Rezension – „Star Wars: Dawn of the Jedi III – Machtkrieg“ von John Ostrander & Jan Duursema

Meine lieben Leser,

und da hab ich auf einmal den letzten Band zuende gelesen. Offensichtlich hat mich das Star-Wars-Comic-Fieber ereilt. 😀 Ich musste nun einfach direkt wissen, wie es mit dieser Geschichte „Dawn of the Jedi“ weitergeht und habe mir den finalen Band geschnappt. Wie er mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Star Wars – Dawn of the Jedi: Machtkrieg
  • Autor/in: John Ostrander / Jan Duursena
  • Übersetzer/in: Michael Nogla
  • Anzahl der Seiten: 121 Seiten
  • Verlag: Panini Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Oktober 2014)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den dritten und letzten Band – evtl. Spoiler zum den vorherigen Bänden vorhanden! ***

Im dritten und letzten Band der „Dawn of the Jedi“-Reihe müssen sich die Je’daii nun dem Angriff der Rakata stellen, den Daegen Lok schon vor langer Zeit in seiner Vision sah. Nach und nach wird aber klar, dass es auf beiden Seiten Verräter gibt und so wird die Schlacht auch zu einem Kräftemesse im Verborgenen.
Außerdem betritt der Leser den sagenumwobenen Spalt auf Tython, aus dem noch nie ein Je’daii zurückkam, ohne dem Wahnsinn zu verfallen. Was wird dort wohl zu finden sein? Da möchte ich gar nicht spoilern, ein Hinweis darauf findet sich aber im chronologisch ersten Roman. 😉
Leider kam mir das Ende dann doch etwas abrupt vor, aber dafür konnte der dritte Teil durch seine Handlung, die Charakterentwicklung und erneut durch die Zeichnungen begeistern. Und sogar ein bisschen Romantik wurde eingebaut, was in Star Wars ja nun nicht unbedingt Standard ist.
Es blieb für mich bis zum Ende spannend, ob die Je’daii oder die Rakata die Schlacht für sich entscheiden, denn beides war denkbar. Wie es ausgegangen ist und was aus Xesh, den Je’daii-Gesellen und Daegen Lok wurde, dürft ihr gern selbst herausfinden.

SCHREIBSTIL:

Auch der letzte Band konnte ähnlich wie der zweite begeistern, indem er sehr viel mehr Tiefe zeigte als der Auftakt. Die Dialoge waren zum Glück größtenteils gelungen und es wurden wieder viele Hintergrundinfos geliefert, die für Star-Wars-Fans interessant sind. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass sich manchmal ein paar Tippfehler eingeschlichen hatten und ich frage mich, ob bei der Übersetzung, wirklich alles richtig ist. Die Je’daii und auch Daegen Lok und Xesh nennen sich „Bruder“ oder „kleiner/großer Bruder“, was ich irgendwie sehr merkwürdig fand.

FAZIT:

Auch wenn das Ende abrupt war und für mich einige Fragen offen geblieben sind, konnte das Finale mich abholen. Eventuell bin ich jetzt im totalen Star-Wars-Rausch. Es sei mir gegönnt, denn ich habe noch einige Jahre mit diesem Leseprojekt zu tun, vor allem, wenn ich mich jetzt auch noch in die Comics verliebe. 

Ein würdiges Finale mit Action, einer Mini-Prise Romantik und wirklich starken Zeichnungen. Konnte mich abholen, obwohl das Ende recht abrupt kam und Fragen offen blieben. Hat mich begeistern können.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♡♡
Zeichnungen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Star Wars: Dawn of the Jedi I – Machtsturm“ von John Ostrander & Jan Duursema

Meine lieben Leser,

wie ihr ja mitbekommen habt, habe ich mir seit letztem Jahr das Ziel gesetzt, alle Star-Wars-Romane zu lesen. Alleine das wird ein richtig langes Mehrjahresprojekt. Jetzt habe ich die chronologisch ersten Comics gelesen und bin total angefixt. So richtig weiß ich da glaub nicht, worauf ich mich eingelassen habe, denn das sind mindestens genau so viele wie die Romane. 😀 Ihr dürfte mich also offiziell als komplett irre abstempeln. Wie mir der erste Comic gefallen hat, lest ihr im Folgenden:

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Star Wars – Dawn of the Jedi: Machtsturm
  • Autor/in: John Ostrander / Jan Duursena
  • Übersetzer/in: Michael Nagula
  • Anzahl der Seiten: 143 Seiten
  • Verlag: Panini Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Februar 2013)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

Die Handlung spielt seeehr lange vor den sehr bekannten Filmen, zu einer Zeit, als es nur den Vorgänger des Jedi-Ordens gibt und auch Laserschwerter noch nicht existieren. Lediglich ein sehr mächtiges Volk namens Rakata führt sogenannte Machtschwerter (die Vorgänger der Laserschwerter) und macht sich viele Welten Untertan. Mit Gewalt unterjochen sie viele Planeten und deren Einwohner. Machtsensitive Bürger werden als sogenannte Machthunde versklavt, Personen ohne Zugang zur Macht landen auf den Speisetellern der Rakata.
Wir lernen in diesem Zusammenhang den Machthund Xesh kennen, der für seinen Herren einen Planeten ausfindig machen soll, der in besonderem Maße von der Macht durchdrungen ist.
Dieser Planet ist Tython, auf dem die sogenannten Je’daii wohnen und ausgebildet werden. Hier lernen wir unterschiedlichste Charaktere kennen. Unter anderem wird uns ein Dreiergespann an Je’daii-Gesellen vorgestellt – Tasha Ryo – eine Twi’lek, die eine Seherin ist, Sek’nos Rath – ein reinblütiger Sith und ein Macho vor dem Herrn sowie Shae Koda, die zur menschliche Waisin wurde, als ihre Eltern im Tyrannenkrieg fielen.
Als der Machthund Xesh auf Tython eintrifft, entfesselt er einen gefährlichen Machtsturm, den die drei Gesellen aufhalten wollen. Ob sie das schaffen und welche Hintergrundinfos der Comic über das Star-Wars-Universum liefert, dürft ihr dann aber selbst entdecken.

