Rezension – „Love Show – Ist deine Liebe echt?“ von Britta Sabbag

Meine lieben Leser,

das Buch „Love-Show“ von Britta Sabbag hatte mich nicht nur aufgrund der traumhaft schönen Gestaltung gereizt, sondern auch die Story, die an die Truman-Show erinnert, klang für mich vielversprechend. Wie es mir nun tatsächlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Love Show – Ist deine Liebe echt?
  • Autor/in: Britta Sabbag
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Fischer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Liebesroman, Science-Fiction

INHALT:

Auf Aroha Island ist das Leben paradiesisch und beschaulich. Es gibt traumhafte Strände und eine üppige Flora und Fauna. Hier wächst Ray auf. Sie ist mittlerweile 17 Jahre alt und hat keinerlei Sorgen. Ihr Kindheitsfreund Noah ist ihr sehr vertraut, aber dennoch kann sie sich nicht darauf einlassen, mit ihm einen Schritt weiter zu gehen. Er ist mehr wie ein Bruder für sie.
Zur gleichen Zeit erfährt der Leser von einem Fernsehstudio, dass diese Entwicklungen kritisch beäugt. Denn was Ray nicht weiß: Sie und Noah sind die Stars der größten Reality-TV-Show der Welt. Alle Bewohner der Insel, außer den Beiden, sind eingeweiht. Dass aus Noah und Ray nicht wie vom Sender geplant ein Liebespaar wird, lässt die Quoten einstürzen. Darum senden sie Liam, einen Mitarbeiter des Senders auf die Insel, um Ray herumzukriegen.
Doch dann entdeckt Ray Kabel und Kameras und beginnt an ihrem heimatlichen Paradies zu zweifeln …

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil von Sabbag ist sehr einfach gehalten, für meinen Geschmack zu wenig anspruchsvoll. Natürlich ist dieses Buch ein All-Age-Roman, aber auch dann kann aus meiner Sicht etwas mehr sprachliche Rafinesse eingebaut werden. Es wirkte auf mich vom sprachlichen Anspruch eher wie ein Kinderbuch – oder ein Jugendbuch für niedrigere Altersklassen. Dadurch waren die Dialoge leider sehr substanzlos, oftmals nicht fesselnd und haben mich gelangweilt. Es wirkte gerade am Anfang alles sehr belanglos. Erst kurz vor Ende des Buchs erfährt der Schreibstil eine Art Bruch, der dem Lesefluss zugute kam. Ab diesem Moment schreibt die Autorin erwachsener und auch die Charaktere klingen auf einmal tatsächlich, als wären sie 17 Jahre alt und nicht erst 14, wie es vorher den Anschein hatte.
Leider gab es einige Punkte, die ich kritisch sehe. Zum Einen war mir das Auftreten des eingeschleusten Jungen zu aufdringlich – auch die Protagonistin bezeichnet ihn als „unverschämt und übergriffig“. Das wäre an sich nicht ganz so schlimm, wenn er der Antagonist wäre, hier wird aber immer wieder betont, wie sehr dieses Verhalten Ray gefallen würde. Sie lässt auch alles mit sich machen, ist sehr naiv und hat die meiste Zeit des Buches keine eigene Meinung. Dieses Bild bzw. Klischee über Frauen ist nicht mehr zeitgemäß und ich halte es in einem modernen Jugendbuch nicht für angebracht, die Schiene „Frauen lieben Arschlöcher und sind unterwürfig“ zu fahren.
Weiterhin ist mir aufgefallen, dass die Protagonistin kritisiert, dass der Neuling ein Botaniker ist und dieser gutaussehende Mensch mit so einem langweiligen Thema nicht zusammenpassen würde. Auch das ein sehr krasses Klischee. Es fiel in der Vergangenheit schon anderen Lesern auf, wie eine Art Bashing von Naturwissenschaften in Büchern an der Tagesordnung zu stehen scheint. Dass gutaussehende Menschen sich nicht dafür interessieren könnten oder das nur etwas für „Loser“ wäre, ist eine Ansicht, die für mich wie aus dem vorherigen Jahrhundert anmutet.
Der für mich größte Aufreger war jedoch das Thema Essen. Auch, wenn die Autorin im Schlusssatz nochmal eine Kurve bekommen wollte zu den im Buch getätigten Äußerungen, reichte das nicht für mich aus, die Brisanz des Themas zu verringern. In diesem Buch wird von den Protagonisten wirklich zu jeder Gelegenheit betont, wie ekelhaft und widerlich sie gesundes Essen finden würden. Im selben Atemzug werden sie meist nicht müde zu betonen, wie lecker und toll Fastfood wäre. Dabei werden so krasse Aussagen getroffen, dass Salz zum Glück gesunden Geschmack übertüncht oder dass sie sich nach 100% Zucker oder dem metallischen Geschmack von Zusatzstoffen sehnen, dass es ehrlich gesagt für mich als Leser nicht mehr angenehm zu lesen war. Ich, als Betroffene mehrerer seltener Intoleranzen, habe gelernt, wie sehr diese ungesunde Ernährung unseren Darm schädigt. Ich halte es für unverantwortlich, in einem Buch für eine so junge Zielgruppe von Fastfood, Zucker und Zusatzstoffen zu schwärmen, wo in unserer Gesellschaft doch mittlerweile 50-80% der Menschen mindestens eine Lebensmittelintoleranz haben. Pädagogisch ist das alles andere als wertvoll.

FAZIT:

Rückblickend muss ich sagen, dass der Klappentext ein komplett anderes Bild von dem Buch zeichnet, als es dann tatsächlich war. Im Klappentext wird eine Textstelle zitiert, die relativ spät im Buch ihren Platz findet. So wird suggeriert, dass der Fokus des Buchs auf dem Aufdecken der Lügen und der gespielten Realität im Ray liegt. Wer auf eine Story alá Truman-Show hofft, wird hier allerdings nicht zufrieden sein. Der Fokus liegt klar au der Liebesgeschichte und der Rest läuft nebenher. Das fand ich sehr schade.
Auch die mittlerweile überreizte Konstellation der Dreiecksbeziehung war für mich etwas aus der Zeit gefallen. Die kritischen Passagen taten ihr Übriges und zwischendurch war ich am Überlegen, das Buch abzubrechen. Tatsächlich gewann es aber kurz vorm Ende nochmal an Fahrt, weswegen ich es zwischenzeitlich wirklich angenehm zu lesen fand. Alles in allem wurde hier allerdings nicht das Potenzial ausgeschöpft, was die Geschichte mit sich brachte. Mir fehlte es an Tiefe und mehr Auseinandersetzung mit dem multimediapsychologischen Aspekt. Das Buch und ich wurden einfach keine Freunde, obwohl ich es wirklich wollte.

