Rezension – „Merle – Das gläserne Wort“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

dem dritten und letzten Band der Merle-Reihe von Kai Meyer schaute ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf der einen Seite konnte ich es kaum erwarte, weiterzulesen. Auf der anderen Seite hatte ich von vielen anderen Lesern gehört, dass dieser Band ein schockierendes Ende bereithalten sollte. Dieses war auch der Grund, warum sich viele Merle-Fans mit dem Ende nicht zufriedengeben konnten und von Kai Meyer immer wieder eine Fortsetzung verlangten. Wie mir der Abschlussband des Merle-Zyklus dann schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Merle – Das gläserne Wort
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 302 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den dritten/letzten Band – evtl. Spoiler zu vorherigen Bänden vorhanden! ***

Nach den Abenteuern in Venedig und der Hölle, erreichen Merle und Serafin unabhängig voneinander Ägypten. Doch dieses Land der Pharaonen liegt unter tiefen Schneemassen begraben. Schnell wird klar, dass nur Winter, die Jahreszeit in Person, dafür verantwortlich sein kann.
Merle, Serafin deren jeweilige Begleiter treffen nun wieder aufeinander und müssen sich gemeinsam dem Urvater der Sphinxen in den Labyrinthen der Pyramiden stellen. Doch dieser kann nur durch eine bestimmte Person bezwungen werden.
Wie die Gruppe aus dem Schlamassel herausfindet, wer den Urvater der Sphinxen besiegen kann, was dies alles kostet und ob sie die Jahreszeit Sommer retten können – das lest ihr am Besten selbst

SCHREIBSTIL:

Der abschließende Band wird ebenso rasant und spannend erzählt, wie seine Vorgänger. Kai Meyer schafft es, selbst im letzten Teil noch neue Elemente mit der Hauptgeschichte zu verweben, ohne das der ständige Mix aus Religionen, Symbolen und Fabelwesen langweilig werden könnte.
Die zahlreichen unterschiedlichen Charaktere sind stets vielschichtig, fantasievoll und wirken niemals farblos. Das ist besonders aufgrund der niedrigen Seitenanzahl wirklich eine Kunst.
Eine bunte Sammlung von Emotionen, eine dauerhafte und abwechslungsreiche Spannungskurve und die magische Handlung machen diese Reihe – und den Abschlussband – zu etwas ganz Besonderem.

FAZIT:

Der Abschluss der Merle-Reihe konnte mich wieder genau so begeistern wie der Auftakt. Ich war sehr traurig, dass ich keine weiteren Abenteuer mehr mit Merle erleben würde. Das angekündigte, schockierende Ende war letztendlich für mich persönlich nicht so schlimm wie gedacht. Zwar waren die Ereignisse tatsächlich schockierend, aber es war für mich ein akzeptables, nicht so genretypisches Ende, mit dem ich gut hätte leben können. Doch Kai Meyer hat mittlerweile den Ruf nach eine Fortsetzung gehört – mit „Serafin – Das kalte Feuer“ kam 2020 ein Nachfolgeband auf den Markt. Ob dieser die Erwartungen der Fans erfüllen kann? Das kann ich euch bald berichten, da er bereits bereit liegt.
Der Abschluss der Reihe wartet mit allem auf, was die ersten zwei Bände besonders machte. Unglaubliche Fantasie, abwechslungsreiche Emotionen, Spannung pur – diese Reihe sollte jeder Fantasy-Fan gelesen haben.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Merle – Das steinerne Licht“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

der erste Band der Merle-Reihe von Kai Meyer hatte mich ja sehr überzeugt. Deshalb musste ich direkt den zweiten Band hinterher lesen. Ob der Folgeband mich genau so überzeugen konnte, wie der Auftakt, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Merle – Das steinerne Licht
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 365 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten Band – evtl. Spoiler zum ersten Band vorhanden! ***

Nach der Flucht von Merle, der fließenden Königin und Vermithrax aus Venedig, begeben diese sich auf die Suche nach Lord Licht. Dieser hatte in der Vergangenheit schon mehrmals seine Hilfe im Kampf gegen die Ägypter und deren Sphinxe angeboten, diese wurde jedoch immer wieder ausgeschlagen. Da Venedig ohne den Schutz der fließenden Königin praktisch wehrlos von den Ägyptern überrannt wird, wollen Merle und ihre Begleiter ihn daher zur Hilfe holen. Dazu müssen sie sich allerdings geradewegs auf den Weg in die Hölle machen, um ihn dort zu suchen.
Währenddessen bildet sich in Venedig eine Widerstandsbewegung, der auch die ehemaligen Spiegelmacher-und Weberlehrlinge angehören. Serafin wird ebenfalls von ihnen angeworben. Die Rebellen werden von Lalapeja, einer Sphinx angeführt, die sich gegen die Ägypter gewandt hat. Als ihr Attentat auf den Pharao fehlschlägt, fliehen sie auf das Meer und sehen sich bald einer Meerhexe gegenüber, auf deren Hilfe sie nun angewiesen sind.
Welche Rolle Lalapeja und Lord Licht genau spielen, was mit Junipa geschah und ob Merle und Serafin einen Ausweg aus ihren Situationen finden, dürft ihr aber selbst lesen. Überraschende Enthüllungen sind auf jeden Fall gewiss.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird im Wechsel von Merle und Serafin erzählt. Kai Meyer schafft es auch im zweiten Band mit einer grenzenlosen Fantasie zu überzeugen. Der Mix aus ägyptischen Wesen und Wesen anderer Mythologien hatte mich ja bereits im ersten Band in seinen Bann geschlagen. Dieses Mal wurde es um weitere Elemente bereichert. Ein Charakter, der mir dabei besonders in Erinnerung blieb, war Winter, die Jahreszeit in Person.
Das Buch erzählt auf fast 400 Seiten wieder in kurzen, prägnanten und trotzdem sprachgewaltigen Sätzen erstaunlich viel Handlung. Lediglich am Anfang brauchte die Geschichte eine kleine Weile, um in Schwung zu kommen, aber danach nahm sie wieder an Fahrt auf und hat mich wieder zum Ende hin an die Seiten gefesselt. Die Spannung, die erzeugt wird, ist nicht unbedingt vordergründig zu verorten, sondern liegt vielmehr in den Geheimnissen und dem Unausgesprochenen, dessen Lösung es zu finden gilt.
Werden schlussendlich diese Lösungen präsentiert, bleibt der Leser sprachlos und erstaunt zurück. Sehr gut gefällt mir, dass Kai Meyers Handlung nicht komplett voraussehbar ist und mit genug Überraschungen aufwartet, sodass es nie wirklich langweilig wird.

FAZIT:

Der zweite Band führt uns nicht nur in die Gefilde der Hölle und lässt uns allerlei komische Gestalten kennenlernen, sondern schildert auch mit Spannung die Entstehung des Widerstands in Venedig.
Merle macht eine sichtbare Entwicklung durch und gewinnt dabei zunehmend an Stärke und Durchsetzungsfähigkeit, in der sie sich auch nicht vor Göttinnen oder anderen Wesen scheut.
Ich habe jede Sekunde mit der kleinen Merle aus dem ersten Band mitgefiebert und war erstaunt über einige unerwartete Wendungen.
Ein würdiger Nachfolger, der ein bisschen schwächer war als der Auftakt. Er überzeugt allerdings wieder durch die unfassbare Fantasie und spannende Wendungen. Absolut lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Merle – Die fließende Königin“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

nach dem doch eher schweren Abschluss des historischen Novembers wollte ich unbedingt ein entspanntes Buch lesen. Deswegen begab ich mich in meine vertrauten Fantasy-Gefilde und wählte von meinem SuB den ersten Band des Merle-Zyklus von Kai Meyer aus. Da mich Kai Meyer bisher nie enttäuschte, war das für mich eine sichere Bank.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Merle – Die fließende Königin (Band 1)
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 286 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

Merle ist ein Waisenkind und wird zusammen mit der blinden Junipa in die Lehre bei dem Zauberspiegelmacher Arcimboldo geschickt. Der Spiegelmacher steht in ständigem Zwist mit seinem Nachbarn, dem Webermeister Umberto und so tun es auch die Lehrlinge der beiden. Die Lehrlinge des Webers spielen Merle und ihren Lehrlingskollegen üble Streiche. Dabei lernt sie den Anführer der Weberlehrlinge kennen: Serafin.
Zwischen den beiden herrscht direkt eine Verbindung. Doch Merle wird in ihrer Lehre zu sehr eingebunden, als dass sie sich für ihn interessieren könnte. Was es mit den magischen Spiegeln und Merles eigenem magischen Handspiegel auf sich hat und was Junipa widerfährt, möchte ich euch aber noch nicht verraten, da dies essentiell für die weitere Handlung ist.
Als Serafin und Merle durch Venedig spazieren, beobachten sie zufällig ein geheimes Treffen und werden in ein unerwartetes, fantastisches Abenteuer hineingezogen – voller Magie, fliegenden Steinlöwen, Ägyptern und Höllenkreaturen.

SCHREIBSTIL:

Das Buch liest sich ganz klar wie ein Kinder- bzw. Jugendbuch, wenn man die einfach gehaltenen Sätze, die wenigen Seiten und den großen Druck betrachtet. Der Inhalt ist allerdings zuweilen brutal und düster, sodass ich es eher in die Sparte des Jugendbuchs ordnen würde.
Der Schreibstil ist durch eher kurze, prägnante Sätze geprägt, allerdings werden trotzdem viele Details und Bilder vermittelt. Das schafft Meyer vor allem dadurch, dass er sich auf das Wesentliche fokussiert und liefert somit ein sehr auf die Fantasie und Handlung konzentriertes Werk ohne viel unnötiges Beiwerk. Dadurch liest es sich schnell weg, obwohl es sprachlich hochwertig daherkommt.
Dieses Buch glänzt wieder einmal mit der überbordenden Fantasie Meyers. Ein fröhlicher Mix aus verschiedenen Kulturen, Fantasy-Elementen und Religionen, der in Merles magischem Venedig spielt. Kai Meyer scheut sich dabei wieder einmal nicht, bestehende Symbole und Motive neu zu interpretieren. Beispielsweise sind Meerjungfrauen alles andere als schön, den ihr Mund ist eine von Ohr zu Ohr reichende Fratze mit spitzen Zähnen.
Ich denke aus heutiger Sicht werden viele Kritiker die Darstellung der Ägypter als Widersacher und die Beschreibung der Hautfarben anprangern. Für mich persönlich war das keineswegs problematisch, da es in einem Fantasy-Kontext gesetzt wurde. Ich habe diesbezüglich aber schon mehrere Kritiken an Büchern gelesen, weswegen ich es nicht unerwähnt lassen möchte, um euch ein gutes Gesamtbild zu liefern.
Was mich persönlich zum Nachdenken brachte, war, wie Kai Meyer die christliche Religion und Themen wie Hölle, Teufel und andere Symbole in die Geschichte integriert hat. Aus meiner Sicht ist diese Interpretation total interessant und ich bin gespannt, wie es damit weitergeht, allerdings kann ich mir vorstellen, dass stark christliche Leser eventuell Anstoß an gewissen Handlungsdetails finden könnten, weil sie nicht zum klassischen Bild dieser Religion passen. Auch das möchte ich aus oben genannten Gründen nicht unerwähnt lassen.

FAZIT:

Dieses Buch hat trotz der nichtmal dreihundert Seiten extrem viel Fantasie und Spannung zu bieten. Ich bin immer wieder fasziniert, wie Kai Meyer Elemente aus verschiedensten Themenbereichen zu einem schlüssigen Gesamtbild verschmelzen kann, ohne dass ich als Leser auf die Idee kommen würde, zu hinterfragen, wieso das jetzt so ist. Ich bin Merle gern auf ihrem Weg zum Beginn ihres Abenteuers gefolgt und freue mich schon wahnsinnig auf die folgenden Teile.
Viele der Charaktere haben mein Herz erobert und ich kann immer noch nicht fassen, dass so wenige Seiten ausreichen, um mich völlig gefangen zu nehmen.
Ein wundervoller Auftakt der Reihe mit überbordender Fantasie, der leicht brutal sowie düster daherkommt. Ein bunter Mix aus verschiedenen Elementen aus Religion, Kultur und Fantasy, der mich zu begeistern wusste.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI