Rezension – „Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte“ von John Garth

Meine lieben Leser,

ich bin ein Fan von Mittelerde, all seinen Orten und Charakteren. Darum ist es nicht verwunderlich, dass ich beim Titel „Die Erfindung von Mittelerde“ aufhorchte und umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es als Rezensionsexemplar lesen durfte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den wbg Theiss Verlag!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte
  • Autor/in: John Garth
  • Übersetzer/in: Andreas Schiffmann
  • Anzahl der Seiten: 210 Seiten
  • Verlag: wbg Theiss Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2021)
  • Genre: Fantasy, Lexikon, Sachbuch

INHALT:

Das Buch „Die Erfindung von Mittelerde“ umfasst wirklich viel geballtes Wissen um die Orte dieser wunderbaren Fantasy-Welt, die so viele Leser begeistern konnte. Dabei überraschte mich vor allem, dass die Analysen sehr viel Sachbuch-Charakter hatten und sicherlich auch für eine Untersuchung im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit geeignet wäre. Es werden Symboliken erläutert, Bezüge zu antiken Figuren oder nordischen Mythen aufgezeigt.
Es beeindruckte mich vor allem, wie vielfältig und groß die Einflüsse klassicher Literatur auf Tolkiens Schaffen waren. Da gibt es nicht nur starke Parallelen zur Artussage, sondern auch zu Homer oder der nordischen Schöpfungsgeschichte.
All das ist so detailliert unter die Lupe genommen worden, dass ich zugegebenermaßen manchmal etwas überfordert mit der Menge an Informationen war, die auf einen einprasselten. Dennoch kann der interessierte Leser und Tolkien-Fan hier viele Infos erschließen, die ich so noch nirgendwo anders in dieser Aufmachung konzentriert vorgefunden hätte.
Besonders begeistert hat mich die Idee der Strukturierung des Inhalts. Dabei wird sich vor allem auf geografische Besonderheiten konzentriert und kategorisiert. Zunächst wird auf England und das Auenland eingangen, was auch eng mit Tolkiens Kindheit verwoben ist. Auch die kartographische Entstehung wird sehr genau beleuchtet.
Das Kapitel „Vier Winde“ erläutert Mittelerdes Entstehung anhand der Himmelsrichtungen und fasst zusammen, was hier jeweils ganz allgemein einen Einfluss ausübte.
Danach folgen „Lúthiens Land“, „Küste und Meer“, „Wurzeln der Berge“, „Flüsse, Seen und Wasserwelten“ sowie „Baumdurchwirkte Lande“. Zum Abschluss wird nochmals eine andere Perspektive eingenommen, die wegführt von den geografischen Merkmalen und mehr hin zur eigentlichen Handlung von Mittelerde. Beleuchtet werden dort „Altertümliche Spuren“, „Wacht und Hut“, „Kriegsschauplätze“ und „Handwerk und Industrie“.
Untermalt werden alle Beschreibungen durch alte Fotografien, Karten, originale Zeichnungen Tolkiens und großformatige Landschaftsbilder, so wie der wissende Leser es bereits von anderen Büchern des Verlags kennt.

SCHREIBSTIL:

Vorweg muss gesagt werden, dass ich sehr überrascht war, wie klein dieses Buch gedruckt ist. Somit ergibt sich eben auch die erwähnte Informationsfülle auf diesen wenigen Seiten. Es wird also trotz geringer Seitenanzahl sehr viel geboten. Die Texte sind aus meiner Sicht sehr wissenschaftlich formuliert, sehr analytisch und zuweilen auch ein kleines Bisschen trocken. Wer also kein Sachbuch, sondern lediglich ein unterhaltsames Feuilleton erwartet, der sollte erneut prüfen, ob das Buch wirklich die richtige Lektüre für ihn ist. Auf jeden Fall liest es sich nicht schnell weg und ist auch kein Buch für Zwischendurch, da es einiges an Hirnschmalz verlangt, um die ganzen Zusammenhänge übergreifend zu verstehen. Die jeweiligen Beschreibungen sind allerdings von solch sprachlicher Schönheit und Informationstiefe, dass der Leser das gern verzeiht.

FAZIT:

Dieses Buch ist zwar keines, was ich einfach zwischendurch lesen würde, aber es ist einfach so vollgepackt mit interessanten Informationen, dass ich nicht umhin komme, es euch wärmstens ans Herz zu legen, wenn ihr mehr über Mittelerde und deren Entstehung erfahren wollt. Zugegebenermaßen hätte ich mir noch die ein oder andere biographische Information mehr zu Tolkien gewünscht, doch das tat der Qualität des Buchs keinen Abbruch.
Ein Buch für echte Tolkien- und Mittelerde-Fans in anspruchsvoller Umsetzung und wunderschöner Aufmachung. Geballte Informationen treffen auf gelungene Bildauswahl. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Informationen: ♥♥♥♥♥
Unterhaltung: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♡
Botschaft / Praxisbezug: ♥♥♥♡♡
Strukturiertheit: ♥♥♥♥♡

Gesamtwertung = 4,0


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Im Zeichen der Mohnblume“ von R. F. Kuang

Meine lieben Leser,

seitdem das Buch „Im Zeichen der Mohnblume“ angekündigt wurde, stand es auf meiner Wunschliste. Ich habe es dann auch direkt zum Erscheinen erworben, allerdings musste es auf dem SuB ausharren, weil andere Leseprojekte Vorrang hatten. Deshalb wurde es in das Frühjahrsputzbingo mit aufgenommen und nahm dort die Rolle des großen Finales ein. Meine Erwartungen waren recht groß, auch weil ich schon einige sehr positive Meinungen gelesen hatte. Wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin
  • Autor/in: R. F. Kuang
  • Übersetzer/in: Michaela Link
  • Anzahl der Seiten: 669 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Ausgabe: Taschenbuch (2020)
  • Genre: Fantasy, historische Neuinterpretation

INHALT:

Rin wohnt bei ihrer Tante und ihrem Onkel und muss sich als Drogenkurier für Opium verdingen. Die Familie lebt in Armut und ist Rin gegenüber nicht gerade gnädig. Die einzige Vertrauensperson ist Lehrer Feyrik im Dorf. Von ihm hat sie viel gelernt und zu ihm geht sie auch, als sie ihr Herz ausschütten muss. Ihre Tante möchte sie verheiraten. Ihre einzige Chance, dem zu entgehen, besteht darin, an einer Akademie des Landes aufgenommen zu werden. Doch die Aufnahmeprüfungen sind hart und Rin möchte unbedingt in Sinegard an der Militärakademie angenommen werden.

Das Buch unterteilt sich in drei Teile. Im ersten Teil verfolgen wir Rin als unschuldiges Kind und Waisenmädchen, die der Vermählung entgehen will und alles dafür tut, in Sinegard angenommen zu werden. Außerdem wird ihre Zeit an der Akademie geschildert. Vor allem das Fach der mysteriösen Kultlehre nimmt eine besondere Stellung ein. Wie behauptet sich Rin in ihrer Klasse? Und auf welches Fach wird sie sich am Ende spezialisieren? Das dürft ihr gern selbst lesen.
Im zweiten und dritten Teil geht es vor allem um die erwachsen gewordene Rin in den Wirren des Krieges. Die strategische Kriegsführung, Politik und die Schrecken des Krieges werden hier sehr detailliert geschildert.
All das wird eingebettet in eine immer fantastischer werdende Handlung, denn Rins Fähigkeiten gehen weit über das menschenmögliche heraus und der Leser verfolgt mit Spannung ihren Kontakt zu den Göttern dieser Welt.

SCHREIBSTIL:

„Es ist einfach, mutig zu sein, aber schwerer zu wissen, wann man nicht kämpfen sollte.“

Jiang in „Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin“, S. 579

Ich habe lange überlegt, wie ich den Schreibstil beschreiben könnte. Allem voran fiel mir das Wort „spannend“ ein. Die Autorin schaffte es, dass trotz ruhigerer Episoden und vielen militärischen und politischen Themen nie Langeweile für mich aufkam. Ich war so sehr an die Seiten gefesselt, dass ich es nie erwarten konnte, das Buch wieder zur Hand zu nehmen.
Gerade im ersten Teil hält sich die Brutalität noch ein Grenzen und ich habe mich richtig wohl gefühlt in dem Akademie-Setting und es war für mich so ein richtiges Wohlfühlbuch.
Spätestens in den folgenden Teilen des Buches verfliegt zwar aufgrund der Kriegsschauplätze dieses Gefühl, aber es wird umso spannender, düsterer und vor allem zwischen den Zeilen kritischer. Denn die Autorin hat mit ihrer Geschichte die asiatische Historie neu interpretiert. Gerade die Territorien der Föderation und des Kaiserreiches Nikan erinnern an China und Japan. Ebenso sieht der informierte Leser zwischen den Kriegsschauplätzen und -verbrechen extreme Parallelen zu historischen Schrecken wie bspw. in Nanking.
An dieser Stelle kann ich nur betonen, dass das Buch gerade ab Teil II nichts mehr für schwache Gemüter ist. Die Brutalität des Krieges wird hier völlig ungeschönt dargestellt und macht auch vor Babys oder Kindern nicht halt. Wer diese sehr detaillierten Gewaltbeschreibungen nicht abkann, der sollte das Buch vielleicht lieber nicht zur Hand nehmen. Ich fand selbst, dass es oft hart an der Grenze des Ertragbaren war und musste beim Lesen dieser Zeilen pausieren – allerdings muss uns klar sein, dass diese Schilderungen leider nicht so weit von der Realität entfernt sind, wie wir das gerne möchten. Die Realität ist oftmals sogar schlimmer gewesen. Und so schafft Kuang es, dass der Leser förmlich angewidert von den Gräueltaten des Krieges ist. Das macht dieses Werk tatsächlich sehr wichtig, denn wie gesagt wird zwischen den Zeilen Kritik geübt, die mich zum Nachdenken brachte.

Eine weitere Besonderheit waren für mich die Charaktere, denn diese sind alles andere als die typischen strahlenden Helden. Weder gelingt ihnen sofort alles beim ersten Versuch, wie wir das oft in ähnlichen Geschichten lesen, noch sind sie moralisch korrekte Personen. Sehr deutlich wird beschrieben, wie der beste Charakter vom Krieg und von Drogen verdorben wird. Auch das Streben nach Macht vergiftet nicht nur die vermeintlich bösen Charaktere, sondern auch liebgewonnene Figuren. Als Leser habe ich zu den Hauptfiguren eine Beziehung aufgebaut, nur um dann oftmals mit deren Entscheidungen zu hadern und meine Sympathie für sie zu hinterfragen. Denn auch, wenn man bspw. das Verlangen nach Rache nachvollziehen konnte, war das Genießen des Leides anderer eine fast nicht auszuhaltende Haltung der Personen, die ich nicht mit mir vereinbaren konnte.
Die Autorin hat hier meisterhaft gezeigt, dass kein Mensch völlig tadellos und frei von solchen Neigungen ist – schon gar nicht in einer absoluten Ausnahmesituation wie dem Krieg. Wir können in unserer Position von oben herab behaupten, dass wir anders handeln würden – Tatsache ist aber, dass der Kampf ums Überleben viele Gemüter komplett verändert und den Einblick in diese fragile Psyche hat die Autorin meiner Meinung nach super umgesetzt.
Das Worldbuilding rundet dieses ganze ernste Thema ab. Es ist unglaublich detailliert und durchdacht und ich hatte nach dem Lesen nicht einmal das Gefühl, dass wirklich viele Fragen offen geblieben wären. Vielmehr war alles in diesem Buch – angefangen von der Welt bis hin zu den Charakteren unfassbar authentisch.

Last but not least hat mir die Entwicklung von Rin sehr gut gefallen. Wir begegnen ihr anfangs als kleines Mädchen und über das Buch hinweg hat sie viel auszustehen und viele Herausforderungen zu bewältigen, bis sie schließlich zu einer Frau heranwächst, die ganz sicher nicht frei von Fehlern und falschen Entscheidungen ist.

FAZIT:

Ich hatte aufgrund des recht beschaulichen Anfangs der Geschichte etwas anderes erwartet und war dann total begeistert von der Richtung, in die sich alles entwickelt hat. Die Fantasy-Elemente spielen hier keine vorrangige Rolle, sondern fügen sich in die komplexe und militärisch-politische Handlung ein. Die Charaktere sind zahlreich, aber niemals farblos – und vor allem alles andere als perfekte Helden. Das macht sie so authentisch und lebensecht. Das Ende der Geschichte hat mich nochmal komplett umgehauen und auch, wenn ich aufgrund der düsteren Stimmung und der Brutalität jetzt erstmal etwas anderes lesen muss, kann ich den zweiten Band kaum erwarten.
Eine Geschichte um ein Waisenmädchen, das zu einer großen Soldatin wird. Sehr brutal, sehr mitlitärisch und politisch, aber auch sehr spannend. Besonders hervorzuheben sind die authentischen und unperfekten Protagonisten sowie die sehr wichtige Kritik zwischen den Zeilen. Eine gelungene Neuinterpretation der asiatischen Geschichte und ihrer Schrecken. Ein absolutes Jahreshighlight für mich!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♥
Fantasy: ♥♥♥♥♡
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,6


Wer mich kennt, weiß um meine tiefe Leidenschaft für Japan. Genau so sehr faszinieren mich schon viele Jahre Geschichten, die einen asiatischen Kontext haben. Dazu muss es nicht zwingend japanisch sein – auch chinesisch angehauchte Settings können mich durchaus begeistern.
Ich werde bei der Aktion „AsiaBooks“ Bücher vorstellen, die ich gelesen und rezensiert habe. Vielleicht seid ihr ja genau so begeistert von Geschichten im asiatischen Setting wie ich? Dann hoffe ich, dass ihr bei mir noch etwas Anregung findet. 🙂


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Töchter der Freiheit“ von Theresa Jeßberger

Meine lieben Leser,

das vorletzte Buch „Töchter der Freiheit“ habe ich letztes Jahr im Sommerurlaub gekauft und seitdem wollte ich es unbedingt lesen. Der Klappentext hört sich ziemlich vielversprechend an. Und das Cover ist schon sehr episch, findet ihr nicht?
Wie es mir schlussendlich gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Töchter der Freiheit
  • Autor/in: Theresa Jeßberger
  • Anzahl der Seiten: 448 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (Juni 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Die Geschichte dreht sich um Elodea und viele andere Personen. Elodea ist die Magieschülerin der Professorin Loreba. Diese erregt mit ihrer letzten Vorlesung zu verbotenen Dokumenten der Geschichte Aufsehen, sodass sie von den Gesetzeshütern festgenommen wird. Schlussendlich wird sie zum Tode verurteilt.
Das Königreich wird durch die grausame Hand der Königin Obsidia regiert. Doch es regt sich Widerstand durch die Brüder Mhyrias und die sogenannte Aurenen, zu denen auch Elodea gehört. Sie stehen mehr als einmal vor der Frage, was sie bereit sind zu geben, um ihre Freiheit zu erkämpfen.
In dem Buch wird auch aus der Sicht von Obsidia geschrieben und manchmal auch aus Sicht anderer Nebenpersonen. Da es so viele Charaktere gibt, ist es schwierig, einen echten Protagonisten ausfindig zu machen. Elodea kommt dem noch am nächsten.
Der Inhalt fokussiert sich zunächst auf Elodea und Lorebas Schicksal bis hin zur Hinrichtung. Später wird vor allem der Widerstand und die Pläne zur Schlacht thematisiert.
Handlungstechnisch passiert nicht allzu viel, aber es wird viel politisch beschrieben und erläutert. Nicht nur die Geschichte von Avendúr, sondern auch die Machtverhältnisse werden sehr detailliert angegangen. Wer gern über politische Sachverhalte und Intrigen liest, der sollte hier mehr als genug auf seine Kosten kommen.
Für Leser wie mich, die es in dieser Fülle eher nicht so mögen, ist es vielleicht nicht das richtige Buch. Für mich erzeugten gerade die vielen politischen Gespräche irgendwann aufgrund ihrer Ausgeprägtheit sehr viele Längen und die Spannung blieb dadurch für mich aus.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil an sich ist tatsächlich mehr als 0815, da hier schon ein anspruchsvollerer Ton angeschlagen wird. Allerdings ist mir öfter beim Lesen aufgefallen, dass die Sätze sehr kurz und abgehackt wirkten, was den Lesefluss für mich etwas gemindert hat.
Die vielen Charaktere haben erstaunlich viel Leben in sich gehabt, auch wenn Tiefe nicht immer vorhanden war. Tatsächlich gab es viele Figuren, die mir sehr sympathisch waren, doch ihre Beziehungen kamen durch die Überlagerung der Politik zu kurz – für mein Dafürhalten zumindest.
Die Autorin fokussiert sich wirklich sehr auf die Politik, auf die Strategieentwicklung für eine Schlacht und den Widerstand, sodass andere Themen leider keinen Raum bekamen.

FAZIT:

Das Buch war einfach sehr viel anders als meine Erwartung. Ich hatte ehrlich gesagt eine anspruchsvolle Romantasy-Geschichte erwartet, tatsächlich war es dann aber eher ein Fantasy-Roman mit vorrangig politischen Themen, weniger Fantasy und eben auch weniger fokussiert auf die Beziehungen der Charaktere. Wer das mag, kann hier auf seine Kosten kommen, für mich war es leider nichts.
Wenig Spannung, viel Politik. Anders als erwartet und leider nicht mein Fall gewesen, obwohl ich die Charaktere sehr mochte. Hinter der Politik treten einfach alle anderen Themen zurück. Schade.

BEWERTUNG: ♥♥♥♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♡♡
Fantasie: ♥♥♥♡♡
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♡♡

Gesamtwertung = 3,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Der Wald der verlorenen Schatten“ von Danbi Eo

Meine lieben Leser,

als hätte ich mit dem Frühjahrsputz-Bingo nicht schon genug zu tun … da mogelte sich dieses Büchlein noch mit rein. Als ich die Inhaltsangabe las, war ich sofort Feuer und Flamme. Wie es mir nun gefallen hat, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Der Wald der verlorenen Schatten
  • Autor/in: Danbi Eo
  • Übersetzer/in: Hyuk-Sook Kim / Manfred Selzer
  • Anzahl der Seiten: 248 Seiten
  • Verlag: Golkonda Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (26. Februar 2021)
  • Genre: Fantasy, asiatische Literatur

INHALT:

Hyoju erwartet nicht mehr viel vom Leben, als sie ihren Freund und ihren Job verliert. Ganz unerwartet erreicht sie ein Brief, dass sie die Haupttrauerne auf der Beerdigung ihrer Großmutter wäre. Diese Großmutter kannte Hyoju jedoch nie.
Sie fährt in das Heimatdorf ihrer Oma und wird direkt vor dem angrenzenden Wald gewarnt, in dem Menschen einfach verschwinden sollen.
Sie betritt ihn trotzdem und verliert ihren Schatten, weshalb sie den Wald und das Haus ihrer Großmutter nicht mehr verlassen kann.
Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem Schatten und trifft nicht nur auf einen geheimnisvollen Mann im Wald, sondern auch viele andere mysteriöse Wesen, die ihr die Suche mehr oder weniger erleichtern.

SCHREIBSTIL:

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich hatte aufgrund des Settings und der asiatischen Autorin auf ein Ghibli-Film-Feeling gehofft. Die Bilder, die beim Lesen entstanden, waren auch sehr schön, aber leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Der Text umfasst nur fast 250 Seiten, aber zieht sich leider für mich sehr in die Länge, aufgrund der vielen Wiederholungen. Der Ausdruck in diesem Roman bietet leider wenig Abwechslung, da immer die gleichen Wörter oder Umschreibungen genutzt werden. Beispielsweise haben viele Dinge eine „alabasterne“ Farbe oder die Augenlider, Pupillen und die Iris zittern bei jeder Gelegenheit.
Auch die Dialoge zwischen den Personen sind wenig inhaltsreich und wiederholen oft immer die gleiche Aussage in verschiedenen Ausprägungen.
Für mich war das leider sehr künstlich in die Länge gezogen und schwerfällig.
Zudem war die Protagonistin mir bis zuletzt sehr unsympathisch, weil sie auch oft sehr unfreundlich war. Es gab einige wenige Charaktere, die mich begeistern konnten, ansonsten blieb auch der Rest recht farblos und ich hätte gern mehr über die Hintergründe erfahren. Für mich wurde sich zu sehr auf unwichtige oder alltägliche Details konzentriert, dafür aber nicht auf die Charaktere oder die Hintergrundinformationen.