Ein Buch mit einer spannenden und guten Grundidee, die an die bekannte „Truman-Show“ erinnert. Das Potenzial wurde leider nicht genutzt, schwache Dialoge, blasse Charaktere und fehlende Tiefe ließen mich enttäuscht zurück. Pädagogisch sehe ich einige Aussagen in diesem Werk als sehr kritisch. Da der Fokus der Geschichte außerdem mehr auf der Liebesgeschichte lag, fand ich mit dem Buch letztendlich einfach nicht zusammen.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♡♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Worldbuilding/Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 2,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Eve of Man – Die letzte Frau“ von Giovanna & Tom Fletcher

Meine lieben Leser,

das vierte Buch des Sommerloch-Bingos 2021 war „Eve of Man – Die letzte Frau“ von Giovanna und Tom Fletcher. Dieses Buch habe ich in einem Gewinnspiel gewonnen und hatte mich darüber riesig gefreut, weil es schon länger auf meiner Wunschliste stand. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Eve of Man – Die letzte Frau
  • Autor/in: Giovanna & Tom Fletcher
  • Übersetzer/in: Friedrich Pflüger
  • Anzahl der Seiten: 445 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Dieses Buch entführt den Leser in eine dystopische Welt, in der der Wasserspiegel so hoch ist, dass viele Gebäude unter Wasser stehen. Neue Gebäude wurden auf alte gebaut, die Bevölkerung lebt in ärmlichen Verhältnissen. Zu allem Übel sucht ein unerklärliches Phänomen die Menschen heim. Es werden keine Mädchen mehr geboren. Die Frauen sind alle bereits alt und es werden keine Nachfolgerinnen zur Welt gebracht. Der Fortbestand der Menschheit steht auf dem Spiel. Doch dann passiert das Unglaubliche: Ein Paar bringt ein gesundes Mädchen zur Welt. Dieses Mädchen mit dem Namen Eve wird fortan als Hoffnung der Menschheit gesehen und vermarktet.
Um sie und die Menschheit zu schützen, wird sie in dem sogenannten Turm großgezogen – mit allen Annehmlichkeiten, die es zu bieten gibt. Nur eines fehlt ihr: Freiheit.
Ihre einzige Freundin ist ein Hologramm, gesteuert von sogenannten Piloten, die aber alle Männer sind. Eve darf den Turm nicht verlassen und für viele hat sie nur einen Zweck, nämlich Mädchen zur Welt zu bringen.

Doch dann wird alles auf den Kopf gestellt, als sie die potenziellen Väter ihrer Kinder kennenlernt. Dabei trifft sie auch auf Bram, der ihre beste Freundin verkörpert. Zwischen den beiden herrscht direkt eine gewisse Anziehung.
Eve muss sich nicht nur zwischen ihrer Liebe und dem Erhalt der Menschheit entscheiden, sondern versteht langsam, welche Lügen ihr Leben bestimmen. Ein Wettrennen um die Selbstbestimmung und den Körper von Eve beginnt.

SCHREIBSTIL:

Die beiden Autoren haben es geschafft, dass die zwei Protagonisten Eve und Bram sehr vielfältige Persönlichkeiten darstellen. Ich frage mich tatsächlich, ob jeder von ihnen eine dieser Personen geschrieben haben könnte. Die Geschichte wird im Perspektivwechsel aus Eves und Brams Sicht erzählt. Dadurch erhält der Leser auch Informationen, die Eve nicht bekannt sind und das Gesamtbild abrunden.
Mir hat besonders das Setting und die Grundidee gefallen. Die schon fast apokalyptische Außenwelt und die zunächst behütende Atmosphäre im Turm bieten einen schönen Kontrast. Doch bald kehrt sich dieses Gefüge um, als Eve hinter die Lügen kommt, die ihr aufgetischt werden. Das fand ich sehr spannend.
Allgemein war für mich der Spannungsbogen am Anfang und Ende der Geschichte am höchsten. Das Buch war aber auch mittig nicht langweilig, sondern konnte mich durch den eingängigen Schreibstil und einige Wendungen an die Seiten fesseln.

FAZIT:

Zusammenfassend war „Eve of Man“ eine solide Dystopie, bei der der Fokus nicht zentral auf der Liebesgeschichte lag, aber dennoch ein Einfluss vorhanden war. Die Grundidee war toll umgesetzt und das Setting bzw. Worldbuilding waren überzeugend. Die wenigen offenen Fragen können hoffentlich im zweiten Band beseitigt werden. Ein wirklich unterhaltsames Buch, welches sich schnell wegliest.

Ein Pageturner, der mit einer speziellen Grundidee und authentischem Setting überzeugen kann. Sympathische Protagonisten runden das Bild ab. Ein bisschen Luft nach oben gibt es für den zweiten Band, aber bis dahin muss eine klare Leseempfehlung für diesen Auftakt ausgesprochen werden.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Iron Flowers – Die Kriegerinnen“ von Tracy Banghart

Meine lieben Leser,

nachdem ich im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos den ersten Teil der Dilogie „Iron Flowers“ las, beschloss ich nun, den zweiten Teil endlich auch zu lesen. Wie mir der Nachfolger und gleichzeitig das Finale gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Iron Flowers – Die Kriegerinnen
  • Autor/in: Tracy Banghart
  • Übersetzer/in: Anna Julia Strüh
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Januar 2019)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten und letzten Band – evtl. Spoiler zum vorherigen Band vorhanden! ***

Nach den Geschehnissen des ersten Bandes befindet sich Serina weiterhin auf der Gefängnisinsel. Der erste Band endete damit, dass Nomi nach den Ereignissen am Hof auf eben diese Insel gebracht wird. Mit ihr an Bord des Schiffes sind der lebensgefährlich verletzte Malachi und eine weitere Grace.
Während Nomi versucht, Malachi am Leben zu erhalten und einen Ausweg aus der Situation zu finden, hat Serina mit den anderen Gefangenen eine Rebellion angezettelt und sie schmieden einen Plan, wie sie die Insel unter ihre Kontrolle bringen.
Schließlich treffen die Schwestern auf der Insel wieder aufeinander, was im Leser eine tiefgehende Freude auslöst. Diese währt jedoch nicht lang, denn die Schwestern verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, um ihr Land und die Bevölkerung sowie die Gefangenen der Insel zu befreien. So trennen sich die Wege erneut und während Serina die Frauen der Insel in ein anderes Land bringen will, versuchen Nomi und Malachi die Unterstützung eines Regiments zu erlangen, um seinen Bruder vom Thron zu stürzen.
Warum die Schwestern unter anderen Umständen als geplant wieder zusammenfinden, ob sie es schaffen den falschen Thronfolger zu stürzen und mehr Rechte für die Frauen des Landes zu erkämpfen, das dürft ihr aber gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war schon wie im ersten Band sehr klar, ohne Schnörkel und las sich schnell weg. Allerdings konnte mich der zweite Band auch sehr viel weniger fesseln. Manchmal fühlte ich mich sogar etwas gelangweilt. Die Entscheidungen der Charaktere waren mir dieses Mal zu klischeehaft, es fehlte mir an überraschenden Wendungen wie im ersten Teil. Spannung war zwar gegeben, aber nicht in dem Maße, wie ich es erhofft hatte.
Eines der größten Mankos war für mich, dass die Frauen sich ihre Rechte sehr brutal – also mit viel Gewalt – erkämpfen und danach keine Reflektion oder Auseinandersetzung damit erfolgte. Ich hätte mir da irgendwie einen moralischeren Umgang mit der Situation gewünscht, beispielsweise, dass sie ihre Ziele erreichen, aber für immer mit ihren schrecklichen Taten zurechtkommen müssen. Ich fand die Darstellung der Gewalt im zweiten Band sehr glorifiziert und heroisch, was ich so nicht als gut bewerten kann.

FAZIT:

Der zweite Teil war deutlich schwächer als der erste Band und ich war wirklich etwas enttäuscht, dass das Potential nicht ausgeschöpft wurde. Die Geschichte hätte doch einen deutlich reiferen Umgang mit dem Thema Frauenrechte und Gleichberechtigung hergegeben. Schade, dass die Umsetzung dann so lieblos und wenig moralisch erfolgte. Die Charaktere waren wirklich super und das Buch konnte unterhalten, abschließend fehlte mir allerdings noch etwas Tiefe.

Ein schwächerer Band als der Auftakt und deshalb ein etwas enttäuschendes Finale. Zu wenig überraschen, zwar spannend aber an einigen Stellen zu wenig reflektiert. Schade. Ein unterhaltsames Buch, was sein Potential leider nicht nutzen konnte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♥♡♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

und endlich habe ich es geschafft! Ich habe die Blackcoat-Rebellion-Reihe beendet! 🙂 Ich freue mich riesig, dass ich mit meinem Vorhaben vorankomme, alle Fortsetzungen auszulesen, die ich noch ungelesen im Regal stehen habe. Das sind jetzt zwar noch ein paar, aber es wird! Auf den letzten Band dieser bisher überzeugenden Dystopie war ich natürlich super gespannt. Wie er mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn
  • Autor/in: Aimée Carter
  • Übersetzer/in: Tess Martin
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: Dragonfly Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Dystopie, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den dritten und letzten Band – evtl. Spoiler zum den vorherigen Bänden vorhanden! ***

Nach den dramatischen Geschehnissen in Anderswo im zweiten Band, geht es jetzt ans Eingemachte. Kitty und die Rebellen setzen alles auf eine Karte, um die Bevölkerung über die Machenschaften des maskierten Premierministers aufzuklären. Dazu offenbart sie sich öffentlich und deckt ihre wahre Identität auf.
Zusammen mit Knox und den anderen Rebellen liefern sie sich einen wahren Medienkampf mit dem Premierminister, der vor keinerlei Maßnahmen zurückschreckt.
Als Kitty schließlich entführt wird und sich die Ereignisse zuspitzen, liegt es in ihrer Hand, das Blutvergießen zu stoppen und den Menschen die Freiheit und Unabhänhigkeit zu geben, die sie schon lange ersehnen. Doch der Premierminister hat Menschen in der Hand, die ihr etwas bedeuten – was wird ihr wichtiger sein?

SCHREIBSTIL:

Wenn eine Autorin Spannung in Reinform beherrscht, dann ist es Aimée Carter. Wieder einmal hat sie es geschafft, mich an die Seiten zu fesseln. Dabei ist die Handlung nicht ausladend, dafür aber fokussiert.
Dieser letzte Band hatte für mich ein paar kleinere Logiklücken, die ich gern beantwortet haben wöllte. Im Gesamtbild lässt sich sicherlich darüber hinwegsehen, aber gerade bei einer Dystopie kommt es auf Authentizität und auch Realismus an, wie ich finde. Mir fehlten bei technischen Geräten ein paar plausible Details und auch manche Entscheidungen der Hauptcharaktere waren alles andere als klug und passten nicht zu ihrem sonstigen Verhalten.
Deshalb erschien mit der letzte Band rein vom Stil her etwas schwächer.
Die Story jedoch hat Carter wieder astrein umgesetzt und mich wie erwartet begeistern können.
Das Ende war für meine Verhältnisse zu wenig überraschend und zu sehr Standard, als dass es mich hätte abholen können. Der große Showdown, der dem Ende voranging war jedoch meisterhaft geschrieben.

FAZIT:

Ich bin fast ein bisschen traurig, dass diese großartige Reihe vorbei ist. Andererseits bin ich froh, dass Kitty dieses Martyrium überstanden hat. Die Autorin hat ja zum Glück noch mehr Bücher, die ich noch nicht gelesen habe – da werde ich mich also draufstürzen müssen. Insgesamt war der letzte Band für mich der schwächste, aber dennoch wirklich gut und spannend umgesetzt. Er hat mich unterhalten und ich konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen. Wie gewohnt glänzt Carter mit Wendungen und Überraschungen, die der Leser nicht voraussehen kann.

Ein würdiger Abschluss, der mit kleineren Logiklücken etwas schwächer daherkommt als die Vorgänger. Kann dennoch durch die gewohnte Spannung, die unerwarteten Wendungen und die Charaktere überzeugen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Blackcoat Rebellion – Das Los der Drei“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

kurz vor Jahresende 2020 durfte ich dieses Schätzchen beenden. Und ja – mit einiger Verspätung präsentiere ich euch jetzt die Rezension, weil mir das Frühjahrsputz-Bingo dazwischen kam. Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben. 😉 Nachdem ich letztes Jahr das Kinderbuch „Der Fluch des Phönix“ von Aimée Carter lesen durfte, standen weitere Bücher dieser Autorin auf meiner Wunschliste. Die liebe Ina von Ina’s Little Bakery hat mich dann im Rahmen ihrer Wichtelaktion mit dem ersten Band von „Blackcoat Rebellion“ bewichelt. 🙂 Danke nochmals dafür. Wie mir das Buch gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Blackcoat Rebellion – Das Los der Drei
  • Autor/in: Aimée Carter
  • Übesetzer/in: Tess Martin
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: Dragonfly Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Kitty wird in einer Gesellschaft groß, in der eine kastenähnliche Einstufung über das Vermögen und die Möglichkeiten im Leben entscheidet. Die Regierung betont immer wieder, dass jeder die Chance hat, durch den Eignungstest in eine höhere Stufe zu gelangen.
Eine 6 ist dabei die höchste Einstufung, die möglich ist und bietet die Möglichkeit in hochrangigen Positionen zu arbeiten, während beispielsweise eine 3 nur mindere Tätigkeiten ausführt, wie beispielsweise Kanalreinigungen.
Kitty und ihr fester Freund Benjy stehen kurz vor ihren Eignungsprüfungen. Benjy hat die Aussicht auf einen hohen Rang und hofft, dass Kitty einen Rang erreicht, der es ihnen erlaubt, ihre Beziehung weiterzuführen. Als Kitty bei der Eignungsprüfung nur eine 3 erhält, verheimlicht sie es zunächst, da sie die Befürchtung hegt, Benjy würde sein eigenes Leben für ihres aufgeben.
Als sie sich schlussendlich hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft und Polizisten gegenübersieht, kann sie es nicht fassen, dass ihr der Rang einer 7 angeboten wird. Dieser Rang wird sonst nur vererbt an die Familie der Regierungsangehörigen. Doch welchen Preis muss sie zahlen? Wie übersteht die Liebe zu Benjy die überraschenden Wendungen der Geschichte? Das dürft ihr gern selbst lesen. Alles, was ich darüber hinaus hier beschreiben würde, wäre ein zu krasser Spoiler.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird aus Sicht von Kitty erzählt. Aimée Carter hat es genau wie zuvor geschafft, mich in ihren Bann zu schlagen. Ich klebte förmlich an den Seiten und war sehr erstaunt über die Fülle des Inhalts auf diesen doch überschaubaren Seiten. Außerdem fand ich es super, dass Carter eine bereits gefestigte Liebesbeziehung an den Anfang der Geschichte gestellt hat und diese über die Geschichte hinweg eine Rolle spielte, wenn auch keine übergeordnete. Das hat mir sehr gut gefallen, grenzt es sich so doch von vielen Werken des Genres ab, in denen sonst eher das Entstehen einer Beziehung und/oder eine Dreiecksbeziehung im Fokus steht.
Carter legt ihr Hauptaugenmerk jedoch auf das politische Geschehen und die Intrigen sowie Wirrnisse der Regierungsfamilie, in die Kitty hineingerät. Die Geschichte ist außerdem so geschrieben, dass ich einige der Wendungen überhaupt nicht vorhersehen konnte, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

FAZIT:

Dieses Buch hat alles geboten, was ich bereits zuvor an Aimée Carter lieben gelernt habe. Sie geht mit der gefestigten Liebesbeziehung in einer Dystopie untypische Wege, schreibt flüssig, spannend und mit viel Eindruckskraft und Emotionen. Ich habe sehr mit Kitty mitgefiebert und einige der Personen sind mir total ans Herz gewachsen – wenn auch einige davon nicht so lange überlebten, wie ich es mir erhoffte. Denn Carter hat auch keine Scheu davor, Charaktere loszuwerden. Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war, dass mir etwas gefehlt hat – ich hätte mir im gesellschaftlichen System noch einen Knackpunkt gewünscht und mehr über die Rebellen erfahren. Aber da es noch zwei Folgebände gibt, kann das ja noch kommen. Zudem hoffe ich, dass einige wenige Charaktere noch mehr Tiefe bekommen.
Ein wahnsinnig toller Auftakt, der mich an die Seiten gefesselt hat. Spannend, mit einer für das Genre untypischen gefestigten Liebesbeziehung direkt zum Anfang. Hat mir wirklich gut gefallen. Ein paar Fragen blieben offen – ich bin gespannt auf die Folgebände.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ von Tracy Banghart

