Rezension – „Wonderlands – Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.“ von Laura Miller u.a.

Meine lieben Leser,

als ich das Buch „Wonderlands“ sah, war ich sofort Feuer und Flamme, es zu lesen. Der wbg-Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, welches ich euch im Folgenden vorstellen darf. Schon der Untertitel des Buches verheißt uns, dass wir uns auf eine interessante Reise machen werden. Ganz nebenbei passte dieses Buch perfekt in den historischen November mit Buchperlenblog!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wonderlands –  Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.
  • Herausgeber/in: Laura Miller
  • Autoren/innen: Jes Battis, Lawrence Battersby, Matthew Cheney, Noel Chevalier, John Clute, Gary Dalkin, Richard Erlich, Peter Fitting, Andrew E. George, Lev Grossman, Mary Hamilton, Robert Holden, Nick Holdstock, Kat Howard, Maya Jaggi, Lydia Kiesling, Paul Kincaid, Reyes Lázaro, Ann Morgan, Mahvesh Murad, Jonathan Newell, Jeff Nunokawa, Abigail Nussbaum, Margaret J. Oakes, Laurie Penny, Andrew H. Plaks, Eric Rabkin, Adam Roberts, David Seed, Tom Shippey, Jared Shurin, Sharon Sieber, James Smythe, Maureen Speller, Darryl Sterk, Matthew Strecher, John Sutherland, Andrew Taylor, Kola Tubosun, Lisa Tuttle, Benjamin Widiss
  • Übersetzer/in: Hanne Henninger, Susanne Kolbert, Madeleine Kaiser
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: wbg Theiss Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Enzyklopädie

INHALT:

Vorweg muss direkt erwähnt werden, wie schön dieses Buch aufgemacht ist. Die Texte sind reich bebildert und sehr hochwertig aufbereitet.

Das Buch „Wonderlands“ ist eine Enzyklopädie, die mit dem Leser eine Reise durch 3000 Jahre der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur unternimmt. Jedem Buch sind dabei zwischen 2-5 Seiten gewidmet. Für jedes dieser Porträts wird über die Handlung des Buches und den Autor berichtet, sowie kleine interessante Fakten in einer Randnote erläutert. Das Cover der ersten Ausgabe und ein Foto bzw. eine Malerei des Autors werden ebenfalls untergebracht.

Gegliedert ist das gesamte Werk in unterschiedliche Epochen. Von „Alte Mythen & Legenden“ über „Wissenschaft & Romantik“, „Das Goldene Zeitalter der Fantasy“ geht es über in die „Neue Weltordnung“ und schließt ab mit dem „Computerzeitalter“.

Angefangen mit dem Gilgamesh-Epos und abschließend mit der neuzeitlichen Literatur, bin ich eingetaucht in die Geschichte meiner liebsten Genres. Hier trifft der Leser auf Altbekanntes, Unbekanntes und neue Impulse. Ich habe unfassbar viele Klebezettelchen verbraucht und meine Wunschliste ist durch dieses Buch nicht gerade kleiner geworden.

Bis auf wenige Ausnahmen, die ich gern vertreten gesehen hätte – mir fehlte bspw. Diana Wynne Jones – habe ich nichts missen müssen. Im Gegenteil war ich überrascht, welche Fülle an Büchern aus dem Genre mir bisher gänzlich unbekannt waren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist in diese Fall sehr schwierig zu bewerten, da er in einer Enzyklopädie eher berichtend daherkommt. Zuweilen hatte ich zwar schon das Gefühl, dass die einzelnen Kommentare zum Buch von verschiedenen Autoren stammen könnten – aber das waren nur kleinere Unterschiede, die mich dazu veranlassten. Vor allem bemerkte ich es in der Nutzung von Fachtermini und der Verständlichkeit, mit der die Handlung des Buches erläutert wurde.
Für mich war der Großteil sehr leicht verständlich und interessant, nur wenige Passagen waren mir etwas zu trocken und konnten mich nicht packen, was dann aber auch an den behandelten Büchern gelegen haben kann.

FAZIT:

Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es ist nicht nur das perfekte Geschenk für jeden Bücherwurm, der die Genres Fantasy und Science-Fiction liebt, sondern auch eine unverzichtbare Dokumentation der wichtigsten Werke aus diesem Bereich. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, die vielen verschiedenen Welten und Geschichten zu entdecken. Die Aufmachung durch den wbg Theiss Verlag hat ihr Übriges getan, um mich abzuholen, da es durch die großformatigen Bilder ein wahrer Augenschmaus war. Durch die kurzen Kapitel lädt es ein, auch zwischendurch in diesem Buch zu blättern. Für mich ist es eines meiner Jahres-Highlights geworden.
Eine wunderschön anzusehende und sehr interessante Enzyklopädie der berühmtesten Werke der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, beginnend vor 3000 Jahren. Absolut empfehlenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


ÜBER UNSERE AKTION „HISTORISCHER NOVEMBER“:

Im Rahmen unseres historischen Novembers lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis ca. 1960 – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #historischernovember.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im historischen November!


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht“ von Sarah J. Maas

Meine lieben Leser,

und schon wieder durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks ein Buch schmökern! Dieses Jahr habe ich einfach unverschämtes Glück. Das diesmalige Objekt der Begierde war „Crescent City“ von Sarah J. Maas. Ich hatte vorher noch nie ein Buch dieser Autorin gelesen, aber alleine die Aufmachung des Buches mit wunderschönem Buchschnitt, über 900 Seiten und traumhaften Cover sowie Illustrationen innenliegend, haben mein bibliophiles Herz erfreut. Ob mich der Inhalt ebenso überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht
  • Autor/in: Sarah J. Maas
  • Übersetzer/in: Franka Fritz, Heinrich Koop
  • Anzahl der Seiten: 925 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Vorab möchte ich euch den guten Rat geben: Solltet ihr das Buch lesen wollen, dann spart euch die Lektüre der Klappentexte, sowohl außen als auch innen. Denn diese beiden Texte spoilern die ersten 200 Seiten des Buches, was die Lektüre für mich sehr beeinträchtigt hat.

