Rezension – „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch

Meine lieben Leser,

ich hatte wieder mal das große Glück, dass ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks ein Buch gewonnen habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Kinderbuch namens „Der Händler der Töne“ von Verena Petrasch, welches mich schon alleine durch das Cover und den Klappentext sehr neugierig gemacht hat. Wie es mir insgesamt gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Händler der Töne
  • Autor: Verena Petrasch
  • Anzahl der Seiten: 345 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Kinderbuch, Fantasy

INHALT:

Noé ist ein Waisenjunge, der in seinem Dorf von Familie zu Familie gereicht wird. Er hasst das Dorfleben und seine einzigen Stützen sind seine Freundin Minu und die Klänge, die nur er hören kann. Er träumt davon, hinaus in der Klangwelt zu ziehen und einen Platz zu finden, an dem Minu und er in Ruhe leben können.
Er ergreift seine Chance, als ein fahrender Tonhändler das Dorf besucht und wird zu dessen Lehrling. Nur schweren Herzens lässt er Minu dafür zurück, um ihr später ein besseres Leben ermöglichen zu können.
Der Händler jedoch ist alles andere als freundlich zu ihm und weist ihn stetig ab, lehrt ihn nichts und wirkt, als würde er ein Geheimnis mit sich herumtragen.
Als Minu in Gefahr gerät, muss Noé nicht nur all seinen Mut aufbringen, um das Geheimnis des Händlers aufzudecken, sondern auch sich selbst herausfordern.
Auf seiner Reise durch die Klangwelt begegnen ihm einzigartige Töne mit unaussprechlichen Namen, irrwitzige Charaktere und atemberaubende Fantasiegestalten. Sein Weg führt ihn durch wundersame Städte, mysteriöse Dschungel und auf Piratenschiffe, wodurch das zauberhafte Abenteuer rund um die Klänge und Töne abgerundet wird.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil des Buches war anfangs für mich sehr erklärend, sodass der Einstieg für mich etwas holprig verlaufen ist. Der Leser wurde direkt ins Geschehen katapultiert und ich musste mich erstmal zurechtfinden in dieser ganz anderen Welt, in der alles über Töne und Klänge definiert wird. Jedoch nach kurzer Zeit war ich so in diesem fantasievollen Worldbuilding gefangen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Noé ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und auch die anderen Charaktere sind mit liebevoller Feder geschrieben.
Besonders stechen die vielen Ton- und Klangvokabeln heraus, die wirklich unglaublich kunstvoll und originell sind. Es war eine wirkliche Freude, beim Lesen den vorgestellten Klängen zu lauschen und sich deren Wirkung vorzustellen.
Die Kapitel sind angenehm kurz und lesen sich sehr schnell. Ein paar Fragen zum Worldbuilding bleiben für mich als Erwachsenen offen und so ist der Inhalt der Kapitel aufs Wesentliche beschränkt, was für ein Kinderbuch allerdings völlig in Ordnung ist.

FAZIT:

Dieses Buch hat mich auf mehreren Ebenen überrascht. Es hatte für ein Kinderbuch ein deutlich höheres sprachliches Niveau, als erwartet und somit ist die Lektüre wohl eher etwas für größere Kinder. Der Protagonist ist 10 Jahre alt, weswegen ich dieses Buch auch ungefähr ab diesem Alter empfehlen würde. Zum Vorlesen kann ich mir allerdings auch etwas jüngere Zuhörer vorstellen. Hier sollte nur beachtet werden, dass es für ein Kinderbuch doch ungewohnt blutig und düster zugeht. Insgesamt war es für mich ein wirklich zauberhaftes und fantasievolles Abenteuer.
Eine sprachlich niveauvolle, originelle Reise, welche den Leser in die Welt der Klänge entführt. Gleichzeitig ein zauberhaftes, zeitweise düsteres Abenteuer um den Jungen Noé, der auf allerlei irrwitzige Gestalten trifft und über sich hinauswachsen muss, um seine Freunde zu retten. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Sadie“ von Courtney Summers

Hallo meine lieben Leser,

ich hatte das große Glück das Jugendbuch „Sadie“ bei einer Buchverlosung von lovelybooks zu gewinnen. Vielen Dank an dieser Stelle für diese Möglichkeit, das Buch zu gewinnen. Tatsächlich hatte ich schon vorher mal versucht, das Buch im Rahmen einer Leserunde zu ergattern, was nichts geworden ist. Seitdem stand „Sadie“ ganz große auf meiner To-Read-Liste. Besonders gut hat mir der Einband gefallen, denn das Wort „Sadie“ ist ausgestanzt und im Inneren des Einbands kann man noch eine versteckte Botschaft der Protagonistin finden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Sadie – Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren
  • Autor: Courtney Summers
  • Anzahl der Seiten: 355 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
  • Ausgabe : 1. Auflage (2019)
  • Genre: Jugendbuch, Thriller, Mystery, Suspense

Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem Podcast und der Einsicht, dass Sadie verschwunden und ihre Schwester Mattie tot ist.

Mattie wurde umgebracht. Was mit Sadie geschehen ist erfährt man recht schnell. Sie ist auf der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester und scheint genau zu wissen, wen sie suchen muss, allerdings nicht unbedingt, wo.

Während der Reporter des Podcasts die Geschehnisse fünf Monate nach den Ereignissen von Sadie und Mattie aufrollt und sich Schritt für Schritt auf den Spuren Sadies an deren Geschichte herantastet, wird ihre Geschichte direkt nach dem Verschwinden von ihr selbst erzählt. So bekommt der Leser immer abwechselnd Informationen aus der Gegenwart und der Vergangenheit.

Die Beziehungen der Charaktere wurden praktisch zwischen den Zeilen erzählt und obwohl das Buch so kurz ist, hat man das Gefühl, jede Person wirklich zu kennen oder zumindest schon einmal jemanden getroffen zu haben, der dieser Person ähnelt. Die Autorin spielt hier mit Klischees und Eigenarten der Menschen, skizziert über Macken und Ticks Personen, die jeder zu kennen scheint.

Diese Beziehungen tragen die Geschichte und vermitteln deren Botschaft sowie Sadies Persönlichkeit selbst, in die wir einen nicht unerheblichen Einblick erhalten.

Zur Spannung tragen klassische Detektivmomente bei. Das Finden von Beweisen entgegen aller Hindernisse, die Kombination der Indizien und das Erreichen des Ziels über verschiedene Stationen, die von einer interessanten Person zur nächsten führen, laden die Spannung zusätzlich auf. Hierbei hat das Ganze manchmal einen Hauch von Roadtrip.

Besonders zeichnet sich „Sadie“ durch den durchgängigen Spannungsbogen aus, typisch für das Genre Suspense. Die Information, dass Sadie verschwunden und ihre Schwester tot ist, dass Sadie den Mörder sucht, der Reporter des Podcasts aber so viele Monate nach dem Verschwinden immer noch nach ihr sucht, erzeugt ein dumpfes, unterschwelliges und ungutes Gefühl. Da man als Leser hier so wenige Informationen wie nötig bekommt, bleibt die (An)Spannung bis zur letzten Seite erhalten.

Besonders das Ende des Buchs hat mich sehr mitgenommen. Allerdings möchte ich euch nichts vorwegnehmen und hülle mich daher bezüglich des Inhalts an dieser Stelle in Schweigen.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist kein 0815. Hier wird mit viel Zynik ein Tabuthema behandelt und das trotzdem mit viel Fingerspitzengefühl. Der Leser bekommt nur so viel Informationen wie nötig, sodass sich über die Seiten ein enormer Spannungsbogen aufbaut.

Die Sichtweise wechselt zwischen Podcast und Sadie selbst. Die Autorin schafft es, in dieser außergewöhnlichen Erzählweise den Leser unglaublich nah an Sadie heranzulassen, ohne die Dinge direkt beim Namen zu nennen. Den Großteil des Buchs weiß man nicht, was Sadie erlebt hat und was mit ihrer Schwester genau geschah und bis zum Ende wird dies auch nur so wenig wie möglich thematisiert. Hier spielt Summers mit der Sensationslust der Leser und bringt sie dazu, sich selbst zu reflektieren.

Besonders gefallen hat mir, dass mit wenig Tamtam viel erzählt wurde. Der Schreibstil ist weder ausschweifend, noch besonders blumig und genau deswegen passt er zu dieser Geschichte. Und vielleicht gerade deshalb ist es umso erstaunlicher, wie Summers es schafft, so viel Gefühl und Tiefe zu vermitteln. Einfach wunderbar.

Dazu ist der Schreibstil noch sehr leicht zu lesen und somit auch für Zwischendurch eine super Lektüre. Hier nur die Warnung – als Bettlektüre nur bedingt geeignet – weil man das Buch dank der durchgängigen Spannung nicht mehr weglegen kann.

Fazit:

Als ich das Buch zuschlug, ließ es mich mit einem leisen „Wow“ auf den Lippen zurück. Allerdings wollte ich auch gleichzeitig „Was!? Warum!?“ rufen.

Ich bin von dem Buch mehr als begeistert. Es hat einen tollen Stil, genügend Spannung und interessante Charaktere, sodass es mich von der ersten Seite an mitreißen konnte. Das Thema des Buchs ist allerdings auch ziemlich harter Tobak und nichts für ganz zarte Seelen. Allerdings – wenn ich es lesen konnte, mag das schon was heißen, denn ich bin der Schisser vom Dienst. Die Autorin ist hier brutal, ohne wirklich brutal zu schreiben. Diese unterschwelligen Botschaften und Gefühle machen für mich dieses Werk aus.

So sehr mich das Buch mitgenommen hat, so sprachlos lässt es mich irgendwie auch zurück. Ich kann es nur empfehlen!

Für mich jetzt schon eines meiner Jugendbuch-Highlights 2019!
Unbedingt lesen!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤❤

Bis bald,
EURE HACHIDORI