Meine lieben Leser,

das zweite Buch des Frühjahrsputz-Bingos ist nun also schon geschafft und ich möchte euch die Rezension dazu natürlich nicht vorenthalten. Die zwei Bände von „Iron Flowers“ haben den Weg vor einigen Jahren durch ein Gewinnspiel zu mir gefunden. Endlich konnte ich den ersten Band vom SuB befreien. Ob sich das gelohnt hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Iron Flowers – Die Rebellinnen
  • Autor/in: Tracy Banghart
  • Übersetzer/in: Anna Julia Strüh
  • Anzahl der Seiten: 380 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Das Buch „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ handelt von den beiden Schwestern Nomi und Serina. Serina wurde ihr Leben lang dazu ausgebildet, eine Grace des Regenten zu werden, während Nomi die Rolle ihrer Zofe einnehmen sollte. Jedes Mädchen im Land hat theoretisch die Chance, eine Grace zu werden. Wichtig sind gefälliges Aussehen und bestimmte Begabungen wie Harfe spielen oder die Unterhaltung von hochrangigen Regierungsmitgliedern.
Die aktuellen Graces werden in einer Art Ausscheid bestimmt. Nachdem Serina in ihrer Region ausgewählt wurde, wird sie zum Ausscheid im Palast eingeladen. Das Besondere: Dieses Jahr werden die Graces nicht für den Regenten, sondern für den Thronfolger ausgewählt. Zu diesem Ereignis fahren Nomi und Serina gemeinsam. Während Nomi auf ihre Schwester wartet, sucht sie die Toilette und begegnet zufällig dem Thronfolger und seinem Bruder.
Als schließlich Nomi anstatt Serina als Grace gewählt wird, ist nicht nur die Verwirrung und Verzweiflung groß, sondern auch die Empörung der anderen Teilnehmerinnen. Serina wird nun die Rolle der Zofe einnehmen.
Zu sagen bleibt, dass in der Gesellschaft, die im Buch beschrieben wird, die Frauen eine niedere Stellung bekleiden. Sie dürfen nicht aufmüpfig werden, werden verheiratet und dürfen nicht lesen lernen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist verboten. Wer dem nicht gehorcht, wird bestraft.
Da Nomi lesen kann, geht sie ein großes Risiko ein, als sie ein Buch aus der königlichen Bibliothek an sich nimmt. Serina und Nomi kennen das Buch. Serina kann zwar nicht lesen, aber rezitiert aus dem Buch und wird erwischt. Hier beginnt die eigentliche Handlung des Buches.
Serina wird auf die Frauengefängnisinsel gebracht und Nomi muss sich im Palast als Grace behaupten.

Welche Rolle der Thronfolger und sein Bruder in der ganzen Geschichte spielen, wie es beiden ergeht und wie stark ihr Zusammenhalt als Schwestern ist, dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nomis und Serinas Sicht erzählt. Mit Nomi erlebt der Leser das ganze Ausmaß der unsinnigen Regeln für Graces und lernt sowohl den Thronfolger als auch seinen Bruder kennen.
Aus Serinas Sicht wird man auf die Gefängnisinsel gebracht und muss sich unter unmenschlichen Bedingungen behaupten, ja gar bis zum Tode kämpfen.
Mir hat besonders dieser Wechsel der Szenarien gefallen und wie die Autorin sie umsetzte. Ganz entgegen meiner Erwartungen entwickelte sich die Geschichte oft in eine andere Richtung, als ich es mir vorgestellt hatte.
Der Schreibstil ist sehr klar, liest sich schnell und erzeugt fast durchgehend eine leichte Spannung. Der Fokus ist hier vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Politik sowie die Schwesternliebe gelegt, was ich als sehr angenehm empfand.

FAZIT:

Aufgrund des Thronfolgers und seines Bruders hatte ich eine platte Dreiecksgeschichte erwartet, aber ich wurde überrascht. Zwar hat die Geschichte typische moderne Elemente einer Dystopie, wie beispielsweise den Palast und den Ausscheid sowie den Überlebenskampf auf der Insel, jedoch hat die Autorin das mit einem ganz eigenen Charme umgesetzt. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne heroische Heldin, sondern zwei Schwestern die auf ganz eigene Weise um ihre eigene Freiheit und die Freiheit aller Frauen im Land kämpfen. In der Geschichte gab es einige Wendungen, die ich nicht vorhersehen konnte und die mich sprachlos zurückließen. Zwar hatte ich auch mal kleinere Vorahnungen, habe diese aber oft wieder verworfen aufgrund des Verlaufs der Geschichte. Das Buch hat mich gut unterhalten und teilweise war es eine Mischung aus Panem und Selection, jedoch mit einem recht asiatischen Einschlag von den gesellschaftlichen Strukturen her und einer ganz individuellen Note.
Eine wirklich gute und zeitgemäße Dystopie über Frauenrechte, Schwesternliebe und politische Intrigen. Die Geschichte konnte mich super unterhalten, auch wenn einige Fragen offen blieben und das Worldbuilding gern detaillierter hätte sein können. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

[Frühjahrsputz-Bingo] – Das zweite Buch wurde ausgelost!

Meine lieben Leser,

ich habe es tatsächlich geschafft, in den ersten Tagen des neuen Jahres das erste Buch des Frühjahrsputz-Bingos zu beenden. Bevor ich euch die Rezension dazu präsentiere, möchte ich euch allerdings noch mitteilen, welches Buch von meiner Bingo-Karte als nächstes ausgelost wurde.

Alle Informationen zu der Aktion findet ihr auf der Leseprojektseite zum Frühjahrsputz-Bingo 2021.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, werden die bereits gelesenen Bücher von mir mit einer Melone markiert. Mit dem ersten Buch „Erebos 2“ von Ursula Poznanski habe ich 5 Euro für mein SuB-Glas verdient.

Damit ich direkt weiterlesen kann, hat die liebe Gabriela von Buchperlenblog schon meine nächste Lektüre ausgelost! Und welches ist es geworden?
*Trommelwirbel*

Das zweite Buch, welches ich von meiner Bingokarte lesen muss, ist …

„Iron Flowers – Die Rebellinnen“ von Tracy Banghart

Dieses Buch liegt nun schon seit 2018 auf meinem SuB. Ich freue mich wahnsinnig, es zu lesen. Damals habe ich bei einer Verlosung beide Bände gewonnen und endlich komme ich dazu, meinen Gewinn auszukosten!
Danach erhaltet ihr natürlich wie immer eine Rezension dazu.

Und ihr werdet natürlich bald erfahren, was das dritte Buch im Bingo sein wird!