Ich versuche euch also im Folgenden die wichtigsten Charaktere und Rahmenpunkte der Handlung darzustellen, ohne euch zu spoilern:

In „Crescent City“ lernt der Leser die Protagonistin Bryce kennen. Ein hemmungsloses Party-Girl, welches sämtliche Klischees bedient. Auf High Heels und in viel zu kurzen Kleidern stöckelt sie durch Crescent City und ist dabei keine Kostverächterin. Sie trinkt viel, nimmt Drogen und hüpft mit jedem ins Bett, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Dass sie selbst sich so oft darüber wundert, dass viele Menschen sie für ein leichtes Mädchen halten, hat mich doch sehr erstaunt. Provoziert sie dieses Bild doch jeden Tag aufs Neue von sich aus.
Mit ihrer Freundin Danika, die einst die Führung der Wölfe übernehmen wird, bildet sie ein skandalöses Gespann.
Als Crescent City von einem Mord überschattet wird, beginnt für Bryce eine schwere Zeit und sie wird alles daran setzen, diesen Mord aufzuklären. Unterstützung erhält sie unter anderem von ihrem Halbbruder Rhune, ihrem beauftragten Beschützer und Engel Hunt, der Feuerkoboldin Lehaba und weiteren Charakteren.
Wer hinter den Morden steckt, welche Vergangenheit Bryce in sich trägt und in welchem spannungsgeladenen Ende die Geschichte mündet, dürft ihr gern selbst lesen.

Nun zu meiner Meinung – die Handlung und auch die Idee klangen spannend und hatten wirklich viel Potential. Leider war durch den Spoiler der ersten 200 Seiten durch den Klappentext bereits viel Länge im Vorfeld erzeugt worden. Gerade am Anfang verliert sich die Geschichte in vielen unwichtigen Details, die später nicht mehr relevant sind. Bryce Ausschweifungen werden mir für ein Jugendbuch dabei einen Tick zu genau beschrieben.
Die unsinnigen und nicht relevanten Dialoge ziehen sich leider durch das gesamte Buch. Dadurch wird die Handlung fad und langatmig. Ich bin mir auch sicher, wenn diese ganzen Dialoge und Informationen auf die wirklich relevanten gekürzt werden würden, hätte das Buch locker 300-400 Seiten weniger. Die Haupthandlung selbst jedenfalls gibt keine über 900 Seiten her. Durch einen größeren Fokus auf den roten Faden hätte mehr Tempo erzeugt werden können – so plätscherte die Geschichte meist so vor sich hin und es wurde schnell langweilig.

Zudem war für mein Dafürhalten kaum Fantasy vorhanden. Mit Ausnahme der Charaktere selbst und kleinerer Elemente ist „Crescent City“ kein Fantasy-Buch. Für mich ist es eher zu bezeichnen als erotischer Krimi mit (lediglich) Fantasy-Elementen. Einige der wenigen Fantasy-Anteile erinnerten mich außerdem an bereits vor Jahren veröffentlichte, namhafte Werke, sodass es jetzt auch nichts Weltbewegendes oder Neues war. Besonders gestört haben mich die modernen elektrischen Geräte wie Handys, Tablets oder Computer. Bryce lebt mit Ausnahme der wenigen Fantasy-Andeutungen in einer modernen Welt, die unserer gleicht und das wird auch zu jeder sich bietenden Gelegenheit in die Geschichte eingebaut.

Wer beim Lesen des vorherigen Absatzes gestockt hat – das Buch hat eine nicht zu übersehende erotische Komponente. Hier habe ich sehr großen Redebedarf. Denn die Umsetzung ist aus meiner Sicht so dermaßen plump und übertrieben, dass ich mehr als einmal beim Lesen die Augen verdrehte. Praktisch jede Person in Crescent City ist – pardon – dauergeil. Mir fällt einfach keine andere Umschreibung ein. Jeder schaut jedem begierig hinterher und natürlich – wie könnte es anders sein – stehen ausnahmslos alle Männer in dieser Geschichte auf die Protagonistin Bryce. Selbst vermeintlich mächtige Gegenspieler bitten sie da zwischendrin um ein Date. Für mich war diese Art der sexuellen Anziehung zwischen einfach allem und jedem so wenig authentisch und die Dialoge so platt, dass ich einfach nur noch genervt war. Dabei gibt es nur eine tatsächliche Sex-Szene im ganzen Buch. Diese ist zwar ebenfalls mit devoten und Macho-Klischees ausgekleidet, aber dennoch frage ich mich, wie ein Buch mit nur einem Akt so viel unnötige, platte und ausschweifende Dialoge zu diesem Thema beinhalten kann. Für mich war das nicht nur ein Zuviel, sondern übertrieben und leider auch keine geschmackvolle Erotik. Vor allem, dass ernste und wichtige Situationen durch diese Einschübe oft nicht mehr ernst genommen werden können, hat mich gestört. Außerdem verliert die Liebesgeschichte an Glaubhaftigkeit, weil praktisch das komplette Buch ausschließlich eine sexuelle Anziehung besteht und dann von einem Moment auf den anderen in die klischeehafteste aller Romantik wechselt.

Was mir besonders sauer aufgestoßen ist, sind zwar wenige, dafür aber einprägsame Momente, in denen äußerliche Merkmale als Grund für Diskriminierungen genutzt wurden. Bryce selbst ist eine schlanke Frau mit üppigen Kurven und lässt es sich nicht nehmen, sich abwertend über die flachen Brüste und den flachen Po ihrer besten Freundin zu äußern – vermeintlich im Spaß. Für mich ist sowas nichtmal im Spaß erlaubt und deshalb mehr als unter der Gürtellinie. Was für eine Botschaft dabei an junge Leser gesendet wird, deren Körper sich gerade verändert und niemals mit vermeintlich perfekten Maßen daherkommt, brauche ich denke ich nicht weiter erläutern.

SCHREIBSTIL:

Der Ton der Charaktere untereinander ist rau. Beschimpfungen bzw. Beleidigungen werden faktisch im Spaß zueinander gesagt, denn die besten Freundinnen bezeichnen sich gegenseitig als „Arschgeige“ oder „Bitch“. Auch Äußerungen wie „Fi** dich“ sind an der Tagesordnung. Wer diese raue Sprache nicht gern liest, sollte einen Bogen um das Buch machen. Es soll vermeintlich cool wirken, hat für mich aber eher einen niveaulosen Eindruck gemacht. Auch die Wörter „Schwanz“, „Titten“ und „vögeln“ werden dermaßen inflationär gebraucht, dass ich mich manchmal fragte, ob es eigentlich noch ein anderes Thema in diesem Buch gibt. Auch die Schilderungen, ob jemand ein Typ ist, der einen von hinten nimmt, Gespräche über Vibratoren und sexuelle Fantasien im Zusammenhang mit dem Lutschen anderer Zehen (bäh!) sind Dinge, die ich dazuzähle und die ich weder in einem Fantasy-Roman, noch in einem Jugendbuch lesen möchte.
Der Schreibstil von Maas ist ansonsten sehr schlicht, aber leider auch sehr nichtssagend und verliert sich viel zu oft in Details. Leider schreibt sie genau das Gegenteil vom viel gelobten „Show, don´t tell“, was das Buch recht schwerfällig macht.

FAZIT:

Wie ihr schon gemerkt haben solltet, konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Charaktere lassen durch ihre aufgesetzte „taffe“ Art wenig Spielraum für Tiefgründigkeit und sollte diese doch mal vorhanden sein, wird diese durch die vermeintlich coolen, sexuellen Anmerkungen ins Lächerliche gezogen. Die Grundidee und die Charaktere hatten viel Potential, welches nicht genutzt wurde. Das Worldbuilding war komplex, aber leider zu strukturlos. Und letztlich muss ich ganz klar sagen, dass es mich aufgrund der vielen Beschimpfungen, der ausgeprägten Brutalität und doch sehr harten und sexuellen Inhalte doch recht sprachlos zurücklässt, dass dieses Buch in Buchhandlungen bisher immer in der Jugendbuch-Ecke zu finden war. Für mein Dafürhalten ist das Buch nicht ab 14 Jahren geeignet, maximal ab 16 Jahren – denn es ist viel zu vulgär und teilweise niveaulos. In diesem Alter können diese Inhalte nicht angemessen eingeordnet werden.
Kein Fantasy – sondern vielmehr ein übertrieben erotischer Krimi mit lediglich Fantasy-Elementen. Viele Längen, unsympathische Charaktere und viele nicht relevante Dialoge machen dieses Buch eher schwerfällig. Außen hui, innen pfui. Für mich leider ein Flop des Jahres 2020.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


Bewertungskategorien:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasie: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Heartless – Das Herz der Verräterin“ von Sara Wolf

Meine lieben Leser,

lang, lang habe ich auf die Fortsetzung des Auftakts zur Reihe „Heartless“ gewartet. Gekauft habe ich das Buch dann direkt zur Erscheinung, aber gelesen habe ich es erst jetzt, weil ich vorher irgendwie nicht dazu gekommen bin. Wieder ärgere ich mich, dass ich so lange damit gewartet habe. Wie mir der zweite Band gefallen hat, schildere ich euch im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Heartless – Das Herz der Verräterin
  • Autor: Sara Wolf
  • Übersetzer: Simone Wiemken
  • Anzahl der Seiten: 512 Seiten
  • Verlag: Ravensbuger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (April 2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten Band – evtl. Spoiler zum ersten Band vorhanden! ***

Zera hat Lucien verraten, um ihr Herz wiederzuerlangen. Noch dazu wird sie von Varia überrascht, Luciens Schwester, die entgegen aller Annahmen noch lebt. So turbulent beginnt der zweite Band.
Um Lucien zu schützen, macht Varia Zera durch eine List zu ihrer Herzlosen, denn sie ist zu allem Überfluss eine Hexe. Zera ist ihr nun auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und ihr Verhältnis zu ihren Freunden Lucien, Fione und Malachite ist durch ihren Verrat arg ins Wanken geraten. Sie ist nun also auf sich selbst gestellt und wird von Varia mit einem ganz besonderem Auftrag betraut. Sie soll jemandem das Weinen beibringen – oder vielmehr etwas.
Was Varia und auch Zera dadurch ins Rollen bringen, bedeutet nicht nur eine Gefahr für ihre Freunde, sondern für die ganze Welt. Was der mysteriöse Knochenbaum dabei für eine Rolle spielt und ob Zera das Vertrauen ihrer Freunde wiedergewinnen kann, dürft ihr allerdings selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Das Buch war wahnsinnig gut zu lesen und wird dadurch dem ersten Band mehr als gerecht. Lediglich in der Mitte des zweiten Bandes schwächelte es etwas und wurde mir zu eintönig und langweilig, was das spannende Finale dann wieder wettmachen konnte.
Mir ist aufgefallen, dass Zera sehr oft vermeintlich coole Sprüche nutzt und auch generell einige Aussprüche sehr umgangssprachlich formuliert waren. Das hat mich etwas gestört und ich kann gar nicht so richtig sagen, ob das im ersten Band auch schon der Fall war. Dieses Mal ist es mir aber besonders ins Auge gestochen.
Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist, ist Zeras negative Art. Sie wirkt schon fast etwas depressiv und weigert sich strikt, jedes auf sie Zukommen zuzulassen. Dadurch steht sie sich so oft im Weg, dass es mir leider zuweilen ein wenig auf die Nerven ging. Ich hätte mir da doch mehr Charakterentwicklung gewünscht, aber vielleicht wird das für den dritten Band aufgespart.

FAZIT:

Der zweite Band ist oftmals eher schwierig und diese Reihe konnte mich Gott sei Dank eines Besseren belehren. Denn der Nachfolger des grandiosen Auftakts war für mich durchaus keine Enttäuschung. Ich habe den Folgeband praktisch verschlungen und mich wirklich geärgert, dass ich so lange gewartet habe mit dem Lesen. Und jetzt warte ich sehnsüchtig auf das Finale in Band 3, der noch viel zu lange dauert.

Ein würdiger Nachfolger, der mich mit viel Spannung, liebenswürdigen Charakteren und vielen unerwarteten Enthüllungen überzeugen konnte. Die gesamte Story hebt sich von anderen des Genres ab. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Drachen – Die geflügelten Bestien“ von Peter Bergting

Meine lieben Leser,

die liebe Anna von simplyeasymarketing hat in einer Bloggeraktion das Buch „Drachen – Die geflügelten Bestien“ von Peter Bergting zur Verfügung gestellt. Ich hatte das Glück, für das offizielle Bloggerteam ausgewählt zu werden und nun kann ich euch berichten, wie mir diese kleine Enzyklopädie über die berühmetesten Drache aus Film- und Buchgeschichte gefallen hat.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Drachen – Die geflügelten Bestien – Die berühmtesten Drachen aus Film, Literatur und Popkultur – von Fáfnir bis Smaug
  • Autor/in: Peter Bergting
  • Übersetzer/in: Christin Vallin
  • Anzahl der Seiten: 121 Seiten
  • Verlag: Cross Cult Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2020)
  • Genre: Fantasy, Enzyklopädie

INHALT:

Das Buch von Peter Bergting ist wunderschön aufgemacht. Ein hochwertiges Hardcover und viele Illustrationen warten hier. Im Vorwort erfährt der Leser, dass Bergting selbst ein großer Drachen-Fan ist und Drachen für bekannte schwedische Ausgaben von „Der Hobbit“ oder „Die Brüder Löwenherz“ illustriert. Auch für das Rollenspiel „Dungeons and Dragons“ war er als Illustrator tätig.
Er zählt aber nicht nur bekannte Drachen auf, sondern gibt einen kurzen Einblick, was ein Drache eigentlich ist und wie er aussieht. Auch auf historische Drachen und Drachen aus der Popkultur geht er kurz und knackig ein.
Anschließend werden auf den weiteren Seiten 34 Drachen dargestellt, die aus seiner Sicht berühmt und wichtig sind. Dort werden viele Drachen von Tolkien beschrieben, aber auch von Astrid Lindgren oder Charaktere aus alten und neuen Filmproduktionen wie Malefiz oder Ohnezahn. Der Autor lässt es sich außerdem nicht nehmen, auch seine eigenen Drachen zu präsentieren – die mir allerdings nicht bekannt waren und deswegen für mich eigentlich nicht in meine persönliche berühmte Drachenliste gepasst hätten.
Zu jedem Drachen wird ein kurzer Abriss zu dessen Story gegeben, oft ergänzt durch interessante Zusatzinformationen oder Fun Facts.
Das Buch schließt ab mit einem Größenvergleich einiger Drachen sowie berühmten Drachentötern und einer Art Skizzenbuch des Autors.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist nicht wirklich relevant, da die Texte sehr kurz und umgangssprachlich sind. Generell ist der Umfang des Buches nicht sehr groß und sicherlich hätte der ein oder andere sich hier noch einen weiteren Drachen erhofft.
Bergting schreibt mit Humor und fokussiert auf das Wesentliche in den Texten, wobei mir beispielsweise sein Skizzenbuch am Ende etwas überflüssig vorkam.
Die Texte sind wie gesagt sehr kurz, zwar prägnant – aber für echte Drachen-Fans wahrscheinlich auch zu oberflächlich.
Letztendlich muss ich an dieser Stelle auch anmerken, dass es einen Minuspunkt von mir für das Literaturverzeichnis gab – schon in der Schule hatten wir gelernt, dass Wikipedia keine anerkannte Quelle für eine Publikation darstellt. Ich hätte mir hier mehr „echte“ Literatur als Quelle gewünscht, da der Autor selbst so begeistert von den Drachen ist.

FAZIT:

Das Buch ist kurzweilig, interessant und fasst berühmte Drachen – aber aus meinen Augen auch weniger bekannte – zusammen. Die Illustrationen sind wunderschön und die Aufmachung des Buches kann sich sehen lassen. Mich hat lediglich gestört, dass der Umfang so gering war, die Quellen etwas verbesserungswürdig und der Autor doch so einige seiner eigenen Drachen mit aufgelistet hat. Bei ein bis zwei Drachen hätte ich das in Ordnung gefunden, aber es waren doch deutlich mehr und das war mir dann zu einseitig. Auch bei den anderen Autoren hat er sich meistens auf ein paar wenige fokussiert. Es ist eine kleine Enzyklopädie, mit wenigen ausgewählten Informationen und als diese ist sie wirklich empfehlenswert. Wer allerdings ein umfangreicheres Werk sucht mit mehr Informationen zu den einzelnen Drachen, der wird eventuell enttäuscht sein. Ich hätte mir beispielsweise in den Steckbriefen der Drachen auch körperliche Merkmale gewünscht.
Eine wunderbare kleine Enzyklopädie mit vielen Illustrationen, kurzen Drachen-Biografien mit Zusatzinfos und Fun Facts. Das Buch gefiel mir gut und ich kann eine Leseempfehlung aussprechen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Eisige Wellen“ von Leigh Bardugo

Meine lieben Leser,

endlich (!) habe ich es geschafft, den zweiten Band der Grisha-Trilogie zu beenden. Ich habe dieses Buch mehrere Monate mit mir herumgeschleppt. Meistens hatten andere Projekte Vorrang und so zog sich die Lektüre leider etwas hin. Wie mir der Nachfolger vom klasse Auftakt „Goldene Flammen“ gefallen hat, das lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Eisige Wellen
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Anzahl der Seiten: 448 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Schuber (2019)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Zweiter Band einer Reihe – evtl. Spoiler zu erstem Band ***

