liebevoll und begeistert. Zudem hatten diese Passagen wenig mit dem eigentlichen Reisebericht zu tun, sodass es mir schnell langatmig vorkam und ich ein bisschen die Lust an der Lektüre verlor.
Letztendlich war mir der Schreibstil zu distanziert, so kalt und zu stark analysierend sowie unnötig interpretierend, da hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Mir hätte es besser gefallen, wenn er sich mehr auf den Reisebericht fokussiert hätte, denn ich weiß nicht einmal, wie langer er jetzt eigentlich dort war, noch hat er aus meiner Lesersicht sonderlich viel gesehen oder erlebt in Tokio – zumindest habe ich es als Leser nicht wirklich erfahren.
Was ich allerdings als einen guten Ansatz empfunden habe, waren die historischen Fakten, die hier und da in den Bericht eingeflossen sind und sehr informativ und spannend waren.

FAZIT:

Leider konnte mich das Buch nicht abholen. Als echter Japan-Fan hatte ich mir davon eine mentale Reise nach Japan erhofft, aber nur sehr wenige Reiseeindrücke bekommen. Stattdessen wurde sich auf Themen konzentriert, die zwar nicht uninteressant waren, aber wenig Bezug zu Japan hatten. Die Infos über die Teekeramik waren zwar informativ, aber zu detailliert und dadurch langatmig. Auch die überkritische Auseinandersetzung und das Fremdeln mit der japanischen Kultur ließen mich beim Lesen eher unbehaglich zurück. Dazu kam ein sehr abruptes Ende, ohne wirkliches Schlusswort. Ich konnte für mich aus dem Buch leider nicht viel mitnehmen und deshalb war es leider nicht mein Fall und ich kann es schweren Herzens nicht besser bewerten, obwohl ich mich echt so sehr darauf gefreut hatte.

Zu wenig Reisebericht, zu viele Nebenschauplätze. Mir fehlte die Liebeserklärung an Japan, dafür waren mir der Ton des Buches zu negativ unterstetzt. Teils seitenlange Interpretationen und philosophische Gedankengänge des Autors erzeugten für mich eine dämpfende Schwerfälligkeit. Schade, ich hatte mir mehr versprochen.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♡♡
Unterhaltung/Emotionen: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡
Japan-Vibes: ♥♥♡♡♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 2,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück, noch einen wunderbaren Buddyread mit der lieben Gabriela von Buchperlenblog zu erleben. Das Buch „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ hatte uns beide aufgrund des Klappentextes sehr interessiert und wir waren beide gespannt, ob uns das Buch begeistern könnte. Wir waren aus einem besonderen Grund skeptisch, denn wir beide mögen nur selten Bücher im typisch japanischen Stil. Das vorliegende Buch thematisiert zwar Japan, wurde aber von einer Autorin aus Finnland geschrieben, weswegen wir hofften, dass der besagte Stil uns nicht ereilen würde. Wie mir das Buch nun gefallen hat, lest ihr wie immer im Folgenden.

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Danke, an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dinge, die das Herz höher schlagen lassen
  • Autor/in: Mia Kankimäki
  • Übersetzer/in: Stefan Moster
  • Anzahl der Seiten: 526 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (13. April 2021)
  • Genre: Biografischer Roman

INHALT:

Der Leser lernt am Anfang Mia Kankimäki, also die Autorin kennen und befindet sich zunächst in deren Heimat Finnland wieder. Sie berichtet von ihrer Leidenschaft für die Gedichte der japanischen Hofdame Sei Shōnagon, die im 10. Jahrhundert im fernen Japan lebte. Doch nicht nur ihre geschaffene Literatur, sondern auch deren Leben und Persönlichkeit faszinieren die Autorin und sie beginnt, über Sei zu recherchieren – ja noch viel mehr, denn sie gibt ihren Job auf, um ein Jahr in diese Recherchen zu stecken und selbst nach Japan zu reisen.
Sei ist immer dabei und begleitet die Autorin fast schon als imaginäre Freundin, als Seelenverwandte – und manchmal wirkt die Autorin geradezu besessen von dieser verkannten Dichterin, der viel zu häufig negative Attribute zugeschrieben werden.
Mia Kankimäki reist also nach Kyoto, um dort auf den Spuren Shōnagons zu wandeln. Das stellt sich vor Ort dann aber doch als nicht so leicht heraus, da kaum Daten über die Dichterin vorhanden sind.
Ob und welche Informationen die Autorin über Sei findet, was sie auf ihrer Reise durch Japan erlebt, wer sie auf ihrem Weg begleitet und welchen Problemen sie sich gegenüber sieht, das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt amüsant, immer öfter auch ironisch und sehr anschaulich. Der Schreibstil konnte mich ab der ersten Seite gefangen nehmen und übte einen ungeheuren Sog auf mich aus, sodass ich es nicht erwarten konnte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen und Mia auf ihrer Suche nach Sei zu begleiten.
Was für mich ganz besonders zum Tragen kam, war das Talent der Autorin, die historischen Fakten um Sei Shōnagon so zu verpacken, dass ich die Informationen förmlich aufgesaugt habe wie ein Schwamm. Ich lechzte nach jedem kleinen Hinweis und bin immer noch begeistert, wie lebendig die Autorin die Heian-Zeit, deren Eigenarten, Sitten und Charaktere darstellte. Sei wurde über die Seiten hinweg auch für mich fast zu einer Freundin und ich vermisste sie schmerzlich, wenn sie sich eine Weile nicht zu Wort meldete. Das komplette historische Wissen ist amüsant und lebensnah aufbereitet. So hätte ich mir Geschichtsunterricht gewünscht. Denn vor dem Buch hatte ich von Sei und ihrem Kopfkissenbuch sowie der Heian-Zeit keinen Schimmer. Und trotzdem schaffte die Autorin es, dass ich genau so wissbegierig wie sie selbst auf ihre Recherchen schaute.
Das Buch ist im Stil eines Tagebuchs geschrieben. Zu Beginn jedes Kapitels wird der Ort und die Jahreszeit bzw. der Monat genannt, als Rahmeninformationen für die Erlebnisse der Autorin. Ergänzt werden die Kapitel durch immer wiederkehrende Einschübe von Seis Gedichten, Listen oder Tagebucheinträgen.

FAZIT:

Das Buch begeistert durch den tagebuchartigen Stil, die passenden Auszüge aus Sei Shōnagons Kopfkissenbuch und die amüsante Aufbereitung der historischen Fakten (ein bisschen erinnerte es uns an den typischen Bridget-Jones-Humor). Bei den Beschreibungen der Erlebnisse in Japan fand ich mich selbst oft wieder zurückversetzt in meine eigene Japanreise vor einigen Jahren. Die Autorin besuchte tatsächlich viele Orte, an denen ich ebenfalls war und kommentierte auch einiges an japanischen Eigenheiten, über die ich schmunzeln musste.
Auch wenn das Buch im letzten Viertel ein bisschen an Leichtigkeit verliert und dadurch auch an Tempo sowie Sog einbüßt, kann es sich gegen Ende wieder fangen und die tolle Wirkung vom Anfang entfalten.

Eine Geschichte um zwei Freundinnen – Seelenschwestern, getrennt durch die Jahrtausende der Geschichte. Die pure Dosis Japan, amüsante Aufbereitung historischer Fakten, ein Seelenstreichler und herzerwärmend. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Historische Informationen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Samurai – Der Weg des Kämpfers“ (Band 1) von Chris Bradford

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon über fünf Jahre auf meinem ungelesenen Stapel. Ich hatte es mal angefangen und bin nicht so richtig reingekommen, weswegen ich es wieder weggelegt habe. Deswegen hatte ich etwas Angst, dass ich wieder nicht mit dem Buch klarkommen würde, aber ich wollte es im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos gern endlich vom SuB erlösen. Wie es mir nun schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | unbezahlt, weil selbstgekauft |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Samurai – Der Weg des Kämpfers
  • Autor/in: Chris Bradford
  • Anzahl der Seiten: 416 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2011)
  • Genre: Historischer Abenteuerroman

INHALT:

Der 13-jährige Jack und seine englische Crew sind mit ihrem Schiff auf dem Weg nach Japan, um als erste Engländer mit den dortigen Einheimischen Waren zu handeln. Sie schlagen kurz vor Japan Leck und müssen zum Reparieren in einer Bucht anlanden. Dort werden sie von Ninjas überfallen und getötet. Nur Jack überlebt.
Der Samurai Masamoto nimmt ihn auf und adoptiert ihn, da der geheimnisvolle Ninja Drachenauge zu ihrem gemeinsamen Feind geworden ist. So beginnt für Jack eine anstrengende, aber auch spannende Zeit, in der er zum Samurai ausgebildet wird. Die Ausbildung ist geprägt von Zwistigkeiten und Freundschaften mit seinen Mitschülern, die den „Gaijin“ (Ausländer) zunächst eher kritisch beäugen. Das Buch begleitet ihn auf seinem Weg, die sieben Tugenden der Samurai zu meistern. Und bald sieht er sich Drachenauge erneut gegenüber …

SCHREIBSTIL:

„Ein Baum von einem Klafter Umfang entsteht aus einem haarfeinen Hälmchen (…) Ein neun Stufen hoher Turm entsteht aus einem Häuflein Erde. Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 198

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, da er ohne Schnörkel und lange Beschreibungen auskommt. Bradford konzentriert sich in Gesprächen und Handlung auf starke Bilder mit Leinwandeffekten. Besonderes Augenmerk legt er auf die Kampfszenen, die ausführlicher beschrieben werden als alle anderen Begebenheiten in diesem Buch. Besonders gelungen sind die Beschreibungen der Landschaften und Umgebungen. Er schreibt nicht ausladend, aber gerade so detailliert, dass sich die monumentalen Bilder mit der Anmut Japans im Kopf des Lesers realistisch ausbilden können.
Die Orte, an die Bradford entführt sind sehr authentisch, da ich selbst an vielen dieser Orte in Japan war und mich direkt dorthin zurückversetzt fühlte. Auch die Einschübe japanischer Sprache und die vielen japanischen Weisheiten machen das Buch sehr glaubhaft und verursachten bei mir jede Menge Japanweh.
Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich jedoch, denn mich hat es sehr irritiert, dass Jack erst 13 Jahre alt sein soll. Er benimmt sich zu keiner Zeit so jung, sondern mindestens wie ein 16- bis 17-Jähriger.
Weiterhin gelingen Jack und seinen Mitstreitern noch so schwierige Aufgaben im Nu, was ich sehr schade und unrealistisch fand. Das erinnerte dann eher an ein Märchen oder eine Legende, aber vielleicht soll diese Geschichte ja genau das sein.

FAZIT:

„Ich weiß nicht, wie man andere besiegt. Ich weiß nur, wie ich mich selbst besiegen kann. Unsere eigentlichen und gefährlichsten Gegener sind Angst, Wut, Verwirrung, Zweifel und Hoffnungslosigkeit.“

„Samurai – Der Weg des Kämpfers“ von Chris Bradford, S. 298

Ich bin immer noch sehr fasziniert davon, dass mich dieses Buch so begeistern konnte. Ich hatte es so lange auf dem SuB und kann gar nicht mehr verstehen warum. Natürlich war der Schreibstil keine sprachliche Perle, aber das Buch hat mich einfach gut unterhalten und diesen ganz bestimmten japanischen Flair, den ich so liebe rübergebracht. Eventuell habe ich mir direkt die Folgebände bestellt. 😀 Wer hätte das gedacht, nachdem ich vor diesem Bingo-Buch solche Angst hatte. Ein richtiges kleines Highlight für mich.
Manchmal braucht es eben einfach nur Spannung und Japan, um einen Leser glücklich zu machen. Eine tolle Abendlektüre, die Japanweh verursacht und herrlich unkompliziert daherkommt. Zwar nicht ganz realistisch, dafür mehr Märchen oder Legende – aber dafür umso unterhaltsamer! Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Japanischer Rahmen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


ÜBER DIE AKTION „HISTOLOVE“:

Im Rahmen von HistoLove lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis in die Neuzeit – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Außerdem hat dieses Genre ein viel zu angestaubtes Image. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #histolove.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im Rahmen von HistoLove.


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Büchertipp – Fettnäpfchenführer Japan – Die Axt im Chrysanthemenwald von Kerstin und Andreas Fels

Liebe Leser,

heute mal wieder eine Buchkritik.
Dieses Mal zu dem Buch von Kerstin und Andreas Fels „Fettnäpfchenführer Japan“

Aufbau:
Das Buch ist unterteilt in mehrere kleine Geschichten, die jeweils Situationen in Japan schildern. Hauptperson ist dabei immer ein fiktiver Charakter „Herr Hoffmann“, der einfach alles falsch macht. Anschließend an jedes Kapitel folgt eine Zusammenfassung, was schiefgelaufen ist und wie man die jeweiligen Situationen in Japan besser meistern kann, als der vom Unglück gebeutelte Herr Hoffmann.

Mein Fazit:
Es eignet sich perfekt für Leute, die gerne mal etwas zwischendurch lesen möchten, da es in mehrere kleine Geschichten unterteilt ist. Außerdem ist das Buch sehr amüsant geschrieben. Es gibt wenige Bücher, die mich wirklich zum Schmunzeln bringen. Dieses gehört dazu. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass zu vielen Sätzen Anmerkungen in Form von Fußnoten geschrieben wurden. Diese enthalten Zusatzinformationen, die teilweise wirklich sehr interessant sind.
Ich kann über dieses Buch nicht meckern, es hat mich einige Zeit sehr amüsiert und belustigt.
Somit bekommt es von mir das Prädikat „empfehlenswert“.
Und zwar für alle, die sich für Japan interessieren. Vor allem für Anfänger auf diesem Gebiet ist es interessant, doch auch der fortgeschrittene Japankenner kann hier die eine oder andere Sache finden, die er vielleicht noch nicht gehört hat.
Amüsant ist es, auch wenn man schon über gewisse Begebenheiten Bescheid weiß.

EURE HACHIDORI