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins

Meine lieben Leser,

an diesem Buch kommt man momentan schwerlich vorbei. Und auch ich musste es mir direkt zum Erscheinungstag kaufen. Allerdings war ich auch sehr skeptisch, da ich nicht sicher war, ob diese Vorgeschichte der Panem-Reihe gerecht werden würde. Ich sollte überrascht werden – und in welchem Sinne, könnt ihr nun hier nachlesen.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange
  • Autor: Suzanne Collins
  • Anzahl der Seiten: 608 Seiten
  • Verlag: Oetinger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Dystopie, Sci-Fi, Thriller, Abenteuerfiktion, Kriegsroman

INHALT:

„Jedes Mal, wenn er sah, wie die bunten Seiten der Bilderbücher seiner Kindheit (…) zu Asche zerfielen, musste er weinen.“

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 14 –

Vorab sei gesagt: Wer in diesem Buch eine zweite Version der „Tribute von Panem“-Reihe erwartet, liegt hier komplett falsch. Aufgrund vieler kritischer Stimmen möchte ich hier unbedingt erwähnen, dass es wichtig ist, sich unabhängig von der Panem-Reihe auf dieses Buch einzulassen, denn es lohnt sich wirklich sehr.

Das Buch erzählt die Jugend des späteren Präsidenten Snow, den wir aus der ursprünglichen Geschichte als Gegenspieler kennen. Die Handlung spielt sich zur Zeit der 10. Hungerspiele ab, also 64 Jahre vor den Ereignissen der Panem-Reihe und kurz nach dem Rebellen-Krieg.

Der Krieg ist in der Welt des jungen Corolianus Snow noch allgegenwärtig. Auch das Kapitol und deren Bewohner haben mehr oder weniger unter den Folgen zu leiden. Mit seiner Familie – bestehend aus seiner Großmutter und seiner Schwester – versucht er seine Stellung in der Gesellschaft zu erhalten.
Wir erhalten nicht nur Einblicke in Snows Familienleben, sondern auch in den Schulalltag, der bald durch eine Besonderheit aufgemischt wird. Für die 10. Hungerspiele sollen das erste Mal Mentoren aus den Reihen der Schüler ausgewählt werden, um je einen Tribut bei den Spielen zu unterstützen. Snow erhält ebenfalls einen begehrten Platz als Mentor. Sein weiblicher Tribut ist anscheinend ein unerwarteter Glücksgriff, doch bereits vor Beginn der Spiele stehen sie vor großen Herausforderungen.

Anders, als man vermuten könnte, liegt der Hauptfokus des Buches nicht auf den Hungerspielen, den Tributen und der Arena. Die Schilderung dieser Ereignisse macht nur einen geringen Teil dieser komplexen Geschichte aus.

Vielmehr begleitet der Leser Snow durch eine zunehmend befremdliche Entwicklung, seinen Kampf gegen die Herausforderungen des Lebens im Kapitol und auch gegen sich selbst.
Getrieben von Ehrgeiz, hin- und hergerissen zwischen seiner persönlichen, gerechten, ja auch mitfühlenden Meinung und den Ansprüchen der Gesellschaft sowie einer ideologischen Staatsidee, ist die Wandlung des jungen Schülers zu einem skrupellosen Staatsmann tiefgehend behandelt worden.

Der Antagonist wird zum Helden seiner eigenen Geschichte – oder doch nicht?

SCHREIBSTIL:

„Wie flüchtig die Zivilisation doch ist. All ihre guten Manieren (…), alles, worauf sie stolz sind – im Bruchteil einer Sekunde fortgewischt, und übrig bleibt nur, was sie eigentlich sind. (…) So ist der Mensch in seinem Naturzustand.“  

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 288 –

Anders als in der Panem-Reihe, die in der Ich-Perspektive geschrieben ist, wird Snows Vorgeschichte aus der dritten Person erzählt. Der Text ist auf hohem Niveau verfasst, liest sich dennoch sehr schnell, eingängig und die Seiten flogen für mich nur so dahin. An einigen Stellen ist es brutal in den Beschreibungen und auf eine ganz eigene Weise emotional.

Der Text wird immer wieder durch gedichtartigen Songtexte unterbrochen, was ich sehr abwechslungsreich fand. Zum Ende hin wurden mir allerdings die Abstände zwischen der eingeschobenen Lyrik zu kurz. Diese Verse sind teilweise aus echten Liedern entlehnt, teils aber auch von der Autorin selbst geschrieben. Darauf verweist sie in ihrer Danksagung.

Der Aufbau dieser komplexen Geschichte, hatte regelmäßige Spannungsmomente. Zwischendurch war es auch oft etwas ruhiger, was kritisiert werden könnte – wenn diese ruhigen Phasen nicht so eine gute Brücke zwischen den Höhepunkten bauen würden.

Letztlich schlägt die Autorin gekonnt, aber nicht aufdringlich, einen Bogen zu den in der Zukunft liegenden Hungerspielen, die wir bereits kennen. Da tauchen kleine Verbindungen oder Vorfahren zu bekannten Nebenfiguren auf, ein immer wiederkehrender und schlüssiger Verweis auf das Tier des Spotttölpels und dessen Bedeutung für Snow und noch so vieles mehr.

Zum Schreibstil kann ich nur jedem Leser raten, hier vor allem auch auf Details zu achten und zwischen den Zeilen zu lesen. Dann entdeckt man auch einige Botschaften, die nicht vordergründig benannt werden – letztlich auch durch starke Symbole.

FAZIT:

„Ich glaube, der Mensch ist im Kern gut. Man weiß genau, wann man die Grenze zum Bösen überschreitet, und es ist eine ständige Herausforderung im Leben, auf der richtigen Seite dieser Grenze zu bleiben.“

– Tribute von Panem X von Suzanne Collins, S. 575 –

Wie man unschwer erkennen kann, hat mich dieses Buch wider Erwarten begeistert. Ich war sehr skeptisch, ob mich eine Vorgeschichte überzeugen könnte. Zu oft schon sind andere vormals gescheitert. Es war allerdings erstaunlich wunderbar, in die Welt von Panem zurückzukehren. Nicht nur Snow wird aus einer anderen Perspektive gezeigt, sondern auch die politische und gesellschaftliche Situation Panems und des Kapitols. Der Anspruch, zu verstehen, wie Snow so werden konnte, wie er am Ende war, wurde für mich in vollem Maße erfüllt. Das Buch war spannend, tiefgründig und vermittelt zwischen den Zeilen, wie eine Ideologie, Ehrgeiz und Egoismus zusammenspielen können, um Persönlichkeiten zu zerstören. Dabei ist es erstaunlich feinsinnig, anspruchsvoll und realistisch, weil der Leser irgendwann nicht mehr sicher ist, ob Snow wirklich der Held in dieser Geschichte ist. 