SCHREIBSTIL:

Natürlich kann ein 143 Seiten starker Comic nicht die Tiefe eines 500-Seiten-Romans erreichen. Ein bisschen mehr Dichte hätte ich mir dennoch gewünscht. Vieles blieb oberflächlich, die Handlung eher steif, die Charaktere blass. Lediglich der „Bösewicht“ war da etwas interessanter. Die Dialoge waren leider auch sehr platt, das können auch Comics besser. So richtig interessant wurde es erst am Ende und dann war der erste Band schon vorbei. Ich beendete die dreiteilige Serie trotzdem, aber ich hätte mir mehr erwartet, wo doch das Printexemplar nicht mehr unter 119 Euro zu haben ist.
Der Planet Tython kam ja bereits im ersten Roman vor und es hat mich sehr gefreut, da einiges wiederzuerkennen. 🙂

FAZIT:

Leider war der Auftakt eher schwach. Die Zeichnungen waren grandios, aber die Story sehr undurchsichtig, die Dialoge sehr schwach und im Allgemeinen war es für mich nicht wirklich spannend genug. Das Ende lässt auf einen besseren Nachfolger hoffen.

Schwacher Auftakt mit zu wenigen guten Dialogen. Zwar sind die Zeichnungen grandios, diese trösten aber nicht über die fehlende Tiefe hinweg. Das Ende lässt trotzdem auf die Folgebände hoffen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Zeichnungen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 3,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Iron Flowers – Die Kriegerinnen“ von Tracy Banghart

Meine lieben Leser,

nachdem ich im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos den ersten Teil der Dilogie „Iron Flowers“ las, beschloss ich nun, den zweiten Teil endlich auch zu lesen. Wie mir der Nachfolger und gleichzeitig das Finale gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Iron Flowers – Die Kriegerinnen
  • Autor/in: Tracy Banghart
  • Übersetzer/in: Anna Julia Strüh
  • Anzahl der Seiten: 400 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Januar 2019)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten und letzten Band – evtl. Spoiler zum vorherigen Band vorhanden! ***

Nach den Geschehnissen des ersten Bandes befindet sich Serina weiterhin auf der Gefängnisinsel. Der erste Band endete damit, dass Nomi nach den Ereignissen am Hof auf eben diese Insel gebracht wird. Mit ihr an Bord des Schiffes sind der lebensgefährlich verletzte Malachi und eine weitere Grace.
Während Nomi versucht, Malachi am Leben zu erhalten und einen Ausweg aus der Situation zu finden, hat Serina mit den anderen Gefangenen eine Rebellion angezettelt und sie schmieden einen Plan, wie sie die Insel unter ihre Kontrolle bringen.
Schließlich treffen die Schwestern auf der Insel wieder aufeinander, was im Leser eine tiefgehende Freude auslöst. Diese währt jedoch nicht lang, denn die Schwestern verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, um ihr Land und die Bevölkerung sowie die Gefangenen der Insel zu befreien. So trennen sich die Wege erneut und während Serina die Frauen der Insel in ein anderes Land bringen will, versuchen Nomi und Malachi die Unterstützung eines Regiments zu erlangen, um seinen Bruder vom Thron zu stürzen.
Warum die Schwestern unter anderen Umständen als geplant wieder zusammenfinden, ob sie es schaffen den falschen Thronfolger zu stürzen und mehr Rechte für die Frauen des Landes zu erkämpfen, das dürft ihr aber gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war schon wie im ersten Band sehr klar, ohne Schnörkel und las sich schnell weg. Allerdings konnte mich der zweite Band auch sehr viel weniger fesseln. Manchmal fühlte ich mich sogar etwas gelangweilt. Die Entscheidungen der Charaktere waren mir dieses Mal zu klischeehaft, es fehlte mir an überraschenden Wendungen wie im ersten Teil. Spannung war zwar gegeben, aber nicht in dem Maße, wie ich es erhofft hatte.
Eines der größten Mankos war für mich, dass die Frauen sich ihre Rechte sehr brutal – also mit viel Gewalt – erkämpfen und danach keine Reflektion oder Auseinandersetzung damit erfolgte. Ich hätte mir da irgendwie einen moralischeren Umgang mit der Situation gewünscht, beispielsweise, dass sie ihre Ziele erreichen, aber für immer mit ihren schrecklichen Taten zurechtkommen müssen. Ich fand die Darstellung der Gewalt im zweiten Band sehr glorifiziert und heroisch, was ich so nicht als gut bewerten kann.

FAZIT:

Der zweite Teil war deutlich schwächer als der erste Band und ich war wirklich etwas enttäuscht, dass das Potential nicht ausgeschöpft wurde. Die Geschichte hätte doch einen deutlich reiferen Umgang mit dem Thema Frauenrechte und Gleichberechtigung hergegeben. Schade, dass die Umsetzung dann so lieblos und wenig moralisch erfolgte. Die Charaktere waren wirklich super und das Buch konnte unterhalten, abschließend fehlte mir allerdings noch etwas Tiefe.

Ein schwächerer Band als der Auftakt und deshalb ein etwas enttäuschendes Finale. Zu wenig überraschen, zwar spannend aber an einigen Stellen zu wenig reflektiert. Schade. Ein unterhaltsames Buch, was sein Potential leider nicht nutzen konnte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♥♡♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Roboterland – Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden“ von Jenny Kleeman

Meine lieben Leser,

es ist unglaublich, wie schnell sich unsere Welt in den letzten Jahren entwickelt hat – vor allem die Technik. Mich fasziniert das, allerdings bin ich auch der Meinung, dass nicht alle Entwicklungen nur positiv sind. Als „Roboterland – Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden“ von Jenny Kleeman meinen Weg kreuzte, war klar, dass ich es unbedingt lesen muss. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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Danke, an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Roboterland – Wie wir morgen lieben, leben, essen und und sterben werden
  • Autor/in: Jenny Kleeman
  • Übersetzer/in: Petra Pyka
  • Anzahl der Seiten: 412 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Mai 2021)
  • Genre: Sachbuch, Reportage

INHALT:

„Wir können entscheiden, ob wir uns mit den Unzulänglichkeiten unserer Existenz abfinden oder weiter versuchen, sie durch Technik auszumerzen.“

– „Roboterland – Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden“ von Jenny Kleeman, S. 402 –

Der Titel verrät schon, dass dieses Buch sich um das Lieben, Leben, Esse und Sterben unserer Zukunft dreht. Ich hatte zuerst die Erwartung, dass das Buch sich sehr allgemein als Überblick mit der Zukunft und den Erfindungen beschäftigt, die uns vielleicht erwarten könnten. Tatsächlich fokussiert sich die Autorin jedoch auf vier spezielle Erfindungen: Intelligente Sexpuppen, Kulturfleisch, Baby-Beutel und Maschinen für den selbstbestimmten Tod.
Diesen Erfindungen wird je ein ganzer Abschnitt mit mehreren Kapiteln gewidmet. Zu Anfang wird meist der Status Quo erläutert und auf bisherige Erfindungen, Studien und die Rahmendaten eingegangen. Danach folgen mehrere Kapitel zu besagter Erfindung in Form von verschiedenen Interviews. Es werden nicht nur die Erfinder interviewt, sondern auch Nutzer, Kritiker und Unterstützer sowie Wissenschaftler. Am Ende jedes Kapitels kann sich der Leser also aufgrund der Bandbreite an Informationen und Meinungen selbst ein Bild machen und entscheiden, wo er sich einordnet. Außerdem folgt am Ende jedes Abschnitts ein kleiner Ausblick in die Zukunft, falls diese Erfindungen tatsächlich auf den Markt kommen sollten.
Die Themen sind kontrovers, meistens nicht klar zu umreißen, da viele Punkte Einfluss nehmen. Dennoch schafft es die Autorin, alles auf den Punkt zu bringen, sodass der Leser nie die Orientierung verliert.

SCHREIBSTIL:

Am Anfang, gerade im Kapitel über die Sexpuppen, die eine Persönlichkeit bekommen sollen, war mir die Autorin erstmal nicht so sympathisch. Viel zu oft stellte sie sehr kritische Fragen und kam mir zu engstirnig vor. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht wirklich sachlich an das Thema herangeht und somit auch die Meinung leicht zu beeinflussender Leser mehr oder minder in eine vorgegebene Richtung treibt. Ich wünschte mir zu diesem Zeitpunkt einen neutraleren Standpunkt der Journalistin, um mir selbst ein adäquates Bild machen zu können.
Das besserte sich massiv mit Fortschreiten des Buchs. Praktisch von Kapitel zu Kapitel und mit jedem Abschnitt wurden die Darstellungen professioneller und angemessener. Natürlich sind kritisches Hinterfragen und eine umfassende Beleuchtung in Journalismus und gerade bei Sachbüchern erwünscht, jedoch ist es auch wichtig, dass diese zum Nachdenken anregen und der Leser nicht einfach nur eine vorgefertigte Meinung übernimmt. Ich bin froh, dass die Autorin hier nochmal einen Wandel im Schreibstil hatte.
Das Buch ist ansonsten natürlich sehr fachlich, allerdings auch sehr spannend und einprägsam, teilweise erschreckend. Die Fülle der Informationen war sehr dicht und so konnte ich es nicht am Stück lesen, musste einige Stellen immer wieder mal setzen und nachhallen lassen. Doch genau das ist ein Merkmal für ein gutes Sachbuch, wie ich finde.

FAZIT:

„Des einen Dystopie ist des anderen glänzende Zukunft.“

– „Roboterland – Wie wir morgen lieben, leben, essen und sterben werden“ von Jenny Kleeman, S. 402 –

Das Buch hat mich fasziniert, erschreckt, teilweise geekelt und nachhaltig zum Nachdenken gebracht. Genau so wünsche ich mir ein Sachbuch. Nichtsdestotrotz war es eine recht schwere Lektüre, weil die Informationsfülle ihre Zeit brauchte. Oftmals entsteht bei den genannten Themen eine Diskrepanz zwischen Innovation und Ethik. Jeder muss hier für sich selbst definieren, wie viel Menschlichkeit er aufgeben möchte, um das Leben zu vereinfachen. Wie die Autorin mehrmals betont, wird der Wandel kaum aufzuhalten sein – jedoch sollten wir uns bewusst sein, dass unsere Art und Weise, wie wir die Erfindungen nutzen, dazu beitragen wird, ob sie uns zum Guten oder Schlechten gereichen.

Ein Buch, welches die technische Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten thematisiert und vier ausgewählte Erfindungen vorstellt. Dadurch werden vier kontroverse Themenkomplexe in den Mittelpunkt gestellt und diskutiert, wobei der Leser am Ende selbst entscheidet, wie er dazu steht. Beeindruckend, erschreckend, futuristisch – ein wichtiges Werk, das nachhaltig zum Nachdenken anregt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♥
Unterhaltung: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♥♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück, noch einen wunderbaren Buddyread mit der lieben Gabriela von Buchperlenblog zu erleben. Das Buch „Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ hatte uns beide aufgrund des Klappentextes sehr interessiert und wir waren beide gespannt, ob uns das Buch begeistern könnte. Wir waren aus einem besonderen Grund skeptisch, denn wir beide mögen nur selten Bücher im typisch japanischen Stil. Das vorliegende Buch thematisiert zwar Japan, wurde aber von einer Autorin aus Finnland geschrieben, weswegen wir hofften, dass der besagte Stil uns nicht ereilen würde. Wie mir das Buch nun gefallen hat, lest ihr wie immer im Folgenden.

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Danke, an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Dinge, die das Herz höher schlagen lassen
  • Autor/in: Mia Kankimäki
  • Übersetzer/in: Stefan Moster
  • Anzahl der Seiten: 526 Seiten
  • Verlag: btb Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (13. April 2021)
  • Genre: Biografischer Roman

INHALT:

Der Leser lernt am Anfang Mia Kankimäki, also die Autorin kennen und befindet sich zunächst in deren Heimat Finnland wieder. Sie berichtet von ihrer Leidenschaft für die Gedichte der japanischen Hofdame Sei Shōnagon, die im 10. Jahrhundert im fernen Japan lebte. Doch nicht nur ihre geschaffene Literatur, sondern auch deren Leben und Persönlichkeit faszinieren die Autorin und sie beginnt, über Sei zu recherchieren – ja noch viel mehr, denn sie gibt ihren Job auf, um ein Jahr in diese Recherchen zu stecken und selbst nach Japan zu reisen.
Sei ist immer dabei und begleitet die Autorin fast schon als imaginäre Freundin, als Seelenverwandte – und manchmal wirkt die Autorin geradezu besessen von dieser verkannten Dichterin, der viel zu häufig negative Attribute zugeschrieben werden.
Mia Kankimäki reist also nach Kyoto, um dort auf den Spuren Shōnagons zu wandeln. Das stellt sich vor Ort dann aber doch als nicht so leicht heraus, da kaum Daten über die Dichterin vorhanden sind.
Ob und welche Informationen die Autorin über Sei findet, was sie auf ihrer Reise durch Japan erlebt, wer sie auf ihrem Weg begleitet und welchen Problemen sie sich gegenüber sieht, das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Autorin schreibt amüsant, immer öfter auch ironisch und sehr anschaulich. Der Schreibstil konnte mich ab der ersten Seite gefangen nehmen und übte einen ungeheuren Sog auf mich aus, sodass ich es nicht erwarten konnte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen und Mia auf ihrer Suche nach Sei zu begleiten.
Was für mich ganz besonders zum Tragen kam, war das Talent der Autorin, die historischen Fakten um Sei Shōnagon so zu verpacken, dass ich die Informationen förmlich aufgesaugt habe wie ein Schwamm. Ich lechzte nach jedem kleinen Hinweis und bin immer noch begeistert, wie lebendig die Autorin die Heian-Zeit, deren Eigenarten, Sitten und Charaktere darstellte. Sei wurde über die Seiten hinweg auch für mich fast zu einer Freundin und ich vermisste sie schmerzlich, wenn sie sich eine Weile nicht zu Wort meldete. Das komplette historische Wissen ist amüsant und lebensnah aufbereitet. So hätte ich mir Geschichtsunterricht gewünscht. Denn vor dem Buch hatte ich von Sei und ihrem Kopfkissenbuch sowie der Heian-Zeit keinen Schimmer. Und trotzdem schaffte die Autorin es, dass ich genau so wissbegierig wie sie selbst auf ihre Recherchen schaute.
Das Buch ist im Stil eines Tagebuchs geschrieben. Zu Beginn jedes Kapitels wird der Ort und die Jahreszeit bzw. der Monat genannt, als Rahmeninformationen für die Erlebnisse der Autorin. Ergänzt werden die Kapitel durch immer wiederkehrende Einschübe von Seis Gedichten, Listen oder Tagebucheinträgen.

FAZIT:

Das Buch begeistert durch den tagebuchartigen Stil, die passenden Auszüge aus Sei Shōnagons Kopfkissenbuch und die amüsante Aufbereitung der historischen Fakten (ein bisschen erinnerte es uns an den typischen Bridget-Jones-Humor). Bei den Beschreibungen der Erlebnisse in Japan fand ich mich selbst oft wieder zurückversetzt in meine eigene Japanreise vor einigen Jahren. Die Autorin besuchte tatsächlich viele Orte, an denen ich ebenfalls war und kommentierte auch einiges an japanischen Eigenheiten, über die ich schmunzeln musste.
Auch wenn das Buch im letzten Viertel ein bisschen an Leichtigkeit verliert und dadurch auch an Tempo sowie Sog einbüßt, kann es sich gegen Ende wieder fangen und die tolle Wirkung vom Anfang entfalten.

Eine Geschichte um zwei Freundinnen – Seelenschwestern, getrennt durch die Jahrtausende der Geschichte. Die pure Dosis Japan, amüsante Aufbereitung historischer Fakten, ein Seelenstreichler und herzerwärmend. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Historische Informationen: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo

Meine lieben Leser,

als hätte ich mit dem Frühjahrsputz-Bingo nicht schon genug zu tun … da mogelte sich dieses Büchlein noch mit rein. Als ich die Inhaltsangabe las, war ich sofort Feuer und Flamme. Wie es mir nun gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Wald der verlorenen Schatten
  • Autor/in: Danbi Eo
  • Übersetzer/in: Hyuk-Sook Kim / Manfred Selzer
  • Anzahl der Seiten: 248 Seiten
  • Verlag: Golkonda Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (26. Februar 2021)
  • Genre: Fantasy, asiatische Literatur

INHALT:

Hyoju erwartet nicht mehr viel vom Leben, als sie ihren Freund und ihren Job verliert. Ganz unerwartet erreicht sie ein Brief, dass sie die Haupttrauerne auf der Beerdigung ihrer Großmutter wäre. Diese Großmutter kannte Hyoju jedoch nie.
Sie fährt in das Heimatdorf ihrer Oma und wird direkt vor dem angrenzenden Wald gewarnt, in dem Menschen einfach verschwinden sollen.
Sie betritt ihn trotzdem und verliert ihren Schatten, weshalb sie den Wald und das Haus ihrer Großmutter nicht mehr verlassen kann.
Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem Schatten und trifft nicht nur auf einen geheimnisvollen Mann im Wald, sondern auch viele andere mysteriöse Wesen, die ihr die Suche mehr oder weniger erleichtern.

SCHREIBSTIL:

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich hatte aufgrund des Settings und der asiatischen Autorin auf ein Ghibli-Film-Feeling gehofft. Die Bilder, die beim Lesen entstanden, waren auch sehr schön, aber leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Der Text umfasst nur fast 250 Seiten, aber zieht sich leider für mich sehr in die Länge, aufgrund der vielen Wiederholungen. Der Ausdruck in diesem Roman bietet leider wenig Abwechslung, da immer die gleichen Wörter oder Umschreibungen genutzt werden. Beispielsweise haben viele Dinge eine „alabasterne“ Farbe oder die Augenlider, Pupillen und die Iris zittern bei jeder Gelegenheit.
Auch die Dialoge zwischen den Personen sind wenig inhaltsreich und wiederholen oft immer die gleiche Aussage in verschiedenen Ausprägungen.
Für mich war das leider sehr künstlich in die Länge gezogen und schwerfällig.
Zudem war die Protagonistin mir bis zuletzt sehr unsympathisch, weil sie auch oft sehr unfreundlich war. Es gab einige wenige Charaktere, die mich begeistern konnten, ansonsten blieb auch der Rest recht farblos und ich hätte gern mehr über die Hintergründe erfahren. Für mich wurde sich zu sehr auf unwichtige oder alltägliche Details konzentriert, dafür aber nicht auf die Charaktere oder die Hintergrundinformationen.

FAZIT:

Für mich blieben leider zu viele Fragen offen, dazu kamen einige Logikfehler. Das Buch und ich haben leider nicht zusammengefunden.
Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es Lesern gefallen könnte, die dem typisch asiatischen Schreibstil alà Haruki Murakami etwas abgewinnen können.
Ein Buch mit einer guten Grundidee, für mich jedoch mit schwacher Umsetzung. Stetige Wiederholungen von Wörtern und Phrasen haben für mich den Ausdruck der Geschichte geschmälert. Logikfehler und offene Fragen ließen mich leider unzufrieden zurück. Für Fans asiatischer Literatur eventuell zugänglicher als für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasy: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Auf der richtigen Seite“ von William Sutcliffe

Meine lieben Leser,

es geht ruckzuck vorwärts mit dem Frühjahrsputz-Bingo! Das Buch „Auf der richtigen Seite“ von William Sutcliffe ist mir auf einem Schnäppchentisch als Mängelexemplar in die Hände gefallen. Mich hat das Cover irgendwie begeistert und der Klappentext hörte sich spannend an. Außerdem war es für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, weswegen ich mir dachte, dass es nicht so ein schlechtes Buch sein kann. Ob es mir letztendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Auf der richtigen Seite
  • Autor/in: William Sutcliffe
  • Übersetzer/in: Christiane Steen
  • Anzahl der Seiten: 346 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2014)
  • Genre: Jugendroman

INHALT:

Der Leser lernt einen 13-jährigen Jungen kennen, der später in der Handlung auch einen Namen erhält. Lange Zeit jedoch bleibt er namenslos. Zunächst beobachtet der Leser dessen Alltag in einer Stadt, die durch ihre immer gleichen Häuser und das gepflegte äußere eine scheinbare Idylle darstellt. Diese wird nur durch die sogenannte Mauer unterbrochen, hinter der angeblich Menschen leben, die ihm und allen anderen Bewohnern nach dem Leben trachten und Bomben einschmuggeln wollen.
Es gibt sogenannte Checkpoints, an denen man mit Erlaubnis auf die „andere Seite“ gelangen kann.
Als der Fußball des Jungen auf eine hoch eingemauerte Baustelle fliegt, klettert er über die Absperrung, um ihn zurück zu holen, obwohl er weiß, dass es ihm nicht erlaubt ist. Auf der Baustelle findet er ein zerstörtes Haus, welches zur Hälfte planiert ist und einen mysteriösen Tunnel. Als er sich entscheidet, diesen Tunnel zu erkunden und so auf der „anderen Seite“ herauskommt, sieht er sich auf einmal mit einer völlig neuen Realität konfrontiert, die alles infragestellt, was er bisher kannte. Nicht nur sein Weltbild gerät ins Wanken, sondern er begibt sich in große Gefahr, um zu helfen und setzt dabei alles aufs Spiel.
Es ist bezeichnend, dass der Protagonist gerade in dem Beginn dieser Schwierigkeiten einen Namen erhält.

SCHREIBSTIL:

Das Buch ist unheimlich emotionsstark und dicht geschrieben. Es passiert vielleicht nicht allzu viel in dem Buch, aber die Emotionen und Gedanken des Protagonisten zu jeder Situation werde sehr eingängig beschrieben. Dieser tiefgehende Schreibstil macht das Buch aus und zu etwas besonderem. Meiner Meinung nach war es völlig zurecht für den Preis nominiert.
Die Atmosphäre im Buch ist mysteriös, ja fast schon erdrückend, da der Leser kaum Informationen über die Welt bekommt, in der die Handlung stattfindet. Lediglich kleinere Fetzen werden dem Leser ab und zu hingeworfen, sodass sich ein diffuses Bild ergibt und erahnt werden kann, um welches Setting es sich handeln könnte. Schlussendlich wird in der Danksagung ein Bezug zu Israel und dessen Besatzungszonen genannt, sodass sich die Ahnungen bestätigt finden.
Die fehlenden Informationen zur Welt machen das Buch leider etwas unscharf und die offenen Fragen werden leider auch am Ende nicht beantwortet, was mich etwas enttäuschte. Auch fand ich das Ende sehr abrupt. In der Handlung wird sich für jegliche Emotionen und Ereignisse sehr viel Zeit genommen, während das Ende sehr schnell abgehandelt wird. Hier hätte ich mir mehr Raum für Erklärungen und Emotionen gewünscht.

FAZIT:

Das Buch behandelt eine große Themenvielfalt. Es werden unter anderem Kriegsgebiete und -zustände, Gewalt in Familien und auf der Straße, Patchworkfamilien, Tod, Krankheit, Armut, Erwachsenwerden, Toleranz und Diskriminierung angesprochen. All das wird verpackt in eine spannende Handlung um diesen 13-jährigen Jungen. Er wächst durch die Erlebnisse schnell von einem Kind zum reifen jungen Mann heran und tut das einzig Richtige: Er verhält sich moralisch korrekt und hört auf sein Herz. Er reißt die Mauer in seinem Verstand nieder, die ihn von der real besetzten Stadt trennt. Dieser Mut kostet ihn jedoch viel und der Leser stellt sich unweigerlich die Frage: War es das wert?
Ein starkes Jugendbuch, welches hart, aber ebenso berührend schildert, dass es nicht DIE richtige Seite gibt. Es steht ein für Menschlichkeit über Grenzen hinweg und zeigt, was einzelne Menschen bewegen können und bereit sind dafür zu opfern. Lediglich das Ende hat das Potenzial nicht ausgeschöpft. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Rahmen / Worldbuilding: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Geisterseher“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

dieses Buch liegt schon seit einigen Jahren auf meinem SuB. Im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos 2021 habe ich es nun endlich erlöst und damit nicht nur den SuB abgebaut, sondern auch ein weiteres Buch für mein Leseprojekt gesammelt, in dem ich mir das Ziel gesetzt habe, das Gesamtwerk von Kai Meyer zu lesen.
Wie mir dieser historische Roman von Kai Meyer gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Geisterseher – Ein unheimlicher Roman aus dem klassischen Weimar
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 362 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2017)
  • Genre: Historischer Roman, Historische Mystery

INHALT:

Dieses Buch von Kai Meyer entführt uns in das Weimar des frühen 19. Jahrhunderts.
Er schickt die Gebrüder Grimm auf eine undurchsichtige Reise. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm treffen dabei auf viele bekannte Persönlichkeiten dieser Zeit.
Die Geschichte beginnt und sie finden sich zu Gast beim großen Geheimrat Goethe wieder. In seinem Auftrag suchen sie den schwer erkrankten Schiller und dessen Frau auf. Sie liefern eine Medizin zu dem im Sterben liegenden Dichter. Gleichzeitig sollen sie sein letztes Manuskript abholen und anschließend Goethe übergeben.
Auf dem Rückweg werden sie jedoch von einer dunklen Gestalt überfallen, das Manuskript kommt abhanden und sie setzen nun alles daran, es wiederzufinden.

Aufgrund des Klappentextes könnte der Leser meinen, dass die Suche nach dem Manuskript zum zentralen Element wird, jedoch ist dem nicht im Geringsten so. Das Manuskript taucht bald wieder auf und mit ihm jede Menge Fragen und eine große Verschwörung darum. Auf einmal sehen sich die Gebrüder Grimm mit verschiedensten Parteien konfrontiert, die es auf das Manuskript abgesehen haben.
Goethe und die ägyptische Geheimloge kämpfen genau so um dessen Besitz wie eine mysteriöse Gräfin und die Nachfahrin der Gräfin Cosel.
Das Manuskript soll nach Warschau in Sicherheit gebracht werden, doch dort geht ein Mörder um, der nur „Der Sandmann“ genannt wird. Außerdem verliebt sich Wilhelm Hals über Kopf in eine Reisegefährtin die für Jacob hexerische Fähigkeiten besitzt.
Und auf einmal steht nicht nur das Manuskript im Fokus, sondern auch die Brüder – die sich immer mehr gegeneinander wenden.

SCHREIBSTIL:

Die Geschehnisse werden von Wilhelm Grimm selbst erzählt. Während dieser eher emotional getrieben und ungestüm ist, stellt sein Bruder Jacob die schiere Vernunft und das rationale Handeln dar. Klar, dass es zwischen diesen beiden Charakteren krachen muss. So werden immer wieder kleine Streitereien zwischen den Brüdern eingebaut, was ich teilweise anstrengend, aber auch authentisch fand.
Die vielen bekannten Persönlichkeiten, wie Goethe, Schiller oder auch E.T.A. Hoffmann wurden meiner Meinung nach etwas inflationär eingebaut. Da es sehr viele solcher Charaktere gab, fand ich es leider etwas unglaubhaft, dass die Gebrüder Grimm ihnen tatsächlich allen begegnet sein könnten – geschweige denn, dass diese Persönlichkeiten alle dermaßen in ein mysteriöses Komplott verstrickt sein könnten.
Der Sprachstil an sich hat mir sehr gut gefallen, da Wilhelm sich eines Ausdrucks bedient, der für die damalige Zeit typisch ist. Leider konnte das für mich nicht über die Schwächen der Handlung hinwegtrösten, denn so richtig gepackt hat mich das Buch leider bis zum Ende hin nicht.
Trotz allem fand ich den historischen Rahmen sehr interessant, denn der Leser lernt auch einiges über die Städte oder Umgebungen, in denen die Gebrüder unterwegs sind. Auch in der Danksagung ist erkenntlich, dass Kai Meyer sehr viel Recherche betrieben hat, um diesen Rahmen der Geschichte zu schaffen.

FAZIT:

Die Idee des Buches hat mich direkt zum Lesen animiert, da ich die Märchen der Gebrüder Grimm sammle und mich dafür interessiere. Aus ihrer Sicht ein Abenteuer zu erleben, klang zunächst nach einem spannenden Einfall. Leider ruckelte es für mich in der Umsetzung. Die Handlung war undurchsichtig und für lange Zeit war kein übergeordnetes Ziel erkennbar, sodass der Leser keine Ahnung erhält, wo die Geschichte hinführen soll. Die Aufgaben, die von den beiden Brüdern erledigt werden sollen, finden schnell ihre Lösung, sodass ich mich beim Lesen öfter fragte: „Und was soll jetzt noch kommen?“. Nicht unbedingt erleichtert wird dieser Umstand durch die vielen Charaktere, die mal mehr, mal weniger Bewandtnis haben und teilweise sehr blass bleiben. Es fehlte mir an Struktur, es wurden so viele Elemente gemischt, dass mich beim Lesen oft der Eindruck überkam, den Überblick und letzendlich den Überblick zu verlieren. Punktuell war die Handlung immer wieder mal spannend, danach aber auch immer wieder mal recht zäh. Die Atmosphäre war durch einige unheimliche Momente recht düster, aber nicht angsteinflößend. Am Ende spannt sich zwar ein kleiner Bogen, aber die Auflösung bleibt unspektakulär und lässt Fragen offen, weshalb ich doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Sprachlich wunderbar, aber zusammenhangslos und zerstückelt in der Handlung. Sehr viele, teils blasse Charaktere und zu viele gemixte Elemente wie bekannte Persönlichkeiten und Geheimlogen lassen schnell den Überblick verlieren. Das Potenzial wurde für mich nicht ausgenutzt. Eines der schwächeren Bücher von Kai Meyer für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Spannung / Gruselfaktor: ♥♥♥♡♡
Historischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Meine lieben Leser,

das dritte Buch im Frühjahrsputz-Bingo war „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens. Seit 2019 liegt dieses Buch auf meinem ungelesenen Stapel. Es wurde hochgelobt und deswegen wagte ich mich mal wieder aus meiner Fantasy-Komfortzone und entschied mich für diesen Roman. Ob er mich ebenso überzeugen konnte, wie alle anderen, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Gesang der Flusskrebse
  • Autor/in: Delia Owens
  • Übersetzer/in: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
  • Anzahl der Seiten: 462 Seiten
  • Verlag: Hanserblau Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Kriminalroman, Bildungsroman, Mystery

INHALT:

Das Buch handelt von Kya, einem kleinen Mädchen, welches im Laufe der Geschichte zur Frau erwächst. Sie lebt anfangs mit ihrer Familie, später auf sich allein gestellt in den sogenannten Marschlanden, einer speziellen Form des Umlandes, bestehend aus Sandbänken, Wiesen, Flussläufen und sumpfähnlichen Strukturen. Kya wächst isoliert auf und lernt im Gegensatz zu anderen Kindern, mit der Natur zu leben. Sie kennt jeden Stein, jeden Vogel und jedes Insekt und sammelt leidenschaftlich gern Federn, Muscheln und was die Natur noch zu geben hat. Dafür lebt sie zurückgezogen, eine Ausgestoßene, die von den Bewohnern des Nachbarortes misstrauisch beäugt wird.
Sie bleibt ungebildet, bis sich ein Junge dazu entschließt, ihr das Lesen beizubringen. So öffnet sich für Kya eine ganz andere Welt. Diese wird jedoch jäh erschüttert, als im nahegelegene Örtchen Barkley Cove ein Mordfall geschieht. Ein junger Mann wird tot aufgefunden und die Schuld sehen die Dorfbewohner in dem Marschmädchen – in Kya.

SCHREIBSTIL:

Dieses Buch ist so dicht und so atmosphärisch geschrieben, dass es mir schwer fällt, es in Worte zu fassen. Der Leser begleitet Kya nicht nur durch ihr gesamtes Leben, sondern auch durch den ungerechten Ablauf der Kriminalgeschichte. Selten habe ich so mit einem Charakter mitgefiebert, weil die Autorin sie so authentisch und doch außergewöhnlich gezeichnet hat.
Ganz besonders herausragend sind in diesem Debüt die Beschreibungen der Natur. Kyas Expertise der Marschlande geht nach und nach auch auf den Leser über, der in ihren Möwen nach kurzer Zeit ebenfalls gute Freunde entdeckt und die Faszination für die unterschiedlichsten Lebensformen teilt.
Auch die Beziehungsgeflechte zwischen Kya und ihrer Familie sowie zu den zwei Männern in ihrem Leben werden mit einer Tiefe erzählt, die mir oft eine Gänsehaut bereitete. Bereitwillig folgte ich Kya auf ihren Erkundungstouren und Versteckspielen in der Marsch, beim Einkaufen im Örtchen oder bei Jumpin, ihrem Vertrauten und Vaterersatz und ich erlebte so gern mit ihr die erste Liebe, die unzähligen ersten Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg durch das Erwachsenwerden gemacht hat.

FAZIT:

Für mich ist jetzt völlig klar, wo die Begeisterung vieler Leser für dieses Buch herrührt. Es ist nicht nur sprachlich wunderschön geschrieben, sondern sehr eingängig, tiefsinnig und feinfühlig. Es hat auf mich einen richtigen Sog ausgeübt. Es ist eine Hommage an die Natur, an das Erwachsenwerden und an die Toleranz, die in diesen Tagen oft fehlt. Es lädt zum Reflektieren ein, wenn es zwischen den Zeilen Vorurteile anprangert und überrascht mit einigen Verläufen der Handlung. Was das Buch besonders macht, sind nicht nur die vielen Details, sondern auch die unfassbare Authentizität, mit der sie erzählt werden.
Für mich ganz großes Kino. Starke Bilder, wunderschöne Naturbeschreibungen, tiefe Gefühle und Kritik zu immer noch aktuellen Themen. Ein Buch mit Sog-Charakter. Wer es noch nicht gelesen hat, sollte das nachholen. Für mich ein absolutes Highlight!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Kriminalfall: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ von Tracy Banghart

Meine lieben Leser,

das zweite Buch des Frühjahrsputz-Bingos ist nun also schon geschafft und ich möchte euch die Rezension dazu natürlich nicht vorenthalten. Die zwei Bände von „Iron Flowers“ haben den Weg vor einigen Jahren durch ein Gewinnspiel zu mir gefunden. Endlich konnte ich den ersten Band vom SuB befreien. Ob sich das gelohnt hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Iron Flowers – Die Rebellinnen
  • Autor/in: Tracy Banghart
  • Übersetzer/in: Anna Julia Strüh
  • Anzahl der Seiten: 380 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Das Buch „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ handelt von den beiden Schwestern Nomi und Serina. Serina wurde ihr Leben lang dazu ausgebildet, eine Grace des Regenten zu werden, während Nomi die Rolle ihrer Zofe einnehmen sollte. Jedes Mädchen im Land hat theoretisch die Chance, eine Grace zu werden. Wichtig sind gefälliges Aussehen und bestimmte Begabungen wie Harfe spielen oder die Unterhaltung von hochrangigen Regierungsmitgliedern.
Die aktuellen Graces werden in einer Art Ausscheid bestimmt. Nachdem Serina in ihrer Region ausgewählt wurde, wird sie zum Ausscheid im Palast eingeladen. Das Besondere: Dieses Jahr werden die Graces nicht für den Regenten, sondern für den Thronfolger ausgewählt. Zu diesem Ereignis fahren Nomi und Serina gemeinsam. Während Nomi auf ihre Schwester wartet, sucht sie die Toilette und begegnet zufällig dem Thronfolger und seinem Bruder.
Als schließlich Nomi anstatt Serina als Grace gewählt wird, ist nicht nur die Verwirrung und Verzweiflung groß, sondern auch die Empörung der anderen Teilnehmerinnen. Serina wird nun die Rolle der Zofe einnehmen.
Zu sagen bleibt, dass in der Gesellschaft, die im Buch beschrieben wird, die Frauen eine niedere Stellung bekleiden. Sie dürfen nicht aufmüpfig werden, werden verheiratet und dürfen nicht lesen lernen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist verboten. Wer dem nicht gehorcht, wird bestraft.
Da Nomi lesen kann, geht sie ein großes Risiko ein, als sie ein Buch aus der königlichen Bibliothek an sich nimmt. Serina und Nomi kennen das Buch. Serina kann zwar nicht lesen, aber rezitiert aus dem Buch und wird erwischt. Hier beginnt die eigentliche Handlung des Buches.
Serina wird auf die Frauengefängnisinsel gebracht und Nomi muss sich im Palast als Grace behaupten.

Welche Rolle der Thronfolger und sein Bruder in der ganzen Geschichte spielen, wie es beiden ergeht und wie stark ihr Zusammenhalt als Schwestern ist, dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird abwechselnd aus Nomis und Serinas Sicht erzählt. Mit Nomi erlebt der Leser das ganze Ausmaß der unsinnigen Regeln für Graces und lernt sowohl den Thronfolger als auch seinen Bruder kennen.
Aus Serinas Sicht wird man auf die Gefängnisinsel gebracht und muss sich unter unmenschlichen Bedingungen behaupten, ja gar bis zum Tode kämpfen.
Mir hat besonders dieser Wechsel der Szenarien gefallen und wie die Autorin sie umsetzte. Ganz entgegen meiner Erwartungen entwickelte sich die Geschichte oft in eine andere Richtung, als ich es mir vorgestellt hatte.
Der Schreibstil ist sehr klar, liest sich schnell und erzeugt fast durchgehend eine leichte Spannung. Der Fokus ist hier vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Politik sowie die Schwesternliebe gelegt, was ich als sehr angenehm empfand.

FAZIT:

Aufgrund des Thronfolgers und seines Bruders hatte ich eine platte Dreiecksgeschichte erwartet, aber ich wurde überrascht. Zwar hat die Geschichte typische moderne Elemente einer Dystopie, wie beispielsweise den Palast und den Ausscheid sowie den Überlebenskampf auf der Insel, jedoch hat die Autorin das mit einem ganz eigenen Charme umgesetzt. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne heroische Heldin, sondern zwei Schwestern die auf ganz eigene Weise um ihre eigene Freiheit und die Freiheit aller Frauen im Land kämpfen. In der Geschichte gab es einige Wendungen, die ich nicht vorhersehen konnte und die mich sprachlos zurückließen. Zwar hatte ich auch mal kleinere Vorahnungen, habe diese aber oft wieder verworfen aufgrund des Verlaufs der Geschichte. Das Buch hat mich gut unterhalten und teilweise war es eine Mischung aus Panem und Selection, jedoch mit einem recht asiatischen Einschlag von den gesellschaftlichen Strukturen her und einer ganz individuellen Note.
Eine wirklich gute und zeitgemäße Dystopie über Frauenrechte, Schwesternliebe und politische Intrigen. Die Geschichte konnte mich super unterhalten, auch wenn einige Fragen offen blieben und das Worldbuilding gern detaillierter hätte sein können. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI