Rezension – „Männerherz“ von Richard Schneebauer

Meine lieben Leser,

zum heutigen internationalen Männertag möchte ich euch in einem Beitrag außer der Reihe ein passendes Buch vorstellen.

Richard Schneebauer hat bereits im Jahre 2017 mit dem Buch „Männerabend“ darüber berichtet, warum Männer einen Mann zum Reden brauchen und was Frauen darüber wissen sollten. Mir waren seine Bücher bisher gänzlich unbekannt. Zum Anlass seines neu erschienenen Buches „Männerherz“ habe ich ein Doppelpaket der beiden Bücher erhalten und mich natürlich erstmal der Novität gewidmet. Ich erwartete mir viele interessante Einblicke in das Seelenleben von Männern und neue Impulse im gegenseitigen Verständnis. Wie das Buch mir gefallen hat und ob es meine Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | Rezensionsexemplar|

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Männerherz – Was Männer bewegt – Freiheit.Beziehung.Selbstbestimmung
  • Autor/in: Richard Schneebauer
  • Anzahl der Seiten: 200 Seiten
  • Verlag: Goldegg Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

INHALT:

Das Buch „Männerherz“ ist in Kapitel und Unterkapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel den Titel eines bekannten Songs trägt. So wollte der Autor die angesprochenen Themen anschaulich verpacken.

Der Autor widmet sich zunächst der Frage, wonach ein Männerherz strebt, geht dabei auch kurz auf die Frauen ein.
Er beschreibt außerdem, wie es zur Idee des Buches kam und was seine persönliche Wahrheit ist, die er mit den Lesern teilen möchte. Diese hat sehr stark mit der Trennung von seiner Frau zu tun.
Weiterhin wird über Sicherheit und Langeweile in Beziehungen gesprochen, sowie auf die romantische Liebe unter die Lupe genommen. Das Buch vermittelte durchgehend das Gefühl, dass der Autor davon nicht viel hält.
Auch dem Thema der modernen Rollenbilder widmet sich der Autor, wobei er zu der Aussage findet, dass Männer sich in neue Rollen einfinden müssen, da Frauen in der Moderne ganz andere Persönlichkeiten sind als noch vor einigen Jahrzehnten.
Dann wechselt das Szenario zu der Anfangszeit einer Beziehung und es wird im weiteren Verlauf über Nähe und Distanz in Beziehungen gesprochen. Auch die Herausforderung gemeinsamer Kinder wird kurz angeschnitten.
Der Autor plädiert dann für eine eigene Wahrheit, mehr Besinnen auf das eigene Wohlergehen und endet schließlich in einer erneuten Schilderung der Trennung von seiner Frau.
Welche wichtigen Grundpfeiler für mehr Self-Care vorhanden sein müssen, wird in einem extra Kapitel sehr kurz behandelt. Dieses Kapitel hat mir von allen noch am besten gefallen, weil es im Entferntesten einen Bezug zur Praxis hatte.
Auch auf das Thema der Sexualität in Beziehungen wird eingegangen.
Dann widmet der Autor erneut ein komplettes Kapitel der Trennung und Scheidung, bevor er erneut seine eigene Wahrheit erläutert und im letzten Kapitel nochmals erläutert, was die Trennung von seiner Frau für ihn bedeutet und verändert hat.
Ab und zu kommt der Autor zudem auf das Thema des inneren Kindes und die Wichtigkeit von Kommunikation in der Beziehung zu sprechen.

Wie man sieht, sind ganze 3 Kapitel mit dem Thema der Trennung verbunden. Da dieses Thema aber auch in anderen Kapiteln immer wieder mal zur Sprache kam und auch oft im Zusammenhang damit das Wort „Freiheit“ fiel, kam ich nicht umhin, das Buch als Trennungsbewältigung des Autors zu empfinden. Zeitweise hatte ich als Leser das Gefühl, dass der Autor die Trennung als einzige Lösung für alle Fragen anbietet, die er aufwirft. Empfehlungen, Ratschläge oder Impulse für Paare, die nicht schon völlig am Abgrund stehen, konnte ich nicht oder nur sehr wenig herauslesen.

SCHREIBSTIL:

Der Autor schreibt für mein Dafürhalten leider wenig konkret, schneidet Themen nur oberflächlich an und wirft viele Fragen auf, beantwortet diese aber nicht.
Zuweilen wirkt die gesamte Darstellung sehr strukturlos, als hätte er über dieses Thema nachgegrübelt und direkt so aufs Papier gebracht, ohne es sinnvoll auf den Punkt zu bringen.
Der Fokus geht dadurch stark verloren und liegt dabei auch nicht auf der Sicht oder dem Erleben der Männer. Was beschrieben wird, sind Gefühle, die auch für Frauen übertragbar sind, oft geht es nur allgemein um die Beziehung an sich und Ratschläge dazu. Aber auch hier bleibt er oft viel zu oberflächlich und die Informationen waren leider sehr durcheinander angeordnet.
An einigen Stellen werden Aussagen gedoppelt, um wiederum an anderer Stelle sehr abrupt abzubrechen und Fragen offen zu lassen.
Sehr oft kommt der Autor auf seine eigene Trennung von seiner Frau zurück, die für ihn der richtige Weg zu mehr Freiheit war, pauschalisiert dies meiner Meinung nach aber zu stark. Dadurch wurde der allgemeine Ton einfach sehr negativ von mir empfunden.
Dass der Autor Themen wie Monogamie und romantische Liebe eher kritisch beleuchtet, hat mir dann den Zugang zum Buch noch schwerer gemacht. Durch den fehlenden Fokus konnte ich diesbezüglich auch keinen klaren Standpunkt herauslesen.
Zusammenfassend wurde viel geschrieben, was für mich wenig Aussage hatte. Ich hatte tiefgehende Informationen erwartet und wurde enttäuscht.

FAZIT:

Für mich war das Buch sehr unkonkret und andererseits auch sehr überladen. Die fehlende Struktur führte dazu, dass ich keinen Zugang zu den Botschaften des Autors fand. Das mag vielleicht zum Teil an mir selbst liegen, da ich mich ab einem bestimmten Punkt nur noch durch das Buch quälte. Zum anderen Teil lag es aber auch an den sehr durcheinander gewirbelten Informationen, die mir den Fokus und das Verständnis nahmen. Einige wenige Impulse konnte ich für mich mitnehmen, die ich aber auch schon in anderen psychologischen Büchern gelesen habe und die dort bei Weitem besser erklärt wurden. Da das Buch mich leider so gar nicht abholen konnte, werde ich das Buch „Männerabend“ wohl erstmal nicht lesen.
Ein Buch, welches weniger die Gefühle von Männern behandelt, sondern vielmehr als allgemeiner Beziehungsratgeber daherkommt und die Trennungserfahrungen sowie neu gewonnenen Freiheiten des Autors behandelt. Fehlender Fokus und Strukturlosigkeit machten es leider sehr schwer zugänglich für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♡♡♡
Unterhaltung: ♥♥♡♡♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♡♡♡
Strukturiertheit: ♥♥♡♡♡
Sprache / Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 2,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Wir müssen reden, Frau Doktor!“ von Dr. med. Yael Adler

Meine lieben Leser,

kennt ihr das auch, wenn Ärzte sich nicht immer so verhalten, wie ihr es von ihnen erwartet? Ich selbst habe eine wahre Ärzte-Odyssee hinter mir durch meine Histaminintoleranz und weiß, dass es gute und schlechte Ärzte gibt. Wie wichtig eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient ist, erläutert Dr. med. Yael Adler in ihrem Ratgeber „Wir müssen reden, Frau Doktor!“. Ich hatte das große Glück, dass ich ein Rezensionsexemplar bei Lovelybooks gewonnen habe und werde euch im Folgenden berichten, ob das Buch mich überzeugen konnte.

| Werbung | Rezensionsexemplar|

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wir müssen reden, Frau Doktor! – Wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen
  • Autor: Dr. med. Yael Adler
  • Übersetzer:
  • Anzahl der Seiten: 368 Seiten
  • Verlag: Droemer-Knaur Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Ratgeber, Sachbuch, Medizin

INHALT:

Das Buch verspricht einen Überblick darüber, wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen. Dabei soll die Wichtigkeit einer gesunden Beziehung zwischen diesen beiden Parteien unterstrichen werden.

