Frauen der Weltgeschichte – Loretta Young

Loretta Young
US-amerikanische Schauspielerin
1913 – 2000

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Titel: Studio publicity portrait of actress Loretta Young (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

Obwohl Loretta Young, die eigentlich Gretchen Michaela hieß, katholisch war, ließ sie in ihrem Leben nichts anbrennen. 1930, als sie 17 Jahre alt war, brannte sie mit dem Schauspieler Grand Withers durch und heiratete ihn. Youngs Mutter erwirkte, dass die Ehe ein Jahr später annuliert wurde. 1933 hatte sie während Dreharbeiten eine Affäre mit Spencer Tracy. Dieser lieferte sich wegen Loretta sogar mit William A. Wellman eine öffentlich Schlägerei. Tracy war ebenfalls katholisch und aus diesem Grund wurde aus den beiden am Ende kein Paar und er kehrte zu seiner Frau zurück. Ebenfalls während Dreharbeiten begann sie eine Affäre zu Clark Gable und wurde von ihm schwanger. Ihre Tochter, Judy Lewis, gab sie als adoptiert aus. Das Kind wurde zeitlebens nie von ihrem Vater anerkannt. Youngs Tochter wurde ebenfalls Schauspielern. Den Namen Lewis bekam sie von Lorettas zweitem Mann, dem Werbefachmann Thomas Lewis. Sie hatten zwei Kinder, die Ehe wurde allerdings 1968 geschieden. Loretta Youngs letzte Ehe war die zum Kostümbildner Jean Louis.

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Titel: Rialto Theater – 29 Jan MC – Allentown PA (Quelle)
Urheber: Self-Scanned – Cinema advertizement, Morning Call Newspaper, Allentown PA

Die kleine Loretta wirkte bereits im zarten Alter von vier Jahren in Stummfilmen mit. Ihre erste Rolle, mit der ihre Karriere begann, war eine Nebenrolle im Film „Naughty but Nice“ von Colleen Moore. Auf Anraten von Moore änderte Young ihren Vornamen in Loretta. Schon bald hatte sie ihren ersten Studiovertrag von First National und wurde schnell zu einer bekannten Größe. Als sie 1928 in „Lach, Clown, lach“ auftrat, wurde sie auch beim Publikum bekannt. Mit dem Aufkommen der Tonfilme erwuchs Loretta zu einer wahren Hauptdarstellerin, nicht zuletzt wegen ihrer Schönheit.
Meistens war Young in sogenannten double-bill Filmen zu sehen, also in zwei kurzen Hauptfilmen nacheinander oder einem Vorfilm und Hauptfilm. Loretta hatte verschiedenste Rollen, von der Diebin bis hin zum Vamp. Das Studio First National wurde von Warner Brothers aufgekauft, die die Frauen in den Filmen als durchsetzungsstark darstellten.
Als die Schauspielerin 1934 zum Studio 20th Century Pictures wechselte, war sie schon längst zu einem echten Star avanciert. Populärer waren nur Shirley Temple und Janet Gaynor. Leider stagnierte Youngs Karriere sehr bald, da wirklich dramatische Rollen an andere Schauspielerinnen gegeben wurden und sich bei ihr hauptsächlich auf ihr Aussehen konzentriert wurde. Aus diesem Grund entschloss sich Loretta, als Freelancerin zu arbeiten, was ihrer Karriere, wie anderen Schauspielerinnen zuvor, neuen Schwung gab.
Ihre besten Rollen spielte sie nach dem Krieg 1946 in „Spur des Fremden“ als Ehefrau eines Naziverbrechers und 1947 in „Jede Frau braucht einen Engel“ als eine Frau, die sich in einen Engel verliebt. Im gleichen Jahr gewann Loretta Young einen Oscar als beste Hauptdarstellerin im Film „Die Farmerstochter“. 1949 wurde sie für ihre Rolle in „…und der Himmel lacht“ ein zweites Mal für einen Oscar nominiert.
1953 hatte Young genug von Filmen und wechselte zu einer Fernsehkarriere. Acht Jahre lang war sie sehr erfolgreich mit ihrer „The Loretta Young Show“. Ihr Markenzeichen waren dabei glamouröse Auftritte in aufwendiger Abendgarderobe. Nach 1963 und bis 1968 nahm Loretta keine Rollen mehr an. 1972 wurde ihre Loretta Young Show vertragswidrig ausgestrahlt, worauf sie den Sender auf Schadensersatz verklagte.
Ihre letzten Filme wurden für das Fernsehen produziert. „Frohe Weihnachten, Mrs. Kingsleybrachte ihr einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Mini-Serie bzw. TV-Film. Nachdem sie für „Spinne im Netz“ erneut nominiert wurde, beendete Young ihre Karriere.

(Vgl. Gripweed u.a.: Loretta Young. https://de.wikipedia.org/wiki/Loretta_Young [Stand: 16.03.2019])

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Frauen der Weltgeschichte – Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg
Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und „proletarischen Internationalismus“
1871 – 1919

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Titel: Portrait of Rosa Luxemburg. (Quelle)
Fotograf: Unbekannt

Das Geburtsdatum von Rosa Luxemburg liegt bis heute im Dunkeln. Zwar wurde auf der Heiratsurkunde und anderen Dokumenten der 25. Dezember 1870 vermerkt, tatsächlich erläuterte Rosa Luxemburg selbst in Briefen, dass der Geburtsschein nachträglich ausgestellt wurde und sie nicht ganz so alt wäre. Ihre Familie feierte ihren Geburtstag immer im März. Für die Aufnahme an der Universität gab sie als Geburtsjahr 1871 an. Deswegen wird ihr Geburtstag in Biografien häufig auf den 5. März 1871 beziffert.
Doch damit nicht genug. Durch einen behördlichen Schreibfehler wandelte sich der Familienname Luxenburg in Luxemburg, was Rosa beibehielt. Mit vollem Namen hieß sie eigentlich Rosalia, kürzte den Namen aber umgangssprachlich ein.

Der Vater von Rosa Luxemburg war Holzhändler, die jüdischen Vorfahren waren Landschaftsarchitekten und mütterlicherseits Rabbiner und Hebraisten. Die Familie Luxenburg waren wohlhabend, aber nicht reich. Ihren bescheidenen Reichtum setzten sie vor allem für die Bildung der Kinder ein. Rosas Brüder besuchten Schulen in Deutschland. Die Kinder lernten Deutsch und Polnisch, aber kein Jiddisch.

Rosa selbst lernte zusätzlich noch Russisch, Latein, Altgriechisch und Französisch. Englisch konnte sie lesen und Italienisch verstehen. Sie war außerdem gebildet in Literatur, konnte gut zeichnen und hatte ein ausgeprägtes Interesse an Geologie und Botanik. Außerdem liebte sie Musik, vor allem die Oper.
Mit nur 3 Jahren wurde ein Hüftleiden bei Rosa Luxemburg fälschlicherweise als Tuberkulose diagnostiziert. Durch die fehlende Behandlung deformierte sich ihre Hüfte und sie behielt ein leichtes Hinken. Während der langen verordneten Bettruhe lernte Rosa autodidaktisch Lesen und Schreiben. Mit nur neun Jahren übersetze sie Geschichten von Deutsch nach Polnisch und schrieb eigene Gedichte und Novellen. Mit 13 Jahren schrieb sie sogar ein sarkastisches Gedicht über Kaiser Wilhelm I., in welchem sie ihn sogar duzte.

Später besuchte Rosa ein Frauengymnasium, welches nur selten jüdische oder polnische Mädchen aufnahm. Wohl auch aus diesem Grund engagierte sie sich dort in einem geheimen Fortbildungskreis, wo sie auch die marxistische Gruppe „Proletariat“ kennenlernte. Diese Gruppe wurde letztlich staatlich verfolgt und aufgelöst. Teilgruppen blieben bestehen und arbeiteten weiter im Untergrund – so auch die Gruppe „Zweites Proletariat“, der Rosa schließlich beitrat. Sie machte weder familiär noch in der Universität ein Geheimnis aus ihrer Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung. Trotz ihren überragenden Leistungen als Klassenbeste mit Höchstnote im Abitur, wurde ihr die Ehrenmedaille dafür nicht überreicht, da sie sich in den proletarischen Gruppen engagiert hatte. Schließlich musste Rosa 1888 vor der Zarenpolizei in die Schweiz fliehen, die ihre Mitgliedschaft entdeckt hatte.

In Zürich belegte sie eine Vielzahl von Studienfächern, unter anderem in Rechtswissenschaften und Staatswissenschaften. In dieser Stadt gab es viele ausländische Emigranten, die verfolgte Sozialisten waren. Nach und nach knüpfte Rosa hier Kontakte in der Szene, bekam Einblick in die SPD und lernte bekannte Marxisten kennen. Während ihrer Zeit in der Schweiz gründete Rosa Luxemburg mit anderen die Exilzeitung „Arbeitersache“, wo sie federführend als Redakteurin fungierte (natürlich unter einem Pseudonym). Unter diesem Pseudonym nahm sie auch an dem Kongress 2. Internationale teil und wurde mit ihrer Verteidigungsrede über die Entwicklung der Sozialdemokratie in Russisch-Polen international bekannt. Sie wurde letztendlich vom Kongress ausgeschlossen und gründete daraufhin die Partei „Sozialdemokratie des Königreiches Polen“. Durch ihren Einsatz gegen Nationalismus wurde sie zum Ziel antisemitischer Angriffe. Neben ihren vielen Feinden, fand sie aber auch immer mehr Verbündete.

Sie wurde über alle Grenzen hinweg bekannt als sozialistische Denkerin, mit deren Ansichten man sich auseinandersetzte. Sie führte ihren Kampf in der Arbeiterbewegung gegen den Nationalismus zeitlebens fort. Ihre erbitterte Einstellung brachte ihr anfangs eine fast komplette Isolation und sehr viele Konflikte ein.

1897 promovierte Luxemburg und zog ein Jahr später nach Deutschland um so den besetzten Teil Polens besser für sich gewinnen zu können. Dort gewann sie in der SPD an Ansehen, aufgrund ihrer sprachlichen Begabung und des Erfolges ihrer Wahlkampfreden. Sie wurde Chefredakteurin der sächsischen Arbeiterzeitung, jedoch trat sie nach einem Streit zwischen SPD und Linken zurück, weil sie die Linken verteidigte und mehrere Mitredakteure sich gegen sie stellten. Nach mehreren innerparteilichen Auseinandersetzungen erfuhr sie gerade aus den ausländischen Reihen der SPD viel Ablehnung, weil sie Jüdin war. Sie wurde als Gegnerin gesehen, ja zum Teil sogar als bedrohlich wahrgenommen.

Nach einer Wahlkampfrede wurde sie wegen Majestätsbeleidigung gegenüber Kaiser Wilhelm II. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Wochen der Strafe saß sie ab. 1905 reiste sie unter einem Pseudonym nach Warschau, um die russische Revolution zu unterstützen. Sie wurde im Jahr darauf verhaftet. Nur um ein Haar gelang es ihr, das Kriegsgerichtsverfahren und die Todesstrafe abzuwenden. Rosa Luxemburg warnte schon früh vor einem Krieg der Großmächte und brachte sich immer mehr in Militarismus und Imperialismus ein. Eine weitere Haftstrafe aufgrund einer Rede folgte.

In den folgenden Jahren lehrte sie nicht nur als Dozentin in Berlin, sondern reiste auch als Vertreterin der SPD zu mehreren Sozialistenkongressen. Während dieser Zeit kämpfte sie erbittert gegen Krieg und für den Frieden und rief bei Ausbruch des Kriegs zu einem Generalstreik auf. Sie musste jedoch erkennen, dass der Nationalismus stärker war als das internationale Klassenbewusstsein.

Als der Krieg ausbrauch, stimmte auch die SPD mit den anderen Parteien einstimmig für die Kriegskredite und förderte so die Mobilmachung. Dieser Bruch mit der Einstellung der SPD und dem Kampf von Rosa, trieb sie kurzzeitig in Selbstmordgedanken. In der „Gruppe Internationale“ versammelten sich die Kriegsgegner der SPD, darunter auch Karl Liebknecht. Daraus ging die sogenannte „Spartakusgruppe“ hervor, deren Spartakusbriefe Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gemeinsam herausgaben.

Auch zu diesem Zeitpunkt verbüßte Rosa Haftstrafen, unter anderem wurde sie zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Drei Jahre und vier Monate verbrachte sie insgesamt im Gefängnis. Während dieser Zeit schrieb sie weiterhin Aufsätze, die sie nach außen schmuggelte und mithilfe von Freunden veröffentlichte.

Nach ihrer Entlassung im Jahre 1918 begann sie sofort, sich im von Karl Liebknecht reorganisierten Spartakusbund zu engagieren. Sie gaben eine neue Zeitung heraus – die „rote Fahne“, um Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse nehmen zu können. Unter anderem forderte Rosa eine Amnestie für alle politischen Gefangenen und eine Abschaffung der Todesstrafe. Nach mehreren Revolutionsversuchen zusammen mit Karl Liebknecht ging es Rosa Luxemburg gesundheitlich immer schlechter. Trotzdem verfolgte sie weiterhin sehr aktiv das revolutionäre Geschehen.

1919 nahm eine Bürgerwehr Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht fest und brachte sie in ein Hotel, wo eine Division residierte, welche die Verfolgung der Spartakisten organisierte. Die beiden wurden verhört und dabei schwer misshandelt. Der Offizier beschloss, Luxemburg und Liebknecht zu ermorden und es nach einer Tat eines Unbekannten aussehen zu lassen. Rosa Luxemburg wurde bewusstlos geschlagen, in einen Wagen geworfen und dort von einem Leutnant erschossen. Ihre Leiche wurde in einen Kanal geworfen. Da ihre Leiche noch nicht gefunden wurde, bestattete man zunächst symbolisch einen leeren Sarg neben Karl Liebknecht. Über 100.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil.

Auf den Tod der beiden wichtigen Persönlichkeiten der Spartakus-Bewegung folgten Massenunruhen, ähnlich einem Bürgerkrieg. Die Aufstände wurden gewaltsam niedergeschlagen und es starben tausende Menschen.

Zwei Monate später fand ein Schleusenmitarbeiter den Leichnam von Rosa Luxemburg. Um weitere Unruhen zu vermeiden, wurde eine Nachrichtensperre verhängt und der Leichnam konfisziert. Später folgte eine offizielle Bestattung neben Karl Liebknecht. Zehntausende wohnten der erneuten Bestattung bei. Es kam erneut zu Großdemonstrationen und Streiks.

(Vgl. Louis Wu u.a.: Rosa Luxemburg. https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg [Stand: 10.02.2019])

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Frauen der Weltgeschichte – Selma Lagerlöf

Selma Lagerlöf
schwedische Schriftstellerin und erste Nobelpreisträgerin für Literatur
1858 – 1940

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Titel: Selma Lagerlöf painted by Carl Larsson (Quelle)
Künstler: Carl Larsson

Selma Lagerlöf war eine schwedische Schriftstellerin, deren Werke noch heute zur Weltliteratur gehören. Sie war nicht nur die erste Frau, die den Nobelpreis für Literatur erhielt, sondern setzte sich mit ihrem bekannten Kinderbuch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ selbst ein Denkmal.

Lagerlöf war eines von sechs Geschwistern. Zwei der Kinder starben früh, eine ihrer Schwestern an Tuberkulose. Dieses Thema verarbeitete sie in späteren Romanen. Selma Lagerlöf selbst wurde mit einem Hüftleiden geboren, welches ihr das Gefühl gab, eine Außenseiterin zu sein. Auch diesen Umstand ließ sie in ihre Werke einfließen, da dort oft Außenseiter eine tragende Rolle spielen. Später verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie, bis das Heim der Lagerlöfs veräußert werden musste. Auch diese Angst und der Verlust des Heims wurden in ihren Werken thematisiert. Die vielen prägenden Erfahrungen und ihr bereits frühes Interesse an Literatur (sie las wahnsinnig gern und führte auf dem Dachboden Puppentheaterstücke auf) schienen es mit ihr nicht anders zu wollen, als dass sie eine berühmte Schriftstellerin werden sollte.

Entgegen dem Willen ihres Vaters ging Lagerlöf nach Stockholm und wurde Volksschullehrerin. Während ihrer Lehramtstätigkeit schrieb sie ihren ersten Roman „Gösta Berling“, der heute zu den meistgelesenen Romanen in Schweden gehört. Nach vielen schlechten Kritiken, warf der Roman allerdings nicht so viel ab, wie Lagerlöf hoffte. Sie plante, den Beruf des Lehrers zugunsten der Schriftstellertätigkeit an den Nagel zu hängen. Ende des 19. Jh. gab Lagerlöf ihren Beruf als Lehrerin auf und unternahm eine Südeuropareise. Danach zog sie in den Ort, an dem ihre Schwester wohnte. Dort bekam sie durch ein paar Einheimische die Vorlage für ihren Roman „Jerusalem“, der ihr Durchbruch sein sollte. 1906 schließlich schrieb sie ihr wohl bekanntestes Buch über Nils Holgersson, welches bis heute in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Sie erhielt im Laufe der darauffolgenden Jahre nicht nur die Ehrendoktorwürde zweier Universitäten, sondern bekam außerdem im Jahre 1909 als erste Frau den Literaturnobelpreis verliehen. Lagerlöf kaufte vom Preisgeld das veräußerte Heim ihrer Familie zurück – ein kleines persönliches Happy End.

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Titel: Photograph by Atelje Jaeger, Stockholm 1928. (Quelle)
Künstler: Atelje Jaeger

Lagerlöf verband eine tiefe Freundschaft zu Sophie Elkan, ebenfalls eine schwedische Schriftstellerin. Mit ihr und der Studienrätin Valborg Olander bildete Lagerlöf eine brisante Dreiecksbeziehung. In mehreren Briefen sind die Liebesbekundungen und Eifersüchteleien der Frauen zu lesen.

Ebenfalls interessant ist, dass Lagerlöf gebeten wurde, sich um einen Jungen zu kümmern, der zufällig den Namen Nils Holgersson trug. Tatsächlich nahm sie ihn als ihren Pflegesohn auf und versuchte ihn nicht nur literarisch hoch zu bilden. Ihren Bemühungen zum Trotz wurde Nils Holgersson Bauarbeiter und wanderte nach Amerika aus.

Neben ihrem sozialen und politischem Engagement für Frauenrechte und jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, schrieb sie noch viele weitere Romane, bevor sie 1940 in ihrem Haus an einem Schlaganfall starb.

(Vgl. Emmridet u.a.: Selma Lagerlöf. https://de.wikipedia.org/wiki/Selma_Lagerl%C3%B6f [Stand: 13.01.2019])

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Frauen der Weltgeschichte – Marie Tussaud

Marie Tussaud
französische Wachsbildnerin
1761 – 1850

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Titel: Madame Tussaud, age 20. (Quelle)
Künstler: John Theodore Tussaud

Die Basis von Maries Talent bildete sich in ihrer Kindheit. Ihr Stiefvater P. Curtius war Arzt und formte für den Anschauungsunterricht menschliche Organe aus Wachs. Auch kleine Miniaturen hat er hergestellt. Später begann er auch mit dem Aufbau eines Wachsfigurenkabinetts. Marie lernte von Curtius das Modellieren und mit 17 Jahren fertigte sie ihr erstes lebensgroßes Modell von Voltaire.
Während der Französischen Revolution wurden ihre Abbilder verspottet und sie wurde gezwungen, Todesmasken von Prominenten zu erstellen.
Nach dem Tod von Curtius erbte sie seine Wachsfigurensammlung. Allerdings blieben die Kunden aus und nach finanzieller Not erhielt sie das Angebot, ihre Werke in England auszustellen. Sie reiste mehrere Jahre mit ihren Söhnen durch England und Irland, um schließlich 1835 in London in der Baker Street ihr eigenes Museum zu eröffnen. Sie vermachte es ihren Söhnen, von denen einer das Handwerk erlernte. Mit 81 Jahren erschuf sie ihre letzte Figur, Frankfreich sah sie aufgrund der Kontinentalsperre nie wieder. Marie Tussaud wurde 88 Jahre alt.

(Vgl. Kaisehr74 u.a.: Marie Tussaud. https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Tussaud [Stand: 21.09.2017])

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Frauen der Weltgeschichte – Elizabeth (Aubrey) Le Blond

Elizabeth (Aubrey) Le Blond
geb. Elizabeth Alice Frances Hawkins-Whitshed

1860 – 1934
englische Bergsteigerin, Schriftstellerin und Fotografin irischer Herkunft


Titel: True tales of mountain adventure for non-climbers young and old by Mrs. Aubrey Le Blond (Mrs. Main) (Quelle)
Autor: Mrs. Aubrey Le Blond Aka Elizabeth Hawkins-Whitshed

Die englische Lady aus gutem Hause in London begab sich 1881 zu einem Erholungsurlaub in Chamonix in Frankreich. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für die alpine Welt.
Sie bestieg nicht nur erfolgreich den Mont Blanc, ihr gelangen auch zwei Erstbesteigungen und sie führte regelmäßig Wintertouren durch. An einigen Touren nahmen ausschließlich Frauen teil.
Sie hatte Glück, durch die Einkünfte ihrer Ländereien unabhängig zu sein, denn ihr Verhalten wurde als unschicklich angesehen, da sie immer wieder getrennt von ihren Männern lebte.
Bekannt sind vor allem Le Blonds Fotografien, die sie während der Reisen anfertigte und welche in zahlreichen Magazinen und Büchern für Bergsteiger abgedruckt wurden. Die Kenntnisse der Fotografie hatte sie sich autodidaktisch angeeignet.
Als Schriftstellerin veröffentlichte sie nicht nur zum Thema Bergsteigen, sondern auch Reiseführer, einen Roman, historische Darstellungen und Lebenserinnerungen.
Da der Londoner Alpine Club nur Männer in seinen Reihen akzeptierte, gründete sie 1907 einen Ladies Alpine Club.

(Vgl. Jesi u.a.: Elizabeth Alice Hawkins-Whitshed. https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Alice_Hawkins-Whitshed [Stand: 21.06. 2017]

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Frauen der Weltgeschichte – Mary Somerville

Mary Somerville
1780 – 1872
schottische Astronomin und Mathematikerin


Titel: Mary Fairfax, Mrs William Somerville, 1780 – 1872. Writer on science (Quelle)
Künstler: Thomas Philips

Mary Somerville war eine Autodidaktin und dazu noch hartnäckig. Sie bekam keine Schulbildung und ihre Eltern nahmen ihr sogar die Kerzen weg, damit sie nachts nicht heimlich lesen konnte. Ihre Lektüre waren unter anderem Euklids „Elemente“ und Schriften über Algebra. Als ihr keine Kerzen mehr zur Verfügung standen, lernte sie kurzerhand iher Bücher auswendig, damit sie die Aufgaben im Kopf lösen konnte. Auch Latein und Altgriechisch brachte sie sich selbst bei. So wenig Befürwortung sie von ihren Eltern erfuhr, so viel unterstützte Marys Onkel ihre Studien.
Sein Sohn William Somerville war es auch, den sie als junge Witwe heiratete. Er förderte ihre Ambitionen und war Mitglied in der Royal Society. In diesen Kreisen stellte er Mary zahlreichen bedeutenden Wissenschaftlern vor.


Titel: Mary Sommerville (Quelle)
Künstler: Unbekannt

Neben eigenen wissenschaftlichen Publikationen gehören zu ihren Schriften auch Übersetzungen der Bücher des französischen Astronomen Pierre-Simon Laplace. Er selbst äußerte, dass sie die erste Frau wäre, die seine Werke verstehen würde. 1835 war sie eine der ersten Frauen (neben ihr noch Carolin Herschel), die in die Royal Astronomical Society aufgenommen wurde. Mary Somerville verzeichnet Auszeichnungen und Ehrungen für ihre Werke, unter anderem 1869 die Patron’s Medal der Royal Geographical Society. Dieselbe nahm erst 1913 offiziell Frauen in ihren Reihen auf.

(Vgl. Harrobot u.a.: Mary Somerville. https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Somerville [Stand: 09.05.2017])

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Frauen der Weltgeschichte – Louise Bourgeois

Louise Bourgeois
US-amerikanische französische Bildhauerin
1911 – 2010


Titel: Sculpture of the spider mother in France (Quelle – CC BY)
Fotograf: Sam valadi

Louise selbst sagte: „Meine Dämonen sind meine Werke.“
Sie bezog sich damit auf ihre von Bedrohungen dominierte Kindheit und auf das konfliktreiche Verhältnis zu ihrem Vater. Bourgeois beschäftigte sich provozierend, aber auch witzig mit der ihrem zentralen Thema der weiblichen Sexualität. Sie lehnte es generell ab, von feministischer Ästhetik zu sprechen. Umso ironischer, dass zuerst die Feministinnen ihre Arbeiten zu schätzen wussten.

Für Louise Bourgeois verkörperte die Spinne Schutz und so erschuf sie aus Stahl eine 9 Meter hohe Spinnenskulptur mit dem Namen „Maman“. Neben dieser Ausführung, die vor der Tate Modern in London steht, gibt es weltweit noch circa zehn Bronzeabgüsse.

Bourgeoise wurde erst mit 70 Jahren einem größeren Publikum bekannt.

(Vgl. Se4598 u.a.: Louise Bourgeois. https://de.wikipedia.org/wiki/Louise_Bourgeois [Stand: 29.06.2016])

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Frauen der Weltgeschichte – Rita Levi-Montalcini

Rita Levi-Montalcini
italienisch-US-amerikanische Medizinerin
1909 – 2012


Titel: The 98 year-old mother of neuroscience special guest speaker at the international NGF meeting 2008: Katzir Conference on Life and Death in the Nervous System, at Kfar Blum, Israel. (Quelle – CC-BY-SA)
Fotograf: audrey_sel

Als das Kindermädchen von Montalcini an Krebs verstarb, stand fest, dass sie ein Medizinstudium anstrebte. Nach ihrem Examen 1936 fand sie im damals faschistischen Italien keine Arbeit, da sie Jüdin war. Aus diesem Grund zog sie nach Belgien. 1943-45 lebte sie illegal in Florenz und forschte in ihrem Schlafzimmer weiter. Später wurde sie sogar Leiterin des nationalen Labors für Zellbiologie in Rom.

Rita Levi-Montalcini erforschte ihr Leben lang den Wachstumsmechanismus von Zellen und Organen. Sie entdeckte 1952 das Protein, welches für das Wachstum von Zellen verantwortlich ist. Sie erhielt 1986 den Nobelpreis in Medizin, gemeinsam mit dem US-Amerikaner Stanley Cohen.
Vom italienischen Präsident wurde sie im Jahre 2001 zur Senatorin auf Lebenszeit ernannt.
2009 war sie schließlich die erste Nobelpreisträgerin der Geschichte, die 100 Jahre alt geworden war.

(Vgl. Codc u.a.: Rita Levi-Montalcini. https://de.wikipedia.org/wiki/Rita_Levi-Montalcini [Stand: 12.05.2017])

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Frauen der Weltgeschichte – Clare Boothe Luce

Clare Boothe Luce
1903 – 1987
amerikanische Publizistin und Politikerin


Titel: Congresswoman Clare Boothe Luce of Connecticut (Quelle)
Fotograf: National Archives and Records Administration

Clare Boothe Luce hatte schon immer ihren eigenen Kopf gehabt. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann war sie rundum versorgt und in der Gesellschaft in New York alles andere als schlecht aufgestellt, aber anstatt auf einen neuen Mann zu warten, der ihr das Auskommen sichern würde, suchte sie sich wider Erwarten einen Job.
Es sollte nicht nur bei einer einzigen Tätigkeit bleiben. Im Laufe ihres Lebens durchlief sie also mehrere Stationen, unter anderem als gefürchtete, scharfzüngige Redakteurin, Dramatikerin oder als Abgeordnete des amerikanischen Repräsentantenhauses. Außerdem war sie italienische Botschafterin und außenpolitische Beraterin für Ronald Reagan. Sie brannte für den Antikommunismus, war aber realistisch genug, um für ein friedliches Miteinander mit z.B. China einzutreten.


Titel: Clare Boothe Luce, American editor, playwright, social activist, politician, journalist, and diplomat. (Quelle)
Fotograf: Carl Van Vechten

Die Tochter von Clare Boothe Luce starb bereits im Alter von 19 Jahren. Nach ihrem Tod wandte sie sich dem Katholizismus zu. Ein Freund von Boothe bemerkte dazu:
„Vor 20 Jahren war sie wie ein Diamant, schön, brillant und kalt. Jetzt ist sie schön, brillant und mitfühlend.“

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Frauen der Weltgeschichte – Daphne du Maurier

Daphne du Maurier
1907 – 1989
britische Schriftstellerin


Titel: Young Daphne du Maurier (about 1930) (Quelle)
Fotograf: Fotograf nicht bekannt / Quelle: The Chichester Partnership, University of Exeter

Daphne du Maurier wuchs in London auf, aber die Landschaft in Cornwall lag ihr mehr als das gesellschaftliche Leben in ihrer Heimatstadt. Sie hielt große Stücke auf ihre finanzielle Unabhängigkeit. Die Presse beschrieb Maurier als öffentlichkeitsscheu, aber ihre Freunde bezeichneten sie als warm und entgegenkommend.
Die Bücher von Maurier machten sie reich und sie hatte eine beträchtliche Fangemeinde. Die Literaturkritiker dagegen zerrissen ihre Bücher als „melodramatische Trivialliteratur“, während Mauriers Biografien auch die Kritiker überzeugten.

Ihr erster Roman wurde 1931 unter dem Titel „Der Geist von Plyn“ veröffentlicht. Er war ein sofortiger Erfolg. Spätere Romane zeichnen sich vor allem durch Spannung und psychologischen Tiefgang aus, beispielsweise „Rebecca“ oder „Meine Cousine Rachel“.
Aus vielen ihrer Vorlagen wurden bekannte Filme, unter anderem „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock.

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