Dieses Schmuckstück vermag es, für sich allein zu stehen und trotz alledem eine Geschichte in Panem-Manier zu erzählen. Spannend, tiefgründig und komplex – so ein gutes und niveauvolles Prequel habe ich selten gelesen. Jetzt schon ein Jahreshighlight für mich!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten (Band 3)“ von Neal Shusterman

Meine lieben Leser,

lange haben wir gewartet und endlich war er da – der Moment, als der finale Band der Scythe-Trilogie auf den Markt kam. Zugegeben, es hat etwas gedauert, bis ich dieses Buch beenden konnte, aber meine Rezension möchte ich euch jetzt natürlich nicht vorenthalten.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
  • Autor: Neal Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 604 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie, Utopie, Sci-Fi, Fantasy, Abenteuerfiktion

Inhalt:

„Menschen sind Gefäße (…) Sie nehmen das auf, was in sie hineingeschüttet wird.“

– Jeri in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 425 –

Wie habe ich diesen dritten und finalen Band der Scythe-Reihe herbeigesehnt! Ich war wirklich Feuer und Flamme, da mich die beiden vorhergehenden Teile so begeistern konnten. Zu meiner hellen Freude gewann ich den letzten Band bei einem Gewinnspiel anderer Blogger und bekam ihn sogar schon vor dem offiziellen Erscheinungsdatum zugesendet. Ich war wirklich glücklich. Umso enttäuschter war ich, dass ich mich mit dem „Vermächtnis der Ältesten“ so schwergetan habe. Ich kam irgendwie einfach nicht rein in die Story. Nach dem tragischen Ende des zweiten Bandes, war ich in hoffnungsvoller Erwartung, dass die Geschichte wieder bei Citra und Rowan anknüpft, was sie aber leider nicht tat. Erstmal bekommen wir ganz typisch für Shusterman andere Personen und Schauplätze unter die Nase gehalten. Ich war dermaßen hibbelig, dass ich sehr froh war, als man nun doch mehr über Citras und Rowans Schicksal erfuhr.

„Ideale verblassten, Tugenden trübten sich, und selbst der Königsweg hatte schlecht beleuchtete Nebenstraßen.“

– „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 505 –

Generell ist die erste Hälfte des Buches aber recht schleppend für mich gewesen. Ich bin einfach nicht richtig warm geworden damit. Das, was der Perspektivwechsel in den anderen Bänden so groß machte, nahm der ersten Hälfte des Finales irgendwie die Substanz. Ich würde gern anders urteilen, aber was das angeht, war der dritte Band der bisher schwächste der ganzen Scythe-Reihe. Es fehlte die Spannung, die Gefühle und das besondere Etwas.
Jedoch schafft es Shusterman, ab der zweiten Hälfte zu gewohntem Esprit zurückzufinden. Ab da ist es wieder rundum gelungen, der Perspektivwechsel greift wieder mit der Story ineinander und fesselt den Leser an das Buch. Diese bessere Hälfte des Werks mündet in einem Finale, welches spannend, aber auch kurzweilig ist. Ein Ende, für das sich das Durchhalten lohnt, was allerdings auch gern noch etwas mehr Tiefe und Details haben könnte.
Alles in allem ein guter Abschluss für diese grandiose Reihe, auch, wenn er am Anfang schwächelte.

Schreibstil:

“ (…) Sein eigenes Ende zu fürchten ist Teil des Lebens. So weiß ich, dass wir tatsächlich wahrhaft lebendig sind.“

– Thunderhead in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, S. 485 –

Ganz klar, die Scythe-Reihe lebt von den Perspektivwechseln. Leider hat Shusterman sich meiner Meinung nach in der ersten Hälfte des Buchs in eben diesem Erzählstil verloren. Mir lag der Fokus im Großteil des Buchs leider zu viel auf den Nebenfiguren und viel zu wenig auf den beiden Protagonisten. Dadurch geriet die Bindung und Spannung zum Buch in den Hintergrund.

Shusterman findet in der zweiten Hälfte zu seiner gewohnten Qualität zurück – fast als hätte vorher ein anderer Mensch geschrieben. Schlagartig ist man wieder gefangen in seinen prägnanten und fast schon trockenen Schilderungen, die zwischen den Zeilen so viel Gefühl vermitteln und mit feinem Gespür die gesellschaftlichen Missstände anprangern. Wäre er im gesamten Finale auf diesem Niveau gewesen, wäre diese Reihe perfekt gewesen.

Fazit:

“ ‚Was ist los mit uns, dass wir uns dermaßen hochgesteckte Ziele suchen und dann das Fundament in Stücke reißen? Warum müssen wir immer das Streben nach unseren eigenen Träumen sabotieren?‘
‚Weil wir fehlerhafte Wesen sind (…) Wie sollten wir in eine perfekte Welt passen?‘ „

– Faraday & Munira in „Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten“ von Neal Shusterman, Seite 571 –

Meine hohen Erwartungen nach den grandiosen Vorgängern wurden leider nicht komplett erfüllt. Shusterman konnte nicht durchgängig sein hohes Niveau halten und hat mich mit der ersten Hälfte des Buchs schon fast ein wenig gelangweilt. Ich war wirklich enttäuscht von diesem Finale, bis ich über den Berg war (😉 Scythe-Insider-Witz, haha.) und die zweite Hälfte des Buchs umso mehr genießen konnte.
Für den Abschluss auf den letzten Seiten hat sich das Durchhalten und Warten gelohnt. Mit etwas mehr Substanz am Anfang hätte mir der finale Band allerdings besser gefallen. Ab der zweiten Hälfte jedoch gewohnt grandios.
Deswegen trotz Mankos eine Leseempfehlung, denn wer diese Reihe nicht beendet, ist selbst Schuld!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Dry“ von Neal Shusterman