FAZIT:

Für mich blieben leider zu viele Fragen offen, dazu kamen einige Logikfehler. Das Buch und ich haben leider nicht zusammengefunden.
Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es Lesern gefallen könnte, die dem typisch asiatischen Schreibstil alà Haruki Murakami etwas abgewinnen können.
Ein Buch mit einer guten Grundidee, für mich jedoch mit schwacher Umsetzung. Stetige Wiederholungen von Wörtern und Phrasen haben für mich den Ausdruck der Geschichte geschmälert. Logikfehler und offene Fragen ließen mich leider unzufrieden zurück. Für Fans asiatischer Literatur eventuell zugänglicher als für mich.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasy: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♥♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Merle – Das steinerne Licht“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

der erste Band der Merle-Reihe von Kai Meyer hatte mich ja sehr überzeugt. Deshalb musste ich direkt den zweiten Band hinterher lesen. Ob der Folgeband mich genau so überzeugen konnte, wie der Auftakt, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Merle – Das steinerne Licht
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 365 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten Band – evtl. Spoiler zum ersten Band vorhanden! ***

Nach der Flucht von Merle, der fließenden Königin und Vermithrax aus Venedig, begeben diese sich auf die Suche nach Lord Licht. Dieser hatte in der Vergangenheit schon mehrmals seine Hilfe im Kampf gegen die Ägypter und deren Sphinxe angeboten, diese wurde jedoch immer wieder ausgeschlagen. Da Venedig ohne den Schutz der fließenden Königin praktisch wehrlos von den Ägyptern überrannt wird, wollen Merle und ihre Begleiter ihn daher zur Hilfe holen. Dazu müssen sie sich allerdings geradewegs auf den Weg in die Hölle machen, um ihn dort zu suchen.
Währenddessen bildet sich in Venedig eine Widerstandsbewegung, der auch die ehemaligen Spiegelmacher-und Weberlehrlinge angehören. Serafin wird ebenfalls von ihnen angeworben. Die Rebellen werden von Lalapeja, einer Sphinx angeführt, die sich gegen die Ägypter gewandt hat. Als ihr Attentat auf den Pharao fehlschlägt, fliehen sie auf das Meer und sehen sich bald einer Meerhexe gegenüber, auf deren Hilfe sie nun angewiesen sind.
Welche Rolle Lalapeja und Lord Licht genau spielen, was mit Junipa geschah und ob Merle und Serafin einen Ausweg aus ihren Situationen finden, dürft ihr aber selbst lesen. Überraschende Enthüllungen sind auf jeden Fall gewiss.

SCHREIBSTIL:

Die Geschichte wird im Wechsel von Merle und Serafin erzählt. Kai Meyer schafft es auch im zweiten Band mit einer grenzenlosen Fantasie zu überzeugen. Der Mix aus ägyptischen Wesen und Wesen anderer Mythologien hatte mich ja bereits im ersten Band in seinen Bann geschlagen. Dieses Mal wurde es um weitere Elemente bereichert. Ein Charakter, der mir dabei besonders in Erinnerung blieb, war Winter, die Jahreszeit in Person.
Das Buch erzählt auf fast 400 Seiten wieder in kurzen, prägnanten und trotzdem sprachgewaltigen Sätzen erstaunlich viel Handlung. Lediglich am Anfang brauchte die Geschichte eine kleine Weile, um in Schwung zu kommen, aber danach nahm sie wieder an Fahrt auf und hat mich wieder zum Ende hin an die Seiten gefesselt. Die Spannung, die erzeugt wird, ist nicht unbedingt vordergründig zu verorten, sondern liegt vielmehr in den Geheimnissen und dem Unausgesprochenen, dessen Lösung es zu finden gilt.
Werden schlussendlich diese Lösungen präsentiert, bleibt der Leser sprachlos und erstaunt zurück. Sehr gut gefällt mir, dass Kai Meyers Handlung nicht komplett voraussehbar ist und mit genug Überraschungen aufwartet, sodass es nie wirklich langweilig wird.

FAZIT:

Der zweite Band führt uns nicht nur in die Gefilde der Hölle und lässt uns allerlei komische Gestalten kennenlernen, sondern schildert auch mit Spannung die Entstehung des Widerstands in Venedig.
Merle macht eine sichtbare Entwicklung durch und gewinnt dabei zunehmend an Stärke und Durchsetzungsfähigkeit, in der sie sich auch nicht vor Göttinnen oder anderen Wesen scheut.
Ich habe jede Sekunde mit der kleinen Merle aus dem ersten Band mitgefiebert und war erstaunt über einige unerwartete Wendungen.
Ein würdiger Nachfolger, der ein bisschen schwächer war als der Auftakt. Er überzeugt allerdings wieder durch die unfassbare Fantasie und spannende Wendungen. Absolut lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♡
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,4


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Merle – Die fließende Königin“ von Kai Meyer

Meine lieben Leser,

nach dem doch eher schweren Abschluss des historischen Novembers wollte ich unbedingt ein entspanntes Buch lesen. Deswegen begab ich mich in meine vertrauten Fantasy-Gefilde und wählte von meinem SuB den ersten Band des Merle-Zyklus von Kai Meyer aus. Da mich Kai Meyer bisher nie enttäuschte, war das für mich eine sichere Bank.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Merle – Die fließende Königin (Band 1)
  • Autor/in: Kai Meyer
  • Anzahl der Seiten: 286 Seiten
  • Verlag: Fischer Sauerländer Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

Merle ist ein Waisenkind und wird zusammen mit der blinden Junipa in die Lehre bei dem Zauberspiegelmacher Arcimboldo geschickt. Der Spiegelmacher steht in ständigem Zwist mit seinem Nachbarn, dem Webermeister Umberto und so tun es auch die Lehrlinge der beiden. Die Lehrlinge des Webers spielen Merle und ihren Lehrlingskollegen üble Streiche. Dabei lernt sie den Anführer der Weberlehrlinge kennen: Serafin.
Zwischen den beiden herrscht direkt eine Verbindung. Doch Merle wird in ihrer Lehre zu sehr eingebunden, als dass sie sich für ihn interessieren könnte. Was es mit den magischen Spiegeln und Merles eigenem magischen Handspiegel auf sich hat und was Junipa widerfährt, möchte ich euch aber noch nicht verraten, da dies essentiell für die weitere Handlung ist.
Als Serafin und Merle durch Venedig spazieren, beobachten sie zufällig ein geheimes Treffen und werden in ein unerwartetes, fantastisches Abenteuer hineingezogen – voller Magie, fliegenden Steinlöwen, Ägyptern und Höllenkreaturen.

SCHREIBSTIL:

Das Buch liest sich ganz klar wie ein Kinder- bzw. Jugendbuch, wenn man die einfach gehaltenen Sätze, die wenigen Seiten und den großen Druck betrachtet. Der Inhalt ist allerdings zuweilen brutal und düster, sodass ich es eher in die Sparte des Jugendbuchs ordnen würde.
Der Schreibstil ist durch eher kurze, prägnante Sätze geprägt, allerdings werden trotzdem viele Details und Bilder vermittelt. Das schafft Meyer vor allem dadurch, dass er sich auf das Wesentliche fokussiert und liefert somit ein sehr auf die Fantasie und Handlung konzentriertes Werk ohne viel unnötiges Beiwerk. Dadurch liest es sich schnell weg, obwohl es sprachlich hochwertig daherkommt.
Dieses Buch glänzt wieder einmal mit der überbordenden Fantasie Meyers. Ein fröhlicher Mix aus verschiedenen Kulturen, Fantasy-Elementen und Religionen, der in Merles magischem Venedig spielt. Kai Meyer scheut sich dabei wieder einmal nicht, bestehende Symbole und Motive neu zu interpretieren. Beispielsweise sind Meerjungfrauen alles andere als schön, den ihr Mund ist eine von Ohr zu Ohr reichende Fratze mit spitzen Zähnen.
Ich denke aus heutiger Sicht werden viele Kritiker die Darstellung der Ägypter als Widersacher und die Beschreibung der Hautfarben anprangern. Für mich persönlich war das keineswegs problematisch, da es in einem Fantasy-Kontext gesetzt wurde. Ich habe diesbezüglich aber schon mehrere Kritiken an Büchern gelesen, weswegen ich es nicht unerwähnt lassen möchte, um euch ein gutes Gesamtbild zu liefern.
Was mich persönlich zum Nachdenken brachte, war, wie Kai Meyer die christliche Religion und Themen wie Hölle, Teufel und andere Symbole in die Geschichte integriert hat. Aus meiner Sicht ist diese Interpretation total interessant und ich bin gespannt, wie es damit weitergeht, allerdings kann ich mir vorstellen, dass stark christliche Leser eventuell Anstoß an gewissen Handlungsdetails finden könnten, weil sie nicht zum klassischen Bild dieser Religion passen. Auch das möchte ich aus oben genannten Gründen nicht unerwähnt lassen.

FAZIT:

Dieses Buch hat trotz der nichtmal dreihundert Seiten extrem viel Fantasie und Spannung zu bieten. Ich bin immer wieder fasziniert, wie Kai Meyer Elemente aus verschiedensten Themenbereichen zu einem schlüssigen Gesamtbild verschmelzen kann, ohne dass ich als Leser auf die Idee kommen würde, zu hinterfragen, wieso das jetzt so ist. Ich bin Merle gern auf ihrem Weg zum Beginn ihres Abenteuers gefolgt und freue mich schon wahnsinnig auf die folgenden Teile.
Viele der Charaktere haben mein Herz erobert und ich kann immer noch nicht fassen, dass so wenige Seiten ausreichen, um mich völlig gefangen zu nehmen.
Ein wundervoller Auftakt der Reihe mit überbordender Fantasie, der leicht brutal sowie düster daherkommt. Ein bunter Mix aus verschiedenen Elementen aus Religion, Kultur und Fantasy, der mich zu begeistern wusste.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


BEWERTUNGSKATEGORIEN:

Handlung: ♥♥♥♥♥
Emotionen: ♥♥♥♥♡
Fantasie: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache/Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gesamtwertung = 4,8


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Die Schöne und das Biest“ von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve

Meine lieben Leser,

zusammen mit Buchperlenblog habe ich das bekannte Märchen „Die Schöne und das Biest“ gelesen. Allerdings ist es gar nicht so bekannt, wie weithin gedacht wird. Fast jeder kennt den Disney-Filmklassiker zum Buch, aber die Vorlage weicht in vielen Punkten davon ab. Wie es mir gefallen hat und was für Unterschiede es gibt, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Die Schöne und das Biest
  • Autor/in: Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve
  • Übersetzer/in: Sonja Häußler
  • Anzahl der Seiten: 208 Seiten
  • Verlag: Coppenrath Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2017)
  • Genre: Märchen

INHALT:

Ein Kaufmann hatte viele Söhne und Töchter und eine davon war nur als „Die Schöne“ bekannt. Von ihren Schwestern bekommt sie nur Spott und Neid entgegengebracht.
Als der Kaufmann sein Geld verliert, ergreift er die erstbeste Chance, wieder zu Reichtum zu kommen und fährt zum Hafen. Dort kann er seinen Plan allerdings nicht umsetzen. Seine Töchter hatten sich als Mitbringsel allerlei Geschmeide gewünscht, nur die Schöne wünschte lediglich eine Rose. Als er auf dem Heimweg in einen Schneesturm gerät, sucht er Schutz in einem mysteriösen Schloss. Dort wird er festlich bewirtet, trifft den Herrn des Schlosses aber nicht an. Als er wieder nach Hause aufbrechen will und eine Rose für die Schöne mitbringen möchte, zeigt sich der Herr des Schlosses, das Biest. Dieses ist außer sich vor Zorn, dass er eine Rose stehlen wollte und droht ihm mit dem Tode, wenn er ihm nicht eine seiner Töchter schickt. Diese muss aber aus freien Stücken zu ihm kommen.
Als die Schöne von dem Ungemach erfährt, welches dem Vater droht, erklärt sie sich mit ihrem guten Wesen freiwillig dazu bereit, sich dem Biest auszuliefern.
Fortan lebt die Schöne im Schloss des Biestes und leistet ihm Gesellschaft, denn anders als erwartet tötete er sie nicht. In ihren Träumen zeigt sich ihr immer wieder ein schöner junger Mann, der ihr geheimnisvolle Rätsel und Botschaften überbringt. Sie verliebt sich in ihn, verliert aber jede Hoffnung, ihn im realen Leben jemals zu treffen. Das Biest ist weiterhin gut zu ihr, aber mehr als Dankbarkeit empfindet sie nicht für ihn.
Auf Anraten des Mannes aus ihren Träumen vermählt sie sich mit dem Biest, da es so gut zu ihr ist und erst da erkennt sie, dass er und der Mann aus den Träumen eine Person sind. Es wird Hochzeit gefeiert und alle leben glücklich und zufrieden.

Doch hier endet das Märchen erstaunlicherweise noch nicht, denn das Buch ist bis dahin nur zur Hälfte gelesen. Im weiteren Verlauf erzählt der Prinz seine Vorgeschichte, wie er also zum Biest wurde und die Geschichte der guten Fee. Die Beziehungsgeflechte werden dabei so abstrus und viele Detail so unnötig, dass sich dieser Teil des Buches sehr gezogen hat.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist ganz der, den wir aus Kindertagen von klassischen Märchen kennen. In kurzen, prägnanten Sätzen wird der Hergang des Märchens berichtet. In der ersten Hälfte des Buches liest es sich flüssig und angenehm unterhaltsam, verliert aber in der zweiten Hälfte an Substanz und Fokus, sodass es sehr langatmig wird. Viele unnötige Informationen und sehr verschachtelte Verwandschafts- und Zugehörigkeitsverhältnisse erzeugen auf einmal viele Längen, die die Handlung zu Ende hin extrem zäh daherkommen lassen.

FAZIT:

Die Aufmachung der Coppenrath-Schmuckausgabe darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, da sie jedes Lob verdient. Die Ausgabe ist wieder einmal so liebevoll und schön gestaltet, dass es ein Genuss war, es zu lesen. Auch, wenn das Märchen komplett anders ist, als der bekannte Film es vermuten lässt, hat es mir bis zur Hälfte des Buches (also bis zur Hochzeit) sehr gut gefallen. Danach fanden das Buch und ich nicht mehr zusammen. Ich war von der zweiten Hälfte doch sehr enttäuscht und gelangweilt. Alles in allem jedoch ein schönes Leseerlebnis für einen gemütlichen Abend.
Ein Klassiker unter den Märchen, der ganz anders ist als bekannte Filmumsetzungen, mich jedoch trotzdem begeistern konnte. Lediglich die Ereignisse nach der Hochzeit waren mir zu überflüssig und langatmig.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Wonderlands – Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.“ von Laura Miller u.a.

Meine lieben Leser,

als ich das Buch „Wonderlands“ sah, war ich sofort Feuer und Flamme, es zu lesen. Der wbg-Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, welches ich euch im Folgenden vorstellen darf. Schon der Untertitel des Buches verheißt uns, dass wir uns auf eine interessante Reise machen werden. Ganz nebenbei passte dieses Buch perfekt in den historischen November mit Buchperlenblog!

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Wonderlands –  Die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami u.v.a.
  • Herausgeber/in: Laura Miller
  • Autoren/innen: Jes Battis, Lawrence Battersby, Matthew Cheney, Noel Chevalier, John Clute, Gary Dalkin, Richard Erlich, Peter Fitting, Andrew E. George, Lev Grossman, Mary Hamilton, Robert Holden, Nick Holdstock, Kat Howard, Maya Jaggi, Lydia Kiesling, Paul Kincaid, Reyes Lázaro, Ann Morgan, Mahvesh Murad, Jonathan Newell, Jeff Nunokawa, Abigail Nussbaum, Margaret J. Oakes, Laurie Penny, Andrew H. Plaks, Eric Rabkin, Adam Roberts, David Seed, Tom Shippey, Jared Shurin, Sharon Sieber, James Smythe, Maureen Speller, Darryl Sterk, Matthew Strecher, John Sutherland, Andrew Taylor, Kola Tubosun, Lisa Tuttle, Benjamin Widiss
  • Übersetzer/in: Hanne Henninger, Susanne Kolbert, Madeleine Kaiser
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten
  • Verlag: wbg Theiss Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (2020)
  • Genre: Enzyklopädie

INHALT:

Vorweg muss direkt erwähnt werden, wie schön dieses Buch aufgemacht ist. Die Texte sind reich bebildert und sehr hochwertig aufbereitet.

Das Buch „Wonderlands“ ist eine Enzyklopädie, die mit dem Leser eine Reise durch 3000 Jahre der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur unternimmt. Jedem Buch sind dabei zwischen 2-5 Seiten gewidmet. Für jedes dieser Porträts wird über die Handlung des Buches und den Autor berichtet, sowie kleine interessante Fakten in einer Randnote erläutert. Das Cover der ersten Ausgabe und ein Foto bzw. eine Malerei des Autors werden ebenfalls untergebracht.

Gegliedert ist das gesamte Werk in unterschiedliche Epochen. Von „Alte Mythen & Legenden“ über „Wissenschaft & Romantik“, „Das Goldene Zeitalter der Fantasy“ geht es über in die „Neue Weltordnung“ und schließt ab mit dem „Computerzeitalter“.

Angefangen mit dem Gilgamesh-Epos und abschließend mit der neuzeitlichen Literatur, bin ich eingetaucht in die Geschichte meiner liebsten Genres. Hier trifft der Leser auf Altbekanntes, Unbekanntes und neue Impulse. Ich habe unfassbar viele Klebezettelchen verbraucht und meine Wunschliste ist durch dieses Buch nicht gerade kleiner geworden.

Bis auf wenige Ausnahmen, die ich gern vertreten gesehen hätte – mir fehlte bspw. Diana Wynne Jones – habe ich nichts missen müssen. Im Gegenteil war ich überrascht, welche Fülle an Büchern aus dem Genre mir bisher gänzlich unbekannt waren.

SCHREIBSTIL:

Der Schreibstil ist in diese Fall sehr schwierig zu bewerten, da er in einer Enzyklopädie eher berichtend daherkommt. Zuweilen hatte ich zwar schon das Gefühl, dass die einzelnen Kommentare zum Buch von verschiedenen Autoren stammen könnten – aber das waren nur kleinere Unterschiede, die mich dazu veranlassten. Vor allem bemerkte ich es in der Nutzung von Fachtermini und der Verständlichkeit, mit der die Handlung des Buches erläutert wurde.
Für mich war der Großteil sehr leicht verständlich und interessant, nur wenige Passagen waren mir etwas zu trocken und konnten mich nicht packen, was dann aber auch an den behandelten Büchern gelegen haben kann.

FAZIT:

Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es ist nicht nur das perfekte Geschenk für jeden Bücherwurm, der die Genres Fantasy und Science-Fiction liebt, sondern auch eine unverzichtbare Dokumentation der wichtigsten Werke aus diesem Bereich. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, die vielen verschiedenen Welten und Geschichten zu entdecken. Die Aufmachung durch den wbg Theiss Verlag hat ihr Übriges getan, um mich abzuholen, da es durch die großformatigen Bilder ein wahrer Augenschmaus war. Durch die kurzen Kapitel lädt es ein, auch zwischendurch in diesem Buch zu blättern. Für mich ist es eines meiner Jahres-Highlights geworden.
Eine wunderschön anzusehende und sehr interessante Enzyklopädie der berühmtesten Werke der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, beginnend vor 3000 Jahren. Absolut empfehlenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♥


ÜBER DIE AKTION „HISTOLOVE“:

Im Rahmen von HistoLove lesen die liebe Buchperlenblog und ich alles von Steinzeit bis in die Neuzeit – also Bücher mit historischem Bezug, welche schon viel zu lange auf unserem SuB liegen. Außerdem hat dieses Genre ein viel zu angestaubtes Image. Auch neuere Erscheinungen sind dabei und erlaubt! Jeder kann jederzeit einsteigen – wir freuen uns auf eure Beiträge! Verlinkt uns gern und nutzt den Hashtag #histolove.

Hier geht es zur Übersicht all unserer gelesenen Bücher im Rahmen von HistoLove.


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht“ von Sarah J. Maas

Meine lieben Leser,

und schon wieder durfte ich im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks ein Buch schmökern! Dieses Jahr habe ich einfach unverschämtes Glück. Das diesmalige Objekt der Begierde war „Crescent City“ von Sarah J. Maas. Ich hatte vorher noch nie ein Buch dieser Autorin gelesen, aber alleine die Aufmachung des Buches mit wunderschönem Buchschnitt, über 900 Seiten und traumhaften Cover sowie Illustrationen innenliegend, haben mein bibliophiles Herz erfreut. Ob mich der Inhalt ebenso überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht
  • Autor/in: Sarah J. Maas
  • Übersetzer/in: Franka Fritz, Heinrich Koop
  • Anzahl der Seiten: 925 Seiten
  • Verlag: dtv Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (September 2020)
  • Genre: Fantasy

INHALT:

Vorab möchte ich euch den guten Rat geben: Solltet ihr das Buch lesen wollen, dann spart euch die Lektüre der Klappentexte, sowohl außen als auch innen. Denn diese beiden Texte spoilern die ersten 200 Seiten des Buches, was die Lektüre für mich sehr beeinträchtigt hat.

Ich versuche euch also im Folgenden die wichtigsten Charaktere und Rahmenpunkte der Handlung darzustellen, ohne euch zu spoilern:

In „Crescent City“ lernt der Leser die Protagonistin Bryce kennen. Ein hemmungsloses Party-Girl, welches sämtliche Klischees bedient. Auf High Heels und in viel zu kurzen Kleidern stöckelt sie durch Crescent City und ist dabei keine Kostverächterin. Sie trinkt viel, nimmt Drogen und hüpft mit jedem ins Bett, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Dass sie selbst sich so oft darüber wundert, dass viele Menschen sie für ein leichtes Mädchen halten, hat mich doch sehr erstaunt. Provoziert sie dieses Bild doch jeden Tag aufs Neue von sich aus.
Mit ihrer Freundin Danika, die einst die Führung der Wölfe übernehmen wird, bildet sie ein skandalöses Gespann.
Als Crescent City von einem Mord überschattet wird, beginnt für Bryce eine schwere Zeit und sie wird alles daran setzen, diesen Mord aufzuklären. Unterstützung erhält sie unter anderem von ihrem Halbbruder Rhune, ihrem beauftragten Beschützer und Engel Hunt, der Feuerkoboldin Lehaba und weiteren Charakteren.
Wer hinter den Morden steckt, welche Vergangenheit Bryce in sich trägt und in welchem spannungsgeladenen Ende die Geschichte mündet, dürft ihr gern selbst lesen.

Nun zu meiner Meinung – die Handlung und auch die Idee klangen spannend und hatten wirklich viel Potential. Leider war durch den Spoiler der ersten 200 Seiten durch den Klappentext bereits viel Länge im Vorfeld erzeugt worden. Gerade am Anfang verliert sich die Geschichte in vielen unwichtigen Details, die später nicht mehr relevant sind. Bryce Ausschweifungen werden mir für ein Jugendbuch dabei einen Tick zu genau beschrieben.
Die unsinnigen und nicht relevanten Dialoge ziehen sich leider durch das gesamte Buch. Dadurch wird die Handlung fad und langatmig. Ich bin mir auch sicher, wenn diese ganzen Dialoge und Informationen auf die wirklich relevanten gekürzt werden würden, hätte das Buch locker 300-400 Seiten weniger. Die Haupthandlung selbst jedenfalls gibt keine über 900 Seiten her. Durch einen größeren Fokus auf den roten Faden hätte mehr Tempo erzeugt werden können – so plätscherte die Geschichte meist so vor sich hin und es wurde schnell langweilig.

Zudem war für mein Dafürhalten kaum Fantasy vorhanden. Mit Ausnahme der Charaktere selbst und kleinerer Elemente ist „Crescent City“ kein Fantasy-Buch. Für mich ist es eher zu bezeichnen als erotischer Krimi mit (lediglich) Fantasy-Elementen. Einige der wenigen Fantasy-Anteile erinnerten mich außerdem an bereits vor Jahren veröffentlichte, namhafte Werke, sodass es jetzt auch nichts Weltbewegendes oder Neues war. Besonders gestört haben mich die modernen elektrischen Geräte wie Handys, Tablets oder Computer. Bryce lebt mit Ausnahme der wenigen Fantasy-Andeutungen in einer modernen Welt, die unserer gleicht und das wird auch zu jeder sich bietenden Gelegenheit in die Geschichte eingebaut.

Wer beim Lesen des vorherigen Absatzes gestockt hat – das Buch hat eine nicht zu übersehende erotische Komponente. Hier habe ich sehr großen Redebedarf. Denn die Umsetzung ist aus meiner Sicht so dermaßen plump und übertrieben, dass ich mehr als einmal beim Lesen die Augen verdrehte. Praktisch jede Person in Crescent City ist – pardon – dauergeil. Mir fällt einfach keine andere Umschreibung ein. Jeder schaut jedem begierig hinterher und natürlich – wie könnte es anders sein – stehen ausnahmslos alle Männer in dieser Geschichte auf die Protagonistin Bryce. Selbst vermeintlich mächtige Gegenspieler bitten sie da zwischendrin um ein Date. Für mich war diese Art der sexuellen Anziehung zwischen einfach allem und jedem so wenig authentisch und die Dialoge so platt, dass ich einfach nur noch genervt war. Dabei gibt es nur eine tatsächliche Sex-Szene im ganzen Buch. Diese ist zwar ebenfalls mit devoten und Macho-Klischees ausgekleidet, aber dennoch frage ich mich, wie ein Buch mit nur einem Akt so viel unnötige, platte und ausschweifende Dialoge zu diesem Thema beinhalten kann. Für mich war das nicht nur ein Zuviel, sondern übertrieben und leider auch keine geschmackvolle Erotik. Vor allem, dass ernste und wichtige Situationen durch diese Einschübe oft nicht mehr ernst genommen werden können, hat mich gestört. Außerdem verliert die Liebesgeschichte an Glaubhaftigkeit, weil praktisch das komplette Buch ausschließlich eine sexuelle Anziehung besteht und dann von einem Moment auf den anderen in die klischeehafteste aller Romantik wechselt.

Was mir besonders sauer aufgestoßen ist, sind zwar wenige, dafür aber einprägsame Momente, in denen äußerliche Merkmale als Grund für Diskriminierungen genutzt wurden. Bryce selbst ist eine schlanke Frau mit üppigen Kurven und lässt es sich nicht nehmen, sich abwertend über die flachen Brüste und den flachen Po ihrer besten Freundin zu äußern – vermeintlich im Spaß. Für mich ist sowas nichtmal im Spaß erlaubt und deshalb mehr als unter der Gürtellinie. Was für eine Botschaft dabei an junge Leser gesendet wird, deren Körper sich gerade verändert und niemals mit vermeintlich perfekten Maßen daherkommt, brauche ich denke ich nicht weiter erläutern.

SCHREIBSTIL:

Der Ton der Charaktere untereinander ist rau. Beschimpfungen bzw. Beleidigungen werden faktisch im Spaß zueinander gesagt, denn die besten Freundinnen bezeichnen sich gegenseitig als „Arschgeige“ oder „Bitch“. Auch Äußerungen wie „Fi** dich“ sind an der Tagesordnung. Wer diese raue Sprache nicht gern liest, sollte einen Bogen um das Buch machen. Es soll vermeintlich cool wirken, hat für mich aber eher einen niveaulosen Eindruck gemacht. Auch die Wörter „Schwanz“, „Titten“ und „vögeln“ werden dermaßen inflationär gebraucht, dass ich mich manchmal fragte, ob es eigentlich noch ein anderes Thema in diesem Buch gibt. Auch die Schilderungen, ob jemand ein Typ ist, der einen von hinten nimmt, Gespräche über Vibratoren und sexuelle Fantasien im Zusammenhang mit dem Lutschen anderer Zehen (bäh!) sind Dinge, die ich dazuzähle und die ich weder in einem Fantasy-Roman, noch in einem Jugendbuch lesen möchte.
Der Schreibstil von Maas ist ansonsten sehr schlicht, aber leider auch sehr nichtssagend und verliert sich viel zu oft in Details. Leider schreibt sie genau das Gegenteil vom viel gelobten „Show, don´t tell“, was das Buch recht schwerfällig macht.

FAZIT:

Wie ihr schon gemerkt haben solltet, konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Charaktere lassen durch ihre aufgesetzte „taffe“ Art wenig Spielraum für Tiefgründigkeit und sollte diese doch mal vorhanden sein, wird diese durch die vermeintlich coolen, sexuellen Anmerkungen ins Lächerliche gezogen. Die Grundidee und die Charaktere hatten viel Potential, welches nicht genutzt wurde. Das Worldbuilding war komplex, aber leider zu strukturlos. Und letztlich muss ich ganz klar sagen, dass es mich aufgrund der vielen Beschimpfungen, der ausgeprägten Brutalität und doch sehr harten und sexuellen Inhalte doch recht sprachlos zurücklässt, dass dieses Buch in Buchhandlungen bisher immer in der Jugendbuch-Ecke zu finden war. Für mein Dafürhalten ist das Buch nicht ab 14 Jahren geeignet, maximal ab 16 Jahren – denn es ist viel zu vulgär und teilweise niveaulos. In diesem Alter können diese Inhalte nicht angemessen eingeordnet werden.
Kein Fantasy – sondern vielmehr ein übertrieben erotischer Krimi mit lediglich Fantasy-Elementen. Viele Längen, unsympathische Charaktere und viele nicht relevante Dialoge machen dieses Buch eher schwerfällig. Außen hui, innen pfui. Für mich leider ein Flop des Jahres 2020.

BEWERTUNG: ♥♥♡♡♡


Bewertungskategorien:

Handlung: ♥♥♥♡♡
Emotionen: ♥♥♡♡♡
Fantasie: ♥♥♡♡♡
Charaktere: ♥♥♡♡♡
Sprache/Schreibstil: ♥♥♡♡♡

Gesamtwertung = 2,2


Bis bald,
EURE HACHIDORI

Rezension – „Heartless – Das Herz der Verräterin“ von Sara Wolf

Meine lieben Leser,

lang, lang habe ich auf die Fortsetzung des Auftakts zur Reihe „Heartless“ gewartet. Gekauft habe ich das Buch dann direkt zur Erscheinung, aber gelesen habe ich es erst jetzt, weil ich vorher irgendwie nicht dazu gekommen bin. Wieder ärgere ich mich, dass ich so lange damit gewartet habe. Wie mir der zweite Band gefallen hat, schildere ich euch im Folgenden.

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ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Heartless – Das Herz der Verräterin
  • Autor: Sara Wolf
  • Übersetzer: Simone Wiemken
  • Anzahl der Seiten: 512 Seiten
  • Verlag: Ravensbuger Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (April 2020)
  • Genre: Fantasy, Jugendbuch

INHALT:

*** Achtung! Es handelt sich um den zweiten Band – evtl. Spoiler zum ersten Band vorhanden! ***

Zera hat Lucien verraten, um ihr Herz wiederzuerlangen. Noch dazu wird sie von Varia überrascht, Luciens Schwester, die entgegen aller Annahmen noch lebt. So turbulent beginnt der zweite Band.
Um Lucien zu schützen, macht Varia Zera durch eine List zu ihrer Herzlosen, denn sie ist zu allem Überfluss eine Hexe. Zera ist ihr nun auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und ihr Verhältnis zu ihren Freunden Lucien, Fione und Malachite ist durch ihren Verrat arg ins Wanken geraten. Sie ist nun also auf sich selbst gestellt und wird von Varia mit einem ganz besonderem Auftrag betraut. Sie soll jemandem das Weinen beibringen – oder vielmehr etwas.
Was Varia und auch Zera dadurch ins Rollen bringen, bedeutet nicht nur eine Gefahr für ihre Freunde, sondern für die ganze Welt. Was der mysteriöse Knochenbaum dabei für eine Rolle spielt und ob Zera das Vertrauen ihrer Freunde wiedergewinnen kann, dürft ihr allerdings selbst lesen.

SCHREIBSTIL:

Das Buch war wahnsinnig gut zu lesen und wird dadurch dem ersten Band mehr als gerecht. Lediglich in der Mitte des zweiten Bandes schwächelte es etwas und wurde mir zu eintönig und langweilig, was das spannende Finale dann wieder wettmachen konnte.
Mir ist aufgefallen, dass Zera sehr oft vermeintlich coole Sprüche nutzt und auch generell einige Aussprüche sehr umgangssprachlich formuliert waren. Das hat mich etwas gestört und ich kann gar nicht so richtig sagen, ob das im ersten Band auch schon der Fall war. Dieses Mal ist es mir aber besonders ins Auge gestochen.
Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist, ist Zeras negative Art. Sie wirkt schon fast etwas depressiv und weigert sich strikt, jedes auf sie Zukommen zuzulassen. Dadurch steht sie sich so oft im Weg, dass es mir leider zuweilen ein wenig auf die Nerven ging. Ich hätte mir da doch mehr Charakterentwicklung gewünscht, aber vielleicht wird das für den dritten Band aufgespart.

FAZIT:

Der zweite Band ist oftmals eher schwierig und diese Reihe konnte mich Gott sei Dank eines Besseren belehren. Denn der Nachfolger des grandiosen Auftakts war für mich durchaus keine Enttäuschung. Ich habe den Folgeband praktisch verschlungen und mich wirklich geärgert, dass ich so lange gewartet habe mit dem Lesen. Und jetzt warte ich sehnsüchtig auf das Finale in Band 3, der noch viel zu lange dauert.

Ein würdiger Nachfolger, der mich mit viel Spannung, liebenswürdigen Charakteren und vielen unerwarteten Enthüllungen überzeugen konnte. Die gesamte Story hebt sich von anderen des Genres ab. Lesenswert!

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI