Rezension – „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini

Meine lieben Leser,

es ist mittlerweile fast ein Jahrzehnt her, dass wir das letzte Mal etwas vom Autor Christopher Paolini gehört haben. Es ist mittlerweile 16 Jahre her, dass ich mich in den ersten Band der „Eragon“-Reihe verliebte. Noch heute stehen sie in meinem Regalbrett für Allzeit-Favoriten. Nach dem letzten Band der Reihe wurde es jedoch sehr still um Paolini, die Gründe dafür erläutert er in der Danksagung seines neuen Buches.
Und damit sind wir bei diesem Schmuckstück, welches ich euch heute vorstellen möchte! Was habe ich dieses Buch herbeigesehnt, denn als ich Anfang des Jahres erfuhr, dass Paolini ein neues Buch geschrieben hat, war ich ganz aus dem Häuschen. Mich überraschte, dass er kein Fantasy-Jugendbuch geschrieben hatte, sondern sich an das Science-Fiction-Genre heranwagte. Umso mehr fieberte ich auf den Erscheinungstermin hin.
Als ich dann bei einer Aktion auf Instagram eine von 30 glücklichen Gewinnern war, die das Buch vorablesen durften, bin ich quasi ausgerastet. 🙂 Deswegen kann ich euch meine Rezension jetzt schon präsentieren.

| Werbung | Rezensionsexemplar|

ALLGEMEINES ZUM BUCH:

  • Titel: Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne
  • Autor: Christopher Paolini
  • Übersetzer: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer, Katharina Naumann
  • Anzahl der Seiten: 960 Seiten
  • Verlag: Droemer-Knaur Verlag
  • Ausgabe: 1. Auflage (15. September 2020)
  • Genre: Science-Fiction

INHALT:

„Unbezahlbar wertvoll waren sie [die Planeten], leuchtende Gärten, in denen die Wärme und Bewegung inmitten der todlosen Leere pulsierten.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 771

Der Klappentext des Buches verrät noch nicht allzu viel. 🙂 Die Geschichte dreht sich um die junge Xenobiologin Kira Navarez, die immer davon träumte, ferne Welten zu entdecken. Zusammen mit ihrem Forschungsteam erkundet sie Monde und Planeten, um sicherzustellen, dass dort Bedingungen herrschen, die eine Kolonialisierung möglich machen. Dazu gehört auch der Nachweis, dass es dort kein außerirdisches Leben gibt. Auf einer Mission, die eigentlich reine Routine ist, stürzt sie in eine Felsspalte und entdeckt etwas, was kein Mensch vor ihr zu Gesicht bekommen hat. Diese Entdeckung verändert anschließend ihr komplettes Leben und bringt nicht nur sie, sondern das ganze Universum in Gefahr.

Das ist die Zusammenfassung der anfänglichen Ereignisse, die meiner Meinung nach noch viel zu wenig darüber vermittelt, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Da ich aber niemanden spoilern will, belasse ich es dabei und fasse nur allgemein die Eindrücke zusammen.

Der Inhalt strukturiert sich in sechs Teile. Die ersten drei Teile bauen sozusagen die Brücke zu den letzten drei Teilen. Jeder Teil ist in Kapitel unterteilt, wobei jeder Teil mit dem Kapitel „Exeunt“ (lat. Verlassen) endet. Die Teile sind ebenfalls lateinisch bezeichnet und heißen „Exogenesis“ (lat. Exogenese: von außen einwirkend / eindringend), „Sublimare“ (lat. Sublimieren: verfeinern / von einem Zustand in einen anderen übergehen), „Apokalypsis“ (lat. Apokalypse: Untergang), „Fidelitatis“ (lat. Treue), „Malignitatem“ (lat. Bösartigkeit) und „Quietus“ (lat. Schlafen).
Angehängt ist noch das sogenannte „Addendum“ (lat. Zusatz, Nachtrag), welches physikalische Berechnungen und Erklärungen zur Raumzeit und Überlichtgeschwindigkeit bietet, sowie ein Glossar und eine Chronik.

Ergänzt wird der Inhalt durch zahlreiche Abbildungen, darunter eine Sternenkarte, auf der die unterschiedlichen Planeten und Sterne und deren Entfernung zueinander verzeichnet sind. Außerdem finden sich zwischen den Kapiteln mehrere Abbildungen der Sonnensysteme, in denen Kira unterwegs ist.

Allgemein ist die Handlung in den ersten drei Teilen sehr rasant. So rasant, dass ich mir manchmal wirklich gewünscht hätte, in einigen Momenten länger zu verweilen. Denn lange war nicht klar, wo das Buch mit dem Leser eigentlich hin will, es fehlte an einem übergeordneten Ziel. Die ersten drei Teile warfen unzählige Fragen auf und davon im Verlauf immer mehr, sodass ich mir danach wirklich eine Auflösung wünschte. Weiterhin waren diese Teile geprägt von technischen Details, der Einführung in diese ganz andere Welt und auch von Weltraumschlachten. Diese Schlachten gab es in hoher Zahl und für mein Dafürhalten hätten das in diesen drei Teilen gern ein paar weniger sein können, da sie unnötige Längen provozierten.

Der Leser wird ab Teil vier jedoch mit Gefühlen, Tiefe und Antworten belohnt, die bis dahin gefehlt hatten. Zwar werden bis zum Ende nicht alle Fragen abschließend geklärt, aber es wird eine Spannung geboten, die fast nicht auszuhalten ist. Das Tempo in den letzten drei Teilen war mir aber deutlich angenehmer und sie lasen sich viel leichter weg.

Viele Wendungen oder Ereignisse in diesem Buch waren für mich unerwartet, viele Szenen meisterhaft und bildgewaltig beschrieben. Die Charaktere waren liebenswert und authentisch. Einige von ihnen haben mein Herz gestohlen, allen voran Göffel und über den Verlauf der Geschichte auch der Schiffsverstand Gregorovich.

Letztlich wurde von Paolini sogar der ein oder andere Hinweis auf Eragon eingebaut, den der Leser mit wachem Auge entdecken kann.

SCHREIBSTIL:

„Der Pfad an unser Ziel ist selten gerade. Er ist oft verschlungen, das macht die Reise unterhaltsamer, als sie es sonst wäre.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 180

Wer Paolini bereits durch Eragon kennt, weiß, dass er gut darin ist, sich NICHT kurz zu fassen. Sein Schreibstil erzeugt beim Lesen dafür aber sehr starke Bilder und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, einen richtig ausgefeilten Hollywood-Blockbuster zu schauen.
Und auch, wenn der Schreibstil an sich gar nicht so komplex ist, erzeugt er durch die vielen Details der Handlung eine Komplexität, die sich nicht mal eben schnell wegliest.
Trotzdem ist die Sprache des Autors von einer Schönheit und Prägnanz geprägt, die ihresgleichen sucht. Der Einfallsreichtum sprengte bisweilen meine eigene Vorstellungskraft, sodass ich einige Absätze mehrmals lesen musste, um sie komplett in mich aufnehmen zu können.
Durch diese Punkte wird aus dem doch recht unspektakulär wirkenden Schreibstil eine anspruchsvolle Lektüre, die ganz ohne Schnörkel auskommt und gerade dadurch das Leserherz erfreut.

Erinnert hat mich das Buch in der Aufmachung und dem Schreibstil an bekannte Werke wie „Der Marsianer“ von Andy Weir sowie „DinoPark“ von Michael Crichton.

FAZIT:

„Das Entscheidende, könnte man sagen, ist doch wohl, dass wir lernen, damit klarzukommen, wo wir gerade sind, und nicht, wo wir waren.“

„Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini, S. 180

Für mich hat Paolini mit seinem Come-Back einwandfrei abgeliefert.
Zuweilen war mir das Tempo zu schnell, aber er hat es geschafft, in diesem Buch zu beweisen, dass er nicht nur Fantasy, sondern auch Science-Fiction at it’s best schreiben kann. Mit seinen 960 Seiten und der doch komplexen Handlung ist dieses Buch alles andere als eine Lektüre für Zwischendurch und verbraucht gerade durch die technischen Details einiges an Hirnschmalz, jedoch begeisterte mich die Vielfalt, der Humor, die Authentizität und der (mit Sicherheit) extrem hohe Rechercheaufwand in diesem Buch. Er hat ein Meisterwerk mit Herzblut geschaffen.

Bildgewaltig, brutal und unbegreiflich (schön) wie das Universum selbst. Science-Fiction in Reinform und ein wahrer Epos mit ein paar Längen. Für mich ein Jahres-Highlight, trotz kleinerer Schwächen.

BEWERTUNG: ♥♥♥♥♡

Bis bald,
EURE HACHIDORI

3 Gedanken zu “Rezension – „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini

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