Meine lieben Leser,

spätestens nach „Scythe“ war ich ein absoluter Fan von Neal Shusterman. Sein Schreibstil hat mich direkt angesprochen. Da war für mich klar, dass ich auch „Dry“ unbedingt lesen muss. 🙂
Die folgende Rezension enthält zwar ein paar Spoiler, allerdings habe ich mir Details und das Ende gespart, damit ihr es trotzdem noch lesen könnt. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dry – Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
  • Autor: Neal Shusterman / Jarrod Shusterman
  • Anzahl der Seiten: 437 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Thriller, Jugendbuch, Suspense, Dystopie

INHALT:

Zu Beginn lernen wir die Familie von Protagonistin Alyssa kennen, die sich ziemlich bald der Tatsache gegenüber sieht, dass kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt. Die Medien berichten über einen sogenannten Tap-Out, dem Zusammenbruch der Wasserversorgung.
Ebenfalls am Anfang lernen wir Alyssas Nachbarn Kelton und dessen Familie kennen, deren Hobby die Vorbereitung auf einen eventuellen Weltuntergang ist. Von der Nachbarschaft in der Vorstadtidylle verschrien, kommt ihnen ihre Vorbereitung während des Tap-Outs dann zugute.
Alyssas Familie versucht, Wasser aufzutreiben, doch die Regale der Supermärkte sind leer und die Menschen werden nicht nur panischer, sondern auch rücksichtloser. Jeder ist sich mit einem Mal selbst der nächste.
Als in den Medien die Neuigkeit verbreitet wird, dass am Meer Entsalzungsanlagen errichtet werden, reisen Alyssas Eltern dorthin, um aufbereitetes Wasser zu besorgen. Als sie nicht zurückkehren, machen sich Alyssa, ihr Bruder Garrett und Kelton zusammen auf die Suche nach ihnen. Beim Erreichen des Strandes jedoch bietet sich den Helden der Geschichte ein Bild des Grauens. Langsam verstehen sie, dass dieser Tap-Out das schlimmste in den Menschen zutage fördert.
Während ihrer Suche treffen sie auf Jaqui, eine kleine Rebellin, die schon vor dem Tap-Out auf der Straße lebte. Zusammen wollen sie bei Keltons Familie Zuflucht suchen, doch die Nachbarschaft fühlt sich von deren Haus leider sehr angezogen und so eskaliert die Situation nicht nur blutig, sondern für alle beginnt ein harter Kampf ums Überleben.
Die kleine Gruppe aus Jugendlichen bricht auf, um den Fluchtbunker von Keltons Familie zu finden. Auf dem Weg dorthin treffen sie auf Henry, ein Sohn reicher Eltern, der sich an dem Leid seiner Nachbarschaft bereicherte.
Zwischendurch keimt Hoffnung auf, doch der Weg zum Fluchtbunker wird länger sein, als die Protagonisten es zunächst vermuteten.
Zum Ende wird der Kampf ums Überleben immer deutlicher und rückt immer mehr in den Fokus. Immer wieder ist ein kleiner Hoffnungsschimmer zu sehen, der sich wieder zerstreut.
Ob die Fünf endlich Wasser finden und den Tap-Out überleben, lasse ich euch aber lieber selbst lesen. Nur so viel – ich musste die letzten 200 Seiten in einem Rutsch lesen, weil mich die Geschichte nicht mehr losgelassen hat.

SCHREIBSTIL:

Wie nicht anders von Shusterman erwartet, hat er mich mit seinem Schreibstil wieder voll mitgenommen. Zugegeben, am Anfang musste ich ein wenig reinkommen, aber spätestens nach dem ersten Viertel des Buches, hat mich die Spannung nicht mehr losgelassen. Der Schreibstil ist zwar nüchtern und vermittelt eine düstere, leere Stimmung – aber das passt zu dem Apokalypsen-Szenario.
Wir bekommen die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Alyssa, Garrett, Jaqui, Kelton und Henry erzählt. Zwischen der Hauptstory fließen immer kleine Einblicke in völlig außenstehende Personen ein – Nachrichtensprecher, Wasserflugzeugpiloten oder eine verzweifelte Frau, die auf einem Parkplatz wartet. Diese ganzen unterschiedlichen Blickwinkel fassen sich zu einem großen Gesamtbild der furchtbaren Situation des Tap-Outs zusammen.
Ein kleines Manko ist, dass die Perspektiven der Charaktere sich im Stil kaum unterscheiden. Deswegen war mir ziemlich lange nicht so richtig klar, wie jung Alyssas Bruder eigentlich ist.
Alles in allem kommt die machtlose Stimmung in einer apokalyptischen Situation hier voll zur Geltung. Einige Wendungen habe ich so nicht erwartet und es hat mich schon wirklich gefrustet, dass jeder Hoffnungsschimmer sich sofort wieder zerstreute. Ich dachte oft beim Lesen: „Wie bitte? Das kann er doch nicht so schreiben? Es muss doch alles gut werden!“

FAZIT:

Was will man mehr als Spannung, ein wichtiges gesellschaftliches, politisches Thema und ein durchdachtes Weltuntergangsszenario? Mich konnte die Geschichte wirklich fesseln, die Charaktere waren alle authentisch gezeichnet und ich konnte bei allen von ihnen mitfiebern, ob sie es nun schaffen oder nicht. Die bedrohliche Atmosphäre und die Abgründe sowie Chancen der Menschheit hat Shusterman super umgesetzt.
Ein Buch, welches den Wert unserer Ressource Wasser betont und in einem erschreckend realistischen Setting thematisiert. Schlimm ist es, dass diese Situation so unwahrscheinlich gar nicht ist und sich viel näher anfühlt, als es gut wäre. 
Für mich eine super Lektüre, die ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Unbedingt lesen!

BEWERTUNG:❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI