Reisetagebuch – Sächsische Schweiz – Lilienstein

Liebe Leser,

nachdem ich euch schon über den Pfaffenstein berichtete, möchte ich euch nun auch den Lilienstein in der Sächsischen Schweiz empfehlen.

Der Lilienstein liegt unweit vom Ort Königstein und in der Nähe des Örtchens Ebenheit. Da Ebenheit auf unserer Wanderkarte der nächste Ort war und wir dort mit dem Auto parken wollten, haben wir uns erstmal gründlich verfahren. Was wir nämlich nicht wussten: Ebenheit liegt eine Ebene weiter oben als Königstein und direkt von dort gibt es keine Zufahrtsstraße nach Ebenheit. Um dorthin zu gelangen, muss ein Umweg durch die umliegenden Orte gefahren werden. Wir aber gingen davon aus (weil so auf der Karte eingezeichnet), dass wir von Königstein aus direkt an der Elbe entlang fahren können, um dann nach Ebenheit zu fahren. Als wir unseren Fehler bemerkten, war es zu spät und wir erreichte eine Sackgasse. Aus diesem Grund entschieden wir uns, das Auto einfach direkt an der Elbe auf einem kleinen Parkplatz abzustellen, der uns während dieser Fahrt aufgefallen war. Direkt neben dieser Parkmöglichkeit war passenderweise ein Weg nach oben zum Lilienstein. Dieser Weg hatte es wirklich in sich, er war sehr steil und das Mädchen, welches vor uns lief und anscheinend auf dem Nachhauseweg von der Schule war, tat mir fast ein bisschen Leid, dass sie jeden Tag diesen Weg gehen musste. Stellt euch das mal vor! Jeden Tag mit der Fähre übersetzen und einen dermaßen steilen Berg hinauf. Folgt man diesem Weg, erreicht man die nächste Ebene in der Landschaft. 🙂 Dort oben liegt das kleine Örtchen Ebenheit, welches passend dazu diesen Namen trägt. Von unserem Weg aus hatte man einen tollen Blick auf den Lilienstein, der auf dieser Ebene thront.

Der Weg auf den Lilienstein ist eher geradlinig im Vergleich zum Pfaffenstein bzw. kam mir das so vor. Der Pfad führt wieder an mehreren ansehnlichen Felsen vorbei. Erneut führen steinerne und eiserne Treppen immer weiter nach oben, bis sich, nahe dem Gipfel des Tafelbergs, der Blick auf die Landschaft und die umliegenden Felsen des Liliensteins freigibt. Von hier aus hatten wir eine der vielen Aussichtsplattformen im Blick. Genau diese Aussichtsplattform sollte noch eine Herausforderung für mich werden. Weiter hinauf geht es wieder über eine steinerne Treppe, die aber breiter als ihre Vorgänger ist und mit den Felsen zu beiden Seiten eine mystische Ausstrahlung erhält. Dieses Bild rief in mir irgendwie Geschichten von Rittern, Burgen und Excalibur hervor, warum kann ich gar nicht so richtig sagen. Allerdings wird diese Wirkung auch dadurch unterstützt, dass überall moosbewachsene Stellen den Stein zieren.

Oben angekommen führte unser Weg vorbei an einem anderen Weg, der zu zwei Aussichtsplattformen führte. (Ihr erinnert euch? Die, die man von unten schon sehen konnte)
Ich wollte so gern dorthin, denn was wäre ein Aufstieg ohne den Aussichtspunkt? Um dorthin zu gelangen, war es nötig, eine eiserne Brücke zu überqueren. Diese verband zwei Felsen miteinander, unter der Brücke war eine Schlucht und natürlich konnte man durch die Brücke durchschauen. Noch dazu war es sehr windig. Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass ich eine sehr ausgeprägte Höhenangst habe und ich sie zu bekämpfen versuche. Nun war es also nach der Leiter am Pfaffenstein wieder soweit. Ich war in der Zwickmühle, denn ich wollte die Aussicht sehen, aber diese 3 Meter Brücke über einen Abgrund und dann auch noch perfekt, um nach unten zu schauen, das war mir alles etwas viel. Nach einer geschlagenen Viertelstunde und dem Gefühl, ich würde es niemals schaffen, war ich wieder an dem Punkt angelangt, dass mich diese doofe Höhenangst nervte. Gemeinsam mit meinem Freund hab dann versucht, nur in seine Augen zu schauen und schwupps war ich drüben. Das Schwupps fühlte sich zwar eher nach einer halben Stunde an, aber hey, ich war drüben! Zur Belohnung gab es dann eine wunderschöne Aussicht und während mein Freund die zweite Plattform erkundete (dort waren wieder Leitern), habe ich eine kleine Pause eingelegt. Zurück das gleiche Spiel und danach machten wir uns auf, den Rest des Berges zu entdecken.
Wir wanderten einmal rund um den Lilienstein. Neben einer Baude, die leider geschlossen hatte, gab es auch ein Denkmal. Von dort aus hatten wir wieder einen super Ausblick. Ein kleines Mädchen spielte, während ihre Mutter am Denkmal saß und entspannte. Die Kleine war echt zuckersüß und kam zu uns und fragte: „Wie heißt du denn?“ und dann entwickelte sich ein sehr süßes Gespräch. Ihrem Wunsch, zusammen auf den Steinen herumzuspringen, sind wir dann leider nicht nachgekommen, weil wir nicht zu spät nach Hause aufbrechen wollten.


Der Abstieg war leider etwas unspektakulär mit vielen Metalltreppen und weniger Aussichten, dafür ging es aber durch ein kleines Waldstück. Danach ging es direkt zurück zu unserem Parkplatz und in die Ferienwohnung, gerade als das Wetter umschlug. Perfektes Timing also!

Fazit:
Auch der Lilienstein kann sich sehen lassen, war für mich landschaftlich sehr schön, obwohl mir der Pfaffenstein einen Tick besser gefiel. Der Lilienstein lädt zum Verweilen ein, da es viele schöne Aussichten und Plätze gibt, an denen man sich niederlassen kann. Außerdem kann man vom Lilienstein aus viele umliegende Felsen betrachten. Hier gibt es mal wieder eine Empfehlung für euch. 🙂

EURE HACHIDORI

Reisetipp: Die Schleierfälle

Eines der tollsten Naturschauspiele in den Ammergauer Alpen sind für mich die Schleierfälle gewesen.
Gelegen sind sie westlich von Saulgrub, nahe dem Ammerdurchbruch.
Der Ammerdurchbruch ist ausgeschildert. Auf der B23 ist bei Saulgrub „Achele“ ausgeschildert und diesen Weg kann man getrost mit dem Fahrrad absolvieren, bis man an ein paar Kuhweiden (mit nebenbei bemerkt lohnenswertem Blick auf die Berge) passiert, später dann eine sehr steile Straße erreicht (die ist wirklich nichts für zarte Gemüter), welche in eine Kurve mündet und am Ende dieser Straße ist ein Schild und eine Brücke. Geht man tiefer in den Wald hinein gelangt man irgendwann zum Aussichtspunkt des Ammerdurchbruchs.
Wenn ihr also folgendes Bild vor euch seht, seid ihr richtig:
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Eine kleine Wanderung zu den (mehr oder weniger) naheliegenden Schleierfällen ist wirklich zu empfehlen!!!
Die Brücke vor dem Wald wird überquert, zur Zeit ist dort eine Baustelle, man geht also an dem Baustellenzaun entlang und folgt dem nicht ganz eindeutigen Schild (Schleierfälle ->) am Zaun entlang. (Macht nicht den gleichen Fehler wie ich und folgt dem Pfeil auf die Baustelle!)
Dort geht es einige Meter erstmal nur bergauf. Lasst eure Fahrräder also am besten am Zaun angeschlossen stehen, sonst schleppt man sich dumm und dämlich.
Ihr müsst dann eine ganze Weile durch den Wald, immer wieder aus dem Wald raus, am Waldesrand entlang und über Stock und Stein und das im wahrsten Sinne des Wortes! (Das auf dem Bild ist nämlich der Weg…)

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Der Wanderweg, den ihr beschreitet, ist der W6 und solange man sich an die Markierungen der Bäume hält, kann man sich eigentlich nicht verlaufen.

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Falls man doch mal an eine Weggabelung kommt, an der man keine Hinweisschilder findet (was gar nicht so unüblich ist), kann man sich beruhigen, dass man keine steilen Abhänge im Dickicht herunterrobben muss. Man kann sich an diese „Kühe-komm-hier-nicht-durch“-Durchgänge halten, davon muss man mehrere durchqueren.

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Irgendwann, völlig überrascht, dass man doch noch so lang laufen musste (es ist nämlich ein unerwartet langer Marsch für uns gewesen), steht man vor einem Naturschauspiel, das wirkt, wie aus einer anderen Welt. Aus einer magischen Märchenwelt.
Die Schleierfälle.

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Soviel zu einem weiteren Reisetipp von mir!

EURE HACHIDORI

„Urlaub in den Alpen“ oder „Ich bin eine Blume.“

Hallo liebe Leser,

Urlaub ist doch die schönste Freizeitbeschäftigung, die es gibt!? Ich war dieses Jahr in den Alpen und vorher war ich dort noch nie. Ich bin eigentlich ein ziemlicher Wandermuffel, da ich mit wandern nur Erinnerungen an gemeinsame (und langweilige) Ausflüge mit meinen Großeltern verknüpfe. Wie es aber so spielt das Leben, habe ich mich entschlossen neue Erfahrungen zu sammeln, da das schon ziemlich lange her war.
In den nächsten Tagen möchte ich also für alle „Wanderfreunde“ und auch „Wandermuffel“ (oder einfach nur Interessierte) einen kleinen Überblick über empfehlenswerte Reiseziele geben und natürlich meine persönlichen Eindrücke weitertragen.

Mein Weg führte mich in das beschauliche Unterammergau, also ins Ammertal bzw. die Ammgergauer Alpen. Besonderheit sind dort (und auch im naheliegenden Oberammergau) die schön bemalten und verzierten Häuser. Eine Bank ist nicht einfach nur ein Geldinstitut, sondern Kunst:
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Die beiden kleinen Orte kann man sich getrost mal anschauen, sie sind wirklich sehr idyllisch, ruhig und friedlich.
Meine erste Empfehlung daher: Ober- und Unterammergau!
Zweiter wirklich schöner Reisetipp ist das Kloster Ettal. Das ist eine vergleichsweise kleine Station und lässt sich gut zwischendurch einbauen. Mit etwas Glück erlebt man eine Messe mit und die Bemalung der Decke ist wunderschön. Auch die klostereigene Brauerei kann man besichtigen.
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In Bayern ist es uns öfter passiert, dass Schilder uns am Weitergehen hindern wollten. Getrost kann man aber oft auch diese Wege beschreiten und entdeckt dabei manche eigenwillige Konstruktion oder magische Orte. Wie hier, nicht unweit vom Kloster, eine etwas andere Möglichkeit, einen Schuppen zu verriegeln und ein magischer Brunnen, welcher so aussieht, als wenn gleich eine Märchenfigur dahinter auftaucht.
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Ein unbedingtes Muss in Bayern ist, das dort typische Essen auszuprobieren! Meine erste Weißwurst hat, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig geschmeckt, die Brezel dort sind allerdings GRANDIOS!!! Auch die Spätzle sind wirklich zu empfehlen!
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Kommen wir also nun zu einem besonderen Highlight! Die Fahrt mit der Gondel auf den Laber (1683 m) und der Abstieg. Ich war noch nie auf solch einem hohen Berg und ich muss sagen, da meine Höhenangst nicht unerheblich ist, hatte ich doch ziemlichen Respekt vor dieser Höhe. Ich stieg trotzdem in die Gondel. Ich berichte nun ehrlich, wer Höhenangst hat, sollte nicht in eine Gondel steigen! Mag für einige logisch klingen, aber ich dachte, das wäre kein Problem, da man ja etwas um sich herum hat. Es war schrecklich, aber gute Schocktherapie. Und man ist schnell oben. Die Aussicht war auch aus der Gondel phänomenal, auch wenn es mir in diesem Moment alles andere als geheuer war. Doch ich kann euch sagen, sobald man dort oben ist, ist alles andere egal. Man vergisst alles, ob nun Angst, Pflichten oder Probleme. All das verschwindet im Angesicht der Aussicht auf die Zugspitze und weitere Berge.

 

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Es ist außerdem atemberaubend schön, wie sich die kleinen dünnen Wege durch die Natur nach unten schlängeln.

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Und vielleicht fragt ihr euch ja schon, warum der Titel dieses Beitrages unter anderem „Ich bin eine Blume.“ heißt!? Ich hatte ein kleines Erlebnis, das mich dazu veranlasst hat. Und zwar setzte sich mitten im Abstieg ein Schmetterling auf mein Bein. Da fühlte ich mich schon ein wenig geehrt, da er ja sonst nur die schönen Alpenblumen anfliegt. Also: Ich bin anscheinend eine Blume! 😉
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Besonders faszinierend sind auch die vielen kleinen versteckten Aussichten, die an Gemälde von Caspar David Friedrich erinnern!

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Und witzig fand ich auch, dass wir während dem Abstieg über eine Alm spazieren konnten. Den Kühen ganz nah, ständiges Gebimmel (da jede Kuh eine Glocke trägt) und eine sympathische Almhütte lädt zum Verweilen ein.

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Lieblingsspruch auf der Alm war folgender: “ Auf der Alm gibt´s keine Sünden und keine Gläser!“ Dort waren in einem Wasserbecken Getränke hinterlegt und in eine Büchse am Haus konnte man das Geld werfen, wenn man etwas entnehmen wollte. Dort war zwar niemand, aber wie das Schild schon sagt: „Auf der Alm gibt´s keine Sünden.“

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Soviel erstmal zum ersten Teil meines kleinen Reiseberichts.
Bald gibt es mehr von Alpen und Umland.
Bis bald!
EURE HACHIDORI