Rezension – „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber

Meine lieben Leser,

letztes Jahr hatte ich das Leseziel, auch mal außerhalb meines liebsten Genres „Fantasy“ zu lesen und ich muss zugeben, dass ich daran Gefallen gefunden habe. Denn schon früher habe ich gern mal zu einem Klassiker und Sachbuch gegriffen, aber zwischendurch ging mir das etwas verloren. Dieses Jahr führe ich dieses Vorhaben aber weiter und damit wären wir schon bei meiner aktuellen Lektüre. „Lass die Kindheit hinter dir“ habe ich mal als Empfehlung in irgendeiner Zeitschrift gesehen. Ich fand, es klang recht interessant und wie jeder von uns, schleppe auch ich meinen ganz persönlichen Ballast mit mir herum.
Die Autorin ist bekannt für ihre Kolumnen in der „Psychologie heute“ und arbeitet als Diplompsychologin. Ich war sehr gespannt, was das Buch mir über mich und meine Kindheit beibringen würde und war ehrlich gesagt auch oft sehr überrascht. Meinen Eindruck möchte ich daher wie immer gern mit euch teilen.

| Werbung | freiwillig, weil selbstgekauft |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Lass die Kindheit hinter dir – Das Leben endlich selbst gestalten
  • Autor: Ursula Nuber
  • Anzahl der Seiten: 317 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete Neuauflage (Oktober 2019)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Psychologie

INHALT:

„Alles, was uns in unserer Lebensgeschichte widerfährt, schlägt sich in unserer Seele nieder, je nachdem, wie wir es verarbeiten. Und was sich innerlich niedergeschlagen hat, ist allzeit bereit, wieder geweckt zu werden.“

Friedemann Schulz von Thun in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 103

In dem Buch von Ursula Nuber wird auf gar nicht mal so kurzen 317 Seiten ausführlich auf den Zusammenhang zwischen unserer Kindheit, daraus entstehenden Glaubenssätzen und der Auswirkung auf unser Verhalten und unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter eingegangen.
Dabei wird zunächst erläutert, warum wir individuell so sind, wie wir sind. Hier wird jedoch nicht einfach nur behauptet, dass die Kindheit uns zu einem festgeschriebenen Schicksal prägt – frei nach dem Motto: „Ich hatte eine schlechte Kindheit, also kann aus mir nichts werden.“ – Nein, vielmehr wird hier aufgezeigt, dass wir eben keine Marionetten der Vergangenheit sind und durchaus unseren eigenen selbstbestimmten Weg gehen können. Dazu braucht es aber viel Geduld und vor allem eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Mut.
Nuber beginnt damit, die Schlaglöcher aufzuzeigen, in die wir auf der Straße unserer Kindheit fallen können und die uns nachhaltig im Erwachsenenalter in Form von Glaubenssätzen zum Verhängnis werden können. Außerdem stellt sie dar, was die frühen, grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes sind – und da reden wir hier natürlich nicht nur von Essen und ausreichende Schlaf, sondern vor allem von der emotionalen Ebene.
Auf Basis unserer ganz persönlichen Kindheitserfahrungen bildet sich letztlich unsere Persönlichkeit, die aufgrund dieser Erfahrungen aber auch unser wahres Selbst verbergen kann. Dieses zu entdecken, ist eine weitere Aufgabe, die bewältigt werden will.
Besonders interessant war nicht nur, zu erfahren, wie durch alte Wunden, Stress und Wiederholungszwänge die festgefahrenen Glaubenssätze aktiviert werden, sondern auch, wie alternative Erfahrungen unsere Seele schützen und sie sogar umprogrammieren können.
Gekonnt zeigt die Autorin auf, wie man lernt, mit den Schatten der Kindheit zu leben und selbst die Regie unserer eigenen Geschichte zu übernehmen. Abschließend gibt sie Anleitungen für die Entmachtung der Botschaften aus der Vergangenheit, wie wir unser inneres Kind beruhigen können, wie man vergibt und was im speziellen Fall passiert, wenn die eigenen Eltern im Alter Unterstützung brauchen.
Die Liste des von ihr sogenannten 8-Punkte-Programms am Ende fasst die wichtigsten Schritte noch einmal zusammen.

Zugegeben enthält dieses Werk viele bekannte Fakten und Methoden, wenn man selbst aus dem Bereich kommt, allerdings auch genügend Informationen, die ich so noch nicht wusste.

SCHREIBSTIL:

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“

Søren Kierkegaard in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 49

Ursula Nuber schreibt über dieses doch sehr tiefgehende, psychologische Thema so verständlich, dass auch Laien locker einen Zugang zu den Problematiken bekommen.
Nuber beschäftigt sich in einem Detailgrad mit diesem Thema, dass es durchaus Sinn macht, sich Notizen zu seiner eigenen Geschichte zu machen, um nebenbei direkt eine kleine Analyse anzufertigen. Selbst für Fachkundige kann sich ein Blick in dieses Buch lohnen, da eine Reflektion seiner Selbst immer bezahlt macht.
Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die vielen Dopplungen – die Autorin wiederholt einige Aussagen wirklich sehr oft, was ich schade finde. Ich denke, da hätte man das Buch auch noch etwas knackiger machen können. Auch die prominenten Beispiele hätten für mich nicht unbedingt im Buch stehen müssen, weil ich dazu viel weniger Bezug hatte als zu den Einschüben, in denen echte Beispiele aus dem „normalen“ Leben erzählt wurden.
Zusammenfassend muss man aber sagen, dass die Autorin es geschafft hat, ein recht komplexes Thema, verständlich aufzubereiten. Sie bleibt dabei realistisch und hat an passenden Stellen gut recherchierte Studien und Verweise zu anderen Psychologen und Autoren eingeflochten.

FAZIT:

„Wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir die Dinge betrachten, werden sich die Dinge, die wir betrachten, verändern.“ Wayne Dyer

Auszug aus dem Abschnitt „Abstand halten“ in „Lass die Kindheit hinter dir“ von Ursula Nuber, S. 211

Alles in allem bin ich nach der Lektüre sehr zufrieden. Für mich persönlich passt es gerade zu der ganzheitlichen Osteopathie, die ich gerade bekomme, sodass ich das Buch genau zur richtigen Zeit zur Hand genommen habe. Ich habe mir viele Notizen gemacht und hatte einige Aha-Momente, was ich von so einem Buch auch erwarte. Letztlich war es nicht nur informativ, sondern auch sehr interessant und spannend.
Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel über das Körpergedächtnis und die unmittelbare Wirkung unserer Kindheitserfahrungen und unserer Psyche auf das Immunsystem und Erkrankungen wie bspw. Allergien. Dazu hätte ich gerade mit meinen Intoleranzen gern noch mehr gelesen, aber das hätte natürlich zu weit geführt, weswegen ich es toll finde, dass es wenigstens im Zusammenhang erwähnt wurde. Dazu werde ich sicherlich mal recherchieren und noch mehr lesen.

Ein leicht verständlicher und wahnsinnig interessanter Ratgeber, der mit gut recherchierten Informationen und Lösungsansätzen punkten kann. Für jeden zu empfehlen, der sich für Psychologie und/oder das eigene innere Kind interessiert – und sich endlich bewusst damit auseinandersetzen möchte.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

[Writing Friday] Die Sonnenstadt

Meine lieben Leser,

heute gibt es den Versuch eines kleinen Neuanfangs auf dem Blog. Da ich seit kurzem angefangen habe, ernsthaft an einer Geschichte zu schreiben, möchte ich mein Schreiben auch etwas üben und verkünde stolz, dass ich mich am [Writing Friday] von der tollen Elizzy von readbooksandfallinlove.com beteiligen möchte. Ich bin gespannt, was da so alles aus meinem Hirn zu Papier purzelt und hoffe, ihr mögt es vielleicht auch ein kleines Bisschen. Ich freue mich auf jeden Fall über euer Feedback!

Ich schreibe heute über: Ein Abenteuer im alten Ägypten, wo ich durch eine Zeitmaschine gelandet bin.


Das erste, das ich fühlte, war der Sand in meinen Händen. Unter meiner Wange spürte ich ihn als nächstes – kühl und feucht. Ein Windstoß trug die oberste, trockene Schicht ab und peitschte mir die kleinen Sandkörner ins Gesicht. Ein stechender Schmerz machte sich breit und verwunderte mich, hätte ich doch nie gedacht, dass solche winzigen Partikel weh tun könnten. Mühsam stützte ich mich auf und ließ meinen Blick schweifen. Ich befand mich in einer Wüste, vor den Mauern einer Stadt.
Langsam krochen die ersten Sonnenstrahlen an mir vorbei, auf die Stadt zu. Von der Sanddüne aus konnte ich zusehen, wie das goldrote Glitzern langsam an den Mauern hinauf wanderte und anschließend jedes Haus und jeden Stein in dieser Stadt in seinen Glanz einhüllte. Einem Tier gleich sprang der Lichtschein über den Rand eines Gebäudes zum nächsten, bis er schließlich den kulturellen Bezirk erreichte.
Ich traute meine Augen kaum ob der Schönheit, mit der das Tageslicht an den unzähligen Obelisken empor kletterte, immer weiter nach oben. Als es die Spitzen dieser Himmelsnadeln erreichte, explodierte gleißendes Licht. Ich musste die Auge abwenden, so stark schillerte das vergoldete Haupt der Monumente und für einen Moment konnte ich verstehen, warum die Ägypter glaubten, sie könnten mit ihnen das Firmament durchstoßen und so eine Verbindung zu den Göttern herstellen.
Ja, es war zweifelsohne Ägypten, wo mich die Zeitmaschine hingebracht hatte. Denn diese prachtvolle Stadt, mit all ihren wunderschönen Bauten und dem unfassbar grünen Nildelta war nicht zu verkennen. Ich befand mich vor den Toren von Heliopolis, der Sonnenstadt.


Der [Writing Friday] ist eine Idee von Elizzy von readbooksandfallinlove.com, um das kreative Schreiben zu üben. Jeden Monat erwarten einen neue Schreibaufgaben. Falls ihr selbst Lust bekommen habt, etwas zu schreiben, dann schaut vorbei!

Aktuelle Teilnehmer (ihr könnt jederzeit mit einsteigen!):

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ (Band 4) von Christelle Dabos

Meine lieben Leser,

da ist es nun, das Finale der Spiegelreisenden-Saga. Lange habe ich darauf hingefiebert und trotzdem war ich hin- und hergerissen zwischen Neugier und Wehmut, weil diese großartige Reihe ein Ende findet.

| Werbung | freiwillig, weil selbstgekauft |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos
  • Autor: Christelle Dabos
  • Anzahl der Seiten: 614 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

! Achtung – Band 4 der Reihe ! Spoiler zu vorherigen Bänden ! –

„Solange Ihr nicht die vollständige Wahrheit kennt, werdet ihr Euch selbst niemals vollständig fühlen.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 375

Während der kompletten Saga hat Ophelia viele Archen gesehen – angefangen bei ihrer Heimatarche Anima, dem Pol und schlussendlich Babel. Keine der Archen bleibt vor der Zerstörung verschont. Völlig mysteriös brechen ganze Teile der einzelnen Archen ab und verschwinden im Nichts. Bereits im vorherigen Band hat Ophelia den „Anderen“ im Verdacht und die Identität von Gott aufgedeckt. Im Finale steht sie nun vor der Aufgabe diesem Wesen und seinem Schöpfer nachzuspüren, um den Untergang der Archen und somit der Welt aufzuhalten.
Nachdem sie und Thorn wieder vereint sind, schmieden sie gemeinsam einen Plan, um ihren noch gesichtslosen Widersachern das Handwerk zu legen. Dazu müssen die beiden sich in das Observatorium einschleusen, um von innen heraus Informationen zu erhalten.
Dabei erfahren sie immer haarsträubendere Fakten, begeben sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Füllhorn und Ophelia läuft nicht nur einmal Gefahr, ihren Verstand und sich selbst zu verlieren.
Ob Ophelia und Thorn den Untergang der Archen verhindern können, was hinter all den Geschehnissen wirklich steckt und ob sie ein Happy End erwartet oder nicht, das dürft ihr gern selbst herausfinden.

Ich für meinen Teil fand, dass der letzte Band nicht nur spannend war, sondern auch sehr überragend. Die Handlung und die Enthüllungen haben mich teilweise verwirrt und überfordert, weil ich mich gefühlt habe, als wöllte ich mir das Universum vorstellen – denn ähnlich abstrus und unmöglich erschien mir das Geschilderte in meiner Vorstellung.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist im finalen Band ebenso wunderschön wie in den anderen Bänden der Reihe. Dabos setzt hier sogar fast nochmal einen drauf und glänzt wie immer durch einen sehr vielfältigen, niemals langweiligen und ausgefeilten Stil, der seinesgleichen sucht. Ich kenne kein vergleichbares Werk in diesem Genre, das mich mit seiner Schreibe dermaßen überzeugen konnte. Es ist einfach purer Genuss, diese Worte in sich aufzunehmen. Für mich eine der herausragendsten Autorinnen (und Übersetzerinnen) der letzten Jahre. Nicht umsonst hat sich diese Reihe zu einer meiner Lieblingsreihen entwickelt, die diesen Platz wohl noch lange behalten wird. Sprachlich spielen diese Bücher in einer komplett anderen Liga als das, was durchschnittlich in diesem Genre zu finden ist. Alleine die sprachliche Raffinesse und Komplexität sind Gründe, warum jeder diese Bücher gelesen haben sollte.

FAZIT:

„Die schwarzen Strahlen fluten in ihre Brillengläser, erhellen mit ihrem paradoxen Licht Ophelias Gedanken, und sei´s drum, dass sie unfähig ist, diese laut auszusprechen. Sie ist erfüllt von einem Verstehen, das keiner Worte bedarf.“

– „Die Spiegelreisende – Im Sturm der Echos“ von Christelle Dabos, S. 527 –

Ich bin voll des Lobes, aber ich bin gelinde gesagt auch etwas zerstört. Das Ende hat mich eiskalt erwischt. Es tat mir in der Seele weh, den Buchdeckel hinter Ophelia und den anderen Charakteren zuklappen zu müssen. Diese Reihe hat mich auf so vielen Ebenen abgeholt und begeistert, dass ich sie auf jeden Fall erneut lesen werde – denn eines ist klar – mit dem Wissen der Enthüllungen und Erklärungen aus dem letzten Band, sollte eine erneute Lektüre noch mehr entdecken lassen. Was in allen vorherigen Bänden oft recht verwirrend und mysteriös war, wird nun ganz anders zu betrachten sein. Für solche Bücher lese ich – wenn dieses Buch keine fünf Sterne verdient hat, frage ich mich, welches sonst.
Es kann nach diesem grandiosen Finale niemand mehr abstreiten, dass Dabos hier einen wahren Epos geschaffen hat, der mit seinen skurrilen und liebenswerten Charakteren direkt ins Herz trifft. Die überbordende Fantasie, das unfassbare Worldbuilding und die sprachgewaltige Umsetzung heben dieses Buch in meinen ganz persönlichen Olymp.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI

MEINE HISTAMININTOLERANZ – MEINE GESCHICHTE TEIL 2 ODER „Wie die erste Diagnose wieder in der Versenkung verschwand“

Hallo meine lieben Leser,

wie ihr wisst, habe ich vor einiger Zeit meine Beitragsreihe zur Histaminintoleranz gestartet. Jetzt möchte ich den Versuch wagen und parallel auf meinem Blog und Instagram über meine eigene HIT-Geschichte berichten. Es wird also persönlich werden.
Meine Histaminintoleranz begleitet mich nun schon seit 1,5 Jahren und ich möchte meine Erfahrungen teilen – mit anderen Betroffenen, aber auch Menschen, die es nicht betrifft. Mittlerweile trifft man HIT immer mehr an und es mangelt trotz allem an Verständnis.
Außerdem ist HIT ein sehr komplexes Thema, welches nicht nur mit Ernährung, Gesundheit und den Alltag zusammenhängt, sondern auch mit der Psyche. Ihr seht, es wird hier sehr persönlich, aber auch spannend, wie ich hoffe. 😅
Wenn alles gut läuft, begleitet ihr mich von Diagnose (eigentlich schon davor) bis zur evtl. Linderung / Heilung / dem Finden der Ursache. Denn ich stecke noch mittendrin in meiner HIT-Geschichte.

Bitte lest als Betroffene vor dem Nachkochen meine Hinweise am Ende des Artikels. *

Im letzten Beitrag habe ich euch berichtet, wie alles anfing und wie sich meine Intoleranzen bereits angekündigt haben, ohne dass ich es wirklich gemerkt habe oder ein Arzt es erkannte.

Heute geht es darum …
wie die erste Diagnose wieder in der Versenkung verschwand.

Denn nachdem ich die Ernährung auf laktose- und nussfrei umgestellt hatte, bekam ich während des Studiums immer schlimmere Beschwerden. Schlussendlich wurde beim Hautarzt ein Pricktest angeordnet, mit dem die gängigsten Allergien und Heuschnupfen abgeklärt werden.
Bei diesem Test gab es keine großen Ergebnisse, außer einer kleinen Reaktion auf Ambrosia-Pollen.
Der Hautarzt kam aufgrund dieses Tests zu der Diagnose Pseudoallergie. Er meinte, dass ich keine Allergien habe und auch keinen Heuschnupfen. Da die Symptome aber bestehen, wäre es wahrscheinlich, dass ich eine Intoleranz habe, die sich wie eine Allergie äußert. Er tippte auf Histaminintoleranz. Damit lag er zwar schon damals im Jahre 2013 richtig, aber er ließ mich damit komplett alleine und meinte nur, dass ich keine Fertiggerichte mehr essen soll und ab jetzt jeden Tag frisch kochen soll. Das sollte ich für drei Wochen durchziehen und dann sollte es wieder weg sein, so seine Worte.

Ich habe seinen Anweisungen Folge geleistet und jeden Tag frisch gekocht. Allerdings auch viel selbstgemachte Tomaten-Soße und in der Weihnachtszeit natürlich auch Rotkraut und Bratwurst mit Sauerkraut. Alles wahre Histaminbomben, aber das wusste ich ja nicht. Mir wurde ja nur gesagt, dass ich frisch kochen soll und, dass ich auf Rotwein und Hartkäse verzichten soll – was ich alles sowieso fast nie zu mir genommen hatte.

Wie man sich denken kann, hat die 3-Wochen-Diät nichts gebracht – es ging mir sogar schlechter als vorher! Weil ich sehr histaminhaltig gekocht habe. Das wusste ich aber nicht. Darum habe ich das Ganze dann einfach wieder sein lassen und mit den Beschwerden gelebt. Der Arzt meinte auch, dass er da nichts weiter für mich tun könnte. Ich fühlte mich allein gelassen. Denn die Krämpfe im Bauch, die verrückt spielende Verdauung und die heuschnupfenartigen Symptome – Sommer wie Winter – machten mir immer mehr zu schaffen. Dazu kamen oftmals Schwindel oder auch Kreislaufbeschwerden.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch über die zweite Diagnose Asthma, die sich als falsch herausstellte und völlig falsch therapiert wurde.

Bis bald,
EURE HACHIDORI


* Achtung! – Ich beschreibe hier lediglich meine persönliche Erfahrung bei Sali und HIT. Da diese Krankheitsbilder individuell höchst unterschiedlich sind, kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass dies auch auf alle anderen Personen mit HIT zutrifft. Bitte prüft als Betroffener oder falls ihr den Verdacht auf HIT habt eure Beschwerden gemeinsam mit eurem Arzt. Ich muss hier aus rechtliche Gründen darauf hinweisen, dass meine Schilderungen keinen Arztbesuch, eine Diagnose oder eine Behandlung durch Ärzte ersetzen.

Rezension – „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon

Hallo meine lieben Leser,

der Juni neigt sich dem Ende und irgendwie habe ich diesen Monat wieder sehr wenig Bücher gelesen. Das lag unter anderem an meinem Urlaub, denn auch wenn es komisch klingt, lese ich im Urlaub meist sehr viel weniger als sonst. In der Buchhandlung am Strand habe ich „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon erstanden. Ich hatte es vorher schon bei einer Bekannten gesehen und war deshalb neugierig geworden.

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Das Antiquariat der Träume
  • Autor: Lars Simon
  • Anzahl der Seiten: 313 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Roman

INHALT:

„(…) es sind stets die Perspektive und der Blickwinkel, die über die Realität entscheiden, nicht das Ding als solches, losgelöst von seiner Umgebung und dem Betrachter.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 76 –

Das Buch „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon handelt von dem Schweden Johan, der ein Schiffsunglück überlebt. Leider verliert er bei diesem Unglück auch seine große Liebe Lena und das Buch „Singoalla“, welches sie ihm kurz vor dem Untergang des Schiffes schenkte.
Johan arbeitete früher als Leiter eines Verlags, nach dem Unglück jedoch zieht er auf ein Dorf und eröffnet ein Antiquariat und ein Literatur-Café. Doch selbst 4 Jahre nach dem tragischen Schicksalsschlag hat er diesen Verlust nicht überwunden.
Das liegt vor allem daran, dass ihm seit dem Erlebnis die Figuren aus seinen Lieblingsbüchern erscheinen und ihm durch mehr oder minder eindeutige Hinweise über seine Krise hinweghelfen möchten.
Johan hat all die Jahre niemals den Glauben daran verloren, dass Lena noch leben könnte, obwohl das völlig unmöglich ist. Er suchte sie sehr intensiv und konnte sie nicht finden.

Schließlich steht Johan vor der Entscheidung, ein neues Leben zu beginnen oder weiter seiner Hoffnung hinterher zu jagen. Wofür er sich entscheidet, ob seine imaginären Freunde ihm helfen können und ob diese nur Halluzinationen sind, weil er verrückt wird – das dürft ihr selbst herausfinden, da ich euch nicht spoilern möchte.

SCHREIBSTIL:

„Aber war es tatsächlich Erlösung? Manchmal konnte Verlust Erlösung sein. Oft jedoch nicht.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 143 –

Lars Simon schreibt sehr bildhaft, einfach und sein Stil ist sehr leicht zu lesen. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat – es wurde nie langweilig. Kleinere Längen wurden von liebenswert schrulligen Charakteren wieder aufgewogen.
Simon versteht es zwischen subtilem Humor und Melancholie zu schwanken und die Gefühlswelt des Protagonisten eindrucksvoll auf den Leser zu übertragen.
Schlussendlich war man nie ganz sicher, ob das jetzt alles real oder wirklich nur Fiktion ist. Bis zum Ende konnte ich nicht erkennen, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird und das war unheimlich spannend und erfrischend.

Obwohl das Buch nur etwas über 300 Seiten hat, schafft es Simon, sie mit viel Inhalt und Emotion zu füllen.

FAZIT:

„Jedes Buch, das Ihr gelesen habt in Eurem Leben und in dem Ihr Euch verlort, weil Ihr es liebtet, ist ein Stück Eures Lebensweges, ganz gleich zu welcher Zeit dies geschah.“

– „Das Antiquariat der Träume“ von Lars Simon, S. 231 –

Wie man merkt, mochte ich das Buch. Es war ein kurzweiliges und doch intensives Lesevergnügen, was mir den Sommer versüßt hat. Der Protagonist Johan war mir sehr sympathisch, obwohl er sich oft sehr zweifelhaft entschieden hat. Auch die Buchcharaktere waren sehr speziell, aber sympathisch. Mich konnte das Buch mit seinem Charme überzeugen.

Ein Buch voller Melancholie, Sehnsucht und schrulligen Charakteren, die schnell das Leserherz erobern. Für mich eine liebenswerte, kurzweilige Sommerlektüre, die mit viel Charme daherkommt.

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI