Frauen der Weltgeschichte – Karen (Tania) Blixen

Karen „Tania“ Blixen
1885 – 1962
Dänische Schriftstellerin

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Titel: Svenska: Ungdomsfotografi av Karen Dinesen (Karen Blixen). Fotograf Carl Sonne cirka 1903. (Quelle)
Fotograf: Carl Sonne 1845-1919

Karen Blixen wurde weltberühmt durch den Hollywood-Film „Jenseits von Afrika“, in dem sie von Meryl Streep dargestellt wurde. Auf dem deutschen Buchmarkt trägt die Schriftstellerin das Pseudonym Tania Blixen. Als Isak Dinesen veröffentlichte sie englischsprachige Bücher.

Aufgewachsen ist Blixen in Dänemark. Ihre Kindheit war geprägt durch eine strenge, bürgerliche Erziehung. Ihr Vater war Offizier, Schriftsteller und Politiker. Ihre Mutter lebte streng religiös. Sie hatte vier Geschwister.
Schon als Kind hatte sie viel Kontakt zu ihrem späteren Ehemann Bror von Blixen-Finecke, da er der Sohn der Cousine ihres Vaters war.
Karen wandte sich zeitig von der strengen und religiösen Lebensweise der Eltern ab. Ihrem Vater stand sie dennoch sehr nah, weswegen sein Selbstmord sie besonders schwer traf. Sie war erst zehn Jahre alt, als es geschah.
Karen Blixen besuchte in Kopenhagen mehrere Kunstschulen. Während ihres Studiums an der Kunstakademie begann sie zu schreiben. Auch ihre ersten Kurzgeschichten aus dieser Zeit veröffentlichte sie unter einem ihrer vielen Pseudonyme, die schon fast so etwas wie weitere Persönlichkeiten wurden.

Nach der Heirat mit ihrem Halbcousin Bror, wanderten die beiden nach Kenia aus, um dort eine Milchfarm zu betreiben. So hatte Karen endlich die Chance, den Ketten ihres strengen Elternhauses zu entfliehen. In Kenia angekommen, erkannte sie aber, dass ihr Mann anstatt einer Milch- eine Kaffeefarm gekauft hatte. Diese lag außerdem zu hoch, denn bis dato sah man es als unmöglich an, in 1700 Metern Höhe Kaffee anzubauen. Karen versuchte das Unmögliche. Später sollte ihr Buch „Afrika, dunkel lockende Welt“ mit ein paar Worten zu dieser Farm beginnen, genauso die bekannte Hollywood-Verfilmung. Später besaßen sie nicht nur Kaffeefarmen, sondern auch die anfänglich geplante Milchfarm.
Ihr Mann Bror verschwendete ihr Geld und das ihrer Familie, denn er war schon beim Kauf der Farm pleite. Er war ein Weiberheld und Anhänger der Prostitution. Aus diesem Grund erkrankten er und Karen an Syphilis. Neuartige Behandlungen mit Quecksilber und arsenhaltigen Mitteln und die Spätfolgen der Erkrankung führten dazu, dass sie lebenslang unter chronischen Schmerzen litt. Später litt sie zudem an der Spanischen Grippe, Blutvergiftung und ständigen Schmerzattacken. Die Ehe mit Bror wurde schlussendlich geschieden, nachdem sich Karen zunächst gegen eine Trennung wehrte. Nach der Trennung half ihr Bruder dabei, die Farmen allein weiterzuführen. Nach 17 Jahren Ertragslosigkeit musste sie jedoch endgültig dieses Projekt aufgeben. Allerdings sorgte sie dafür, dass ihre Angestellten vom Volksstamm der Kikuyu nicht vertrieben, sondern gemeinsam umgesiedelt wurden. Das Land um die Farm trägt bis heute den Namen „Karen“.

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Titel: Baroness Karen Blixen and her brother, engineer Thomas Dinesen, on the baroness’s African farm (Quelle)
Fotograf: Gottlieb Foto

Ihre spätere große Liebe zu Denys Finch Hatton war von Wirrungen durchzogen. Sie pflegte bereits eine Affäre zu ihm, als die Trennung zu Bror noch nicht vollzogen war. Als sie schwanger wurde, konnte sich Denys nicht vorstellen, Vater zu werden und verließ sie – Schluss gemacht hat er per Telegramm. Karen erlitt danach ihre zweite Fehlgeburt. Danach kehrte Denys wieder zu ihr zurück und wohnte mit auf der Farm. Das Verhältnis zerbrach, als Denys bei einem Besuch des Prinzen von Wales auch Bror mit auf die königliche Safari einlud. Denys kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Nach Karens Rückkehr nach Dänemark veröffentlichte sie dann mehrere Bücher, von denen nicht nur eines verfilmt wurde. Für eines dieser Werke gewann sie einen Preis. Mit „Sieben phantastische Geschichten“ gelang ihr der Durchbruch. 1954 munkelte man, sie wäre für den Literaturnobelpreis nominiert, den allerdings Ernest Hemingway gewann. Dieser betonte, Blixen wäre dem Preis würdiger gewesen.
Aufgrund ihrer Gesundheit war ihr das Schreiben schließlich unmöglich, aber sie sprach in vielen Radiosendungen vor. Viele ihrer Werke erschienen postum. Sie wurde 77 Jahre alt.
Sie starb kurz vor der Verleihung des Literaturnobelpreises, für den sie nominiert war. Aufgrund ihres Todes konnte sie ihn nicht mehr entgegen nehmen und so wurde er John Steinbeck verliehen.

(Vgl. Rustikal u.a.: Karen Blixen. https://de.wikipedia.org/wiki/Karen_Blixen [Stand: 15.11.2019])

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Titel: Baroness Karen Blixen-Finecke at Kastrup Airport CPH, Copenhagen 1957-11-02. (Quelle)
Fotograf: SAS Scandinavian Airlines

Bis bald,
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Frauen der Weltgeschichte – Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg
Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und „proletarischen Internationalismus“
1871 – 1919

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Titel: Portrait of Rosa Luxemburg. (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

Das Geburtsdatum von Rosa Luxemburg liegt bis heute im Dunkeln. Zwar wurde auf der Heiratsurkunde und anderen Dokumenten der 25. Dezember 1870 vermerkt, tatsächlich erläuterte Rosa Luxemburg selbst in Briefen, dass der Geburtsschein nachträglich ausgestellt wurde und sie nicht ganz so alt wäre. Ihre Familie feierte ihren Geburtstag immer im März. Für die Aufnahme an der Universität gab sie als Geburtsjahr 1871 an. Deswegen wird ihr Geburtstag in Biografien häufig auf den 5. März 1871 beziffert.
Doch damit nicht genug. Durch einen behördlichen Schreibfehler wandelte sich der Familienname Luxenburg in Luxemburg, was Rosa beibehielt. Mit vollem Namen hieß sie eigentlich Rosalia, kürzte den Namen aber umgangssprachlich ein.

Der Vater von Rosa Luxemburg war Holzhändler, die jüdischen Vorfahren waren Landschaftsarchitekten und mütterlicherseits Rabbiner und Hebraisten. Die Familie Luxenburg waren wohlhabend, aber nicht reich. Ihren bescheidenen Reichtum setzten sie vor allem für die Bildung der Kinder ein. Rosas Brüder besuchten Schulen in Deutschland. Die Kinder lernten Deutsch und Polnisch, aber kein Jiddisch.

Rosa selbst lernte zusätzlich noch Russisch, Latein, Altgriechisch und Französisch. Englisch konnte sie lesen und Italienisch verstehen. Sie war außerdem gebildet in Literatur, konnte gut zeichnen und hatte ein ausgeprägtes Interesse an Geologie und Botanik. Außerdem liebte sie Musik, vor allem die Oper.
Mit nur 3 Jahren wurde ein Hüftleiden bei Rosa Luxemburg fälschlicherweise als Tuberkulose diagnostiziert. Durch die fehlende Behandlung deformierte sich ihre Hüfte und sie behielt ein leichtes Hinken. Während der langen verordneten Bettruhe lernte Rosa autodidaktisch Lesen und Schreiben. Mit nur neun Jahren übersetze sie Geschichten von Deutsch nach Polnisch und schrieb eigene Gedichte und Novellen. Mit 13 Jahren schrieb sie sogar ein sarkastisches Gedicht über Kaiser Wilhelm I., in welchem sie ihn sogar duzte.

Später besuchte Rosa ein Frauengymnasium, welches nur selten jüdische oder polnische Mädchen aufnahm. Wohl auch aus diesem Grund engagierte sie sich dort in einem geheimen Fortbildungskreis, wo sie auch die marxistische Gruppe „Proletariat“ kennenlernte. Diese Gruppe wurde letztlich staatlich verfolgt und aufgelöst. Teilgruppen blieben bestehen und arbeiteten weiter im Untergrund – so auch die Gruppe „Zweites Proletariat“, der Rosa schließlich beitrat. Sie machte weder familiär noch in der Universität ein Geheimnis aus ihrer Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung. Trotz ihren überragenden Leistungen als Klassenbeste mit Höchstnote im Abitur, wurde ihr die Ehrenmedaille dafür nicht überreicht, da sie sich in den proletarischen Gruppen engagiert hatte. Schließlich musste Rosa 1888 vor der Zarenpolizei in die Schweiz fliehen, die ihre Mitgliedschaft entdeckt hatte.

In Zürich belegte sie eine Vielzahl von Studienfächern, unter anderem in Rechtswissenschaften und Staatswissenschaften. In dieser Stadt gab es viele ausländische Emigranten, die verfolgte Sozialisten waren. Nach und nach knüpfte Rosa hier Kontakte in der Szene, bekam Einblick in die SPD und lernte bekannte Marxisten kennen. Während ihrer Zeit in der Schweiz gründete Rosa Luxemburg mit anderen die Exilzeitung „Arbeitersache“, wo sie federführend als Redakteurin fungierte (natürlich unter einem Pseudonym). Unter diesem Pseudonym nahm sie auch an dem Kongress 2. Internationale teil und wurde mit ihrer Verteidigungsrede über die Entwicklung der Sozialdemokratie in Russisch-Polen international bekannt. Sie wurde letztendlich vom Kongress ausgeschlossen und gründete daraufhin die Partei „Sozialdemokratie des Königreiches Polen“. Durch ihren Einsatz gegen Nationalismus wurde sie zum Ziel antisemitischer Angriffe. Neben ihren vielen Feinden, fand sie aber auch immer mehr Verbündete.

Sie wurde über alle Grenzen hinweg bekannt als sozialistische Denkerin, mit deren Ansichten man sich auseinandersetzte. Sie führte ihren Kampf in der Arbeiterbewegung gegen den Nationalismus zeitlebens fort. Ihre erbitterte Einstellung brachte ihr anfangs eine fast komplette Isolation und sehr viele Konflikte ein.

1897 promovierte Luxemburg und zog ein Jahr später nach Deutschland um so den besetzten Teil Polens besser für sich gewinnen zu können. Dort gewann sie in der SPD an Ansehen, aufgrund ihrer sprachlichen Begabung und des Erfolges ihrer Wahlkampfreden. Sie wurde Chefredakteurin der sächsischen Arbeiterzeitung, jedoch trat sie nach einem Streit zwischen SPD und Linken zurück, weil sie die Linken verteidigte und mehrere Mitredakteure sich gegen sie stellten. Nach mehreren innerparteilichen Auseinandersetzungen erfuhr sie gerade aus den ausländischen Reihen der SPD viel Ablehnung, weil sie Jüdin war. Sie wurde als Gegnerin gesehen, ja zum Teil sogar als bedrohlich wahrgenommen.

Nach einer Wahlkampfrede wurde sie wegen Majestätsbeleidigung gegenüber Kaiser Wilhelm II. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Wochen der Strafe saß sie ab. 1905 reiste sie unter einem Pseudonym nach Warschau, um die russische Revolution zu unterstützen. Sie wurde im Jahr darauf verhaftet. Nur um ein Haar gelang es ihr, das Kriegsgerichtsverfahren und die Todesstrafe abzuwenden. Rosa Luxemburg warnte schon früh vor einem Krieg der Großmächte und brachte sich immer mehr in Militarismus und Imperialismus ein. Eine weitere Haftstrafe aufgrund einer Rede folgte.

In den folgenden Jahren lehrte sie nicht nur als Dozentin in Berlin, sondern reiste auch als Vertreterin der SPD zu mehreren Sozialistenkongressen. Während dieser Zeit kämpfte sie erbittert gegen Krieg und für den Frieden und rief bei Ausbruch des Kriegs zu einem Generalstreik auf. Sie musste jedoch erkennen, dass der Nationalismus stärker war als das internationale Klassenbewusstsein.

Als der Krieg ausbrauch, stimmte auch die SPD mit den anderen Parteien einstimmig für die Kriegskredite und förderte so die Mobilmachung. Dieser Bruch mit der Einstellung der SPD und dem Kampf von Rosa, trieb sie kurzzeitig in Selbstmordgedanken. In der „Gruppe Internationale“ versammelten sich die Kriegsgegner der SPD, darunter auch Karl Liebknecht. Daraus ging die sogenannte „Spartakusgruppe“ hervor, deren Spartakusbriefe Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gemeinsam herausgaben.

Auch zu diesem Zeitpunkt verbüßte Rosa Haftstrafen, unter anderem wurde sie zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Drei Jahre und vier Monate verbrachte sie insgesamt im Gefängnis. Während dieser Zeit schrieb sie weiterhin Aufsätze, die sie nach außen schmuggelte und mithilfe von Freunden veröffentlichte.

Nach ihrer Entlassung im Jahre 1918 begann sie sofort, sich im von Karl Liebknecht reorganisierten Spartakusbund zu engagieren. Sie gaben eine neue Zeitung heraus – die „rote Fahne“, um Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse nehmen zu können. Unter anderem forderte Rosa eine Amnestie für alle politischen Gefangenen und eine Abschaffung der Todesstrafe. Nach mehreren Revolutionsversuchen zusammen mit Karl Liebknecht ging es Rosa Luxemburg gesundheitlich immer schlechter. Trotzdem verfolgte sie weiterhin sehr aktiv das revolutionäre Geschehen.

1919 nahm eine Bürgerwehr Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht fest und brachte sie in ein Hotel, wo eine Division residierte, welche die Verfolgung der Spartakisten organisierte. Die beiden wurden verhört und dabei schwer misshandelt. Der Offizier beschloss, Luxemburg und Liebknecht zu ermorden und es nach einer Tat eines Unbekannten aussehen zu lassen. Rosa Luxemburg wurde bewusstlos geschlagen, in einen Wagen geworfen und dort von einem Leutnant erschossen. Ihre Leiche wurde in einen Kanal geworfen. Da ihre Leiche noch nicht gefunden wurde, bestattete man zunächst symbolisch einen leeren Sarg neben Karl Liebknecht. Über 100.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil.

Auf den Tod der beiden wichtigen Persönlichkeiten der Spartakus-Bewegung folgten Massenunruhen, ähnlich einem Bürgerkrieg. Die Aufstände wurden gewaltsam niedergeschlagen und es starben tausende Menschen.

Zwei Monate später fand ein Schleusenmitarbeiter den Leichnam von Rosa Luxemburg. Um weitere Unruhen zu vermeiden, wurde eine Nachrichtensperre verhängt und der Leichnam konfisziert. Später folgte eine offizielle Bestattung neben Karl Liebknecht. Zehntausende wohnten der erneuten Bestattung bei. Es kam erneut zu Großdemonstrationen und Streiks.

(Vgl. Louis Wu u.a.: Rosa Luxemburg. https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg [Stand: 10.02.2019])

EURE HACHIDORI

Frauen der Weltgeschichte – Selma Lagerlöf

Selma Lagerlöf
schwedische Schriftstellerin und erste Nobelpreisträgerin für Literatur
1858 – 1940

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Titel: Selma Lagerlöf painted by Carl Larsson (Quelle)
Künstler: Carl Larsson

Selma Lagerlöf war eine schwedische Schriftstellerin, deren Werke noch heute zur Weltliteratur gehören. Sie war nicht nur die erste Frau, die den Nobelpreis für Literatur erhielt, sondern setzte sich mit ihrem bekannten Kinderbuch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ selbst ein Denkmal.

Lagerlöf war eines von sechs Geschwistern. Zwei der Kinder starben früh, eine ihrer Schwestern an Tuberkulose. Dieses Thema verarbeitete sie in späteren Romanen. Selma Lagerlöf selbst wurde mit einem Hüftleiden geboren, welches ihr das Gefühl gab, eine Außenseiterin zu sein. Auch diesen Umstand ließ sie in ihre Werke einfließen, da dort oft Außenseiter eine tragende Rolle spielen. Später verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie, bis das Heim der Lagerlöfs veräußert werden musste. Auch diese Angst und der Verlust des Heims wurden in ihren Werken thematisiert. Die vielen prägenden Erfahrungen und ihr bereits frühes Interesse an Literatur (sie las wahnsinnig gern und führte auf dem Dachboden Puppentheaterstücke auf) schienen es mit ihr nicht anders zu wollen, als dass sie eine berühmte Schriftstellerin werden sollte.

Entgegen dem Willen ihres Vaters ging Lagerlöf nach Stockholm und wurde Volksschullehrerin. Während ihrer Lehramtstätigkeit schrieb sie ihren ersten Roman „Gösta Berling“, der heute zu den meistgelesenen Romanen in Schweden gehört. Nach vielen schlechten Kritiken, warf der Roman allerdings nicht so viel ab, wie Lagerlöf hoffte. Sie plante, den Beruf des Lehrers zugunsten der Schriftstellertätigkeit an den Nagel zu hängen. Ende des 19. Jh. gab Lagerlöf ihren Beruf als Lehrerin auf und unternahm eine Südeuropareise. Danach zog sie in den Ort, an dem ihre Schwester wohnte. Dort bekam sie durch ein paar Einheimische die Vorlage für ihren Roman „Jerusalem“, der ihr Durchbruch sein sollte. 1906 schließlich schrieb sie ihr wohl bekanntestes Buch über Nils Holgersson, welches bis heute in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Sie erhielt im Laufe der darauffolgenden Jahre nicht nur die Ehrendoktorwürde zweier Universitäten, sondern bekam außerdem im Jahre 1909 als erste Frau den Literaturnobelpreis verliehen. Lagerlöf kaufte vom Preisgeld das veräußerte Heim ihrer Familie zurück – ein kleines persönliches Happy End.

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Titel: Photograph by Atelje Jaeger, Stockholm 1928. (Quelle)
Künstler: Atelje Jaeger

Lagerlöf verband eine tiefe Freundschaft zu Sophie Elkan, ebenfalls eine schwedische Schriftstellerin. Mit ihr und der Studienrätin Valborg Olander bildete Lagerlöf eine brisante Dreiecksbeziehung. In mehreren Briefen sind die Liebesbekundungen und Eifersüchteleien der Frauen zu lesen.

Ebenfalls interessant ist, dass Lagerlöf gebeten wurde, sich um einen Jungen zu kümmern, der zufällig den Namen Nils Holgersson trug. Tatsächlich nahm sie ihn als ihren Pflegesohn auf und versuchte ihn nicht nur literarisch hoch zu bilden. Ihren Bemühungen zum Trotz wurde Nils Holgersson Bauarbeiter und wanderte nach Amerika aus.

Neben ihrem sozialen und politischem Engagement für Frauenrechte und jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, schrieb sie noch viele weitere Romane, bevor sie 1940 in ihrem Haus an einem Schlaganfall starb.

(Vgl. Emmridet u.a.: Selma Lagerlöf. https://de.wikipedia.org/wiki/Selma_Lagerl%C3%B6f [Stand: 13.01.2019])

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Frauen der Weltgeschichte – Mary Somerville

Mary Somerville
1780 – 1872
schottische Astronomin und Mathematikerin


Titel: Mary Fairfax, Mrs William Somerville, 1780 – 1872. Writer on science (Quelle)
Künstler: Thomas Philips

Mary Somerville war eine Autodidaktin und dazu noch hartnäckig. Sie bekam keine Schulbildung und ihre Eltern nahmen ihr sogar die Kerzen weg, damit sie nachts nicht heimlich lesen konnte. Ihre Lektüre waren unter anderem Euklids „Elemente“ und Schriften über Algebra. Als ihr keine Kerzen mehr zur Verfügung standen, lernte sie kurzerhand iher Bücher auswendig, damit sie die Aufgaben im Kopf lösen konnte. Auch Latein und Altgriechisch brachte sie sich selbst bei. So wenig Befürwortung sie von ihren Eltern erfuhr, so viel unterstützte Marys Onkel ihre Studien.
Sein Sohn William Somerville war es auch, den sie als junge Witwe heiratete. Er förderte ihre Ambitionen und war Mitglied in der Royal Society. In diesen Kreisen stellte er Mary zahlreichen bedeutenden Wissenschaftlern vor.


Titel: Mary Sommerville (Quelle)
Künstler: Unbekannt

Neben eigenen wissenschaftlichen Publikationen gehören zu ihren Schriften auch Übersetzungen der Bücher des französischen Astronomen Pierre-Simon Laplace. Er selbst äußerte, dass sie die erste Frau wäre, die seine Werke verstehen würde. 1835 war sie eine der ersten Frauen (neben ihr noch Carolin Herschel), die in die Royal Astronomical Society aufgenommen wurde. Mary Somerville verzeichnet Auszeichnungen und Ehrungen für ihre Werke, unter anderem 1869 die Patron’s Medal der Royal Geographical Society. Dieselbe nahm erst 1913 offiziell Frauen in ihren Reihen auf.

(Vgl. Harrobot u.a.: Mary Somerville. https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Somerville [Stand: 09.05.2017])

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Buchtipp – „Das Paradies der Armen“ von Suzanna Jansen (2)

Liebe Leser,

vor ein paar Wochen informierte ich euch über meine erste Leserunde auf lovelybooks.de. (hier gehts zum Beitrag)

Heute möchte ich euch meine Zusammenfassung zur Leserunde und mein Fazit zum Buch präsentieren!

Das Buch schildert die Geschichte von Jansens Suche nach den Spuren ihrer Vorfahren und was sie dabei herausfand. Dabei werden die Schicksale der einzelnen Personen wie kleine Geschichten festgehalten und ins Verhältnis zum historischen Kontext gesetzt.
Eine spannende Zeitreise und interessante Familiengeschichte, die nicht nur schöne Erinnerungen zutage förderte.

Alle Beiträge zur Leserunde findet ihr hier.

FAZIT:
Am Anfang des Buches befindet sich ein Stammbaum in der Einleitung, der sich als roter Faden für das Werk von Jansen entpuppt.
Angefangen bei ihrem ältesten Vorfahren Tobias Braxhoofden bis hin zu Elisabeth wird über jede Generation ihre ganz eigene und persönliche Geschichte erzählt. Jansen schreibt nicht trocken, sondern persönlich. Die starke Aufgliederung des Buches zu den einzelnen Personen schafft Übersichtlichkeit. Viele Bilder veranschaulichen die Beschreibungen der Autorin. Auch wenn die meisten Ereignisse in der Familiengeschichte negativer Natur sind, hat das Buch am Ende einen positiven Nachhall. Es ist nicht nur interessant, einer Familiengeschichte zu folgen, sondern regt auch zum Nachdenken an.

Das Buch „Paradies der Armen“ ist etwas besonderes. Die Autorin schafft es, geschichtliche Fakten und persönliche Schilderungen miteinander zu verknüpfen. Man taucht ein in eine Familiengeschichte, begleitet die Mitglieder durch die Wirren des Lebens und bekommt selbst Lust, sich im Bereich der Ahnenforschung zu betätigen.
Sprachlich ist das Buch unanstrengend geschrieben, was für einen guten Lesefluss sorgt. Die Autorin versteht es diese Geschichte nicht trocken, sondern erlebbar zu schreiben. Die Schicksale machen betroffen, lehren aber auf eine eigene bestimmte Weise fürs Leben.

Dieses Buch ist nicht nur für Geschichtsinteressierte geeignet! Da ich selbst ein totaler Geschichtsmuffel bin, kann ich bestätigen, dass es durch die Schilderung persönlicher Schicksale so gar nicht trocken daherkommt. Wer sich für Ahnenforschung interessiert, findet hier ein Buch, das Lust auf eigene Nachforschungen macht!
Empfehlung!

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Frauen der Weltgeschichte – Sandra Paretti

Sandra Paretti
(eigentlich Irmgard Schneeberger)
1935 – 1994
deutsche Schriftstellerin


Titel: Sandra Paretti und B. M. B. im Mai 1985 – Foto Rudi Bonkoß (Quelle)
Fotograf: Rudi Bonkoß

Sandra Paretti war zunächst als Musikkritikerin tätig. Sie studierte Musikwissenschaften und Germanistik.
Ein Verleger regte sie an, einen Roman zu schreiben. Dieser Roman spielt zu Zeiten Napoleons und trägt den Titel „Rose und Schwert“. Ihr Erstlingswerk hatte solch einen großen Erfolg, dass sie es zu einer Trilogie erweiterte.
Mit einer Mischung aus romantischer und dramatischer Handlung sowie historischem Hintergrund konnte sie eine große Leserschaft für sich gewinnen. In späteren Jahren schrieb sie auch Drehbücher fürs Fernsehen.
Paretti erkrankte an Krebs und setzte ihrem Leben selbst ein Ende. Aufmerksamkeit erhielt sie diesbezüglich wegen ihrer selbst formulierten Todesanzeige, in der sie für aktive Sterbehilfe warb.

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Frauen der Weltgeschichte – Anna Freud

Anna Freud
1895 – 1982
britische Psychoanalytikerin österreichischer Herkunft


Titel: Sigmund en Anna (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

Anna Freud war die jüngste Tochter von Sigmund Freud, der jedem ein Begriff sein sollte. Anna trat in die FußStapfen ihres Vaters und übertrug ihre psychoanalytischen Erkenntnisse auf das Seelenleben von Kindern. Sie identifzierte Abwehrmechanismen, mit denen Kinder Angst und Überforderung von sich fernhalten.
Anna Freud und ihre Lebensgefährtin gründeten zusammen mit Josefine Stross ein Heim für Kriegskinder und Kriegswaisen, 1947 gründete Anna dann auch eine Kinderklinik in London.
Bis Anna nach England emigrierte, war sie Vorsitzende des Wiener Instituts für Psychoanalyse. Die Grundlagen der Kinderpsychologie wurden durch ihre Werke geschaffen. Die engste Mitarbeiterin fand ihr Vater in Anna selbst. Sie organisierte nicht nur seine öffentlichen Auftritte, sondern pflegte ihren später an Krebs erkrankten Vater und vertrat ihn auf Kongressen.


Titel: Anna Freud 1957 (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

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Frauen der Weltgeschichte – Iris Murdoch

Iris Murdoch
1919-1999
britische Schriftstellerin irischer Herkunft


kein frei lizensiertes Bild vorhanden

Murdoch schrieb ihr Leben lang philosophische Romane. Sie plante jedes Detail und war eine sehr langsame Schreiberin. Nichtsdestotrotz  publizierte sie insgesamt 26 Romane. Die Geschichten spielen zumeist in der englischen Mittelschicht. Murdoch schrieb außerdem Theaterstücke und philosophische Schriften. Als ihr wichtigstes Werk gilt „Der schwarze Prinz“ von 1973. Für ihr Werk „Das Meer, das Meer“ erhielt sie den zudem den Booker Price. Murdoch war nicht nur eine langsame Schreiberin, sie lehnte außerdem die elektronische Textverareitung als modernes Übel ab und verfasste ihre Manuskripte deshalb handschriftlich. Mit ihrer unleserlichen Handschrift brachte sie ihren Verleger und dessen Mitarbeiter regelmäßig zur Verzweiflung.

Murdoch sagte einmal: „Liebe ist die schwierige Erkenntnis, dass noch etwas anderes als man selbst real ist.“
Diese Erkenntnis verfolgte sie über 40 Jahre, nachdem sie während einer Stelle als Dozentin John Bayley kennenlernte. Mit ihm führte Murdoch eine unkonventionelle Ehe, die genuge Freiraum für literarisches Arbeiten ließ, aber auch für außereheliche Beziehungen.

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Frauen der Weltgeschichte – Maria Callas

Maria Callas
italienische Sängerin griechischer Herkunft
1923 – 1977


Titel: Publicity photo of Maria Callas(December 2, 1923 – September 16, 1977) as Violetta in La Traviata by Houston Rogers (Quelle)
Fotograf: Houston Rogers

Maria Callas war Anfang der 1950er Jahre eine gefeierte Sopranistin auf den Bühnen der Welt. Dabei war es aber nicht allein der Tonumfang ihrer Stimme, der sie zu einer Ausnahmekünstlerin machte, sondern auch ihre intensive Darstellung und Emotionalität, mit der sie sich ihre Gesangsrollen aneignete.


Titel: Photo of Maria Callas from the television talk show Small World. The program was hosted by Edward R. Murrow (Quelle)
Fotograf: CBS Television

Diese Emotionalität lebte sie nicht nur auf der Bühne aus, sondern auch jenseits derselben, was ihr den Ruf einer unbeherrschten exzentrischen Diva einbrachte. Nicht zuletzt aus diesem Grund war sie ein Liebling der Skandalpresse, die auch ihre unglückliche Affäre zu dem Reeder Aristoteles Onassis detailliert behandelte und einem großem Publikum zugänglich machte.
Ihre Unausgeglichenheit und ihr Ehrgeiz, der sie zum Erfolg führte, wurden oft darauf zurückgeführt, dass sie sich als Kind zu dick, zu hässlich und ungeliebt gefühlt haben soll. Ein Minderwertigkeitskomplex als Erfolgsgeheimnis sozusagen.

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Buchtipp – Liebesbriefe großer Männer und Frauen

Hallo meine lieben Leser da draußen!

Dieser Beitrag wird etwas für die Romantiker unter euch!
Heute möchte ich euch ein paar besondere Bücher vorstellen, die mich nachhaltig und immer wieder begeistern. Ich bin ein großer Fan von Liebesbriefen, vor allem historische Exemplare sind für mich eine Unterhaltung mit Schmachtgarantie.
Ich besitze drei Exemplare, die ich euch nun vorstellen möchte.

„Liebesbriefe großer Männer“ Band 1 – herausgegeben von Petra Müller und Rainer Wieland, PIPER Verlag

Dieses Buch ist veröffentlicht worden, weil die Hauptperson der Fernsehserie „Sex in the City“ ihrem Angebeteten aus diesem Buch vorliest. Ich habe die Serie nie gesehen, aber das Buch ist klasse!
es beinhaltet 44 Liebesbriefe, die Männer der Weltgeschichte an ihre Herzensdamen schrieben. Einer davon ist allerdings der Liebesbrief von den eben schon erwähnten Hauptpersonen aus der Serie „Sex in the City“.
Zusätzlich zu jedem Brief gibt es einen kleinen historischen Überblick über den Autor des Briefes und seine Liebe. Sehr interessant und ergreifen, denn man bekommt einen tiefen Einblick in die persönlichen Gefühle bekannter Persönlichkeiten und das über das Thema, was jeden Menschen bewegt: Liebe.
Enthalten sind auch ein paar Abbildungen der Liebenden.

„Liebesbriefe großer Männer“ ewig Dein, ewig mein, ewig uns – herausgegeben von Sabine Anders und Katharina Maier, marixverlag

Man könnte denken, dass sich die Liebesbriefe doppeln, tatsächlich gibt es einige Dopplungen, aber nicht zu viel und wer einmal den Liebesbriefen verfällt, liest sie ohnehin mehrmals. Hier finde ich die Gestaltung im Buch sehr schön. der Name des Liebesbriefautors mit Lebensdaten dient als Überschrift, danach folgt eine kurze Schilderung seiner Person und Liebschaften. Und danach folgt der Brief oder auch mehrere.
Wieder sehr lesenswert und interessant.
Enthalten sind hier wieder ein paar Abbildungen.

 

„Liebesbekenntnisse berühmter deutscher Männer und Frauen – 100 bewegende Briefe von Luther bis Rilke“ – herausgegeben von Paul Herrmann, Pawlak Verlag

Dieses Exemplar erwarb ich für 2 Euro in einem Wühltisch eines Antiquariats. Es war ein Glücksfund, hat sich aber wieder einmal gelohnt. Es ist ein sehr dicker Wälzer, enthält Porträts und originale Kopien von Texten oder Unterschriften unter den Briefen. Sehr schön, auch wenn es winzig gedruckt ist.
Unbedingt lesen! Vor allem, weil man etwas über deutsche Persönlichkeiten erfährt.
Fazit:
Wer Lust auf romantische Leseabende hat, findet wohl kaum eine bessere Lektüre als diese Bücher. Schmachtende Seufzer inklusive!

EURE HACHIDORI

 

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