Rezension – „Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer

Meine lieben Leser,

eines der Bücher, was für dieses Jahr ganz groß auf meiner To-Read-Liste stand, war „Land of Stories“. Schon, als es noch gar nicht absehbar war, dass es übersetzt wird, habe ich mit diesem Schmuckstück geliebäugelt. Da ich allerdings nicht so gern Bücher in englischer Sprache lese, habe ich mich selbst zur Geduld ermahnt. Als ich dann endlich gesehen habe, dass dieses Werk von Chris Colfer auch in Deutsch erhältlich sein wird, war meine Freude groß. Ich war sehr gespannt. In den letzten Jahren hatten mich Märchenadaptionen doch eher enttäuscht. Doch das Buch von Colfer wurde sehr gelobt und es klang einfach super. Im Folgenden will ich euch deswegen erzählen, ob es mich auch begeistern konnte.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber (Band 1)
  • Autor: Chris Colfer
  • Anzahl der Seiten: 477 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Ausgabe: 1. Auflage (2018)
  • Genre: Fantasy, Kinderbuch

INHALT:

In der Geschichte von Colfer lernen wir gleich zu Anfang die Geschwister Alex und Conner kennen. Die beiden gehen noch zur Schule und während sich Alex als vorbildliche Schwester und Schülerin zeigt, ist Conner eher vom Schlag eines frechen Bengels. Die beiden verloren leider schon früh ihren Vater und leben seitdem mit ihrer Mutter allein. Diese arbeitet sehr viel, um den Lebensunterhalt für die kleine Familie zu bestreiten, denn ihr Haus musste sie bereits verkaufen. Eine weitere Bezugsperson ist für die beiden Protagonisten ist deren Großmutter. Diese kommt zwar nur selten zu Besuch, weil sie sich sozial für benachteiligte Kinder engagiert, aber sobald sie da ist, sind Alex und Conner nicht mehr zu bremsen.
Noch relativ am Anfang des Buches erleben wir einen dieser Besuche der Großmutter mit. Sie schenkt Alex ihr altes Märchenbuch, welches sie den Kindern immer vorgelesen hatte. Alex ist überglücklich, denn obwohl es ihr im echten Leben an Freunden mangelt, findet sie Halt in den Seiten ihrer Bücher und vor allem in diesem Märchenbuch, welches ihr so vertraut ist.
Die Geschichte nimmt ihre erste Wendung, als Conner Veränderungen an seiner Schwester wahrnimmt. Komische Geräusche und Licht dringen aus dem Zimmer seiner Schwester, wenn sie eigentlich schlafen sollte. In der Schule wirkt Alex auf einmal abwesend und schläft sogar ein! Conner muss dem auf den Grund gehen. Da er sich Sorgen um Alex macht, überrascht er Alex eines Tages dabei, wie sie kopfüber in dem Märchenbuch steckt. Durch den Schreck fällt sie hinein und als Conner versucht, sie zu retten, zieht sie ihn mit sich. Schwupps, sind die Geschwister im magischen Land, welches sie aus den Geschichten der Großmutter kennen. Wieso sind sie denn in das Buch gefallen? Was sollen sie nun tun? Und wie kommen sie bloß wieder zurück?
Unerwartet treffen sie Froggy, einen Froschmenschen, der ihnen vom sogenannten Wunschzauber erzählt. Dafür müssen sie mehrere Gegenstände in diesem Märchenland finden und zusammenführen, um einen Wunsch zu äußern.
Und so beginnt eine abenteuerliche Suche für die zwei Geschwister. Auf dem Weg durch das magische Land begegnen sie nicht nur liebgewonnenen Märchenfiguren, sondern sehen sich auch bösen Kreaturen gegenüber. Doch nicht nur Alex und Conner sind hinter dem Wunschzauber her – und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Weil (…) man nicht in die Nachbarschaft hungriger Kinder zieht, wenn man in einem Haus aus Lebkuchen wohnen will. Es gibt jede Menge Märchenfiguren, denen es schlicht an gesundem Menschenverstand fehlt.“

– Conner in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 37 – 

Ob Alex und Conner alle Gegenstände für den Wunschzauber bekommen, ob sie wieder nach Hause finden und wer ebenfalls hinter dem Zauber her ist – das dürft ihr gern selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

„Seid tapfer, Kinder (…) Tapferkeit ist das Einzige, was euch niemand je nehmen kann.“

– Goldlöckchen in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 395 –

Zugegeben, der Schreibstil von Colfer ist sehr einfach, allerdings darf hier nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Für diesen Zweck ist der Schreibstil angemessen. Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch durchaus auch von Erwachsenen gelesen werden kann.
Leider hat das Buch einige Längen. Auf der Suche nach den Gegenständen für den Wunschzauber geraten die beiden Protagonisten zwar in einige Schwierigkeiten, allerdings bleibt die Spannung immer nur oberflächlich. Nach kurzer Zeit stellt sich wieder ein heimeliges Gefühl ein, bevor das nächste Abenteuer angegangen wird.
Ein bisschen gestört hat mich, dass die Kinder noch zur Schule gehen, manchmal aber wie Erwachsene reden. Nur vom Schreibstil her hätten die beiden Figuren auch älter sein können, als sie wirklich waren. Sowas finde ich immer etwas schade. Schließlich sollen sich die Kinder in diesem Alter auch mit den Helden einer Geschichte identifizieren können.
Insgesamt war der Schreibstil sehr liebevoll und bildhaft, hätte für mich aber gern an einigen Stellen noch einen höheren Detailgrad haben können.

FAZIT:

„Und es ist bequemer und einfacher, zu hassen, Schuld zuzuweisen und zu fürchten, als zu verstehen. Niemand will hören, wie es wirklich war; die Leute wollen unterhalten werden.“

– Böse Königin in „Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer, S. 413-414 –

Die Geschichte um die beiden Geschwister Alex und Conner ist magisch und unglaublich liebevoll geschrieben. Da ich gegenüber Märchenadaptionen immer etwas skeptisch bin, war ich positiv überrascht, dass auch das Wiedersehen mit bekannten Märchenfiguren sehr schlüssig und authentisch war.
Für die leider doch öfter vorhandenen Längen muss ich leider einen Punkt abziehen, doch die entspannte Atmosphäre dieses Märchenbuches macht das wieder wett. Leider habe ich ein etwas minderwertiges Exemplar des Buchs abbekommen: Die goldene Beschriftung auf dem Einband ist nach dem Lesen abgerubbelt, obwohl ich es nur einmal im Koffer mitgenommen habe und ansonsten immer auf der Couch gelesen habe. Sehr schade, denn gerade das schöne Cover begeistert mich besonders. Auch die Bindung war bei mir fehlerhaft. Die Seiten sind im unteren Bereich auseinander geklafft, sodass ich immer Angst hatte, dass die Seiten auseinander reißen. Da das aber hoffentlich nur ein Einzelfall ist, werde ich es nicht in die Bewertung mit einfließen lassen.
Das Ende des ersten Bandes war dann sogar überraschender als gedacht und ich bin schon gespannt auf den Nachfolger.
Eine ruhige, entspannte und gelungene Märchenadaption, die liebevoll erzählt wird. Ein Kinderbuch, welches auch Erwachsene begeistern kann. Längen werden durch ein magisches Setting und sympathische Protagonisten wettgemacht. Lesenswert!

BEWERTUNG: ❤❤❤❤♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

2 Gedanken zu “Rezension – „Land of Stories – Das magische Land – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer

  1. booksandmore81 schreibt:

    Ich hab die Serie damals im englischen Original gelesen – einfach fantastisch. Ich hab die deutsche Version noch nicht damit verglichen, weil ich einfach die Originalversion ansprechender fand und lieber in englisch lese. So hat jeder seine Vorlieben 🙂 Aber es freut mich, dass dir das Buch gefallen hat. Die nächsten in der Reihe sind auch zu empfehlen.

    Gefällt 1 Person

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