Nach dem Ende des ersten Bandes, in dem Alina und Mal gegen den Dunklen gekämpft haben, sind die beiden auf der Flucht. Der Dunkle spürt sie auf und nimmt sie gefangen. Der Freibeuter Sturmhond ist Alinas einzige Hoffnung auf Rettung und so wendet sie sich in ihrer Notlage an ihn.
Bald schon sieht sie sich nicht nur der sagenumwobenen Meeresgeißel gegenüber, sondern findet heraus, wer Sturmhond wirklich ist. Währenddessen entwickelt der Asket einen Sonnenkult um Alina, dem sie zu entrinnen versucht. Schließlich findet sie sich wieder zwischen politischen Entscheidungen, Visionen des Dunklen und einer Entfremdung zu Mal – und muss sich entscheiden, wer sie wirklich ist.
Im Showdown gegen den Dunklen riskiert sie alles – und verliert viel.
Wie es Alina schlussendlich ergeht und welche Überraschungen und alte Bekannte auf sie warten, dürft ihr jedoch gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil war wie im ersten Band gewohnt leicht und schnell zu lesen. Leider konzentrierte sich Bardugo sehr auf das Freibeuterleben und die politischen Zusammenhänge sowie das Pläneschmieden mit den Armeen, was mich sehr gelangweilt hat. Zwischendurch war mein Lesefluss so gestört, dass ich wirklich überlegt habe, das Buch abzubrechen. Ich hatte mich durch die Mitte des Buches wirklich sehr durchgequält.
Auf den letzten 100 Seiten macht die Autorin auf einmal einen Wandel in ihrem Schreibstil durch und reißt das Ruder herum. Es kommt endlich Spannung auf und davon nicht zu knapp, weswegen ich froh bin, dass ich durchgehalten habe. Das letzte Viertel war fesselnd und so, wie ich es nach dem ersten Band erwartet hatte. Da jedoch der Rest des Buches so schwerfällig war und viel zu viele Längen hatte, hat mich der Schreibstil dieses Mal nicht so wirklich überzeugen können.

FAZIT:

Der Nachfolger war leider deutlich schwächer als der Auftakt. Die vielen Längen, die Langeweile beim Lesen und der Fokus auf für mich unwichtigen Details hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Somit wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt und ich habe mich durch das Buch hindurchgeschleppt. Natürlich ist der Schreibstil an sich gut zu lesen, aber manchmal reicht das einfach nicht, wenn der Spannungsbogen so gering ausfällt.
Ein schwacher Nachfolger für den großartigen Auftakt, der mich leider enttäuscht zurückließ. Erst im letzten Viertel kommt deutlich Spannung auf, andernfalls hätte ich den letzten Band wohl nicht mehr angerührt.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch

Meine lieben Leser,

ich hatte wieder mal das große Glück, dass ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks ein Buch gewonnen habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Kinderbuch namens „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch, welches mich schon alleine durch das Cover und den Klappentext sehr neugierig gemacht hat. Wie es mir insgesamt gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Händler der Töne
  • Autor: Verena Petrasch
  • Anzahl der Seiten: 345 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy

INHALT:

Noé ist ein Waisenjunge, der in seinem Dorf von Familie zu Familie gereicht wird. Er hasst das Dorfleben und seine einzigen Stützen sind seine Freundin Minu und die Klänge, die nur er hören kann. Er träumt davon, hinaus in der Klangwelt zu ziehen und einen Platz zu finden, an dem Minu und er in Ruhe leben können.
Er ergreift seine Chance, als ein fahrender Tonhändler das Dorf besucht und wird zu dessen Lehrling. Nur schweren Herzens lässt er Minu dafür zurück, um ihr später ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Der Händler jedoch ist alles andere als freundlich zu ihm und weist ihn stetig ab, lehrt ihn nichts und wirkt, als würde er ein Geheimnis mit sich herumtragen.
Als Minu in Gefahr gerät, muss Noé nicht nur all seinen Mut aufbringen, um das Geheimnis des Händlers aufzudecken, sondern auch sich selbst herausfordern.
Auf seiner Reise durch die Klangwelt begegnen ihm einzigartige Töne mit unaussprechlichen Namen, irrwitzige Charaktere und atemberaubende Fantasiegestalten. Sein Weg führt ihn durch wundersame Städte, mysteriöse Dschungel und auf Piratenschiffe, wodurch das zauberhafte Abenteuer rund um die Klänge und Töne abgerundet wird.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil des Buches war anfangs für mich sehr erklärend, sodass der Einstieg für mich etwas holprig verlaufen ist. Der Leser wurde direkt ins Geschehen katapultiert und ich musste mich erstmal zurechtfinden in dieser ganz anderen Welt, in der alles über Töne und Klänge definiert wird. Jedoch nach kurzer Zeit war ich so in diesem fantasievollen Worldbuilding gefangen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Noé ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und auch die anderen Charaktere sind mit liebevoller Feder geschrieben.
Besonders stechen die vielen Ton- und Klangvokabeln heraus, die wirklich unglaublich kunstvoll und originell sind. Es war eine wirkliche Freude, beim Lesen den vorgestellten Klängen zu lauschen und sich deren Wirkung vorzustellen.
Die Kapitel sind angenehm kurz und lesen sich sehr schnell. Ein paar Fragen zum Worldbuilding bleiben für mich als Erwachsenen offen und so ist der Inhalt der Kapitel aufs Wesentliche beschränkt, was für ein Kinderbuch allerdings völlig in Ordnung ist.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich auf mehreren Ebenen überrascht. Es hatte für ein Kinderbuch ein deutlich höheres sprachliches Niveau, als erwartet und somit ist die Lektüre wohl eher etwas für größere Kinder. Der Protagonist ist 10 Jahre alt, weswegen ich dieses Buch auch ungefähr ab diesem Alter empfehlen würde. Zum Vorlesen kann ich mir allerdings auch etwas jüngere Zuhörer vorstellen. Hier sollte nur beachtet werden, dass es für ein Kinderbuch doch ungewohnt blutig und düster zugeht. Insgesamt war es für mich ein wirklich zauberhaftes und fantasievolles Abenteuer.
Eine sprachlich niveauvolle, originelle Reise, welche den Leser in die Welt der Klänge entführt. Gleichzeitig ein zauberhaftes, zeitweise düsteres Abenteuer um den Jungen Noé, der auf allerlei irrwitzige Gestalten trifft und über sich hinauswachsen muss, um seine Freunde zu retten. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ (Band 4) von Christelle Dabos

Meine lieben Leser,

da ist es nun, das Finale der Spiegelreisenden-Saga. Lange habe ich darauf hingefiebert und trotzdem war ich hin- und hergerissen zwischen Neugier und Wehmut, weil diese großartige Reihe ein Ende findet.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos
  • Autor: Christelle Dabos
  • Anzahl der Seiten: 614 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

! Achtung – Band 4 der Reihe ! Spoiler zu vorherigen Bänden ! –

„Solange Ihr nicht die vollständige Wahrheit kennt, werdet ihr Euch selbst niemals vollständig fühlen.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 375

Während der kompletten Saga hat Ophelia viele Archen gesehen – angefangen bei ihrer Heimatarche Anima, dem Pol und schlussendlich Babel. Keine der Archen bleibt vor der Zerstörung verschont. Völlig mysteriös brechen ganze Teile der einzelnen Archen ab und verschwinden im Nichts. Bereits im vorherigen Band hat Ophelia den „Anderen“ im Verdacht und die Identität von Gott aufgedeckt. Im Finale steht sie nun vor der Aufgabe diesem Wesen und seinem Schöpfer nachzuspüren, um den Untergang der Archen und somit der Welt aufzuhalten.
Nachdem sie und Thorn wieder vereint sind, schmieden sie gemeinsam einen Plan, um ihren noch gesichtslosen Widersachern das Handwerk zu legen. Dazu müssen die beiden sich in das Observatorium einschleusen, um von innen heraus Informationen zu erhalten.
Dabei erfahren sie immer haarsträubendere Fakten, begeben sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Füllhorn und Ophelia läuft nicht nur einmal Gefahr, ihren Verstand und sich selbst zu verlieren.
Ob Ophelia und Thorn den Untergang der Archen verhindern können, was hinter all den Geschehnissen wirklich steckt und ob sie ein Happy End erwartet oder nicht, das dürft ihr gern selbst herausfinden.

Ich für meinen Teil fand, dass der letzte Band nicht nur spannend war, sondern auch sehr überragend. Die Handlung und die Enthüllungen haben mich teilweise verwirrt und überfordert, weil ich mich gefühlt habe, als wöllte ich mir das Universum vorstellen – denn ähnlich abstrus und unmöglich erschien mir das Geschilderte in meiner Vorstellung.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist im finalen Band ebenso wunderschön wie in den anderen Bänden der Reihe. Dabos setzt hier sogar fast nochmal einen drauf und glänzt wie immer durch einen sehr vielfältigen, niemals langweiligen und ausgefeilten Stil, der seinesgleichen sucht. Ich kenne kein vergleichbares Werk in diesem Genre, das mich mit seiner Schreibe dermaßen überzeugen konnte. Es ist einfach purer Genuss, diese Worte in sich aufzunehmen. Für mich eine der herausragendsten Autorinnen (und Übersetzerinnen) der letzten Jahre. Nicht umsonst hat sich diese Reihe zu einer meiner Lieblingsreihen entwickelt, die diesen Platz wohl noch lange behalten wird. Sprachlich spielen diese Bücher in einer komplett anderen Liga als das, was durchschnittlich in diesem Genre zu finden ist. Alleine die sprachliche Raffinesse und Komplexität sind Gründe, warum jeder diese Bücher gelesen haben sollte.

FAZIT:

„Die schwarzen Strahlen fluten in ihre Brillengläser, erhellen mit ihrem paradoxen Licht Ophelias Gedanken, und sei´s drum, dass sie unfähig ist, diese laut auszusprechen. Sie ist erfüllt von einem Verstehen, das keiner Worte bedarf.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 527 –

Ich bin voll des Lobes, aber ich bin gelinde gesagt auch etwas zerstört. Das Ende hat mich eiskalt erwischt. Es tat mir in der Seele weh, den Buchdeckel hinter Ophelia und den anderen Charakteren zuklappen zu müssen. Diese Reihe hat mich auf so vielen Ebenen abgeholt und begeistert, dass ich sie auf jeden Fall erneut lesen werde – denn eines ist klar – mit dem Wissen der Enthüllungen und Erklärungen aus dem letzten Band, sollte eine erneute Lektüre noch mehr entdecken lassen. Was in allen vorherigen Bänden oft recht verwirrend und mysteriös war, wird nun ganz anders zu betrachten sein. Für solche Bücher lese ich – wenn dieses Buch keine fünf Sterne verdient hat, frage ich mich, welches sonst.
Es kann nach diesem grandiosen Finale niemand mehr abstreiten, dass Dabos hier einen wahren Epos geschaffen hat, der mit seinen skurrilen und liebenswerten Charakteren direkt ins Herz trifft. Die überbordende Fantasie, das unfassbare Worldbuilding und die sprachgewaltige Umsetzung heben dieses Buch in meinen ganz persönlichen Olymp.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Fluch des Phönix“ von Aimée Carter

Meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück direkt noch eine Leserunde bei Lovelybooks zu gewinnen. Dadurch konnte ich mein erstes Buch von Aimée Carter lesen. Eingeordnet wird es zwar in das Genre der Kinderbücher, aber der Klappentext hörte sich einfach so spannend an, dass ich es unbedingt lesen wollte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Fluch des Phönix
  • Autor: Aimée Carter
  • Anzahl der Seiten: 352 Seiten
  • Verlag: Oetinger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2019)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy, Urban Fantasy

INHALT:

Die Zwillinge Lu und Zac leben nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater in Trauer zusammen. Zac wird geplagt durch schlimmes Asthma und vielfältige Allergien, weswegen er nicht aus dem Haus darf. Die beiden Geschwister sind sich nicht immer grün, aber Lu hat nach dem Schicksalsschlag dir Mutterrolle für Zac übernommen, auch wenn sie das niemals zugeben würde.
Die Sommerferien stehen bevor und ihr Vater beschließt, die beiden 12-Jährigen zu entfernten Verwandten nach England zu schicken, denn durch den Verlust ist er wie gelähmt und kann sich nicht richtig um die Beiden kümmern. Er ist schlichtweg überfordert und nimmt das Angebot von Zacs und Lus Tante aus England an.
Die beiden Protagonisten sind von dieser Idee überhaupt nicht begeistert, kennen sie doch ihre angeblichen Verwandten nicht einmal vom Hörensagen. Sie fühlen sich abgeschoben und haben so gar keine Lust auf diese Sommerferien in England.
Als sie in England aber auf einem riesigen Anwesen ankommen und im Wald den Zugang zu einer mysteriösen Welt voller Fabelwesen finden – die den Wildlands aus den Gute-Nacht-Geschichten ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich ist – sind die Sommerferien auf einmal doch nicht mehr so schlimm wie gedacht. Was die beiden allerdings über diese Welt herausfinden, wird mehr fordern als ihre freie Zeit – denn dieses Wissen verändert nicht nur ihre Ferien, sondern auch ihre Zukunft

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist eine der ganz großen Stärken dieses Buchs. Die Autorin schafft es bereits auf den ersten 20 Seiten, die Charaktere so vielschichtig, tief und authentisch zu erzählen, dass man sprachlos zurückbleibt.
Die Zerrissenheit der Geschwister angesichts des Verlusts, die Schwäche von Zac angesichts seiner Allergien und die Stärke von Lu, die für Zac mehr Mutter wird als ein Kind, das unbeschwert in den Tag hineinlebt – das alles hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich hatte von einem Kinderbuch solch eine Tiefe nicht erwartet. Die Konflikte sind so greifbar, dass man mit den beiden Zwillingen mitleidet und mitfühlt.

Die Autorin schreibt in klaren, kurzen Sätzen, allerdings niemals fantasielos. Der Schreibstil ist alles andere als detailreich, dafür sitzt jede Formulierung und jeder Satz ist auf den Punkt. Mehrmals dachte ich beim Lesen: „Diese Autorin hat es echt drauf.“.
Es macht unheimlich Spaß, dieses Buch zu lesen, weil der Schreibstil es dem Leser einfach gemacht hat, in die Geschichte einzutauchen.

FAZIT:

Dieses Buch ist viel mehr als ein Kinderbuch. Durch die erwachsenen Konflikte, den ausgereiften Schreibstil und die spannende Geschichte kann es für mich locker mit Büchern für junge Erwachsene mithalten. Für ein Kinderbuch finde ich es an manchen Stellen tatsächlich etwas düster. Es bleibt zu sagen, dass auch ein Erwachsener Lesespaß in diesem Buch finden kann. Einzig das Ende kam schnell, ließ ein paar Fragen offen und ließ einen merken, dass es für Kinder geschrieben wurde. Ich bin hellauf begeistert und würde mir tatsächlich noch mehr Geschichten um die Wildlands erhoffen. Leider wirkt das Buch wie ein Einzelband, da die Geschichte in sich geschlossen ist.

Ein fantastisches Buch, welches weit mehr bietet, als ich von einem Kinderbuch erwartet hätte. Ein ausgreifter Schreibstil und wunderbar authentische Charaktere machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Auch für erwachsene Fantasy-Fans sehr lesenswert! Für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlights.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Das wandelnde Schloss“ oder „Sophie im Schloss des Zauberers“ von Diana Wynne Jones

Meine lieben Leser,

mögt ihr Ghibli-Filme auch so sehr? Ich finde sie wirklich sehr schön und schaue sie gern. Einer davon ist „Das wandelnde Schloss“, welches auf der Romanvorlage von Diana Wynne Jones basiert. Im Original erschien dieses Buch unter dem Titel „Sophie im Schloss des Zauberers“ und der Knaur Verlag hat es Ende letzten Jahres in der mir vorliegenden Version aufgelegt. Sieht sie nicht wunderschön aus? Aber nun genug vom Vorgeplänkel. Jetzt möchte ich euch nämlich erzählen, wie das Buch mir gefallen hat. Auf das Buch gebracht hat mich eine Rezension bei der lieben Buchperlenblog.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das wandelnde Schloss
  • Autor: Diana Wynne Jones
  • Anzahl der Seiten: 300 Seiten
  • Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuausgabe (2019)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

„Wenn man sein Glück sucht, darf man es nicht so genau nehmen.“
– Sophie in „Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones, S. 37 –

Sophie ist die Älteste von drei Schwestern. Das bedeutet in ihrer Welt nichts Gutes und so geht auch sie selbstverständlich davon aus, das Unglück für sich gepachtet zu haben.
Vielleicht auch deshalb wird sie von der bösen Hexe der Wüste verflucht und in eine alte Frau verwandelt. Ohne Aussicht auf eine Umkehr dieses Zaubers, zieht Sophie aus, um ihr Glück zu finden. So kann sie ihrer Familie schließlich nicht unter die Augen treten. Sie macht sich auf zum wandelnden Schloss. Dessen Besitzer namens Howl ist ein Zauberer, dem allerdings nichts Gutes nachgesagt wird. Er soll Mädchenherzen zum Vergnügen sammeln, um sie zu essen. Sophie hat jedoch keine Wahl, als ihn um Hilfe zu bitten. Eine alte Frau wird er doch hoffentlich verschonen? Leider ist es für Sophie keinesfalls einfach, ihre Misere zu erklären – denn auch daran hindert sie der Fluch.
Sie wird kurzerhand zur Haushälterin des wandelnden Schlosses und wird in allerlei zauberhafte Vorkommnisse verstrickt, die sie sich vorher niemals erträumt hätte.

Die Handlung verläuft am Anfang noch recht deckungsgleich zum Film, geht aber recht bald einen komplett andere Weg. Dieser ist jedoch keinesfalls schlecht, sondern überzeugt durch ganz eigene Ideen und einen unüberwindbaren Charme. Neben aus dem Film bekannten Orten, trifft man auf einige bekannte Figuren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist klar und prägnant, geizt jedoch nicht mit Einfallsreichtum. Zusätzlich besticht Jones durch einen subtilen Humor, der mich nicht nur einmal zum Lächeln gebracht hat.
Die Charaktere sind so liebevoll dargestellt und mit Marotten versehen, dass sie an vielen Stellen schon fast liebenswert schrullig daherkommen. Genau das macht aber auch die herrliche Skurrilität dieses Buches aus.
Besonders herausragend war es für mich, dass in der Handlung eine gemütliche Atmosphäre geschaffen wird – ja, es passiert eigentlich kaum etwas wirklich Spannungsgeladenes – und trotzdem möchte man unbedingt weiterlesen. Allein der Schreibstil ist so schön, dass es einen wahren Genuss darstellt.

FAZIT:

Eine Originalvorlage zu einem Film, die sich sehr von der Filmumsetzung unterscheidet. Sie ist weder besser noch schlechter, sondern beide Versionen haben eine wunderbare Art gefunden, eine zauberhafte Geschichte zu erzählen. Das Buch besticht durch wundersame Details, ein magisches Worldbuilding und die verrücktesten und zugleich sympathischsten Charaktere, die man sich vorstellen kann.

Nicht nur ein Klassiker der Fantasy-Literatur, sondern eine skurrile, humorvolle und unheimlich liebevoll ausgestaltete Geschichte über Selbstvertrauen, Freundschaft und Magie. Für mich ein Highlight! Unbedingt lesen!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „One true Queen – Aus Schatten geschmiedet (Band 2)“ von Jennifer Benkau

Meine lieben Leser,

nach dem großartigen Auftakt des ersten Bandes war ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung. Ich fand es persönlich etwas schade, dass das Cover so hell war, mir hatte die dunkle Gestaltung viel besser gefallen. Aber bekanntlich sollte man ein Buch ja nicht nur nach seinem Cover beurteilen, sondern vor allem aufgrund des Inhaltes. Ob mich dieser überzeugen konnte, möchte ich euch im Folgenden erläutern. 🙂

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: One true Queen – Aus Schatten geschmiedet
  • Autor: Jennifer Benkau
  • Anzahl der Seiten: 544 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Romantasy, Jugendbuch

INHALT:

Nach ihrer Krönung zur Königin von Lyaskye am Ende des ersten Bandes, scheint Mailins Schicksal besiegelt. Sie lebt nun in der Gewissheit, dass sie entweder dasselbe Ende ereilt, wie ihre Schwester oder sie für immer ohne Liam in ihrer Welt leben muss. Doch was für ein Leben ist ein Leben ohne Liam? Zudem quälen Mailin schreckliche Visionen über ihn. Schlussendlich entscheidet sie sich, nach Lyaskye zurückzukehren. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe von Nathaniel.
Als wenn der Weg zurück nach Lyaskye nicht schon beschwerlich genug gewesen wäre, sieht sich Mailin vor Ort immer größeren Problemen gegenüber. Nicht nur die Tyrannei von Cassian will sie beenden, sondern auch verhindern, dass Unschuldige zu Schaden kommen. Der Band gipfelt in einem Showdown, der beide Wünsche zugleich nicht zu erfüllen vermag. Wird Mailin Lyaskye den Frieden bringen können? Und welche Opfer muss sie dafür bringen?

SCHREIBSTIL:

Auch, wenn dieser Band einige Längen hatte, war der Schreibstil für mich oftmals der Grund, warum ich weitergelesen habe. Jennifer Benkau schafft es, sich bildhaft und vielfältig auszudrücken. Im Vergleich zu anderen Büchern des Genres ist sie meiner Meinung nach im Niveau des Schreibstils im höheren Drittel angesiedelt. So sehr mir der Stil gefällt, so sehr kann er sich leider an einigen Stellen zu sehr in Unwichtigem oder in Details verstricken. Ich denke, das war der Knackpunkt, durch den die Längen des zweiten Bandes entstanden sind. Lange kam keine Spannung auf, weil die Handlung in Alltagsszenen verharrte. Ich hätte mir hier mehr Tempo gewünscht. Am Ende der Handlung war es meiner Meinung nach dann leider genau umgekehrt. Wichtige Showdown-Gespräche und Enthüllungen bekamen nicht genug Raum, um zu wirken.
Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Band im letzten Viertel vom vierten Stern überzeugen, obwohl dieser für mich nur kanpp verdient wurde.

FAZIT:

Der zweite Band tritt deutlich hinter dem Auftakt zurück, was ich sehr schade finde. Die Spannung kam recht spät auf, aber die Charaktere waren nach wie vor liebevoll dargestellt. Die Handlung war leider etwas blass und es fehlte an vielen Stellen das Gefühl für das richtige Tempo.

Einige Längen machen das Finale leider zu zäh für den grandiosen Auftakt in Band 1. Jedoch bieten die liebenswerten Charaktere, der schöne Schreibstil und der Showdown am Ende genügend Lesespaß, um sich knappe 4 Sterne zu verdienen.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI