Rezension – „Ophelia Scale – Der Himmel wird beben“ von Lena Kiefer

Meine lieben Leser,

die Reihe „Ophelia Scale“ hat vor einigen Jahren einen wahren Hype ausgelöst, bei mir lag sie seit 2019 auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Nun habe ich den zweiten Band im Rahmen des Frühjahrsputz-Bingos gelesen. Wie er mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Ophelia Scale – Der Himmel wird beben
  • Autor/in: Lena Kiefer
  • Anzahl der Seiten: 496 Seiten
  • Verlag: cbj Verlag
  • Ausgabe: 2. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe. Eventuell Spoiler zum vorherigen Band enthalten. ***

Ophelia hat das Attentat auf den König durchgezogen und ist sehr verzweifelt darüber, dass Lucien ihr alle Gefühle nur vorgespielt hat. In dieser Stimmung startet der zweite Band und erstmal scheint die Lage sehr aussichtslos. Sie wurde festgenommen und steht kurz vorm Clearing – doch ihr wird ein Vorschlag unterbreitet, wie sie ihre Strafe mildern könnte. Sie soll den Widerstand unterwandern und wichtige Informationen liefern. Da ihr kaum eine Wahl bleibt, geht sie auf diesen Handel ein – ihre Einstellung zur Omni und der Technik ist sowieso erschüttert worden. Doch als sie beim Widerstand auf einmal Knox gegenübersteht – mit wiederhergestellten Erinnerungen – ist sie sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, zu wem sie eigentlich gehört und an wessen Seite sie in dieser Welt kämpfen möchte …

Der zweite Band hat mich tatsächlich vom Plot her überzeugt und sogar mehr begeistert als der erste Band! Irgendwie war er für mich spannender und interessanter und die Charaktere haben mehr Raum und Tiefe bekommen. Vor allem gegen Ende des zweite Bandes wurde an Emotionen, Wendungen und Spannung nicht gespart. In der Mitte des Buches war es mir etwas viel Geschnulze, aber im restlichen Buch war es wohldosiert und gut umgesetzt.
Die technischen Details im Buch und einige Verhaltensweisen der Protagonisten fand ich zwar teilweise etwas fragwürdig und unlogisch, aber ich konnte trotzdem mit Ophelia mitfiebern.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist so herrlich leicht und liest sich sehr schnell weg. Es ist eine wirklich perfekte Abendlektüre und nach einem anstrengenden Tag genau das Richtige zum Entspannen. Die Autorin hat es im zweiten Band nochmal besser umgesetzt, dass die Charaktere Tiefe bekommen. Ich fand die Entscheidungen und Gefühle manchmal etwas komisch, aber nur für ganz kurze Momente, ansonsten waren die Situationen und Reaktionen authentisch und ich habe mit Ophelia mitgefühlt. Besonders gut gefiel mir der Agenten-Stil in dem Ophelia dieses Mal unterwegs war und ihre Zerrissenheit zwischen den zwei Welten, in die sie einene Einblick bekommen hat.

FAZIT:

Spannung, Wendungen und mehr Tiefe bei den Charakteren – dazu ein Plot, der mich eindeutig mehr abholen konnte als der erste Band.
Alles in allem war ich doch unerwartet begeistert und würde nach dem Cliffhanger am Ende gern direkt weiterschmökern, aber die Bingo-Losfee hat mir erstmal etwas anderes vorherbestimmt. 

Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die mit einem spannenden Plot und einigen Wendungen aufwarten kann. Ophelia ist gereift und ich kann den finalen Band praktisch nicht abwarten.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Crown of Feathers – Die Töchter der Phönixreiter“ von Nicki Pau Preto

Meine lieben Leser,

ein ganz besonderes Buch möchte ich euch heute vorstellen, denn es hat mich sehr überraschen können, da meine Erwartungen aufgrund des Covers ganz anders waren. Alles weitere lest ihr im Folgenden.

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Vielen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Crown of Feathers – Die Töchter der Phönixreiter
  • Autor/in: Nicki Pau Preto
  • Übersetzer/in: Gabriele Haefs
  • Anzahl der Seiten: 608 Seiten
  • Verlag: cbj Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (November 2021)
  • Genre: High Fantasy

INHALT:

Meine Rezension ist spoilerfrei und konzentriert sich auf den Anfang der Geschichte bzw. Tatsachen aus dem Klappentext.

Das Buch weckte aufgrund des Covers in mir erstmal etwas Skepsis. Denn die Gestaltung hätte ich eher einer seichten Romantasy-Geschichte zugeordnet. Dass es sich hier aber nicht um ein einfach gestricktes Jugendbuch handelt, sondern um High Fantasy, merkt der Leser recht schnell. Zum Einen ist die Schrift kleiner als bei Jugendbüchern üblich und zum Anderen ist die Handlung doch sehr komplex, sowohl von den Charakteren als auch vom Worldbuilding her.

Erzählt wird die Geschichte in drei wechselnden Perspektiven, wovon die Sicht von Veronyka den größten Teil ausmacht. Veronyka lebt versteckt im Wald mit ihrer Schwester Val. Die beiden verstecken sich vorm Imperium, welches nach einem großen Krieg an die Macht kam und damals die Phönixreiter auslöschte. Doch es regt sich Widerstand und die beiden Schwestern suchen nach verbliebenen Phönixeiern, um selbst Reiterinnen zu werden. Das Verhältnis der Schwestern ist von Anfang an eher ambivalent und als Leser fragt man sich unweigerlich, was wohl dahinterstecken mag. Durch Umstände, die ich hier nicht spoilern werde, wird Veronyka sich auf die Suche nach überlebenden Phönixreitern begeben und sich als Junge ausgeben, um in deren Mitte aufgenommen zu werden. Hier spürt der Leser vielleicht Erinnerungen an die bekannte Geschichte um Mulan, allerdings wirkt es keinesfalls nur abgekupfert, sondern fügt sich gut in die Handlung ein, es wirkt alles stimmig.
Eine weitere Perspektive ist die von Tristan, dem Sohn eines Kommandanten, der früher selbst ein Phönixreiter war und nun versucht, die verstreuten Überlebenden unter einer Fahne zu vereinen. Er möchte die Reiter wiederkehren lassen, stellt aber vor allem an seinen Sohn unrealistisch hohe Ansprüche im Gegensatz zu den anderen Lehrlingen. Auch diese Beziehung ist eher ambivalent, wird aber im Laufe der Geschichte aufgeklärt.
Die letzte Sicht, aus der hier die Geschichte erzählt wird, ist die von Sev. Er ist ebenfalls ein Animage, allerdings verteckt er seine Kräfte und dient als Soldat des Imperiums. So schützt er sich davor, ein Leibeigener zu werden. Seine Zerrissenheit zwischen dem verlorenen Ehrgefühl gegenüber den Reitern und seinem Lebenserhaltungstrieb werden ein Thema, genau so wie seine Zweifel an seinem eigenen Verhalten. Welche Rolle er für den Fortlauf der Handlung hat, erklärt sich erst später.

Zwischen den Kapiteln werden Briefe aus der Vergangenheit eingefügt, die am Ende ein schlüssiges Gesamtbild der Hintergrundgeschichte ergeben. Über der Kapitelüberschrift wird immer ein kleiner Abschnitt für eine Aussage bzw. Zitate bis dato unbekannter Personen eingefügt. Auch diese ergeben erst im Verlauf der Handlung Sinn, machen während des Lesens allerdings sehr neugierig.

SCHREIBSTIL:

Dieses Buch habe ich förmlich verschlungen. Der Schreibstil war dermaßen flüssig, dass ich praktisch durch die Seiten geflogen bin. Ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt, war immer gespannt, wie es weitergeht. Es waren Wendungen enthalten, die ich manchmal vorausgeahnt habe, aber auch echte Überraschungen.
Die Charaktere waren sehr authentisch und besaßen Tiefe. Neben der wirklich komplexen Politik und Welt des Buches, konnte mich vor allem überzeugen, dass Themen wie Gleichberechtigung und Homosexualität angeschnitten wurden, ohne aufdringlich zu wirken. Ganz im Gegenteil wirkte es sehr schlüssig und natürlich, wenn diese Themen eingebaut waren.
Letztlich habe ich die Phönixe und deren Reiter geliebt. Die Darstellung der Reiter war fast ein bisschen schamanisch bzw. wirkte wie ein Naturglauben, was mich sehr fasziniert hat. Und natürlich durften epische Kämpfe nicht fehlen.
Es ist außerdem wichtig zu erwähnen, dass im Fokus der Geschichte nicht wie erwartet eine Liebesgeschichte stand, sondern die High-Fantasy-Handlung. Liebe ist zwar vorhanden, aber in einer sanften und leichten Form, die nur nebenbei eine Rolle spielt. Das gefiel mir sehr gut, denn ich mag das so viel lieber.
Außerdem lese ich gern Geschichten, in denen man Charaktere so begleitet wie in diesem Buch. Wenn Charaktere an ihren Herausforderungen wachsen und solche Rahmenbedingungen wie eine Ausbildung oder ähnliches vorhanden sind, dann hat mich das Buch eigentlich schon direkt abgeholt.

FAZIT:

Das Buch hat mich wirklich überraschen können. Anstatt leichter Unterhaltung und viel Romantik erhielt ich eine ausgeklügelte High-Fantasy-Geschichte mit tiefgehenden Charakteren, die ich nicht nur wahnsinnig authentisch und menschlich fand, sondern deren Beziehungen auch sehr spannend konzipiert waren. Wie am Ende alle Perspektiven zusammenliefen, war für mich ein rundes Gesamtbild. Das Buch hatte Spannung, Dramatik und epische Kämpfe sowie liebenswerte Fabelwesen. Es wird eine Lanze gebrochen für Tierliebe, Freundschaft, Gleichberechtigung und generell Gleichheit. Alles zusammen bettet sich ein in einem fantastischen Setting mit weiten Landschaften, politischen Verzweigungen und düsteren Machenschaften, auf die der Leser sich im nächsten Band gefasst machen muss nach diesem Ende des ersten Bandes.

Was soll ich sagen? Ich finde einfach nichts an diesem Buch zu meckern. Es war nie langweilig, eine richtig gute High-Fantasy-Geschichte, die komplex und spannend war und ohne viel Romantik auskommt. Ein Buch, welches einfach mal wieder richtig gute, gemütliche, klassische Fantasy zwischen zwei Buchdeckel bringt und hoffentlich nicht an dem Cover zerbricht, welches falsche Erwartungen in den Lesern wecken könnte. Für mich war es eines der Highlights meines Lesejahres und ich kann es nur jedem Fantasy-Fan ans Herz legen. Danach wollt ihr garantiert selbst einen Phönix als Begleiter haben!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“ von Lena Kiefer

Meine lieben Leser,

die Reihe „Ophelia Scale“ hat vor einigen Jahren einen wahren Hype ausgelöst, bei mir lag sie seit 2019 auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Nun hatte sich spontan eine Buddyread-Aktion ergeben, bei der ich den ersten Band „Die Welt wird brennen“ endlich lesen konnte. Wie er mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

| Werbung | unbezahlt |

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Ophelia Scale – Die Welt wird brennen
  • Autor/in: Lena Kiefer
  • Anzahl der Seiten: 465 Seiten
  • Verlag: cbj Verlag
  • Ausgabe: 2. Auflage (2019)
  • Genre: Dystopie

INHALT:

Meine Rezension ist spoilerfrei und konzentriert sich auf den Anfang der Geschichte.

Ophelia ist die Protagonistin dieser Jugenddystopie und lebt in einer Welt, in der jegliche zukunftsträchtige Technik verbannt und verboten wurde. Die Menschen mussten ihre Berufe in diesen Branchen aufgeben und sich anderen, weniger anspruchsvollen Tätigkeiten zuwenden. Ophelias Vater beispielsweise war ein angesehener Ingenieur, der sich nun nicht mehr damit über Wasser halten kann. Die Gesellschaft ist gespalten. Es gibt Anhänger des Königs, die die „Abkehr“ von der Technik beführworten, aber es gibt auch Menschen, die der Technik zugewandt sind und sich innerlich gegen die Abkehr aussprechen. Eine öffentliche Äußerung in diese Richtung ist allerdings nicht möglich. Es drohen Clearings (Gedächtnislöschungen) oder der Tod als Bestrafung.
Ophelia gehört einem Widerstand an, der sich als Theatergruppe tarnt. Sie nennen sich ReVerse und wollen den König um jeden Preis stürzen. Dies planen sie im Verborgenen, ganz im Gegensatz zu den sogenannten Radicals, die sehr offen ihre Abneigung gegen den König und seine Gesetze äußern und vor roher Gewalt nicht zurückschrecken.
Ophelia hat viele Freunde unter den Mitgliedern von ReVerse – auch ihr fester Freund war darunter – bis sie ihn bei einem Einsatz verlor. Nun ist ihr einziges Ziel, den König zu stürzen und die Technik wieder zurückzuholen. An den König heranzukommen ist allerdings schwieriger als gedacht.
Als in der Stadt bekannt gegeben wird, dass der König neue Wachen sucht, ist das für Ophelia und ReVerse DIE Gelegenheit, eines ihrer Mitglieder in den Palast zu schleusen. Doch sie setzen viel aufs Spiel, denn jeder ausgeschiedene Bewerber wird einem Clearing unterzogen, dass mehrere Jahre Erinnerungen löscht. Und außerdem wissen sie nicht, welchen barbarischen Tests man sie außerdem unterziehen wird …

SCHREIBSTIL:

Es ist eine Weile her, dass ich ein Buch dermaßen schnell weggelesen habe wie „Ophelia Scale“. Der Schreibstil ist nicht besonders anspruchsvoll, eignet sich dadurch aber auch gut als Abendlektüre und ist vielleicht auch deshalb sehr unterhaltsam und kurzweilig.
Insgesamt merkt man dem Schreibstil an, dass das Buch an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist, was dem Buch aber keinen Abbruch tut. Die Autorin versteht es, Spannung zu erzeugen und hat an den Kapitelenden einige fiese Cliffhanger eingebaut, was vor allem während unseres Buddyreads am Ende der Leseabschnitte unfassbar spannend war. Dadurch wurde ich auf jeden Fall zum Weiterlesen animiert. Das Buch ist somit alles andere als schwerfällig und ein wirklich angenehm leichtes und schnelles Lesevergnügen für zwischendurch.
Ein bisschen schade fand ich, dass die Charaktere mir zu wenig Tiefe hatten und auch keine wirkliche Entwicklung passierte. Ich habe allerdings Hoffung, dass sich das in den Folgebänden noch ändern wird, da das Ende in diese Richtung interpretiert werden könnte.
Außerdem war die Liebesgeschichte für mich leider zu schnell und zu wenig authentisch, auch wenn die Dialoge ganz süß waren. Generell empfand ich das Tempo des Buchs einerseits als angenehm, weil die Seiten nur so dahingeflogen sind, andererseits als etwas schade, weil die Handlung dadurch an Tiefe und Details verloren hat.
Das Worldbuilding war für mich für den ersten Band okay, obwohl ich da gerne noch etwas tiefer eingetaucht wäre. Bisher ist es eher eine Ahnung der Welt, die der Leser da für sich mitnehmen kann. Ich hoffe hier ebenfalls auf die Folgebände, die diese offenen Fragen dann vielleicht beantworten werden.

FAZIT:

Der Auftakt zu dieser jugendlichen Dystopie kann mit einem guten Grundkonzept und einiger Spannung punkten. Mir fehlten hier und da noch kleinere Feinheiten, die ich von den Folgebänden dann aber auf jede Fall erwarte. Generell hat mir die Geschichte um Ophelia gut gefallen, auch wenn sie als Protagonistin manchmal etwas zu beeinflussbar wirkte. Das Tempo der Geschichte hatte seine Vor- und Nachteile, aber insgesamt habe ich den steten Lesefluss sehr genossen.

Ein guter Auftakt zu einer Dystopie, die aus meiner Sicht in den Folgebänden noch etwas mehr Tiefe und Charakterentwicklung aufzuholen hat. Allerdings hat mich die Story mit ihrer Spannung und ihrer Grundidee gut unterhalten und ich will unbedingt wissen wie es weitergeht.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Dystopischer Rahmen: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 3,6


Bis bald,
EURE HACHIDORI