Do it yourself – Das Sorgenfresserchen

Als ich in einem Katalog ein sogenanntes „Sorgenfresserchen“ sah, habe ich beschlossen, mich selbst am Nähen eines solchen Kuschelfreunds zu versuchen. Ihr kennt sie sicher, diese kleinen süßen Gefährten mit dem Reißverschlussmund!?
So einen wollte ich also nun selbst machen. In meiner Vorstellung war das allerdings leichter als gedacht und nun hier die Entstehungsgeschichte meines persönlichen Sorgenfresserchens „Klappsl“. Und an alle, die sich nicht an sowas rantrauen: Es ist nicht so schwer, wenn man erstmal drin ist und mit ein bisschen Geduld klappt auch die schwierigste Aufgabe bei diesem Projekt!

Angefangen habe ich natürlich mit einem „Schnittmuster“, insofern man meine stümperhaften Versuche so nennen kann. Die Maße auf der Abbildung sind inklusive Rand, der Rand betrug bei jedem dieser Musterstücke 1 cm.

Schnittmuster

Die Lücke zwischen dem „zweiten“ Körper ist für den Reißverschlussmund, denn der muss ja irgendwo eingenäht werden. Es ist sicherlich kein perfektes Schnittmuster, aber Fakt ist, dass mein Sorgenfresser doch einigermaßen ansehnlich geworden ist und das ist ja die Hauptsache. 😉

Als erstes habe ich den „Körper hinten“ genäht. Ich habe die Körperhälften nicht einfach nur zusammengenäht, sondern vorher doppelt genäht. Also wie auf den folgenden Bilder zu sehen, zwei Stoffstücken in der jewiligen Form ausgeschnitten und zusammengefügt. (ACHTUNG: Alles wird hier zugenäht. Dieses Stück wird nicht gewendet!)

anfang

Nach dem Feststecken mit den Stecknadel konnte es also losgehen: Die Produktion eines Sorgenfressers. (Der ja, mal nebenbei bemerkt, echt praktisch ist, ich meine, wer von uns hat nicht schonmal den Wunsch gehabt, dass alle Sorgen einfach verschwinden xD)
anfangnadel

Danach habe ich erstmal die Ohren gefertigt. Das war nicht so schwer. Ich habe ein olivfarbenes und ein graues Stück übereinander gelegt, zusammengenäht und gewendet/umgedreht. Und das dann dreimal. (ACHTUNG: Hier muss man darauf achten, dass natürlich unten nicht alles zugenäht wird, sonst kann man es ja nicht mehr umdrehen bzw. wenden. Da ich selbst als Nähanfängerin öfter einfach vergessen habe etwas offen zu lassen, möchte ich das hier nochmal explizit wiederholen!)

ohren

Bei den Armen bzw. Beinen habe ich das alles genau wie bei den Ohren gemacht, nur eben alles in grau. Und auch diese werden gewendet.
armbein

Bis hierhin war alles eigentlich nicht so schwer und es sollte bis zu diesem Punkt auch keine größeren Schwierigkeiten geben.
Auch der untere Teil des „Körper vorne“ wird genau wie das erste Körperteil (s.o.) gefertigt, was keine Probleme machen sollte. Allerdings habe ich diesen Teil nicht ganz zugenäht, sondern an der Stelle, wo der Reißverschluss eingenäht wird, offen gelassen. Auch dieses Teil wird NICHT gewendet. (Wird ja eh durch den Reißverschluss geschlossen.)
Das erste bisschen Nachdenken muss man bei der Anfertigung des Kopfes. Diesen habe ich auch an der Seite, wo der Reißverschluss hinkommt offen gelassen, was sich beim Annähen der Augen als nützlich erwiesen hat.

Kopf

Der nächste Schritt ist das Verbinden des Kopfes und des unteren Teils des vorderen Körpers durch den Reißverschluss. Logischerweise so, dass der Reißverschluss dort zu öffnen ist, wo die Augen auch zu sehen sind.
Danach kann man sich der hinteren Seite zuwenden, an die man die Beine, Arme und Ohren anbringt. Die unteren Ecken der Ohren sollte überschlagen werden, damit es am Ende wie ein Ohr aussieht. Hier sollte man daran denken, in welche Richtung diese Gliedmaßen zeigen, wenn man es umgedreht hat! Sie müssen so angenäht werden, dass alle nach innen zeigen. Dann legt man den vorderen Körperteil darauf und schließt im Prinzip die Gliedmaßen durch das Aneinandernähen ein. (ACHTUNG: Vorher den Mund aufmachen, damit man dadurch alles wenden kann!)
Am Ende hat man hoffentlich alles richtig angebracht und daran gedacht, alles richtig rum zusammenzunähen. Für Verwirrte wie mich hier eine Auflistung für das richtige Zusammennähen am Schluss:

Immer verkehrtherum denken! Das was am Ende zu sehen sein soll, darf man beim Zusammennähen und vor dem Umdrehen nicht sehen.
– Also Augen des Kopfes nach innen, vordere Seite des Bauches nach innen usw. !
Gliedmaßen einklappen! Die Gliedmaßen sollten beim Annähen nach „innen“ zeigen, also in die Mitte des Stoffteiles für den hinteren Körper.
Reißverschlussmund aufmachen! Sonst ist das Umdrehen am Ende nicht möglich.

Mit etwas Mühe und viel Geduld schafft man so ein kleines Monster, dass alle Sorgen vertilgen kann.
Hier ist er: Mein Sorgenfresserchen Klappsl!
fertig

Ich hoffe, er gefällt euch genauso gut wie mir. Er ist so schön weich. 🙂
Vielleicht näht ihr ja auch mal was und gebt mir ein paar Anregungen!

P.S.: Vergesst nicht, an Stellen, die ihr gern weich und kuschelig wollt, etwas Füllwatte reinzustopfen, bevor ihr alles zunäht 🙂

EURE HACHIDORI

31 Gedanken zu “Do it yourself – Das Sorgenfresserchen

  1. Maifräulein schreibt:

    Hallo Hachidori,

    in so ein Sorgenfresserchen bin ich auch verliebt seit ich es im Kaufhaus gesehen habe. Da kam mir deine Anleitung natürlich gerade recht. Hab sie fix ausgedruckt und werde mich in den nächsten Wochen (nachdem die anderen Nähprojekte fertig sind) auch daran versuchen. Und natürlich über das Ergebnis berichten! Danke für die Anleitung!

    Schöne Grüße,
    Maifräulein

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Liebes Maifräulein,

      da freue ich mich natürlich, dass meine Anleitung jemandem hilft. Ich hoffe, dass alles funktioniert, da ich selbst ja noch Nähanfängerin bin. Ich bin gespannt auf dein Ergebnis! (Welche Farben oder Muster du benutzen wirst z.B.)
      🙂 Ich bin außerdem ganz begeistert, dass ich mal wieder ein Kommentar bekommen habe, meinen Blog gibt´s ja noch nicht so lang, also DANKE und viel, viel Vergnügen beim Nähen!
      Liebe Grüße,
      Hachidori

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      • Maifräulein schreibt:

        Hallo Hachidori,

        ja, hatte mich schon gewundert, dass der Klappsl so schön kuschelig aussieht, aber in der Anleitung nix gefunden. Danke für den Hinweis! Werd ihn mit Füllwatte ein bisschen ausstopfen und freu mich schon jetzt auf das Nähen!

        Schöne Grüße,
        Maifräulein

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  2. Miri schreibt:

    Hallo Hachidori,

    vielen Dank für die schöne Anleitung! Genau das habe ich gesucht. Ich finde die Sorgenfresserchen total süß, aber kaufen wollte ich keines, weil mein Mann meinte, er will auch eines, aber nur ein selbstgenähtes 😉

    Liebe Grüße,
    Mirjam

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  3. Lara schreibt:

    Hey!
    Ich bin 15 und ich finde diese Sorgenfresserchen total cool. Ich hatte vor einen für eine Freundin zu Weihnachten zu machen. Ich war mir allerdings nicht schlüssig welchen ich machen soll, da ich noch nicht so gut im nähen bin… Da bin ich als erstes auf dich gestoßen und deinen Sorgenfresser. Ich fand ihn total süß, und auch mein kleiner Bruder fand den voll cool. Deine Anleitung ist auch sehr gut 🙂

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Hallo Lara!
      Es freut mich, dass das Sorgenfresserchen dir gefällt 🙂 Und ich hoffe natürlich, dass beim Nähen alles klappt 😀
      Schön, dass ich dir damit helfen konnte!
      Schreib mir doch bitte, wie er am Ende geworden ist und vielleicht bekomm ich dann sogar ein Bild zu sehen? 😉
      LG Hachidori

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  4. ulla schreibt:

    eine liebe Freundin hat mich zu dieser neuen Aktion angeregt, um Trauer und Kummer ein wenig zu vergessen. Mache mich bald daran und bin schon ganz neugierig. Danke, für diese charmante Idee!

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  5. Melanie schreibt:

    Hey 🙂 vor knapp 4 Wochen habe ich angefangen, mir Gedanken über ein Weihnachtsgeschenk für meinen Freund, der leider ein ganzes Stück weg von mir wohnt, zu machen. Dabei bin ich auf die Sorgenfresser gestoßen. Und auf der Suche nach einer verständlichen Anleitung auf diese Seite.
    Heute ist mein kleines Monster endlich fertig geworden und ich bin richtig richtig stolz darauf, auch weil es erst die zweite Sache ist, die ich selbstgenäht habe.
    Danke für diese tolle Anleitung, es werden garantiert noch weitere Sorgenfresser folgen, allein schon, weil ich selbst jetzt auch einen haben will 😀

    Liebe Grüße
    Melanie

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Hey 😀
      Da freue ich mich, dass dir die Anleitung so super gefallen und geholfen hat 😀
      Es ist immer schön, Rückmeldungen zu erhalten, dann weiß man, dass hier alles auch wirklich von jemandem gelesen wird 😉
      Ich wünsche dir viel Spaß mit dem Sorgenfresserchen und mit den vielen anderen, die noch folgen 😀
      Bis bald!
      Hachidori

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  6. Sanne schreibt:

    Hi, vielen Dank für Dein tolles Schnittmuster. Ich habe für meinen Sohn zu Weihnachten so ein putziges Kerlchen genäht und dank Deiner Anleitung ist er wirklich süss geworden. Hoffentlich gefällt er auch meinem Sohn.
    Ich wünsche Dir schöne Weihnachten und ein tolles Jahr 2015.
    Liebe Grüße, Sanne

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Huhu liebe Sanne!

      Es freut mich, dass das Schnittmuster dir gefallen hat und helfen konnte 🙂
      Ich bin so froh, dass es immer mehr ausprobieren und, dass es so gut funktioniert.
      Ich bin gespannt, ob dein Sohn ihn auch mag 🙂
      Und natürlich wünsche ich dir und deinem Sohn (und dem Sorgenfresserchen) eine tolle und besinnliche Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr!
      Liebe Grüße zurück,
      Hachidori

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Hey Vivien,
      damit du Füllwatte einfüllen kannst, musst du von den Teilen, die ich im ersten Bild für die Körper als Schnittmuster gezeigt habe je zweimal aus dem Stoff schneiden. Also zum Beispiel „Körper hinten“ zweimal aus dem Stoff schneiden, dann diese zwei zusammennähen, und kurz vorm Zunähen Füllwatte reinmachen. Dann hast du den gefüllten „Körper hinten“ fertig.
      So machst du das auch mit den zwei Teilen vom vorderen Körper. Sodass du am Ende jede Menge gefütterte Teile hast, die du nur noch zum Sorgenfresserchen zusammensetzen musst. War das verständlich? Wenn nicht, gerne weitere Fragen!
      Was meinst du denn mit der Tasche? Der „Körper vorn“ besteht aus zwei Teilen, eins über und eins unter dem Mund. Meinst du das?
      Ich hoffe, ich konnte oder kann dir bald helfen.
      LG Hachidori

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  7. Vivien schreibt:

    Ah ok habs verstanden weil du geschrieben hast komplett zu nähen achso aber wenn alles gefüllt ist mit watte kann man es doch schlecht umdrehen oder

    Vielen Dank für die schnelle Antwort hab ihn schon fast fertig

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Ja, hast recht, das kann man anders verstehen xD danke für den Hinweis, da überarbeite ich das nochmal. Also beim Umdrehen gings so ganz gut, hatte aber hab den auch nicht so doll gefüllt. Ich würde mich sehr über ein Bild von deinem Ergebnis freuen, wenn du möchtest.
      LG Hachidori

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  8. Rike schreibt:

    Moin,
    meine Kinder wollten mit mir zusammen so ein Sorgenfresserchen nähen.
    Es hat ein wenig gedauert bis ich auf deine Anleitung stieß, diese war aber für unser Vorhaben GOLD wert!
    Ich, die fast eh immer auch was zunäht was nicht zu sein sollte, war sehr entspannt…….da du es echt toll beschrieben hast und immer wieder darauf hingewiesen hat!!!
    Einen haben wir schon fertig und unser Kleinster ist voll happy!!
    Zwei werden noch folgen.

    Also….ein dickes Danke schön, für diese tolle und gut verständliche Nähanleitung.

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Hallo Rike,
      ich bin superglücklich, dass dir die Anleitung so geholfen hat!!! 😀 Ich kann dich da auch gut verstehen und freue mich, dass alles gut geklappt hat. Es ist so schön, immer wieder jemandem damit eine Freude zu machen! Dann lasst eure Sorgen mal auffressen ;D
      LG Hachidori

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    • Sani Hachidori schreibt:

      Die Bilder, die ich in meinem Beitrag habe, kannst du die abspeichern. Dort sind die Maße abgebildet. Ein direktes Schnittmuster habe ich nicht gemacht, das müsstest du dir auf ein Blatt Papier zeichen und als Muster nutzen. 🙂
      LG Hachidori

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  9. Nina schreibt:

    Hallo!
    Ich habe eine Frage: Wann und wo kommt die Füllwatte hin? Doch nicht in den Reißverschlussmund hinein? Eher zwischen die beiden Schichten von Vorder- und Rückseite bzw. in die Arme und Beine, den Kopf usw.?
    Danke!
    Nina

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