Rezension – „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss

Meine lieben Leser,

das Buch „Der Name des Windes“ und dessen Nachfolger sind nicht nur sehr bekannt, sondern auch sehr beliebt. Ich hatte mir letztes Jahr die Luxusausgabe gegönnt und muss sagen, dass alleine die Gestaltung ein riesiges Lob verdient hat. Natürlich war ich neugierig, ob die Geschichte ihrem Hype gerecht wird. Wie sie mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | unbezahlt |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Name des Windes
  • Autor/in: Patrick Rothfuss
  • Übersetzer/in: Jochen Schwarzer, Hans-Ulrich Möhring
  • Anzahl der Seiten: 864 Seiten
  • Verlag: Klett Cotta Verlag / Hobbit Presse
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: High Fantasy

INHALT:

Im Buch „Der Name des Windes“ werden die Geschehnisse der Haupthandlung über eine Rahmenhandlung erzählt und ergänzt.
Direkt zum Anfang des Werkes betritt der Leser das Gasthaus des Wirtes Kvothe, seines Freundes Bast und erlebt mit, wie ein mysteriöser Gast das Etablissement erreicht. Es stellt sich heraus, dass dieser Fremde ein Chronist ist und weiterhin fügt es sich, dass Kvothe beginnt, ihm seine Geschichte zu erzählen. Einzige Bedingung: Er gibt ihm und dem Chronisten nur drei Tage und es soll genau so aufgeschrieben werden, wie Kvothe es erzählt. Danach beginnt er, von seiner Vergangenheit zu erzählen. Welche Geschichte Kvothe am ersten Tag im Wirtshaus zum Besten gibt, davon handelt dieser erste Band. In den Folgebänden wird dann auf die anderen beiden Tage eingegangen. Hier darf sich der deutsche Leser allerdings nicht täuschen lassen. Im Original sind bisher nur zwei Bände erschienen, im deutschsprachigen Raum wurde der zweite Band in zwei Bücher aufgeteilt. Auf den finalen dritten Band warten Fans schon sehr viele Jahre vergeblich. Der Autor hat zwar etwas ganz leicht angedeutet, aber es bleibt spannend, wann das Ende für uns erhältlich sein wird.
Zurück zum ersten Band: Kvothe erzählt beginnend bei seiner Kindheit von seinen Erfahrungen, Problemen und Herausforderungen. Er wächst als Kind von Spielleuten auf, beherrscht die Laute meisterhaft und hat schauspielerisches Talent. Diese Themen werden im weiteren Verlauf immer wieder mit der Handlung verwoben. Als sie auf einen mysteriösen Mann treffen, lernt Kvothe das erste Mal etwas über Magie und scheint sogar recht begabt zu sein. Als sich die Wege seines Meisters und ihm trennen, verspricht Kvothe ihm, die Universität zu besuchen. Doch dann erschüttert ein Schicksalsschlag Kvothes Leben und der Leser begleitet ihn auf einem wilden Ritt durch verschiedene Orte.
Auf seiner Reise wird Kvothe nicht nur an die Universität gelangen, sondern sich auch einen mehr oder minder zweifelhaften Namen dort machen. Er wird auf viele gute Gefährten treffen und auf mächtige Feinde. Spannend ist vor allem, dass immer wieder eine Wendung in der Geschichte vorkommt, wenn der Leser denkt, dass jetzt erst einmal Ruhe einkehren muss.
Schlussendlich wirft der erste Roman einige Fragen auf, die aber erst in den folgenden Bänden geklärt werden können. Ob das nun die Suche Kvothes nach den geheimnisvollen Chandrian ist oder die Beziehung zu einem rätselhaften Mächen – die Geschichte wird den Leser eine Weile nicht mehr loslassen und nachhallen.

SCHREIBSTIL:

Ich muss dazu sagen, dass mir schon seit langem keine Rezension mehr so schwer gefallen ist wie diese hier. Das liegt nicht nur an der wahnsinnig umfassenden, komplexen und magischen Geschichte an sich, sondern auch an dem so unfassbar tollen Schreibstil.
Der Autor schafft es, dass das Buch eine unglaubliche Atmosphäre ausstrahlt – mal düster, mal gemütlich, mal rätselhaft. Themen wie die Schauspielkunst oder die Musik werden sehr detailliert in die Erzählung eingebracht, ohne aber jemals langweilig zu werden. Sprachlich bietet das Buch ein hohes Niveau, sodass es nicht unbedingt eine typische Abendlektüre ist. Vieles spielt sich auch zwischen den Zeilen ab, so zum Beispiel die Beziehungen zwischen den Charakteren oder die wahren Gefühle Kvothes. Hier muss der Leser ein gewisses Gefühl für die ungesagten Botschaften entwickeln, um auch das Verhalten der einzelnen Personen nachvollziehen zu können – denn verständlich ist das nicht immer.
Etwas, was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass die Personen nicht nur einzigartig und besonders waren, sondern auch sehr kontrovers. Selbst Kvothe ist eine Figur, von der ich nicht sagen würde, dass es der typische Held bzw. Sympathieträger wäre. Er ist zuweilen arrogant, übermütig und trifft Entscheidungen, die den Leser herausfordern, indem dieser herausfinden muss, ob er das jetzt gerade in Ordnung findet. Trotzdem verfolgte ich es einfach unheimlich gern, wie Kvothe sich weiterentwickelte und wahrscheinlich tat die Rahmenhandlung auch ihr Übriges dazu. Hier wird vom alten Kvothe häufig auch rekapituliert und reflektiert, dass er sich in gewissen Situationen bspw. sehr naiv verhielt oder dass er bestimmte Dinge damals noch nicht ahnen konnte.
Die Rahmenhandlung wirft ebenso viele Fragen auf – die vielleicht größte, die das Leseerlebnis maßgeblich beeinflusst, ist wahrscheinlich die, wie Kvothe dazu kam, sein eigenes Gasthaus zu besitzen – also wie er in die Situation der Rahmenhandlung kam, wo man doch bisher nur die Erzählungen des ersten Tages kennt. Mir schwant da Böses, aber hier will ich gar nicht spoilern, das sollten wir alle selbst in den Folgebänden entdecken.

FAZIT:

Kennt ihr diese Fantasy-Bücher, die euch einfach nur sprachlos zurücklassen? Nicht nur wegen den Geschehnissen, sondern weil ihr auch traurig seid, dass ihr es schon durchgelesen habt? Das Buch „Der Name des Windes“ war mal wieder so ein Buch, das mir so vollkommen wirkte, dass ich Angst bekam, danach eine Weile keinen Gefallen an anderen Büchern zu finden. Ich war erstmal sprachlos, konnte meine Eindrücke nicht in Worte fassen und habe immer noch das Gefühl, dem Buch mit meiner Rezension nicht gerecht zu werden. Es hat mich auf jeden Fall nachhaltig begeistert und ich werde es jetzt noch etwas nachhallen lassen, bevor ich mich an den zweiten Band wage.

Ein absolutes Meisterwerk. Atmosphärisch, spannend, magisch. Niveauvoll geschrieben, viele Botschaften zwischen den Zeilen. Ein echter Genuss und nur zu empfehlen. Eines meiner Jahreshighlights.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 5,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Ein Gedanke zu “Rezension – „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss

Kommentar verfassen (Sie erklären sich dadurch mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.