Japan – Tag 9: Von Kyoto nach Fukuoka – Ab- und Anreisetag

Meine lieben Leser,

wie im letzten Beitrag schon angekündigt, wird es im Reisebericht zu Tag 9 in Japan etwas unspektakulärer als die Tage zuvor. Das liegt daran, dass wir an diesem Tag aus Kyoto abreisten und in Fukuoka anreisten. Wir haben also wie schon beim letzten Abreisetag gut 3 Stunden im Zug verbracht. Zudem hatten wir nach den vielen Eindrücken beschlossen, dass wir diesen Tag ganz ruhig angehen. Ich habe allerdings trotzdem beschlossen, euch über diesen Tag zu berichten, weil ich denke, es ist auch wichtig, die ruhigen Momente der Reise darzustellen und zu zeigen, wie man reist und sich nicht nur auf die großen kulturellen Höhepunkte zu konzentrieren. Wie schon in den anderen Beiträgen möchte ich auch einen Einblick geben, wie es bei einer Reise durch Japan „backstage“ so abläuft, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, ob es sich in Japan gut reisen lässt.

So startete unser Tag wirklich gemütlich damit, dass wir die letzten Sachen zusammenpackten, wir die Ferienwohnung fotografisch nochmal dokumentierten und wir uns noch Zeit nahmen, einen entspannten Tee/Kaffee vor dem Aufbruch zu trinken. Als wir den letzten Ausblick aus unserer Unterkunft über Kyoto genossen, waren wir wirklich sehr wehmütig. In den letzten Tagen waren diese zwei Zimmer und dieses wunderbare traditionelle Haus ein Platz in Japan geworden, wo wir uns wirklich zuhause fühlten. Wenn wir auf die komplette Reise zurückblicken, haben wir uns in dieser Unterkunft am wohlsten gefühlt. Schweren Herzens brachen wir schließlich auf und ließen diesen ruhigen, wunderbaren Ort hinter uns, um zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Langsam machte sich auch das zusätzliche Gepäck bemerkbar, denn wir hatten ja schon einiges eingekauft.

Am Bahnhof Kyoto angekommen, besorgten wir uns eine kleine Stärkung für den Weg, der vor uns liegen sollte. Neben Instant-Takoyaki und Instant-Pommes, gab es auch Reisbällchen, die mit wirklich merkwürdig aussehenden Würstchen serviert wurden. Generell sind Würstchen in Japan nicht auf dem Niveau, wie wir es von deutschen Fleischern gewöhnt sind. Sie haben sehr intensive Farben und sehen irgendwie künstlich aus. Probiert wurde es trotzdem und naja … Schuster bleib bei deinen Leisten! 😀

Auf der Fahrt konnten wir uns wieder super entspannen und von den wirklich atemberaubenden Eindrücken in Kyoto erholen. Denn so schön diese Reise auch war, es war auch anstrengend, so viele tolle Dinge zu verarbeiten. Diese kleinen Auszeiten im Zug waren goldwert und ich kann nur jedem raten, sich – auf welche Weise auch immer – Auszeiten zu gönnen, damit man nicht komplett den Blick für die wundervollen Details auf der Reise verliert. Die Zeit im Zug ist mit 3 Stunden nicht allzu kurz, aber die Zeit ist jedes Mal so schnell verflogen, vermutlich, weil man so viel zu verarbeiten hatte.
Wir haben auf der Fahrt im Shinkansen unter anderem unsere Getränke genossen. Ich hatte mir ein Softgetränk gekauft mit Sprudel und Pfirsichgeschmack. Sehr lecker und erfrischend! Eine der anderen beiden Mädels hatte sich bei Starbucks einen Kirschblüten-Kaffee gekauft. Dieser war im praktischen Reiseformat erhältlich und hatte ein praktisches ausfahrbares Trinkröhrchen dabei. Die Zeit, die wir nicht mit Entspannung, Essen, Trinken oder Unterhaltungen verbrachten, nutzten wir im Zug dazu, um Postkarten zu schreiben. Ja, Postkarten! Wir hatten eine Menge Personen auf unserer Liste, denen wir eine Karte schreiben sollten. 😀 Das erforderte teilweise logistisches Denken. Ich habe in jeder Stadt Postkarten gekauft und dann meine Liste Stück für Stück abgearbeitet.
Auf unserer Fahrt kamen wir auch an Hiroshima vorbei, wo wir von Fukuoka aus am nächsten Tag hinfahren würden. Wir wählten Fukuoka als Ausgangspunkt, weil ein Freund von mir dort wohnt und wir von dort aus unseren zweiten Tagesausflug zu einem Onsen perfekt ansteuern konnten.

Nach der Ankunft in Fukuoka, machten wir uns auf den Weg zu unserer Ferienwohnung/-zimmer. Wir lebten dort mit einem Paar zusammen, die ein Zimmer vermieteten. Die ganze Wohnung war mit Ghibli-Figuren und anderem Ghibli-Merchandise ausgestattet, ja man möchte fast sagen: „geschmückt“. Unser Zimmer war klein, übersichtlich, aber auch sauber und ausreichend. Wir haben die Zeit nach unserer Ankunft erstmal fürs Ankommen genutzt und uns ein wenig ausgeruht.

Nach unserer Verschnaufpause haben wir beschlossen, dass wir noch eine kleine Erkundungstour starten. Natürlich auch, um uns etwas zu Essen zu besorgen. Wir entdeckten neben einem Restaurantschild, welches verkehrt herum aufgehängt wurde, auch unseren geliebten Book-Off Store, wo wir direkt wieder nach gebrauchten Büchern, CDs & Co. Ausschau hielten. Dann stolperten wir in einen Konbini, wo wir uns mit Instant-Essen und Getränken für unser Abendbrot eindeckten. Als nächstes schauten wir in einem Supermarkt vorbei, wo wir das deutsche Bier „Prostel“ entdeckten, was uns sehr zum Schmunzeln brachte. Und natürlich mussten wieder die wunderschön gestalteten Gullideckel dokumentiert werden.

Nach unserem kleinen Abendspaziergang kehrten wir in unsere Ferienwohnung zurück und machten uns über unsere Einkäufe her. Und danach – waren wir einfach mal ein bisschen faul und gingen sehr bald ins Bett, nachdem wir noch gefühlt hunderte japanische Minispiele aufs Handy geladen und ausprobiert hatten.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, was wir auf unserer Reise nach Hiroshima und der angrenzenden Insel Miyajima, die zum Weltkulturerbe gehört, erlebten und warum ich fast einen Pinguin aus Japan mitgebracht hätte.

Bis dahin!

EURE HACHIDORI

Japan – Tag 8: Letzter Tag in Kyoto – Philosophenweg, Silberner Pavillon, Goldener Pavillon, Honen-In und Bären-Restaurant

Hallo meine lieben Leser,

nachdem ihr uns im letzten Beitrag auf einen Tagesausflug nach Osaka begleitet habt, sind wir in diesem Artikel den letzten Tag in Kyoto unterwegs. 🙂

Unser Tag hat begonnen wie jeder andere. Traumhaftes Wetter, traumhafte Aussicht, ein paar Reisbällchen und ein paar leckere Getränke aus dem Automaten. Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel erkundeten wir wieder die Nachbarschaft. Unter anderem entdeckten wir mehrere kleine Tanuki-Figuren. Tanukis werden fälschlicherweise oft mit Waschbären verwechselt. Tatsächlich sind diese Tiere aber Marderhunde. In Japan sind die Tanukis, vor allem in Form von Figuren oder Statuen, fester Bestandteil der Kultur. Ihnen wird nachgesagt, dass sie ein Leben als Vagabunden führen, boshaft und fröhlich zugleich, immer zu Streichen aufgelegt und laut japanischem Glauben sind sie Meister der Gestaltwandlung. Man sagt, man erkennt einen Tanuki in anderer Gestalt nur an einem Blatt, welches an seinem Körper haftet. Die Figuren sind Glückssymbole. Sie werden oft in Vorgärten oder vor Restaurants oder Kneipen aufgestellt.
Der Hut des Tanukis steht für Schutz vor Unglück oder Unwetter, die großen Augen stehen für Achtsamkeit und das Treffen von guten Entscheidungen, die Sake-Flasche steht für die Tugend, der Schwanz des Tanukis steht für Stärke, Stabilität und das Erreichen von Erfolg, der übergroße Hodensack (eines der markantesten Merkmale dieser Figuren, welches vor allem uns Europäer erstmal verwirrt und belustigt hat) steht für finanzielles Glück. Weiterhin trägt der Tanuki einen Schuldschein, der für Vertrauen  und Treue steht. Der dicke Bauch steht für Entschlossenheit und natürlich trägt jeder Tanuki ein freundliches Lächeln, welches für Freundlichkeit und Glück steht.
In unserer Zeit in Japan haben wir uns haltlos in diese ulkigen Figuren verliebt. Ich kenne bisher niemanden, der diese drolligen Gesellen nicht ins Herz geschlossen hätte. 😀

Der Philosophenweg

Nach diesem kleinen Exkurs, kehren wir zurück zu unserem Weg zu unserer ersten Tagesstation. Wir kamen zum sogenannten Philosophenweg in Kyoto. Dieser Weg ist sehr bekannt und führt an einem Kanal entlang und wird von vielen Kirschbäumen gesäumt. Leider blühten sie während unserer Reise im Februar nicht, aber die reine Vorstellung, wie die Bäume in voller Blüte über dem Kanal hängen, fanden wir schon wunderschön. Der Philosophenweg hat eine wahrlich nachdenkliche Stimmung. Es ist eine sehr ruhige Gegend und er führt an vielen Tempeln vorbei. Wer einen entspannten Spaziergang genießen möchte, sollte diesen Weg nicht verpassen.

Zwischendurch machen wir kurz Halt an ein paar Läden, die Eis und gefüllte Teigbällchen anboten. Gefüllt sind diese meistens mit Fleisch, Zwiebeln, verschiedenen Gewürzen und einer Soße.

Der silberne Pavillon

Nach unserer kleinen Pause gingen wir weiter und erreichten bald unsere erste Station: Den silbernen Pavillon.

In Japan trägt er den Namen Ginkaku-ji und er wurde 1482 als Ruhesitz eines Shoguns erbaut. Als die Anlage erbaut wurde, zog sich die Fertigstellung sehr lange hin. Der Bau blieb bis zum Tode des Shoguns unvollendet. Auf seinen Wunsch hin, wurde die Anlage daraufhin zu einem Zen-Tempel umgestaltet. Während späteren Unruhen brannten viele der Gebäude des Tempels nieder. Den Namen „silberner Pavillon“ hat der Shogun an den goldenen Pavillon angelehnt, der von seinem Großvater erbaut wurde. Seit 1994 ist der Ginkaku-Ji Teil des Weltkulturerbes.
Neben dem Pavillon selbst, umfasst die Anlage einen großen Garten und einen kleinen Wald mit meditativ wirkenden Wegen. Die Anlage lädt zum Verweilen ein.
Ein kleiner Shop bietet wie immer eine Auswahl an tempelspezifischen Souveniren sowie Glücksbringern an.

Miroku-In

Praktisch unbeabsichtigt, kamen wir zufällig am Tempelgelände des Miroku-In vorbei. Dort saß niemand im Shop, man konnte sich selbst bedienen und dann einfach das Geld dafür hinlegen. Wahnsinn. Sowas würde hier nicht funktionieren. Wir kauften uns dort einen Eintrag für das Goshuin-Buch, in dem wir mittlerweile immer mehr Seiten gefüllt hatten. Dieser Tempel ist leicht zu übersehen, aber wer gern noch mehr Kultur auf diesem Weg einbauen möchte, sollte sich dieses kleine Schmankerl nicht entgehen lassen.

Honen-In

Auf dem Weg zu unserer nächsten Station, machten wir noch einen kleinen Abstecher abseits der Wege. Wir besuchten den etwas versteckten Tempel „Honen-In“, der verborgen auf einer kleinen Anhöhe zwischen vielen Bäumen liegt. Dieser Tempel besticht vor allem durch seine unglaubliche Ruhe. Er ist nicht so bekannt wie die großen Pavillons und dadurch nicht annähernd so überlaufen. Wir waren mit einer kleinen japanischen Gruppe allein auf dem Gelände unterwegs und es war sehr schön, die Ruhe auf sich wirken zu lassen. Neben einer kleinen Gartenanlage, hat der Tempel auch interessante Statuen und Installationen zu bieten. Wer aufregende Momente sucht, ist hier falsch – wer dagegen im Reisetrubel mal zur Ruhe kommen möchte, für den ist der Honen-In genau richtig.

Das Bären-Restaurant

Langsam bekamen wir Hunger. Durch Zufall stolperten wir über ein Restaurant, welches komplett mit Bärchen dekoriert war und auch Essen in Form von Bären anbot. Das wollten wir uns doch nicht entgehen lassen! Also rein da! Wir bestellten zwei verschiedene Bären. Einer hielt unter einer Omelett-Decke ein Nickerchen und der andere hatte ein kleines Ingwerhütchen und Curry mit Hühnchen-Klamotten.

Der goldene Pavillon

Nach unserer Stärkung ging es auf direktem Wege zu unserer nächsten Station – dem goldenen Pavillon bzw. Kinkaku-ji. Wie vorher schon erwähnt, wurde dieser Pavillon vom Großvater des Shoguns erbaut. Bekannt ist die komplette Tempelanlage vor allem für den Pavillon selbst, dessen obere Stockwerke komplett mit Blattgold überzogen sind. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1397.

Die Anlage ist viel weitläufiger als die des Ginkaku-ji, deswegen sollte man hier einige Zeit einplanen, weil man hier gut verweilen kann. Es gibt neben dem Pavillon noch jede Menge andere kleine Highlights zu sehen. Besonders schön fanden wir den Pavillon zum späten Nachmittag, weil die tief stehende Sonne ihm eine ganz besondere Ausstrahlung gegeben hat.

Unseren Tag ließen wir dann anschließend ganz gemütlich mit einer Shopping-Tour in der Innenstadt von Kyoto ausklingen. Wir entdecken allerlei Kuriositäten. Neben Anime-Merchandise und Sojasoßen-Schälchen, stießen wir auf ein Gadget, welches man nutzen kann, falls man in der Wanne lesen möchte. Dort steckt man sein Buch hinein, verschließt es fest und kann mit zwei daumenförmigen Ausbuchtungen dann Umblättern. Ich konnte es mir nicht verkneifen, das für die Buchliebhaber unter euch zu fotografieren. 🙂 Falls ihr also Zeit entbehren könnt, solltet ihr in den vielfältigen Kaufhäusern in Kyoto vorbeischauen und euch von dem manchmal amüsanten Angebot verzaubern lassen.

Nach den vielen Metern, die wir an diesem Tag wieder gelaufen sind, machten wir uns auf den Rückweg in unsere Ferienwohnung. Denn der nächste Tag würde ganz im Zeichen der Abreise aus Kyoto stehen.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, wie wir von Kyoto nach Fukuoka gereist sind und welche Stationen wir für die folgenden Tage geplant hatten. Dieser Beitrag wird sehr kurz werden, dafür wird aber der darauffolgende Artikel umso länger werden!

Bis dahin!

EURE HACHIDORI

 

Japan – Tag 6: Kiyomizudera, Jishu-Schrein, Suzumushidera und Arashiyama

Hallo meine lieben Leser,

getreu meinen Vorsätzen für 2019 geht es heute weiter mit dem Reisetagebuch zur Japanreise, die jetzt schon fast ein Jahr her ist. Unglaublich!

Heute widmen wir uns Tag 6 im Land der aufgehenden Sonne. Wir befinden uns immer noch in Kyoto und im letzten Beitrag endete Tag 5 mit der kleinen Enttäuschung, dass wir zu spät am Tempel Kiyomizudera ankamen und ihn somit nicht mehr besichtigen konnten. Für den sechsten Tag also war unsere erste Station klar! Auf in Richtung Kiyomizudera.

Doch zunächst, wie jeden Morgen, verspeisten wir ein paar Reisbällchen, um gut in den Tag starten zu können. Wie auch die letzten Tage begrüßte uns Kyoto mit einer wunderbaren Aussicht von unserer Unterkunft aus und einem strahlend blauen Himmel. Mit dem Wetter hatten wir auf der gesamten Reise extremes Glück. Es hat nie geregnet, nur ein einziges Mal haben wir während einer Zugfahrt ein bisschen Schnee gesehen, ansonsten Sonne satt und blauer Himmel mit ein paar Dekowölkchen.

Nach dem Frühstück gingen wir den altbekannten Weg zur Busstation und fuhren wieder Richtung Kiyomizudera. Erneut liefen wir die stark ansteigende Straße zum Tempel empor, vorbei an den vielen kleinen Läden mit japanischem Schnickschnack. Dieses Mal hatte der Tempel geöffnet.

Wir erkundeten zunächst das Tempelgelände, welches wir auch am Vortag schon ohne Eintrittsgebühren ein bisschen besichtigt hatten. Ursprünglich waren wir gar nicht so heiß darauf, den Kiyomizudera zu besichtigen. Vielmehr hatte es uns der Jishu-Schrein angetan, der Schrein der Liebe. Dieser liegt direkt neben dem Tempel und Google Maps schickte uns erstmal komplett falsch. Wir dachte, wir müssten nur für den Tempel Eintritt zahlen, der Schrein wäre auch so erreichbar. Deswegen sind wir erstmal wieder vom Tempelgelände verschwunden und in eine kleine Gartenanlage gestolpert, weil wir versuchten, ohne Einlasskontrolle den Schrein zu finden. Nunja, wie gesagt war Google Maps an dieser Stelle etwas verwirrt. Wir fragten also schnell ein paar Einheimische – dachten wir, denn tatsächlich waren es selbst Touristen, die nicht aus Kyoto kamen – und diese erklärten uns, dass man hinter der Einlasskontrolle zum Kiyomizudera auch den Weg zum Jishu-Schrein finden würde. Eigentlich war das auch wirklich überhaupt nicht schwer zu finden, aber wir haben uns hier wirklich mehr als glatt angestellt. 😉

Nach dieser Hilfestellung hieß es nun: Auf, auf, Eintritt zahlen und dann ENDLICH den Jishu-Schrein (und nun eben auch den Kiyomizudera) besichtigen. Da wir uns das Schmankerl bis zum Schluss aufheben wollten – haben wir uns erstmal den Tempel vorgenommen.

Kiyomizudera

Der Kiyomizudera ist ein buddhistischer Tempel und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Kyoto. Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bekannt ist er vor allem für seine hölzerne Terrasse, welche auf 13 Meter hohen Holzpfeilern an einen steilen Hang gebaut wurde.

Tatsächlich ist an dem Tempel vor allem sein Aussehen durch das wunderschön dunkle Holz in meiner Erinnerung geblieben. Selbst der Boden bestand aus dickem Holz mit Astlöchern. Es war sehr atmosphärisch, zumal trotz des vielen Holzes kleine Rauchschalen im Inneren standen. Alles wirkte groß und hell, da der Tempel nach außen hin großräumig offen war. Nur ein kleiner Bereich in der Haupthalle war mystisch und dunkel, genau dort, wo auch der Altar steht. Die Holzkonstruktionen des Tempels sind wirklich atemberaubend schön. Der ungeplante Besuch hatte sich auf jeden Fall gelohnt, denn auch die Aussicht vom Kiyomizudera aus war einfach klasse. Wir verweilten jedoch nur kurz im Inneren, denn wir wollten noch den Schrein und einige andere Highlights an diesem Tag besichtigen.

Jishu-Schrein

Weiter ging es zum Jishu-Schrein, dem Schrein der Liebe. Im Schrein befinden sich zwei Steine, die als „Liebes-Vorhersehungs-Steine“ bezeichnet werden. Geht man den Weg zwischen den beiden Steinen mit verschlossenen Augen, wird der Liebeswunsch dieser Person erfüllt. Wie ihr euch denken könnt, stieß diese süße Tradition bei unserer dreiköpfigen Mädels-Reisegruppe auf große Begeisterung. 🙂

Wir halfen uns dann gegenseitig, den Weg zwischen den Steinen mit verschlossenen Augen zu meistern. Laut Weissagung bedeutet dies außerdem, dass die helfenden Personen einem immer einen guten Rat in Sachen Liebe geben können. Das hatten wir vorher nicht gewusst, aber umso schöner, dass uns dieser kleine Aberglaube noch mehr verbindet. 😀

Natürlich gab es noch allerlei anderen Schnickschnack zu sehen. Bspw. eine kleine Papierfigur, auf die die eigenen Sorgen und Probleme geschrieben werden. Geht diese Figur im dabeistehenden Wassertrog unter, werden sich diese Probleme lösen. Bleibt die Figur allerdings an der Wasseroberfläche, werden die Sorgen nicht vergehen. Das wollte ich doch gleich mal ausprobieren! Und – puh – Glück gehabt, meine Figur ging unter!

Außerdem gab es allerlei kleine Glücksbringer zu kaufen. Ich habe für meinen Freund bspw. einen Anhänger gekauft, für allzeit gute Fahrt. Natürlich mit obligatorischem Glöckchen, damit die Götter auf ihn aufmerksam werden beim Fahren. 😉
Außerdem gab es Partner-Talismane für Glück in der Liebe. Aber auch für Menschen ohne Partner war die Auswahl beträchtlich. Wie überall konnte man auch schlicht einen Talisman für Gesundheit, Erfolg oder Babyglück erwerben.

Nach diesem „Liebesabenteuer“ machten wir uns auf den Rückweg, um etwas Essbares zu finden. Wir haben uns in einem kleinen Restaurant am Ende der steilen Straße niedergelassen, die zum Kiyomizudera führt. Es sah sehr unscheinbar aus, allerdings hatten sie erstaunliche Nudeln im Angebot. Neben normalen Udon-Nudeln gab es dort auch Matcha-Soba. Das musste ich natürlich ausprobieren. Und tatsächlich erhielt ich Grüne-Tee-Nudeln. Sie waren extrem lecker. Eine meiner Freundinnen hatte sich Udon bestellt und die andere Freundin einen Kaffee und ein Stück Matcha-Kuchen. Dazu bekamen wir als kleine Süßigkeit Matcha-Bonbons und knusprige Sesam-Plättchen. Was mir besonders an Japan fehlt, sind die Erfrischungstücher, die einem vor jedem Essen gereicht werden, damit man sich vorm Essen die Hände reinigen kann. Das fand ich nicht nur hygienisch, sondern auch einen super Service. Daumen hoch! Auch der kostenlose grüne Tee oder das kostenlose Wasser, was man in den Restaurants erhält, würde ich hier in Deutschland gern einführen.

Nach unserer Sättigung fuhren wir mit dem Bus eine längere Strecke in den Bezirk Arashiyama. Dort wollten wir vor allem den berühmten Bambuswald besichtigen, fanden aber auf dem Weg noch andere Attraktionen. Wir sind dann ein bisschen durch die Gegend spaziert, weil wir auf der Karte den Tempel Suzumushidera entdeckten. Diesen Abstecher gönnten wir uns, auf dem Weg zur nächsten Bushaltestelle. Dabei liefen wir durch ein ruhiges und abgelegenes, japanisches Wohnviertel. Die japanische Architektur ist so komplett anders als unsere, dass uns selbst nach fast einer Woche noch jeder Straßenzug in Verzückung versetzte.

Suzumushidera

Der Tempel ist vor allem bekannt für sein Grillenzirpen, was verständlicherweise von uns nicht zu hören war, da wir im Winter reisten. Der Tempel ist nicht allzu groß, hat aber eine sehr schöne Gartenanlage, die man gegen Bezahlung besichtigen kann. Wir wussten nichts von dem Eintritt und sammelten beim Suzumushidera noch einen weiteren Eintrag für unser Goshuin-Buch (worin man Kalligraphien der Tempel sammeln kann). Wir haben uns den kleinen Vorgarten angesehen und haben uns dann entschieden, lieber weiterzuziehen, damit wir noch mehr Zeit für den Bambuswald hätten.

Also ging es auf zur nächsten Bushaltestelle. Mit dem Bus fuhren wir nun weiter. Wir kamen nahe des Katsura Flusses an und bewunderten auf der dortigen Brücke die Umgebung mit ihren Bergen und dem kleinen Damm „Kadono Ooi“.

Durch das Viertel Arashiyama machten wir uns nun auf den Weg zum weltweit bekannten Bambuswald. Am Wegesrand fanden wir wieder kleine Läden und viel Sehenswertes. Arashiyama ist eine touristisch nicht allzu überlaufene und eher ruhige Gegend gewesen, was wir sehr genossen. Dort bin ich tatsächlich das erste Mal so richtig runtergefahren in unserem Urlaub. Wir aßen ein viel zu teures frittiertes Käsestäbchen und ein japanisches Crépe.

Danach stolperten wir wieder mal zufällig über einen Rilakkuma-Shop. Rilakkuma ist ein japanisches Maskottchen, ein kleiner Bär, der sich sehr sehr großer Beliebtheit erfreut. Und das nicht nur in Japan! Wir hatten den Rilakkuma Honey Shop gefunden! Alle Kuscheltiere hatten kleine Bienenanzüge an. Das war so oberniedlich! Überall in diesem Shop waren kleine Rilakkuma-Details versteckt. Hach – wir waren selig.

Nach diesem Ausbruch an Niedlichkeit kamen wir an einem Stand vorbei, der leuchtende, bunte Zuckerwatte verkaufte. Leider war die letzte Bestellannahme schon vorbei und wir zogen ein bisschen enttäuscht weiter.

Der Bambuswald von Arashiyama

Und endlich war es soweit. Wir sahen den ersten Bambus! Als Europäer macht man sich ja keine Vorstellung, wie hoch diese Pflanze wachsen kann. Wir waren beeindruckt von der Größe dieser Pflanze. Noch beeindruckender war, dass beim ersten Schritt in den Bambuswald direkt alles etwas dunkler war. Die hohen Bambusstangen schluckten eine Menge Licht, weswegen auch das Fotografieren ohne Blitz auf einmal sehr viel schwieriger wurde.

Im Winter war der Anblick des Bambus wahrscheinlich sehr viel trostloser als im Sommer oder Frühling, aber wir haben den Spaziergang durch diesen Wald trotzdem sehr genossen. Es war eine sehr entspannende Atmosphäre und wie gesagt eine sehr beeindruckende Erfahrung, den Bambus in Natura so hoch wachsen zu sehen. Ich kann diesen Ort daher nur jedem Japanreisenden empfehlen. Viel darüber zu sagen bleibt eigentlich auch nicht, man sollte diesen Ort für sich sprechen lassen.

Nach unserem entspannten Tagesausklang sind wir erneut in die Innenstadt von Kyoto gefahren und haben ein paar Geschäfte unsicher gemacht, bevor wir wie immer erschöpft von den Eindrücken in unsere Ferienunterkunft zurückkehrten. Diesen Tag hatten wir absichtlich gemütlich gestaltet und sind nicht allzu spät ins Bett gegangen, da wir am nächsten Tag einen Tagesausflug nach Osaka machen wollten.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, wie wir während unseres Tagesausflugs die Stadt Osaka erkundeten, das erste Mal Okonomiyaki aßen und die berühmten Leuchtreklamen am Dotonbori Fluss besuchten. Bis zum nächsten Reisebericht!

EURE HACHIDORI

Japan – Tag 5: Katzen-Café, Fushimi Inari, Kiyomizudera und Gion Shinbashi

Meine lieben Leser,

mein letzter Beitrag über meine Japanreise im Februar 2018 ist schon viel zu lange her. Mittlerweile ist ja schon fast ein Jahr vergangen, seit ich in dem Land der aufgehenden Sonne war. Das kommt mir wirklich überhaupt nicht so vor. Mittlerweile habe ich gut ein Dreiviertel der Fotos sortiert (leider haben mich die Highlights des letzten Jahres etwas aufgehalten) und das erste Fotobuch über Tokyo fertiggestellt.

Dieses Jahr geht es für euch und mich hier auf dem Blog mit den Reiseberichten aus Kyoto weiter. Wie ihr euch vielleicht dunkel erinnert, habe ich euch im letzten Beitrag berichtet, wie wir abends nach einer dreistündigen Zugfahrt mit viel Gepäck auf einem Berg in unserer Ferienwohnung ankamen und mit einem atemberaubenden Ausblick aus unserem Zimmer über ganz Kyoto überrascht wurden. Wow! Danach sind wir ziemlich geschafft ins Bett gefallen – oder sollte ich besser „ins Futon gefallen“ sagen? Denn in unserer Unterkunft in Kyoto haben wir auf echten Futons (dünne Matratzen auf dem Boden) geschlafen. Ich habe nie besser geschlafen als auf einem Futon. Dazu die angenehm kalte Luft durch fehlende Zentralheizung … es war unheimlich erholend. Unsere Gastgeberin hatte uns extra zwei Futons übereinander gelegt, damit es für unsere bettenverwöhnten Rücken nicht zu hart wird. Über uns lagen schließlich drei Schichten aus Decken, um uns gut zu wärmen. Unbequem war das Futon zu keiner Zeit, was sicherlich auch an den Tatami-Matten liegt, die in diesen traditionellen Häusern ausliegen. Tatami-Matten werden aus Reisstroh hergestellt und haben eine dämmende und dämpfende Wirkung. Es ist ein ganz anderes Gefühl, über diese Matten zu laufen oder darauf zu schlafen, als auf unserem gewohnt harten Boden in Deutschland.

Nach diesem Exkurs, zurück zu Tag 5 in Japan. Wir wachten also den ersten Morgen in Kyoto auf. Wir hatten auf den Futons traumhaft gut geschlafen, ohne jegliche Rückenschmerzen. Meine Freundin, die direkt am Fenster lag, schob die Schiebetür vor dem Fenster beiseite, sodass Tageslicht ins Zimmer fiel und wir Kyoto das erste Mal bei Tag sahen. Wieder schoss ein leises „Wow“ durch meine Kopf. Der Blick über die Stadt bei Tag war mindestens so atemberaubend wie bei Nacht. Zudem konnte man nun den wunderschönen Garten und mehr Details des Hauses im Außenbereich erkennen.

Unsere Gastgeberin hatte das Haus bereits am Morgen verlassen. Wir begannen den Morgen damit, in der Wohnküche Tee und Kaffee zuzubereiten, um in den Tag zu starten. Wie jeden Tag hatten wir uns am Vortag in einem Konbini (24/7-Shop) ein paar frische Onigiri (gefüllte Reisbällchen) besorgt, die wir immer zum Frühstück aßen. Meine Lieblingssorte war neben dem Klassiker Thunfisch mit Mayo übrigens Kombu-Alge und Lachs. Ei und Kürbis war nicht so mein Fall. Und die beiden anderen Mädels haben noch andere Sorten probiert, von denen wir zum Teil nicht mal wissen, was es war, weil wir keine Übersetzung wussten oder gefunden haben. xD

Als wir uns auf den Weg machten, die Stadt zu erkunden, waren wir davon fasziniert, was für eine malerische Umgebung um unsere Ferienunterkunft zu finden war. Wir hatten Blick auf die umliegenden Berge, auf denen im Sommer zum Sommerfestival große Schriftzeichen entzündet werden. Die dafür vorgesehen Stellen konnten wir auch im Winter erkennen. Unsere Gastgeberin betonte immer wieder, dass wir im Sommer zu diesem Festival unbedingt nochmal wiederkommen müssten. Und das habe ich vor. Das steht ganz groß auf meiner To-Do-Liste. Nun weiter mit der Beschreibung der Umgebung. Denn dort fand sich nicht nur der tolle Blick auf die Berge, sondern auch ein kleiner Bambus-Hain direkt vor unserer Haustür. Unser erster japanischer Bambus!

Unsere Gastgeberin hatte uns den Weg zum Bahnhof beschrieben, allerdings zweigten wir erstmal falsch ab und kamen nicht nur an einem Warnschild „Vorsicht, Bären!“ vorbei, sondern auch an einem japanischen Friedhof. Dieser war im Gegensatz zu unseren Friedhof erstaunlich prunk- und vegetationslos. An einem Getränkeautomaten hatten wir dann wieder mal die Gelegenheit uns eine kleine Erfrischung zu holen. Ich habe extra fotografiert, wie die heißen und kalten Getränke dort gekennzeichnet werden.

Irgendwann wählten wir dann den richtigen Weg und kamen an der Bushaltestelle zum Bahnhof an. Dort bot sich uns ein Schauspiel, was sich mir für immer eingeprägt hat. Anscheinend war gerade ein Marathon gewesen, denn überall waren Baken und Läufer zu sehen. Allerdings schien dies das Ende des Marathons zu sein. Denn hinter dem letzten Läufer fuhr ein kleiner Lastwagen und neben diesem Gefährt liefen mehrere Japaner, die die Baken und alles, was an den Marathon erinnerte, direkt auf den Wagen schmissen. Während bei uns nach einem Marathon noch zwei Tage aufgeräumt wird, wird in Japan kurzerhand direkt hinter dem letzten Läufer alles in Ordnung gebracht. Das war nicht nur beeindruckend, sondern auch beneidenswert.

Als wir nach einer Busfahrt (in Kyoto gibt es hauptsächlich Busnetze und nicht so viele S- und U-Bahnen) am Bahnhof ankamen, wählten wir endlich eine Bahn in Richtung unseres ersten Ziels für den fünften Tag in Japan. Auf in Richtung Fushimi Inari!

Das Katzen-Café

Auf dem Weg von der Station „Fushimi-Inari“ zum Schrein, stolperten wir sehr zufällig über das Neko Café TIME, ein Katzen-Café. Mittlerweile haben davon ja schon fast alle mal etwas gehört, die sich irgendwie mit Japan beschäftigen, aber für alle anderen: Ein Katzen-Café bietet die Möglichkeit Getränke zu bestellen und nebenbei mit Katzen zu kuscheln. Für eine meiner Begleiterinnen stand es auf der unbedingten To-Do-Liste, ein solches Café zu besuchen. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, wo und wann wir es machen wollten und wählten nun spontan dieses Café aus. Unsere Wahl sollte nicht enttäuscht werden. Oftmals werden in den Cafés Katzen aus dem Tierheim oder von der Straße aufgepeppelt und versorgt. Zudem bietet Japan mit dem geringen Wohnraum den Japanern oft auch gar nicht die Möglichkeit Tiere zu halten, weswegen die Katzen-Cafés so auch einen sozialen Nutzen haben. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass die vielen Tier-Cafés (es gibt auch welche mit Igeln, Eulen, Pinguinen o.ä.) nicht immer gut geführt und die Tiere nicht immer gut versorgt werden. Immer wieder wird von fatalen Zuständen berichtet. Wir hatten Glück und haben ein Café mit genügend Platz und sehr gut gepflegten und glücklichen Katzen vorgefunden. Daher möchten wir hier auf jeden Fall eine Empfehlung für das Neko Café TIME aussprechen. Hier gibt es sogar die Möglichkeit, für seinen Liebling am Ausgang zu voten und am Ende des Monats wird die Katze des Monats gekürt. Das Café wurde zudem von Trip Advisor ausgezeichnet und hatte eine helle und freundliche Atmosphäre. In einem kleinen Buch kann man etwas über die Geschichten und Charaktere der Katzen nachlesen. Wir haben auch Getränke bestellt und ich hatte endlich meinen Zitronentee in der Dose gefunden! Ich habe vor vielen Jahren eine Folge in Detektiv Conan gesehen, wo es um den berühmten heißen Zitronentee in einer Dose ging. Deswegen war ich etwas enttäuscht, in den Getränkeautomaten immer nur Flaschen vorzufinden. Hier war ich also nun voller Glück und hatte eine heiße Dose Zitronentee ergattert. Meine Freundin war ebenfalls selig und widmete sich ganz den kleinen Vierbeinern.

Das Stäbchen-Fachgeschäft

Ebenfalls zufällig drüber gestolpert sind wir über ein Stäbchen-Fachgeschäft. Ich garantiere euch, so viele verschiedene Stäbchen habt ihr auf einem Haufen noch nie gesehen! Als Europäer mag ein Stäbchen oftmals nicht so eine Bedeutung haben, aber für die Japaner ist es DAS Utensil zur Nahrungsaufnahme und das auch heute noch. In diesem Laden merkte man, dass es für jede Person das passende Stäbchen geben muss. Unterschiedliche Materialien, angeraute oder glatte Spitzen, ausfahrbare und zusammenschraubbare Reisestäbchen, Luxusstäbchen, verzierte Stäbchen, geschirrspülergeeignete Stäbchen, handbemalte und gravierte Stäbchen und ja – sogar Partnerstäbchen und Kinderstäbchen!
Auch wir wollten uns ein paar richtig gute Partnerstäbchen gravieren lassen. Ich habe auf je ein Stäbchen den Namen in Latein und auf das andere Stäbchen in Japanisch schreiben lassen. Die Spitzen sind angeraut für besseren Griff beim Essen und sie sind aus einem dunklen Holz handgefertigt. Am Ende der Stäbchen sind Darstellungen des Fuji zu sehen. Einmal bei Sonnenuntergang und einmal mit Kirschblüten. Die Stäbchen für die Frauen sind übrigens tatsächlich ein Stückchen kleiner als die Stäbchen für Männer. Billig ist so ein handgefertigtes und graviertes Stäbchen natürlich nicht. Ich habe für meine Exemplare ca. 40 Euro gezahlt. Aber als besonderes und vor allem nützliches Mitbringsel war es mir das auf jeden Fall wert. Schließlich ist es für echte Handarbeit immer noch ein günstiger Preis. Wer allerdings nicht so viel Wert auf Material und Qualität legt oder vielleicht ein günstiges Mitbringsel sucht, für den gibt es in so einem Laden (aber auch in vielen Touristen-Shops) Päckchen mit Stäbchen-Sets, die trotzdem recht gute Qualität haben und typische Touri-Motive wie Samurais oder Hello Kitty zeigen. Da bekommt ihr fünf Stäbchen-Paare schon für umgerechnet 5-6 Euro.

Der Fushimi Inari

Und nach unseren vielen schönen Ablenkungen auf dem Weg, machten wir uns endlich auf in Richtung des weltberühmten Schreins Fushimi Inari. Bekannt ist er vor allem für seine unzähligen roten Tore. Diese sind ein beliebtes Foto-Motiv und werden direkt mit Japan und Kyoto in Verbindung gebracht. Laut der Legende, soll man Hand in Hand durch diese Tore schreiten. Die Beziehung mit der Person, mit der man vom ersten bis zum letzten Tor Händchen hält, wird dann laut Legende für immer halten. Wir hatten uns natürlich vorgenommen, den Fushimi Inari ebenfalls Hand in Hand zu Dritt zu besuchen.

Bevor wir unsere Tour starteten, ließen wir uns erneut ablenken. Ein Shop mit Souvenirs forderte unsere Aufmerksamkeit. Ich habe zugeschlagen, denn ich hatte schon vor Jahren eine Hello Kitty im Kimono gesehen, die komplett aus Kimonostoff besteht. Ich hatte mir vorgenommen, mir so eine Hello Kitty zuzulegen, sollte ich sie in Japan finden. Das war meine Chance! Es gab sogar ein Vorteilspack und so konnte ich auch ein paar Freunden etwas tolles als Mitbringsel kaufen. Danach kam eine sehr wunderliche Japanerin mit Ohrschützern auf uns zu und fragte uns, wo wir herkommen mögen. Sie war wirklich sehr sehr wunderlich, aber supernett und es sollte nicht unsere letzte Begegnung mit ihr sein. Wir trafen sie in den vielen roten Toren noch einmal wieder und schossen ein Foto zusammen.

Und dann ging es ENDLICH zum Fushimi Inari. Wir sichteten die Karte und machten uns Hand in Hand auf den Weg. Was wir nicht wussten: Die Karte zeigte nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Weges der Tore auf den ganzen Berg hinauf und dann wieder hinunter. So wurde der Weg am Ende länger als gedacht. Interessant ist, dass die 1000 Tore alle durch Spenden von Unternehmen, Familien und Einzelpersonen gestiftet sind. Deswegen sind alle Tore mit unterschiedlichen Namen beschriftet. Die kleinste Art der Tore kostet um die 1700 Euro. Der Berg, den wir erklommen haben, ist 233 m hoch. Wir haben für den gesamten Weg gut 3-4 Stunden gebraucht. Alles Hand in Hand. Uns war auf einmal klar, wieso die Beziehung danach ein Leben lang halten muss. Wenn man solch verschwitzte Hände durchhält, schweißt (ha – welch Wortspiel) einen das förmlich zusammen.

Besonders einprägsam sind neben den roten Toren auch die unzähligen kleinen Figuren und Statuen, kleine Schreine und die Natur. Man sollte sich für diesen wunderbaren Berg unbedingt Zeit nehmen, er hat so wahnsinnig viel zu bieten! Nach unserer wirklich tollen und auch etwas anstrengenden Wanderung, waren wir dann aber auch überglücklich, die Hände wieder loslassen zu können. Wir hatten dann erstmal Hunger und haben uns quer durch die Stände auf der Straße vor dem Schrein gefuttert.
Da gab es neben den obligatorischen Taiyaki-Fischen, gefüllt mit roten Bohnen oder Vanillesoße auch Takoyaki, kleine Oktopusbällchen mit einer Soße und Mayo. Außerdem hatte ich ein paar kleine Gyoza, gefüllte Teigtaschen mit Fleisch, Zwiebeln und Soße. Sabi hat dann noch einen Teigspieß probiert. Takoyaki waren so gar nicht meins, was aber vor allem an der Konsistenz liegt, die ich so gar nicht mag. Oktopus ist so wahnsinnig zäh. Die Gyoza waren superlecker, genauso wie das Taiyaki.

Kiyomizudera – Klappe, die Erste

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich der Tempel Kiyomizudera sein. Allerdings hatten wir im Fushimi Inari so viel Zeit verbracht, sodass wir erst gegen 17 Uhr beim Kiyomizudera eintrafen. Die meisten Tempel und Schreine schließen gegen 16 Uhr. Falls ihr Japan besuchen möchtet, plant also so, dass ihr die Tempel möglichst vormittags erledigt! Trotzdem haben wir uns in der Gegend und im Außenbereich des Tempels umgeschaut und die Aussicht genossen. Außerdem haben wir ein paar Läden erkundet. Die Stufen im Kiyomizudera sind übrigens in einem sehr merkwürdigen Maß gebaut. Ein Schritt ist zu kurz und zwei Schritte zu lang, um eine Stufe zu überwinden. Unfreiwillig tippelt man also umher auf diesen Stufen. Als langsam die Sonne unterging, beschlossen wir, ins nahe gelegene traditionelle Viertel Gion Shinbashi weiterzuziehen.

Gion Shinbashi

Gion Shinbashi ist nicht einfach nur traditionell, es ist die typische japanische Nachbarschaft, die man von Kyoto erwartet. Überall finden sich alte Holzhäuser und die Kulisse erinnert an den Film „Die Geisha“. Dort ist die Chance übrigens am größten, auf eine echte Geisha zu treffen. Wir hatten da kein Glück, aber die Umgebung hat und auf jeden Fall entschädigt. Kleine Gassen, rote Zäune, Flüsse und schummrig beleuchtete Straßen.

Zum Abschluss des Tages kehrten wir in einer Bar ein, die Soba anbot. Soba ist ein Nudelgericht aus dunklen Buchweizennudeln. Es wird heiß oder kalt serviert. In der kleinen Bar bestellte man nicht am Tresen oder beim Kellner, sondern am Eingang direkt bei einem Automaten, an dem man auch bezahlte. Man bekam dann eine Marke, ähnlich einer Wartenummer und konnte sich an den Tresen setzen. Diese Bar war wirklich winzig, es hatten an der Bar nur ungefähr 8 Personen Platz. Sehr urig und gemütlich. Dem Koch konnte man beim Kochen zusehen. Würzen konnten wir das Soba anschließend selbst mit Essig und Chili-Soße. Soba ist seit diesem Abend zu meinem japanischen Lieblingsnudelgericht avanciert und hat damit das viel verbreitete Ramen abgelöst. Diese Stärkung war an dem Abend dringend nötig, nachdem wir so viele Schritte getan hatten.

Innenstadt von Kyoto und Book-Off Store

Nach unserem Abendbrot machten wir noch die Innenstadt von Kyoto unsicher. Dort gibt es unzählige Shopping-Straßen. Besonders angetan hatte es uns der Book-Off Store. Dort gibt es gebrauchte Mangas, DVDs, CDs und Merchandise. Wir sind wieder mal eher zufällig dort hineingestolpert und diese Stores für uns entdeckt. Gerade beim Merchandise gibt es viele kleine Sammelfiguren, die super Mitbringsel sind oder einen selbst begeistern können. Es wurde im Verlauf der Reise zur Tradition direkt die Book-Off Stores anzusteuern. Ich habe unter anderem wunderschöne Häkelbücher gefunden. Dafür sollte man nur die passenden Vokabeln und ein paar Fragesätze parat haben, denn die Läden sind nicht gerade klein und es fällt mitunter schwer, das zu finden, was man sucht. Aber die Mitarbeiter waren stets sehr hilfsbereit und haben uns gut weitergeholfen. Also auch hier eine klare Empfehlung und sozusagen ein Insider-Tipp für euch: Book-Off Store. 🙂

Nach unserer gemütlichen Shopping-Tour sind wir wieder in Richtung Ferienwohnung aufgebrochen und haben den ganzen Tag sehr entspannt Revue passieren lassen, bevor wir wie jeden Tag völlig geschafft und glücklich in die Laken gefallen sind.

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, wie wir eine wahre Tempel-Tour in Kyoto absolvierten und am Ende im wunderschönen Bambuswald in Arashiyama landeten. Folgt uns also auch dann wieder auf unserer Entdeckungstour – das erste Mal in Japan!

EURE HACHIDORI

Japan – Tag 2: Shibuya, Game-Station, japanisches Sushi und viele gute Freunde

Liebe Leser,

nachdem ich euch im letzten Beitrag von meinem schlimmen Jetlag und dem dadurch nicht so gut geratenem Ende des ersten Tages erzählte, folgt heute nun die Fortsetzung zu Tag 2 meiner Japanreise.

Am Vorabend hatten wir aufgrund meines Jetlags beschlossen, später aufzustehen und den Tagesplan etwas zu reduzieren. Ich kann nur jedem empfehlen, den ersten Tag nach der Ankunft etwas ruhiger zu planen und auf jeden Fall auszuschlafen, denn mir ging es nach dem Aufstehen bedeutend besser. Ich konnte sogar wieder etwas essen und ich hatte auch nicht mehr das Gefühl, dass diese Reise eine Schnapsidee war.

Da ich am Vorabend auch nicht mehr in der Lage war, zu duschen, habe ich mein Hygieneprogramm an diesem Morgen absolviert, während die anderen beiden Mädels gemütlich Kaffee getrunken und Fernsehen geschaut haben. Es war ein idyllischer Morgen, die Sonne schien und das Wetter machte Lust, die Welt zu erkunden. Nach unserem Frühstück, was wir am Vorabend gekauft hatten, machten wir uns auf den Weg. Unsere Station sollte Shibuya sein, ein Stadtteil von Tokyo mit zahlreichen Geschäften und Büros und dem bekannten Bahnhof „Shibuya“. Weltbekannt ist auch die große Straßenkreuzung in Shibuya, die abends manchmal von bis zu 15.000 Menschen gleichzeitig überquert wird. Später zu den Einzelheiten der Sehenswürdigkeiten noch mehr Details.

Unser Ziel war nicht nur Shibuya an sich, sondern wir wollten uns auch mit ein paar Freunden treffen, die an diesem Tag alle Zeit hatten. Das lag daran, dass dieser Tag ein Feiertag in Japan war, der Gedenktag zur Gründung der Nation. Dieser Feiertag existiert sogar schon seit 1872. Wir hatten jedenfalls großes Glück, dass an unserem ersten aktiven Tag in Tokyo auch alle unsere Freunde frei hatten und das haben wir ausgiebig genutzt. Ryu, der uns am Vortag schon vom Flughafen abholte, war unser erster Kontakt an diesem Tag. Wir trafen ihn an unserem Bahnhof, denn dort wartete er bereits auf uns. Zusammen fuhren wir schließlich nach Shibuya. Dort angekommen, machten wir uns auf den Weg zu einem der bekanntesten Treffpunkte in Japan und dem beliebtesten in ganz Tokyo. Wer kennt sie nicht, die Hachiko-Statue!

HACHIKO, SHIBUYA, TOKYO

Ein kleiner Exkurs für diejenigen, die keine Ahnung haben, wovon die Rede ist: Hachiko war ein in Japan und auch mittlerweile darüber hinaus bekannter Hund von der Rasse Akita. Er gilt dank seiner Geschichte als Inbegriff für Treue. Sein Besitzer war der Universitätsprofessor H. Ueno, der an der Universität Tokyo unterrichtete. Hachiko brachte sein Herrchen jeden Tag zum Bahnhof und holte ihn auch wieder ab. Eines Tages starb Professor Ueno während einer Vorlesung an einer Hirnblutung. Seine Witwe zog fort. Hachiko wurde zu Verwandten in Tokyo gegeben, er riss dort allerdings aus und kam jeden Tag seines Lebens zu einer festen Zeit zum Bahnhof Shibuya, um sein Herrchen abzuholen. Der frühere Gärtner von Professor Ueno wohnte glücklicherweise in Bahnhofsnähe und übernahm die Pflege von Hachiko. Hachiko wartete fast zehn Jahre vergebens auf die Rückkehr seines Herrchens.
An eben diesem Bahnhof steht heute eine Statue von Hachiko, die man nach dem Verlassen des Bahnhofs nur schwer verfehlen kann. Diesen Treffpunkt nutzen viele Japaner. Und ihr könnt euch wirklich kaum vorstellen, wie viele Menschen an diesem Feiertag vorhatten, sich dort zu treffen. Ich war leicht überfordert, denn wir wollten meine Freundin Aiko und ihre Freundin Megumi treffen. Beide hatte ich noch nie persönlich gesehen, Aiko lediglich zweimal über Skype und so hatte ich Sorge, sie zwischen all den fremden Japanern nicht zu erkennen. Glücklicherweise entdeckten Aiko und Megumi uns zuerst, als wir völlig fasziniert auf die Hachiko-Statue starrten und hin- und hergerissen waren zwischen der Suche nach unseren Freunden und dieser entzückenden Fotomöglichkeit.
Ich war auf einmal sehr aufgeregt, denn Aiko spricht kaum Englisch und wir waren auf unsere paar Brocken Japanisch angewiesen und auf Megumi, die für Aiko einige Sachverhalte übersetzte. Mittlerweile war es Mittag und wir hatten nicht allzu viel gefrühstückt, weil wir uns mit unseren Freunden zum Essen verabredet hatten. Sie schlugen uns vor, dass wir japanisches Sushi essen gehen könnten, was auf allgemeine Begeisterung bei uns traf. Vorher jedoch wollten wir noch ein Foto von und mit Hachiko schießen. Warum dort zwei Katzen saßen und vor allem sitzen blieben, das ist uns nach wie vor ein Rätsel.

In der Sushi-Bar

Danach machten wir uns also auf den Weg zur Sushi-Bar „Genki Sushi“. Sie lag nicht weit entfernt, hinter der großen Shibuya-Kreuzung ein paar Straßen weiter. Es war ein Running-Sushi, bei dem die Teller mit dem bestellten Sushi auf einem Förderband an den Tisch geliefert werden. Die Auswahl in Tokyo erfolgte nicht etwa über einen Kellner, sondern über ein Tablet. Dort konnte man seine Bestellung aufgeben und pro einer bestimmten Anzahl bestelltes Sushi bekam man ein kleines Mini-Spiel angezeigt. Dort konnte man Roulette spielen und ein zusätzliches Gericht gewinnen.

Nun fragt ihr euch sicher, ob das Sushi in Japan sich von Sushi in Deutschland unterscheidet. Ich muss zugeben, ich habe mir immer gedacht, dass es da gar nicht so viele Unterschiede geben kann, aber da habe ich eindeutig falsch gelegen. Zwischen Sushi in Japan und Sushi in der Heimat liegen Welten (und das nicht nur von der Entfernung her). Es gibt einfach Sorten, die es in Deutschland nicht gibt. Und auch, wie das Sushi serviert wird, unterscheidet sich oft. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel: pürierter aufgeschäumter Thunfisch mit Sahnehäubchen auf Reis. Ja, das ist Sushi. Konsistenz – gewöhnungsbedürftig. Geschmack – 1A. Generell gab es unzählige Fischsorten, die wir erstmal googlen mussten. Und natürlich schmeckt der Fisch unheimlich frisch in Japan. Man merkt einfach, dass man am Meer und an der Quelle sitzt. Wer in Japan ist, sollte sich das japanische Sushi auf keinen Fall entgehen lassen. Bei Miso-Suppe wäre ich übrigens vorsichtig. Wir hatten eine bestellt, in der eine halbe Krabbe drinlag – mit Schere und Auge. Wer da zu zart besaitet ist, der sollte vorher ganz genau übersetzen lassen, was drin ist.
Das beste am Sushi-Restaurant war (neben dem Sushi) der Wasserhahn mit heißem Wasser auf dem Tisch. Wozu? Natürlich, um sich den bereitstehenden Matcha-Tee anzurühren. In Japan bekommt man in jedem Restaurant kostenlos Wasser und/oder grünen Tee. Das war wirklich sehr praktisch, weil man Kosten einsparte und immer genug zu trinken hatte. Dieser Service ist einer der Dinge, den ich sofort nach Deutschland übernehmen wöllte.
Nachdem wir uns durch die Speisekarte gefuttert und einen beachtlichen Tellerturm gebaut hatten (die Bedienung hat uns unterstützt, damit wir unseren Fotowunsch erfüllen können), haben wir uns so schnell es ging entfernt, denn gemütliches Rumsitzen ist in japanischen Restaurants nicht üblich. Dort wird gegessen und dann weitergezogen.

Unser erster japanischer Shop

Wir hatten schließlich noch einiges vor. Beispielsweise wollten wir den Shop „It´s Demo„, den wir auf dem Hinweg zum Restaurant sahen noch besuchen. Dort gab es Schminke und Kitsch, wie Büroutensilien und sowas. Es war ein bunter, kitschiger, absolut japanischer Laden. Ich war sofort verliebt und hätte auf Anhieb alle Klebezettel und jeden anderen Firlefanz kaufen können. Aber da war das Budget noch frisch und wir Mädels noch etwas knauserig und vorsichtig.
Am Ende haben wir erstmal nichts gekauft und sind zurück zur großen Kreuzung gelaufen, weil wir uns noch einen Lebenstraum erfüllen wollten.

Die verrückte Shibuya-Aktion

Wir hatten uns geschworen, sollten wir nach Japan kommen, würden wir japanischen Boden küssen. Als geeigneten Ort haben wir die Shibuya-Kreuzung auserwählt. Es mag etwas übermütig und krass euphorisiert klingen, war am Ende aber eine meiner Lieblingserinnerungen. Als die Ampeln auf Grün schalteten, rannten unsere Freunde voraus, filmten und knipsten uns, was das Zeug hielt und wir verbeugten uns, knieten nieder und küssten japanischen Boden. (In Japan kann man sowas in einer Metropole machen – Japan ist sauberer als alles, was ich vorher sah.) Und der Freude über unsere Aktion nicht genug, einige Japaner applaudierten uns und ein besonders mutiger Japaner machte einfach mit! Da soll nochmal einer sagen, die Japaner wären schüchtern oder verklemmt. 😉 Später erklärte mir Ryu, dass auf dieser Kreuzung oft irgendwelche verrückten Flashmobs von Ausländern gemacht werden und, dass die Japaner deswegen gar kein Problem mit solchen Aktionen hätten.

Nachdem wir uns alle sehr über unseren filmreifen Auftritt amüsiert hatten, mussten wir uns auch schon von Megumi trennen, die noch eine andere Verabredung hatte. In dieser kurzen Zeit war sie uns schon so sehr ans Herz gewachsen, dass es für uns ein wirklicher Verlust war, sie gehen zu lassen. Aiko und Ryu jedoch blieben und begleiteten uns zu unserer nächsten Station – einer japanischen Game-Station.

Auf dem Weg zur Game-Station sahen wir beim erneuten Überqueren der Shibuya-Kreuzung die sehr bekannten Mario-Kart-Fahrer. Sie sind oft in Videos über Japan zu sehen. Mario-Kart ist ein Videospiel mit Super Mario und anderen Charakteren aus diesem Universum. Sie fahren in Karts um die Wette. In Tokyo gibt es eine Gruppe Personen, die diese Figuren nachstellt und damit durch den Stadtverkehr düst. Wir hatten sogar das Glück, sie ein zweites Mal am nächsten Tag zu sehen, aber dazu ein andermal mehr. Wir freuten uns jedenfalls sehr, als wir diese Gruppe zu Gesicht bekamen.

Taito Game Station, Shibuya, Tokyo

Wer vielleicht den Film „Wasabi“ mit Jean Reno kennt, der erinnert sich an die Szene in einer japanischen Spielhalle. Einer unserer Träume ging mit dem Besuch dort in Erfüllung. Wir besuchten die nahegelegene Taito Game Station Shibuya. Wir wurden empfangen von einer unglaublichen Lautstärke. Ein Gemisch aus japanischer Musik, quietschigen Lauten und Geklimper und Getrommel. Zudem war die Umgebung auf einmal mehr als taghell und so bunt, dass jeder von uns erstmal reizüberflutet war. Jeder Zentimeter wollte aufgenommen und erkundet werden, aber es waren schlicht zu viele Eindrücke. Im Obergeschoss befanden sich typische Spielautomaten, wie man sie vom Rummel kennt. Unschaffbare Herausforderungen, bei denen es unheimlich süße Stofftiere zu gewinnen gibt. Aber auch ein paar andere Spiele waren schon vertreten. Beispielsweise ein Trommelspiel, bei dem man im Takt verschiedene Teile der Trommel schlagen muss. Mein Kumpel Ryu gewann ein paar Süßigkeiten bei einem Spiel, wo man die Gewinne von einer Plattform schieben muss. Wir Mädels haben im Obergeschoss kläglich versagt. 😉

Nachdem ein paar Spiele ausprobiert wurden, gingen wir ins Untergeschoss. Dort war es schon etwas düsterer. Spärliche Beleuchtung und unzählige Automaten, einige Tische erinnerten an ein Casino, nur dass diese hier in Tokyo direkt aus der Zukunft stammen könnten. Wir bahnten uns unseren Weg durch lange von Automaten gesäumte Wege. An fast jedem Gerät saß ein Japaner. Es gab unzählige verschiedene Spiele, allen voran viele Koordinations- und Rhythmusspiele. Letztere waren so schwer, dass sie uns unschaffbar erschienen. An einem Automaten hatte man sieben verschiedenfarbige große Tasten, die immer passen zur Anzeige auf dem Bildschirm gedrückt werden sollten. Das klingt allerdings erstmal einfacher, als es dann wirklich ist. Bei der Geschwindigkeit, die dort an den Tag gelegt wird, braucht man eine unglaubliche Konzentration. Mein Highlight war das Tanzspiel. Sowas wollte ich schon immer in einer japanischen Spielhalle machen, also konnte noch ein Haken auf die Lebens-To-Do-Liste. Eine meiner Freundinnen wagte mit mir das Tanzspiel zu starten. Wir versuchten uns an der Anfängerstufe, die wir einigermaßen gut absolvierten. Danach wollten wir es wissen und versuchten noch die Basisstufe … und versagten erneut. Wir hatten natürlich trotzdem sehr viel Spaß und haben sehr sehr viel gelacht.

Nachdem wir das Spiel beendeten, startete ein Japaner das Spiel. Er wählte den Profi-Modus und spielte diesen auch noch perfekt! Es war unfassbar. Verschwitzt aber glücklich, machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station.

Für mich war der Besuch einer Game-Station ein absolutes Muss, aber ich kann es auch jedem anderen empfehlen, der in Japan unterwegs sein sollte. Es ist selbst dann ein Erlebnis, wenn man keine Spiele ausprobieren möchte. Es ist allein schon beeindruckend, den Profis dabei zuzusehen. Es lohnt sich. Also, falls ihr mal in Tokyo sein solltet… 😉

Calla Lily – Purikura Arcade, Shibuya, Tokyo

Unsere nächste Station war ein weiterer Punkt auf dem Wunschzettel und betraf eine weitere typisch japanische Aktivität: Purikura. Das sind süß verzierte Automatenfotos. Natürlich kein Vergleich mit den Fotoautomaten in Deutschland, die eher schnöde und langweilig daherkommen. In Japan wird daraus eine Wissenschaft gemacht. Die Automaten haben verschiedene Filter, schminken die Personen und vergrößern ihrer Augen automatisch. Und damit nur ein kleiner Überblick über deren Funktionen. Natürlich werden diese dann noch mit virtuellen Stickern und Sprüchen von den Fotografierten verziert.

Wir wählten für diese Aktivität die Cally Lily Purikura Arcade. Das ist ein Geschäft, wo viele dieser Automaten stehen und auch Aktionen mit Berühmtheiten stattfinden. Interessant: Männer dürfen nicht in dieses Geschäft, maximal mit einer weiblichen Begleitung. Ryu durfte uns also begleiten, aber erst, nachdem die Dame am Einlass das genehmigt hatte. Wir suchten uns anschließend einen freien Fotoautomaten (was gar nicht so einfach war) und stellten uns hinein. Ja, man steht. Wir hatten zu fünft auch locker Platz und vor uns eine Ablage für unsere Klamotten und unser Gepäck. Es waren Kameras an verschiedenen Stellen angebracht und ein Bildschirm vor uns, auf dem wir uns sehen konnten. Dort wurde uns auch angezeigt, was wir für eine Geste machen sollen. Typische japanische Gesten natürlich. 😀
Man muss sich ziemlich beeilen, die Fotos werden schnell hintereinander geschossen. Danach tritt man heraus und geht um den Automaten herum in einen anderen Bereich des Automaten, wo man die Fotos bearbeitet. Und auch dafür hat man ein Zeitlimit von 5 Minuten, was auf den ersten Blick viel erscheint, wenn man aber nur wenig Japanisch kann und sich durch die Masken klicken muss, ist das erstaunlich wenig. 😉
Am Ende hat Aiko uns dabei wahnsinnig viel geholfen. Danach werden die Fotos ausgedruckt und man kann an einem eigenes dafür eingerichteten Tisch die Fotos zuschneiden.

Vor dem Purikura-Laden standen komische Kästen, die wir erst nicht so richtig zuordnen konnten, bis wir erkannten, dass das kleine Automaten waren, aus denen man Figuren oder anderen Schnick-Schnack gegen ein kleines Entgelt bekommen konnte. Ich hatte mich unsterblich in einen kleinen Pinguin mit einem Reisbällchen verliebt. Ich hatte totales Glück, dass ich ihn tatsächlich bekam, denn es waren noch andere Figuren dort drin. Diese Automaten stehen ungelogen überall in Japan und es lohnt sich, alle zu erkunden, da das Angebot niemals komplett gleich ist. Einige Figuren haben wir wirklich nur an einer Stelle vorgefunden. Die kleinen und detaillierten Figuren sind tolle und preiswerte Mitbringsel.

 

Tokyu Hands & Disney Store, Shibuya, Tokyo

Mittlerweile hatten mir zwei andere Freunde geschrieben, dass sie für uns alle ein Restaurant reserviert haben. Wir hatten bis zur vereinbarten Zeit, zu der wir uns wieder an Hachiko treffen wollten noch Zeit, also schlenderten wir etwas durch Shibuya. Und so stolperten wir in einen der Läden, der zurückblickend zu unseren Lieblingen gehört: Tokyu Hands.
Dieser Laden hat einfach alles, was das Handarbeits- und Bastlerherz begehrt. Von Papier über Sticker bis hin zu Bastelsets. Es war einfach ein Traum. An dieser Stelle möchte ich gar nicht so viel schreiben, sondern lasse die Bilder einfach wirken. Es seit nur bemerkt, dass es 8 Stockwerke gab.

Wir hatten im Tokyu Hands völlig die Zeit vergessen und es war auf einmal spät und wir drängten zur Eile, da wir eine Verabredung hatten. Auf dem Weg zu Hachiko kamen wir am Disney Store vorbei, in den ich wenigstens schnell mal hineinschauen wollte. Und auch da lasse ich die Bilder sprechen, denn ich war verzaubert und wandelte dort wie in einem Traum. *seufz*

Nun verabschiedete sich auch Aiko, was uns nach diesem schönen Tag wirklich Leid tat. Sie war so eine sanfte und nette Person, die wir einfach nicht gehen lassen wollten.

Bei Hachiko trafen wir Shun und Sue. Die beiden waren 2010 auf einer Sprachreise in Erfurt, wo wir sie das erste Mal trafen. Es war wirklich etwas merkwürdig, sich nach so langer Zeit wiederzusehen, zumal Sue und Shun selbst keinen Kontakt mehr hatten. xD Wir bringen die Menschen zusammen. Auf jeden Fall hatten sie nicht nur irgendein Restaurant reserviert, sondern es sollte einer unserer besondersten Erinnerungen werden.

Izakaya „Ohashi“, Shibuya, Tokyo

Sie führten uns geradewegs in das Izakaya „Ohashi“. Das ist ein traditionell japanisches Restaurant, welches auch traditionell eingerichtet ist und ebensolche Speisen serviert. Es war malerisch schön. Der Eingangsbereich war von Bambus gesäumt, drinnen die obligatorische Schwelle, vor der die Schuhe abgelegt wurden. Im gesamten Izakaya waren Tatami-Matten ausgelegt, weswegen wir ohne Schuhe dort entlang gingen. Jede Gästegruppe hatte einen eigenen Raum, der mit einer Tür oder einem Tuch abgetrennt war. Man saß natürlich standesgemäß auf dem Boden, unter dem Tisch war ein Loch, wo man die Beine abstellen konnte. Diese Art von Sitzen wurde wohl erst entwickelt als mehr Ausländer nach Japan kamen, erklärte man uns. Die Beleuchtung war warm und schummrig, langsam merkte ich die zurückgelegten Meter des Tages und wurde auf einmal ziemlich müde. Ich beschloss, auf Toilette zu gehen und mich kurz frisch zu machen. Ich öffnete die Schiebetür, schloss sie leise hinter mir, bedacht auf ein höfliches und ruhiges Verhalten. Vorbei an den leicht wehenden Vorhängen hörte ich japanisches Gemurmel, sah sitzende Silhouetten und hörte ein paar Japaner lachen. Ich kam zu einem Rondell, welches über und über mit kleinen LED-Lampen ausgestattet war. Man konnte von hier oben in einen Innenhof schauen, der japanisch bepflanzt war. Ich war verzaubert. Ich war im Himmel. Das war so ziemlich das japanischste, was uns passieren konnte mitten in der Großstadt. Und das gleich am ersten Tag. Ich war seltsam ergriffen. Auf Toilette angekommen musste ich dann jauchzend lachen, denn dort standen die ersten Toilettenpantoffeln, die wir auf unserer Reis wirklich selten sahen. In Japan ist es üblich, dass für die Toilette extra Hausschuhe bereitstehen, damit man den Rest der Wohnung nicht verunreinigt, wenn man vom Klo kommt. Nachdem ich mich etwas frisch gemacht hatte, begab ich mich zurück, wo die anderen schon über der Speisekarte brüteten. Unsere Freunde bestellten einfach mehrere Spezialitäten für uns. Da war neben Salat auch Krabbenpaste, Kartoffelbrei mit Fischsauce und allerlei andere Speisen, die uns erwarteten. Außer der Krabbenpaste hat alles sehr lecker geschmeckt.

Takeshita Dori, Harajuku, Tokyo

Nachdem wir aufgegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Ryu begleitete uns, denn wir wollten noch einen Abstecher auf die Takeshita Dori machen. Diese Shoppingstraße hattez war längst geschlossen, aber wir wollten sie gern wenigstens kurz sehen, da wir die nächsten Tage keine Gelegenheit mehr dazu haben würden. Auf dieser Straße gibt es viele Mode-Boutiquen, Cafés und Restaurants. Direkt hinter der Straße liegt der Bahnhof „Harajuku“, von dem wir anschließend nach Hause fuhren.

Auf dem Nachhauseweg kauften wir in einem Konbini (24-h-Laden) noch das Frühstück für den Folgetag und beschlossen, auf den Tag anzustoßen. Als wir in der Unterkunft ankamen, hoben wir die Gläser (naja… Dosen) auf unsere Reise. Ein wirklich gelungener Auftakt.

Wir hatten viel erlebt, viele Freunde getroffen und viel gesehen. Auch an diesem Tag fielen wir in einen tiefen, sehr sehr glücklichen Schlaf.

Was wir am nächsten Tag in Tokyo alles erlebten, wie der erste Tempel und Schrein für uns war und wen wir dort noch alles getroffen haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag zu meinem Japan-Special!

Coming soon!

EURE HACHIDORI

Was würde auf eurer Japan-/Tokyo-Wunschliste stehen? Stehen vllt sogar schon einige der genannten Aktivitäten darauf? Habt ihr vielleicht jetzt erst Lust bekommen, Japan mal zu bereisen? Lasst mir gern einen Kommentar mit euren Gedanken hier!

Japan – Tag 1 *TEIL 2*: Erster Nachmittag und Abend in Tokyo

Liebe Leser,

im letzten Beitrag konntet ihr darüber lesen, wie wir nach Tokyo geflogen und dort angekommen sind.

Heute führe ich die Geschichte des ersten Tages weiter.

AM FLUGHAFEN

Nachdem wir mit einem großen RUMMS in Tokyo gelandet waren, mussten wir uns erstmal etwas sortieren, unser Gepäck in Empfang nehmen und uns noch ein bisschen erfrischen. Ein bisschen beeilt haben wir uns währenddessen, weil mein Freund Ryu uns am Flughafen abholen wollte.

Ich war sehr aufgeregt, ihn wiederzusehen, lag sein Besuch in Deutschland doch schon 6 Jahre zurück. Und tatsächlich erwartete er uns in der Ankunftshalle. In dem Moment, in dem die Schiebetüren aufgingen und er dort stand, wurde mir einmal mehr bewusst, wo wir uns gerade befanden. Doch auch dieses Mal hielt der Moment nicht lange an und danach verschwand die Gewissheit wieder im allgemeinen Dunst des Jetlags.

Unser erstes Ziel nach der Ankunft war ein Shop, in dem wir unsere SIM-Karten erhalten sollten, die wir vorher bestellt hatten (ich berichtete). Die Abholung war problemlos und Ryu half uns, die Karten einzusetzen. Wir waren allerdings so müde, dass wir die Anleitung nicht richtig lasen und kurzerhand die Aktivierung vergaßen. Wir gingen schon davon aus, dass wir ohne mobiles Internet durch Japan navigieren müssten, als wir ein, zwei Tage später unseren Fehler bemerkten.

Jedenfalls kann ich die Japan Welcome Sim nur empfehlen, mir hat sie gute Dienste geleistet und gerade zu Navigationszwecken hätte ich sie nicht missen wollen.

Nach der Abholung der Sim-Karte mussten wir noch den Japan Rail Pass eintauschen. Vorher wollten wir jedoch erstmal einen Happen zu uns nehmen, darum sind wir im Flughafen irgendwo in ein paar Restaurants gegangen. Die anderen haben alle einen japanischen Hamburger ausprobiert, aber ich habe keinen Bissen runtergekriegt, weil mir ziemlich schlecht war. Der Jetlag machte sich langsam bemerkbar. Deshalb habe ich nur eine kleine Misosuppe im Becher geschlürft. Ein wahres Wundermittel, denn danach ging es mir schon etwas besser. Ich war überrascht, dass ich am Boden des Bechers Muscheln vorfand, da die Misosuppen in Deutschland ohne sie serviert werden. Da die Misosuppe trüb war, konnte ich das vorher gar nicht sehen und war doch sehr erstaunt über die frischen kleinen Muschelschalen.

Nachdem wir den Japan Rail Pass umgetauscht hatten, fuhren wir zu unserer Unterkunft. Am Bahnsteig erwartete uns erstmal ein merkwürdiges Bild. Dort waren Barrieren zwischen dem Steig und dem Gleisbett. Eingearbeitet waren Türen, damit man trotzdem in die Bahn einsteigen könnte. Ryu erklärte uns, dass das ein Schutz wäre, um Selbstmörder davon abzuhalten, sich vor den Zug zu werfen. Solche Absperrungen gäbe es an allen von Selbstmördern hoch frequentierten Bahnhöfen. Mir war zwar bewusst, dass die Selbstmordrate in Japan hoch und auch die Wahl des Springer vor einem Zug eine gängige Praxis ist, jedoch traf es mich viel tiefer, dieses Thema so krass im Alltag integriert zu sehen. Natürlich stellt sich die Frage, ob jemand, der so verzweifelt ist, nicht einfach über diese „Zäune“ klettert, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Der Zug kam und hielt mit den Eingängen genau vor den Türen der Absperrungen. Als wir einsteigen, waren unsere Gedanken schon wieder ganz woanders, wir mussten einfach zu viele Eindrücke verarbeiten. Einiges setzt sich jetzt erst so richtig. Im Zug sahen wir Tokyo an uns vorbeiziehen und waren voller Vorfreude, es zu erkunden.

Kita, Tokyo

Unser Ziel war der Bezirk Kita in Tokyo, wo unsere Unterkunft sich befand. Direkt am Bahnsteig begrüßten uns ein paar Getränkeautomaten, die wir auf unserer Reise sehr zu lieben lernten und die ungelogen alle 200 bis 500 Meter auf der Straße stehen. Doch diese zwei Automaten sollten besonders sein, denn es waren die ersten, an denen wir ein Getränk erwarben. Ich kaufte mir einen Smoothie in einer Art Mini-Tetrapak. Erstaunlicherweise schmeckte er ganz vorzüglich. Generell sind die Getränke aus den Automaten in Japan von guter Qualität und kein Vergleich zu unseren Billiggetränken, die oft mehr nach Wasser und Zucker schmecken, als nach anderen Dingen. Natürlich gibt es in den Automaten ebenfalls Softgetränke. Der wirkliche Clou sind aber die warmen Getränke, die von Automat zu Automat unterschiedlich angeboten werden können. Neben Kaffee in allen erdenklichen Formen, gibt es recht häufig, den von mir heiß geliebten warmen Zitronentee, ein fürchterlich süßes Getränk, was einfach wunderbar ist, vor allem, wenn es draußen kalt ist. Außerdem wird fast immer wärmer grüner Tee angeboten. Die warmen Getränke sind auch nicht so pupslau, wie hier in Deutschland, sondern sind richtig heiß und die Getränke sind praktischerweise in wiederverschließbaren Flaschen abgefüllt. Sehr praktisch, wenn man die oft reichlich großen Flaschen nicht auf einen Schlag leeren möchte.

Nun verließen wir den Bahnhof und schlenderten durch mehrere Gassen zu unserer Unterkunft. Die typisch japanischen Gassen mit ihrer Enge und den Oberleitungen haben uns sofort mit ihrem rustikalen Charme bezaubert. Außerdem hatten es uns die Gullideckel angetan, denn die sehen in jeder Stadt anders aus, teilweise gibt es sogar mehrere Designs pro Stadt. Der erste Deckel, den wir in Kita entdeckten, war mit einer Kirschblüte verziert.

Und dann waren wir da – unsere Unterkunft in Tokyo. Nachdem wir die Treppen hinaufstiegen, schlossen wir die Tür auf und wurden von dem traditionell japanischen Eingangsbereich begrüßt. Nach dem Betreten befindet sich dort eine Schwelle, die nur mit Hausschuhen oder in Socken betreten werden darf. Straßenschuhe müssen unbedingt unterhalb dieser Schwelle geparkt werden. Unsere Hausschuhe standen schon bereit. Die Wohnung bestand aus Eingangsbereich mit Küche, einem Bad und einem Schlafzimmer mit Doppelstockbetten, wofür ich gerade in der ersten Nacht sehr sehr dankbar war. Außerdem gehörte zur Wohnung ein kleiner Balkon. Vor dem Balkon waren einige Zedern und natürlich Kirschbäume, die noch nicht blühten.

Kita an sich ist eine sehr ruhige, typisch japanische Nachbarschaft. Hier gibt es nicht nur viele Gassen und viele Häuser mit viel zu kleinen, aber üppig bepflanzten Vorgärten, sondern auch eine für Japan typische Einkaufspassage. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, da es eine Nachbarschaft abseits des Trubels der Tokioter Innenstadt ist. Die Wohnung hat uns das Gefühl gegeben, wirlich mitten unter Japanern zu leben und das hat maßgeblich zu unserem Urlaubserlebnis beigetragen.

Eine Sache, an die ich mich in Japan aber zu keiner Zeit gewöhnen konnte, waren die fehlenden Zentralheizungen. In Japan wird generell mit Klimaanlagen geheizt und im Badezimmer beispielweise, gibt es generell gar keine Heizung. Da wir im Winter nach Japan reisten, hatten wir uns schon auf solche Bedingungen eingestellt, aber die Dusche fiel eben etwas kürzer aus, als in den mollig beheizten Heimatbädern. Noch dazu haben die Japaner eine höchst interessante Bauweise einiger Dinge. In unserer Ferienunterkunft in Tokyo führte das Rohr der Klimaanlage durch das Bad nach draußen. Allerdings war die Stelle, an der das Rohr durch die Wand ging, nicht verspachtelt oder verkleidet, da war schlichtweg ein Loch in der Wand, durch welches man hinausschauen konnte. Und das in einem hochtechnologisierten Land. Das fanden wir schon alle Drei sehr erstaunlich.

Was wir an der Unterkunft umso mehr genossen, war der Fernseher. Solltet ihr mal nach Japan reisen und die Möglichkeit haben, japanisches Fernsehen zu genießen, dann plant dafür auf jeden Fall ein bisschen Zeit ein. Es gibt so viel zu entdecken und auch, wenn man nicht alles versteht, gab es sehr witzige Sender und vor allem Werbesendungen. Wir hatten wirklich unseren Spaß damit.

Aber nun zurück zu dem ersten Abend in Tokyo. Ryu hatte uns in die Unterkunft begleitet und wir haben unserer Sachen ein wenig ausgepackt und uns frisch gemacht sowie ein paar Leute angerufen. Dann beschlossen wir, dass wir den noch frühen Abend nutzen wollten, um die ersten Ecken von Tokyo zu entdecken. Mittlerweile war ich voller Euphorie, durch die Misosuppe gestärkt, ging es mir also zunächst klasse.

Durch den Japan Rail Pass konnten wir uns an den Bahnhöfen sehr schnell bewegen. Man braucht ihn nur an dem Schalter vorzeigen und darf passieren, ohne die anderen Menschen aufzuhalten. Damit ist man häufig sogar schneller als die anderen, die durch die Ticketschleusen müssen.

Akihabara, Tokyo

Unsere erste Station war Akihabara. Dieser Stadtteil ist auch bekannt als „Elektronikviertel“. Das kommt vor allem dadurch, dass es hier wahnsinnig viele Leuchtreklamen gibt und, dass der Stadtteil vor allem eine breite Palette an elektronischen Produkten anbietet. Dadurch ist dieser Bezirk der Treffpunkt Nummer 1 für die sogenannten Otaku. In Deutschland wird der Begriff vor allem von den Japan-Fans selbst gebraucht und da vor allem von Anime- und Manga-Nerds. Tatsächlich ist der Begriff mittlerweile mit dem Word „Nerd“ oder „Geek“ gleichzusetzen. In Japan hatte der Begriff aber lange nur eine negative Färbung und wurde von Außenstehenden für die „gruseligen Stubenhocker“ genutzt. Heutzutage verwenden ihn auch in Japan die Otakus selbst, aber eben auch die Kritiker, die den Begriff prägten.

Kennzeichnend für Otakus ist eine große Leidenschaft für das Land Japan und für Anime, Manga und Videospiele (BTW, ich sehe mich selbst nicht als Otaku). Wie bereits erwähnt, ist Akihabara der Haupttreffpunkt dieser Szene. Hier gibt es auch spezielle Gebrauchtwarenläden, wie das große acht Stockwerke hohe Gebäude „Sega-World“. Auch Cosplay-Cafés gibt es hier zuhauf.

Wir haben tatsächlich von dem trubelig klingenden Stadtteil nicht viel mitbekommen. Wir sind abends dort angekommen und waren zunächst auf das Square Enix Cafe fixiert. Square Enix ist ein japanischer Hersteller von Videospielen und Mangas. Bekannt ist es vor allem für Reihen wie Final Fantasy. Aus diesem Grund wollten wir das Café gern besuchen. Leider wussten wir nicht, dass man hier reservieren muss, außer man kommt nach 21 Uhr. Da wir für die Zeit nach 21 Uhr aber noch etwas anderes geplant hatten, strichen wir den Punkt von der Liste. In den internen Café-Shop durften wir trotzdem gehen und haben so einen Einblick in das Café erhalten. Ich muss sagen, so spektakulär wie gedacht war es gar nicht. Weder typische Dekoration, noch Merchandise, was rumstand. Auch das Essen sah normal aus. Deswegen waren wir froh, dass wir mehr Zeit für unseren Ausflug durch Akihabara hatten.

Wir gingen auf die andere Seite des Bahnhofs und da waren wir erstmal geblendet von den unzähligen Leuchtreklamen. Es war sehr eindrucksvoll und auch deswegen sind wir nirgendwo eingekehrt, weil wir aus dem Staunen nicht herauskamen. Wir haben lediglich das Bild der Szenerie auf uns wirken lassen. Letztlich kamen wir an einer Art Imbissbude vorbei und haben uns das erste Mal „Taiyaki“ bestellt. Das ist ein gefüllter Teigfisch. Traditionell ist er gefüllt mit einem Mus aus roten Bohnen. Mittlerweile gibt es aber viele andere Sorten. Mir persönlich hat es die Sorte „Custard Cream“ angetan, da ist der Fisch mit einer fast puddingartigen warmen Vanillecreme gefüllt. Einfach köstlich! In den ersten Tagen haben wir jeden Tag mindestens ein Taiyaki gegessen, wir waren geradezu süchtig und dieser kleine Fisch hat uns durch unseren ganzen Urlaub immer wieder begleitet.

Nach dem kleinen Snack machten wir uns aber noch auf, einen anderen interessanten Ort in Tokyo zu erkunden.

Omoide Yokocho, Shinjuku, Tokyo

Im Stadtteil Shinjuku befindet sich der sogenannte Teil „Omoide Yokocho“. Kennzeichnend für diesen Bereich sind die dunklen, von roten Papierlaternen beleuchteten Gassen mit vielen kleinen Bars zum Einkehren. Wir wollten dort etwas kleines zum Abendbrot finden und die Gegend auf uns wirken lassen.

So war es dann auch. Mittlerweile merkte ich die Auswirkungen des Jetlags extrem. Mir ging es seit dem Aufbruch aus Akihabara gar nicht gut. Mittlerweile war es aber auch schon circa 20:30 Uhr Ortszeit und ich hatte im Flugzeug nur eine Stunde sehr unruhig geschlafen. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf einem Schiff stehe und von vorn alle paar Sekunden eine Welle kommt. Außerdem hatte ich abwechselnd Heißhunger und fünf Minuten später konnte ich nichts anrühren, weil mir so schlecht war. Ich fühlte mich wirklich miserabel. Ich war in meinem ganzen Leben noch niemals so müde gewesen.

Aber erstmal schlenderten wir durch die engen Gassen von Omoide Yokocho, auf der Suche nach einer Bar. Als wir eine gefunden hatten, die auch etwas zu Essen anbot, ließen wir uns dort nieder und quetschten uns zu viert an einen viel zu kleinen Tisch. Es war sehr eng, aber atmosphärisch, um uns herum das Schnattern der anderen Gäste, irgendwo dazwischen erhaschte man einen Fetzen Musik.

Wir bestellten Essen, auch ich, denn auf einmal hatte ich wieder Hunger. Als das Essen dann kam, konnte ich wieder nichts anrühren und wir beschlossen, nach dem Essen so bald wie möglich aufzubrechen, denn ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich, wenn ich jetzt die Augen schließe, nicht mehr aufwache, bis ich ausgeschlafen hätte.

Da es mir nicht gut ging, konnte ich den Flair dieser Bar nur gedämpft aufnehmen. Durch den Jetlag weiß ich auch nicht mehr alle Details des Abends. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Heimweg Ryus Zwillingsbruder trafen.

Als wir die Unterkunft erreichten, war ich gerade noch fähig, mir die Zähne zu putzen und fiel völlig erschöpft ins Bett. Ich war richtiggehend verzweifelt, weil es mir so schlecht ging und ich hatte auf einmal ganz plötzliches Heimweh und bereute es, dass ich nach Japan geflogen war. An dieser Stelle möchte ich meinen zwei Freundinnen ein großes Lob aussprechen, weil sie mich beruhigten und mich irgendwie dazu brachten, einzuschlafen. Völlig fertig von der Reise und den Eindrücken. Ich habe nachgerechnet – ich war ungefähr 34 Stunden am Stück wach, wenn man die eine Stunde Schlaf im Flieger außer Acht lässt.

So ging der erste Tag in Japan für mich mit viel Dramatik zuende. Doch ich ahnte noch nicht, dass die folgenden zwei Wochen umso schöner werden würden und fiel in den tiefsten Schlaf meines Lebens.

Wie ich mich nach dem schrecklichen Jetlag-Abend fühlte und was wir am zweiten Tag erlebten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag zu meinem Japan-Special.

Coming soon!

EURE HACHIDORI

Hattet ihr schonmal einen richtig fiesen Jetlag? Was war euer Wundermittel dagegen? Wachbleiben oder gleich schlafen gehen? Was war eure weiteste Reise? Könnt ihr im Flugzeug schlafen? Und würdet ihr auch gern die beschriebenen Orte sehen?

Japan – Tag 1: Der Hinflug & Ankunft in Tokyo

Hallo liebe Leser,

endlich geht es los mit dem großen Reisetagebuch zu meiner Japanreise. Und natürlich fangen wir chronologisch mit dem ersten Tag und der damit verbundenen Anreise an.

DRESDEN > FRANKFURT

Gestartet sind wir in den sehr frühen Morgenstunden eines kalten und ungemütlichen Februartages. Unser Startpunkt war dabei die sächsische Stadt Dresden. Mit unserem ganzen Gepäck sind wir mit den öffentlichem Verkehrsmitteln zum Flughafen gefahren. Dort war um diese Uhrzeit nicht wirklich viel los, wir sind hoch auf die Aussichtsplattform gegangen, nachdem wir das Gepäck abgegeben hatten, um vor der Sicherheitskontrolle noch etwas zu entspannen. Soweit das eben möglich war, denn wir waren natürlich aufgeregt. Unser Plan, vor den Flügen noch Sportübungen zu machen, wurde zunichte gemacht von der schummrigen Beleuchtung und der Dunkelheit vor den bodenlangen Fenstern, durch die wir versuchten Flugzeugstart oder -landung zu erhaschen. Da saßen wir nun, ungeduldig in unseren bequemen Klamotten, die wir uns für den langen Flug gewählt hatten. Wir hatten uns ein bisschen Proviant mitgenommen, welchen wir nun als Stärkung zu uns nahmen. Danach sind wir gemütlich durch die Sicherheitskontrolle gegangen und haben uns in den Wartebereich gesetzt. Meine Flugangst war wie weggeblasen, denn auf der Strecke Dresden – Frankfurt bin ich oft auf Geschäftsreisen geflogen. Das machte sich bemerkbar, weil ich so zum Beginn gleich ein Heimspiel hatte und so meine Flugangst praktisch nicht existent war. Falls ihr euch erinnert, hatte ich in einem Beitrag vor der Reise von dieser Flugangst erzählt. Umso größer war nun meine Freude, dass meine Befürchtungen umsonst waren. Vielleicht hatte mir die gute Vorbereitung und die Techniken aus dem Flugangst-Forum geholfen.
So. Wir waren also im Wartebereich. Letzte wichtige Infos wurden diskutiert, das Reisegeld übergeben (das hatte ich für alle umgetauscht – money, money, money, hihi) und noch ein bisschen entspannt. Und als das Boarding begann … war ich entgegen meiner Vermutungen auch entspannt. Entspannter als jemals bei einem Flug zuvor. Und auf einmal hatte ich das Gefühl, es geschafft zu haben. Da habt ihr richtig gehört! Ich war selbst erstaunt, wo doch dieser lange Flug noch vor mir liegen sollte, hatte ich trotzdem schon das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Wie sagt man doch? Der Weg ist das Ziel. Und ich denke, das beschreibt mein Gefühl ganz gut. Ich hatte so viele Monate alles geplant und vorbereitet, dass ich in diesem Moment einfach nur glücklich war, dass es endlich losging. Außerdem war ich beruhigt, da uns eine ganz liebe Freundin schon im Vorhinein ganz lieb bei der Sitzplatzbuchung unterstützt hatte und wir auch dank ihr auf jedem Flug zusammen saßen. Auch das beruhigte mich.

Unser erster Flug von Dresden nach Frankfurt war sehr ruhig und dauerte wie immer nur circa 40 Minuten. Ein kleines Getränk und schon war der Flug vorbei.

FRANKFURT > OSAKA

So kamen wir in Frankfurt am Main an und liefen auch dort entspannt und gemütlich durch die Sicherheitskontrolle. Danach sind wir in das Terminal gelaufen, von welchem wir nach Japan fliegen sollten. Auch da waren wir früh genug dran und haben gewartet. Ich bin währenddessen kurz in die Lounge und habe Essen für uns stibitzt, da mein Vielfliegerstatus Ende Februar auslief, wollte ich das noch nutzen. 🙂 Die Lounge in diesem Terminal ist übrigens noch viel komfortabler und hat ein gefühlt 50 Meter langes Panoramafenster. Sehr zu empfehlen.

Als wir dann endlich zu unserem Gate durften, waren wir sehr erleichtert, dass wir wieder ein Stück weiter waren. Denn das durfte man erst ab einer bestimmten Zeit vor dem Abflug, was mir auch noch nicht bekannt war. Und jetzt kommt eines der Highlights. Als wir das Gate erreichten, war dort tatsächlich direkt daneben eine Gaming-Ecke. Dort hatte man verschiedene Spiele, mit denen man sich die Zeit vertreiben konnte! Wie cool war das denn!? So hatten wir schlussendlich doch noch die Chance, unsere Sportübungen vor dem langen Flug zu machen, denn es gab das Tanzspiel „Just Dance“. Nachdem wir uns dort etwas verausgabt hatten, haben wir auf unser Boarding für den Flug nach Osaka gewartet. Viele fragen uns, warum wir erst nach Osaka geflogen sind, um dann nach Tokyo zu fliegen. Wieder andere fragen, warum wir nicht gleich in Osaka gestartet sind, weil wir die Stadt später doch sowieso besuchten. Nunja, ganz einfach. wir wollten in Tokyo starten und uns dann nach Süden vorarbeiten bis nach Fukuoka. Außerdem war dieser Flug billiger als ein Direktflug. Und es war nicht so stressig, wie wir vorher glaubten. Es war im Gegenteil mal ganz schön, sich zwischendurch die Beine zu vertreten.

Doch zurück zum Boarding in Frankfurt. Ich war nämlich schon ganz hibbelig, die große Boeing 747 zu sehen und sie ist wahrlich groß. Kein Vergleich mit dem A380, aber sie ist groß und ich war vorher noch nie in so einem großen Flieger unterwegs. Für mich war das ein absolutes Highlight. Wobei ich rückblickend sagen muss, dass wir in der japanischen Maschine auf dem Rückflug viel mehr Beinfreiheit hatten. Komisch, wenn man bedenkt, dass die Japaner kleiner sind. Allerdings war auch die Maschine kleiner und vielleicht lag es auch daran. Ich war jedenfalls überwältigt von der 747 und war schon gespannt aufs Essen und das Bord-Entertainment. Tatsächlich gab es zur Einstimmung auf Japan sofort die Wahl zwischen normalem und japanischem Menü. Außerdem gab es in der Bordküche jederzeit Onigiri (japanische Reisbällchen), wenn man Hunger bekommen sollte. Später auf dem Flug sollte ich auf einmal großen Hunger bekommen und habe gleich drei Stück in mich reingestopft und fünf Becher Wasser geleert. Zu Beginn des Fluges überwog die Freude und Euphorie und wir fingen sofort an, das Bord-Entertainment zu untersuchen. Da konnte man staunen, welch reichhaltige Film- und Serienauswahl der Flieger hatte (für mich, da ich ja kein Serien-/ Filmjunkie bin). Auch ein paar Minispiele waren dabei. Ich habe mir die Zeit also unter anderem mit dem guten alten „König der Löwen“ vertrieben. Ich konnte leider nicht einschlafen, weswegen ich versuchte mich mit Filmen und Musik in den Schlaf zu wiegen. Leider gelang es mir nur, knapp eine Stunde zu schlafen, was auch unseren Vordermännern zu verdanken war, die den ganzen Flug in der Lautstärke von Brüllaffen eine Unterhaltung führten. Da waren selbst meine Kopfhörer machtlos. Dafür war das Essen wirklich ein Highlight, es hat für das allseits belächelte Flugzeugmahl doch sehr fabelhaft geschmeckt.

Ausgestattet wurde man im Flugzeug neben Kopfhörern übrigens mit einem Kissen und einer Decke, was ich sehr angenehm fand. Aber auch meine eigenen Kopfhörer passten in die Buchse, was natürlich noch besser war. Ansonsten hatte ich mir für den Flug megaviel Beschäftigung mitgenommen (Rätselhefte etc.). Am Ende habe ich nichts davon gebraucht. Ich habe mir Filme angeschaut und versucht zu schlafen, ab und zu die Beine vertreten, die Wolken oder die Aussicht genossen und auf dem Radar geschaut, wo wir gerade sind. Es gibt an Bord so unglaublich viel zu entdecken. Sogar die Toiletten waren überraschend sauber, bis auf eine, die aber im Nu wieder gereinigt war. Ihr lacht vielleicht über diesen Fakt, aber saubere Toiletten sind ein wichtiges Thema, wie ich finde und dieses Thema wird euch auf jeden Fall nochmal in Japan erwarten, da japanische Toiletten für sich genommen schon eine Attraktion sind. 😉 Um es kurz zu machen – der Flug von 11 Stunden vergeht … na? … hihi … wie im Flug! Ha..ha..ha.. okay, der war nicht gut… aber irgendwoher kommt dieser Spruch ja auch…

ANKUNFT IN OSAKA

Als wir nun endlich das japanische Meer überquerten und das erste Mal japanisches Festland sahen, war es um uns praktisch schon geschehen. Tatsächlich war es ein magischer Moment, aber man konnte es noch nicht greifen und erst recht nicht realisieren. Der Anflug auf Osaka war etwas merkwürdig, da der Flughafen auf einer kleinen Insel vorm Festland ist. Kurz vor der Landung sieht man nur Wasser. Das war schon etwas merkwürdig, aber auch witzig. Und dann waren wir mit einem großen RUMMS in Japan gelandet.

Erkannt haben wir das auf den ersten Blick erstmal nur an der japanischen Werbung die irgendwo hing. Richtig bewusst war es uns aber noch lange nicht, auch nicht, als uns im Flughafen erstmal ein Pikachu und eine freundliche Klopapierrolle begrüßten. Wahrscheinlich waren wir einfach zu gerädert vom Flug und von der Aufregung.

Danach erwartete uns erstmal ein „Einwanderungs“-Prozedere. Wir gingen eine Treppe hinunter und auf einmal sah ich eine richtig kitschige Reklame und musste weinen. Warum? Weil mir in diesem Moment so richtig bewusst war, dass ich da bin. In Japan. Meinem Traumland. Das war ein unbeschreibliches und erhebendes Gefühl. Ich habe mich so sehr gefreut, ich konnte nicht anders, als ein paar Freudentränen zu verdrücken, denn ich war so so so glücklich. Neben der obligatorischen Passkontrolle erwarteten uns nett aussehende Japanerinnen an, auf den ersten Blick, Imbisswagen (wie im Flieger) … aber nein… das waren Maschinen zum Abgeben der Fingerabdrücke! Dann noch ein Stempel in den Pass und los ging es!

Wir sind dann schleunigst durch die Sicherheitskontrolle und haben unser Gepäck neu aufgegeben. Das muss man so machen, wenn man einen anschließenden Inlandsflug hat. Das hat den Grund, dass die Leute sehen wollen, dass jemand zum Gepäck gehört. Hat alles reibungslos geklappt, so wie alles in Japan – seufz. Aber dazu später mehr.  Danach ging es also noch einmal durch eine Kontrolle und dann konnten wir endlich etwas in Japan ankommen. Am Gate begrüßte uns ein kleiner Laden, wo ich mir auch sofort ein Onigiri, Mugi-cha (frei übersetzt „Strohtee“, schmeckt in etwa wie der Kinderkaffee Muckefuck) und Wasser kaufte. Dann konnten wir uns auch endlich unserer Thrombosestrümpfe entledigen, die wir vorsorglich anhatten. Ich war übrigens froh, dass wir das gemacht hatten, meine Beine fühlten sich auch so schon schwer an und ich will nicht wissen, wie das ohne Strümpfe gewesen wäre. Die haben schon echt was gebracht, auch wenn sie nicht wirklich schön sind. Kann ich nur empfehlen!

OSAKA > TOKYO

Dann ging es von Osaka nach Tokyo. Mit einer japanischen Airline. Die ein animiertes Belehrungsvideo hatte, in dem ein Roboter (gundam-like) alles erläuterte. Nun waren wir endgültig in Japan angekommen. 😀 Dieser Flug war allerdings komplett von Turbulenzen bestimmt, was mir durch den wenigen Schlaf viel mehr ausmachte, als ich zugeben möchte. Nicht schön. Aber es hat sich gelohnt, weil wir beim Anflug auf Tokyo den wunderwunderschönen Fuji-san sehen konnten. Und auch in Tokyo landeten wir mit einem großen RUMMS.

Wen wir am Flughafen trafen und was wir nach unserer Ankunft noch alles erlebt haben, bevor wir Schlafen gingen – das lest ihr im nächsten Artikel zu meiner Japanreise.
Coming soon! 😉

Ich hoffe der erste Artikel hat euch schon gefallen und ihr habt Lust auf mehr?

Bis bald,

EURE HACHIDORI

Japan – Letzte Planung, Gepäck & Flugangst

Meine lieben Leser,

in ein paar Tagen beginnt das für mich größte Abenteuer meines bisherigen Lebens. Natürlich bin ich dementsprechend aufgeregt. Dies soll mein letzter Beitrag vor der großen Reise werden. Nachdem ich wieder da bin, werde ich dann erstmal die Fotos sichten (und da will ich jedem japanischen Touristen alle Ehre machen) und dann werde ich euch für sehr lange Zeit mit jedem Detail beglücken. (Oder nerven, wenn ihr andere Beiträge lieber lest… Pech gehabt 😛 hihi)

Hach und wo fange ich jetzt nur an zu erzählen?

Was steht denn nun noch auf der Agenda? Die letzten Wochen haben wir die letzten Dinge geplant. Dabei ist mir erst richtig bewusst geworden, dass wir wirklich dorthin fliegen, als sich knapp 2 Wochen vorher alle meine japanischen Freunde gemeldet haben und alle wissen wollten, um welche Uhrzeit wir uns an den betreffenden Tagen sehen würden und wo denn der Treffpunkt wäre. Da hat es richtig Klick gemacht. Auf einmal war alles real. Leider blieb mir nicht genug Zeit, diesen Moment zu genießen, denn die Planungen hatten mich wieder eingenommen.

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Sitzplätze im Flugzeug

Aufgrund unseres Codeshare-Flugs gab es einige Verwirrung bezüglich unserer Sitzplatzreservierungen. Bei einigen Flügen konnten wir das schon alles im Vorhinein machen, bei anderen geht das erst die bekannten 23 Stunden vorher. Und natürlich ist das bei dem Langstreckenflug auf dem Hinflug auch der Fall, weswegen einen die Nervosität wohl erst nach erfolgreicher Reservierung loslassen wird. Der Vorteil an dem Codeshare-Flug ist aber, dass man alles über eine Airline buchen kann, die Flüge werden nur von verschiedenen Airlines durchgeführt.

Dokumente, Papiere und das alles…

Außerdem habe ich alle möglichen Dinge ausgedruckt… meine Herren, wenn diese Reise nicht gut vorbereitet ist… ein richtiger Stapel Papier. Da habe ich unsere Planungen ausgedruckt, dort mal ein paar Anleitungen, dann noch ein paar Notfalldinge… Was ich euch empfehlen würde, wenn ihr so weit fliegt: Kopiert euren Pass und eure Auslandskrankenversicherung, falls das wegkommen sollte. Den Tipp habe ich von einer lieben Freundin erhalten. 😉

Gepäck

Mein Koffer wurde gut eine Woche vorher gepackt und natürlich gewogen, ich habe eine Checkliste geschrieben, um nichts zu vergessen. Kann ich empfehlen, denn man denkt nicht, wo einem der Kopf bei so einer Reise stehen kann. Ich werde einen Koffer mitnehmen und einen Rucksack ins Handgepäck. Ich habe sehr minimalistisch gepackt, damit auf dem Rückflug mehr reinpasst. *höhö* Und natürlich sollte man sich nochmal darüber informieren, was alles rein darf und was nicht. Da gibts Sachen… also nichts entflammbares, nichts spitzes, Lithium-Batterien nur begrenzt und nur im Handgepäck (auch Powerbanks zählen da drunter)… also da habe ich wirklich viel Zeit draufgehen lassen, denn ich hatte keine Lust, dass der Koffer geöffnet wird, sie etwas untersuchen und wegschmeißen und der Koffer am Ende nicht mit- oder nachkommt. Seufz… informiert euch rechtzeitig. 😉
(Witzig fand ich den Hinweis, dass Musikinstrumente bis zu einer gewissen Größe mit dürfen, für diese allerdings ein eigener Sitzplatz gebucht werden soll. 😀 )

Medizin

Was banal klingt, habe ich lieber gleich abgesichert. Alle verschreibungspflichtigen Medikamente (bspw. auch die Anti-Baby-Pille, liebe Mädels) sollte man sich bescheinigen lassen, ich habe mir aber auch frei verkäufliche abstempeln lassen, wie bspw. Allergietabletten, damit die wirklich mit dürfen. Auch da kann ich nur raten – frühzeitig informieren, wenn ihr was braucht.

Gastgeschenke

Die letzten Wochen habe ich noch die letzten Gastgeschenke gekauft und eingepackt. Für alle, die es noch nicht gehört haben, eine kurze Erklärung: Gastgeschenke sind in Japan üblich. Wenn du jemanden triffst, von ihm nach Hause eingeladen wirst oder er dir hilft, solltest du immer ein kleines Dankeschön parat haben.

Flugangst

Schon am Anfang der Geschäftsflüge litt ich unter massiver Flugangst. Mit Atemtechniken und anderen Strategien lernte ich, sie unter Kontrolle zu bekommen. Diese Flüge sind jetzt aber schon sehr lange her und sie waren auch nur Inlandflüge. Seit der Buchung des ersten Langstreckenflugs habe ich wieder Flugangst. Tatsächlich konnte ich durch ein paar neue und alte Techniken in Kombination etwas Entspannung schaffen. Geholfen hat mir vor allem das Forum für Flugangst, in dem man auch viele Rundum-Informationen bekommt. Ich kann es allen Flugängstlichen empfehlen (und das sind mehr als man denkt).

Was mir sehr bei der Planung half

Neben dem Forum für Flugängstliche, haben mir viele andere Seiten bei der Vorbereitung geholfen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die beste und informativste Seite (und auf deutsch!) mit wirklich ALLEM, was man wissen muss, ist der Japan-Blog von Wanderweib. Ich habe Stunden, ach was sag ich, Tage damit zugebracht, mich durch ihren Blog zu schmökern. Für einige Planungsabschnitte war sie unersetzlich für mich. Solltet ihr auch eine Japanreise planen, dann müsst ihr diese Seite unbedingt lesen.
Auf tsunagu Japan habe ich mir viele Ideen für unseren Trip geholt und mir lief bei den Essensempfehlungen jedes Mal das Wasser im Mund zusammen.
Die Seite des JR Passes hat mir viele nützliche Infos zur Transportation in Japan vermittelt und auch wichtige Detailinformationen geliefert.
Auf Japan-Kyoto habe ich ebenfalls den Blog geschmökert und die finalen Tipps für das Sammeln von Goshuin bekommen!
Die App Tabiko hat mir auf den letzten Metern nochmal richtig viel geholfen. Hier hat man die Möglichkeit, alle Fragen zur anstehenden Japanreise oder während der Reise an echte Japaner zu stellen. Ich habe jedes Mal sehr nützliche Infos bekommen und sogar noch manches, was ich auf anderem Weg nicht erfahren hätte.

Und zu guter Letzt: Freunde. Meine Freunde in Japan haben mich über die ganze Planungsphase begleitet und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden, wenn ich etwas wissen wollte. In Deutschland haben mir nicht nur Freunde, sondern auch zahlreiche Bekannte geholfen, war es jemand, der schon in Japan war oder jemand, der mir einfach Tipps über Langstreckenflüge geben konnte. Danke für eure Geduld, Ausdauer und eure unschätzbar große Hilfe.

Und jetzt?

Ihr fragt euch vielleicht, wie das hier ablaufen wird. Ich habe mich dazu entschlossen, die Reise komplett zu genießen und der Blog hat deshalb solange Pause, bis ich wieder da bin. Ich werde mich sicherlich mal über Instagram oder Facebook melden (privat), aber ihr könnt euch jetzt schon auf ausführlichste Beiträge hier auf dem Blog freuen, wenn ich wieder da bin.

Bis dahin melde ich mich ab!
Bis dahin,

EURE HACHIDORI

Japan – Reisevorbereitung – JR-Pass, Suica-Card und Navigation

Liebe Leser,

die große Reise rückt immer näher und damit ihr bezüglich der Vorbereitungen auf dem Laufenden bleibt, kommt hier der nächste Beitrag zu der großen Frage „Wie bewege ich mich in Japan fort?“.
Diese Frage war für mich und meine Freundinnen essentiell, nicht zuletzt, weil wir mehrere Städte besuchen möchten.

 

Der Japan Rail Pass

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Unerlässlich und vielen ein Begriff ist der „JR-Pass“ (Japan Rail Pass). Dieses Ticket ermöglicht es, alle Züge (mit Ausnahme von einigen Privatlinien) in Japan für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen. Das Ticket kann für 7, 14 oder 21 Tage erworben werden. Eine Besonderheit des JR-Pass ist außerdem, dass es neben dem nationalen Pass (gilt in ganz Japan) auch Regionspässe gibt. Solltet ihr also planen, nur in einer bestimmten Region, wie bspw. Kyushu oder Kansai, unterwegs zu sein, dann kann mit den Regionalpässen etwas Geld gespart werden.
Für unsere Reiseplanung war der nationale Pass ein Muss, da wir auch in verschiedenen Regionen unterwegs sein werden. Generell ist der JR-Pass, egal ob national oder regional, eine sinnvolle Anschaffung, da er für den Preis einer Hin- und Rückfahrt von Tokyo nach Kyoto zu haben ist und somit die Kosten für den Transport zwischen verschiedenen Städten bzw. Zügen innerhalb von Städten aufwiegt. Regional lohnt es sich, auch andere Pässe in Betracht zu ziehen, die nicht von JR sind. Hier muss man individuell entscheiden, was besser gefällt und vom Preis her stimmt.

Mehr Infos zum JR-Pass findet ihr auf der Website von japan experience, auf der ich auch mein Ticket bestellt habe. Diese Seite hat viele interessante Infos, wenn man eine Japanreise plant, es lohnt sich, dort etwas zu stöbern!

Suica- und Pasmo-Card

Mir hat sich lange die Frage gestellt, ob in dem JR-Pass auch die U-Bahnen integriert sind. Und das kann ich klar mit NEIN beantworten. (Busse sind einige, aber nicht alle integriert). In Tokyo kann man sicher über einige JR-Züge auch gewünschte Stationen erreichen, will man aber die U-Bahn nutzen, muss man jedes Mal ein Ticket lösen. Diese Kosten sollte man bei der Planung einkalkulieren. Natürlich gibt es Tagestickets und auch hier gibt es spezifische Tickets für einzelne Städte, falls man sich länger dort aufhält, ähnlich der Travelcard in London. Es gibt aber auch elektronische Karten in Japan, die mit einem Guthaben aufgeladen werden können und die dann nur an den U-Bahn-Schalter gehalten werden. So erübrigt sich der ständige Ticketkauf. Die bekanntesten Karten sind die Suica-Card und die Pasmo-Card. Beide sind von der Gültigkeit komplett vergleichbar und decken wirklich viele Regionen ab. Im Endeffekt ist es wirklich egal, welche von beiden gekauft wird. Wir haben uns für die Suica-Card entschieden, weil uns das Design besser gefallen hat – ich meine … da ist ein kleiner Pinguin drauf! 😀

Alle Infos zu den Karten findet ihr ebenfalls auf der Website von japan experience:
Suica-Card
Pasmo-Card

Wie navigiere ich in Japan?

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Diese Frage war natürlich die nächste, die sich mir stellte. Zwar kann man vorher alles schonmal auf Google Maps checken, aber vor Ort wäre eine Navigationshilfe doch wichtig, oder!?

Ich habe daraufhin gedacht – hey kein Ding, dazu gibt es doch die Offline-Karten von Google, da speichere ich mir ganz schlau einfach die Karten ab, die ich brauche. Tja, das wäre zu einfach. Da wir hier in Deutschland leben und dementsprechend auch ein deutsches Telefon haben und einen deutschen Google-Account (ich mutmaße mal, dass es daran liegt), ist es uns nicht gegönnt, Offline-Karten für Japan zu downloaden bzw. zu speichern. 😦 Großes Dislike! Wie unpraktisch ist das bitte!?
(Falls hier einer eine Lösung findet – ich bin interessiert an Lösungen!)

Ich bin also auf die Suche gegangen und habe alles mögliche versucht, um auch gleich meine geplanten Punkte fürs Sightseeing darauf zu speichern. Das, was am besten für die Navigation zu gebrauchen und kostenlos war, ist die App „MAPS.ME“. Allerdings ist das Speichern eigener Orte an eine Überprüfung gebunden und man kann auch keine eigenen Karten speichern usw.

Nun hat Google ja auch die Anwendung „My Maps“. Mit dieser habe ich unsere Routen geplant. Das Manko ist, dass die Navigation eben wieder über Google Maps laufen würde. Und da sind wir auch schon bei der besten Navigationsapplikation. Es ist Google Maps. Das Einzige, was der Nutzung entgegen steht ist das fehlende mobile Internet. Zum Glück gibt es da schon viele verschiedene Möglichkeiten, auch in Japan mobiles Internet zu bekommen (ich berichtete). Mit einer japanischen SIM-Karte steht der Navigation über Google Maps natürlich nichts mehr im Weg.

Und zur Sicherheit sollte man sich vielleicht noch einen guten alten Stadtplan einstecken. Womit wir bei der nächsten Schwierigkeit sind. Es gibt von Tokyo einfach keinen Stadtplan, wo alle Stadtteile drauf sind, die ich gebrauchen konnte. Meistens fehlte Ikebukuro. Außerdem ist der Maßstab sehr sehr grob, was bei der Größe von Tokyo verständlich ist. Aber mal ehrlich, es wäre sehr hilfreich, wenn ich einen richtig großen Stadtplan mit vielen Details hätte, da wäre mir auch egal, wie oft man den falten muss. Ganz brauchbar erscheint mir nun der, den man direkt zum JR-Pass dazukaufen kann. Da sind zumindest alle Stadtteile auf einen Blick.

Speziell auf die Zugfahrpläne bezogen kann ich die App „Hyperdia“ empfehlen. Sie liefert aktuelle Abfahrten. Ein kleiner Haken ist, dass man den Namen der Bahnhöfe kennen muss (Bsp.: nicht „Fukuoka Station“ sondern „Hakata“).

So, das ist jetzt erstmal das, was mir zu diesen Themen einfällt. 🙂 Ich hoffe, es kann euch bei euren Planungen etwas helfen. Bei Fragen zu meinen Erfahrungen wendet euch gern an mich.

Bis bald!

EURE HACHIDORI

Japan – Reisevorbereitung – Karten für das Ghibli-Museum buchen

Hallo liebe Leser,

wie versprochen kommen nach und nach einige Beiträge zur Reiseplanung unserer Japanreise. 🙂 Dieses Mal berichte ich euch etwas darüber, wie ihr an Eintrittskarten für das Ghibli-Museum kommt.

Jeder Japan-Liebhaber kennt sicherlich die wunderschönen Filme von Hayao Miyazaki. Das Ghibli-Museum in Tokyo behandelt auf 7 Stockwerken genau dieses Thema. Mittlerweile ist dieses Museum schon fast ein Must-To-Do für alle, die nach Tokyo reisen. Man müsste meinen, dass es gar nicht so schwierig wäre, an Karten für ein Museum zu kommen, schließlich ist es hierzulande üblich, diese direkt an einem Schalter vor dem Besuch zu erwerben. Nun, bei diesem Museum ist das leider etwas komplizierter.

Die Buchung von Deutschland aus hat zwei Varianten – ausgenommen die Variante „ihr-kennt-einen-Japaner-und-der-bucht-für-euch“. 😉

Variante 1 – Karten über das Reisebüro JTB buchen

Die erste Möglichkeit bietet sich durch das Reisebüro JTB. HIER sind auf der Website von JTB alle Infos zur Buchung zusammengefasst. Unter Angabe persönlicher Daten hat man hier die Chance, über E-Mail eine der begehrten Karten zu ergattern (Das Reisebüro hat auf Nachfrage ca. 10 Karten pro Tag zur Verfügung). Wichtig: Die Buchung muss 4 Monate im Voraus (ab dem 1. des Monats) erfolgen und auf ein Datum festgelegt werden. Dafür sind die Karten aber nicht uhrzeitgebunden. (Die Buchung direkt beim Museum ist zusätzlich uhrzeitgebunden.) Für Erwachsene kostet die Karte hier 18 €. Nach der erfolgreichen Buchung erhält man ein Voucher, was in Japan am Museum dann in eine Eintrittskarte getauscht wird.

Beispiel:
Falls ihr also am 16. Juni eine Karte buchen wollt, müsst ihr am 01. März die Karten buchen.

Variante 2 – Karten direkt beim Museum buchen

Die Tickets des Museums sind an ein festes Datum und eine feste Uhrzeit gebunden. Die Buchung kann ab dem 10. des Vormonats ab 10:00 Uhr japanischer Zeit erfolgen. Weitere Infos erhaltet ihr HIER direkt auf der Seite des Ghibli Museums. Die Buchung erfolgt über die Anwendung LAWSON Ticket. Das Ticket kostet hier umgerechnet 7,54 € (1000 Yen). Die Buchung erfolgt über die folgende Seite.

Beispiel:
Falls ihr also am 16. Juni eine Karte buchen wollt, müsst ihr am 01. Mai die Karten buchen.

Preislich habt ihr also direkt beim Museum einen Vorteil und beim Reisebüro ist es dafür nicht uhrzeitgebunden. Bei beiden ist eine vorherige Reservierung notwendig. Die Entscheidung liegt also ganz bei euch. 🙂

Wir haben etwas mehr investiert und Variante 1 gewählt, damit wir uhrzeitlich flexibel sind. Ich hoffe, euch kann dieser Beitrag bei eurer Reiseplanung irgendwann nützlich sein. Bei Fragen hinterlasst einen Kommentar oder schreibt mir über das Kontaktformular.

EURE HACHIDORI