Japan – Tag 4: Ghibli-Museum, Tokyo-Station und die Ankunft in Kyoto

Hallo meine lieben Leser,

heute erwartet euch die hoffentlich sehnsüchtig erwartete Fortsetzung meines Japan-Reisetagebuchs. Wie ich schon im letzten Beitrag angekündigt hatte, war Tag Nr. 4 unser letzter Tag in Tokyo und unser Anreisetag in Kyoto.
Man könnte meinen, dass knapp drei Tage in Tokyo viel zu wenig wären. Das kann ich zwar bestätigen, aber ich hatte das Gefühl, wir wären schon viel länger dort gewesen. Ich habe mich so wohl gefühlt, als wären wir locker eine Woche in dieser tollen Stadt gewesen.

An diesem Tag begann der Morgen mit dem Zusammenpacken unserer Sachen, da wir die Wohnung zu einer bestimmten Zeit verlassen sollten. Wir planten, unser Gepäck gegen eine Gebühr bei einer Gepäckaufbewahrungsfirma in der Tokyo Station abzugeben. Der Service war klasse und wir zahlten pro Person 8 Euro für den ganzen Tag. Das war fair. So waren wir sicher, dass unser Gepäck gut bewacht wurde und, dass wir nicht unnötig viel mit uns herumschleppten.

Denn wir hatten eine ganz besondere Station vor uns, bevor wir nach Kyoto weiterreisen würden. Wir fuhren zum Ghibli-Museum.

Nach einer längeren Fahrt mit der S-Bahn kamen wir an einem Bahnhof an, der uns mit einer ganz besonderen Überraschung erfreute. Hier waren überall Plakate, die Figuren der Charaktere aus der Anime-Serie „Detektiv Conan“ zeigten. Da wir alle Fans dieser Serie sind, waren wir sehr gespannt, was es damit auf sich haben sollte. Wie sich herausstellte waren die Plakate Teil einer Stempelaktion. An verschiedenen Bahnhöfen waren Stempelstellen installiert. Die Stempel konnte in einem dafür vorgesehenen Heft gesammelt werden. An unserem letzten Tag schafften wir natürlich nicht, alle Bahnhöfe zu erreichen, dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, die Aktion mitzumachen.

Ziemlich aufgeregt waren wir aber erst, als wir mitbekamen, dass in dem Bahnhof die Durchsagen von der japanischen Synchronstimme von Conan gesprochen wurden! Genau wegen solchen Dingen liebt man doch Japan!?

Zu Fuß machten wir uns nach dem Ergattern unseres ersten Stempels auf den Weg zum Ghibli-Museum. Durch japanische Nachbarschaften, vorbei an einem kleinen Bach, führte der Weg hin zum Eingang des viel gepriesenen Museums. Viel ist über das Innenleben des Museums nicht bekannt, da keine Fotos erlaubt sind. Dementsprechend waren unsere Erwartungen sehr schwammig.

Am Eingang haben uns die Gestaltungen im Stil der Filme des Studio Ghibli empfangen. Eine lange Schlange von Menschen stand bis zum Eingang. Karten gibt es nur durch Reservierung. Wie ihr das macht habe ich in einem meiner Beiträge erklärt.

Am Eingang wurde unser Voucher gegen die Eintrittskarte eingetauscht. Die Eintrittskarte ist spektakulär. Man bekommt ein wunderschönes Negativ, welches eine Szene aus einem Ghibli-Film zeigt.

Der Innenraum war ähnlich schön gestaltet wie der Außenbereich. Die Architekten dieses Gebäudes waren einfach grandios. Wer allerdings eine Art Disneyland in Ghibli-Manier erwartet, sollte seine Erwartungen etwas herunterschrauben. In diesem Museum wird sich vor allem mit der Geschichte und Machart der Ghibli-Filme beschäftigt. Hier können Zimmer voller Originalskizzen und -drehbücher bestaunt werden oder es wird gezeigt, wie einzelne Szenen koloriert wurden. Beim Rundgang solltet ihr außerdem die Schuhe schnell mal ausziehen können, denn es gibt in japanischer Manier Bereiche, die ihr nur in Socken betreten dürft. Neben dem Rundgang finden sich zwei kleine Shops und ein Cafe sowie ein gestalteter Außenbereich im Museum. Viele kleine Details laden zum genauen Erkunden ein.

Das Museum ist klein, aber fein und wir haben einige Zeit dort herumgebracht. Danach machten wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof. Auf dem Rückweg ergatterten wir einen weiteren Stempel. Die letzte Stunde vor unserer Abreise vertrieben wir uns in der Tokyo Station und kauften ein bisschen ein. Wer es auf typisch japanisches Shopping und auf Anime-Charaktere sowie Maskottchen abgesehen hat, sollte sich die Tokyo Station nicht entgehen lassen. Dort hätten wir uns gern noch mehr Zeit genommen, doch unser Shinkansen wartete auf uns, der uns nach Kyoto bringen sollte.

Deswegen holten wir unsere Koffer ab und machten uns auf zum Bahnsteig. Übrigens: Ein Shinkansen ist ein japanischer Schnellzug, der bis zu 300 km/h schafft. Wir schafften die rund 460 Kilometer zwischen Tokyo und Kyoto innerhalb von 3 Stunden. Dazu muss man bemerken, dass der Shinkansen sehr viel Komfort bietet. Aber dazu später mehr.

Zuerst ließen wir uns am Bahnsteig nieder, unser Zug war noch nicht am Bahnsteig eingetroffen. Gerade, als wir mit unserem Gepäck Platz nahmen, kam ein Japaner auf uns zu und drücke uns eine Tüte in die Hand. Als ich hinschaute, entdeckte ich drei heiße Automatenkaffee. Als ich mich bedankte und ihm sagte, dass das doch nicht nötig wäre, winkte er ab und meinte, dass das schon so in Ordnung wäre. Das war sehr nett und in Deutschland hätte man wahrscheinlich nicht einmal daraus getrunken, aber in Japan ist es gar nicht so unüblich, dass man als Ausländer einfach so etwas geschenkt bekommt. Die Japaner möchten ihr Land einfach so gut wie möglich präsentieren und den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich machen, hat uns später auf der Reise jemand erklärt.

Mittlerweile war auch der Zug eingetroffen und die Putzkolonne durchgerauscht. Es war wirklich beeindruckend, die Putzfrauen in ihren pinkfarbenen Uniformen zu beobachten, wie sie in Sekundenschnelle den Shinkansen säuberten. Ich hatte vorher schon eine Dokumentation gesehen, in der erklärt wurde, dass dieser gründliche Schnellputz eine besondere Ausbildung benötigt.

Wir kauften uns vor der Abreise noch kurzfristig ein Bentou, eine japanische Box voller lokaler Spezialitäten. Natürlich gibt es auch immer ein paar Standardgerichte zu erwerben. Ich hatte mir beispielsweise ein klassisches Tonkatsu (paniertes Schweineschnitzel) mit Reis, einer Salzpflaume und eingelegtem Gemüse ausgesucht.

Als wir den Shinkansen betraten, war ich zunächst wahnsinnig erstaunt, wie geräumig dieser Zug ist. Zwischen den Sitzen war extrem viel Platz. Ich konnte den Koffer hinter den Sitz meines Vordermanns stellen und hatte bis zu meinen Knien immer noch jede Menge Platz. Auch die Toiletten waren mehr als geräumig und boten viel Luxus. Generell war der Zug wunderbar leise. Ungewohnt war nur, dass bei großer Beschleunigung ein ähnlicher Druck auf den Ohren lastete, wie in einem Flugzeug. Aber alles andere war perfekt. Ruhig lag der Schnellzug auf den Schienen, raste durch die Nacht – an zahllosen Städten vorbei und durch viele lange Tunnel – in Richtung Kyoto.

Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir endlich die Kulturhauptstadt Japans – das schöne Kyoto. Schon am Bahnhof merkten wir, dass die Stimmung dort ganz anders war als in Tokyo, der großen bunten Metropole. Auch Tokyos Atmosphäre war wundervoll, allerdings hatte Kyoto direkt etwas ganz familiäres an sich.

Nachdem wir den Bahnhof verließen, wandten wir uns nach rechts zu den Taxis. Unsere Gastgeberin Maki, bei der wir übernachten sollten, hatte uns vorher per Nachricht auf LINE (asiatischer Messenger, vergleichbar mit Whatsapp und mit viel süßeren Stickern) mitgeteilt, dass wir ihr Haus so spät abends am besten mit dem Taxi erreichen könnten. Man muss hierzu sagen, dass man in Kyoto vor allem mit dem Bus vorwärts kommt. So bequem wie in Tokyo, wo wir mit dem JR-Pass fast überall mit den JR-Linien hinfahren konnten, war es in Kyoto leider nicht. Aber wir haben uns einfach immer die Tageskarte von Kyoto besorgt und sind dann mit dem Bus zu unseren Zielen gefahren.

Also haben wir einen Taxifahrer angesprochen, der ein wenig Englisch konnte. Trotzdem war es von unverzichtbarem Wert, dass wir die Adresse unserer Gastgeberin vorzeigen konnten – nicht nur auf Papier, sondern auf Google Maps. Da es eine Unterkunft am Stadtrand war, war die Adresse dem Taxifahrer nämlich nicht ganz geläufig.

Wir fuhren los. Ich saß auf dem Rücksitz und genoss den Ausblick aus dem Autofenster. Kyoto zog im Dunkeln an mir vorbei und wir konnten einige erste Highlights erhaschen. Wir sahen ein paar Straßenabsperrungen, ähnlich denen an der Baustelle in Tokyo. Dieses Mal waren es aber keine süßen Enten, sondern der Hauptcharakter Ruffy von One Piece, der dort als Gestaltung gewählt wurde.

An uns vorbei zogen moderne und weniger moderne Häuser und wir kamen in immer ruhigere Wohngegenden. Wir wussten zwar, dass das Haus von Maki auf einem Berg lag, aber wir wussten nicht, dass wir uns bei unserer abendlichen Ankunft niemals selbst durch die zahllosen kleinen Gassen gefunden hätten. Bei Tag konnte man sich alles viel besser einprägen.

Der Taxifahrer hatte es fast geschafft, da musste er um eine mehr als knapp bemessene Kurve biegen. Es war so eng, dass er anhielt und aussteigen musste, um einzuschätzen, dass er mit dem Spiegel an der Mauer vorbeikommt.
Er bestand drauf, dass wir nicht aussteigen und zu Fuß weitergehen, denn er hatte den Anspruch, seinen Auftrag zu Ende zu bringen. Wahrscheinlich war ihm auch nicht wohl dabei drei ausländische Mädels mit so viel Gepäck diesen Berg hochzuschicken.
Besonders gut hat mir an den Taxifahrern und auch sonst allen Fahrzeugführern in Japan gefallen, dass sie alle weiße Handschuhe trugen. Da hat man sich gleich total wichtig gefühlt. 😉

Nach mehreren Anläufen schaffte der Taxifahrer es, sich mit dem Auto durch die Enge zu manövrieren. Er hielt vor Makis Haus. Die Steigung war wirklich sehr steil, sodass es sehr komisch war, auszusteigen und das Gepäck zu entladen. Ich hatte die ganze Zeit die Befürchtung, das Auto würde gleich auf uns zurollen. 😀

Maki hatte anscheinend das Taxi gehört und kam aus dem Haus, öffnete die kleine Tür ihres Gartens und stieg die teilweise schiefen Steintreppen hinunter, um uns zu begrüßen. Sie war eine wahrlich tolle Erscheinung, sie hatte warm strahlende Augen und kuschelte sich in eine dicke Wohnjacke (schließlich war es Februar und in Kyoto war es sehr viel kälter als in Tokyo, da es in einer Art Senke liegt). Freundlich nahm sie uns in Empfang, während wir den Taxifahrer entlohnten und uns fragten, wie er es rückwärts den Berg herunterschaffte, denn wenden konnte er dort nicht.

Als wir in Makis Haus eintraten umfing uns nicht, wie in Deutschland im Winter, eine wohlige Wärme, sondern es war erstaunlich kalt. Wie auch schon im Apartment in Tokyo hatte dieses traditionelle Haus keine Zentralheizung. Es bestand nur aus dünnen Holzwänden. Dazu gab es Schiebetüren, die nach außen hin Glasfenster hatten und eine zweite Front Schiebetüren, die mit Pergament bespannt waren. Um das Haus gab es einen kleinen Dachvorsprung, unter dem eine Art Holzweg um das Haus führte. Ich konnte mir gut vorstellen, wie man im Sommer auf dieser schmalen Veranda Füße baumelnd saß und den Sonnenuntergang genoss.

Doch zurück zu unserer Ankunft. Als Maki uns in unsere Zimmer führte, öffnete sie die Schiebetür zu unserem eigenen kleinen Wohnraum und uns verschlug es die Sprache. Die Schiebetür nach außen war geöffnet und so empfing uns ein atemberaubender Blick über die ganze Stadt, die in der dunklen Februarnacht wunderschön glitzerte. Wir waren ergriffen. Alles, was ich herausbekam, war ein leises „Wow“.

Danach zeigte Maki uns im Detail die zwei Zimmer, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollten. Eine Art Wohnraum mit einem Kotatsu (Tisch mit Heizdecke) und ein Schlafraum mit Platz für drei Futons, beide getrennt durch eine Schiebetür und jeweils mit einem Fenster, welches den Blick auf die Stadt freigab.

Wir setzten uns mit Maki an den Tisch in ihrer Wohnstube, die eine Wohnküche beherbergte. Sie wollte uns kennenlernen, servierte uns erstmal einen warmen Tee und stellte uns ihre beiden süßen Katzen vor. In der Wohnstube war es dank des Heizstrahlers wohlig warm. Auf dem Tisch lagen eine Menge Karten und Informationen und sie wollte gleich mit uns den Plan für die nächsten Tage besprechen, um uns ein paar Tipps zu geben, da sie morgens schon aus dem Haus sein würde, ehe wir aufgestanden wären. Auch in der Wohnstube stand der Tisch vor einem großen Panoramafenster mit Blick auf die Stadt. Wir unterhielten uns gut und schauten etwas fern mit Maki zusammen. Danach entließ sie uns zum Auspacken und Frischmachen, bevor wir uns bettfertig machten. Wir saßen noch einige Zeit mit den Beinen unter dem Kotatsu, der uns zumindest die untere Körperregion wärmte. Um den Oberkörper habe ich mir eine dicke Decke geschlungen, da es bei meinem Sitzplatz von hinten etwas gezogen hat. Das war aber überhaupt nicht ungemütlich, es war wunderbar, die Kälte zu spüren und es trotzdem so annehmlich zu haben. Der Blick aus dem Fenster entschädigte für alles und wir bereiteten noch ein paar Sachen für den nächsten Tag vor. Dann begaben wir uns ins Bett.

Wir hatten vorher noch nie auf Futons geschlafen. Das sind dünne Matratzen, vergleichbar mit dicken Daunenbetten, die auf dem Boden liegen. Der Boden selbst besteht aus Tatami, aus Strohmatten. Maki hatte uns wegen der Kälte und, weil wir noch keine Futon-Erfahrung hatten, je zwei Futons übereinander gelegt. Über uns hatten wir jeder eine dicke Daunendecke und zwei normale Kuscheldecken. So eingemurmelt ließ es sich leben. Unter den gefühlt 15 Schichten Decken hatten wir es uns gemütlich gemacht und wärmten gerade etwas auf, als wir merkten, dass jemand die Lampe löschen musste. Über uns baumelte eine alte Lampe, bei der man noch an einer Strippe ziehen musste. Das war total nostalgisch und passte in den Raum. Die Lampe hatte sogar mehrere Abstufungen. Als sie gelöscht war, fielen wir in einen glücklichen, erschöpften und unfassbar erholsamen Schlaf ohne jede Rückenschmerzen, vor denen man bei Futons immer Angst hat.

Und wieder war ein toller Tag im Traumland Japan vorüber. Der Tag war nicht ganz so ereignisreich wie die vorhergehenden, aber diese Entschleunigung tat uns allen sehr gut.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr nicht nur, wie wir Kyoto das erste Mal bei Tageslicht sahen, sondern auch, wie wir gleich am ersten Tag einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kyotos kennenlernten und eine neue Leibspeise fanden.
Bis dahin!

EURE HACHIDORI

Japan – Tag 3: Asakusa, The Golden Poo, Tokyo Skytree und die neue Hachiko-Statue

Hallo liebe Leser,

nachdem ich euch im letzten Beitrag davon erzählte, wie wir Shibuya unsicher machten, wenden wir uns nun Tag 3 der Reise zu.

Auch dieser Tag begrüßte uns sonnig. Nebenbei bemerkt: Wir hatten keinen einzigen Regentag in den zwei Wochen. Nach unserem obligatorischen Frühstück, welches jeden Tag aus Onigiri (gefüllten Reisbällchen) bestand, machten wir uns an diesem Tag auf einer unbekannten Route auf zu einem anderen Bahnhof, von dem aus wir nach Asakusa fahren konnten. Das war von unserem vorher hoch frequentierten Bahnhof in Kita nicht möglich. Dabei haben wir auch ein paar andere Straßen dieser Nachbarschaft kennengelernt. 🙂

Besonders markant in Japan und vor allem in dieser Nachbarschaft waren die viel zu kleinen Vorgärten, die trotz alledem üppig bepflanzt waren. Auf unserem Weg entdeckten wir zwischen all den Häusern einen Yuzu-Baum. Eine Yuzu ist eine Zitrusfrucht, vergleichbar mit einer Orange. Direkt daneben war ein Zitronenbaum. Das erstaunte uns in dem Sinne, dass wir im Februar dort waren und die Temperaturen bei durchschnittlich 7-9 Grad lagen und in der Nacht Minusgrade herrschten. Und dennoch hingen an diesen Bäumen nicht mal wenige Früchte. Beeindruckend.

Auf der ungewohnten Route wurde uns noch einmal bewusst, dass wir in Japan waren, was man wirklich auf jedem Meter durch die andere Architektur merkt. Alle Häuser sind kleiner, gedrungener und irgendwie … typisch japanisch. Ich bin da nicht bewandert genug, um die Besonderheiten japanischer Architektur wiederzugeben, aber vielleicht reicht es auch einfach, euch ein paar Eindrücke zu zeigen. 😉

Falls ich es nicht vorher schon erwähnt habe: Ich habe an diesem Morgen meinen heißgeliebten grünen Automatentee getrunken. Der wirklich heiß ist. Die Sorte unten auf dem Bild hat mir persönlich am besten geschmeckt. Was ich an grünem Tee aus Japan besonders mag, ist, dass dieser überhaupt nicht bitter schmeckt. Er ist total sanft und wieder mal kein Vergleich zu den Sorten hier in Deutschland. Selbst der Automatentee schmeckt dort besser als der lose grüne Tee hier. 😀

Wir liefen ein Stück und kamen nicht nur an weiteren Einkaufstraßen und einer Schule, sondern auch an einem Bahnübergang vorbei. Irgendwie gehören Schienen und Züge zu Japan, wie Bier zu Deutschland. Auch Zugfahren ist in Japan eine ganz andere Liga, aber dazu in den folgenden Beiträgen mehr.

Was uns neben den Toiletten, Getränkeautomaten und Gullideckeln in Japan am meisten beschäftigte, waren die Straßen- und Hinweisschilder. Es gibt einige Schilder, die einfach sehr abstrus oder lustig sind. Vielleicht gibt es zu diesen Themen ja auch mal ein paar Spezial-Beiträge. 😉 Es gibt einfach so viel zu erzählen, auch über Details!

Am Bahnhof angekommen, besuchten wir unseren ersten japanischen Buch-/Zeitschriftenladen, der bis obenhin mit Mangas vollgestopft war. Es war herrlich, aber dort haben wir noch nichts gefunden, was wir mitnehmen wollten, weswegen wir uns auf den Weg zum Bahnsteig machten.

Asakusa

Wir kamen am geplanten Bahnhof an und nutzen den sogenannten Panda-Brücken-Ausgang, um uns auf den Weg nach Asakusa zu machen. Warum hieß diese Brücke wohl „Pandabrücke“? Das sollte sich direkt nach Verlassen des Bahnhofsgebäudes aufklären, denn dort saß in einem riesigen, gläsernen Schaukasten ein ebenso riesiger Panda (und auch ein kleinerer). Was es damit nun auf sich hatte, konnten wir nicht wirklich herausfinden, aber lustig war es allemal.

Wir gingen weiter in Richtung Asakusa, wo wir unseren ersten Tempel und unseren ersten Schrein besuchen wollten.
Tempel und Schrein – das ist tatsächlich etwas verschiedenes. Ein Tempel ist ein Gebäude des buddhistischen Glaubens und stellt eine Gottheit in den Mittelpunkt. Schreine sind Bauten des shintoistischen Glaubens und verehren neben Göttern manchmal auch Menschen oder Tiere. Tempel sind im allgemeinen sehr viel pompöser, während Schreine oft kleiner sind.

Bevor wir jedoch in den Genuss unseres ersten kulturellen Höhepunkt des Tages kamen, kreuzten wir viele Straßen und auch dort gab es einiges zu entdecken! Beispielsweise standen vor einem Laden kleine mit Wasser gefüllte Schalen, in denen eine Art grünes Gelee lag. Wie sich herausstellte, war das essbares Matcha-Gelee, welches in kunstvollen Fomen angeboten wurde.

Ein Stückchen weiter erwartete uns ein Shop, der das sogenannte asakusa-pan (Asakusa-Brot) verkaufte. Das sind riesige mit Zucker bestrichene Brote, die man auch mit Sahne oder Eis gefüllt erwerben kann. Ich habe mich für die Variante mit Eis entschieden, während meine Freundin sich für ein originales, ungefülltes Exemplar entschied. Wie wir feststellten, war sie deutlich besser dran – denn meine Kombination war allein nicht zu schaffen – eine wahrlich mächtige Zwischenmahlzeit. Aber auch so verdammt lecker! Ich kann es nur empfehlen!

Nach unserem kleinen Stop, liefen wir weiter in Richtung des Asakusa-Tempelgeländes. Von Weitem konnten wir schon den Tokyo Skytree erspähen und wir beschlossen, in diese Richtung zu laufen, sollten wir noch genug Zeit haben.

Und da war er nun – der Asakusa-Tempel. In einer kleinen Gasse sahen wir den Seiteneingang. Ein großes rotes Tor erwartete uns und es war emsiges Treiben auf dem Tempelgelände und auch in den Straßen davor zu sehen. Dazu muss man sagen, dass der Asakusa-Tempel einer der beliebtesten Touristen-Spots in Tokyo ist und das merkt man auch. Das mindert aber aus meiner Sicht keineswegs seine Schönheit.

Nachdem wir das Seitentor durchschritten hatten, konnten wir über das Tempelgelände schauen. Vor uns der große rote Asakusa-Tempel mit seinen vielen kleineren Tempelgebäuden und links von uns das Haupttor, rechtsseitig von uns das graue, unscheinbare Shinto-Tor des Asakusa-Schreins. Wir entschieden uns, zuerst den shintoistischen Schrein zu besuchen.

Der Asakusa-Schrein

Vor dem grauen Tor verbeugten wir uns, so hatten wir das in einer Anleitung gelesen, die ich vorher ausgedruckt hatte. Beim Durchschreiten eines solchen Shinto-Tores zu einem Schrein, betritt man das Geisterreich – das Reich der Götter, so sagt man. Um den Göttern Respekt entgegenzubringen, ist eine Verbeugung eine höfliche Ehrerbietung. In der Realität haben das tatsächlich kaum irgendwelche Leute gemacht, allerdings waren wir so von Erfurcht erfüllt, dass wir uns fast gar nicht trauten, unseren ersten Schrein ohne Verbeugung zu betreten.
Danach sahen wir geradezu den Asakusa-Schrein, der deutlich unauffälliger war, als sein Pendant der Tempel. Zuerst begrüßten uns die zwei Löwenhunde, über die wir bereits gelesen hatten, dass dies die Wächter des Schreins sind, die böse Geister abhalten sollen.

Links vor dem Schrein war ein kleiner Unterstand mit Wasser und Kellen. Auch das hatten wir in unserer Anleitung gelesen. Bevor man den Göttern entgegentritt, ist eine rituelle Reinigung zu vollziehen. Wir gingen also zu dem Wasserbecken. Doch wie vieles in Japan, gibt es hier genaue Regeln. Die Hände direkt in das Wasser tauchen, das wäre ein Fauxpas. Also Kelle nehmen, Wasser schöpfen und erst die linke Hand, dann die rechte Hand waschen, dann mit der linken Hand den Mund waschen, die linke Hand erneut waschen und danach die Kelle waschen. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört – auch wenn man nach einer Weile den Dreh raus hat.

Nun waren wir gereinigt und bereit, den Göttern gegenüberzutreten. Zuerst haben wir Geld in eine Kiste vor dem Schrein geworfen. Um die Götter auf sich aufmerksam zu machen, läutet man an einer Glocke – was ich nebenbei bemerkt wirklich sehr toll finde. Auch hier ist ein genauer Ablauf nötig. Nach dem Läuten der Glocke folgen zwei Verbeugungen, zweimal in die Hände klatschen, danach den Wunsch an die Götter in Gedanken vortragen, nochmal verbeugen und danach hat man es geschafft! Wir haben kurz vorher den ganzen Ablauf auswendig gepaukt, damit wir nicht auf die Anleitung starren, während wir es machen. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe das japanische Lebensgefühl einmal mehr verstehen gelernt.

Danach haben wir einen Wunsch auf ein Ema, eine kleine Holztafel geschrieben und diese aufgehängt. Die Wünsche werden, wenn die Wände zum Aufhängen voll sind, verbrannt und die Götter erfüllen dann diesen Wunsch.

Außerdem haben wir ein Orakel gezogen. Dieses kann gut oder schlecht sein. Es war zwar nur auf Japanisch, aber da wir meinen Freund Ryu am Abend wiedersehen würden, machten wir schlichtweg Fotos, damit er sie uns übersetzt. Da wir im aktuellen Moment nicht wussten, was darauf steht, banden wir sie an dafür vorgesehene Wände. Damit wendet man schlechte Vorhersagen ab. So gingen wir auf Nummer sicher. Dem Orakel lag ein kleiner Talisman bei, den ich seit der Reise an meiner Kamera trage.

Ein kleines Stück seitlich am Schrein entlang führte der Weg zu einem weiteren kleinen Schrein. Hier waren die Wächter kleine Füchse mit roten Lätzchen, die uns in Japan noch öfter begegnen sollten. Wichtig ist in diesen religiösen Anlagen übrigens auch, dass man niemals in der Mitte der Wege läuft, denn dort bewegen sich die Götter entlang.

Eine weitere Besonderheit Japans haben wir im Asakusa-Schrein begonnen: Goshuin-Stempel sammeln. Diese Stempel, die mit einer wunderschönen Kalligrafie verbunden sind, können in ein Buch, das Goshuin, in vielen Tempeln und Schreinen eingetragen werden. Sie bezeugen, dass man diesen Ort besuchte und zudem sind es wunderbare Andenken.

Asakusa-Tempel

Danach gingen wir zum Asakusa-Tempel und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Im Tempelgarten kamen wir ein wenig zur Ruhe, bevor wir uns zum Haupttor aufmachten, um uns zur Nakamise-Straße zu begeben. Am Haupttor hängen riesige Strohsandalen, die einer Art Wächter-Gottheit des Tempels gehören. Im Haupttor hängt eine riesige rote Laterne, wie sie auch im Asakusa-Tempel selbst zu finden ist.

Im Tempel haben wir nicht gebetet, weil wir es schon im Schrein getan haben und im Tempel war uns einfach auch etwas zu viel los. Wir haben aber ein paar Räucherstäbchen gekauft, angezündet und in eine Räucherschale gesteckt. Dort haben wir uns auch rituell mit Rauch gereinigt. Dazu fächelt man den Rauch zu seinem Gesicht bzw. Körper. Wir haben uns an den vielen anderen Menschen orientiert und es ihnen nachgetan.

Diese religiösen Rituale waren für uns ein ganz besonderes Erlebnis. Der Shintoismus fließt in Japan so sehr in das Alltagsleben ein, dass es ein Must-Have während der Reise sein sollte, solche Erfahrungen zu machen. Dabei brauch man auch keine Berührungsängste haben oder sich komisch vorkommen, weil man diese Religion nicht vertritt. Der Shintoismus hat keine Glaubensbekenntnisse, er wird im Hier und Jetzt gelebt und ist für alle da. Jeder, unabhängig von seiner Herkunft oder der Häufigkeit des Betens, ist willkommen, seine Wünsche den Göttern vorzutragen. Wer mehr wissen will, sollte unbedingt mehr zu dieser faszinierenden Religion lesen – ein Exkurs würde an dieser Stelle zu weit führen.

Nakamise-dori (Nakamise-Straße)

Direkt hinter dem Asakusa-Tempel bzw. davor, wenn man den Haupteingang nutzt, befindet sich die Nakamise-dori. Diese von kleinen Läden und Buden gesäumte Straße ist ein wahres Paradies für Touristen. Für mich ist es am besten vergleichbar mit den deutschen Strandpromenaden, die typische Waren der Region anbieten, darunter auch häufig Schund zu horänden Preisen. Neben vielen Imbissbuden finden sich hier eben auch solche, die Dekoration oder traditionelle japanische Dinge verkaufen. Allerdings kann man hier auch Postkarten, T-Shirts und viel Kitsch erwerben.

Während die anderen beiden sich ein paar Esskastanien und Maronen gönnten, wartete ich geduldig auf unseren nächsten Halt bei den kleinen Reisbällchen, die in Sojamehl gewälzt wurden. Ein sehr leckerer Snack! Sie sind etwas klebrig, süß und das Sojamehl enthält eine winzige, herbe Note. Danach fanden wir noch einen Stand mit gefüllten Teigtaschen, sogenannte Monja-man. Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, spielte ich das erste mal Pokemon-Go in Japan. Und ich habe direkt ein Porenta auf der Nakamise-dori gefangen, ein Pokemon, was es nur in Japan gibt. 🙂

„The Golden Poo“

Nun waren wir also alle gesättigt und noch zufriedener als vorher. Wir besprachen uns kurz und stellten fest, dass wir vor dem Treffen mit meinem Freund Ryu noch Zeit hatten und wir unseren Tagesplan eigentlich erledigt hatten. (Wie uns später einfiel, hatten wir eine große Station einfach im Freudentaumel vergessen!)
Jedenfalls beschlossen wir, dass wir einen Spaziergang zum Tokyo Skytree machen wollen, den wir vorher schon zwischen den Häusern gesehen hatten. Unser Weg führte uns durch zahlreiche Straßen, bis wir schließlich eine große Kreuzung, die Edo-dori Avenue erreichten. Von dort aus sahen wir ein Highlight in Tokyo, welches wir eigentlich gar nicht eingeplant hatten – „The Golden Poo“.

Eigentlich ist dieses goldene, an Exkremente erinnernde … Ding … das Logo des japanischen Bierkonzerns „Asahi“. Als es dann dreidimensional auf dem Firmengebäude am Sumida-Fluss platziert wurde, sorgte es für einigen Spott und Häme in der Bevölkerung, die diesen verheißungsvollen Namen prägten. Bevor wir aber über die angrenzende Azuma-Brücke gingen, gönnten wir uns noch ein Softeis. Aber nicht irgendeines – es war ein Matcha-Softeis. Es schmeckte so herrlich nach grünem Tee, dass ich mich immer noch nach dieser Eissorte in Deutschland sehne!

Auf der Azuma-Brücke begegneten uns ein paar alte Bekannte. Die Mario-Kart-Fahrer vom Vortag waren wieder da! Nach ein paar Schnappschüssen mit dem goldenen „Poo“ schlenderten wir weiter durch die Straßen. Dort entdeckten wir eine dieser typischen japanischen Baustellenabsperrungen. Diese hier hatte die Form von Enten. 🙂 Einfach zuckersüß!

Tokyo Skytree

In der Nähe des Tokyo Skytree überquerten wir eine weitere Brücke und entdeckten rosafarbene Blüten. Wir waren völlig aus dem Häuschen! War die Kirschblüte nicht viel später? Wie uns Ryu später erklärte, hatten wir „nur“ Pflaumenblüten erspäht, die aber nicht minder schön waren!

Wir schauten uns ein wenig um, den Skytree besteigen wollten wir nicht, die Preise waren heftig und wir wollten die Gegend noch etwas erkunden. Wir machten noch einen kleinen Stop in unserem ersten Don-Quijotte-100-Yen-Shop. Dort war es laut, bunt und es gab alles, was man für das Leben gebrauchen könnte. Neben niedlichen Mickey-Ohrreinigern und Hello-Kitty-Pflastern, gab es allerlei anderen Kitsch. In der oberen Etage kaufte ich mir ein Ghibli- und ein Disney-Puzzle für läppische Preise. 😀 Ich war restlos glücklich!!! Denn dieses Disney-Puzzle hatte ich in Deutschland im Internet nur für sehr viel mehr Geld entdeckt!

Die neue Hachiko-Statue

Unsere nächste Station war die neue Hachikostatue in der Universität Tokyo. Sie wurde erst 2015 errichtet und zeigt das Wiedersehen von Professor Ueno und seines treuen Hundes. Herzzerreißend!

Allerdings sollten wir erstmal ziemlich planlos über den Campus irren, da wir keine genaue Karte von dem Komplex hatten und auch auf Google Maps nicht eingezeichnet ist, wo diese Statue denn nun steht. Auf einem Universitätsplan auf der Straße war auch nichts vermerkt, sodass wir erstmal ins Blaue aufbrachen. Letztendlich kamen wir an einem kleinen Pförtnerhäuschen vorbei. Dort fragten wir den japanischen Mann, der dort Wache hielt. Er kehrte auf unser Ansinnen hin in sein kleines Häuschen zurück und kramte herum. Wir waren uns unsicher, ob er uns verstanden hatte, doch wieder einmal waren all unsere Bedenken umsonst! Er hatte auf einer ausgedruckten Karte den Weg für uns eingezeichnet und überreichte jedem von uns stolz zwei limitierte Aufkleber der Universität Tokyo, die die Geschichte von Hachiko und dem Professor erklärten und ein Bild der zwei im Manga-Stil zeigte. Das war so unglaublich toll! Und letztendlich erreichten wir die wunderschöne Statue, die ich jetzt einfach für sich sprechen lasse.

Das Restaurant eines Freundes in Ginza

Nach diesem emotionalen Monument machten wir uns auf zu unserer Verabredung. Wir wollten uns mit Ryu in Ginza treffen, um das Restaurant meines Freundes Kazuki zu besuchen. Ich hatte ihn über eine Sprachlern-App kennengelernt und es stellte sich heraus, dass er ein Gourmetkoch ist. Letztes Jahr eröffnete er sein italienisches Restaurant in Ginza. Die Gerichte kocht er alle nur mit Zutaten aus seiner Heimat – also alles sehr frisch. Wir sollten nicht enttäuscht werden, denn das war das leckerste italienische Essen, was ich je gegessen hatte! Also falls ihr mal in der Gegend seid – besucht das Restaurant „a gatte tanshie“. 🙂

Vollgefuttert und geschafft von den Eindrücken des Tages, machten wir uns auf den Heimweg. Am Bahnhof in Kita sahen wir das erste Mal einen Tanuki. Eine Art Marderhund, viele sehen ihn als Waschbär mit sehr großem Gemächt. Laut Legende ist er ein Trunkenbold, treibt Scharbernack, bringt aber auch Glück und Umsatz, weswegen er vor allem vor Geschäften, aber auch in privaten Gärten als Figur zu finden ist. Am Getränkeautomaten fanden wir noch einen Schalter, der uns an den goldenen Poo erinnerte.

In der Unterkunft angekommen, ließen wir den Tag bei ein paar letzten heißen Zitronentees ausklingen, die wir in der Nähe in der Passage aus dem Automaten gezogen hatten. Dort hatte uns ein Polizist angehalten, der unser Visum sehen wollte. Da wir aber für den Urlaub nur unseren Stempel für die 90 Tage Aufenthaltserlaubnis brauchten, waren wir erstmal aufgeschmissen. Wie erklärt man ohne Englisch und ohne richtiges Japanisch, was Sache ist!? Danach telefonierte er noch und entließ uns. Er selbst fuhr mit seinem Fahrrad weiter Streife. Anscheinend waren wir doch keine Verbrecher. 😉 Auf dem Heimweg fiel uns auf einmal ein, dass wir vergessen hatten, dass wir den Kaiserpalast besuchen wollten. 😀 Aber man muss sich ja noch was für spätere Reisen aufheben!

Dies war unsere letzte Nacht in Tokyo, denn am nächsten Tag reisten wir schon weiter in die nächste Stadt – nach Kyoto. Doch nicht bevor wir in Tokyo noch eine besondere Lokalität besuchten – das Ghibli-Museum. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Was wir im Ghibli-Museum erlebten, ob die Abreise klappte und was uns in Kyoto in der Unterkunft erwartete, erfahrt ihr im nächsten Artikel über meine Japanreise!

EURE HACHIDORI

Japan – Tag 2: Shibuya, Game-Station, japanisches Sushi und viele gute Freunde

Liebe Leser,

nachdem ich euch im letzten Beitrag von meinem schlimmen Jetlag und dem dadurch nicht so gut geratenem Ende des ersten Tages erzählte, folgt heute nun die Fortsetzung zu Tag 2 meiner Japanreise.

Am Vorabend hatten wir aufgrund meines Jetlags beschlossen, später aufzustehen und den Tagesplan etwas zu reduzieren. Ich kann nur jedem empfehlen, den ersten Tag nach der Ankunft etwas ruhiger zu planen und auf jeden Fall auszuschlafen, denn mir ging es nach dem Aufstehen bedeutend besser. Ich konnte sogar wieder etwas essen und ich hatte auch nicht mehr das Gefühl, dass diese Reise eine Schnapsidee war.

Da ich am Vorabend auch nicht mehr in der Lage war, zu duschen, habe ich mein Hygieneprogramm an diesem Morgen absolviert, während die anderen beiden Mädels gemütlich Kaffee getrunken und Fernsehen geschaut haben. Es war ein idyllischer Morgen, die Sonne schien und das Wetter machte Lust, die Welt zu erkunden. Nach unserem Frühstück, was wir am Vorabend gekauft hatten, machten wir uns auf den Weg. Unsere Station sollte Shibuya sein, ein Stadtteil von Tokyo mit zahlreichen Geschäften und Büros und dem bekannten Bahnhof „Shibuya“. Weltbekannt ist auch die große Straßenkreuzung in Shibuya, die abends manchmal von bis zu 15.000 Menschen gleichzeitig überquert wird. Später zu den Einzelheiten der Sehenswürdigkeiten noch mehr Details.

Unser Ziel war nicht nur Shibuya an sich, sondern wir wollten uns auch mit ein paar Freunden treffen, die an diesem Tag alle Zeit hatten. Das lag daran, dass dieser Tag ein Feiertag in Japan war, der Gedenktag zur Gründung der Nation. Dieser Feiertag existiert sogar schon seit 1872. Wir hatten jedenfalls großes Glück, dass an unserem ersten aktiven Tag in Tokyo auch alle unsere Freunde frei hatten und das haben wir ausgiebig genutzt. Ryu, der uns am Vortag schon vom Flughafen abholte, war unser erster Kontakt an diesem Tag. Wir trafen ihn an unserem Bahnhof, denn dort wartete er bereits auf uns. Zusammen fuhren wir schließlich nach Shibuya. Dort angekommen, machten wir uns auf den Weg zu einem der bekanntesten Treffpunkte in Japan und dem beliebtesten in ganz Tokyo. Wer kennt sie nicht, die Hachiko-Statue!

HACHIKO, SHIBUYA, TOKYO

Ein kleiner Exkurs für diejenigen, die keine Ahnung haben, wovon die Rede ist: Hachiko war ein in Japan und auch mittlerweile darüber hinaus bekannter Hund von der Rasse Akita. Er gilt dank seiner Geschichte als Inbegriff für Treue. Sein Besitzer war der Universitätsprofessor H. Ueno, der an der Universität Tokyo unterrichtete. Hachiko brachte sein Herrchen jeden Tag zum Bahnhof und holte ihn auch wieder ab. Eines Tages starb Professor Ueno während einer Vorlesung an einer Hirnblutung. Seine Witwe zog fort. Hachiko wurde zu Verwandten in Tokyo gegeben, er riss dort allerdings aus und kam jeden Tag seines Lebens zu einer festen Zeit zum Bahnhof Shibuya, um sein Herrchen abzuholen. Der frühere Gärtner von Professor Ueno wohnte glücklicherweise in Bahnhofsnähe und übernahm die Pflege von Hachiko. Hachiko wartete fast zehn Jahre vergebens auf die Rückkehr seines Herrchens.
An eben diesem Bahnhof steht heute eine Statue von Hachiko, die man nach dem Verlassen des Bahnhofs nur schwer verfehlen kann. Diesen Treffpunkt nutzen viele Japaner. Und ihr könnt euch wirklich kaum vorstellen, wie viele Menschen an diesem Feiertag vorhatten, sich dort zu treffen. Ich war leicht überfordert, denn wir wollten meine Freundin Aiko und ihre Freundin Megumi treffen. Beide hatte ich noch nie persönlich gesehen, Aiko lediglich zweimal über Skype und so hatte ich Sorge, sie zwischen all den fremden Japanern nicht zu erkennen. Glücklicherweise entdeckten Aiko und Megumi uns zuerst, als wir völlig fasziniert auf die Hachiko-Statue starrten und hin- und hergerissen waren zwischen der Suche nach unseren Freunden und dieser entzückenden Fotomöglichkeit.
Ich war auf einmal sehr aufgeregt, denn Aiko spricht kaum Englisch und wir waren auf unsere paar Brocken Japanisch angewiesen und auf Megumi, die für Aiko einige Sachverhalte übersetzte. Mittlerweile war es Mittag und wir hatten nicht allzu viel gefrühstückt, weil wir uns mit unseren Freunden zum Essen verabredet hatten. Sie schlugen uns vor, dass wir japanisches Sushi essen gehen könnten, was auf allgemeine Begeisterung bei uns traf. Vorher jedoch wollten wir noch ein Foto von und mit Hachiko schießen. Warum dort zwei Katzen saßen und vor allem sitzen blieben, das ist uns nach wie vor ein Rätsel.

In der Sushi-Bar

Danach machten wir uns also auf den Weg zur Sushi-Bar „Genki Sushi“. Sie lag nicht weit entfernt, hinter der großen Shibuya-Kreuzung ein paar Straßen weiter. Es war ein Running-Sushi, bei dem die Teller mit dem bestellten Sushi auf einem Förderband an den Tisch geliefert werden. Die Auswahl in Tokyo erfolgte nicht etwa über einen Kellner, sondern über ein Tablet. Dort konnte man seine Bestellung aufgeben und pro einer bestimmten Anzahl bestelltes Sushi bekam man ein kleines Mini-Spiel angezeigt. Dort konnte man Roulette spielen und ein zusätzliches Gericht gewinnen.

Nun fragt ihr euch sicher, ob das Sushi in Japan sich von Sushi in Deutschland unterscheidet. Ich muss zugeben, ich habe mir immer gedacht, dass es da gar nicht so viele Unterschiede geben kann, aber da habe ich eindeutig falsch gelegen. Zwischen Sushi in Japan und Sushi in der Heimat liegen Welten (und das nicht nur von der Entfernung her). Es gibt einfach Sorten, die es in Deutschland nicht gibt. Und auch, wie das Sushi serviert wird, unterscheidet sich oft. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel: pürierter aufgeschäumter Thunfisch mit Sahnehäubchen auf Reis. Ja, das ist Sushi. Konsistenz – gewöhnungsbedürftig. Geschmack – 1A. Generell gab es unzählige Fischsorten, die wir erstmal googlen mussten. Und natürlich schmeckt der Fisch unheimlich frisch in Japan. Man merkt einfach, dass man am Meer und an der Quelle sitzt. Wer in Japan ist, sollte sich das japanische Sushi auf keinen Fall entgehen lassen. Bei Miso-Suppe wäre ich übrigens vorsichtig. Wir hatten eine bestellt, in der eine halbe Krabbe drinlag – mit Schere und Auge. Wer da zu zart besaitet ist, der sollte vorher ganz genau übersetzen lassen, was drin ist.
Das beste am Sushi-Restaurant war (neben dem Sushi) der Wasserhahn mit heißem Wasser auf dem Tisch. Wozu? Natürlich, um sich den bereitstehenden Matcha-Tee anzurühren. In Japan bekommt man in jedem Restaurant kostenlos Wasser und/oder grünen Tee. Das war wirklich sehr praktisch, weil man Kosten einsparte und immer genug zu trinken hatte. Dieser Service ist einer der Dinge, den ich sofort nach Deutschland übernehmen wöllte.
Nachdem wir uns durch die Speisekarte gefuttert und einen beachtlichen Tellerturm gebaut hatten (die Bedienung hat uns unterstützt, damit wir unseren Fotowunsch erfüllen können), haben wir uns so schnell es ging entfernt, denn gemütliches Rumsitzen ist in japanischen Restaurants nicht üblich. Dort wird gegessen und dann weitergezogen.

Unser erster japanischer Shop

Wir hatten schließlich noch einiges vor. Beispielsweise wollten wir den Shop „It´s Demo„, den wir auf dem Hinweg zum Restaurant sahen noch besuchen. Dort gab es Schminke und Kitsch, wie Büroutensilien und sowas. Es war ein bunter, kitschiger, absolut japanischer Laden. Ich war sofort verliebt und hätte auf Anhieb alle Klebezettel und jeden anderen Firlefanz kaufen können. Aber da war das Budget noch frisch und wir Mädels noch etwas knauserig und vorsichtig.
Am Ende haben wir erstmal nichts gekauft und sind zurück zur großen Kreuzung gelaufen, weil wir uns noch einen Lebenstraum erfüllen wollten.

Die verrückte Shibuya-Aktion

Wir hatten uns geschworen, sollten wir nach Japan kommen, würden wir japanischen Boden küssen. Als geeigneten Ort haben wir die Shibuya-Kreuzung auserwählt. Es mag etwas übermütig und krass euphorisiert klingen, war am Ende aber eine meiner Lieblingserinnerungen. Als die Ampeln auf Grün schalteten, rannten unsere Freunde voraus, filmten und knipsten uns, was das Zeug hielt und wir verbeugten uns, knieten nieder und küssten japanischen Boden. (In Japan kann man sowas in einer Metropole machen – Japan ist sauberer als alles, was ich vorher sah.) Und der Freude über unsere Aktion nicht genug, einige Japaner applaudierten uns und ein besonders mutiger Japaner machte einfach mit! Da soll nochmal einer sagen, die Japaner wären schüchtern oder verklemmt. 😉 Später erklärte mir Ryu, dass auf dieser Kreuzung oft irgendwelche verrückten Flashmobs von Ausländern gemacht werden und, dass die Japaner deswegen gar kein Problem mit solchen Aktionen hätten.

Nachdem wir uns alle sehr über unseren filmreifen Auftritt amüsiert hatten, mussten wir uns auch schon von Megumi trennen, die noch eine andere Verabredung hatte. In dieser kurzen Zeit war sie uns schon so sehr ans Herz gewachsen, dass es für uns ein wirklicher Verlust war, sie gehen zu lassen. Aiko und Ryu jedoch blieben und begleiteten uns zu unserer nächsten Station – einer japanischen Game-Station.

Auf dem Weg zur Game-Station sahen wir beim erneuten Überqueren der Shibuya-Kreuzung die sehr bekannten Mario-Kart-Fahrer. Sie sind oft in Videos über Japan zu sehen. Mario-Kart ist ein Videospiel mit Super Mario und anderen Charakteren aus diesem Universum. Sie fahren in Karts um die Wette. In Tokyo gibt es eine Gruppe Personen, die diese Figuren nachstellt und damit durch den Stadtverkehr düst. Wir hatten sogar das Glück, sie ein zweites Mal am nächsten Tag zu sehen, aber dazu ein andermal mehr. Wir freuten uns jedenfalls sehr, als wir diese Gruppe zu Gesicht bekamen.

Taito Game Station, Shibuya, Tokyo

Wer vielleicht den Film „Wasabi“ mit Jean Reno kennt, der erinnert sich an die Szene in einer japanischen Spielhalle. Einer unserer Träume ging mit dem Besuch dort in Erfüllung. Wir besuchten die nahegelegene Taito Game Station Shibuya. Wir wurden empfangen von einer unglaublichen Lautstärke. Ein Gemisch aus japanischer Musik, quietschigen Lauten und Geklimper und Getrommel. Zudem war die Umgebung auf einmal mehr als taghell und so bunt, dass jeder von uns erstmal reizüberflutet war. Jeder Zentimeter wollte aufgenommen und erkundet werden, aber es waren schlicht zu viele Eindrücke. Im Obergeschoss befanden sich typische Spielautomaten, wie man sie vom Rummel kennt. Unschaffbare Herausforderungen, bei denen es unheimlich süße Stofftiere zu gewinnen gibt. Aber auch ein paar andere Spiele waren schon vertreten. Beispielsweise ein Trommelspiel, bei dem man im Takt verschiedene Teile der Trommel schlagen muss. Mein Kumpel Ryu gewann ein paar Süßigkeiten bei einem Spiel, wo man die Gewinne von einer Plattform schieben muss. Wir Mädels haben im Obergeschoss kläglich versagt. 😉

Nachdem ein paar Spiele ausprobiert wurden, gingen wir ins Untergeschoss. Dort war es schon etwas düsterer. Spärliche Beleuchtung und unzählige Automaten, einige Tische erinnerten an ein Casino, nur dass diese hier in Tokyo direkt aus der Zukunft stammen könnten. Wir bahnten uns unseren Weg durch lange von Automaten gesäumte Wege. An fast jedem Gerät saß ein Japaner. Es gab unzählige verschiedene Spiele, allen voran viele Koordinations- und Rhythmusspiele. Letztere waren so schwer, dass sie uns unschaffbar erschienen. An einem Automaten hatte man sieben verschiedenfarbige große Tasten, die immer passen zur Anzeige auf dem Bildschirm gedrückt werden sollten. Das klingt allerdings erstmal einfacher, als es dann wirklich ist. Bei der Geschwindigkeit, die dort an den Tag gelegt wird, braucht man eine unglaubliche Konzentration. Mein Highlight war das Tanzspiel. Sowas wollte ich schon immer in einer japanischen Spielhalle machen, also konnte noch ein Haken auf die Lebens-To-Do-Liste. Eine meiner Freundinnen wagte mit mir das Tanzspiel zu starten. Wir versuchten uns an der Anfängerstufe, die wir einigermaßen gut absolvierten. Danach wollten wir es wissen und versuchten noch die Basisstufe … und versagten erneut. Wir hatten natürlich trotzdem sehr viel Spaß und haben sehr sehr viel gelacht.

Nachdem wir das Spiel beendeten, startete ein Japaner das Spiel. Er wählte den Profi-Modus und spielte diesen auch noch perfekt! Es war unfassbar. Verschwitzt aber glücklich, machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station.

Für mich war der Besuch einer Game-Station ein absolutes Muss, aber ich kann es auch jedem anderen empfehlen, der in Japan unterwegs sein sollte. Es ist selbst dann ein Erlebnis, wenn man keine Spiele ausprobieren möchte. Es ist allein schon beeindruckend, den Profis dabei zuzusehen. Es lohnt sich. Also, falls ihr mal in Tokyo sein solltet… 😉

Calla Lily – Purikura Arcade, Shibuya, Tokyo

Unsere nächste Station war ein weiterer Punkt auf dem Wunschzettel und betraf eine weitere typisch japanische Aktivität: Purikura. Das sind süß verzierte Automatenfotos. Natürlich kein Vergleich mit den Fotoautomaten in Deutschland, die eher schnöde und langweilig daherkommen. In Japan wird daraus eine Wissenschaft gemacht. Die Automaten haben verschiedene Filter, schminken die Personen und vergrößern ihrer Augen automatisch. Und damit nur ein kleiner Überblick über deren Funktionen. Natürlich werden diese dann noch mit virtuellen Stickern und Sprüchen von den Fotografierten verziert.

Wir wählten für diese Aktivität die Cally Lily Purikura Arcade. Das ist ein Geschäft, wo viele dieser Automaten stehen und auch Aktionen mit Berühmtheiten stattfinden. Interessant: Männer dürfen nicht in dieses Geschäft, maximal mit einer weiblichen Begleitung. Ryu durfte uns also begleiten, aber erst, nachdem die Dame am Einlass das genehmigt hatte. Wir suchten uns anschließend einen freien Fotoautomaten (was gar nicht so einfach war) und stellten uns hinein. Ja, man steht. Wir hatten zu fünft auch locker Platz und vor uns eine Ablage für unsere Klamotten und unser Gepäck. Es waren Kameras an verschiedenen Stellen angebracht und ein Bildschirm vor uns, auf dem wir uns sehen konnten. Dort wurde uns auch angezeigt, was wir für eine Geste machen sollen. Typische japanische Gesten natürlich. 😀
Man muss sich ziemlich beeilen, die Fotos werden schnell hintereinander geschossen. Danach tritt man heraus und geht um den Automaten herum in einen anderen Bereich des Automaten, wo man die Fotos bearbeitet. Und auch dafür hat man ein Zeitlimit von 5 Minuten, was auf den ersten Blick viel erscheint, wenn man aber nur wenig Japanisch kann und sich durch die Masken klicken muss, ist das erstaunlich wenig. 😉
Am Ende hat Aiko uns dabei wahnsinnig viel geholfen. Danach werden die Fotos ausgedruckt und man kann an einem eigenes dafür eingerichteten Tisch die Fotos zuschneiden.

Vor dem Purikura-Laden standen komische Kästen, die wir erst nicht so richtig zuordnen konnten, bis wir erkannten, dass das kleine Automaten waren, aus denen man Figuren oder anderen Schnick-Schnack gegen ein kleines Entgelt bekommen konnte. Ich hatte mich unsterblich in einen kleinen Pinguin mit einem Reisbällchen verliebt. Ich hatte totales Glück, dass ich ihn tatsächlich bekam, denn es waren noch andere Figuren dort drin. Diese Automaten stehen ungelogen überall in Japan und es lohnt sich, alle zu erkunden, da das Angebot niemals komplett gleich ist. Einige Figuren haben wir wirklich nur an einer Stelle vorgefunden. Die kleinen und detaillierten Figuren sind tolle und preiswerte Mitbringsel.

 

Tokyu Hands & Disney Store, Shibuya, Tokyo

Mittlerweile hatten mir zwei andere Freunde geschrieben, dass sie für uns alle ein Restaurant reserviert haben. Wir hatten bis zur vereinbarten Zeit, zu der wir uns wieder an Hachiko treffen wollten noch Zeit, also schlenderten wir etwas durch Shibuya. Und so stolperten wir in einen der Läden, der zurückblickend zu unseren Lieblingen gehört: Tokyu Hands.
Dieser Laden hat einfach alles, was das Handarbeits- und Bastlerherz begehrt. Von Papier über Sticker bis hin zu Bastelsets. Es war einfach ein Traum. An dieser Stelle möchte ich gar nicht so viel schreiben, sondern lasse die Bilder einfach wirken. Es seit nur bemerkt, dass es 8 Stockwerke gab.

Wir hatten im Tokyu Hands völlig die Zeit vergessen und es war auf einmal spät und wir drängten zur Eile, da wir eine Verabredung hatten. Auf dem Weg zu Hachiko kamen wir am Disney Store vorbei, in den ich wenigstens schnell mal hineinschauen wollte. Und auch da lasse ich die Bilder sprechen, denn ich war verzaubert und wandelte dort wie in einem Traum. *seufz*

Nun verabschiedete sich auch Aiko, was uns nach diesem schönen Tag wirklich Leid tat. Sie war so eine sanfte und nette Person, die wir einfach nicht gehen lassen wollten.

Bei Hachiko trafen wir Shun und Sue. Die beiden waren 2010 auf einer Sprachreise in Erfurt, wo wir sie das erste Mal trafen. Es war wirklich etwas merkwürdig, sich nach so langer Zeit wiederzusehen, zumal Sue und Shun selbst keinen Kontakt mehr hatten. xD Wir bringen die Menschen zusammen. Auf jeden Fall hatten sie nicht nur irgendein Restaurant reserviert, sondern es sollte einer unserer besondersten Erinnerungen werden.

Izakaya „Ohashi“, Shibuya, Tokyo

Sie führten uns geradewegs in das Izakaya „Ohashi“. Das ist ein traditionell japanisches Restaurant, welches auch traditionell eingerichtet ist und ebensolche Speisen serviert. Es war malerisch schön. Der Eingangsbereich war von Bambus gesäumt, drinnen die obligatorische Schwelle, vor der die Schuhe abgelegt wurden. Im gesamten Izakaya waren Tatami-Matten ausgelegt, weswegen wir ohne Schuhe dort entlang gingen. Jede Gästegruppe hatte einen eigenen Raum, der mit einer Tür oder einem Tuch abgetrennt war. Man saß natürlich standesgemäß auf dem Boden, unter dem Tisch war ein Loch, wo man die Beine abstellen konnte. Diese Art von Sitzen wurde wohl erst entwickelt als mehr Ausländer nach Japan kamen, erklärte man uns. Die Beleuchtung war warm und schummrig, langsam merkte ich die zurückgelegten Meter des Tages und wurde auf einmal ziemlich müde. Ich beschloss, auf Toilette zu gehen und mich kurz frisch zu machen. Ich öffnete die Schiebetür, schloss sie leise hinter mir, bedacht auf ein höfliches und ruhiges Verhalten. Vorbei an den leicht wehenden Vorhängen hörte ich japanisches Gemurmel, sah sitzende Silhouetten und hörte ein paar Japaner lachen. Ich kam zu einem Rondell, welches über und über mit kleinen LED-Lampen ausgestattet war. Man konnte von hier oben in einen Innenhof schauen, der japanisch bepflanzt war. Ich war verzaubert. Ich war im Himmel. Das war so ziemlich das japanischste, was uns passieren konnte mitten in der Großstadt. Und das gleich am ersten Tag. Ich war seltsam ergriffen. Auf Toilette angekommen musste ich dann jauchzend lachen, denn dort standen die ersten Toilettenpantoffeln, die wir auf unserer Reis wirklich selten sahen. In Japan ist es üblich, dass für die Toilette extra Hausschuhe bereitstehen, damit man den Rest der Wohnung nicht verunreinigt, wenn man vom Klo kommt. Nachdem ich mich etwas frisch gemacht hatte, begab ich mich zurück, wo die anderen schon über der Speisekarte brüteten. Unsere Freunde bestellten einfach mehrere Spezialitäten für uns. Da war neben Salat auch Krabbenpaste, Kartoffelbrei mit Fischsauce und allerlei andere Speisen, die uns erwarteten. Außer der Krabbenpaste hat alles sehr lecker geschmeckt.

Takeshita Dori, Harajuku, Tokyo

Nachdem wir aufgegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Ryu begleitete uns, denn wir wollten noch einen Abstecher auf die Takeshita Dori machen. Diese Shoppingstraße hattez war längst geschlossen, aber wir wollten sie gern wenigstens kurz sehen, da wir die nächsten Tage keine Gelegenheit mehr dazu haben würden. Auf dieser Straße gibt es viele Mode-Boutiquen, Cafés und Restaurants. Direkt hinter der Straße liegt der Bahnhof „Harajuku“, von dem wir anschließend nach Hause fuhren.

Auf dem Nachhauseweg kauften wir in einem Konbini (24-h-Laden) noch das Frühstück für den Folgetag und beschlossen, auf den Tag anzustoßen. Als wir in der Unterkunft ankamen, hoben wir die Gläser (naja… Dosen) auf unsere Reise. Ein wirklich gelungener Auftakt.

Wir hatten viel erlebt, viele Freunde getroffen und viel gesehen. Auch an diesem Tag fielen wir in einen tiefen, sehr sehr glücklichen Schlaf.

Was wir am nächsten Tag in Tokyo alles erlebten, wie der erste Tempel und Schrein für uns war und wen wir dort noch alles getroffen haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag zu meinem Japan-Special!

Coming soon!

EURE HACHIDORI

Was würde auf eurer Japan-/Tokyo-Wunschliste stehen? Stehen vllt sogar schon einige der genannten Aktivitäten darauf? Habt ihr vielleicht jetzt erst Lust bekommen, Japan mal zu bereisen? Lasst mir gern einen Kommentar mit euren Gedanken hier!

Japan – Tag 1 *TEIL 2*: Erster Nachmittag und Abend in Tokyo

Liebe Leser,

im letzten Beitrag konntet ihr darüber lesen, wie wir nach Tokyo geflogen und dort angekommen sind.

Heute führe ich die Geschichte des ersten Tages weiter.

AM FLUGHAFEN

Nachdem wir mit einem großen RUMMS in Tokyo gelandet waren, mussten wir uns erstmal etwas sortieren, unser Gepäck in Empfang nehmen und uns noch ein bisschen erfrischen. Ein bisschen beeilt haben wir uns währenddessen, weil mein Freund Ryu uns am Flughafen abholen wollte.

Ich war sehr aufgeregt, ihn wiederzusehen, lag sein Besuch in Deutschland doch schon 6 Jahre zurück. Und tatsächlich erwartete er uns in der Ankunftshalle. In dem Moment, in dem die Schiebetüren aufgingen und er dort stand, wurde mir einmal mehr bewusst, wo wir uns gerade befanden. Doch auch dieses Mal hielt der Moment nicht lange an und danach verschwand die Gewissheit wieder im allgemeinen Dunst des Jetlags.

Unser erstes Ziel nach der Ankunft war ein Shop, in dem wir unsere SIM-Karten erhalten sollten, die wir vorher bestellt hatten (ich berichtete). Die Abholung war problemlos und Ryu half uns, die Karten einzusetzen. Wir waren allerdings so müde, dass wir die Anleitung nicht richtig lasen und kurzerhand die Aktivierung vergaßen. Wir gingen schon davon aus, dass wir ohne mobiles Internet durch Japan navigieren müssten, als wir ein, zwei Tage später unseren Fehler bemerkten.

Jedenfalls kann ich die Japan Welcome Sim nur empfehlen, mir hat sie gute Dienste geleistet und gerade zu Navigationszwecken hätte ich sie nicht missen wollen.

Nach der Abholung der Sim-Karte mussten wir noch den Japan Rail Pass eintauschen. Vorher wollten wir jedoch erstmal einen Happen zu uns nehmen, darum sind wir im Flughafen irgendwo in ein paar Restaurants gegangen. Die anderen haben alle einen japanischen Hamburger ausprobiert, aber ich habe keinen Bissen runtergekriegt, weil mir ziemlich schlecht war. Der Jetlag machte sich langsam bemerkbar. Deshalb habe ich nur eine kleine Misosuppe im Becher geschlürft. Ein wahres Wundermittel, denn danach ging es mir schon etwas besser. Ich war überrascht, dass ich am Boden des Bechers Muscheln vorfand, da die Misosuppen in Deutschland ohne sie serviert werden. Da die Misosuppe trüb war, konnte ich das vorher gar nicht sehen und war doch sehr erstaunt über die frischen kleinen Muschelschalen.

Nachdem wir den Japan Rail Pass umgetauscht hatten, fuhren wir zu unserer Unterkunft. Am Bahnsteig erwartete uns erstmal ein merkwürdiges Bild. Dort waren Barrieren zwischen dem Steig und dem Gleisbett. Eingearbeitet waren Türen, damit man trotzdem in die Bahn einsteigen könnte. Ryu erklärte uns, dass das ein Schutz wäre, um Selbstmörder davon abzuhalten, sich vor den Zug zu werfen. Solche Absperrungen gäbe es an allen von Selbstmördern hoch frequentierten Bahnhöfen. Mir war zwar bewusst, dass die Selbstmordrate in Japan hoch und auch die Wahl des Springer vor einem Zug eine gängige Praxis ist, jedoch traf es mich viel tiefer, dieses Thema so krass im Alltag integriert zu sehen. Natürlich stellt sich die Frage, ob jemand, der so verzweifelt ist, nicht einfach über diese „Zäune“ klettert, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Der Zug kam und hielt mit den Eingängen genau vor den Türen der Absperrungen. Als wir einsteigen, waren unsere Gedanken schon wieder ganz woanders, wir mussten einfach zu viele Eindrücke verarbeiten. Einiges setzt sich jetzt erst so richtig. Im Zug sahen wir Tokyo an uns vorbeiziehen und waren voller Vorfreude, es zu erkunden.

Kita, Tokyo

Unser Ziel war der Bezirk Kita in Tokyo, wo unsere Unterkunft sich befand. Direkt am Bahnsteig begrüßten uns ein paar Getränkeautomaten, die wir auf unserer Reise sehr zu lieben lernten und die ungelogen alle 200 bis 500 Meter auf der Straße stehen. Doch diese zwei Automaten sollten besonders sein, denn es waren die ersten, an denen wir ein Getränk erwarben. Ich kaufte mir einen Smoothie in einer Art Mini-Tetrapak. Erstaunlicherweise schmeckte er ganz vorzüglich. Generell sind die Getränke aus den Automaten in Japan von guter Qualität und kein Vergleich zu unseren Billiggetränken, die oft mehr nach Wasser und Zucker schmecken, als nach anderen Dingen. Natürlich gibt es in den Automaten ebenfalls Softgetränke. Der wirkliche Clou sind aber die warmen Getränke, die von Automat zu Automat unterschiedlich angeboten werden können. Neben Kaffee in allen erdenklichen Formen, gibt es recht häufig, den von mir heiß geliebten warmen Zitronentee, ein fürchterlich süßes Getränk, was einfach wunderbar ist, vor allem, wenn es draußen kalt ist. Außerdem wird fast immer wärmer grüner Tee angeboten. Die warmen Getränke sind auch nicht so pupslau, wie hier in Deutschland, sondern sind richtig heiß und die Getränke sind praktischerweise in wiederverschließbaren Flaschen abgefüllt. Sehr praktisch, wenn man die oft reichlich großen Flaschen nicht auf einen Schlag leeren möchte.

Nun verließen wir den Bahnhof und schlenderten durch mehrere Gassen zu unserer Unterkunft. Die typisch japanischen Gassen mit ihrer Enge und den Oberleitungen haben uns sofort mit ihrem rustikalen Charme bezaubert. Außerdem hatten es uns die Gullideckel angetan, denn die sehen in jeder Stadt anders aus, teilweise gibt es sogar mehrere Designs pro Stadt. Der erste Deckel, den wir in Kita entdeckten, war mit einer Kirschblüte verziert.

Und dann waren wir da – unsere Unterkunft in Tokyo. Nachdem wir die Treppen hinaufstiegen, schlossen wir die Tür auf und wurden von dem traditionell japanischen Eingangsbereich begrüßt. Nach dem Betreten befindet sich dort eine Schwelle, die nur mit Hausschuhen oder in Socken betreten werden darf. Straßenschuhe müssen unbedingt unterhalb dieser Schwelle geparkt werden. Unsere Hausschuhe standen schon bereit. Die Wohnung bestand aus Eingangsbereich mit Küche, einem Bad und einem Schlafzimmer mit Doppelstockbetten, wofür ich gerade in der ersten Nacht sehr sehr dankbar war. Außerdem gehörte zur Wohnung ein kleiner Balkon. Vor dem Balkon waren einige Zedern und natürlich Kirschbäume, die noch nicht blühten.

Kita an sich ist eine sehr ruhige, typisch japanische Nachbarschaft. Hier gibt es nicht nur viele Gassen und viele Häuser mit viel zu kleinen, aber üppig bepflanzten Vorgärten, sondern auch eine für Japan typische Einkaufspassage. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, da es eine Nachbarschaft abseits des Trubels der Tokioter Innenstadt ist. Die Wohnung hat uns das Gefühl gegeben, wirlich mitten unter Japanern zu leben und das hat maßgeblich zu unserem Urlaubserlebnis beigetragen.

Eine Sache, an die ich mich in Japan aber zu keiner Zeit gewöhnen konnte, waren die fehlenden Zentralheizungen. In Japan wird generell mit Klimaanlagen geheizt und im Badezimmer beispielweise, gibt es generell gar keine Heizung. Da wir im Winter nach Japan reisten, hatten wir uns schon auf solche Bedingungen eingestellt, aber die Dusche fiel eben etwas kürzer aus, als in den mollig beheizten Heimatbädern. Noch dazu haben die Japaner eine höchst interessante Bauweise einiger Dinge. In unserer Ferienunterkunft in Tokyo führte das Rohr der Klimaanlage durch das Bad nach draußen. Allerdings war die Stelle, an der das Rohr durch die Wand ging, nicht verspachtelt oder verkleidet, da war schlichtweg ein Loch in der Wand, durch welches man hinausschauen konnte. Und das in einem hochtechnologisierten Land. Das fanden wir schon alle Drei sehr erstaunlich.

Was wir an der Unterkunft umso mehr genossen, war der Fernseher. Solltet ihr mal nach Japan reisen und die Möglichkeit haben, japanisches Fernsehen zu genießen, dann plant dafür auf jeden Fall ein bisschen Zeit ein. Es gibt so viel zu entdecken und auch, wenn man nicht alles versteht, gab es sehr witzige Sender und vor allem Werbesendungen. Wir hatten wirklich unseren Spaß damit.

Aber nun zurück zu dem ersten Abend in Tokyo. Ryu hatte uns in die Unterkunft begleitet und wir haben unserer Sachen ein wenig ausgepackt und uns frisch gemacht sowie ein paar Leute angerufen. Dann beschlossen wir, dass wir den noch frühen Abend nutzen wollten, um die ersten Ecken von Tokyo zu entdecken. Mittlerweile war ich voller Euphorie, durch die Misosuppe gestärkt, ging es mir also zunächst klasse.

Durch den Japan Rail Pass konnten wir uns an den Bahnhöfen sehr schnell bewegen. Man braucht ihn nur an dem Schalter vorzeigen und darf passieren, ohne die anderen Menschen aufzuhalten. Damit ist man häufig sogar schneller als die anderen, die durch die Ticketschleusen müssen.

Akihabara, Tokyo

Unsere erste Station war Akihabara. Dieser Stadtteil ist auch bekannt als „Elektronikviertel“. Das kommt vor allem dadurch, dass es hier wahnsinnig viele Leuchtreklamen gibt und, dass der Stadtteil vor allem eine breite Palette an elektronischen Produkten anbietet. Dadurch ist dieser Bezirk der Treffpunkt Nummer 1 für die sogenannten Otaku. In Deutschland wird der Begriff vor allem von den Japan-Fans selbst gebraucht und da vor allem von Anime- und Manga-Nerds. Tatsächlich ist der Begriff mittlerweile mit dem Word „Nerd“ oder „Geek“ gleichzusetzen. In Japan hatte der Begriff aber lange nur eine negative Färbung und wurde von Außenstehenden für die „gruseligen Stubenhocker“ genutzt. Heutzutage verwenden ihn auch in Japan die Otakus selbst, aber eben auch die Kritiker, die den Begriff prägten.

Kennzeichnend für Otakus ist eine große Leidenschaft für das Land Japan und für Anime, Manga und Videospiele (BTW, ich sehe mich selbst nicht als Otaku). Wie bereits erwähnt, ist Akihabara der Haupttreffpunkt dieser Szene. Hier gibt es auch spezielle Gebrauchtwarenläden, wie das große acht Stockwerke hohe Gebäude „Sega-World“. Auch Cosplay-Cafés gibt es hier zuhauf.

Wir haben tatsächlich von dem trubelig klingenden Stadtteil nicht viel mitbekommen. Wir sind abends dort angekommen und waren zunächst auf das Square Enix Cafe fixiert. Square Enix ist ein japanischer Hersteller von Videospielen und Mangas. Bekannt ist es vor allem für Reihen wie Final Fantasy. Aus diesem Grund wollten wir das Café gern besuchen. Leider wussten wir nicht, dass man hier reservieren muss, außer man kommt nach 21 Uhr. Da wir für die Zeit nach 21 Uhr aber noch etwas anderes geplant hatten, strichen wir den Punkt von der Liste. In den internen Café-Shop durften wir trotzdem gehen und haben so einen Einblick in das Café erhalten. Ich muss sagen, so spektakulär wie gedacht war es gar nicht. Weder typische Dekoration, noch Merchandise, was rumstand. Auch das Essen sah normal aus. Deswegen waren wir froh, dass wir mehr Zeit für unseren Ausflug durch Akihabara hatten.

Wir gingen auf die andere Seite des Bahnhofs und da waren wir erstmal geblendet von den unzähligen Leuchtreklamen. Es war sehr eindrucksvoll und auch deswegen sind wir nirgendwo eingekehrt, weil wir aus dem Staunen nicht herauskamen. Wir haben lediglich das Bild der Szenerie auf uns wirken lassen. Letztlich kamen wir an einer Art Imbissbude vorbei und haben uns das erste Mal „Taiyaki“ bestellt. Das ist ein gefüllter Teigfisch. Traditionell ist er gefüllt mit einem Mus aus roten Bohnen. Mittlerweile gibt es aber viele andere Sorten. Mir persönlich hat es die Sorte „Custard Cream“ angetan, da ist der Fisch mit einer fast puddingartigen warmen Vanillecreme gefüllt. Einfach köstlich! In den ersten Tagen haben wir jeden Tag mindestens ein Taiyaki gegessen, wir waren geradezu süchtig und dieser kleine Fisch hat uns durch unseren ganzen Urlaub immer wieder begleitet.

Nach dem kleinen Snack machten wir uns aber noch auf, einen anderen interessanten Ort in Tokyo zu erkunden.

Omoide Yokocho, Shinjuku, Tokyo

Im Stadtteil Shinjuku befindet sich der sogenannte Teil „Omoide Yokocho“. Kennzeichnend für diesen Bereich sind die dunklen, von roten Papierlaternen beleuchteten Gassen mit vielen kleinen Bars zum Einkehren. Wir wollten dort etwas kleines zum Abendbrot finden und die Gegend auf uns wirken lassen.

So war es dann auch. Mittlerweile merkte ich die Auswirkungen des Jetlags extrem. Mir ging es seit dem Aufbruch aus Akihabara gar nicht gut. Mittlerweile war es aber auch schon circa 20:30 Uhr Ortszeit und ich hatte im Flugzeug nur eine Stunde sehr unruhig geschlafen. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf einem Schiff stehe und von vorn alle paar Sekunden eine Welle kommt. Außerdem hatte ich abwechselnd Heißhunger und fünf Minuten später konnte ich nichts anrühren, weil mir so schlecht war. Ich fühlte mich wirklich miserabel. Ich war in meinem ganzen Leben noch niemals so müde gewesen.

Aber erstmal schlenderten wir durch die engen Gassen von Omoide Yokocho, auf der Suche nach einer Bar. Als wir eine gefunden hatten, die auch etwas zu Essen anbot, ließen wir uns dort nieder und quetschten uns zu viert an einen viel zu kleinen Tisch. Es war sehr eng, aber atmosphärisch, um uns herum das Schnattern der anderen Gäste, irgendwo dazwischen erhaschte man einen Fetzen Musik.

Wir bestellten Essen, auch ich, denn auf einmal hatte ich wieder Hunger. Als das Essen dann kam, konnte ich wieder nichts anrühren und wir beschlossen, nach dem Essen so bald wie möglich aufzubrechen, denn ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich, wenn ich jetzt die Augen schließe, nicht mehr aufwache, bis ich ausgeschlafen hätte.

Da es mir nicht gut ging, konnte ich den Flair dieser Bar nur gedämpft aufnehmen. Durch den Jetlag weiß ich auch nicht mehr alle Details des Abends. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Heimweg Ryus Zwillingsbruder trafen.

Als wir die Unterkunft erreichten, war ich gerade noch fähig, mir die Zähne zu putzen und fiel völlig erschöpft ins Bett. Ich war richtiggehend verzweifelt, weil es mir so schlecht ging und ich hatte auf einmal ganz plötzliches Heimweh und bereute es, dass ich nach Japan geflogen war. An dieser Stelle möchte ich meinen zwei Freundinnen ein großes Lob aussprechen, weil sie mich beruhigten und mich irgendwie dazu brachten, einzuschlafen. Völlig fertig von der Reise und den Eindrücken. Ich habe nachgerechnet – ich war ungefähr 34 Stunden am Stück wach, wenn man die eine Stunde Schlaf im Flieger außer Acht lässt.

So ging der erste Tag in Japan für mich mit viel Dramatik zuende. Doch ich ahnte noch nicht, dass die folgenden zwei Wochen umso schöner werden würden und fiel in den tiefsten Schlaf meines Lebens.

Wie ich mich nach dem schrecklichen Jetlag-Abend fühlte und was wir am zweiten Tag erlebten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag zu meinem Japan-Special.

Coming soon!

EURE HACHIDORI

Hattet ihr schonmal einen richtig fiesen Jetlag? Was war euer Wundermittel dagegen? Wachbleiben oder gleich schlafen gehen? Was war eure weiteste Reise? Könnt ihr im Flugzeug schlafen? Und würdet ihr auch gern die beschriebenen Orte sehen?

Japan – Tag 1: Der Hinflug & Ankunft in Tokyo

Hallo liebe Leser,

endlich geht es los mit dem großen Reisetagebuch zu meiner Japanreise. Und natürlich fangen wir chronologisch mit dem ersten Tag und der damit verbundenen Anreise an.

DRESDEN > FRANKFURT

Gestartet sind wir in den sehr frühen Morgenstunden eines kalten und ungemütlichen Februartages. Unser Startpunkt war dabei die sächsische Stadt Dresden. Mit unserem ganzen Gepäck sind wir mit den öffentlichem Verkehrsmitteln zum Flughafen gefahren. Dort war um diese Uhrzeit nicht wirklich viel los, wir sind hoch auf die Aussichtsplattform gegangen, nachdem wir das Gepäck abgegeben hatten, um vor der Sicherheitskontrolle noch etwas zu entspannen. Soweit das eben möglich war, denn wir waren natürlich aufgeregt. Unser Plan, vor den Flügen noch Sportübungen zu machen, wurde zunichte gemacht von der schummrigen Beleuchtung und der Dunkelheit vor den bodenlangen Fenstern, durch die wir versuchten Flugzeugstart oder -landung zu erhaschen. Da saßen wir nun, ungeduldig in unseren bequemen Klamotten, die wir uns für den langen Flug gewählt hatten. Wir hatten uns ein bisschen Proviant mitgenommen, welchen wir nun als Stärkung zu uns nahmen. Danach sind wir gemütlich durch die Sicherheitskontrolle gegangen und haben uns in den Wartebereich gesetzt. Meine Flugangst war wie weggeblasen, denn auf der Strecke Dresden – Frankfurt bin ich oft auf Geschäftsreisen geflogen. Das machte sich bemerkbar, weil ich so zum Beginn gleich ein Heimspiel hatte und so meine Flugangst praktisch nicht existent war. Falls ihr euch erinnert, hatte ich in einem Beitrag vor der Reise von dieser Flugangst erzählt. Umso größer war nun meine Freude, dass meine Befürchtungen umsonst waren. Vielleicht hatte mir die gute Vorbereitung und die Techniken aus dem Flugangst-Forum geholfen.
So. Wir waren also im Wartebereich. Letzte wichtige Infos wurden diskutiert, das Reisegeld übergeben (das hatte ich für alle umgetauscht – money, money, money, hihi) und noch ein bisschen entspannt. Und als das Boarding begann … war ich entgegen meiner Vermutungen auch entspannt. Entspannter als jemals bei einem Flug zuvor. Und auf einmal hatte ich das Gefühl, es geschafft zu haben. Da habt ihr richtig gehört! Ich war selbst erstaunt, wo doch dieser lange Flug noch vor mir liegen sollte, hatte ich trotzdem schon das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Wie sagt man doch? Der Weg ist das Ziel. Und ich denke, das beschreibt mein Gefühl ganz gut. Ich hatte so viele Monate alles geplant und vorbereitet, dass ich in diesem Moment einfach nur glücklich war, dass es endlich losging. Außerdem war ich beruhigt, da uns eine ganz liebe Freundin schon im Vorhinein ganz lieb bei der Sitzplatzbuchung unterstützt hatte und wir auch dank ihr auf jedem Flug zusammen saßen. Auch das beruhigte mich.

Unser erster Flug von Dresden nach Frankfurt war sehr ruhig und dauerte wie immer nur circa 40 Minuten. Ein kleines Getränk und schon war der Flug vorbei.

FRANKFURT > OSAKA

So kamen wir in Frankfurt am Main an und liefen auch dort entspannt und gemütlich durch die Sicherheitskontrolle. Danach sind wir in das Terminal gelaufen, von welchem wir nach Japan fliegen sollten. Auch da waren wir früh genug dran und haben gewartet. Ich bin währenddessen kurz in die Lounge und habe Essen für uns stibitzt, da mein Vielfliegerstatus Ende Februar auslief, wollte ich das noch nutzen. 🙂 Die Lounge in diesem Terminal ist übrigens noch viel komfortabler und hat ein gefühlt 50 Meter langes Panoramafenster. Sehr zu empfehlen.

Als wir dann endlich zu unserem Gate durften, waren wir sehr erleichtert, dass wir wieder ein Stück weiter waren. Denn das durfte man erst ab einer bestimmten Zeit vor dem Abflug, was mir auch noch nicht bekannt war. Und jetzt kommt eines der Highlights. Als wir das Gate erreichten, war dort tatsächlich direkt daneben eine Gaming-Ecke. Dort hatte man verschiedene Spiele, mit denen man sich die Zeit vertreiben konnte! Wie cool war das denn!? So hatten wir schlussendlich doch noch die Chance, unsere Sportübungen vor dem langen Flug zu machen, denn es gab das Tanzspiel „Just Dance“. Nachdem wir uns dort etwas verausgabt hatten, haben wir auf unser Boarding für den Flug nach Osaka gewartet. Viele fragen uns, warum wir erst nach Osaka geflogen sind, um dann nach Tokyo zu fliegen. Wieder andere fragen, warum wir nicht gleich in Osaka gestartet sind, weil wir die Stadt später doch sowieso besuchten. Nunja, ganz einfach. wir wollten in Tokyo starten und uns dann nach Süden vorarbeiten bis nach Fukuoka. Außerdem war dieser Flug billiger als ein Direktflug. Und es war nicht so stressig, wie wir vorher glaubten. Es war im Gegenteil mal ganz schön, sich zwischendurch die Beine zu vertreten.

Doch zurück zum Boarding in Frankfurt. Ich war nämlich schon ganz hibbelig, die große Boeing 747 zu sehen und sie ist wahrlich groß. Kein Vergleich mit dem A380, aber sie ist groß und ich war vorher noch nie in so einem großen Flieger unterwegs. Für mich war das ein absolutes Highlight. Wobei ich rückblickend sagen muss, dass wir in der japanischen Maschine auf dem Rückflug viel mehr Beinfreiheit hatten. Komisch, wenn man bedenkt, dass die Japaner kleiner sind. Allerdings war auch die Maschine kleiner und vielleicht lag es auch daran. Ich war jedenfalls überwältigt von der 747 und war schon gespannt aufs Essen und das Bord-Entertainment. Tatsächlich gab es zur Einstimmung auf Japan sofort die Wahl zwischen normalem und japanischem Menü. Außerdem gab es in der Bordküche jederzeit Onigiri (japanische Reisbällchen), wenn man Hunger bekommen sollte. Später auf dem Flug sollte ich auf einmal großen Hunger bekommen und habe gleich drei Stück in mich reingestopft und fünf Becher Wasser geleert. Zu Beginn des Fluges überwog die Freude und Euphorie und wir fingen sofort an, das Bord-Entertainment zu untersuchen. Da konnte man staunen, welch reichhaltige Film- und Serienauswahl der Flieger hatte (für mich, da ich ja kein Serien-/ Filmjunkie bin). Auch ein paar Minispiele waren dabei. Ich habe mir die Zeit also unter anderem mit dem guten alten „König der Löwen“ vertrieben. Ich konnte leider nicht einschlafen, weswegen ich versuchte mich mit Filmen und Musik in den Schlaf zu wiegen. Leider gelang es mir nur, knapp eine Stunde zu schlafen, was auch unseren Vordermännern zu verdanken war, die den ganzen Flug in der Lautstärke von Brüllaffen eine Unterhaltung führten. Da waren selbst meine Kopfhörer machtlos. Dafür war das Essen wirklich ein Highlight, es hat für das allseits belächelte Flugzeugmahl doch sehr fabelhaft geschmeckt.

Ausgestattet wurde man im Flugzeug neben Kopfhörern übrigens mit einem Kissen und einer Decke, was ich sehr angenehm fand. Aber auch meine eigenen Kopfhörer passten in die Buchse, was natürlich noch besser war. Ansonsten hatte ich mir für den Flug megaviel Beschäftigung mitgenommen (Rätselhefte etc.). Am Ende habe ich nichts davon gebraucht. Ich habe mir Filme angeschaut und versucht zu schlafen, ab und zu die Beine vertreten, die Wolken oder die Aussicht genossen und auf dem Radar geschaut, wo wir gerade sind. Es gibt an Bord so unglaublich viel zu entdecken. Sogar die Toiletten waren überraschend sauber, bis auf eine, die aber im Nu wieder gereinigt war. Ihr lacht vielleicht über diesen Fakt, aber saubere Toiletten sind ein wichtiges Thema, wie ich finde und dieses Thema wird euch auf jeden Fall nochmal in Japan erwarten, da japanische Toiletten für sich genommen schon eine Attraktion sind. 😉 Um es kurz zu machen – der Flug von 11 Stunden vergeht … na? … hihi … wie im Flug! Ha..ha..ha.. okay, der war nicht gut… aber irgendwoher kommt dieser Spruch ja auch…

ANKUNFT IN OSAKA

Als wir nun endlich das japanische Meer überquerten und das erste Mal japanisches Festland sahen, war es um uns praktisch schon geschehen. Tatsächlich war es ein magischer Moment, aber man konnte es noch nicht greifen und erst recht nicht realisieren. Der Anflug auf Osaka war etwas merkwürdig, da der Flughafen auf einer kleinen Insel vorm Festland ist. Kurz vor der Landung sieht man nur Wasser. Das war schon etwas merkwürdig, aber auch witzig. Und dann waren wir mit einem großen RUMMS in Japan gelandet.

Erkannt haben wir das auf den ersten Blick erstmal nur an der japanischen Werbung die irgendwo hing. Richtig bewusst war es uns aber noch lange nicht, auch nicht, als uns im Flughafen erstmal ein Pikachu und eine freundliche Klopapierrolle begrüßten. Wahrscheinlich waren wir einfach zu gerädert vom Flug und von der Aufregung.

Danach erwartete uns erstmal ein „Einwanderungs“-Prozedere. Wir gingen eine Treppe hinunter und auf einmal sah ich eine richtig kitschige Reklame und musste weinen. Warum? Weil mir in diesem Moment so richtig bewusst war, dass ich da bin. In Japan. Meinem Traumland. Das war ein unbeschreibliches und erhebendes Gefühl. Ich habe mich so sehr gefreut, ich konnte nicht anders, als ein paar Freudentränen zu verdrücken, denn ich war so so so glücklich. Neben der obligatorischen Passkontrolle erwarteten uns nett aussehende Japanerinnen an, auf den ersten Blick, Imbisswagen (wie im Flieger) … aber nein… das waren Maschinen zum Abgeben der Fingerabdrücke! Dann noch ein Stempel in den Pass und los ging es!

Wir sind dann schleunigst durch die Sicherheitskontrolle und haben unser Gepäck neu aufgegeben. Das muss man so machen, wenn man einen anschließenden Inlandsflug hat. Das hat den Grund, dass die Leute sehen wollen, dass jemand zum Gepäck gehört. Hat alles reibungslos geklappt, so wie alles in Japan – seufz. Aber dazu später mehr.  Danach ging es also noch einmal durch eine Kontrolle und dann konnten wir endlich etwas in Japan ankommen. Am Gate begrüßte uns ein kleiner Laden, wo ich mir auch sofort ein Onigiri, Mugi-cha (frei übersetzt „Strohtee“, schmeckt in etwa wie der Kinderkaffee Muckefuck) und Wasser kaufte. Dann konnten wir uns auch endlich unserer Thrombosestrümpfe entledigen, die wir vorsorglich anhatten. Ich war übrigens froh, dass wir das gemacht hatten, meine Beine fühlten sich auch so schon schwer an und ich will nicht wissen, wie das ohne Strümpfe gewesen wäre. Die haben schon echt was gebracht, auch wenn sie nicht wirklich schön sind. Kann ich nur empfehlen!

OSAKA > TOKYO

Dann ging es von Osaka nach Tokyo. Mit einer japanischen Airline. Die ein animiertes Belehrungsvideo hatte, in dem ein Roboter (gundam-like) alles erläuterte. Nun waren wir endgültig in Japan angekommen. 😀 Dieser Flug war allerdings komplett von Turbulenzen bestimmt, was mir durch den wenigen Schlaf viel mehr ausmachte, als ich zugeben möchte. Nicht schön. Aber es hat sich gelohnt, weil wir beim Anflug auf Tokyo den wunderwunderschönen Fuji-san sehen konnten. Und auch in Tokyo landeten wir mit einem großen RUMMS.

Wen wir am Flughafen trafen und was wir nach unserer Ankunft noch alles erlebt haben, bevor wir Schlafen gingen – das lest ihr im nächsten Artikel zu meiner Japanreise.
Coming soon! 😉

Ich hoffe der erste Artikel hat euch schon gefallen und ihr habt Lust auf mehr?

Bis bald,

EURE HACHIDORI

Japan – Reisevorbereitung – Karten für das Ghibli-Museum buchen

Hallo liebe Leser,

wie versprochen kommen nach und nach einige Beiträge zur Reiseplanung unserer Japanreise. 🙂 Dieses Mal berichte ich euch etwas darüber, wie ihr an Eintrittskarten für das Ghibli-Museum kommt.

Jeder Japan-Liebhaber kennt sicherlich die wunderschönen Filme von Hayao Miyazaki. Das Ghibli-Museum in Tokyo behandelt auf 7 Stockwerken genau dieses Thema. Mittlerweile ist dieses Museum schon fast ein Must-To-Do für alle, die nach Tokyo reisen. Man müsste meinen, dass es gar nicht so schwierig wäre, an Karten für ein Museum zu kommen, schließlich ist es hierzulande üblich, diese direkt an einem Schalter vor dem Besuch zu erwerben. Nun, bei diesem Museum ist das leider etwas komplizierter.

Die Buchung von Deutschland aus hat zwei Varianten – ausgenommen die Variante „ihr-kennt-einen-Japaner-und-der-bucht-für-euch“. 😉

Variante 1 – Karten über das Reisebüro JTB buchen

Die erste Möglichkeit bietet sich durch das Reisebüro JTB. HIER sind auf der Website von JTB alle Infos zur Buchung zusammengefasst. Unter Angabe persönlicher Daten hat man hier die Chance, über E-Mail eine der begehrten Karten zu ergattern (Das Reisebüro hat auf Nachfrage ca. 10 Karten pro Tag zur Verfügung). Wichtig: Die Buchung muss 4 Monate im Voraus (ab dem 1. des Monats) erfolgen und auf ein Datum festgelegt werden. Dafür sind die Karten aber nicht uhrzeitgebunden. (Die Buchung direkt beim Museum ist zusätzlich uhrzeitgebunden.) Für Erwachsene kostet die Karte hier 18 €. Nach der erfolgreichen Buchung erhält man ein Voucher, was in Japan am Museum dann in eine Eintrittskarte getauscht wird.

Beispiel:
Falls ihr also am 16. Juni eine Karte buchen wollt, müsst ihr am 01. März die Karten buchen.

Variante 2 – Karten direkt beim Museum buchen

Die Tickets des Museums sind an ein festes Datum und eine feste Uhrzeit gebunden. Die Buchung kann ab dem 10. des Vormonats ab 10:00 Uhr japanischer Zeit erfolgen. Weitere Infos erhaltet ihr HIER direkt auf der Seite des Ghibli Museums. Die Buchung erfolgt über die Anwendung LAWSON Ticket. Das Ticket kostet hier umgerechnet 7,54 € (1000 Yen). Die Buchung erfolgt über die folgende Seite.

Beispiel:
Falls ihr also am 16. Juni eine Karte buchen wollt, müsst ihr am 01. Mai die Karten buchen.

Preislich habt ihr also direkt beim Museum einen Vorteil und beim Reisebüro ist es dafür nicht uhrzeitgebunden. Bei beiden ist eine vorherige Reservierung notwendig. Die Entscheidung liegt also ganz bei euch. 🙂

Wir haben etwas mehr investiert und Variante 1 gewählt, damit wir uhrzeitlich flexibel sind. Ich hoffe, euch kann dieser Beitrag bei eurer Reiseplanung irgendwann nützlich sein. Bei Fragen hinterlasst einen Kommentar oder schreibt mir über das Kontaktformular.

EURE HACHIDORI

Reisetagebuch – Sächsische Schweiz – Lilienstein

Liebe Leser,

nachdem ich euch schon über den Pfaffenstein berichtete, möchte ich euch nun auch den Lilienstein in der Sächsischen Schweiz empfehlen.

Der Lilienstein liegt unweit vom Ort Königstein und in der Nähe des Örtchens Ebenheit. Da Ebenheit auf unserer Wanderkarte der nächste Ort war und wir dort mit dem Auto parken wollten, haben wir uns erstmal gründlich verfahren. Was wir nämlich nicht wussten: Ebenheit liegt eine Ebene weiter oben als Königstein und direkt von dort gibt es keine Zufahrtsstraße nach Ebenheit. Um dorthin zu gelangen, muss ein Umweg durch die umliegenden Orte gefahren werden. Wir aber gingen davon aus (weil so auf der Karte eingezeichnet), dass wir von Königstein aus direkt an der Elbe entlang fahren können, um dann nach Ebenheit zu fahren. Als wir unseren Fehler bemerkten, war es zu spät und wir erreichte eine Sackgasse. Aus diesem Grund entschieden wir uns, das Auto einfach direkt an der Elbe auf einem kleinen Parkplatz abzustellen, der uns während dieser Fahrt aufgefallen war. Direkt neben dieser Parkmöglichkeit war passenderweise ein Weg nach oben zum Lilienstein. Dieser Weg hatte es wirklich in sich, er war sehr steil und das Mädchen, welches vor uns lief und anscheinend auf dem Nachhauseweg von der Schule war, tat mir fast ein bisschen Leid, dass sie jeden Tag diesen Weg gehen musste. Stellt euch das mal vor! Jeden Tag mit der Fähre übersetzen und einen dermaßen steilen Berg hinauf. Folgt man diesem Weg, erreicht man die nächste Ebene in der Landschaft. 🙂 Dort oben liegt das kleine Örtchen Ebenheit, welches passend dazu diesen Namen trägt. Von unserem Weg aus hatte man einen tollen Blick auf den Lilienstein, der auf dieser Ebene thront.

Der Weg auf den Lilienstein ist eher geradlinig im Vergleich zum Pfaffenstein bzw. kam mir das so vor. Der Pfad führt wieder an mehreren ansehnlichen Felsen vorbei. Erneut führen steinerne und eiserne Treppen immer weiter nach oben, bis sich, nahe dem Gipfel des Tafelbergs, der Blick auf die Landschaft und die umliegenden Felsen des Liliensteins freigibt. Von hier aus hatten wir eine der vielen Aussichtsplattformen im Blick. Genau diese Aussichtsplattform sollte noch eine Herausforderung für mich werden. Weiter hinauf geht es wieder über eine steinerne Treppe, die aber breiter als ihre Vorgänger ist und mit den Felsen zu beiden Seiten eine mystische Ausstrahlung erhält. Dieses Bild rief in mir irgendwie Geschichten von Rittern, Burgen und Excalibur hervor, warum kann ich gar nicht so richtig sagen. Allerdings wird diese Wirkung auch dadurch unterstützt, dass überall moosbewachsene Stellen den Stein zieren.

Oben angekommen führte unser Weg vorbei an einem anderen Weg, der zu zwei Aussichtsplattformen führte. (Ihr erinnert euch? Die, die man von unten schon sehen konnte)
Ich wollte so gern dorthin, denn was wäre ein Aufstieg ohne den Aussichtspunkt? Um dorthin zu gelangen, war es nötig, eine eiserne Brücke zu überqueren. Diese verband zwei Felsen miteinander, unter der Brücke war eine Schlucht und natürlich konnte man durch die Brücke durchschauen. Noch dazu war es sehr windig. Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass ich eine sehr ausgeprägte Höhenangst habe und ich sie zu bekämpfen versuche. Nun war es also nach der Leiter am Pfaffenstein wieder soweit. Ich war in der Zwickmühle, denn ich wollte die Aussicht sehen, aber diese 3 Meter Brücke über einen Abgrund und dann auch noch perfekt, um nach unten zu schauen, das war mir alles etwas viel. Nach einer geschlagenen Viertelstunde und dem Gefühl, ich würde es niemals schaffen, war ich wieder an dem Punkt angelangt, dass mich diese doofe Höhenangst nervte. Gemeinsam mit meinem Freund hab dann versucht, nur in seine Augen zu schauen und schwupps war ich drüben. Das Schwupps fühlte sich zwar eher nach einer halben Stunde an, aber hey, ich war drüben! Zur Belohnung gab es dann eine wunderschöne Aussicht und während mein Freund die zweite Plattform erkundete (dort waren wieder Leitern), habe ich eine kleine Pause eingelegt. Zurück das gleiche Spiel und danach machten wir uns auf, den Rest des Berges zu entdecken.
Wir wanderten einmal rund um den Lilienstein. Neben einer Baude, die leider geschlossen hatte, gab es auch ein Denkmal. Von dort aus hatten wir wieder einen super Ausblick. Ein kleines Mädchen spielte, während ihre Mutter am Denkmal saß und entspannte. Die Kleine war echt zuckersüß und kam zu uns und fragte: „Wie heißt du denn?“ und dann entwickelte sich ein sehr süßes Gespräch. Ihrem Wunsch, zusammen auf den Steinen herumzuspringen, sind wir dann leider nicht nachgekommen, weil wir nicht zu spät nach Hause aufbrechen wollten.


Der Abstieg war leider etwas unspektakulär mit vielen Metalltreppen und weniger Aussichten, dafür ging es aber durch ein kleines Waldstück. Danach ging es direkt zurück zu unserem Parkplatz und in die Ferienwohnung, gerade als das Wetter umschlug. Perfektes Timing also!

Fazit:
Auch der Lilienstein kann sich sehen lassen, war für mich landschaftlich sehr schön, obwohl mir der Pfaffenstein einen Tick besser gefiel. Der Lilienstein lädt zum Verweilen ein, da es viele schöne Aussichten und Plätze gibt, an denen man sich niederlassen kann. Außerdem kann man vom Lilienstein aus viele umliegende Felsen betrachten. Hier gibt es mal wieder eine Empfehlung für euch. 🙂

EURE HACHIDORI

Reisetagebuch – Sächsische Schweiz – Pfaffenstein

Meine lieben Leser,

endlich gibt es mal wieder einen Beitrag aus der Kategorie „Reisetagebuch“. Ehrlich gesagt war ich zwischendurch auch mal hier und mal da, aber ich habe einfach keinen passenden Zeitpunkt gefunden, darüber zu schreiben. Vielleicht hole ich das mal nach. Vorerst konzentrieren wir uns aber auf die aktuellsten Ereignisse. 😉

Im April war ich also in der Sächsischen Schweiz. Dazu muss man sagen, als Sachse kenne ich sie natürlich, aber es ist immer wieder auf besondere Art und Weise schön. Dazu kommt, dass ich meistens im Kindesalter oder im Rahmen von Ein-Tages-Ausflügen dorthin reiste. Dieses Mal sollte es aber Ziel meines ganz privaten Urlaubs mit meinem Freund werden, der auch mehr als einen Tag umfasste.

Tja und was macht man in der Sächsischen Schweiz bzw. dem Elbsandsteingebirge? Wandern, völlig klar. Wandern klingt für einige todlangweilig und ich gebe zu, dass ich bis vor ein paar Jahren noch genau so dachte. Ich verband mit dem Wort „Wandern“ immer Erinnerungen an langweilige Märsche mit meinen Großeltern. Als Kind war das einfach nicht so meine Welt.
Ein kleiner Exkurs, wie ich meine Liebe zum Wandern entdeckte: Um meinem Freund eine Freude zu machen (der nämlich gerne wandert), buchte ich unseren ersten gemeinsamen Urlaub zu zweit in den Alpen. „Wenn Gebirge, dann richtig.“, hatte ich gedacht. Ich sollte vielleicht erklären, dass es in meiner Heimatstadt zwar einen Hausberg gibt, dieser aber wirklich winzig ist. Ich hatte vor dem Alpenurlaub wirklich noch keinen „richtigen“ Berg gesehen und dementsprechend sprachlos stand ich dann am Fuße eines solchen Kolosses und fragte mich, wie ich das mit meiner Höhenangst überleben soll. Womit wir bei einem Thema wären, das ich eng mit dem Wandern verbinde. Ich habe extreme Angst vor Höhe. So richtig mit sich drehendem Untergrund und so, wenn ich irgendwo runterschaue. Deshalb sind gewisse Passagen beim Wandern, nun sagen wir, etwas problematisch. 😀 Trotz dieser Herausforderung entdeckte ich in den Alpen meine Liebe zum Wandern. Das Gefühl, oben auf dem Gipfel zu stehen war so erbauend und beim Wandern konnte ich so richtig den Kopf frei bekommen, dass ich richtig Blut geleckt hatte. Ich bin kein Profi oder so, aber es gibt mir etwas, aus meiner eigenen Kraft oben auf den Berg zu steigen und mich bei einigen Gelegenheiten meiner Höhenangst zu stellen. (Weil verdammt nochmal, die nervt mich ganz schön arg!) · EXKURS ENDE ·

Das erste Ziel in der Sächsischen Schweiz war der Pfaffenstein. Dieser Berg ist vielen bekannt durch einen sehr markanten Fels, der „die Barbarine“ genannt wird.
Die Barbarine ist durch ihr auffallendes Aussehen zum Symbol für das Elbsandsteingebirge geworden. Mit der Barbarine wird eine Sage verbunden, in der davon die Rede ist, dass sie eine versteinerte Jungfrau wäre. Ebendiese Jungfrau wurde von ihrer Mutter in die Kirche geschickt, stattdessen bestieg sie aber den Pfaffenstein, um Heidelbeeren zu suchen. Die Mutter erwischte sie und verwünschte ihre Tochter, sodass sie zu Stein wurde. So steht sie als versteinertes Mahnmal, um Kinder vor Ungehorsam zu warnen. Der Name der Barbarine wurde vom Namen der Jungfrau abgeleitet. Ebenfalls geläufig ist die Sage in einer anderen Version, in der die Jungfrau sich heimlich mit einem Jäger trifft und von einer Hexe verwünscht wird. (Vgl. Inkowik u.a.: Barbarine. https://de.wikipedia.org/wiki/Barbarine [Stand: 27.04.2017])
Welche Version besser gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Ich finde, beide Geschichten haben etwas für sich.

Der Weg auf den Pfaffenstein war für mich etwas abenteuerlich. Es gibt einen „leichten“ Aufstieg und einen „schweren“. Wir wählten den schweren Weg, weil an den Wegweisern nur stand, dass dieser Weg nicht für Hunde geeignet ist. Da wir das aber andernorts auch schon gelesen hatten, dachte ich mir nichts dabei. Hätte ich vorher einen genauen Blick auf meine Wanderkarte geworfen, wäre mir da ein kleines Leitersymbol aufgefallen. Da ich aber völlig unbedarft losgewandert bin, stand ich irgendwann vor einer eisernen Leiter, die sich zwischen den Steinen ihren Weg bahnte. Sie hatte ca. 12 Sprossen, war also nicht wirklich hoch, aber bei mir spielte sich gleich wieder mein Höhenangst-Szenario ab. Da ich den Weg nicht wieder komplett zurückgehen wollte, habe ich mich (mit Unterstützung) an die Leiter gewagt. Ich verleugne es nicht: Es war furchtbar. Oben angekommen, war ich froh, wollte aber nichts sehnlicher, als mich an eine Wand aus Fels zu pressen. Um mich herum gab es nämlich nur die Leiter und eine Aussichtsplattform, für die ich gerade zu geschockt war. Aber die Aussicht von der Felswand aus war trotzdem unbezahlbar schön! Wenn die Sächsische Schweiz etwas kann, dann sind es Aussichten! Nachdem ich mich von meinem kleinen Schock erholt hatte, ging es weiter aufwärts. Immer wieder schlängeln sich steinerne Treppen durch diverse Steinformationen. Wunderschön!


Oben angekommen fiel als erstes der Felsboden ins Auge und die Vegetation, die sich trotzdem hier durchsetzen konnte. Der Pfaffenstein wird bewirtschaftet, auf dem Weg kommt man direkt am Gasthaus vorbei. Zunächst führte uns der Weg aber weiter, immer der Beschilderung folgend, zur besagten Barbarine. Der Weg führte auch durch enge Felsspalten, es machte sich bezahlt, den Rucksack streckenweise abzusetzen.


Danach gönnten wir uns einen Tee im Gasthaus, dem eine kleine verwunschene Burgruine direkt gegenüber lag. Es sind gerade noch ein paar Mauern erhalten, die einen Grundriss erahnen lassen. Alles ist mit Pflanzen bewachsen und erzeugt ein romantisches Flair. Am schönsten war eine Rundung, die an einen Balkon erinnerte. Von dort aus hatte man einen super Ausblick. Ich frage mich immer noch, was das für eine Ruine war und ob die Nutzung vielleicht gar nicht so lange zurückliegt. Der karierte Fußboden, den ich in einem Raum entdeckte, sah jedenfalls nicht danach aus, als wenn er schon hunderte Jahre alt wäre. Aber der Kontrast dieses Musters mit dem Grün der Pflanzen und den alten Mauern hatte es mir echt angetan. Ich konnte meine Augen nicht davon lassen!

Aufgrund meiner Höhenangst und des Leiterdramas wurde für den Rückweg dann doch lieber der „leichte“ Abstieg gewählt. Rückblickend hat sich das auch landschaftlich gelohnt! Durch eine bewachsene Schlucht führt der Weg zu einer Art felsigem Platz. Zu allen Seiten ragen beeindruckende, riesige Felsen empor. An dem größten ist eine Plakette mit einem Porträt angebracht, die dadurch eine majestätische Ausstrahlung erhält. Direkt daneben führt eine schmale, steile Treppe direkt zwischen den riesigen Felsen empor. Doch für uns ging es weiter den leichten Abstieg entlang.


Langsam entfernten wir uns aus dem felsigen Gebiet und gelangten auf gepflasterte Wege und Waldpfade. Der leichte Abstieg führte um den Berg herum. Am Ende hatte man einen Blick auf die unendlich wirkenden Wiesen der Umgebung und auf den Königstein. Und so ging eine wunderschöne Wanderung zuende, die mich zwar mit einer Leiter ziemlich schaffte, aber mir mindestens ebenso viel schöne Momente bescherte.

Mein Fazit:
Den Pfaffenstein kann ich als Wanderziel nur wärmstens empfehlen, da er anspruchsvoll ist und wunderschöne Blicke gewährt. Caspar David Friedrich malte nicht umsonst so viele Blicke der Sächsischen Schweiz, sie sind einfach atemberaubend! Die Felsen haben etwas mystisches und eigentlich erwartet man hinter jedem Stein einen Kobold oder sowas. Wer Höhenangst hat, dem würde ich von Anfang an den leichten Aufstieg empfehlen! Ansonsten lohnen sich die Herausforderungen und Ausblicke für alle mutigen Wanderfans unter euch. 🙂

EURE HACHIDORI

London-Impressionen – Shopping und Camden Town

Hallo liebe Leser,

nach langer Zeit endlich mal wieder ein Beitrag über meine London-Reise. Ohje, das ist schon echt lange her, ein dreiviertel Jahr, um genau zu sein… ich sollte mir echt auf die Finger klopfen, was Beiträge schreiben hier angeht. *Schande über mich*
Das hier wird dann aber auch der vorletzte Beitrag zu dieser Reise sein. Es waren ja auch nur 6 Tage, die ich in dieser wunderschönen Stadt verbringen durfte.
In diesem Beitrag erzähle ich euch also etwas über den Tag vor unserer Abreise. Wir haben diesen Tag ganz dem Shoppen gewidmet, was man zweifelsohne gemacht haben sollte, wenn man in London war. Dabei hat mich die Oxford Street nicht so dermaßen beeindruckt, wie viele andere.Das war irgendwie auch nichts anderes als hier in Deutschland.
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Aber ein Laden hatte es mir und meinen zwei besten Freundinnen besonders angetan: Hamleys.
Das ist ein vierstöckiges Spielzeugkaufhaus. Der Tipp kam von einer Freundin, die öfter in London zu Gast ist und diesen Tipp möchte ich euch jetzt auch ans Herz legen. Hamleys ist nicht einfach nur ein Spielzeugkaufhaus… es ist die Hochburg des Kitschs und Zuhause jedes nur erdenklichen Kindertraums.
Im Erdgeschoss hat uns erstmal die unendliche Vielfalt an Kuscheltieren erschlagen. Egal, was man gesucht hat…man fand es dort. Stockenten gabs auch 😀

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Auch, wenn ich eigentlich zu alt für sowas bin, konnte ich an Mr. Beans Teddy nicht vorbeigehen. Ich musste ihn einfach kaufen! Mittlerweile ist er mein treuer Reise-Teddy mit dem Namen „Teddy James“, da ich der Meinung war, dass er einen englisch klingenden Namen bräuchte.

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Neben solchen besonderen Andenken, gab es aber auch einige Kuriositäten zu entdecken. Dass die Briten ihre Königsfamilie lieben, wissen wir alle, aber das Buch „Dress up Kate“ war dann doch eher etwas für die hartgesottenen Extrem-Fans. Aber immerhin enthielt es über „350 Sticker“ und war natürlich jetzt angepasst auf das royale Baby, was durch den Zusatz „now includes royal baby pages“ verdeutlicht wurde. Das fand ich so amüsant, dass ich ein Erinnerungsfoto schießen musste.

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Etwas gruselig fand ich dagegen den Hasen hinter der „Welcome“-Tür, der in der Abteilung von Hasen-Figuren stand. Dieser starrte durch die Tür etwas verstörend nach draußen. Die Tür konnte man übrigens öffnen.

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Besonders beeindruckt hatten mich nicht nur die vielen Murmeln, mit denen wir früher auf dem Schulhof bezahlt haben, sondern auch die Mitarbeiter in diesem Kaufhaus. Wer den Film „Das Wunder von Manhattan“ liebt, wünscht sich schon immer genau wie ich, solche Mitarbeiter in süßen Kleidchen, die die neuesten Spielzeuge vorzeigen und einen zum Spielen einladen. Genau so sind die Mitarbeiter in Hamleys. Angezogen in süßen Kleidchen oder Latzhosen, bewaffnet mit Seifenblasenpistolen und umgeben von Disneymusik oder anderen Kinderliedern, laden sie gerne ein, die neuesten Dinge auszuprobieren. Herrlich!
Abgerundet wurde das Erlebnis „Hamleys“ durch die vielen Legofiguren im Kaufhaus. Wer die Kronjuwelen im Tower of London nicht ansehen will, weil der Eintritt zu teuer ist, der kann sich auch hier an der Legoversion ergötzen.

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Nach unserer längeren Shoppingtour, die uns nochmal zum Covent Garden und über viele Straßen brachte, kamen wir an einem Laden vorbei, in dem man Teesorten per Postkarte verschicken kann. Auch wenn wir das nicht gemacht haben, fand ich die Idee entzückend.

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Danach führte unsere Planung uns zum Camden-Market. Vergleichbar mit einem Straßenmarkt, wie wir ihn von hier auch kennen. Allerdings erstreckt sich der Camden-Market über eine vielfach größere Fläche. Das ganze Stadtviertel gleicht einer riesigen Ansammlung von Marktständen und -hallen. Läden verschiedenster Art sind hier nebeneinander angeordnet. Gothic- neben Landhaus-Stil, kitschig neben schick, billig neben teuer. An den Fassaden sind teilweise riesige Skulpturen angebracht und man kann sich leicht in dem Wirrwarr der Händler verlieren. Wer was richtig Verrücktes sehen will, ist hier in Camden Town genau richtig!

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Camden Town war für uns ein ganz anderes London fernab der Touristenrouten, welches ich nur empfehlen kann. So viel Individualität auf verschiedenste Weisen… das ist echt einen Besuch wert!

EURE HACHIDORI

Weitere Impressionen:

London-Impressionen: Anreise und erste Eindrücke
London-Impressionen: Sightseeing und andere Erlebnisse
London-Impressionen: Sherlock Holmes, Wachsfiguren und AntiquitätenLondon-Impressionen: U-Bahn, Kultur und Süßigkeiten