In 16 Kapiteln plus Einleitung und Nachwort berichtet die Autorin nicht nur über Ärzte- und Patienten-Klischees, sondern auch über die Grundlagen unseres Gesundheitssystems und Kommunikation. Außerdem werden exemplarisch Probleme dargestellt, die in dieser Beziehung auftauchen können sowie Tipps für beide Seiten gegeben, um die Kommunikation und Beziehung zu verbessern.

Oft werden Anekdoten erzählt, die die Autorin entweder selbst erlebt oder von anderen Ärzten oder Patienten erzählt bekommen hat. Das macht die Erklärungen gut nachvollziehbar und lebhaft.

Bei den beschriebenen Klischees hätte ich mir gewünscht, dass diese nicht nur auf den Erfahrungen der Autorin selbst beruhen, sondern in Umfragen o.ä. erhoben worden wären. So ist es nur ein Auszug einer einzelnen Meinung und ich habe oft gedacht, dass ich diese Arzt-Typen gar nicht kenne bzw. ich die Ärzte, die ich erlebt habe gar nicht in diesem Buch repräsentiert finde. So ging es mir teilweise auch mit den Krankheiten oder mit den Schilderungen von Problemen. Natürlich kann nicht von allen existierenden Krankheiten gesprochen werden, das würde den Rahmen sprengen, aber ich hätte mir zumindest bei der Schilderung der Krisen der Beziehung zwischen Arzt und Patient gewünscht, dass ich mich dort wiederfinde. Die Probleme, die für mich existieren, wurden dort nicht wirklich abgedeckt, was ich sehr schade fand.

Ebenfalls auffällig waren die oft abwertenden und negativen Äußerungen über alternative Heilmethoden. Natürlich sollten Patienten vor Abzocke geschützt werden, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Offenheit gegenüber Methoden wie ganzheitlicher Osteopathie oder Homöopathie nicht vorhanden war. Dabei weist die Autorin selbst auf einen Zusammenhang zwischen Körper und Geist hin und darauf, dass diese beiden Einheiten nicht getrennt betrachtet werden sollten. Genau diese Einstellung haben viele alternative Heilmethoden und ich kann sagen, dass mir das zehnmal mehr gebracht hat, als ein Schulmediziner, der wirklich NUR den Körper betrachtet. Oder manchmal auch NUR die Psyche, wenn sie körperlich auf den ersten Blick keine Ursache finden konnten.

Mir hat gut gefallen, dass die Autorin darauf aufmerksam macht, dass heutzutage nur Symptome behandelt werden und nicht nach Ursachen geforscht wird. Diesem Problem stehe ich momentan auch gegenüber und auch dort waren die alternativen Methoden eine größere Unterstützung als alle Schulmediziner, bei denen ich bereits war. 

Auch die Nutzung von Social Media im medizinischen Kontext wird für mich gefühlt im eher negativen Licht gezeigt, obwohl ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass gerade bei sehr seltenen Diagnosen der Austausch über solche Medien unabdingbar geworden ist, weil die Ärzte als Ansprechpartner oft einfach inkompetent sind und man sich auf die Erfahrungen von anderen Betroffenen verlassen muss, um seinen eigenen Weg zu finden. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.

SCHREIBSTIL:

Dr. med. Yael Adler schreibt zugänglich und leicht, der Lesefluss ist stets gegeben. Das Buch ist auch für Laien sehr gut verständlich und liest sich auch als Abendlektüre sehr gut weg. Immer wieder wird in die Schilderungen etwas Humor eingebaut, bisweilen sogar Sarkasmus und Appelle.
Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die redundanten Informationen. Es kam doch recht häufig vor, dass Dopplungen und Wiederholungen vorzufinden waren, was mir persönlich den Lesespaß etwas trübt, weil ich mich dann schnell langweile und die betreffenden Passagen eher überfliege als sie wirklich in mich aufzunehmen.
Es war auch ab und zu der Fall, dass die Schilderungen durch diesen Umstand an Aussagekraft verloren. Ich vermisste klare Handlungsempfehlungen. Zwar werden in Tabellen immer Tipps mitgeliefert, aber mir waren viele Aussagen zu schwammig und wenig hilfreich für mich selbst. Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung und kann für andere Leser ganz anders sein. Ich hatte aber oft das Gefühl, dass in dem Buch für mich selbstverständliche Sachen erklärt werden, die sowieso beachtet werden sollten (schlimm genug, dass das offensichtlich nicht selbstverständlich ist), weswegen ich mir im Rückblick doch etwas mehr Tiefe und Fachlichkeit gewünscht hätte.

Ich hätte mir außerdem an einigen Stellen gewünscht, dass Aussagen näher erklärt werden. Leider kam es doch öfter vor, dass ein Satz in den Raum geworfen wurde, aber ich mich danach fragte: „Ja und wieso ist das jetzt so?“ – bestes Beispiel ist die Aussage, dass ein Einlauf zur Darmreinigung überhaupt nichts bringt und dabei eher Verletzungen entstehen, als dass es beim Aufbau einer gesunden Darmflora hilft. Ich frage mich immer noch: „Warum, wieso, weshalb?“ Da hätte ich gern einfach mehr darüber gewusst.

Natürlich finde ich es gelungen, dass die Beziehung zwischen Arzt und Patient mit Freundschaften oder Liebesbeziehungen verglichen wird – denn die Dynamiken in Beziehungen sind immer gleich. Allerdings hätte ich die Verweise auf sexuelle Teile der Liebesbeziehungen nicht unbedingt gebraucht, weil das dann wirklich nichts mit meinem Arzt zu tun hat. 😉

FAZIT:

Das Buch war angenehm zu lesen und hat mich um einige Erkenntnisse reicher gemacht – beispielsweise war ich erstaunt, dass die Homöopathie nur durch die Nationalsozialisten den Stellenwert hat, den sie heute besitzt.
Andererseits blieben für mich doch viele Fragen offen und die redundanten Informationen haben einige Passage für mich etwas schwerfällig gemacht.
Ein netter Ratgeber für zwischendurch, der sich leicht wegliest und mit Humor aufwartet. Interessante Fakten, ein wichtiger Appell für mehr Empathie in deutschen Arztzimmern, leider hat das Buch aber kleinere Schwächen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Paardiologie“ von Charlotte Roche & Martin Keß-Roche

Meine lieben Leser,

dieses Buch hatte mich aufgrund seines Klappentextes neugierig gemacht. Ich fand die Idee toll, dass ein Paar einen Podcast über seine Beziehung macht und sich selbst ohne Filter reflektiert. Über die Erkenntnisse des Podcasts dann ein Buch zu schreiben fand ich natürlich noch toller. Und da dies noch im Zusammenspiel mit einer Psychologin geschehen sollte, war ich noch gespannter.

| Werbung | freiwillig, weil selbstgekauft |

20200423_171653-043330664440688194597.jpeg

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Paardiologie – Das Beziehungs-Buch
  • Autor: Charlotte Roche & Martin Keß-Roche
  • Anzahl der Seiten: 297 Seiten
  • Verlag: Piper Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Ratgeber

Inhalt:

„Ohne Freundschaft hat keine Liebe Bestand.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 83 –

Die Autorin und der Autor sind schon länger verheiratet und haben einige Krisen überstanden. Sie beschlossen schließlich, einen Podcast über ihre Beziehung zu machen und sich schonungslos selbst zu reflektieren. Dabei erzählen sie nicht nur von den Irrungen und Wirrungen ihrer Beziehung, sondern auch von ihrer eigenen Paartherapeutin.
Diese jedoch ist es nicht, die die zwischengelagerten Passagen im Buch geschrieben hat. Dazu haben sie sich eine in der Ratgeber-Branche bereits bekannte Psychologin ins Boot geholt.
Thematisiert werden in diesem Buch das Verliebtsein und Kennenlernen eines Paares, die Hochzeit, allgemein das Thema Liebe, Leidenschaft und Sex, offene Beziehungen, Affären und Fremdgehen sowie Autonomie und Abhängigkeit. Ebenfalls existieren Kapitel zu Anerkennung, Kindern, Nähe und Distanz, Eifersucht, Kränkungen und Enttäuschungen, Streiten und Krisen.
Dieses Potpourri verschiedenster Ansätze verspricht ein großartiges Buch über eine moderne Beziehung und hat bei mir die Erwartungen sehr hoch gesetzt. Ich hoffte, eine psychologisch anspruchsvolle und interessante Analyse vorzufinden, die an ein Experiment eines Pärchens geknüpft ist.

Schreibstil:

„Die Utopie einer vollkommenen Harmonie…“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 19 –

Ich hatte persönlich eher die Form eines normalen Sachbuchs bzw. Ratgebers erwartet. Ich war daher doch etwas enttäuscht, dass es in Dialogform geschrieben ist, unterbrochen von kurzen Passagen der Psychologin in Prosa. Für mich war es allerdings ein großer Minuspunkt, dass hier der Podcast des Pärchens einfach niedergeschrieben wurde. Ich hatte wirklich gehofft, dass sie ihre Erkenntnisse aus dem Podcast zusammenfassen und dann eine wirkliche Analyse durch die Psychologin stattfindet. Dies ist leider nicht der Fall. Allenfalls werden die einzelnen Abschnitte mit dem niedergeschriebenen Podcast von der Psychologin ergänzend kommentiert bzw. unterlegt. Eine wirkliche Analyse der Beziehung findet nicht statt. Es bleibt vieles oberflächlich.

Auch der Sprachstil (aufgrund eines zitierten Podcasts kann ich hier nicht direkt von einem Schreibstil sprechen) hat mir an vielen Stellen nicht gefallen. Während der Autor recht nett und vernünftig wirkt, ging mir die Art der Autorin schon nach kurzer Zeit auf die Nerven. Sie wurde mit der Zeit für mich immer unsympathischer, gerade durch Äußerungen wie „Ich betrüge dich emotional und bin dir so dankbar, dass du es mir erlaubst.“ (sinngemäß wiedergegeben). Der Ton ihrerseits wurde immer rauer und machte auf mich oft den Eindruck, als wollte man das Publikum durch schockierende oder krampfhaft humoristische Aussagen bei der Stange halten. Auf mich wirkte es leider viel zu oft so, als würde die Autorin das Ganze eher zu Zwecken der Selbstdarstellung nutzen, als dass sie an einer wirklichen Analyse ihrer Beziehung interessiert wäre.

Leider haben mir diese Punkte das so gut gestartete Buch verdorben. Ich habe mich am Ende ziemlich dazu zwingen müssen, es zu Ende zu lesen.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Passagen, die von der Psychologin geschrieben waren. Sie waren interessant, gut formuliert und sind hängen geblieben.

Fazit:

„Ohne die Absicherung durch eine gewisse Abhängigkeit von einem wichtigen anderen Menschen ist niemand wirklich autonom.“
– Dr. Amalfi in „Paar-Diologie“ von C. Roche & M. Keß-Roche, S. 159 –

Zuerst einmal muss ich klar sagen: Wer den Podcast gehört hat (ich kannte ihn vorher nicht), für den stellt das Buch keinen Mehrwert dar, da es hauptsächlich die Gespräche aus dem Podcast zitiert.

Ich war von der Idee des Buches so begeistert und umso höher war auch der Fall in die Enttäuschung über die Form des Buches. Für mich hat gerade der Ton, den die Autorin anschlug, den Spaß am Lesen getrübt. Ich hatte jedoch vorher noch kein Buch der Autorin gelesen und wusste daher nicht, worauf ich mich einlasse. Vielleicht wäre ich sonst mit anderen Erwartungen herangegangen. Der harsche Grundton, der sich zum Ende hin immer mehr durchsetzte, ist einfach nicht mein Fall und für mein Dafürhalten zu vulgär für ein sensibles Thema wie menschliche Beziehungen.

Kein Sachbuch und kein Ratgeber, sondern schlichte Unterhaltungsliteratur mit wenigen guten Botschaften. Konnte die Erwartungen nicht erfüllen und hat dieses sensible Thema nicht angemessen beleuchtet.

BEWERTUNG: ❤❤♡♡♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI